Sexualisierte Gewalt, Männerrechtler und Riot Grrrls

von der Mädchenmannschaft

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine neue Studie herausgegeben: Unter der Leitung von Soziologin Nina Degele hat ein Forscher_innenteam untersucht, wie offen beziehungsweise ausschließend der Fußballsport in Deutschland ist. Ergebnis: Sexismus, Rassismus und Homophobie sind nach wie vor struktur­gebend und betreffen Geschlechter in ganz unterschiedlicher Weise.

Echo Online hat ein Interview mit Darmstädter Musikerinnen geführt. Die Frauen konstatieren: Um sich durchzusetzen, „muss man ein Macho sein“.

Passend dazu hat die New York Times einen Rückblick auf die Riot Grrrl Bewegung in den USA gewagt und deren internationale Errungenschaften und Einflüsse bis heute nachgezeichnet.

Die Monsters of Göttingen interviewen die Initiator_innen des Antifee Festivals, das dieses Wochenende bereits zum fünften Mal stattfindet. Jedes Jahr trifft hier emanzipatorische Politik auf ein musikalisches Bühnen­programm und theoretische Auseinandersetzungen mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in Workshops.

Journalistinnen sind während ihrer Arbeit vermehrt sexualisierter Gewalt ausgesetzt, doch sie schweigen darüber, wie eine Studie herausgefunden hat. Jüngstes Opfer ist CBS-Reporertin Lara Logan, die in einem bewegenden Interview ihr Schweigen gebrochen hat (wir berichteten).

Soziologe Andreas Kemper, Autor des Buches „(r)echte Kerle – Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung“, spricht mit dieStandard.at über seine Einblicke in die deutschsprachige Bewegung. Ähnlich wie Thomas Gesterkamp, der 2010 für die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise zum Thema heraus­ge­geben hatte, kommt er zu dem Ergebnis, dass die antifeministische und frauenfeindliche Männerechtsbewegung offen für Rechtsextremismus ist: „Dazu zähle ich die ideologischen Versatzstücke Nationalismus, Ethno­zentrismus, Rassismus, Sozialdarwinismus, Antisemitismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Befürwortung einer rechts­autoritären Struktur, Chauvinismus und Sexismus.“

Auf Sociological Images kann nachverfolgt werden, wie das Geschlechter­verhältnis in den akademischen Disziplinen, aufgeschlüsselt nach Dis­ser­tationen, aussieht.

Ende Mai hatte die Beauftragte der Bundesregierung zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in Institutionen und Familien, Christine Bergmann, ihren Bericht abgeliefert. Dieser zeigte auf, dass die Strukturen für Missbrauchsopfer in Deutschland denkbar schlecht sind. Jetzt wurden die Betroffenen an einen runden Tisch geholt, wie die Taz berichtet.

Die Deutsche Welle rezensiert das Buch „Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene„. In der NPD bekleiden immer mehr Frauen Ämter, um der Partei ein geschlechterprogressives, bürgerliches Image zu geben.

Anke Domscheit-Berg, die Unternehmen in Sachen Quote, Aufstiegschancen von Frauen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf berät, wurde vom Fernsehsender MDR zu ihrer Arbeit interviewt.

Die österreichische Gruppe TransX, die sich für die Rechte von Transsexuellen und Transgender einsetzt, macht auf den Fall der türkischen Transsexuellen Yasar aufmerksam, die in ihr Herkunftsland abgeschoben werden soll.

Etwa eine Woche ist es her, dass Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde (wir berichteten). Schon jetzt wird über sein TV-Comeback spekuliert: „vielleicht als Moderator einer Talkshow über persönliche Schicksalsschläge und große Dramen“.

Zum Schluss noch zwei Termine:

Die argentinisch-mexikanische Band Kumbia Queers tritt am 15. Juni im Münchener Kafe Marat auf. Los geht’s ab 20 Uhr, Eintritt sind schlappe vier Euro.

Am morgigen Donnerstag stellt Franziska Rauchhut in Berlin ihr neues Buch zur Geschichte der Lesbenbewegung in Deutschland vor. Beginn: 20 Uhr im Silverfuture.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 8. Juni 2011 um 15:00 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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5 Kommentare

  1. Nadine sagt:

    Die Macher_innen des Antifee-Festivals haben außerdem ein tolles Magazin rausgebracht, das hier kostenlos gelesen werden kann. Themen u.a. Sexualisierte Gewalt, Mackertum, Antifa und Männlichkeit, Nationalismus im Pop, Fußball, Rassismus und Grenzregime

  2. Sarah sagt:

    WOW, vielen Dank für den Tipp bzgl. Kumbia Queers! Was für ne Mischung! Ich komme aus Kolumbien, der Heimat der Cumbia und freu mich riesig dass es diese auch in nicht heteronormativ gibt! DANKE! Freu mich aufs Konzert am Sonntag! :)
    Und wenn ich schon mal schreibe, dann kann ich auch der ganzen Mädchenmannschaft gleich mal mein Kompliment aussprechen! Ich liebe Euren Blog und habe hier schon einiges gefunden was mein Leben positiv beeinflusst hat! Macht bitte weiter so! Alles Liebe und weiterhin viel Spaß beim Bloggen!

  3. Nadine sagt:

    Das freut uns sehr. Vielen Dank!

  4. Luna sagt:

    Ach du meine Scheiße…. das mit den Mädels in den rechten Szenen ist ja heftig. Klar kenn ich selber eine, die, wenn sie ein paar Tage mit ihrem Freund (der schon sehr rechts ist) auch dumme und unüberlegte Sprüche raushaut, aber die kann ich immer noch „geradebiegen“.
    Ich frag mich immer wieder, was Mädels an diesem Gedankengut so toll finden.
    *Kopfschüttel*

  5. Luna sagt:

    Also, dieses „klar“ am Anfang vom zweiten Satz soll nicht heißen dass ich mich gern und hauptsächlich in solchen Kreisen bewegen (eher im anderen Extrem), sondern dass mir schon bewusst ist, dass es rechtsgesinnte Mädels gibt.