Lohnungerechtigkeit bekämpfen: Equal Pay Day 2011

In einer Woche ist der Equal Pay Day 2011 – der Tag, der für die Lohn­un­gleich­heiten von Männern und Frauen in Deutschland steht. Um für das Jahr 2010 die derzeitige Lohndifferenz von immer noch rund 23 Prozent auszugleichen, müssten Frauen bis zum 25. März 2011 arbeiten. Damit ist Deutschland eines der Schlusslichter in der Europäischen Union.

Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, veranstalten die Business and Professional Women (BPW), die Arbeitnehmerkammer und die Landes­gleich­stellungs­stelle in Bremen einen Aktionstag. Mehr Informationen gibt es unter Equal Pay Day und auf der Seite der „Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau“.

33 Kommentare zu „Lohnungerechtigkeit bekämpfen: Equal Pay Day 2011

  1. Was ich bei der Sache mit der -angeblichen- Lohnungleichheit nicht begreifen kann:

    Wenn dem tatsächlich so wäre, warum ist dann ein Arbeitgeber so blöd, und stellt Männer überhaupt noch ein? Wenn er mit 23% Ersparnis doch eine Frau für die selbe Aufgabe nehmen könnte?

    Kann mir das jemand erklären?

    Das soll keine Provokation sein, ich frage mich ernsthaft, ich kanns nicht begreifen. Da stimmt doch etwas nicht mit diesen 23%. Sind das vieleicht statistisch unbereinigte Vergleiche zwischen Mann/Frau im Erwerbsleben?

    Lg
    Claudio

  2. Lieber Claudio: siehe alle Diskussion unter sämtlichen Artikeln der Mädchenmannschaft zum Thema.
    *gähn*

  3. @Keks: Leider beachtet der Artikel selbst die Erkenntnisse, die aus diesen zusätzlichen Informationen gezogen werden könnten, überhaupt nicht, weil er den Fehler, nach dem Claudio fragt, ja tatsächlich macht und nicht zwischen strukturell bedingten (Männer und Frauen üben im Schnitt unterschiedliche Tätigkeiten aus, unterschiedliche Verteilung von Elternzeiten, etc.) Unterschieden und direkten Unterschieden (Frauen und Männer werden für die gleiche Tätigkeit unterschiedlich bezahlt) differenziert.

  4. @Timo Reitz: Das muss Magda ja nun auch nicht jedes einzelne Mal tun, wenn sie darüber schreibt. Wenn es jemanden interessiert, es gibt genügend Artikel hier bei der Mädchenmannschaft, in denen das Thema von allen Seien beleuchtet wird. *Hier* macht Magda auf eine Aktion aufmerksam und darauf, dass der Equal Pay Day nächste Woche ist. *Hier* gibt Magda *keine* Übersicht über die grundlegenden Fakten zum Thema. Das hat sie (oder jemand anders) oft genug anderswo getan.

  5. Es wird hier auf der Mädchenmannschaft (voraussichtlich) bald ein Dossier und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch aktuelle Artikel zum Thema geben – mit detaillierten Informationen, die näher auf die (unbereinigten) 23% eingeht.

    Wie Keks sagt: Wer sich vorab schon in das Thema einleisen möchte, der_die kann gerne schon einmal unter den Stichworten Gender Pay Gap, Lohndifferenz und Equal Pay Day suchen.

    Update: Gerade ist das neue Dossier zum Thema „Equal Pay Day“ online gegangen (>> rechts).

  6. Wenn im Artikel nur der Hinweis auf den Equal Pay Day wäre, wäre das auch in Ordnung. Da steht aber noch folgender Satz:

    „Um für das Jahr 2010 die derzeitige Lohndifferenz von immer noch rund 23 Prozent auszugleichen, müssten Frauen bis zum 25. März 2011 arbeiten.“

    Welchen anderen Eindruck soll denn dieser Satz vermitteln, als den, dass Frauen für die _gleiche_ Arbeit 23% weniger Geld kriegen?

  7. @ Timo Reitz

    Welchen anderen Eindruck soll denn dieser Satz vermitteln, als den, dass Frauen für die _gleiche_ Arbeit 23% weniger Geld kriegen?

    Deine Interepretation.

    Oben steht lediglich, dass es eine Lohndifferenz gibt. Dass diese sich aus unterschiedlichen Faktoren zusammensetzt, ist heute bekannt. Wichtig ist dabei: auch wenn sich die 23% nicht nur dadurch konstituieren, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld bekommen, verweist die Zahl auf eine geschlechtliche Arbeits(zeit)teilung, die auf strukturelle Ungleichheiten, Geschlechtersterotype, Diskriminierung und Ungleichverteilung in den bezahlten und unbezahlten Arbeitswelten (Reproduktionsarbeit!), etc. zurückzuführen ist.

  8. @Magda

    Meine Interpretation ist, dass der Satz genau den Eindruck vermitteln soll, wie ich es beschrieben habe, ja. Wenn dessen Interpretation auch die strukturellen Unterschiede berücksichtigen sollte, würden Äpfel mit Birnen verglichen, z.B. Vollzeit- und Teilzeitstellen. Dann ist der Satz recht sinnlos, denn natürlich werden Teilzeitstellen nicht so gut bezahlt wie Vollzeitstellen. Da zu behaupten, die Leute mit Teilzeitstellen müssten soviel länger arbeiten, um auf das gleiche Geld zu kommen, ist zwar faktisch richtig, zeugt aber nunmal überhaupt nicht von Diskriminierung.

  9. Die 23 Prozent des Equal Pay Day beziehen sich auf den durchschnittlichen STUNDENLOHN von Männern und Frauen. D.h., hier fließen Daten aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigtten ein, egal, ob sie Vollzeit, im Minijob, in Teilzeit oder in welchem Beruf sie arbeiten. Dass aber vor allem Frauen in den schlechter bezahlten Pflegeberufen arbeiten und häufiger in Teilzeit, dabei seltener in höher dotierten Führungspositionen sind, ist auch eine der Ungerechtigkeiten, auf die dieser Tag hinweist.

    Wenn man gleiche Berufe und Tätigkeiten vergleicht, bleibt immer noch ein Gehaltsunterschied von ungefähr 8 Prozent, der sich durch nichts anderes erklären lässt als durch die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern.

    brigitte.de widmet dem Thema ein Dossier. Dort findet man auch das Gehalt von Männern und Frauen bezogen auf unterschiedliche Berufe: http://www.brigitte.de/job-geld/geld/durchschnittsgehalt-1054166/

    Und hier ist noch ein Link zu einer Studie, die Absolventinnen und Absolventen von MINT-Studienfächern nach dem Eintritt ins Berufsleben miteinander vergleicht: http://www.frauenrat.de/deutsch/infopool/informationen/informationdetail/back/11/article/-2c327b8139.html

  10. Offenbar gibt es auf diese einfache Frage keine einfache Antwort und nein, ich werde mich @keks nicht durch sämtliche Artikel lesen *gähn*. Wenn ich eine Überzeugung vertrete, kann ich diese auch in einfachen Worten widergeben, aber bei den 23% scheint das ein Problem zu sein.

    Soviel ich mitbekomme, handelt es sich tatsächlich um unbereinigte Statistiken, und für mich heisst das schlicht, es werden Äpfel mit Birnen verglichen. Und die Birne dadurch diskriminiert, weil sie nicht wie ein Apfel schmeckt.

    Mir erscheint dieser „23%“ Unterschied schlicht zu konstruiert.

    Und ich muss wohl oder übel schliessen, dass Frauen eben doch nicht alle Arbeiten tun können, die Männer erledigen. Denn wie gesagt – weshalb sollte sonst überhaupt noch jemand Männer einstellen, wäre doch unternehmerischer Dummfug. Zudem ist es unter diesen Vorraussetzungen doch schlicht unanehmbar, den Verdienst von Frauen jenem von Männern entgegenzustellen, da die Tätigkeiten schlicht nicht die gleichen sind. Apfel und Birne halt.

    Lg

  11. @ Claudio

    Und ich muss wohl oder übel schliessen, dass Frauen eben doch nicht alle Arbeiten tun können, die Männer erledigen.

    Andersrum gedacht: Dann können Frauen nicht die Arbeiten erledigen, die Männer als Vorstandvorsitzende von DAX-Unternehmen erledigen, oder wie?!

  12. „Wenn ich eine Überzeugung vertrete, kann ich diese auch in einfachen Worten widergeben, “

    Du bist ganz toll.

  13. Hier scheinen wirklich Männer zu glauben, dass die Leute die sich damit seit Jahren explizite befassen nichts Besseres zu tun haben, als mit angeblichen Märchen ihre Zeit zu verbringen. *humpf*

  14. @ Lucia
    Man hat sich auch lange damit beschäftigt, dass die Erde ein Scheibe ist. Auch in Irrtümer kann man sich reinsteigern.

    @E.
    Ich weiss, danke.

  15. @ Verena
    Natürlich könnten auch 50% Frauen im DAX Vorstand sein, da seh ich kein Problem. Aber da es nunmal hier und jetzt nicht so ist, da nicht jede Branche sagen wir 50/50 aufgeteilt ist, fehlt doch die Grundlage, um Männer/Frauenlöhne ernsthaft miteinander vergleichen zu können. Dass ein Vorstand mehr Verdient als eine Kassiererin ist doch klar, und das hat auch nichts mit Diskriminierung zu tun.

  16. @Lucia
    Himmel, ich sag ja ich verstünde es nicht. Ich fragte um eine Erklärung. Und hab sie nicht gekriegt.
    Aber ich will dann auch nicht weiter stören.
    Tschüss

  17. @Nina

    Stimmt, mein Fehler mit der Teilzeit. Ändert aber nichts daran, dass Äpfel und Birnen verglichen werden – die 8% wären im Satz besser aufgehoben. So wie jetzt ist es viel zu angreifbar (zu Recht).

  18. > Wenn dem tatsächlich so wäre, warum ist dann ein Arbeitgeber so blöd, und stellt Männer überhaupt noch ein? Wenn er mit 23% Ersparnis doch eine Frau für die selbe Aufgabe nehmen könnte?

    Das ist bedauerlicherweise unglaublich einfach zu beantworten: Weil die, die Einstellen, den eigenen Vorurteilen glauben.

  19. Was das Problem für Claudio ist (und was ich auch regelmäßig an dieser Statistik bemängel) ist: Die Leute kriegen eine Zahl (23%, 8%) vor den Kopf geknallt, aber es wird nicht aufgeschlüsselt. Eine Darstellung über Berufsgruppen, gewerkschaftstariflich Beschäftigte, Selbstständige, etc. fehlt immer. Haben wir da erstmal die signifikanten Bereiche wo du Unterschiede zustande kommen, dann wird es leichter. Mit diesem „alle Frauen hier“ / „alle Männer da“ ist keinem geholfen. Sowis lernen im zweiten Semester das derart umfangreiche Statistiken einsehbar sein müssen, da sie sonst fehleranfällig sind.

    (ABSLUT ERFUNDENES) Beispiel:
    MannA: Netto 700
    MannB: Netto 100
    FrauA: Netto 100
    FrauB: Netto 100

    Ergebnis: Männer verdienen 4 mal mehr.

    Also: Genau Datensätze (in vernünftigen Kummulierungen) oder das wird nix.

  20. Mich würde mal interessieren wie es damals im Osten war. Ja ich weiss, Sozialismus und so, aber trotzdem gab es ja auch dort Geld. Und viele Frauen haben „Männerarbeit“ gemacht. Meine Mutter war Baukranführerin. Kenne die DDR aber nur noch vom Hörensagen.

    Ich persönlich bin auch skeptisch, obwohl ich zugeben muss das ich das auch mal erlebt habe:

    Kollegin und ich, beide fertig mit der Ausbildung. Wir bleiben beide in der gleichen Firma. Sie bekommt 1200 € Netto Anfangsgehalt, ich habe 1500 € bekommen. Gut beschwert habe ich mich natürlich nicht, das ist klar.

    Hatte aber auch Gründe die gerechtfertigt waren. Ich habe mich nunmal mehr für die Firma eingebracht, Überstunden usw. Pauschal von Diskrimminierung zu sprechen halte ich für falsch.

  21. Claudio: „Wenn dem tatsächlich so wäre, warum ist dann ein Arbeitgeber so blöd, und stellt Männer überhaupt noch ein? Wenn er mit 23% Ersparnis doch eine Frau für die selbe Aufgabe nehmen könnte?
    Kann mir das jemand erklären?“

    Lieber Claudio, das kann ich dir genau erklären. Ich arbeite nämlich im Maschinenbau und in meiner Firma sind 83 Prozent der Mitarbeiter männlich. Und die wollen schlicht unter sich bleiben. Frauen ja, aber als Sekretärinnen. Mit denen kann man dann mal ein bisschen von oben nach unten flirten. Und Berufseinsteigerinnen sind auch okay, solange man denen noch erklären kann, wo es langgeht. Schwierig wird es immer dann, wenn eine Frau erfahren ist und ein dementsprechendes Gehalt einfordert. Dann wird in 99 Prozent aller Fälle der Mann genommen. Die Arbeitgeber stellen nämlich die MItarbeiter ein, die ein Abteilungschef haben will. Und wenn der keine Frauen will, dann spielt Geld plötzlich keine Rolle mehr.

  22. @John: in der DDR hat es die Gehaltsunterschiede auch gegeben (Frauen verdienten ca. 83 % der Männerlöhne), und zwar aus den gleichen Gründen wie heute: Frauen haben andere Berufe ausgeübt, die oft schlechter bezahlt wurden. Es gab zwar ca. gleich viel Studenten wie Studentinnen an den Universitäten, aber Frauen waren immer noch wenig in ‚typisch männlichen‘ Wissenschaften/Berufen repräsentiert. Und, um das mal klarzustellen, das war von der SED teilweise so gewollt; sie boten z.B. auch spezielle Lehrstellen für Männer und Frauen an.
    Im Rahmen der Technikeuphorie der 60er sollten auch Frauen für technische Berufe begeistert werden, aber die Erfinder, Erbauer und Lehrmeister dieser Technik waren meistens immer noch Männer, für Frauen blieb eher Fließbandarbeit.
    Eine bessere Qualifizierung von Frauen, die ja angestrebt wurde, hieß auch nicht gleich, dass Frauen einfacher in Leitungspositionen aufsteigen konnten: z.B. 1990 Neue Bundesländer: 35% wissenschaftliche Mitarbeiter, 12% Dozentinnen, 5% Professorinnen; in 40 Jahren DDR nur drei Ministerinnen…
    Die DDR war vor allem insofern fortschrittlich, dass sie eine 90% Erwerbstätigkeit von Frauen schaffen konnten, aber eine vollkommene Gleichberechtigung hat sich auch dort nicht vollzogen.

  23. @ Claudio

    Auf deine Frage gibt es eine ganz einfache Antwort. Das Arbeitsbewertungsverfahren. Mit Hilfe von Arbeitsbewertungsverfahren wird der Wert von unterschiedlichen Arbeitsplätzen ermittelt und diese dadurch vergleichbar gemacht.

    Auf die Gefahr hin, dass du dieses gängige Verfahren nun ebenfalls anzweifelst: der Vergleich unterschiedlicher Arbeitsplätze zählt zur täglichen betrieblichen Praxis. Bei der Eingruppierung von Arbeitsplätzen in Entgeltgruppen wird ebenfalls der Wert miteinander verglichen und entweder als gleichwertig oder ungleichwertig eingeschätzt, um dann auf dieser Grundlage eine Eingruppierung in dieselbe oder eine andere Entgeltgruppe vorzunehmen.

    Insofern findet das Äpfel-Birnen-Argument gar keinen Ansatz.

  24. Es geht ja gerade auch darum, darauf hinzuweisen, dass Frauen viel öfters in den schlecht bezahlten Jobs (wie die Kassiererin) landen und Männer in den höher dotierten wie dem Abteilungsleiter. Und sich dann die Frage zu stellen, warum das so ist, obwohl Frauen mittlerweile genauso gut qualifiziert sind wie Männer.
    Darum macht es sehr wohl Sinn, den Durchschnitt von Frauenstundenlöhnen mit dem von Männern zu vergleichen. Gerade weil es vielfach strukturell bedingt ist, und nicht nur individuelle Faktoren eine Rolle spielen…

  25. Warum immer noch auf den 23% herumgeritten wird, ist mir schleierhaft. Es gibt doch die Untersuchung daß es nur 8% sind, und selbst dort sind noch nicht alle Faktoren mit berücksichtigt worden. Z.B. wählen Männer weitaus häufiger als Frauen leistungsorientierte Entlohnung, währen Frauen Festgehälter bevorzugen. Auch daß Männer weitaus öfter Familienernährer sind, und dementsprechend härter um das Gehalt verhandeln müssen als Frauen, bleibt unberücksichtigt.
    Nebenbei bemerkt bekommen viele Ex-Frauen (in Westdeutschland 30%) Unterhalt vom Ex. Dieser wird in der Statistik nicht als Einkommen berechnet, obwohl es Kosten für den Mann und Erträge für die Frau sind.
    Am Ende bleibt eine Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern übrig um die es sich kaum zu streiten lohnt. Möglicherweise erhalten Frauen bei vollständiger Berücksichtigung aller Faktoren sogar schon mehr Geld als Männer.

    Kassiererin ist kein schlecht bezahlter Job. Bei ALDI, LIDL etc. erreicht eine Kassiererin locker das Durchschnittseinkommen, während es überwiegend Männer sind, die das Gros der schlecht bezahlten Zeitarbeiter ausmachen. Merkwürdigerweise haben z.B. die SPD und die GRÜNEN ein massives Problem wenn Männer und Frauen unterschiedlich bezahlt werden, aber überhaupt kein Problem damit wenn Zeitarbeiter für den gleichen Job nur die Hälfte bekommen wie ein Festangestellter.

  26. Die Wirklichkeit beim GPG sieht m. E. ziemlich genau so aus:

    http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/10791/die-mar-von-de n-unfairen-frauenlohnen/

    Frauen verdienen v. a. erst nach der Kinderpause weniger- vorher nachweislich nicht. Etwas weiter ausgeholt: Die unselige Trennung von Erwerbs- und Hausarbeit (die eine BIP-tauglich messbar und bezahlt, während die andere aus unerfindlichen Gründen ökonometrisch nicht einmal erfasst wird und folglich gar nicht erst in der volkswirtschaftlichen Wertschöpfungskette auftaucht, was im Grunde genommen kreuzverkehrt ist) sollte einmal grundlegend überdacht und generalüberholt werden. In der Schweiz werden zum Beispiel jährlich 8 015 400 000 Stunden Haushaltsarbeiten verrichtet. Volkswirtschaftlich- nach gängiger Theorie zumindest- fällt das offenbar überhaupt nicht ins Gewicht.

  27. danke @Magda für die erinnerung auch an diesen tag – ich habs schon bei mir im kalender ;)

    und obs nun 23 oder 8 oder x prozent defacto ungbezahlung ist – es handelt sich hierbei um statistische mittelwert/e – es ist und bleibt genau dieses : ungleich und ungerecht.

    passend zum thema „equal pay day“ hatte ich heute ne ikea-family mail.
    da steht dann

    >
    Hej …
    das schwedische Wort „KVINNA“ heißt übersetzt „Frau“. Und genau die steht bei IKEA eine Woche lang besonders im Mittelpunkt! Deswegen sind vom 21.3. bis 26.3.2011 viele Lieblingsprodukte der Frauen 23% günstiger. Komm vorbei!

    Das Angebot gilt natürlich auch für Männer!
    >

    mit link zu dieser seite
    http://www.ikea.com/ms/de_DE/aktivitet/KVINNA.html

    (fail : inklusive rosa-rote genderfarbigkeit)

    mein ramadamadingdong dazu : sexistischer gehts ja wohl nicht, gelb-blaue kiste …

  28. „Um für das Jahr 2010 die derzeitige Lohndifferenz von immer noch rund 23 Prozent auszugleichen, müssten Frauen bis zum 25. März 2011 arbeiten….“

    Soll das jetzt heissen: Erst wenn Frauen auf drei Monate Freizeit im Jahr verzichten, verdienen sie genauso viel wie Männer? Oder soll das heissen, Frauen müssen drei Monate länger als Männer arbeiten, um dasselbe Gehalt zu erhalten?

    Ich glaube, es trifft doch eher ersteres zu, weniger letzteres … wobei ich mich oft frage, wieso Frauen trotz des Viel-Mehrs an Freizeit, welches sie geniessen, offenbar nicht weniger Geld zur Verfügung haben als der Durchschnittsmann.

    Hat da jemand eine Idee?

  29. @mindinprogress:

    „Auf die Gefahr hin, dass du dieses gängige Verfahren nun ebenfalls anzweifelst: der Vergleich unterschiedlicher Arbeitsplätze zählt zur täglichen betrieblichen Praxis. Bei der Eingruppierung von Arbeitsplätzen in Entgeltgruppen wird ebenfalls der Wert miteinander verglichen und entweder als gleichwertig oder ungleichwertig eingeschätzt, um dann auf dieser Grundlage eine Eingruppierung in dieselbe oder eine andere Entgeltgruppe vorzunehmen.

    Insofern findet das Äpfel-Birnen-Argument gar keinen Ansatz.“

    Doch, finde ich schon – die Sache ist nämlich die, dass das Arbeitsentgelt mit dem Wert der Arbeit wenig zu tun hat ( ein Goldschmied ist nicht unbedingt Millionär ), sondern mehr mit der Knappheit der Arbeitskraft.

    Insofern sind alle diese „Gerechtigkeitsüberlegungen“ zu Arbeitsentgelten doch sowie das Geschwafel von Soziologen, die ein paar Dinge nicht kapieren.

  30. @ SandraXe

    Keine Frage. Natürlich sind die Arbeitsbewertungsverfahren nicht diskriminierungsfrei – genau das ist ja das Problem. Jedoch die These aufzustellen, Arbeit von Männern und Frauen (also Äpfel und Birnen) seien grundsätzlich miteinander nicht vergleichbar, schlägt genau in diese Kerbe und ist deshalb kein Ansatz!

    Arbeitsbewertungsverfahren, Entgeltsysteme usw. müssen diskriminierungsfrei gestaltet werden. Die Frage ist nur wie und zwar mit Blick auf die Forderung „Gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“!

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