Kurz verlinkt: rassistische Werbetafeln, männliche Legofiguren und studentische Prostituierte

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 97 von 242 der Serie Kurz notiert

In Anatolien demonstrierten Frauen für das Recht auf Minirock. Sie richteten sich gegen die Aussage eines Theologieprofessors, der behauptete, dass Frauen, die sich „aufreizend“ kleiden, sich nicht wundern sollten, wenn sie vergewaltigt würden. Frauengruppen liefen Sturm und stellten richtig: Ob Minirock oder Voll­verschleierung, Schutz vor Missbrauch und Vergewaltigung bieten beide Klei­dungs­stücke nicht.

Die FAZ stellt in einem Video die Rollstuhltennisspielerin Katharina Krüger vor. Sie ist mit 20 Jahren bereits fünfmalige deutsche Meisterin und hat auch an den Paralympics 2008 teilgenommen. Vom Fußgängertennis unterscheidet sich Roll­stuhl­tennis übrigens nur in einer Regel: Der Ball darf zweimal aufkommen.

In New York City wurde eine rassistische Anti-Abtreibungswerbetafel mit Aufschrift „Der gefährlichste Ort für ein afroamerikanisches Kind ist der Mutter­leib“ aufgehangen. Diese wurde nach massivem Protest wieder ab­ge­nom­men!

Warum sind die Standardfiguren in Legosets eigentlich so oft männlich? Diese Frage trieb Melitta Walter um und das Spiegel TV Magazin ging ihr nach. Ob Bauarbeiter oder Polizist, fast jeder Beruf wird mit männlichen Figuren aus­ge­liefert, eine Professorin findet sich erst in der Phantasiewelt „Atlantis“. Wer sich mehr Vielfalt wünscht, muss sie leider selbst herstellen.

Im März vergangenen Jahres preschte die Telekom als erstes deutsches Un­ter­nehmen vor und gab sich eine Frauenquote (wir berichteten). Anastassia Lauter­bach übernahm daraufhin die Spitzenposition im Produkt- und In­no­va­tions­bereich. Jetzt wurde sie entlassen, nachdem sie zuvor bereits von der Tele­kom degradiert worden war, berichtet Spiegel Online.

Eine Kritik zur PartypolitikLadies trinken für lau” gibt es auf feministing.

Auf Direkte Aktion könnt ihr einen Beitrag zur „studentischen Pros­titu­tionsliteratur“ lesen, die die Lebensrealität von geschätzt 100.000 10.000 Studierenden in Deutschland beschreibt, die neben ihrem Studium im Sexgewerbe arbeiten: „Prostitution in einer prekarisierten und globalisierten Arbeitswelt“.

Britische homosexuelle Muslim_innen kämpfen für ihr Recht auf Ehe und sprechen mit BBC über Glauben, Sexualität und die so genannte nikah, ein muslimischer Ehevertrag. Muslimah Media Watch berichtet ebenfalls.

Fallopian Falafel – אשת חיל - ist ein unkommerzielles feministisches Fanzine in Jerusalem, welches im Mai 2007 erstmalig erschien. Es handelt von Femi­nis­men in Israel und thematisiert alle Formen von Unterdrückung. Leider hat die Herausgeberin Hadass S. Ben-Ari den letzten Call für das Magazin ausgerufen und hofft nun auf rege internationale Beteiligung – die Themen sind frei wählbar. Mehr Infos gibt es auf der Homepage.

Barbara Streidl war anlässlich zum 100. Internationalen Frauentag zu Gast bei einer Diskussionsrunde zum Thema “Ohne Gleichstellung keinen Fortschritt” im Willy-Brandt-Haus.




Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Eintrag geschrieben: Mittwoch, 2. März 2011 um 18:42 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



Anzeige



17 Kommentare

  1. Angela Murmel sagt:

    http://www.winnipegfreepress.com/breakingnews/judge-sexist-must-quit-crowd-117223298.html

    so viel zum Thema: “Recht auf Minirock”
    In Kanada findet ein Richter auch, dass Frauen die sich aufreizend kleiden, sich nicht wundern sollen wenn sie vergewaltigt werden.

  2. lacyuu sagt:

    @studentische Prostitutionsliteratur

    die Zahl 100.000 ist etwas zu hoch gegriffen, im Artikel ist nur von geschätzten 10.00 die Rede

  3. Magda sagt:

    @lacyuu

    danke für den hinweis, da ist mir wohl eine 0 zu viel reingerutscht! habe es korrigiert.

  4. Robert sagt:

    Die LEGO-Geschichte ist ja witzig. Dem steht leider das betrunkene Partyvolk gegenüber. Aber so ist glaube ich bislang wohl kaum jemand aus einem Club geworfen worden:

    Ey, eure Door Policy ist sexistisch – und die Getränkepreise auch!

  5. Marie sagt:

    Fußball WM der Frauen, etwas zur Werbung.
    http://dreckschleuder.info/blog/?p=3802

  6. Robert sagt:

    Noch eine kurze Verständnisfrage zu dem Artikel Ladies drink free. Bedeutet folgender Satz, dass „Nachtclubs [Diskotheken] der Unterschied in der Bezahlung von Mann und Frau (Gender-Pay-Gap) bewusst ist und sie mit ‚Ladies drink free‘ eine Art ‚Afterhour-Fördermaßnahme‘ [Gegenbewegung] betreiben“?

    Is it because these establishments are aware of the gender pay gap and are trying to exercise a little after-hours affirmative action?

    Die Links hier und o.g. Artikel haben mich jedenfalls spontan zu einer Befragung der Diskos in meiner Stadt inspiriert. Ergebnisse gibt es spätestens am Montag Abend, den Dank für den Denkanstoß schon jetzt!

  7. Magda sagt:

    @ Robert

    Halte uns gerne auf dem Laufenden! Wenn du ein paar interessante Gedanken hast, kannst du auch einen Gastbeitrag bei uns veröffentlichen –> Kontaktformular.

    Zu dem von dir genannten Satz: Ich habe ihn eher als Sarkasmus der Autorin verstanden.

  8. Robert sagt:

    Dass dieser Satz von der Autorin sarkastisch gemeint ist, dachte ich mir gleich. Allerdings spreche ich Englisch dann doch nicht so fließend, als dass ich den Inhalt sofort 100%ig erfasst habe. Meine Frage ist daher nur, ob ich den Sinn korrekt übersetzt habe. (Diskotheken mit politischer Intention wären allerdings in der Tat mal etwas.)

    Wegen des Artikels melde ich mich gerne noch einmal. Vielleicht inspiriert das auch Autoren aus anderen Städten als Kassel mal in ihrer Heimat nachzufragen ;-)

  9. Magda sagt:

    @Robert

    Ach so! Ich würde sagen, dass du den Satz korrekt übersetzt hast!

  10. name (notwendig) sagt:

    @ Robert: Affirmative Action (oder Equal Opportunity) heißen in den USA staatliche/öffentliche Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheit/zum Abbau von Diskriminierungen. Wurde in den 60er Jahren eingeführt, um die Diskriminierung der Afroamerikaner zu beenden. Zu Deutsch vll. Anti-Diskriminierungs-Maßnahme? Oder weiß eine_r ein besseres Wort?

  11. Robert sagt:

    Sehr schön, was man(n) hier noch alles lernt :-)

  12. Nadine sagt:

    @name (notwendig)

    Übersetzungen für Equal Opportunity (Actions) oder Affirmative Action (Programs) gibt es viele, ich denke du hast schon die richtigen genannt. Positive oder ausgleichende Maßnahmen fallen mir da noch ein.

  13. Robert sagt:

    Die Kasseler Partyszene oder was sich dafür hält hat die erste Frist ungenutzt verstreichen lassen. Am Freitag Abend läuft die zweite und letzte Frist ab, danach werden sich einige Diskos dieser Stadt wohl oder übel mit obigem Vorwurf konfrontiert sehen. Sobald es etwas Neues gibt, sage ich Bescheid. Bis dahin muss ich noch zwei verpasste Samstag-Abend-Beats nachhören :-)

  14. Robert sagt:

    So kann es gehen: Nur eine von vielen Kasseler Diskotheken war zur Stellungnahme bereit, ob „Ladies drink free“ Geschäftsmodell oder Sexismus sei. Wie sieht es in anderen Städten aus?

  15. Philip sagt:

    @Robert

    Ich hab in dem Bereich gearbeitet. Ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen (mit der Tendenz zu etwas mehr Frauen) auf einer Party wird von den Gästen (weibliche und männliche) bevorzugt.

    Extrembeispiel: Früher Abend, Club noch leer, es sind schon 20 Männer drin, lungern an der Bar, zwei Frauen betreten den Club. Diese Situation wird von fast allen Frauen als unangenehm empfunden und die zwei sind dann wahrscheinlich schnell wieder weg. Um so was entgegenzuwirken gibt es halt “free drinks” oder “free entry” für die ersten x Frauen. Andere Clubs steuern das Verhältnis über die Türpolitik. Jeder Mann der öfters weggeht weiß, dass es tendenziell einfacher ist mit einer Freundin irgendwo reinzukommen als wenn er mit einer reinen Männergruppe unterwegs ist. Reine Frauengruppen haben das Problem nicht. Das ist wirklich kein Geheimnis.

    Die Aussage auf Feministing ist quatsch. Keine Frau wird gezwungen sich zu betrinken nur weil sie den halben Preis für Getränke zahlt. Es ist einfach ein (etwas verzweifelter) Versuch mehr Frauen in den Laden zu locken. Dass man als Betreiber Frauen ziehen muss um Männer anzulocken ist einfach so und das wissen auch alle. Salopp gesagt, auf ein „sausage fest“ hat keine(r) Bock. Nur gibt es halt auch subtilere Methoden als die “free drinks” Geschichte.

    Ob das jetzt Sexismus ist? Kein Ahnung. Es gibt definitiv eine Ungleichbehandlung von Männern und Frauen. Um dem Phänomen auf den Grund zu gehen muss man aber ein riesengroßes Fass aufmachen. Der Knackpunkt ist wahrscheinlich letztendlich die unterschiedliche Wahrnehmung von männlicher und weiblicher Sexualität.

    Meine Aussagen beziehen sich auch „gewöhnliche“ Parties, auf queeren sieht es natürlich anders aus.

  16. Robert sagt:

    Das ist ein weiterer interessanter Standpunkt zu der Geschichte, vielen Dank! Ich hatte auch gehofft, dass die Debatte über „Ladies drink free“ auch nach den Artikeln noch weitergeht.

    Wie sieht es eigentlich bei Clubs aus, die eine Chefin haben?

    Mir fällt noch gerade ein ehemaliger Club in Kassel ein. Die hatten am Eingang noch vor den Türstehern eine Empfangsdame, was die Situation am Eingang sehr entspannt hat. Gegenüber einer Dame benehmen sich die Gäste dann doch eher als gegenüber einem des Testosteron überschüssigen Bodybuilder-Security.

  17. Philip sagt:

    @Robert

    Ich glaube auch eine Frau an die Tür zu stellen um die Gäste auszuwählen entspannt die Situation. Wobei ich auch eine Türsteherin kenne, die von einem weiblichen Gast ein Veilchen bekommen hat.

    Schau dir mal die Flyer von den Discos/Clubs an die „free drinks“ anbieten. Meiner Erfahrung nach korreliert „Titten und Ärsche“ auf dem Flyer mit dem Hinweis auf „free drinks for the ladies“. Ich fand das immer schon absurd, aber es kann sein das es funktioniert, finanziell gesehen.