Das Leben ist kein Ponyhof!

January 5th, 2009 von Anna
Dieser Text ist Teil 18 von 18 der Serie Auf einen Kaffee mit Anna

Heute nutze ich die Gelegenheit einer eigenen Kolumne dafür, ein Kindheitstrauma zu verarbeiten. Es geht um meinen Geburtstag in der dritten Klasse, ich wurde neun.
Wie jedes normale Kind freute ich mich sehr auf meinen Geburtstag, ganz besonders auf die Feier mit den anderen Kindern. Und natürlich auf die Geschenke! Ich bekam an diesem Geburtstag vor allem eines: Bücher! Und zwar nicht irgendwelche Bücher sondern: Pferdebücher!

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ich kann mir im Nachhinein gut vorstellen, wie das zustande kam. Meine Mitschülerinnen liebten Pferde, mit allem, was dazu gehörte. Pferdebücher, Pferdeposter (MediZini!), Schulsachen voll mit Pferden und „My Little Pony“. Ich war quasi in einer Pferdemädchenklasse gefangen. Was lag für die Geschenke kaufenden Mütter also näher, als auch für mich Pferdebücher zu besorgen? Wie konnten sie auch ahnen, dass ausgerechnet diese 9jährige keine Pferde mochte?
Ich habe es versucht! „Kiki rettet den Ponyhof“ bekam noch eine Chance, „Das Glück dieser Erde“ (oder ein ähnlicher Pilcher-Titel) flog nach 20 Seiten in die Ecke, zusammen mit den anderen Pferdebüchern. Mein Frust war groß! Was für blöde Geschenke!

Ich weiß bis heute nicht, warum ich kein Pferdemädchen* war, entsprach ich doch sonst zumindest in Sachen Spielzeug wirklich jedem gängigen Stereotyp!

Alles fing recht harmlos an mit gefärbten Stoffwindeln und unbehandelten Holzbauklötzen, von denen meine Mutter heute noch schwärmt. Beides meines Erachtens recht gender-neutral. Was man von meiner enormen Barbie-Sammlung (von der meine Mutter selten schwärmt) nicht mehr sagen kann. Eines meiner tollsten Weihnachtsgeschenke war ein Barbiehaus (leider nicht das echte, sondern ein stabiles aus Holz). Ich denke, ich muss nicht näher erwähnen, dass das Haus nach und nach mit Himmelbett, Bad, Schminktisch, Küche etc voll eingerichtet wurde. Das einzige Produkt des Barbie Universums, das keinerlei Reiz auf mich ausübte waren die - richtig - Pferde! Allerdings spielte ich mit Barbie nie das klassische Mama-Papa-Kind-Szenario, sondern Barbie ging täglich arbeiten bei mir. Immerhin das! Außerdem besaß ich natürlich (teilweise sprechende) Puppen, mit Kinderwagen und was man sonst noch so braucht. Später kam tatsächlich noch einer dieser Köpfe dazu, die man schminken und frisieren kann.

Man sieht: Spielzeugtechnisch war ich ein wandelndes Klischee.

Ich erinnere mich allerdings auch an einen Korb voller Matchbox-Autos. Nur kann ich mich nicht erinnern, damit wirklich gespielt zu haben. Später landeten sie dann bei meinem Bruder. Außerdem sollte man der Vollständigkeit halber noch Playmobil und eine große Lego-Sammlung erwähnen.

Was lernen wir daraus? Auch eine feministische Erziehung schützt nicht vor der Barbie Invasion im Kinderzimmer. War es Peer-Pressure oder doch eher wohl meinende Verwandte, die Barbie und andere Puppen in mein Kinderzimmer brachten? Ich weiß es nicht. Meiner Mutter wird nicht immer wohl gewesen sein beim Blick in meine Spielsachen.

Es muss allerdings erwähnt werden, dass mein Bruder, als er sich - ebenfalls zu Weihnachten - eine Barbie samt Ferrari wünschte, diese anstandslos bekam. Warum genau Barbie allerdings als erstes nackt ausgezogen wurde und die Feiertage damit verbrachte, im FKK-Look durch den Flur zu brausen, das kann er heute nicht mehr erklären. Angeblich erinnert er sich nicht.

*Ich wurde von einer Reihe ehemaliger Pferdemädchen darauf aufmerksam gemacht, dass „echte Pferdemädchen“ nicht so sind, wie es das Klischee vermuten lässt! Echte Pferdemädchen sind den ganzen Tag im Stall und riechen entsprechend, echte Pferdemädchen machen sich ohne Murren dreckig beim Ausmisten, echte Pferdemädchen sind hart im Nehmen und echte Pferdemädchen schrecken auch vor Pferdeapfelschlachten nicht zurück.
Liebe echte Pferdemädchen, ich finde es sehr schade, dass ich euch nicht früher begegnet bin!

Lisa Ortgies wieder bei Frau TV

January 4th, 2009 von Susanne

Schnelle Meldung zum Sonntag: Lisa Ortgies moderiert ab Ende Februar wieder “Frau TV”. Bevor sie im letzten Jahr für kurze Zeit die Chefredaktion des feministischen Magazins Emma übernommen hatte, war sie schon zehn Jahre lang Moderatorin der WDR-Sendung gewesen.

Selbermach-Sonntag (4.1.09)

January 4th, 2009 von Susanne

It’s Selbermach-Time, also her mit euren Links, Gedanken, Geschichten, Fragen!

Schönen Sonntag!

“Männer können ihre Nippel ungestört herzeigen”

January 3rd, 2009 von Katrin

Maria von Lucas Cranach

Ums Stillen ist es ein wundersames Spiel:

Erstens ist es gerade wahnsinnig en vogue. So wird eine Mutter, die ihr Kind nicht oder nur kurz stillt in den diversen Mütter-Tummel-Foren des Web 2.0 auseinandergenommen wie eine Weihnachtsgans. Denn nicht zu stillen ist ein Frevel am armen Kind. Stillen muss sein! Selbst die WHO empfiehlt schließlich mindestens sechs Monate zu stillen.

Zweitens aber - und hier wird es jetzt schon schwierig: Wer stillt, der bleibe bitte bitte zu Hause! Auch im wunderbar offen über alle Tabus redendem Web 2.0 kann man nachlesen, dass dessen Erna-Normal-Userin bitte nicht in Cafés und Restaurants mit den Brüsten stillender Frauen belästigt werden will. Unter solchen Texten entbrennen für gewöhnlich Grabenkämpfe zweier unvereinbar scheinender Meinungen.

Drittens, und jetzt wirds spannend, bietet das Web 2.0 mit seinen Netzwerken und deren Fotoalben die beste Möglichkeit, die wunderschönen Momente des Stillens mit der ganzen Welt - zumindest aber mit den eigenen Freunden - zu teilen. Nun gut - wers mag. Könnte man denken, aber…

Viertens: Stoßen all diese Faktoren miteinander zusammen, wenn eines der größten sozialen Netzwerke dieser Welt ausgerechnet aus den scheinbar von akuter und chronischer Prüderie erfassten USA betrieben wird. Dann nämlich werden diese Bilder knallhart gelöscht - so meldete dieStandard.at am 2. Januar:

Das soziale Netzwerk Facebook entfernt seit Herbst vergangenen Jahres Fotos von seiner Site, auf der Nutzerinnen in stillender Position mit ihren Säuglingen zu sehen sind. Nicht ohne die Frauen vorher darauf aufmerksam zu machen, dass ihre Fotos als “obszön” eingestuft worden seien.

Hier musste ich ein paar Mal herzlich lachen, weil ich mich doch sehr schnell fragte, wer wohl alles in Berlin die vielen Mütter als “obszön” einstufte, die es sich nicht nehmen lassen, trotz Stillens noch auf die Straße, in Cafés und zu Outdoor-Partys zu gehen! Tatsächlich fanden sich vor der US-amerikanischen Facebook-Zentrale über 11.000 Frauen zum “Nurse-In” ein, um gegen diese Diskriminierung zu protestieren. Denn die Stillen-feindliche Ansage der Facebooker, das sei “obszön” - die wollten die meisten Frauen natürlich so nicht auf sich sitzen lassen!

Noch mehr jubelte ich dann aber bei diesem wunderbaren Satz von dieStandard.at:

Männer können indessen in den USA ihre Nippel ungestört weiterhin herzeigen. Kürzlich veröffentlichte Fotos des designierten US-Präsidenten Barack Obama mit nacktem Oberkörper am Strand ernteten anerkennende Worte in den Medien.

(Bild über wikimedia commons: Die Maria von Lucas Cranach dem Älteren - in Facebook dürfte sie nicht veröffentlicht werden)

“Was soll das?”

January 2nd, 2009 von Susanne

Heute im Magazin der Süddeutschen Zeitung: Ein kleines, aber feines Gespräch mit der großartigen Kate Winslet. Appetithäppchen gefällig?

Frau Winslet, Sie sorgen immer wieder für Diskussionen, weil Sie sich dagegen aussprechen, dass Fotos von Ihnen nachträglich am Computer bearbeitet werden. Wären Sie so nett und fassen noch mal zusammen, was genau eigentlich das Problem ist?
Kate Winslet:
In einfachen Worten – Schauspielerinnen sind nicht perfekt. Sie sind ganz normale Menschen. In Filmen versuche ich, genau das zu spielen, normale Frauen mit Falten, mit Rundungen. Also verstehe ich nicht, warum irgendwelche Grafiker in Zeitschriftenredaktionen nachträglich noch an Fotos von mir rumretuschieren müssen – das stellt doch letztlich meine Arbeit in Frage.

Es gab da diesen viel diskutierten Fall.
…in England, genau. Da hatten sie bei einer Zeitschrift auf den Fotos meine Beine verlängert, mein Dekolleté verändert. Was soll das?

(…)

Simone de Beauvoir hat mal geschrieben: »Frauen sind nur deshalb als Hexen verbrannt worden, weil sie schön waren.« Kann Schönheit auch Angst machen?
Da ist was dran, ja. Mit der Inszenierung von starker Schönheit – oder starker Weiblichkeit – hat die Gesellschaft immer wieder ihre Probleme. Nehmen Sie Marilyn Monroe…

Das ganze Interview kann man hier lesen.

(Foto von gdcgraphics/Flickr)

Unser Jahresrückblick 2008

December 31st, 2008 von Verschiedenen

Sprachlosester Moment des Jahres: „the winner of the award for the best weblog in german language is Mädchenmannschaft“
Irritation des Jahres: Lady Bitch Ray überreicht Oliver Pocher ein Döschen Fotzensekret.
Was 2008 irgendwie so war wie immer: Bei den Querelen in Hessen ist das Verhalten von Roland „brutalstmögliche Aufklärung“ Koch angemessen und verständlich, Andrea Ypsilanti hingegen wird zur nervigen Frau, die endlich zur Vernunft kommen soll.
Die gute Wahl 2008: Der alternative Nobelpreis für Monika Hauser.
Skeptisch gemacht hat mich 2008: Die Kampagne zur HPV-Impfung.

Ein wunderbares 2009 wünscht Euch Anna. Lasst es krachen!

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Die Entscheidung des Jahres ist für mich die Berufung von Hillary Clinton als US-amerikanische Außenministerin.
Der beschissenste Trend des Jahres ist die Auffassung, Kinder seien ein Status-Symbol, das jetzt auch die Coolen cool fänden.
Der Mutmacher des Jahres ist das neben dem BOB-Award für maedchenmannschaft.net als Bestes Deutsches Weblog 2008 die Ankündigung, dass es im Februar 2009 eine 2. Ausgabe von Missy geben wird.
Was ich aus 2008 definitiv nicht vermissen werde,
ist der medial inszenierte Generationenstreit zwischen Feministinnen unterschiedlichen Alters.
Was 2009 endlich kommen muss,
ist ein Round-Table-Gespräch mit Alice Schwarzer und jungen Feministinnen.

Viele Grüße, alles Gute für 2009, lasst den Feminismus nicht sterben, sondern hochleben, wünscht Barbara

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Schönster unpolitischer Moment des Jahres, war ein Konzert der wunderbaren Gustav unter freiem Himmel
Schönster politischer Moment des Jahres, war Claudia Roths inbrünstige und flammende Rede auf der Landesfrauenkonferenz der Berliner Grünen, in der sie ihre Freude über den Jungen Feminismus äußerte
Persönlicher Triumph des Jahres: auch ein kleiner Junge kann sehr gefühlvoll, verschmust und sprachbegabt sein! - Erziehung ohne Gender-Stereotype kann gelingen.
Der herzhafteste Lacher des Jahres entwich mir, als ich Feuchtgebiete (mit all den angeekelten Rezensionen im Hinterkopf) las und Helen ihr selbstgemachtes Tampon genussvoll im Krankenhausfahrstuhl deponierte…
Plädoyer für 2009: Bitte habt auch ein ♥ für Männer
Erkenntnis des Jahres: Ich bin Feministin - Hooray!
Eigener Ruf in diesem Jahr: Katrin ist Dr. Sex der Mädchenmannschaft
Ey, wenn nächstes Jahr nicht endlich… diese Große Koalition abgelöst wird, und mit ihr diese miserable Gender-Politik, dann geb ich mir aber die Kugel!!

Prost meine Lieben! Ich freue mich auf ein diskussions- und aktionsreiches neues Jahr! Eure Katrin

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Persönlicher feministischer Yiha!-Moment des Jahres: Als mir ein sehr wichtiger Mensch sagte, er sei jetzt übrigens auch Feminist. Weil dieser Mensch vor einem Jahr noch darauf beharrt hatte, Humanismus sei doch viel wichtiger als Feminismus.
Professioneller feministischer Top-Moment des Jahres: Als nach unserer Buchpräsentation in München zwei junge Damen auf mich zukamen und sich für “Wir Alphamädchen” bedankten, mit den Worten, sie fänden sich darin absolut wieder.
Langweiligstes und schlimm überstrapaziertes Wort des Jahres: “Zickenkrieg“, s. a. NEON und EMMA.
Größte Irritation 2007: Wenn ich mich entscheiden muss, dann war das die Aussage einer relativ prominenten Feministin, sie sei ja sowohl Maskulinistin als auch Feministin. Da hab ich kurzfristig oxymoronischen Schluckauf bekommen.
Die ermüdenste feministische Debatte fand für mich gar nicht in Deutschland statt, sondern in den USA, wo sich Frauen darüber die Köpfe einschlugen, ob sie Hillary Clinton per Geschlecht zu unterstützen hatten.
Aufgepasst in 2009: In 2008 haben sich Abtreibungsgegner ziemlich intensiv bewegt. Es kommen möglicherweise wieder größere Konflikte auf uns zu.
Deprimierendste Person des Jahres: Sarah Palin.
Meine Kunst-Entdeckung des Jahres: Pipilotti Rist.
Frau des Jahres: Chris Köver, Mit-Macherin von Missy Magazine.
Der schreibende Mann, der mich 2008 immer wieder echt froh gemacht hat: Alex Rühle.

Liebe Leserinnen und Leser, danke für spannende Diskussionen, Feedback und Inspiration. Ich wünsche euch allen eine tolle Feierei. Viel Freude und Fortschritt 2009! Meredith

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Da konnte 2008 gegenüber 2007 trumpfen: Man kann wieder über Feminismus sprechen, sich sogar “Emanze” nennen, ohne sich ins gesellschaftliche Abseits zu katapultieren. Da ist am Ende des Jahres was Gutes von dem ganzen Hype übrig geblieben.
Hat dieses Jahr brutal genervt: die Erhöhung des Kindergeldes um wieder 10 Euro ab dem 1. Januar 2009. Man fragt sich, wann die Bundesregierung mal den Empfehlungen der EU und dem Vorbild der Nachbarländer folgen wird und diese verdammten zehn Euro in eine bessere Kinderbetreuung steckt. Zehn Euro mehr im Portemonnaie hilft Eltern nur sehr bedingt; ein gesetzlich garantierter Betreuungsplatz mit ausgebildetem (ergo: gut bezahltem) Personal dagegen viel.
Die erstaunlichste Leistung des Jahres: brachte die 8-jährige Nojoud Muhammed Nasser, die sich von ihrem 30-jährigen Ehemann scheiden ließ.
Auf den Punkt gebracht: Jutta Allmendinger hat in “Das zweite Geschlecht steht auf” geschrieben, was in der diesjährigen Debatte über berufstätige Frauen mal gesagt werden musste.
2008 war nur der Anfang: für Sarah Haskins. 2009 dann “The Daily Show”? Dank Sarah und “Target Women” haben wir 2008 wieder eine Menge über uns Frauen gelernt.
Kurz vor Schluss noch mal richtig nett zu uns: die Blogger um Thomas Knüwer und Franziskript, die uns am Montag zum “Besten Themenblog” gekürt haben.
2009 braucht: mehr Krawall & Remmidemmi

Ich freu mich, wenn ihr uns auch im nächsten Jahr treu bleibt; viel Spaß beim Reinfeiern! Eure Susanne

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Die Frau des Jahres ist für mich Charlotte Roche, weil sie der Muschidebatte mal ordentlich in den Hintern getreten hat
Der Mann des Jahres ist Barack Obama, weil er aus Idealismus Realismus machte
Der Erfolg des Jahres
ist Missy – das erste Popkulturmagazin für Frauen in Deutschland; Byte.fm – Internetradio mit hervorragenden Sendungen, auch von Frauen
Aufreger des Jahres: Die Erziehungsdebatte über Jungs
Musikerinnen des Jahres
: Cat Power, Gustav, Joan as a PoliceWoman, Yo Majesty, Bernadette La Hengst, Clara Luzia und und und …
Was ich aus 2008 nicht vermissen werde, sind keusche Disney-Retorten wie Hannah Montana und Jonas Brothers etc.

Eure Verena

Wilde Mädchen 2008

December 31st, 2008 von Verena
Dieser Text ist Teil 4 von 4 der Serie Wilde Mädchen

Kat von D. – Unternehmerin

Die Tattoos sind überall. Auf Armen und Beinen, den Handgelenken und Fingern, dem Bauch, am Hals und im Gesicht. Ein paar kleine Sterne zieren sogar die Schläfe. Katherine von Drachenberg, kurz Kat von D., ist Tätowiererin und der einzige Grund, das strunzige Männer-TV DMAX einzuschalten. In ihrer Sendung LA Ink zeigt die Amerikanerin nicht nur, wie sie Rockstars und Normalos den Körper veredelt, sondern auch, was es heißt, sich als Jungunternehmerin zu beweisen.
Sie hat ihren eigenen Tattooshop in Los Angeles, organisiert Tattoo-Conventions und kümmert sich um Freunde und Familie. Gegen letztere musste sie ihren Plan, Tätowiererin zu werden, lange Zeit verteidigen. Dass sie nun damit in ihrem eigenen Laden Geld verdient, zeigt mal wieder, wie sich die Verfolgung der eigenen Wünsche über Hindernisse hinweg auszahlt.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Andrea Ypsilanti – Ausdauer-Spezialistin

Wortbruch – das steht auf Andrea Ypsilantis politischem Grabstein ganz oben. Dabei hatte eigentlich niemand damit gerechnet, dass die SPD-Lady auch nur einen Fingernagelbreit an der Vormachtstellung Roland Kochs in Hessen kratzen könnte. Doch dann machte der ein paar saudumme Bermerkungen über Ausländer und plötzlich schien eine Ministerpräsidentin Ypsilanti gar nicht mehr so unwahrscheinlich. Naja, hätte es dann nicht das Problem der Regierungsbildung unter Duldung der Linken gegeben und jede Menge Häme für eine Politikerin, die eben nicht klein beigibt, wenn der Gegenwind auffrischt.

In der Presse soll die Frage gestellt worden sein, ob Frau Ypsilanti vielleicht so uneinsichtig sei, weil sie eine Frau ist. Eine tolle Überlegung von Deutschlands auiflagenstärkster Tageszeitung. Zum kotzen!

Ok, Andrea Ypsilanti hat sich verkalkuliert und angenommen der Wortbruch ließe sie nur kräftig gegen die Wand laufen, bevor sich dann doch die richtige Tür öffnet. Leider hat ihr die Wand letztlich das Genick gebrochen. Aber sie hat es versucht und sich nicht kleinreden lassen von schlechter Presse, mangelndem Rückhalt in der eigenen Partei und vermutlich auch ihren eigenen Zweifeln.

Haruko –Do-It-Yourself Mut

MySpace ist eine Möglichkeit, sich als Musiker und Künstler zu präsentieren. Nachwuchsbandwettbewerbe eine andere. Auch ohne Bohlen und Co. gibt es in Deutschland zahllose Bandcontests, in denen eine Jury den musikalischen Nachwuchs bewertet. Egal ob von Staat oder Wirtschaft subventioniert, hier hat jeder die Chance, sich vor einem größeren Publikum und Fachleuten zu präsentieren. Schade nur, dass es meistens Jungs sind, die die Gelegenheit zu so einem Wettbewerb wahrnehmen.
Anders Susanne Stanglow alias Haruko. Beim niedersächsischen „Rock in der Region“-Contest schafften es nämlich auch die elfenhaften Gitarrenmelodien der Solistin ins Finale. Dort spielte die Sängerin ganz allein mit ihrer Gitarre zerbrechlich-schön gegen die lautstarken Krachmacher der Konkurrenzbands an. Zwar reichte das nur für den vorletzten Platz, aber sich einfach mal mit den eigenen Songs und der eigenen Idee auf die Bühne zu stellen, die an diesem Abend für ein ganz anderes musikalisches Feld – nämlich Rock - reserviert war, verdient den Wildes-Mädchen-2008-Button!

Lady Bitch Ray – Pussy-Poserin

Nicht nur Charlotte Roche wollte uns in diesem Jahr vom verklemmten Muschikorsett befreien. Auch Lady Bitch Ray betonte auf ihre ganz eigene Weise die Notwendigkeit weiblicher Emanzipation. „Frauen müssen lernen, offen zu ihrer Fotze zu stehen“, tönte die Rapperin bei Schmidt und Pocher und verschreckte damit nicht zum ersten Mal das ARD-Publikum. Bereits bei „Menschen bei Maischberger“ bereicherte sie die Talkrunde verbal um „Titten“ und „Fotzen“. Dass so viel Provokation es überhaupt ins Abendprogramm der Öffentlich-Rechtlichen geschafft hat, könnte an Lady Bitch Rays intellektuellem Hintergrund liegen. Als Reyhan Sahin promoviert die junge Türkin an der Bremer Universität mit einem Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Das ermöglicht ihr die Erläuterung des „bilateralen Zeichenmodells“ nach Ferdinand de Saussure genauso wie des von ihr propagierten Vagina Styles.

Trotzdem, irgendwie scheint Lady Bitch Ray nicht als echte Feminstin durch zu gehen. Zu figurbetont die offenherzigen Outfits, zu künstlich die roten Fingernägel. Und dann auch noch ihre Vagina Gesetze, in denen Make-Up und High Heels als mindestens so wichtig aufgezählt werden wie eine fordende Muschi. Und da ist es dann wieder das Vorurteil, Tussen könnten keine Feminstinnen sein.

Leider, leider, leider – denn die Lady will das Wort „bitch“ positiv prägen. Eine „bitch“ sei eine Frau, die weiß, was sie will und sich nimmt, was sie will. Das ist doch ein astreiner feministischer Ansatz. Was den Rest betrifft, nun, wir können nun mal nicht alls gleich aussehen, gleich auftreten und die selben Schwerpunkte setzen. Wenn die eine sich den Arsch unterm Minirock abfrieren will und die andere jeglicher Form von Mode abschwört, so können doch beide einen feministischen Anspruch vefolgen. Mit Lady Bitch Rays „Fotzenpower“ sollen Frauen in ihrer Weiblichkeit bestärkt werden. Sie sollen selbstbewußter werden und Gleichberechtigung einfordern. Vom feministischen Ansatz her zwar ein körperlich stark konzentriertes Feld, aber irgendwo muss man ja nun mal anfangen.

Juno – Coole Teengöre

Schwanger mit 16 – in den meisten Fällen ein Teenager Albtraum. Juno hat uns in diesem Kinojahr gezeigt, wie man trotz dicken Babybauchs die Coole in der Highshool bleibt. Und noch wichtiger: Wie man eigenständig Entscheidungen trifft. Erst Abtreibung, dann nicht, dafür Adoption. Und weil die Adoptiveltern doch nicht so perfekt sind, wie es auf den ersten Blick scheint, entscheidet Juno hier einfach auch noch mal schnell ein paar Grundsätzlichkeiten. Und behält obendrein bei allem eine kesse Lippe.

Auch nicht schlecht die Geschichte der Drehbuchautorin Diablo Cody: Von der Stripperin und Blogerin zur Drehbuchautorin und Oscargewinnerin. Bei der diesjährigen Oscarverleihung wurde „Juno“ nämlich als bestes Drehbuch prämiert.

Johanna Jahnke –Rugbyspielerin

Johanna Jahnke ist Studentin, Mutter, Veganerin und - Rugbyspielerin. Wow! Die Hamburgerin war jahrelang Kapitänin beim Frauenrugbyteam des FC St. Pauli und spielt im Nationalteam. Mit elf Jahren begann sie mit dem Sport, der für Laien mehr nach Raufen als nach Strategie aussieht. Die Rugby-Frauen des FC St. Pauli sind sogar Rekordsieger in der Bundesliga. Zwischen 1995 und 2008 wurde die Mannschaft acht Mal Deutscher Meister.

Beim Rugby kommt es neben Mut auch auf Taktik an. Statt Brutalität ist zwar Härte gefragt, aber eben auch Teamgeist. Und welcher Sport ist nicht vom Wettbewerb geprägt? Und blaue Flecken gibt es beim Ballett auch. In einem Artikel der Hamburger Obdachlosenzeitung „Hinz und Kunzt“ wird beschrieben, wie Rugby früher zur Männlichkeit erziehen sollte. „Doch da Mut, Kraft und ein trainierter Körper schon lange keine rein männlichen Attribute mehr sind, läuft dieses Vorurteil ins Leere“ heißt es dort. Na schön wäre es.

Was dem weiblichen Rugby-Sport noch fehlt ist die Anerkennung abseits des Feldes. Als Sponsoringpartner werden die Frauen kaum beachtet. Wer an Regina Halmich oder die Nationalfußballerinnen denkt, weiß, wie lange es dauert, bis die Öffentlichkeit eine als männlich konotierte Sportart auch mit Frauen verbindet. Die „Deutsche Rugby Frauen Vereinigung“ (DRF) kümmert sich speziell um die Rugbyspielerinnen in Deutschland.

Wieder einmal der Herr Bischof aus Augsburg

December 29th, 2008 von Katrin

Bischof Mixa aus Augsburg machte schon einmal von sich reden, als er im Oktober 2007 konstatierte, die teilweise recht progressive Familienpolitik der Bundesministerin von der Leyen degradiere Frauen zu Gebärmaschinen. Seine neuesten Pläne sind nicht minder ätzend. Wie dieStandard.at berichtet, will er diesmal Milliarden von Euro für die Unterstützung von Familien von der Politik. An sich keine schlechte Sache, es fragt sich nur, worin diese Unterstützung bestehen soll. Nach der 2007er Debatte ist sicherlich jedem klar: Für Betreuungsplätze bestimmt nicht. Nein, Mixa möchte es den Müttern - Väter spielen für ihn offenbar in der Kindererziehung keine Rolle - ermöglichen, die ersten Jahre nur für die Betreuung ihrer Kinder da zu sein. Dabei schafft der Konservative natürlich auch einen Rundumschlag zur Abtreibungsdebatte, denn mit der Mixaschen Familienunterstützungsinitiative in Milliardenhöhe müssten ja keine Kinder mehr abgetrieben werden. Klar, Kinder werden nur wegen sozialer Notlage abgetrieben. Ist doch total einfach alles. Wörtlich sagte Mixa, Deutschland werde

“jenseits von Bankenkrise und Rezession dann eine Zukunft haben, wenn wir endlich wieder Kinder als den höchsten Wert erkennen; wenn ihr Leben auch vor der Geburt uneingeschränkten Schutz erfährt; wenn die grandiose menschliche Leistung von Millionen Müttern endlich angemessen gewürdigt wird, wenn Mütter - ob verheiratet oder alleinerziehend - sich in den ersten Lebensjahren vollständig ihren Kindern widmen können, ohne von der Wohlstandsentwicklung abgeschnitten zu werden.”

Eine heile katholische Welt.
Manchmal möchte ich auch an so einen Quark glauben - vielleicht wäre dann nicht mehr alles so kompliziert.

… und der Papst erklärt, was “Gender” ist

Auch schön ist, wie uns der Papst erklärt, was eigentlich “Gender” ist. In seinem traditionellen Jahresrückblick hat Benedikt VI. laut einem Bericht von sueddeutsche.de folgendes verlautbaren lassen:

Hinter dem Begriff “Gender” stehe ein Versuch des Menschen, sich von der Schöpfung zu emanzipieren, sagte Benedikt XVI. Die Gender-Theorie stelle die “Natur des menschlichen Wesens als Mann und Frau” in Frage.

Und Homosexuelle sind dem Pontifex erst recht ein Dorn im Auge, ihnen lässt er mit freundlichen Grüßen ausrichten:

Die Kirche müsse dafür eintreten, dass die Ordnung der Schöpfung und die Natur des Menschen bewahrt werde. Dieser sei als Mann und Frau geschaffen.

Die Baseler Zeitung berichtet von dieser unglaublichen Predigt noch detailierter und schafft es, den Schwulenhass des Papstes besser zum Ausdruck zu bringen:

Demnach bedrohe Homosexualität die Menschheit ebenso wie die Zerstörung der Regenwälder. Jedes Verhalten, das über die traditionelle heterosexuelle Beziehung hinausginge, «vernichtet Gottes Werk», erklärte der Papst weiter. Es brauche eine «Ökologie des Menschen», die den von Gott gewollten Prinzipien entspreche.

Terminprobleme

December 29th, 2008 von Anna
Dieser Text ist Teil 28 von 28 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Dies ist eine Werbung für den neuen Taschenkalender der Frauenzeitschrift Brigitte.
Ich habe die Anzeige leider online nicht gefunden, deswegen das Foto (wer ein besseres Bild hat: immer her damit!).
Der Text heißt: “Darin sieht jeder Termin gut aus.”

Selbermach-Sonntag (28.12.08)

December 28th, 2008 von Susanne

Der letzte Selbermach-Sonntag im Jahre 2008: Habt ihr schon feministische Vorsätze für 2009? Wenn ja, was wollt ihr ändern? Wollt ihr in die Politik gehen? Eine große Aktion organisieren? Kunst oder Musik machen? Oder soll 2009 alles so bleiben wie es ist?

Frohes Fest!

December 24th, 2008 von Susanne

Damit ihr nicht vergesst, wie das vor 2008 Jahren alles war mit dem Jesukindlein, Maria und Josef und allem drum und dran, erzählen euch hier zwei, die es wissen müssen, die Weihnachtsgeschichte. Den Anfang macht Eva Herman:

Und Mario Barth darf auch noch mal ran: