Lesben und Schwule in Ostberlin, Rassismus zu Halloween, Klage gegen Karl Lagerfeld – kurz verlinkt

von der Mädchenmannschaft

Beiträge auf Deutsch

Jeder sechste Mensch in Deutschland ist armutsgefährdet. Besonders betroffen sind Frauen und Alleinerziehende.

Filiz Demirova, eine Romni, berichtet bei radioeins über ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus.

Auch ein Leben mit einer schweren Erkrankung kann glücklich, lebenswert sein. Ein besonderes Beispiel hierfür ist Hannelore Setter gewesen, die am 10. Oktober im Alter von 79 Jahren in ihrem Krankenhausbett gestorben ist. 60 Jahre hatte sie dort verbracht.

Wie viel zählt das Leben eines geflüchteten Kindes in einem Asylbewerber*innenheim in Deutschland? Für viele anscheinend erschütternd wenig, wie Familie Petrovic auf bittere weise feststellen musste. Ihr Sohn Leonardo wäre vor zwei Jahren aufgrund der unterlassenen Hilfeleistung mehrerer Personen beinahe gestorben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage eingereicht.

In der Schweiz wird gerade ein diskriminierender Rückschritt diskutiert: ein explizites Ehe-Verbot für homosexuelle Paare.

Ein Mann zeigt Angestellten der Deutschen Bahn gegenüber Zivilcourage – und wird dafür von ihnen rassistisch beleidigt, weil er Schwarz ist. Später stellt sich heraus: Der Mann ist der Landtagsabgeordnete Daniel Mack. Und plötzlich tut der DB alles furchtbar leid.

„Out in Eastberlin“ – ein neuer Kinofilm berichtet über das Leben homosexueller Personen in der DDR. Hier findet ihr den Trailer.

Ein blondes Kind lebt bei einer Roma-Familie – und sofort schreiben große europäische Medien von Kindesraub. Keno Verseck berichtet auf SPON von der Geschichte dieses antiromaistischen Ressentiments (siehe auch die englischsprachigen Links weiter unten).

Karl Lagerfeld äußerte sich mal wieder diskriminierend über dicke Menschen und insbesondere dicke Models und hat dafür nun – yeah! – eine Klage am Hals.

Hier könnt ihr für die Kampagne „Dritte Option“ spenden.

Beiträge auf Englisch

Eine vermeintliche Kindesentführung durch ein Roma-Paar fand medial große Beachtung und Anteilnahme – anders als die  Fälle, in denen Kinder aus rassistischen Gründen gewaltsam von ihren Familien getrennt werden. Discipline and Anarchy schreibt über den rassistischen Bias in Entführungsdiskursen (siehe auch die deutschsprachigen Links weiter oben).

Sexualisierte Ausbeutung und Gewalt stellten einen Grundpfeiler des Systems der Sklaverei in den Staaten der heutigen USA (und sicher genauso anderswo) dar. Akiba Solomon bespricht für Colorlines, in wiefern der Film „12 Years A Slave“  einen wichtigen, oftmals vernachlässigten Teil der Geschichte der  rape culture offen legt.

Wäre es nicht so ernst im echten Leben, könnte man inzwischen von einem regelrechten Krimi sprechen:  Ein Gericht hat das geradezu gewaltsam durchgesetze Anti-Abtreibungsrechte-Gesetz in Texas für verfassungswidrig erklärt.

Vitamin W berichtet über das Fotoprojekt „Alone Time“ von JJ Levine: Indem gezeigt wird, dass ein und derselbe Körper jegliches Geschlecht überzeugend verkörpern kann,  sollen herrschende Normvorstellungen über die zweigeschlechtliche Rollenverteilung in Frage gestellt werden.

Halloween steht vor der Tür und damit leider auch immer wieder Leute in Blackface oder Redface – wer nach wie vor nicht mitbekommen hat, das sowas rassistische Kackscheiße ist, geht ziemlich ignorant durchs Leben, hält Awesomely Luvvy fest. Inklusive praktischer Entscheidungsgrafik!

Queer-Gerechtigkeit bedeutet mehr als schwule weiße Männer, die mit ihren Beziehungen an die Öffentlichkeit gehen, erklärt Audrey bei Autostraddle.

Termine in Berlin, Mülheim an der Ruhr, Bochum und Bielefeld

Am 2. November findet in Berlin die Bundesfrauenkonferenz der LINKEN statt. Es wird ein World-Café mit Charlott Schönwetter zu “Antisexistischer Netiquette” geben, eine Arbeitsgruppe zu “Körperkulten” u.a. mit Magda Albrecht sowie eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Hollaback! Kampf gegen Sexismus, Rassismus und Homophobie im öffentlichen Raum“ mit Magda Albrecht.

Heinz-Jürgen Voß liest am 6. November in Mülheim an der Ruhr aus seinem Buch „Queer und (Anti-)Kapitalismus“. (Abgesagt, siehe Kommentare)

Und einen Tag später. am 7. November, liest Les Petite Plaisirs in Bochum über Facetten von Erotik.

In Bielefeld finden vom 8. bis zum 18. November die Aktionstage „Gesellschaft Macht Geschlecht“ statt.

Am 24. November findet in Berlin eine Doppellesung statt. Vorgestellt werden „Daima“ und „dinge, die ich denke, während ich höflich lächele“.

Ihr habt Interesse an Austausch und Vernetzung mit anderen Sexarbeiter*innen und arbeitet selbst in dem Bereich? Dann meldet euch bei Wildwasser Berlin zur Terminkoordination.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 30. Oktober 2013 um 13:00 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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5 Kommentare

  1. Heinz sagt:

    Vielen Dank für den freundlichen Veranstaltungshinweis. Die Veranstaltung in Mühlheim a.d.R. ist allerdings abgesagt.

    Die tatsächliche Übersicht der Buchvorstellungen von „Queer und (Anti-)Kapitalismus“ findet sich hier: http://salihalexanderwolter.de/queer-und-anti-kapitalismus/ . Die Orte sind: 2.11. Braunschweig / 3.11. Nürnberg / 8.11. Bielefeld / 12.11. Dresden / 18.11. Gießen (thematisch naher Vortrag) / 14.11. Erfurt / 19.11. Oldenburg / 20.11. Hildesheim / 21.11. Potsdam (Buchdiskussion) / 23.11. Konstanz / 26.11. Duisburg+Essen / 4.12. Frankfurt-Main / voraussichtlich 12.12. Bonn.

    Gleichzeitig ein Hinweis: Es handelt sich bei „Queer und (Anti-)Kapitalismus“ nicht um ein Buch eines der zwei Autoren, sondern um ein Gemeinschaftsprojekt von Salih Alexander Wolter und mir (Heinz-Jürgen Voß).

  2. Juju sagt:

    Danke wieder einmal für eine interessante Zusammenstellung.

    Zwei Dinge jedoch:

    Ich bin mir nicht sicher, ob Daniel Mack, der Abgeordnete, der rassistisch beleidigt wurde, sich als Schwarz verortet. Ist vielleicht auch nicht der zentrale Aspekt des Vorfalls, sondern vielmehr die rassistische Beleidigung und die Gewaltanwendung gegen den Fahrgast, die möglicherweise (seien wir ehrlich, ziemlich wahrscheinlich) auch einen rassistischen Vordergrund hat? Also vielleicht lieber weglassen?

    Der Artikel auf SPON von Keno Verseck zu anti-romaistischem Rassismus ist mir auch im Großen und Ganzen positiv aufgefallen inmitten der aktuellen Welle von Hetze. Dennoch erschließt sich mir nicht, warum – während Keno Verseck den deutschen Völkermord an Juden*/Jüdinnen* und Antisemitismus korrekterweise mit Anti-Romaismus als europäische rassistische Traditionen verknüpft – nicht den deutschen Völkermord an Sinti, Roma und anderen Gruppen erwähnt?

  3. blaugrau sagt:

    balea-Rasiergel (dm-Markt) kostet 1,39 Euro. Das für Männer enthält 200 ml, das für Frauen (zum selben Preis) nur 150 ml. Auf meine Anfrage, wie sich die Preisdifferenz von 1/3 erklärt, kam folgende Antwort:
    „Da die Damenhaut generell empfindlicher ist als die Haut von Herren, besitzen die Rasierprodukte für Frauen mehr hautpflegende Komponenten. Daher haben diese in der Regel einen etwas höheren Preis als die Produkte für Herren.“
    Das ist unfassbar. Mit Verlaub. Mein Schienbein empfindlicher als ein Gesicht?!? Ach so, ja, richtig, das zarte Bein einer liebreizenden Frau(TM) – natürlich schon.

  4. >>Kampagne “Dritte Option”<<

    Wenn ohnehin niemand wegen der Geschlechtszugehörigkeit bevorzugt/benachteiligt werden darf, anders ausgedrückt: Alle (Nicht-)Geschlechter gleiche Rechte haben sollen, warum nicht lieber sich dafür einsetzen, den Geschlechtseintrag ganz abzuschaffen – als durch eine kleine (scheinbare) Liberalisierung das Grundkonzept – Grundproblem – weiter festzuklopfen: Menschen werden in eine starre, weitgehend unveränderliche Schublade eingeteilt. Diese Schublade ist dem Staat verfügbar, und damit kann dieser jederzeit dann doch unterschiedliche Rechtsfolgen daran knüpfen.

  5. Mizzy sagt:

    Kleine Korrektur:

    „Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage eingereicht.“

    Die Anklage wurde erhoben, nicht eingereicht. Die Staatsanwaltschaft als ausführendes Organ muss nichts einreichen.