Frauen im Gefängnis, Rachel Dolezal und Spenden – kurz verlinkt

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 284 von 327 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Vom 24. bis 26. Juli wird in Berlin das Cutie.BPoC-Festival von und für QTIBPOC (Queer_Trans * _Inter * _Black_and_People_of_Color) stattfinden. Und wie bei allen Veranstaltungen fallen Kosten an – finanzielle Unterstützung wäre also super!

Und bei Facebook veröffentlichte LesMigraS einen Spendenaufruf. In dem heißt es u.a.: „Zurzeit steigt die Anfragen an unsere Dienstleistungen von LSBT*I* Geflüchteten und sie brauchen finanzielle Unterstützung für Rechtsberatung, Psychotherapie und Gerichtskosten. Wir möchten Geld für diese Klient_innen sammeln.“ Und hier der direkte Link zur Spenden-Möglichkeit.

englischsprachige Links

Nach zwei Jahren wurde nun die angestrebte Summe von 30 Millionen Dollar im Kompensationsfond für die Opfer von Rana Plaza erreicht. Dazu schreibt Tansy Hoskins beim Guardian. (Auf Deutsch bei der Mädchenmannschaft findet ihr zum Thema einen Text zum Jahrestag des Einsturzes und eine Besprechung von Hoskins Buch.)

Kleine Geschichtsstunde bei Bust: „10 Badass Female Revolutionaries You Probably Didn’t Learn About in School„.

Während bereits viele in der neusten Staffel von Orange Is The New Black versinken, wäre dies doch auch der richtige Moment die von Autostraddle zusammengestellte Liste von Longform-Texten zu „Frauen im Gefängnis“ durchzugehen.

„How Rachel Dolezal Overshadowed the Story of Arnesha Bowers“, schreibt Darnell L. Moore bei Mic. Und beim Bitch Magazine geht Evette Dionne unter der Überschrift „Black Women Can Barely Make the News, But Rachel Dolezal Gets National Media“ der Debatte nach.

Flavorwire bespielt eine neue Artikelserie mit dem Titel „The Forgotten Women of Punk“. Sie beginnen mit einem Interview mit Osa Atoe (u.a. Macherin des Zines Shotgun Seamstress) über die sehr kleine Welt von „Black Punk“.

Und bei der Gallery of the Streets gibt es noch etwas auf die Ohren: „Live from the Underground Railroad: Black Feminist Resistance, from 1863-2015„, eine „kitchen table conversation“.




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 18. Juni 2015 um 11:00 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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9 Kommentare

  1. Fredericke sagt:

    Bei Dolezal ist mir klar, dass es einfach falsch ist und sure allenfalls Aneignungen aus privilegierter Position betreibt. Sie ist keine poc, sie kann nicht einfach ihre Privilegien ablegen und sie dennoch gleichzeitig in Anspruch nehmen und dadurch aufsteigen.

    Ich bekomme es aber nicht zur Transsexualität abgegrenzt. Mag da nicht eine mal die erklärbärin machen oder nur einen guten Text dazu empfehlen?

    Ich dachte erst es liegt an ihren aussehen, aber es am passing fest zu machen ist ja transfeindlic .

    Meine beste Theorie ist noch, dass eben bei Diskriminierung im Bereich der Hautfarbe das einzige Kriterium ist, an dem die Diskriminierung fest macht, während im BetrVG Geschlecht alle Zeichen von Weiblichkeit, auch verhalten oder sonstige genderanzeichen abgewertet werden, zB auch bei homosexuellen, die körperlich gleich bleiben.

    Ist es das? Oder verkenne ich da nur als privilegierte weiße den Umfang die Anknüpfung von Diskriminierung im PoC-Bereich?

  2. SchwarzRund sagt:

    In der ominikanischen Republik sind über nacht tausende Bürger*innen staatenlos geworden und werden deportiert. unter #soydominicano wird darüber berichtet.

    http://www.huffingtonpost.com/2015/02/11/haitian-lynched-dominican_n_6664276.html
    http://live.huffingtonpost.com/r/highlight/hundreds-of-thousands-of-dominicans-face-deportation-to-haiti/55807de02b8c2a91e80000e6

    Die ganze Situation ist so verstickt, dass ich die Nacht überstehen musste durchs schreiben.
    https://schwarzrund.files.wordpress.com/2015/06/quasi2.pdf dort ist die Geschichte gratis runterzuladen.

  3. Anna-Sarah sagt:

    Hi Fredericke, ich verstehe deine Frage nicht, kannst du die noch mal anders stellen? Und was meinst du mit „PoC-Bereich“?

  4. Charlott sagt:

    @SchwarzRund: Vielen Dank für deine wichtige Ergänzung. Einen Text, den ich dazu in der letzten Woche gelesen hatte (aber irgendwie für’s ‚kurz verlinkt‘ verplant hatte), war „We Regret to Inform You That in 4 Days You and Your Family Will Be Deported to Haiti“ bei The Nation. Über weitere Text-Hinweise wär ich auch erfreut.

  5. Tim sagt:

    Ich denke, was Frederike beschreiben will, wird hier aufgegriffen:

    http://www.newyorker.com/news/daily-comment/rachel-dolezal-black-like-her

  6. anna sagt:

    @Fredericke: In diesem Artikel wird auf den Vergleich mit Transsexualität eingegangen: http://taz.de/Debatte-Rachel-Dolezal/!5204631/

  7. Betti sagt:

    @Fredericke

    Verstehe ich Deine Frage richtig, dass Du eine Begründung dafür suchst, warum „transsexual“ und „transracial“ nicht das gleiche sind? Bzw. dafür, dass es „transracial“ im Dolezal-proklamierten Sinne nicht gibt?

    Falls Du mit englischen Texten klarkommst – der hier vielleicht?

    http://soletstalkabout.com/post/121350496180/trangender-vs-transracial-caitlyn-jenner

    Habe den von hier:

    https://twitter.com/AngryBlackLady/status/609714547855880192

    („When ppl ask if #transracial is a thing, tell them it’s not and send them this…“)

  8. Fragerin sagt:

    Hallo anna, hallo MM,

    vielleicht darf ich als Transfrau zu dem taz-Artikel etwas sagen. Dort heißt es zu dem Vergleich Dolezal-Jenner:

    „Der größte Unterschied ist: Transfrauen oder Transmänner erfinden keine Geschichten. Dolezal verleugnete hingegen ihre weiße Identität. Sie log: Sie gab an, in einem Zelt gelebt zu haben, gab einen schwarzen Mann als ihren Vater aus. Und sie profitierte persönlich und sozial davon, dass sie andere für schwarz hielten. Sie inszenierte sich durch Haare und Make-Up als Afroamerikanerin. Dolezal spielte schwarz.“

    Diese Begründung, die anderen entspricht, die ich bisher gelesen habe, ist Quatsch. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich Geschichten erfunden und gelogen habe, um so leben zu können, wie es meinem Selbstbild entspricht. Habe ich darum meine „männliche Identität“ „verleugnet“? Eine solche Identität hatte ich doch gar nicht, die wurde mir nur zugeschrieben. Und klar habe ich mich durch Haare und Make-Up und anderes als Frau „inszeniert“. Habe ich darum „Frau gespielt“? Schließlich habe ich auch durchaus mal davon profitiert (und das ausgenutzt), dass andere mich für eine Frau „hielten“ – ebenso wie ich in anderen Situationen daraus Nachteile hatte. Das gilt für Dolezal aber ebenso.

    Insgesamt beruht diese Begründung auf einem essentialistischen Verständnis von weiß und schwarz, das im selben Atemzug für das Geschlecht (zu Recht) nicht akzeptiert wird.

    Ich finde darum, dass die Frage, wo genau der Unterschied zwischen „transracial“ im Dolezalschen Sinne und transgender liegt, nicht ganz so leicht vom Tisch zu wischen ist. Ich habe auch das Gefühl, dass es da einen Unterschied geben muss. Aber wirklich begründen kann ich ihn bisher nicht.