Einträge mit dem Tag ‘Schweiz’


Frauenstreik auf dem Land – Die göttliche Ordnung, ein feiner Film zum Frauenwahlrecht

3. August 2017 von Charlott
Dieser Text ist Teil 32 von 35 der Serie Die Feministische Videothek

Vroni, Nora und Theresa wollen ihre Meinungen nicht mehr verstecken

Es ist das Jahr 1971 und Nora (Marie Leuenberger) lebt mit Mann, zwei Söhnen und dem mürrischen Schwiegervater in einem kleinen Dorf in der Schweiz. Sie kann sich freuen, wenn der Schwiegervater, die Beine hebt, wenn sie staubsaugt. Regelmäßig fährt sie mit dem Fahrrad zum Hof des Schwagers, wo sie mit dessen Frau, Theresa (Rachel Braunschweig), Wäschen zusammenlegt. Theresas Tochter hingegen übt ein wenig den Aufstand: mit lauter Musik und dem mehr oder weniger heimlichen Treffen mit Jungs.

Richtig durcheinander gerät das Dorf- und Familienleben durch die Debatte rund ums Frauenwahlrecht, denn über dieses sollen demnächst die Schweizer Männer abstimmen. Nora, die feststellen muss, dass ihr Mann sie weniger unterstützt als was ihr lieb ist und ihr nicht erlaubt wieder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wird plötzlich zur sichtbarsten Frauenwahl-Fürsprecherin im Ort – und bald ist sie in diesem Kampf nicht mehr allein, sondern findet u.a. in der älteren Vroni (Sibylle Brunner) und der italienischen Gastwirtin Graziella (Marta Zoffoli) begeisterte Mitstreiterinnen.

Nora tritt vor die Dorfgemeinschaft.

Die göttliche Ordnung schafft einen warmen, humorvollen Blick auf eine sich politisierende und organisierende Gruppe von Frauen, die nicht nur immer genauer ihre Probleme analysieren, sondern auch im weiblichen Zusammenhalt neue Stärke und Zuversicht finden. Dabei weist der Film auch darauf hin, dass das (fehlende) Frauenwahlrecht nicht allein das Problem ist, sondern Teil eines Gesamtsystems, in dem Männer entscheiden, ob ihre Ehefrauen arbeiten dürfen, junge Frauen weggesperrt werden, wenn sie sich außerhalb enger Normen bewegen, aber auch einige Männer an den starren Geschlechtervorstellungen zerbrechen.

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Petra Volpe hat lange für den Film recherchiert, Archivmaterial gesichtet, mit Akteur_innen gesprochen. Als Ergebnis versucht der Film sich von allzu platten, einfachen Erzählungen zu trennen. Das klappt nicht immer, aber ist doch sehr erfolgreich, wenn als wortgewandte Gegnerin der Frauenwahlrechts-Befürworterinnen eben kein Mann auftritt, sondern Frau Dr. Wipf (Therese Affolter), die Vorsteherin des „Aktionskomitees gegen die Verpolitisierung der Frau“ und Chefin von Noras Mann. Volpe dazu: „Es waren oft sehr gebildete Frauen, Akademikerinnen, Dorfköniginnen, die sich ganz gut eingerichtet hatten, und die vielleicht einfach nicht wollten, dass ihre Köchin auch etwas zu sagen hat. Wenn man Interviews mit ihnen anschaut, kann man von einem fast schon lustvollen Unterwerfungsgestus sprechen. Eine Frau zu zeigen, die auf der Seite der Gegner ist, fand ich spannender, weil es eben mehr Fragen aufwirft.“

Für Die göttliche Ordnung standen nicht nur vor der Kamera viele großartige Frauen, sondern waren auch sonst bei der Filmproduktion viele Frauen (z.B. Judith Kaufmann (Bildgestaltung), Annette Focks (Musik) und Su Erdt (Szenenbild)) beteiligt – in der bis heute eben männlichen dominierten Filmbranche weiterhin hervorhebenswert und auch Volpe betont, dass sie in ihrer Funktion als Regisseurin dazu beitragen kann, dass Frauen Jobs bekommen und ihnen etwas zugetraut wird. Wie schön, wenn bei einem Film, die inhaltlich repräsentierten Politiken auch in der Produktion widerspiegeln.

Ist der Film perfekt? Nein, sicher nicht (so wird beispielsweise die Italiener_innen-feindliche Einstellung vieler gezeigt, aber teils sehr einfach aufgelöst, andere Themen bleiben nur oberflächlich benannt und das Hetero-Kleinfamilien-Glück zentrales Ziel). Doch für einen unterhaltsamen, auch aufbauenden Kinoabend mit den Freund_innen passt dieser Film sehr gut – und die wunderbaren Szenen im Streikhaus der Frauen sind nicht so schnell zu vergessen.

Die göttliche Ordnung läuft ab heute in den Kinos.


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Nach dem Frauenkampftag ist immer Frauenkampftag – kurz verlinkt

9. März 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 341 von 365 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Bei der taz erschienen gestern einige gute Texte anlässlich des Frauenkampftags: Hengameh Yaghoobifarah schreibt warum zwischen menschenfeindlichen Leuten und noch lernenden Menschen unterscheiden werden muss und über den Segen und Fluch des bestehenden Online-Gedächnis. Fatma Aydemir kommentiert Frauenwiderstand gegen Erdoğans AKP-Regierung. Christa Wichterich analysiert rechtskonservative internationale Allianzen und Netzwerke, die (u.a.) bei der UNO mobil machen.

neues deutschland gibt eine knappe Übersicht über einige der Proteste, die gestern weltweit stattgefunden haben.

Grenzenlos feministisch. International Women’s Struggle Demo 2017, Berlin.

Feminismus im Pott war auf der Kölner Tagung #bodytalk, auf der auch Magda zu Gast war und berichtet über alle Inputs. Nun sind auch die Videos der Inputs online. Reinschauen lohnt sich!

Ein Buchprojekt über Schwarze Frauen in Biel sollte die Sichtbarkeit Schwarzer Frauen in der Schweiz stärken und ihre Perspektiven und Geschichten sammeln, doch es fand sich keine Finanzierung. In der WOZ eine «Miniausgabe» des Buchs publiziert.

Die nächste Antragsgelder für Förderungen durch Magnus Hirschfeld Stiftung ist der 15. April! Besonders werden auch lesbische Geschichts-, Bildungs- und Forschungsprojekte zur Bewerbung aufgefordert (FB-Link). Die möglichen Fördersummen reichen von mehreren Hundert bis zu 25.000 Euro.

Eiken Bruhn zeigt in der taz in vielen Regionen Deutschlands bieten Kliniken keine Schwangerschaftsabbrüche an. Dass ungewollt schwangere Personen bis zu 150 Kilometer Wege auf sich nehmen müssen, ist keine einfache Ausnahme. In den meisten Regionen ist zu dem die Wahlfreiheit stark eingeschränkt und es wird nur ein chirurgischer Abbruch unter Vollnarkose angeboten. (Hinweis: Wichtig wäre, wenn in Texte zu Abtreibung auch deutlich würde, dass nicht alle Schwangere Frauen sind – auch dieses Nicht-Erkennen ist sicher ein weiter Faktor, der Menschen den Zugang erschwert.)

Women United Against Deportation. International Women’s Struggle Demo 2017, Berlin.

In Popkultur wird Vielfalt stärker sichtbar. Doch wie viel bringt sie, wenn Alltagsmenschen ignorant bleiben?, fragt Tove Tovesson beim Missy Magazine.

Kreativer Beitrag zur medialen Debatte um sexistische Werbung: Die Gruppe f.i.e.s (feministische initiative emanzipatorischer streetartkünstler*innen) hat vor ein paar Tagen einige Plakate in Berlin verändert.

Die Mutter eines inhaftierten Sportjournalisten hofft auf internationale Unterstützung auch für unbekannte Kollegen, schreibt Ali Çelikkan bei der taz.gazete.

Vina Yun interviewt im Missy Magazine Sylvia Köchel, die in ihrem Buch „Das Bedürfnis nach gerechter Sühne“. Wege von »Berufsverbrecherinnen« in das Konzentrationslager Ravensbrück den Geschichten von sogenannten Berufsverbrecherinnen und deren Verfolgung unter dem NS-Regime nachgeht.

Außerdem sei euch ans Herz gelegt: Der Podcast „Ausbildung inklusive“ von Hannah C. Rosenblatt. In kurzen (2-5-minütige) Episoden erzählt Hannah das Lernen und Leben mit Behinderung. So geht es beispielsweise um „das Nichts zwischen Hartz 4 und Bafög“, „Mit dem Assistenzhund zur Schule gehen“ und „die Potenzierung des Stressfaktor „Asperger-Syndrom“ um den Faktor „Traumafolgen““.

Der Artikel ist vom letzten Jahr, aber das Thema brandaktuell: Wie heterosexuelle Paare sich über die ungleich verteilte Hausarbeit belügen, in der ak – analyse und kritik.

englischsprachige Links

Ein paar Euros übrig? Deine Unterstützung trägt dazu bei 27 kreative Köpfe aus aller Welt zur Queers and Comics Konferenz nach San Francisco (USA) zu bringen. Deine Taler werden auch mit ein paar schicken Goodies belohnt: Zines, Comics oder Buttons.

Auf i-D sagen Feminist_innen aus unterschiedlichen Ländern (aber sehr Europa-zentriert), was sich ihrer Meinung nach ändern muss. Mit Blick auf Deutschland schreiben da Hengameh Yaghoobifarah, Dominique Booker und Olive Duran.

Ein englischsprachiges Essay über die Rezeption und Instrumentalisierung von Audre Lorde und ihren Aussagen: „Appropriating Lorde: On the Need to Locate The Oppressor Within Us.

I am queer. What is your superpower? International Women’s Struggle Demo 2017, Berlin.

In Bochum wird im November eine internationale Konferenz zu „Doing Science – Doing Excellence – Doing Inequalities? Interrogating the Paradigm of Excellence in Academia“ stattfinden. Abstracts können bis zum 31. März eingereicht werden.

Neuer Flavia Dzodan Text: „Alt-Feminism and the white nationalist women who love it„!

Termine

Noch Veranstaltungen finden sich in unserer Frauenkampftags-Veranstaltungsliste.

Berlin, 10 bis 13. März 2017: Theaterstück im Ballhaus Naunynstraße „Scheppernde Antworten auf dröhnende Fragen“ von Nora Abdel-Maksoud, Theresa Henning und Salome Dastmalchi (Publikumsgespräch am 11. März).

Berlin, 25. März: Workshop „reclaim movement für dicke_fette* queere körper“ (eine Anmeldung ist notwendig).

Sexismus fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu. International Women’s Struggle Demo 2017, Berlin.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Heldinnen des L(i)ebens – Lesbische Schweizerinnen über siebzig erzählen…

14. September 2015 von Julia
Dieser Text ist Teil 109 von 131 der Serie Die Feministische Bibliothek

Rezension zu Corinne Rufli: Seit deser Nacht war ich wie verzaubert. Frauenliebende Frauen über siebzig erzählen.

Wie es sich vor der Frauen- und Lesbenbewegung als frauenliebende Frau lebte, mit welchen Selbstbildern, gegen welche Widerstände, mit welchem Alltag und wie es sich anfühlte, darüber ist herzlich wenig bekannt. Corinne Rufli hat nun ein wunderbares Buch veröffentlicht, das elf frauenliebende Frauen – nicht alle verwenden für sich die Bezeichnung lesbisch –, die heute allesamt über siebzig sind, zu Wort kommen lässt. Sie leben in der Schweiz, sind mehrheitlich auch dort aufgewachsen (teils auch in Süddeutschland), erlebten ihre Jugend in den 1950er Jahren.

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Es gibt unglaublich viel zu lernen – und Lesbischsein bzw. Frauen lieben ist ‚nur‘ ein Aspekt, um den sich das Erzählte dreht. Die Züricherin Liva Tresch, heute zweiundachtzig, berichtet davon, wie es war, in den 1950er Jahren in der Schweiz aufzuwachsen – als uneheliches Kind, bei Pflegefamilien, auf einem Bäuer_innenhof, mit diversen Jobs, äußerst prekär, und sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Greifbar wird eine massive Herabwürdigung von Mädchen und Frauen, eine alltäglich erlebte patriarchale Gewalt und Freiheitsbeschränkung; dies gilt erst recht für jene, die ‚aus der Landwirtschaft‘ stammten und zusätzlich mit klassenbezogener Herabsetzung und ökonomischer Ausbeutung konfrontiert waren.

Was ebenso nachfühlbar wird, ist die fast schon als vollkommen zu bezeichnende Unsichtbarkeit lesbischen Lebens und eine massive Stigmatisierung, die nicht ohne Folgen blieb für das eigene Selbstwertgefühl. Wie es sich dennoch und im Verlauf der Jahrzehnte zunehmend besser – in den neu entstehenden Szenebars und politischen Gruppen – lesbisch leben ließ, auch das zeigen die Erinnerungen Treschs. Sie lebte Liebesbeziehungen mit Frauen und erschloss sich die entstehende Züricher Homosexuellen- und Frauenszene. Sie nahm die Arbeit in einem Fotogeschäft auf – ein erster Schritt auf dem Wege zu ihrem Erfolg als Szenefotografin, als die sie Berühmtheit erlangte. Die Stärke der Erzählerin, die ihr Leben in die eigenen Hände nahm, immer wieder neu, beeindruckt und macht Mut.

Grundlage für die elf von Corinne Rufli aufgezeichneten Geschichten lieferten Oral-History-Interviews. Die von der Autorin verfassten Texte wurden mit den interviewten Frauen nachbearbeitet; dies lässt auf eine wertschätzende Arbeitsweise schließen, die das ganze Buch atmet. Die so entstandenen autobiografischen Aufzeichnungen sind spannend, zutiefst berührend, sie sind erschreckend, ermutigend, sie machen lachen und weinen. Die Interviewten arbeiteten als Verkäuferinnen, Politikerinnen, als Haushaltshilfen und „Laufmädchen“, Künstlerinnen oder Lehrerinnen, sie kommen aus Arbeiter_innenfamilien, von Bäuer_innenhöfen oder aus dem Bildungsbürgertum. Ebenso vielfältig ist der Bezug der Seniorinnen zur Lesbenbewegung, zur Homosexuellenbewegung und zur Frauenbewegung, den es gibt oder eben nicht. Und hinsichtlich ihrer Identitätsentwürfe und Lebenskonzepte: ob sie sich als Lesbe bezeichnen, ob sie einen Mann heirateten, ob sie lesbische Sexualität und Partnerschaften leb(t)en.

Die Interviewten und die Autorin liefern mit diesem spannenden Buch einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Schweiz (und Süddeutschlands) und zur Lesben- und Frauengeschichte: Sie berichten vom Leben, Lieben und Arbeiten als Frau und als Lesbe seit den 1950er Jahren, von Klassenunterschieden, von Diskriminierung und Gewalt, von Widerstand und Veränderung. Informativ und berührend, voller schmerzhafter wie auch schöner Erinnerungen erzählen sie davon, ob und wie das gehen kann: in einer Welt, die bestenfalls ignorant, schlimmstenfalls gewaltvoll agiert, als Lesbe und als Frau selbstbestimmt und in Würde leben zu können.


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Gemeinsames Sorgerecht, ‚Passing‘ und Vorsätze für 2015 – kurz verlinkt

8. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 267 von 365 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Das Portal Filmlöwin ist gelauncht: „Mit einer ausschließlich feministischen Perspektive will FILMLÖWIN Filmen von und über Frauen nicht nur zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen, sondern auch einen entscheidenden Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern in der Filmproduktion leisten und für die Themen Sexismus und Diskriminierung von Frauen im Spielfilm sensibilisieren.“

Gemeinsames Sorgerecht per default? Klingt erst mal gut und nach geteilter Verantwortung. Was das praktisch jedoch bedeuten kann, beschreibt Sarah Jäggi in der ZEIT anhand eines Beispiels aus der Schweiz.

Die antifaschistische Zeitung LOTTA hat einen Sonderdruck zum Schwerpunktthema Antifeminismus heraus gegeben.

In Stuttgart findet ein Gynäkologe, der ambulante Schwangerschaftsabbrüche vornimmt, keine neuen Klinikräume. Fundamentale ChristInnen schüchtern potentielle Vermieter_innen ein, berichtet die taz.

Vanja wurde in der taz zur Kampagne für eine dritte Option interviewt: „Ich bin weder Mann noch Frau“.

englischsprachige Beiträge

„Don’t change, just because your body does.“ ist das Motto von butchbaby. Nach eigenen Angaben: „The first androgynous alternity pregnancy wear for queer individuals.

[Inhaltshinweis: Cissexismus, Suizid] Zu Leelah Alcorn, einer siebzehnjährigen Trans*frau, die sich Ende Dezember das Leben nahm, und den Reaktionen auf ihren Tod, schrieb A Cunt Of One’s Own.

I AM (HEAR) ist ein Videoprojekt von Olympia Perez für Black Girl Dangerous im Rahmen des „MagniFLY! A Video Visibility Project For Trans Women of Color“:

Vor dem Büro der Schwarzen Bürger_innenrechtsorganisation NAACP in Colorado Springs explodierte am Dienstag eine Bombe.

Zum gestrigen Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris schreibt Richard Seymor bei Jacobin.

Auf ravishley schreibt Jetta Rae über das Konzept von „passing“ in einem bestimmten Geschlecht („We want to live our truth, but that requires “living,” which may necessitate mimicry. Some women get their hair cut like Tina Fey to look attractive—others to avoid harassment when outside of their homes.“), über Frauenbilder, die eh nur für wenige erfüllbar sind, und warum sie nicht mehr (ständig) trotzdem versucht diese zu erreichen.

Vor 80 Jahren veröffentlichte National Geographic einen Artikel mit dem Titel „Manless Alpine Climbing: The First Woman to Scale the Grépon, the Matterhorn and Other Famous Peaks Without Masculine Support“ – das Bitch Magazine nimmt u.a. das Jubiläum zum Anlass, um in die Geschichte von Bergsteigerinnen und Klettererinnen zurück zu schauen.

Ein Schwarzer James Bond? Zeter! Mordio! Kulturverfall! Zu den rassistischen Reaktionen auf den Vorschlag, Idris Elba als den neuen 007 zu besetzen, berichtete Shakesville.

Und zu guter Letzt: Bei der Washington Post erzählen feministische Aktivist_innen, was sie in 2015 zu erreichen hoffen.

Termine Berlin und Halle

15.01. 2015 in Halle: Mädchenmannschafts-Autorin Sabine Mohamed spricht zu  „Schwarzer Feminismus in Deutschland – Black Feminism is not white feminism in Black face„.

30. und 31.1. 2015 Berlin: Fachtagung „Audre Lorde’s Germany„.


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Lesben und Schwule in Ostberlin, Rassismus zu Halloween, Klage gegen Karl Lagerfeld – kurz verlinkt

30. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft

Beiträge auf Deutsch

Jeder sechste Mensch in Deutschland ist armutsgefährdet. Besonders betroffen sind Frauen und Alleinerziehende.

Filiz Demirova, eine Romni, berichtet bei radioeins über ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus.

Auch ein Leben mit einer schweren Erkrankung kann glücklich, lebenswert sein. Ein besonderes Beispiel hierfür ist Hannelore Setter gewesen, die am 10. Oktober im Alter von 79 Jahren in ihrem Krankenhausbett gestorben ist. 60 Jahre hatte sie dort verbracht.

Wie viel zählt das Leben eines geflüchteten Kindes in einem Asylbewerber*innenheim in Deutschland? Für viele anscheinend erschütternd wenig, wie Familie Petrovic auf bittere weise feststellen musste. Ihr Sohn Leonardo wäre vor zwei Jahren aufgrund der unterlassenen Hilfeleistung mehrerer Personen beinahe gestorben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage eingereicht.

In der Schweiz wird gerade ein diskriminierender Rückschritt diskutiert: ein explizites Ehe-Verbot für homosexuelle Paare.

Ein Mann zeigt Angestellten der Deutschen Bahn gegenüber Zivilcourage – und wird dafür von ihnen rassistisch beleidigt, weil er Schwarz ist. Später stellt sich heraus: Der Mann ist der Landtagsabgeordnete Daniel Mack. Und plötzlich tut der DB alles furchtbar leid.

„Out in Eastberlin“ – ein neuer Kinofilm berichtet über das Leben homosexueller Personen in der DDR. Hier findet ihr den Trailer.

Ein blondes Kind lebt bei einer Roma-Familie – und sofort schreiben große europäische Medien von Kindesraub. Keno Verseck berichtet auf SPON von der Geschichte dieses antiromaistischen Ressentiments (siehe auch die englischsprachigen Links weiter unten).

Karl Lagerfeld äußerte sich mal wieder diskriminierend über dicke Menschen und insbesondere dicke Models und hat dafür nun – yeah! – eine Klage am Hals.

Hier könnt ihr für die Kampagne „Dritte Option“ spenden.

Beiträge auf Englisch

Eine vermeintliche Kindesentführung durch ein Roma-Paar fand medial große Beachtung und Anteilnahme – anders als die  Fälle, in denen Kinder aus rassistischen Gründen gewaltsam von ihren Familien getrennt werden. Discipline and Anarchy schreibt über den rassistischen Bias in Entführungsdiskursen (siehe auch die deutschsprachigen Links weiter oben).

Sexualisierte Ausbeutung und Gewalt stellten einen Grundpfeiler des Systems der Sklaverei in den Staaten der heutigen USA (und sicher genauso anderswo) dar. Akiba Solomon bespricht für Colorlines, in wiefern der Film „12 Years A Slave“  einen wichtigen, oftmals vernachlässigten Teil der Geschichte der  rape culture offen legt.

Wäre es nicht so ernst im echten Leben, könnte man inzwischen von einem regelrechten Krimi sprechen:  Ein Gericht hat das geradezu gewaltsam durchgesetze Anti-Abtreibungsrechte-Gesetz in Texas für verfassungswidrig erklärt.

Vitamin W berichtet über das Fotoprojekt „Alone Time“ von JJ Levine: Indem gezeigt wird, dass ein und derselbe Körper jegliches Geschlecht überzeugend verkörpern kann,  sollen herrschende Normvorstellungen über die zweigeschlechtliche Rollenverteilung in Frage gestellt werden.

Halloween steht vor der Tür und damit leider auch immer wieder Leute in Blackface oder Redface – wer nach wie vor nicht mitbekommen hat, das sowas rassistische Kackscheiße ist, geht ziemlich ignorant durchs Leben, hält Awesomely Luvvy fest. Inklusive praktischer Entscheidungsgrafik!

Queer-Gerechtigkeit bedeutet mehr als schwule weiße Männer, die mit ihren Beziehungen an die Öffentlichkeit gehen, erklärt Audrey bei Autostraddle.

Termine in Berlin, Mülheim an der Ruhr, Bochum und Bielefeld (mehr …)


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40 Jahre Frauenwahlrecht in der Schweiz!

7. Februar 2011 von Magda

Am 7. Februar 1971 – heute vor 40 Jahren – sprach sich rund 66% der stimmberechtigten Männer in der Schweiz für das Frauenwahlrecht auf Bundesebene aus. Die Schweiz war damit das vorletzte Land in Europa, welches Frauen die politische Mitbestimmung gewährte (in Liechtenstein wurde das Frauenwahlrecht erst 1984 eingeführt). Am 16. März 1971 wurde das Stimmrecht für die Schweizerinnen wirksam.

DieStandard.at berichtet:

In den Kantonen waren die Frauen zum Teil schon früher stimm- und wahlberechtigt – so etwa in der Waadt und in Neuenburg (1959) oder in Genf (1960) und Basel-Stadt (1966). Die meisten Kantone führten das Frauenstimmrecht erst nach 1971 ein. Der Kanton Appenzell Innerrhoden musste 1990 vom Bundesgericht dazu gezwungen werden.

Die Sueddeutsche erklärt, warum die Schweiz so lange brauchte, um das Frauenwahlrecht auf Bundesebene einzuführen:

Dass ausgerechnet eine der ersten Demokratien so lange gebraucht hat, um ihren Bürgerinnen das Wahlrecht zu gewähren, liegt am politischen System der Schweiz: Fragen, die die Bundesverfassung betreffen, müssen vom Volk entschieden werden – in Fall des Frauenwahlrechts also von Männern. Obwohl laut Artikel 1 der Schweizer Bundesverfassung schon seit 1848 alle Schweizer vor dem Gesetz gleich sind, war das Wahlrecht in vielen Kantonen an Artikel 18 – „Jeder Schweizer ist wehrpflichtig“ – geknüpft.

In einem Beitrag der oe1.ORF berichtet Carola Schneider, dass der politischen Gleichberechtigung der Frauen ein jahrzehntelanger Kampf vorausgegangen war. So zogen Frauenorganisationen in Protestmärschen in die Bundeshauptstadt Bern und demonstrierten für politische Gleichberechtigung. Der Widerstand der Schweizer Wähler war dennoch groß:

Zuletzt lehnten 1959 zwei Drittel der stimmberechtigten Männer an der Urne das Frauenstimmrecht ab. So meinte ein Mann in einer Umfrage des Schweizer Fernsehens, dass Frauen ihren Platz im Haushalt und in der Armenpflege hätten, nicht aber in der Politik. Auch seine Ehefrau betonte, eine Frau gehöre in die Küche und in den Haushalt.

Eine Bildstrecke zum Thema: 40 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz (nzz.ch).


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Polanski-Entschuldigungen und kein Ende

15. Juli 2010 von Helga

Fast schon ein wenig heimlich, mitten im weltweiten WM-Trubel, hat die Schweiz den Hausarrest für Roman Polanski aufgehoben. So berichtete die Tagesschau:

Zur Begründung teilte das Justizministerium mit, man habe nicht abschließend klären können, ob Polanski eine ihm 1977 auferlegte Strafe nicht bereits verbüßt habe.

Dass er der 13-Jährigen damals Alkohol und Drogen gab und sie anschließend vergewaltigte, dies zugab und schuldig gesprochen wurde, hat sich anscheinend rumgesprochen. Trotzdem wurde von Stars, Sternchen und Kommentator_innen unzählige Male sein Promibonus bemüht und das so offen wie sonst selten. Ungeachtet auch der Tatsache, dass Strafverfolgung heute nicht mehr auf dem Racheprinzip basiert, kann es darüberhinaus die Tagesschau nicht lassen, wiederholt zu bemerken:

Opfer forderte mehrfach Einstellung des Verfahrens […] Die Frau äußerte inzwischen mehrmals den Wunsch, das Verfahren solle eingestellt werden.

In einem Kommentar bei der taz setzt sich Kirsten Reinhardt mit diesem und den weiteren Euphemismen auseinander, die im Zusammenhang mit Roman Polanski gern verwendet werden:

[…] bleiben wir bei der Formulierung des „Sichvergehens“. Haben Sie dabei nicht auch einen kleinen Jungen im Kopf, der mit dem Finger in der Marmelade in der Speisekammer steht? Klingt das nicht wie ein Kavaliersdelikt? Ein kleines „Vergehen“ eben?

[Achtung: Die Kommentare enthalten teilweise explizite Beschreibungen.]


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Gruselige Werbung? Mazda macht mit!

18. Mai 2010 von Helga

Nicht nur in Deutschland gibt es gerade richtig schlechte Werbung, auch die Schweiz bleibt nicht verschont. Leser_in Kim schickte uns folgendes Werbejuwel:

Rechts ein schwarzer Mazda im Bild, darüber die Schrift: So Macht Leasing Freude - rechts im Bild zwei Asiatinnen, auf deren Shirts Li bzw. Sing steht und die ein Schild halten: 1,99 %

Rrrrrrrrr, zwei asiatisch aussehende Frauen, jung, schlank, hübsch, eine mit seltsam suggestiv geöffneten Lippen (vielleicht hat sie einen Schnupfen und kann anders nicht atmen?), die dazu mit nur 1,99 %-Finanzierung auch noch äußerst „billig” sind und Freude machen. Dann noch diese äußerst kreativen Namen „Li” und „Sing” – japanische sind es allerdings nicht. Dass es um Autos geht, kann man bei soviel Sexismus und Rassismus fast vergessen.

In der Schweiz gibt es für Werbebeschwerden übrigens die Lauerkeitskommission.


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Homosexualität, Sport, Laura Bush, US-Supreme Court, mehr zum Kopftuch und spätes Mutterglück

13. Mai 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 97 von 365 der Serie Kurz notiert

Hier bekommt ihr Informationen über eine Diskussionsveranstaltung (PDF) der Friedrich-Ebert Stiftung über den Umgang mit Homosexualität im Sport, die am 19. Mai in Berlin stattfinden soll.

Für Faz.net berichtet Eva Simeoni über den Kompromiss im Hijab-Streit zwischen FIFA und dem Olympischen Komitee des Iran: „Der Schleier reißt auf“. Eine Kurzversion der Lösung findet sich bei dieStandard.at unter dem Titel „Kappe statt Kopftuch“.

Die 50jährige Elena Kagan soll nach dem Willen von Präsident Barack Obama die neue US-Supreme Court Richterin werden.

Die Stadt Freiburg (Schweiz) kürzt Musliminnen wegen ihrer Kopfbedeckung die Sozialleistungen.

Eine Bulgarin ist im Alter von 62 Jahren zum ersten Mal Mutter geworden.

Laura Bush, Ehefrau des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, ist neuerdings für die Homosexuellen-Ehe und Abtreibungsrechte. Hört, hört.


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Neues zum Minarettverbot

25. Januar 2010 von Helga

Bei dem Tagesanzeiger erschien gerade eine Auswertung der Abstimmung zum Minarettverbot in der Schweiz.

Im Gegensatz zu den nach der Abstimmung geäusserten Vermutungen kam das Minarettverbot aber bei den linken Frauen sehr schlecht an. Es stimmten nur 16 Prozent dafür. Bei den linken Männern waren es mit 21 Prozent etwas mehr. Eine stärkere Sympathie der Frauen für das Minarettverbot gab es hingegen im Lager der Rechten. Und zwar legten 87 Prozent der Frauen und nur 71 Prozent der Männer ein Ja in die Urne.

Insgesamt war das Abstimmungsverhalten wenig überraschend. Die überwiegende Mehrheit der Linken stimmte dagegen, die meisten Rechten dafür. Den Ausschlag gab vielmehr die politische Mitte, die damit von ihrem bisherigen Wahlverhalten abkehrte.


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