Einträge mit dem Tag ‘Protest’


Wer schweigt, stimmt zu. Notizen zur Bundestagswahl.

25. September 2017 von Charlott

„Wer schweigt, stimmt zu! Gegen die Normalisierung des Hasses“. Anti-AfD Kundgebung vor deren Wahlparty in Berlin, 24.09.2017.

Mit 12,6% ist gestern die AfD als drittstärkste Partei in den Bundestag eingezogen. Daran lässt sich Nichts schön reden und nein, es ist nun wahrlich nicht die Zeit für aufbauende Memes, in denen es heißt, dass 87% der Wähler_innen nicht diese Nazipartei gewählt haben. Zum einen haben die übrigen Prozent nun auch nicht unbedingt für emanzipatorische, anti-rassistische Politik gestimmt (CDU/CSU 33,0; SPD 20,5; FDP 10,7; Linke 9,2; Grüne 8,9), zum anderen sind 12,6% genau 12,6% zu viel.

Eine vollständige Analyse der Wahl und politischen Gesamtsituation kann und möchte ich hier heute Vormittag gar nicht leisten (letzteres erschließt sich ja auch eigentlich durch die Gesamtheit der Beiträge hier im Blog, nicht erst seit gestern). Stattdessen gibt es hier – wie bereits vor vier Jahren – einige Gedankensplitter zur Wahl und dem gestrigen Abend.

  • Die Wahlbeteiligung lag etwa 5 Prozentpunkte höher als bei der letzten Bundestagswahl. Die Partei aber, die (im Verhältnis zu den Stimmen, die sie insgesamt erhielt) am meisten Nichtwähler_innen mobilisieren konnte, war die AfD. Ein Phänomen, wie es auch bereits bei den letzten Landtagswahlen zu beobachten war. Hohe/ Höhere Wahlbeteiligung an sich ist also – wie unüberraschend – kein Garant gegen Rechte. „Wenn mehr Leute wählen, hat die AfD weniger Prozent!“, stellt sich wie zuvor als falsch heraus. Der Umkehrschluss sollte natürlich nicht sein „Ja dann lieber alle nicht wählen gehen“, aber politische Diskussionen dürfen nicht bei „Geh wählen“ aufhören.
  • Bei all dem Gerede von einer Zäsur und Nazis im Bundestag, sollten wir unsere Blicke schärfen für Kontinuitäten. Mit der AfD ziehen nicht erstmals seit 1949 Nazis in den Bundestag. Bei Wikipedia gibt es eine handliche Übersichtstabelle mit ehemaligen NSDAP-Mitgliedern, die nach 1945 politisch aktiv waren – zum Beispiel bei der CDU/ CSU, SPD und FDP. Dass es aber eine gesamte Partei mit klar völkischem, rechten Programm in den Bundestag schafft, ist neu. Dies hat ganz spezifische Auswirkungen, denn nicht nur beeinflusst das den politischen Diskurs, auch gibt es ganz handfest Geld für Nazistrukturen und eine Fülle an Jobs für Rechte.
  • In den letzten Tagen war häufig zu lesen, dass die AfD nun die Masken fallen lassen würde. Dies war natürlich Hohn für all jene, die seit Gründung der Partei gegen diese anreden, denn versteckt haben sie sich nun wahrlich nicht. Nach der Bekanntgabe der ersten Prognose, knüpfte ADFler Gauland direkt und unverblümt an: „Wir werden sie jagen, Angela Merkel oder wen auch immer, und wir werden uns unser Land zurückholen.“
  • Gauland war (je nach dem welchen Sender man verfolgte) gleich die erste Stimme, die es nach der Bekanntgabe zu hören gab. Rechte Hetze auf dem besten Sendeplatz. Vor vier Jahren schrieb ich hier an dieser Stelle: „Das politische Klima ist eindeutig rechts-konservativ. Dass dabei im Fernsehen bei der Wahlberichterstattung vollkommen neutral über den möglichen Einzug der AfD gesprochen wird, spiegelt dies vielleicht auch einfach nur perfekt wieder.“ Die Normalisierung der AfD und ihrer Positionen hat auch unter Unterstützung vieler Medien (auch wenn diese bei der AfD-Anhängerschaft ja eher unbeliebt sind) stattgefunden. Unter dem Mantel der „Entzauberung“ wurde der AfD der rote Teppich zur Aufmerksamkeits-Bühne ausgerollt. Über „Themen, die die Bürger_innen bewegten“ wird so gesprochen, als seien diese naturgegeben und nicht auch mitbeeinflusst von medialer Berichterstattung und Themensetzung. Auch am gestrigen Abend wurden Politiker_innen vieler Parteien zunächst gefragt, ob sie nicht besser der AfD hätten ihre Themen abnehmen können. Eine Journalistin bei Phoenix sagte zur Linken: „Die AfD macht ihnen ja das Thema soziale Gerechtigkeit streitig.“ Gauland hingegen wurde gefragt, ob sie weiter mit dem „Stilmittel“ der „gezielten Provokation“ arbeiten werden.
  • Erkärungen zum Wahlerfolg der AfD wurden gestern auch gleich einige geliefert, doch Konzepte wie Rassismus, Antisemitismus, Hetero_Cis_Sexismus und Ableismus waren abwesend. Dies ist nicht zufällig so, müssten sich sonst doch auch strukturellere, gesamtgesellschaftliche Fragen gestellt werden und könnte die „Schuld“ nicht an einen „unzufriedenen“, rechten Rand geschoben werden, der äußerst wenig mit einer als nicht rassistischen, liberal wahrgenommenen „Mitte“ zu tun hat. Wenig überraschend, aber trotzdem nicht weniger erwähnenswert, dass die AfD in weitaus größerem Maße von Männern gewählt wurde. Das Gender-Gap ist bei keiner anderen in den Bundestag gewählten Partei so groß.
  • „Wir haben verstanden, dass wir die rechte Flanke schließen müssen“, kommentierte Alexander Dobrindt das CSU-Ergebnis. Menschen müssten schneller abgeschoben werden, hieß es ebenfalls. Das erinnert nicht nur daran, wie allgemein eh schon in der letzten Zeit agiert wurde, sondern auch ganz stark an die 1990er als die Antwort auf Gewalt gegen Geflüchtete die de facto Abschaffung des Asylrechts war. Ganz ohne AfD übrigens. Auch aus diesem Grund ist ein Feiern der 87% vollkommen unangebracht, denn menschenfeindliche Politik wird nicht nur von einer Partei allein gemacht. In Sachsen, wo seit langem vor allem von der CDU der rechte Flügel weit offen gehalten wird um „besorgte Büger_innen“ abzuholen, ist die AfD nun die mit 27% die stärkste Partei. In Bayern, wo die CSU gern über „Obergrenzen“ spricht und auch sonst nicht zurück hält mit rassistisch-motivierten Politiken ist die AfD so stark wie in keinem anderen anderen alten Bundesland. Eigentlich wäre nun mal Zeit den Ängsten jener zuzuhören, die geflüchtet sind, die Rassismus und Antisemitismus erfahren, die durch Behindertenfeindlichkeit eingeschränkt werden, deren reproduktive Rechte beschnitten werden, die mit Hartz4 leben müssen, deren körperliche Selbstbestimmung verletzt wird.
  • Richtig feiern konnte gestern die FDP. „Ab jetzt gibt es wieder eine Fraktion der Freiheit“, jubelte Lindner, so als wäre nicht gerade eine rechte Partei mit zweistelliger Prozentzahl in den Bundestag eingezogen. Aber gut, stilecht fand die Wahlparty ja auch in der Parteizentrale, die nach einem ehemaligen NSDAP-Mitglied benannt ist. #Kontinuitäten
  • Die SPD hat gestern direkt angekündigt, dass sie in die Opposition gehen wird. Damit wäre sie die stärkste Partei in der Opposition und die Oppositionsführung läge nicht etwa bei der AfD. In seiner ersten Rede nach der Hochrechnung bezeichnete Schulz die AfD konkret als rechtsextreme Partei, der sich mit aller Kraft entgegengesetzt werden muss. Hoffen wir, dass davon viel in der Praxis ab heute zu sehen sein wird.
  • Gegen den AfD-Wahlerfolg und das gesamte politische Klima gingen gestern direkt – in verschiedenen Städten – Menschen auf die Straße, ob mit Demozügen oder Protestveranstaltungen direkt vor den AfD-Wahlpartys. Dieser sichtbare Widerstand war gestern wichtig (war immer wichtig) und wird in Zukunft wichtig bleiben. Die Reaktionen auf die Proteste aber erinnerten auch direkt daran, dass wir es mit einer rechts-konservativen Gesamtlange zu tun haben und nicht unerklärlichen Ausreißern. Oftmals wird linker Protest als zu laut, zu falsch, zu gewaltvoll (?), zu radikal wahrgenommen, eingordnet, dargestellt. Linker Aktivismus wird immer wieder illegalisiert (zuletzt fallen da G20 und linksunten ein. Menschen, die sich gern als „gute Mitte“ inszenieren und rein gar nichts mit rechten Gedankengut zu tun haben wollen, sind sehr schnell dabei sich von Linken ebenfalls zu distanzieren. „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda.“, skandierten gestern die Demonstrand_innen in Berlin und das sollte doch der mindeste Mindestkonsens sein.

Die Kommentare hier sind offen für eure ersten Analysen, Ängste und Ideen zum Widerstand.


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Sexistische Anfeindungen bei G20-Protesten, Ehe gegen alle und das Wort „Nein“ – kurz verlinkt

13. Juli 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 354 von 365 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Über das G20 Treffen in Hamburg und vor allem die Proteste gegen dieses wurde in den letzten Tagen ohne Ende berichtet – auch wenn differenzierte Analysen leider gleich viel rarer waren. Ein paar Texte und Inhalte, in die sich ein Blick lohnt: Beim Missy Magazine hat Leyla Yenirce zehn Dinge, die über G20 gesagt wurden und die Ereignisse verzerren, knapp hinterfragt, Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels haben eine sehr differenzierte Beschreibung der Geschehnisse abgeliefert (FB-Link), Elsa Koester berichtet bei neues deutschland über sexistische Anfeindungen und Agressionen und in einem Youtube-Video spricht Daniel Loick über Polizei, Verkehrung demokratischer Grundprinzipien und Repressionen. Auf der Seite G20Doku werden nun Polizeigewalt und Grundrechtsverletzungen des Wochenendes zusammengetragen und dokumentiert.

Auf Facebook stellt sich die Berliner Kampagne „Ban! Racial Profiling – Gefährliche Orte abschaffen!“ vor.

„Ehe gegen alle“: Tove Tovesson schreibt beim Missy Magazine zur Öffnung der Ehe und queeren Forderungen. Gleichgestellt sind übrigens auch weiterhin nicht alle Paare, die nun dank der Öffnung der Ehe heiraten können, denn inbesondere für lesbische Frauen wird die rechtlich aufwendige Stiefkindadoption weiterhin Bestand haben: Denn wenn eine Person in der Ehe ein Kind gebiert und die andere Person in der Ehe weiblich ist, dann ist sie eben nicht automatisch als Mutter anerkannt – diese Anerkennung gibt es im Recht nur für Männer. Dazu schreibt auch Christian Rath bei der taz.

In Hamburg möchte eine Gruppe einen neuen sex-positiven Shop mit feministischen Anspruch eröffnen. Derzeit gibt es eine Crowdfunding-Kampagne.

me, myself & child rantet kurz und knapp zum Unterhaltsvorschuss: „UV-Leistungen, die auf andere Sozialleistungen angerechnet werden, sind einen Dreck wert für arme Familien und helfen keineswegs aus der vermeintlichen Armutsfalle.“

Englischsprachige Links

Eine Erinnerung, dass der französische Präsident Macron auch bedingt Anlass zum Gutfinden gibt: In einem Interview schmiss er mit Afrika-Klischees um sich und sah als „Grundproblem“ afrikanischer Länder vor allem Frauen, die viele Kinder bekommen. Ja, super Analyse…

Sara Ahmed schrieb über das kleine, feine Wort „No“:
„But yes, we do know this about no:
You need more than a right to say no for no to be effective.
For feminism: no is political labour.“

Bea Bischoff schreibt bei Racked über das Navigieren des US-Rechtssystems als queere Anwältin, sie beschreibt Dresscodes, Perfomances und die zu Grunde liegenden hetero_sexistischen Strukturen.

Termine in Berlin, Bremen, Gersdorf, Würzburg:

13. Juli in Berlin: Finissage „Ihr dürft mehr als Ihr glaubt“ Irmela Mensah-Schramm.

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln.

14. bis 21. Juli in Würzburg: Aktionswoche Queere Kämpfe verbinden.

27. Juli in Berlin: Being queer in South Africa – Diskussion und Konzert mit Teilen des LGBTIQA Künstler*Innen Kollektivs Rainbow Riots. (FB-Link)

2. bis 9. August in Gersdorf: Das Wer lebt mit wem? Camp lädt zu Diskussionen und Austausch rund um verschiedenste Zusammenlebensformen.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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es ist #nichtmeingesetz – und deins ganz sicher auch nicht

13. Mai 2016 von Hannah C.

Mit #nichtmeinGesetz grummelt ein Geist durch Deutschlands sozialaktivistische Szene.
Kaum war der Entwurf des neuen Teilhabegesetzes veröffentlicht, erhob sich der Protest und entwickelte sich langsam zu einer lauten Aktion. Einige sich selbstvertretende behinderte Menschen, ketteten sich im Zuge dessen symbolisch nahe der Grundgesetztafeln am Bundestag.

Aufsehen erregendes Agieren von behinderten Menschen – geil.

Der vorgestellte Gesetzesentwurf hat so viele Mängel und kurz gegriffene Lösungen, dass man getrost davon sprechen kann, dass sich unsere Bundesregierung nun jahrelang Zeit genommen hat, um behinderte Menschen auf noch komplizierteren Wegen als bisher, strukturell von sozialer und kultureller Teilhabe auszuschließen und sie mit Selbstbestimmung und ihrem eigenen Einkommen bezahlen zu lassen.

Eine Hand voll Mängel des Entwurfes wurden von den Menschen hinter dem Hashtag “Nicht mein Gesetz” bereits auf ihrer Webseite dargelegt.
Ausführlicher bezieht das deutsche Institut für Menschenrechte Stellung und schreibt: “An zahlreichen Punkten bleibt der Entwurf allerdings verhalten und hinter den Anforderungen zurück.”.

Was jetzt?
Der Entwurf wurde angenommen und soll noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.

Lauter Protest von nicht behinderten Menschen? – bisher doch reichlich verhalten.

Und das, obwohl die Lebensrealität behinderter Menschen, die Lebensrealität aller Menschen der Gesellschaft ist.
Die überwiegende Mehrheit aller behinderten Menschen ist nicht von Geburt an behindert. Ein Großteil bestehender Behinderungen liegen nicht in dem spezifischen Funktionieren von Körpern oder den spezifischen Fähigkeiten von Menschen begründet, sondern im direkten Lebensumfeld und den Strukturen, die diese produzieren.

Sich mit dem Thema “Leben mit Behinderung” und auch den Fragestellungen um die Möglichkeiten des Zugangs um soziale und kulturelle Teilhabe zu befassen ist manchmal schwierig. Gerade, wenn man selbst nie darüber nachdenken musste, ob und wie genau man selbst eigentlich Teilhabe genießen kann. Den wenigsten ist bewusst, was ihr Kinobesuch mit kultureller Teilhabe und ihre freie Wahl bezüglich der Wohnform, in der sie leben, mit Selbstbestimmung zu tun hat. Den wenigsten ist klar, wie tief die Privatwirtschaft in die Gestaltung des Lebensumfeldes aller Menschen hineingreift, ohne gleichermaßen umfassend die Verantwortung für die Partizipationsoptionen aller Menschen gleich übernehmen zu müssen.

Macht es euch bewusst. Macht euch bewusst, wie es wäre, würdet ihr morgen von einem Laster erwischt, von einem Laser geblendet, mit einer Hand in eine Maschine gerutscht oder mit einer chronischen Krankheit diagnostiziert, die euch für den Rest eures langen Lebens diverse Unterstützungen und Hilfen brauchen lässt, um es zu leben, wie ihr es euch für euch selbst wünscht.

Das Leben mit, trotz und ohne Behinderungen wird weder gewählt, noch erarbeitet oder sich verdient – es wird gelebt und zwar von allen Menschen gleich!

Unterstützt behinderte Menschen und ihren Protest gegen die Umsetzung des vorliegenden Gesetzesentwurfes.
Es geht um mehr als den Wunsch arbeitender Menschen mit Behinderungen ihr Einkommen für sich zu behalten.

Es geht um Menschenrechte.
Für die sind alle Menschen mitverantwortlich.


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Nazi-Drill im Kindercamp, kein Raum für Trauer – kurz verlinkt

5. November 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 300 von 365 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Heidi Benneckenstein stammt aus einer Familie von treuen Nazis, als Kind wurde sie in geheimen Lagern gedrillt. Ihre früheren Kameraden zündeln heute bei NPD und Pegida. Heidi Benneckenstein hat sich anders entschieden und stieg aus. Eine Reportage der ZEIT berichtet über ihren Werdegang und Nazi-Strukturen in Deutschland (Hinweis: Der Beitrag enthält rassistische Begriffe.)

Das Bielefelder Magazin weird wird dieser Tage 8 – genauso wie übrigens die Mädchenmannschaft, juchu! Zu diesem Anlass erschien eine Jubiläumsausgabe. Happy Birthday!

In DieStandard schreibt Brigitte Theissl über Fat Aktivismus im deutschsprachigen Raum – mit dabei sind auch Hengameh und Magda sowie die in Wien lebende Künstlerin Julischka Stengele.

Dr. Yasemin Shooman ist Historikerin und leitet die Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin und verantwortet dabei die Programme »Migration und Diversität« sowie das Jüdisch-Islamische Forum der Akademie. Auf ufuq.de kann mensch ihren Kommentar zur Diskussion um das Tragen des Kopftuchs im öffentlichen Dienst lesen: “Mein Kopf gehört mir.”

Englischsprachige Links

Nach dem Tod einer nahen Person erwartet das Umfeld oft ein „schnelles Vorankommen“, ein Weiterleben. Kiran Sidhu spricht im The Guardian über den Tod ihrer Mutter: „Our inability to talk about death has left us ill-equipped to talk about grief.“

Das neue kanadische Kabinett wurde vorgestellt und es besteht aus 15 Ministern und 15 Ministerinnen. Huffington Post stellt die Ministerinnen vor, u.a. Jody Wilson-Raybould, die erste indigene Justizministerin Kanadas.

Termine in Berlin, Bremen, Karslruhe, Recklinghausen:

7. November, Berlin: Veranstaltung zu Repressionen von Aktivist_innen, die an den Gegenprotesten zum „Marsch für das Leben“ teilgenommen haben.

Ebenfalls 7. November, Recklinghausen: Feminismus im Pott feiert Geburtstag und sammelt gleichzeitig Spenden für gute Zwecke.

Am 8. November in Karlsruhe: Vortrag des Vereins „Dritte Option“ , der aktuell für einen dritten Geschlechtseintrag „inter/divers“ klagt. Die Veranstaltung in Karlsruhe wird von 20 bis 22 Uhr live im  Querfunk übertragen.

14. und 15. November, Bremen: Workshop zu „Was tun gegen rassistische Polizeikontrollen?“ für Zeug_innen und (potenziell) Betroffene von rassistischen Kontrollen (Facebook-Link)

16. November, BerlinStolpersteinverlegung (PDF) im Gedenken an Elli Smula (1914–1943). Die Berliner Straßenbahnschaffnerin Elli Smula wurde 1940 als lesbisch denunziert, verhaftet und ins KZ Ravensbrück deportiert, wo sie 1943 ermordet wurde.

26. November, Berlin: Buchpremiere von AnouchK Ibacka Valiente (Hg.) „Vertrauen, Kraft & Widerstand. Kurze Texte von Audre Lorde“ in der Begine, gelesen von Anges Lampkin, Schauspielerin.


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Wichtige Wegbereiterinnen, weiße Feministinnen, wahre Feminazis – kurz verlinkt

30. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 294 von 365 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Das geplante „Prostituiertenschutzgesetz“ soll eine staatliche Registrierung aller Sexarbeiter*innen einführen. Hydra e.V. ruft alle Kolleg*innen und Unterstützer*innen dazu auf, ihren Protest dagegen zu erklären: „Wir lassen uns nicht registrieren! Eine Zwangsregistrierung birgt die Gefahr von Outing und drängt uns in die Illegalität.“ Alle Infos in mehreren Sprachen und die Petition findet ihr auf der Webseite von Hydra e.V.

Der Wegbereiterinnen XIV Kalender für 2016, herausgegeben von Gisela Notz, ist nun da! Jeden Monat wird eine spannende Wegbereiterin vorgestellt: „Kennen Sie Nuriye Ulviye Mevlancivelek, die Gründerin der ersten muslimischen feministischen Frauenzeitschrift im Osmanischen Reich? Und wer war Germaine Tillion? Oder Lucy Parsons?“

Bei derStandard schreibt Oona Kroisleitner über geschlechtsspezifische Erfahrungen von Flucht: „Warum Flucht von Frauen anders ist„.

Nächsten April findet in Köln das 33. Internationale Frauenfilmfestival statt – Einreichungen sind ab sofort möglich.

Englischsprachige Links

Den Begriff „Feminazi“ kennen wir alle als Beschimpfung feministischer Personen. Broadly aber hat sich gefragt, was ist eigentlich mit wirklichen „Feminazis“, also rechten Frauen, die sich selbst als Feministinnen bezeichnen.

Weiße Feminist_innen möchten oft wissen, wie sie Frauen auf Color in ihren Aktivismus einbeziehen können. Warum das die falsche Frage ist, erklärt Mia McKenzie auf Black Girl Dangerous.

Das Künstler_innenkollektiv The Nest hat queere Menschen in Kenia zu ihren Lebensrealitäten und Erfahrungen befragt. Daraus entstand der fiktionalisierte, viel gefeierte Episodenfilm „Stories of our Lives“. Da in diesem nur ein winziger Bruchteil der gesammelten Narrative einfließen konnte, haben sie jetzt ein Buch herausgegeben. Für dieses gibt es auch einen wunderbaren Trailer:

afriPOP! stellt die Posterreihe „Sibahle“ vor, in der die simbabwische Künstlerin Ruramai Musekiwa großartige afrikanische Frauen feiert.

Termine in Berlin, Frankfurt/Main, Weimar

1.Oktober in Berlin: Das geplante „Prostituiertenschutzgesetz“ soll eine staatliche Registrierung aller Sexarbeiter*innen einführen. Dagegen wird ab 11.30 protestiert (Link zum Facebook-Event).

12. Oktober in Frankfurt: Schülerinnen-Demo zum Internationalen Mädchentag

Vom 12. bis 18. Oktober in Weimar: das Festival unerhört! Erste feministische Radiotage Weimar. Dort wird es u.a. Workshops, Vorträge und ein großes Abschlusskonzert geben.

20. und 21. November in Berlin: Kongress Was ist Leistung II? – Care-Arbeitsbedingungen der Frauen der Überparteilichen Frauenintitiative Stadt der Frauen e.V.

 


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Ausgrenzung, Armut, Abschottung feiern? Protestaktionen zum 3. Oktober

30. September 2015 von accalmie
http://www.grenzenueberwinden.de/#start

http://www.grenzenueberwinden.de/#start

Zum 25. Jahrestag der Wieder­ver­eini­gung am drit­ten Ok­to­ber diesen Jahres schmeisst Deutschland sich selbst eine Party: Das Mot­to der bun­des­weiten Feier in Frank­furt am Main heißt „Gren­zen über­win­den“. An­ge­sichts zum Beispiel der poli­ti­schen Maß­nahmen gegen ge­flüch­tete Men­schen, die ge­plan­te Ver­schär­fung der Asyl­rechts­gesetz­gebung und der de facto wirt­schaft­lichen Sank­tionen gegen Griechen­land ist die Pa­ro­le zy­nisch. Gren­zen über­win­den: Das ist das Ex­klusiv­recht wei­ßer Deut­scher.

„Staat, Nation und Kapital sind zwar vieles, aber ganz sicher kein Grund zu feiern!“, schreibt auch das Bündnis Kritik und Praxis, und ruft gemeinsam mit dem „ums Ganze!“-Bündnis und dem Krisenbündnis Frankfurt zu Gegenaktionen auf:

Für den Griff des Standortes Deutschland nach der Poleposition auf dem Weltmarkt geht die Elite über Leichen und eine ganz große Koalition stimmt ihnen zu. Zwar hat der Einzelne auch hier immer weniger vom Erfolg des deutschen Kapitals, doch die nationalistische Rhetorik samt dem kaputten Stolz darauf, mit dem Exportweltmeister wenigstens den Pass zu teilen, erreicht viele Menschen. Währenddessen will man von den unbezahlten Nazischulden nichts mehr wissen und im ganzen Land brennen wieder Flüchtlingsheime. Die Rückkehr des „hässlichen Deutschen“ konterkariert das Bild des „sanften Hegemons“ in dessen Schatten sich das autoritäre Krisenmanagement in Europa vollzogen hat. […]  Wie gerufen kommt da der 25. Jahrestag der Wiedervereinigung, an dem der deutsche Staat sich unter dem unverschämten Motto „Grenzen überwinden“ bei den bundesweiten Feiern in Frankfurt/Main mit der Erinnerung an die „friedliche Revolution“ von 1989 als zivilisatorische Kraft inszenieren will. […] Gleichzeitig ist in ganz Europa, aber besonders auch in Deutschland, das Getöse sowohl an den Stammtischen als auch in den Parlamenten groß – und die Losung lautet: Grenzen dicht.“

In Frankfurt am Main finden verschiedene Prostaktionen statt:

Am 2. Oktober findet eine Kundgebung und Demonstration, „Auf die Straße gegen die ‚Einheitsfeierlichkeiten'“ statt – Treffpunkt ist um 19 Uhr am Kaisereck.

Am 3. Oktober lautet das Motto „Keine Party ohne uns! Zusammen die nationalistische Show stören!“ und es werden dezentrale und kreative Aktionen gegen das Einheitsfest stattfinden.

Um 20 Uhr am 3. Oktober findet schließlich eine Diskussion mit dem Titel „Nie wieder Deutschland!“ im DGB Haus statt. Weitere Informationen findet ihr beim Bündnis Kritik und Praxis, dem „ums Ganze!“-Bündnis  und dem Krisenbündnis Frankfurt.

Am 3. Oktober ruft ein breites Bündnis ebenfalls zur Demonstration „Refugees Welcome – 3. Oktober Demo“ in Bremen auf. Weitere Informationen zur Treffpunkt und Route findet ihr auf dessen Facebook-Seite.

Kennt oder plant ihr weitere kritische Aktionen zur Einheitsfeier? Bitte in den Kommentaren ergänzen!


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Prekäre Kunst: Protest & Widerstand

10. September 2015 von Charlott

Ab diesem Samstag geht es los: Unter der großen Überschrift „Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“ wird es in Berlin im restlichen September eine Ausstellung sowie eine Veranstaltungsreihe (mit Symposium, Film, Spoken Word und Musik) geben, die sich mit Rassismus/ Sexismus (und deren intersektionalen Verknüpfungen) im Berliner Kulturbetriebs auseinandersetzen. So heißt es in der Ankündigung:

Insbesondere Schwarze Künstlerinnen und Kuratorinnen sowie Künstlerinnen und Kuratorinnen of Color sind im Berliner Kunst- und Kulturbetrieb, mit wenigen Ausnahmen, weder Entscheidungsträgerinnen noch gibt es eine gewichtige Anzahl von selbstgestalteten Räumen, in denen sie sich präsentieren können beziehungsweise sich repräsentiert fühlen. Schwarze Frauen und Frauen of Color erfahren die Strukturen des Kunst- und Kulturbetriebs nicht nur als rassistisch, sondern auch als geschlechterdiskriminierend und erleben so ihr Arbeitsfeld „Kunst“ in mehrfacher Hinsicht als ausschließend und prekär.
Anhand der Frage nach Möglichkeiten der Aneignung, Unterwanderung oder dem Produzieren alternativer Kontexte soll ein Dialog über die verschiedenen Strategien entstehen, wie kulturschaffende Schwarze Frauen und Frauen of Color strukturellem Rassismus, Alltagsrassismus, Sexismus und den Erfahrungen von Marginalisierung und Nicht-Repräsentation im weißen Kunstbetrieb entgegenwirken (können). Gleichzeitig soll darüber beraten werden, inwiefern (Kunst-)Räume wirkliche Inklusion ermöglichen können und welche solidarischen Praxen dafür Voraussetzung sind. „Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“ möchte diskriminierende Strukturen und Repräsentationspraktiken markieren, aufbrechen und langfristig verändern.

Zum Auftakt gibt es am 12.09. um 19 Uhr die Eröffnung – mit Artist Talk – der Ausstellung „The Company We Keep“ von Meloday LaVerne Bettencourt, Karina Griffith und Lerato Shadi. Die Ausstellung ist im Anschluss vom 13.9.-16.10.2015 immer Mi.-Sa. von 16-19 Uhr geöffnet.

Die weiteren festen Termine:

Fr., 18.9.2015, 19 Uhr: Spoken Word mit Bahati, Chantel C, NJ

Mi., 16.9.2015, 19 Uhr: Film + Gespräch ERIS (36 min., UK 2012, engl.), Regie: Claire Hooper, Publikumsgespräch mit der Schauspielerin Danielle Marie Shillingford. (engl.)

Sa. und So., 26.9.-27.9.2015: Symposium mit Vorträgen von Dr. Onur Suzan Nobrega (Race, Precarity And Artistic Labour In Berlin), Sandrine Micossé-Aikins (Being is one thing… – Protest und Widerstand), Iris Rajanayagam (Die Illusion der Post-Gender und Post-Racial Gesellschaft. Weiße Räume öffnen?! Von Repräsentationskritik zu Selbstrepräsentation – Möglichkeiten und Grenzen. Praxiserfahrungen einer Kuratorin of Color), Julia Lemmle (I am a white academic feminist artist. I´ve got no reason to cry); Filmvorführung und Diskussion zu „Die Umzüge“ von Karina Griffith und „PAST PRESENT TENSE“ von Christa Joo Hyun D´Angelo sowie Podiumsdiskussionen zum einen zu Wann Protest, wann Widerstand? mit Dr. Daude, Micossé-Aikins, Dr. Nobrega und die Abschlussdiskussion mit Bettencourt, D´Angelo, Dr. Daude, Griffith, Lemmle, Micossé-Aikins, Dr. Nobrega, Rajanayagam, Shadi, moderiert vom Kuratorinnenteam (Dr. Stacie CC Graham, Katharina Koch, Anne Kohl).

So., 27.09.2015, 20 Uhr: Musik mit three women (Jeannine Mayani / Gonza Ngoumou / Bona Ngoumou)

Lesetipp:


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Pick Up Feminism: Aufruf zur Protestaktion in Hamburg am 7. Mai 2015

5. Mai 2015 von Gastautor_in

Dies ist ein Gastbeitrag des Bündnis‘ „Pick Up Feminism – Take down RSD“ (Die Firma „Real Social Dynamics“). Weitere Infos zum Bündnis Pick Up Feminism und „Flirten ohne Creepen“ findet ihr bei Facebook und bei Feminismus 101.

Am Donnerstag, den 7. Mai, soll in Hamburg ein „Schnupperabend“ (Freetour) für sogenannte Pick Up-Artists stattfinden. Dabei soll Männern beigebracht werden, wie sie am besten Frauen* aufreißen können. Veranstalter der Freetour ist die Firma RSD (Real Social Dynamics), zu deren Pick Up-Methoden neben sexueller Übergriffigkeit auch ein Bild von Frauen* als Objekte gehört, die es zu manipulieren gilt um sie gegebenenfalls auch zu sexuellen Handlungen zu nötigen.Bekanntestes Mitglied von RSD ist Julien Blanc, der mit seinen sexistischen, rassistischen und gewaltverherrlichenden Aufreißtipps letztes Jahr negative Schlagzeilen machte. In verschiedenen Ländern erhielt er nach massiven medialen Protesten Einreiseverbot.

Wir, das Bündnis „Pick UpFeminism – Take Down RSD“, wollen diese sexistischen Praktiken und Verherrlichungen einer Rape Culture nicht dulden! Deshalb laden wir alle, denen es genauso geht, ein mit uns gegen das Pick Up-Seminar von RSD vorzugehen. Wir treffen uns am Donnerstag, den 7. Mai um 17:30h am Hamburger HBF (Heidi-Kabel-Platz gegenüber vom Schauspielhaus) für eine gemeinsame Anreise zum Tagungsort der vermeintlichen Pick Up-Artistsum unseren Protest dagegen auszudrücken. Wir wollen dabei auch Passant_innen, Hotelbetreiber_innen und Presse klar machen, dass wir solche Schnupperabende und Seminare in Hamburg oder anderswo nicht dulden werden. Kommt zahlreich und sagt es weiter! Die Aktion ist offen für alle Geschlechter.

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Verarmungsmaschine Hartz IV, Hologramm-Proteste und Hillary Clinton – kurz verlinkt

15. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 278 von 365 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Eine neue Ausgabe der an.schläge ist erschienen. Im Mittelpunkt steht diesmal „Zehn Jahre Hart IV„. Online könnt ihr bereits das Interview „Verarmungsmaschine Hart IV“ mit der Politikwissenschaftlerin Karin Lenhart lesen.

Für 2014 zählte die Polizei 162 rechts motivierte Angriffe auf Unterkünfte für Geflüchtete, fast dreimal so viele wie 2013, berichtet die tagesschau. Und 2015 wird offensichtlich nicht besser: Allein gestern schrieb die ZEIT über (bisher noch ungeklärte) Feuer in Berlin und Hamburg und die Frankfurter Rundschau schreibt über Ermittlungen nach Schüssen auf ein Geflüchteten-Unterkunft in Hofheim.

In Spanien gibt es seit Ostern hohe Geldstrafen für Proteste vor dem Regierungsgebäude, Twittern von unangemeldeten Demos und dem Fotografieren von Polizist_innen im Einsatz. Dagegen richtete sich in Madrid eine Demonstration – die aus Hologrammen bestand!

Geld von euch möchte das Missy Magazine, wofür verraten die Macher_innen bei startnext.

englischsprachige Links

Letzte Woche verwiesen wir auf einen Bericht über fünf chinesische Aktivist_innen, die festgenommen worden waren. Nun sind die „Bejing Five“ nicht mehr im Gefängnis, sondern ‚frei‘ unter „conditional release“. Das berichtet The Mary Sue.

Ein Webcomic zu queeren 50er-Jahre Girl-Gangs? Ja, genau! Autostraddle stellt Rock and Riot vor.

Hillary Clinton hat diese Woche verkündet wieder für das Amt der_des US-Präsident_in kandidieren zu wollen. Feministing hat erste Reaktionen zusammengetragen. Racism Review schreibt: „Hillary Clinton: Good for White Feminism, Bad for Racial Justice„.

Termine in Berlin, Bochum, Eberswalde und Kiel:

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Erschwingliche Verhütungsmittel, Rap gegen rape culture und ein Anti-Trolling-Lexikon – kurz verlinkt

1. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 276 von 365 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Der pro-familia-Bundesverband hat beim Bundestag eine Petition für die Sicherung des Zugangs zur Verhütung auch für Menschen mit geringem Einkommen eingereicht, die heute letztmalig mitgezeichnet werden kann.

„Rassistische Skandale, Misshandlungen, Eskalation und Repression, die Beobachter_innen und Zeug_innen trifft: eine Bestandsaufnahme österreichischer Polizeigewalt“ schrieben Marlene Brüggemann und Olja Alvir für Progress.

Jetzt neu im Kino: der DreamWorks-Film „Home – Ein smektakulärer Trip“. Warum das erwähnenswert ist? Weil mit diesem erstmals (ja traurig) ein Schwarzes Mädchen als Protagonistin im Mittelpunkt steht. Hengameh Yaghoobifarah bespricht den Film auf Poligold.

Schüler_innen des Robert-Wetzlar-Berufskollegs in Bonn wehren sich gegen einen (extrem) rechten Lehrer. Einem der Schüler wurde von der Schulleitung, der die Burschenschaftsmitgliedschaften des Lehrers bekannt waren, daraufhin mit einem Schulverweis gedroht, berichtet die taz.

„Schlampige Arbeit, vorschnelle Festlegungen, übersehene Beweise“: Die Südwest Presse kommentiert die Polizeiarbeit in Baden-Württemberg bezüglich des NSU und des Ku Klux Klan.

dieStandard porträtiert Anna Fischer-Dückelmann, eine der ersten praktizierenden Gynäkologinnen und Bestseller-Autorin.

Die interaktive Plattform www.ronja-verdient-mehr.at, entwickelt vom Jahoda-Bauer Institut aus Linz, „zeigt Benachteiligungen von Frauen im täglichen Leben auf und soll den oft abstrakten Zahlen und Statistiken Leben einhauchen“.

Das Underdog Fanzine hat ein Interview mit der Orgagruppe des laDIYfest Kiel geführt.

Das Kunstmagazin Monopol interviewt die Galeristin Barbara Gross die seit vielen Jahren vor allem Kunst von Frauen zeigt. Leider sagt sie auch Sachen wie „Die Menschen müssen die Erfahrung machen, das Frauen genauso viel wert sind, wie Männer. „, in dem Interview finden sich dennoch spannende Anekdoten aus dem Kunstbetrieb: „Männer wollten die Kunst Maria Lassnigs beispielsweise nicht kaufen, da sie als Frau hätte schwanger werden können und dann hätte sie ja nicht mehr gearbeitet. Sie war damals über 70, das muss man sich mal vorstellen. Ich habe mich gefragt, ob sich diese Leute die Kunst überhaupt anschauen.“

Englischsprachige Beiträge

Die „BomBaebs“ Uppekha Jain und Pankhuri Awasthi rappen gegen rape culture in Indien:

Bei Medium werden 25 Frauen und Events rund um die Arbeiterinnenbewegungen in den USA vorgestellt und oftmals weiterführendes (teils Unterrichts-)Material verlinkt.

Sarah Seltzer hat für FlavorwireBeyond Mansplaining: A New Lexicon of Misogynist Trolling Behaviors“ zusammengetragen.

Dickenfeindlichkeit und Fatshaming wirkt sich negativ auf die Gesundheit dicker_fetter Menschen aus – Shakesville kommentiert die neue Studie des University College London.

Termin

Am 2.4. in Berlin, Südblock: Party Support #RomaDay.


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