Wer war… Helen Thompson?

von Gastautor_in
Schwarz-weiß Bild von Helen Bradford Thompson-Woolley in einem ovalen Rahmen

Bild über feministvoices.com

Thompson, Helen Bradford (1874-1947), aus Chicago (Illinois, USA), der Vater war Schuhmacher, wuchs als eines von drei Geschwistern auf. Durch einen exzellenten Schulabschluss gewann sie ein Stipendium für die University of Chicago. Während ihrer Studienzeit dort wurden ihr Stipendien für Psychologie und Physik angeboten, von denen sie das Erstere wählte und 1897 ihren Bachelor, 1900 ihren – ausgezeichneten – Ph.D. in Psychologie an der Universität von Chicago erlangte. Ihre Dissertationsschrift veröffentlichte sie 1903, 1905 erschien sie in deutscher Sprache [vgl. Lesetipp].

Thompson folgte einer Einladung nach Europa, wo sie zunächst ein Jahr in Berlin, dann ein Jahr in Paris ihre Forschungen vorantrieb. Anschließend kehrte sie in die USA zurück und lehrte am „Mount Holyoke College“ (South Hadley, Massachusetts), 1902 wurde sie dort Direktorin eines neu gegründeten Psychologischen Labors. 1905 heiratete sie in Japan P. G. Woolley, beide gingen auf die Philippinen, wo sie ihre Forschungen betrieben; 1907 gingen sie nach Thailand, 1908 zurück in die USA, wo sie sich in Nebraska niederließen, bevor sie später nach Ohio (Cincinnati) und nachfolgend nach Detroit (Michigan) umzogen. In den USA setzte Thompson-Woolley ihre experimentellen psychologischen Untersuchungen fort, sie führte u.a. groß angelegte Studien mit Jugendlichen während der Adoleszenz durch und betätigte sich in der Frauenrechtsbewegung (Mitglied und Vorsitzende der „Ohio Woman Suffrage Association“); 1921 wurde sie stellvertretende Direktorin der „Merrill-Palmer-School“ (Detroit, Michigan), 1925 nahm sie einen Ruf zur Rektorin des „Institute of Child Welfare Research“ an der Columbia University in New York an. Eine psychische Erkrankung zwang sie dazu, ihre Stellung 1930 aufzugeben; von 1930 bis zu ihrem Tod lebte sie bei einer ihrer beiden Töchter in Havertown (Pennsylvania). Vgl. Milar, 2004.

Entnommen aus (mit freundlicher Genehmigung von Autor_in und Verlag): Voß, Heinz-Jürgen (2010): Making Sex Revisited – Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive. Transcript, Bielefeld, S.370.

Weiterführende Quelle – gedruckt: Milar, K. S. (2004): Breaking the Silence: Helen Bradford Thompson Woolley. In: Dalton, T. C., Evans, R. B. (Hrsg.): The Life Cycle of Psychological Ideas. Understanding Prominence and the Dynamics of Intellectual Change. Kluwer Academic / Plenum Publishers, New York, S.301-328.

Weiterführende Quelle – online:
http://web.sau.edu/WaterStreetMaryA/helen_woolley.htm

Lesetipp: Thompson, H. B. (1905 [engl. 1903]): Vergleichende Psychologie der Geschlechter. Experimentelle Untersuchungen der normalen Geistesfähigkeiten bei Mann und Weib. Autorisierte Übersetzung von J. E. Kötscher. A. Stuber’s Verlag (C. Kabitzsch), Würzburg.

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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 17. März 2011 um 13:02 Uhr unter Geschichte, Inspiration. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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2 Kommentare

  1. attie sagt:

    Thompson, Helen Bradford, … der Vater war Schuhmacher …

    Na, dem Satz fehlt doch noch die bessere Hälfte…?

  2. Nandoo sagt:

    „Na, dem Satz fehlt doch noch die bessere Hälfte…?“

    …vermutlich Hausfrau. Aber aufgrund der Form der Geschichtsschreibung schwer nachvollziehbar.