Einträge mit dem Tag ‘Gender Pay Gap’


Der Koalitionsvertrag: Eine Geschichte von “beobachten”, “in den Fokus nehmen” und einem denkwürdigen Gedenktag

28. November 2013 von Charlott

CDU/CSU und SPD haben sich geeinigt. Jedenfalls deren Führungsriegen. Diese haben in den letzten Wochen einen Koalitionsvertrag verhandelt, der gestern vorgestellt wurde. Der Vertrag umfasst 185 Seiten und es werden viele Themebereiche angeschnitten. Hier werde ich einige Schlaglichter aufwerfen.

Allgemein lässt sich zusammenfassen: Wer_welche für den Staat nützlich ™ scheint, konservativere Wertvorstellungen vertritt und möglichst wenig abweicht von der “Norm”, wird irgendwie unterstützt. Sonst bleibt vieles schwammig, soll “in den Fokus” gerückt oder “beobachtet” werden.

Bis zum 12. Dezember können nun die SPD-Mitglieder noch bei einem Mitgliederbescheid über den Vertrag abstimmen.

(Lohn)Arbeit

Als großer Erfolg gefeiert: Es kommt eine Mindestlohnregelung. Doch was heißt das in diesem Fall wirklich? Zum einen greift die Regelung erst ab 2015 und dann auch nur für die Branchen, wo es bisher keine andere Regelung gibt.  Erst ab 2017 soll der Mindestlohn flächendeckend gelten. Mit einem Betrag von 8,50€. Dieser Betrag gilt heute schon als Niedriglohn, mit der Inflation wird er in vier Jahren noch weniger Wert haben. Es gibt natürlich Arbeitnehmer_innen, für die diese Regelung eine Verbesserung darstellt, trotzdem ist es keine revolutionäre Änderung.

Zum Thema Lohndifferenzen aufgrund von Geschlecht positioniert sich die Koalition zwar (“nicht zu akzeptieren”), formuliert dann aber kaum wirkliche Verpflichtungen, sondern fordert Firmen eben auf sich zu kümmern. Zum Quotenwitz schrieb ich ja bereits letzte Woche. Der bleibt bestehen.

“Gleichstellung”

Ja, viel ist von all den SPD-Versprechen nicht übrig geblieben. Großmündig postuliert die Koalition: “Wir verurteilen Homophobie und Transphobie und werden entschieden dagegen vorgehen.” Wie diese Regierung das machen möchte, verrät sie nicht. Stattdessen nimmt sie in den Vertrag auf, dass sie “das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sukzessivadoption zügig umsetzen”. Na ganz große Leistung, wie auch schon auf karnele bemerkt wurde.

Bezeichnend ist, dass im Abschnitt “Sexuelle Identitäten respektieren” nicht zu erst darauf hingewiesen wird, welche diskriminierenden_gewaltvollen Strukturen vorherrschen, stattdessen folgender vielsagender Fokus:  “Wir wissen, dass in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Werte gelebt werden, die grundlegend für unsere Gesellschaft sind.”

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Kita-Kritik braucht Geschlechter-Kritik

14. Juni 2013 von Lisa

Nicht alle Krippen sind super – und nicht alle Kinder gehen gern in die Kita, mögen ihre Erzieher_in oder lassen sich innerhalb der vorgesehenen Zeit eingewöhnen. In vielen Kitas ist der Betreuungsschlüssel zu groß, oft fehlen Erzieher_innen – nicht zuletzt weil diese ausgesprochen schlecht bezahlt werden. Beim Kita-ausbau wird vielmals Qualität zugunsten von Quantität vernachlässigt. Eine Kritik am derzeitigen System von Kitas und Krippen, wie sie etwa in der taz zu lesen war, ist also mitunter durchaus gerechtfertigt. Das Problem ist allerdings, dass diese Kritik schnell in eine reaktionäre Richtung geht. Auch wenn sich die meisten Texte oberflächlich aufgeklärt geben, schwingt in vielen implizit trotzdem die Idee des ‘früher-war-alles-besser’ und das Ideal der Hausfrau & Mutter als einzigem Garant frühkindlichen Wohlbefindens mit. Ein Beispiel dafür ist ein Interview mit dem bekannten dänischen Familientherapeuten Jesper Juul in der Zeit (dessen Erziehungsratschläge meiner Meinung nach sowieso auf Gemeinplätze hinauslaufen).

Hier findet sich ein typisches Argumentationsmuster konservativer Kita-Kritik: Offiziell zielt sie auf die Qualität von Krippen und Kitas, also auf Dinge wie den Betreuungsschlüssel, pädagogische Konzepte und die Ausbildung von Erzieher_innen. Inoffiziell geht es in den Texten aber meist nicht um den Vergleich von guten versus schlechten Kitas –  der eigentliche Maßstab bleibt weiterhin die Betreuung der Kinder zuhause in der Familie. Beispielsweise fordert Juul eine Langzeitstudie, die zwischen Kindern in Kita- und Familienbetreuung vergleicht (und nicht etwa zwischen verschiedenen Kita-Konzepten). Als sein vermeintlich progressives Vorbild nennt “eine kleine Bewegung von Eltern, die sagen: Wir wollen ein Recht darauf haben, unsere Kinder von der Geburt bis zur Einschulung selber zu erziehen” (und nicht etwa eine Bewegung von Eltern, die sich für einen kleineren Betreuungsschlüssel in ihrer Kita einsetzen).

Problematisch ist zudem, dass die Kita-Probleme oft als Folge der privaten Entscheidung von Eltern erscheinen: Diesen Eltern kümmerten sich eben zu wenig um die spezifischen Bedürfnisse ihres Kindes, ihre  ‘Karriere’ sei ihnen wohl wichtiger, sie  liessen sich zu sehr vom heutigen Leistungsdruck stressen und interessierten sich auch noch viel zu wenig für das pädagogische Konzept der jeweiligen Kita. Dadurch werden gesellschaftliche Probleme individualisiert. Denn der größere politische Zusammenhang wird ausgelassen oder nur gestreift. Dass Faktoren wie sinkende Löhne, der Abbau von Sozialsystemen, einkommensabhängiges Elterngeld und das Ideal der Vollzeit-Arbeit vielen Eltern wenig Raum für Entscheidung oder Zeit für Kita-Konzept-Diskussionen lassen, bleibt außen vor.

Vor allem aber fehlt in vielen Anti-Kita-Polemiken auffallend häufig die Dimension von Geschlecht – oder wird allenfalls in einem Nebensatz kurz angeschnitten. Vordergründig beschreiben die Texte neutral beide ‘Eltern’ und unterschlagen so, dass ein zentraler Teil des Problems vor allem geschlechtspezifische Ungleichbehandlung betrifft. Denn zum einen ist die scheinbar kindgerechtere Vergangenheit, die beschworen wird, eng mit dem traditionellen Mutterideal verbunden. Zum anderen haben genderpolitische Aspekte entscheidenden Einfluss sowohl auf die Betreuung Zuhause als auch in der Kita. Strukturelle Faktoren wie der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen und das Ehegattensplitting bewirken, dass es in heterosexuellen Paaren meist die Frau ist, die den Großteil der Erziehungsarbeit übernimmt. Somit ist es in der Realität vor allem die Mutter, der die kritisierte ‘Entscheidung’ zur Kita angelastet wird. Zudem spielt die Dimension von Geschlecht eine entscheidende Rolle bei der Quanität und Qualität von Kita-Betreuung. Schließlich gilt Erzieher_in nach wie vor als sogenannter ‘Frauenberuf’ – und solche Berufe zeichnen sich traditionell dadurch aus, dass viel altruistisches Geben erwartet wird, während die Bezahlung ausgesprochen schlecht ist. Eine informierte Kita-Kritik schließt also immer auch eine Kritik der hegemonialen Geschlechterordnung ein.


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Wer war… Marianne Ferber?

4. Juni 2013 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 34 von 37 der Serie Wer war eigentlich …

Nachdem Christina an die Mädchenmannschaft eine E-Mail mit dem Hinweis schickte, dass Marianne Ferber, eine der “Mütter der Feminist Economics”, am 11. Mai 2013 verstorben war, baten wir die Politikwissenschaftlerin Sarah, Jahrgang 1985, für uns einen Gastbeitrag zu schreiben. Feministisches Teamwork!

Am 11. Mai 2013 verstarb die Mit­begründerin der Feministischen Ökonomie Marianne Ferber im Alter von 90 Jahren. Sie hatte sich erstmals in den frühen 1970er Jahren als Professorin der Wirtschafts­wissen­schaften in den USA mit der Entlohnung von Frauen in der Wissen­schaft beschäftigt und damit das Forschungs­thema gefunden, das sie fortan beschäftigen sollte.

Geboren 1923 in der damaligen Tschechoslowakei floh Ferber 1938 mit ihrer Familie vor der sich drastisch verschärfenden Entrechtung und Verfolgung europäischer Jüd_innen und wanderte nach Kanada aus. Dort begann sie mit 17 Jahren und zunächst spärlichen Englischkenntnissen ein Studium der Wirtschafts­wissenschaften. Nach ihrem Bachelor­abschluss wurde sie dazu ermuntert weiter­zustudieren und erhielt zwei Angebote für ein Promotionsstipendium. Da sie in Harvard als Frau keinen Zutritt zur Bibliothek der Wirtschafts­wissen­schaften gehabt hätte, ging Ferber 1944 an die University of Chicago. Zehn Jahre später, nach erster Berufs­tätigkeit, mehreren Umzügen und der Geburt eines Kindes erhielt sie schließ­lich ihren Doktortitel (PhD). Als jüdische Einwanderin war es für Ferber äußerst schwierig, in der Wirtschafts­wissen­schaft Fuß zu fassen. Erst 1955, als ein eklatanter Mangel an Lehr­personal herrschte, erhielt sie an der University of Illinois-Champaign, an der ihr Mann als Professor lehrte, eine Stelle. Insgesamt 15 Jahre lang wurde sie semester-, später jahreweise als Gast­dozentin eingestellt (offiziell wegen strenger Regeln gegen Vettern­wirtschaft), bis sie 1971 zur Assistenz­professorin ernannt wurde.

Screenshot via economics.illinois.edu

Screenshot via economics.illinois.edu

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Equal Pay Day 2013

21. März 2013 von Charlott

Heute ist also auch wieder Equal Pay Day. Jener Tag, der darauf aufmerksam machen soll, wie groß die Einkommenschere in Deutschland zwischen Männern und Frauen ist. Zur Zeit beträgt der Unterschied ganze 22%. Das heißt dann eben, dass Frauen, um das gleiche Einkommen zu erhalten, fast drei Monate auf ein Jahr gerechnet mehr als Männer arbeiten müssen. Eben bis zum 21. März.

Collage an roten Taschen

Symbol des Equal Pay Day: die rote Tasche

Im letzten Jahr haben wir für euch ein ganzes Dossier zum Thema zusammengestellt. Dort findet ihr zum Beispiel Fakten (mit vielen weiterführenden Lesetipps) zum Gender Pay Gap, den Hinweis, dass ungleiches Einkommen nicht ausschließlich eine Frage des Geschlechts ist und einen Artikel, der klar macht, dass der Einkommensunterschied nicht am “Versagen” von Frauen liegt.

Passend zum Equal Pay Day möchte ich euch als Lesestoff aber auch noch einmal unsere Serie zu “Ökonomie_Kritik” ans Herz legen.

Wer_welche heute die rote Tasche packen und auf eine Veranstaltung gehen möchte, findet sicher etwas passendes auf der Seite des Equal Pay Days. Dort gibt es eine interaktive Karte mit über 700 Aktionen deutschlandweit.


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Batgirl kämpft für gleiche Bezahlung

13. Juni 2012 von Helga

1963 hatte der US-Kongress ein Gesetz erlassen, dass Männer und Frauen gleich zu bezahlen seien. Diese öffentliche Ankündigung zeigt Batgirl im Kampf für gleiche Bezahlung. Leider ist das Video selbst 50 Jahre später noch notwendig.

(via BoingBoing aber Sociological Images hatte es auch schon)


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Arbeit von Frauen wird weniger wertgeschätzt

23. April 2012 von Helga

In jeder Diskussion zum Gender Pay Gap kommt es so sicher wie das Amen in der Kirche: „Aber Frauen wählen halt die falschen Berufe, in denen sie schlechter bezahlt werden.“ Dass auch hinter dieser schlechten Bezahlung systematische Diskriminierung steckt, ist manchmal schwer zu vermitteln. Im Interview mit der Badischen Zeitung erklärte das die Gleichstellungsexpertin Karin Tondorf aber mit ein paar sehr anschaulichen Beispielen:

Bei der Bewertung von Arbeit fehlen oftmals typische Anforderungen und Belastungen. Psychosoziale Anforderungen wie Kommunikations- oder Kooperationsfähigkeit werden bei Dienstleistungsarbeit zwar abgefordert, aber nicht bewertet und nicht bezahlt. Verantwortung wird meist einseitig ausgelegt, als Verantwortung für Geld- und Sachwerte oder Führung, während die Verantwortung für Menschen kaum beachtet wird. Ein anderer wichtiger Punkt: Körperliche Anforderungen werden meist nur bei gewerblicher Männerarbeit bewertet, bei weiblichen Angestelltentätigkeiten ist das selten der Fall. Denken Sie an die Altenpflege. Das Heben und Tragen von pflegebedürftigen alten Menschen ist sehr anstrengend. Oder an die Lärmbelastungen von Erzieherinnen, an ständiges Stehen bei Verkäuferinnen. Es ist in Deutschland nicht üblich, solche Belastungen zu honorieren. Das alles führt zu einer Unterbewertung und Unterbezahlung von Frauenarbeit.

Damit wird die Diskriminierung von Frauen selbst in Tarifverträgen fortgeschrieben – obwohl es eigentlich objektive Kriterien gibt, um Arbeit zu bewerten. Viele Infomaterialien und Excel-Tabellen zum selber Nachrechnen hat Tondorf für die Hans-Böckler-Stiftung mitentwickelt, diese gibt es unter eg-check.de.

(via Stop! Talking)


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Kotztüten und andere Ekelfälle – die Blogschau

21. April 2012 von Verena
Dieser Text ist Teil 156 von 243 der Serie Die Blogschau

Baum der Glückseligkeit will nicht auf den Revolutionen einer linken Szene tanzen, in der Männer Machos bleiben und es Frauen noch immer an Selbstbewusstsein mangelt.

Über den respektvollen Umgang mit trans* und nicht-geschlechtskonformen Identitäten klärt ein neuer Infoflyer auf – femKo hat ihn gepostet.

Kotztüte Kristina Schröder hat ein Buch geschrieben, wie wir leider zur Kenntnis nehmen mussten. Recht und Geschlecht hat es gelesen, rezensiert und Pressestimmen eingefangen.

Antje Schrupp dagegen will Schröders Buch nicht lesen. Nicht, weil sie alles schlecht findet, was die Ministerin tut oder nicht tut, sondern weil Schröder in “Danke, emanzipiert sind wir selber!” sämtliche platten Argumente des Antifeminismus’ bedient.

Was Schröder so alles nicht tut, listet dann noch einmal Karnele in einem sehr wütenden Beitrag auf.

StopTalk kritisiert den Brief gegen Schröder, weil die nationalistischen und rassistischen Ideologien der Ministerin bei der Kritik unter den Tisch gefallen sind.

Und ein letztes Mal Schröder: Wer das Buch (mit guten Nerven) lesen möchte, kann es so wie dieTilde machen: Eine kauft das Buch und gibt es dann mit an den Rand gekritzelten Anmerkungen immer an andere weiter – so können es viele lesen, aber gekauft werden muss es nur einmal.

Gender Pay Gap?! Den gibt es doch gar nicht… jaja, die Reaktion kennen wir. Rheinsalon erklärt deshalb noch mal in Ruhe und mit der Unterstützung zweier Wissenschaftlerinnen von der Hans-Böckler-Stiftung, warum Frauen in Deutschland im Jahr 2012 immer noch weniger verdienen als Männer.

Hex Hex: Anarchie und Lihbe stellt das zine “Hot Pantz” vor, das über die weiblichen Geschlechtsorgane und ihre Funktion aufklärt und viele Kräuterkundetipps zum Umgang mit Menstruationsbeschwerden gibt. Außerdem arbeitet sie gerade an einer Übersetzung ins Deutsche.

Denkwerkstatt wirft einen feministischen Blick auf die neuen US-Serien “Girls” und “Scandal”

feministmum beobachtet sich und den neuen Alltag mit dem Mann in Elternzeit. Sorgen darum, dass er sich langweilen könnte und Dankbarkeit, dafür, dass er das macht, hinterfragt sie kritisch.

Und noch eine Info für eure Terminkalender: Noch bis zum 25. April gibt es zahlreiche Aktionen, um gegen die Genitalverstümmelungen der Uniklinik Marburg zu protestieren. Zum Beispiel am Sonntag, den 22.4. einen friedlichen Protest vor der Uniklink Gießen. Zwischengeschlecht hat alle weiteren Infos.


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Unbefleckte Empfängnis, Angela Davis und eine afghanische Präsidentschaftskandidatin – kurz notiert

18. April 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 148 von 232 der Serie Kurz notiert

Die anti-rassistische Aktivistin und Professorin Angela Davis hat an der University of Kansas über feministische Kämpfe heute und damals gesprochen.

Auf Crunk Feminist Collective schreibt crunktastic über ihre Dating-Erfahrungen als dicke Frau.

Jede Woche der gleiche Mist in den USA: Diese Woche ist der US-amerikanische Bundesstaat Arizona in den Schlagzeilen, weil ein Gesetzesentwurf nun vorsieht, dass Frauen bereits zwei Wochen vor der Empfängnis als schwanger gelten sollen – so sind sie quasi immer schwanger.

Wer braucht Feminismus?

Die schwedische Kulturministerin hat sich einen unglaublich rassistischen Totalausfall geleistet – ohne Worte. (Triggerwarnung für die Kommentare bei uns, dort wird die Aktion noch einmal sehr genau beschrieben.)

Die fünfzehnjährige Tavi Gevinson, Gründerin von RookieMag.com, einem Online Magazin für Mädchen und junge Frauen, spricht über vier Jahre Rookie, Feminismus und das ständige Ausprobieren als Teenager.

Erstaunlich visionäre Spielkarten von 1902 hat io9 gefunden. „Die Frauen der Zukunft“ heißt eine Serie, die gleich doppelt anzügliche Bildchen zeigt: Weibliche Abgeordnete und Jouarnalistinnen in „sexy“ Posen! Heute arbeiten Frauen tatsächlich in diesen Berufen und die Vorgabe, sexy zu sein, ist überall.

Das Gender Pay Gap der letzten neun Jahre hat Flowing Data einmal visualisiert.

Am Wochenende haben in Afghanistan Frauen gegen die aktuelle Politik demonstriert, die stark auf die Taliban zugeht. Außerdem berichtet msnbc.com, dass Fawzia Koofi 2014 als erste Präsidentschaftskandidatin antreten wird.

Warum der Ausspruch “Ich bevorzuge kleine Brüste” nicht immer hilfreich ist, erörtert Caperton auf Feministe.

Weiter unterirdisch bleibt der Umgang des US-Militärs mit Opfern von sexualisierter Gewalt. Sie werden nicht ernst genommen, sondern als psychisch krank eingestuft, um die Vorgänge zu vertuschen, so Jezebel.

Neues zum Thema “Lego und ihr gegendertes Spielzeug in der Kritik“: Abgeordnete der Firma werden sich zu einem Gespräch mit den Initiatorinnen der Online-Petition gegen Legos sterotypes Mädchenbild treffen.

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Was Frauen wirklich über Rechtsprechung wissen müssen

18. April 2012 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 24 von 27 der Serie Der Kommentar

Cat ist Juristin und lebt und arbeitet irgendwo am Rhein. Als Berufspendlerin läuft sie dabei täglich zwangsläufig der Bildzeitung über den Weg. Dabei hat sie am Wochenende einen Artikel gefunden.

Darin erklärt die Bild-Redaktion, welche die “30 wichtigsten Urteile für Frauen” seien. Nicht nur, dass sie dabei Prinzipien des Rechtssystems entweder missverstehen oder (was ich für wahrscheinlicher halte) nicht kennen, nein, sie wählen auch noch diese 30 Urteile anhand des klassischen Frauen-Klischees aus. Dementsprechend drehen sich diese unglaublich wichtigen Urteile hauptsächlich um verpfuschte Frisörbesuche, die Positionierung von Kinderwagen in Hausfluren und der Rolle der Frau als Mutter.

Wenn man schon von der grundsätzlich falschen Annahme ausgehen möchte, dass es Urteile “für Frauen” gibt, (abgesehen von Urteilen zu … hm … sagen wir Anspruch auf Mutterschaftsgeld …), dann ist dieser Artikel immer noch hahne­büchen.

  • Kein Wort davon, dass der Grundsatz “gleiches Geld für gleiche Arbeit” gilt und trotzdem ein Gender Pay Gap existiert. Offensichtlich hat es “für Frauen” wichtiger zu sein, den Frisör wegen “verpfuschter Arbeit” zu verklagen. Dass sie ihn mit 70% dessen, was sie als Mann verdient hätten, bezahlt haben – geschenkt. Lieber hübsch und unterbezahlt, als gleichberechtigt?
  • Kein Wort davon, dass man auch als Teilzeitkraft (die ja leider in überwältigender Mehrheit Frauen sind) dieselben Rechte und Pflichten hat, wie als Festangestellte? Kein Wort davon, dass man während Mutterschutz und Elternzeit Rechte hat (auch bei letzterem sind häufiger Frauen betroffen “weil wir auf das hohe Einkommen von ihm nicht verzichten können”)?
  • Kein Wort davon, dass im Bewerbungsgespräch Fragen nach Familienstand, -planung, Ehewünschen, Kinderwünschen verboten sind?
  • Kein Wort davon, dass man einen Anspruch gegen seinen Arbeitgeber hat, dass dieser den Kollegen dazu verpflichten kann, seinen Playboybunny-Kalender (oder seine Seite-1-Mädchen-Sammlung) von der Bürowand zu nehmen?
  • Kein Wort davon, dass und ggf. wie man sich gegen Dresscodes wehren kann?

Abgesehen von der ätzenden Misogynie haben die Bild-Redakteure neben einigen höchstrichterlichen Urteilen auch Amts- und Landgerichtsurteile zitiert. Was ihren Leserinnen im Zweifel nur leider wenig helfen dürfte. Denn entgegen der Bild­unterstellung, hat das, was das Amtsgericht in Pupsberg an der Bö zum Thema Highheels­geklacker in der Mietwohnung entschieden hat, keinerlei Einfluss darauf, was außerhalb der Beziehung zwischen den am Prozess beteiligten Parteien gilt.

Diesen Allgemeingültigkeitsanspruch, wie die Bild ihn für ihre zitierten Urteile behauptet, haben nur höchstrichterliche Entscheidungen (sprich von Bundes­gerichten). Und selbst die sind selten so einfach zusammen zu fassen, dass die oft mehrere Seiten umfassenden Entscheidungen ohne ihren Sinn zu verfälschen in 2 Zeilen zusammengefasst werden könnten.

Und dafür, dass die Redakteure einen Highheel, der in einem Strafrechtsurteil zurecht als “gefährliches Werkzeug” eingestuft wurde, als “Waffe” bezeichnen, wäre jede/r Jura-Ersti mit Null Punkten durch die Strafrecht II – Klausur gerauscht.

An diesem Artikel ist so viel falsch, dass man eigentlich gar nicht weiß, wo man anfangen soll…


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Flashmob für Pussy Riot, die Zustände in Altenheimen und Größe 36 – die Themen der Blogschau

7. April 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 155 von 243 der Serie Die Blogschau

Puh, diese Woche wurden wohl dutzende Finger wund ge­bloggt, so viele tolle Blog­beiträge haben wir ge­sammelt! Los geht’s:

Antje Schrupp ist ja bekanntlich eine Unter­stützerin des Bedingungs­losen Grund­einkommens, ist aber immer wieder frustriert, wenn in Büchern zu Grund­einkommen Care- und Fürsorgearbeit fast gar nicht beachtet werden.

engl@absurdum schreibt darüber, wie meckernde Männer und meckernde Frauen gesell­schaftlich unter­schiedlich be­wertet werden.

In Ägypten ist sexuelle Be­­lästigung alltäglich. Auf der Website Harass­­map können betroffene Frauen die Über­griffe melden, berichtet souk­­magazine. Das Projekt erinnert an Hollaback!, das es auch in Deutsch­­­­land in Düssel­­­dorfBerlin und Dresden und Um­­gebung (facebook-Link) gibt.

High on Cliches machte sich Ge­danken über die Aneignung von diskriminierenden Wörtern – wer eignet sich die Wörter an und wer sollte diese Wörter lieber nicht be­nutzen?

Ein Wut-Posting zum Thema Frauen­quote findet ihr auf myBeautyBlog: “Frauen in Führung – leckt mich mal am Portemonnaie!

Fuckermothers schreibt über Doing Gender in Kinder­büchern.

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