Körper(teile) und Kampagnen – die Blogschau

von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 154 von 295 der Serie Die Blogschau

Warum sie sich in letzter Zeit so selten auf die Waage gestellt hat und das auch weiterhin so handhaben wird, erzählt Mademoiselle Nocturne.

Trotz aller gelegentlichen Freude an sogenannter Trivialliteratur befindet Wort­wolke: Die bekannte Romanfigur Bridget Jones räkelt sich auf einem „Eisberg aus Homophobie, Sexismus, Rassismus und Rape Culture„. Herzlich Willkommen in der Blogosphäre!

Das Autonome FrauenLesben-Referat der Uni Frankfurt nimmt Stellung zum Ver­kauf des Instituts für vergleichende Irrelevanz an einen privaten Investor und ruft auf zur Unterstützung, damit die bisherige erfolgreiche Nutzung für die queer­femi­nistische, anti­sexistische Arbeit auch weiterhin möglich ist.
Privatisierung und Kommerzialisierung olé: Der Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf will das Unternehmerinnenzentrum und Atelierhaus Sigmaringer1 ver­kaufen. Dort herrscht nicht zuletzt Ärger darüber, dass im Zuge des Kampfes gegen den Verkaufs die Gründerinnen, Unternehmerinnen, Investorinnen und Mieterinnen in ihrer Leistungs­fähigkeit nicht ernst genommen und abgewertet würden: „Wir arbeiten vernetzt, kooperativ, hierarchiefrei – wir sind die Zukunft des Arbeitens. Und ich finde es deshalb hochgradig ärgerlich, dass man uns seitens des Bezirks behandelt, als wären wir Transfer­leistungs­empfängerinnen, die auf Wohltätigkeiten des Bezirks angewiesen ist.“

Ist nicht die ganze Welt ein Stillraum? Darf und soll frau überall stillen? Und wenn ja, will sie das überhaupt? Fragt feministmum sich und euch.

Beauty-Blogging als Ausdruck eines „rückständigen“ Frauenbildes? Vielmehr als Spiel­art des Nerdism: informiert, reflektiert und selbstbewusst.

Über Penisgrößen und Kondompassformen schreibt drüber und drunter.

Wer „A“ sagt, muss nicht „B“ sagen: Das Blog zum Zine um „Asexualität und Sexu­alität aber auch um das dazwischen und das drumherum“. Hier findet ihr auch Infos und Möglichkeiten zum mitmachen oder bestellen.

Verunsicherte Männlichkeit, durch die Frauenemanzipation ihrer Iden­ti­fi­kations­möglichkeiten beraubt? Die Spreemieze schleudert derartig geschichts­vergessenen maskulistischen Positionen ein gepflegtes „Heult doch!“ entgegen. Und rät: Guckt doch auch mal bei den Vätern.

Menschenwürdiger Umgang mit Asylbewerber_innen ist immer wieder an Einzelfallentscheidungen gebunden und bleibt ohne öffentlichen Druck viel zu oft aus. Urmila Goel berichtet einmal mehr.

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus: Der Slutwalk Berlin 2012 kommt!

Ingeborg Boxhammer hat lesbische TV-Tipps für die kommenden zwei Wochen.

Geben Sie sofort das Bundesverdienstkreuz zurück!„, fordert Jule vom frisch­ge­back­enen Träger Fritz Baumbach, der für sein ehren­amt­liches Engagament geehrt wurde. Und in seiner Dankesrede bei der Preis­ver­leihung äußerst fragwürdige Dinge über Gehörlose und Schwerhörige verkündete.

Über Möglichkeiten feministischen Enagegements im eigenen beruflichen Handlunsgfeld spricht Antje Schrupp im Publik-Forum.

Wenige aktive Social-Media-Nutzer_innen sind wohl in den letzten Tagen an der Kony2012-Videokampagne vorbeigekommen. Nachdem der Film zunächst vielfach eher enthusiastisch verbreitet wurde, häuft sich inzwischen die Kritik an pro­ble­ma­tischen Aspekten dieser Aktion. Die kleine Ethno­login gibt eine Zusammenfassung.

Folgende Termine werden zur Vormerkung empfohlen:

Am 15. März bereitet euch The Berlin Femme Show einen fabulösen Abend voll der Crème de la Crème der queeren femme Kreativtalente. Ab 19 Uhr im Lido, Curvystr. 7. Hier geht’s zum Facebook-Event.

Einen Tag später, am 16. März, startet die Anmeldung für das diesjährige Gendercamp. Hin da!




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Eintrag geschrieben: Sonntag, 11. März 2012 um 17:30 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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8 Kommentare

  1. Adrian Lang sagt:

    Eine bedrückend neoliberale Argumentation die Sigmaringer1 da an den Tag legt :(

  2. sem sagt:

    Ich habe den Eintrag von Sigmaringer1 gelesen und muss sagen, dass dort – wenn auch etwas seltsam formuliert – eine berechtigte Frage gestellt worden ist, die mitnichten eine Abwertung der Leistungsfähigkeit dargestellt hätte. Eher unsäglich finde ich die Antwort darauf, als wäre es eine Schande bei den Bedingungen, unter den wir heute freiberuflich arbeiten, sogenannte Transferleistungen zu beziehen. Als wären diese Wohltätigkeiten; und nicht etwa zum Teil bittere Notwendigkeiten und ein Recht in einem Staat, der sich nicht auf Mindeststandards und Mindestlöhne einigen kann.

    Dieser Nachtritt auf Menschen – meist Frauen mit Familien -, die von ihrer Arbeit eben nicht leben können und deswegen sich an die Ämter in ihrem Bezirk wenden müssen, steht einem queer-feminitischen Zentrum nicht gut zu Gesicht und negiert gesellschaftliche Realitäten. Ich muss Adrian Lang zustimmen: das ist eine neoliberale Argumentation und kein Ausweis für die eigenen Fähigkeiten. „Wir sind Leistungsträger“; ich fasse es nicht.

  3. Anna-Sarah sagt:

    @sem: Der Genauigkeit halber: Das Sigmaringer1 nennt sich Unternehmerinnenzentrum und Atelierhaus, und die dort tätigen Unternehmerinnen sind kommerziell tätig – es handelt sich hier nicht um ein queerfeministisches Zentrum, sondern um einen Wirtschaftsbetrieb. Lässt man eine grundsätzliche Kritik an kapitalistischen Verwertungszusammenhängen von Arbeit mal außer Acht (eine Kritik, die so wie du und Adrian Lang sie hier vorbringt, natürlich durchaus legitim und angebracht ist, zumal an „Leistungsträger“-Mythen), ist die Argumentation der dort tätigen Frauen, als relevante Wirtschaftsfaktoren anerkannt werden zu wollen, also durchaus in sich schlüssig…

  4. georgina sagt:

    Danke fürs Verlinken. :)

  5. Helga sagt:

    In den Kommentaren zum Sigmaringer-Beitrag wurde noch mal klargestellt, dass man nicht „nach unten tritt“ und die Wichtigkeit von Transferleistungen schätze.

    Deren Geschichte illustriert leider sehr schön die Skepsis und mangelnde Anerkennung von Frauen als Unternehmerinnen. Die Nachfrage zeigte ja, dass man Frauen unterstellt, selbst nicht von ihrer Arbeit leben zu können. Dass ein Frauenprojekt nicht wirtschaftlich leben kann. Kurz: Dass Frauen halt zu blöd sind, vernünftig zu wirtschaften.

    Das ist leider eine tief verwurzelte Annahme in vielen Köpfen, stellvertretend für die allgemeine Geringschätzung von Frauen.

  6. Maya sagt:

    Kleiner Hinweis:
    In der Url zu „Eisberg aus Homophobie, Sexismus, Rassismus und Rape Culture“ fehlt das h in der Protokollangabe (http).
    http://wortwolke.twoday.net/stories/buchkritik-zu-helen-fieldings-bridget-jones/

  7. Anna-Sarah sagt:

    @Maya: Danke für den Hinweis! Ist korrigiert.

  8. Barbara sagt:

    Ich bin die Autorin des Artikels „Wir sind Leistungsträger“ – und hoffe, dass mein Kommentar in unserem Blog das nochmal klar gemacht hat: Mein Beitrag richtet sich definitiv nicht gegen Menschen, die aus welchen Gründen auch immer Transferleistungen beziehen. Ich weiß noch nicht mal, ob es im Haus nicht auch Unternehmerinnen oder KünstlerInnen gibt, die das zeitweise in Anspruch nehmen mussten oder zur Zeit müssen. Und wenn schon. Deshalb sind sie für mich dennoch LeistungsträgerInnen (im Atelierhaus arbeiten Künstler und Künstlerinnen. Nur das Unternehmerinnenhaus ist ein Frauenprojekt). Mir ging es genau um das, was Helga hier anspricht: Man nimmt uns nicht ernst. Und ich befürchte: Man nimmt uns nicht ernst, weil wir Frauen sind. In einem anderen Netzwerk fragte mich eine Freundin ungläubig: „Denken die, dass ihr euch vormittags die Nägel lackiert und mittags zusammen eure Namen tanzt?“ Wir gehen hier nicht unseren Hobbys nach. Wir haben einige Frauen, die ihre ganze Familie von ihrer Arbeit ernähren. Wir haben alleinerziehende Frauen, aber auch ungewöhnlich viele Frauen deutlich 50+, die nach einigem biographischen Hin- und Her nochmal etwas ganz Neues gewagt haben – und erfolgreich sind. Ja, wir bringen Leistung. Ich finde das Wort nicht anrüchig. Wir zahlen Steuern, einige Frauen haben mittlerweile Angestellte. Wir tun aktiv etwas für den Bezirk – wir bringen Kultur, Kreativität und neues Wirtschaften in eine ziemlich piefige West-Berliner Ecke:-). Ich erwarte deshalb, dass man uns seitens der Entscheidungsträger auf Augenhöhe begegnet – und nicht behandelt, als wären wir auf Almosen angewiesen. Nur darum ging es mir.