Termine rund um den Frauenkampftag 2017

27. Februar 2017 von der Mädchenmannschaft

Am 8. März ist es wieder so weit: Frauenkampftag. Die Idee hinter dem Tag stammt von der Ikone der proletarischen Frauenbewegung Clara Zetkin und wird dieses Jahr bereits zum 106. Mal begangen. Nicht nur am 8. direkt, sondern auch in den Tagen zuvor und danach gibt es vieler Orts Demos, Workshops, Konzerte, Filmvorführungen und Diskussionsveranstaltungen. Zudem ruft ein Bündnis zum internationalen Frauenstreik am 8. März auf.

Vielen Dank an alle, die auf unseren Aufruf bei Facebook und Twitter mit Hinweisen für diese Zusammenstellung reagiert haben. Über weitere Ergänzungen in den Kommentaren freuen wir uns natürlich auch!

[Letztes Update: 28.02.2017/ 9.18 Uhr]

Proteste gegen den „Marsch Für Das Leben“ in Berlin, 2014.

Baden- Württemberg

Freiburg

1. März: Vortrag: Die Suffragetten – Zwischen permanentem Spektakel, zivilem Ungehorsam und militantem Kreuzzug.

4. März: Franziska Stier leitet einen Workshop an an: Ist Liebe produktiv und wenn ja, warum nicht? Arbeit, Arbeitsteilung und Geschlechterverhältnisse im Wandel.

5. März: Feministischer Kaffeeklatsch? Ja klar, es gibt 2-3 Kurz-Inputs mit Diskussions-Tischen im World-Café-Stil zu Themen wie „Feminismus von rechts?“.

8. März: Ab 18 Uhr beginnt auf dem Rathausplatz die Demo zum Frauen*kampftag, die sich antirassistisch, antikapitalistisch und solidarisch mit vielen Bewegungen positioniert.

9. März: Sexualisierte Gewalt – Was ist das? Workshop zu Handlungs-/ Unterstützungsmöglichkeiten für Bezugspersonen.

9. März: Vorführung des Films „XXY – Film von Lucia Puenzo“ mit anschließender Diskussion.

9. März: Eine weitere Filmvorführung: Im Kinokeller im IG Nord läuft „Dyke hard“!

10. März: Dein Bauch gehört dir – dein Staat sagt wofür §§ 218-219 StGB (Schwangerschaftsabbruch & Schwangerschaftskonfliktberatung).

10. März: Heute eröffnet die Fotoausstellung „Frühling der Frauen – Revolution der Frauen in Rojava„. Die Ausstellung ist bis zum 1. April zu sehen.

12. März: Ab 20 uhr wird der Film „Frida Kahlo“ gezeigt.

Noch mehr Veranstaltungen in Freiburg finden sich hier und hier.

Karlsruhe

8. März: Internationaler Frauenkampftag mit Frauenkabarett, Kampfkunst und Redebeiträge. (Facebook-Link)

Schwäbisch Hall

22. März: Talk zu „Feminismus heute“. Auftaktveranstaltung des Gleichstellungsausschuss der Deutschen Städtetages von Schwäbisch Hall.

Stuttgart

8. März: Ab 18 Uhr beginnt die Vorführung des Films „Suffragette – Taten statt Worte“.

10. März: Fachtagung „Frauen – Rente?“ mit Vorträgen und Diskussion.

Bayern

München

3. bis 5. März: 4. Münchner Frauenfilmtage. (PDF)

7. März: Podiumsdiskussion u.a. mit Prof. Dr. Paula-Irene Villa und Magda Albrecht zum Thema „Unser Körper – frei für neue Zwänge?“ organisiert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und der LMU München.

11. März: Demo vom Odeonsplatz um 14 Uhr zum Marienplatz, dort um 15 Uhr Kundgebung. (FB-Link)

Mehr Veranstaltungen gibt es bei den Frauenstudien München.

Rosenheim

5. März: Voller Tag im Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung Rosenheim: Brotzeitbuffet am Mittag, Zine Workshop, Solidarische Küche am Abend und Vorführung des Films Rosa Luxemburg von Margarethe von Trotta.

9. März: Vernissage zu feminist Grrrl Zines.

11. März: Vortrag und Diskussion mit Mira Bauer aus dem Petra Pan Projekt Regensburg zum aktuellen Antifeminismus.

11. März: Workshop „Feminist Street Art against Street Harassment„.

Plakat, wo in kyrillischen Buchstaben "Rrriot, rrriot" drauf steht

Kundgebung für Pussy Riot in Berlin, 2012.

Berlin

3. März: Es wird der Clara-Zetkin-Preis verliehen. Außerdem spielt die Londoner Band The Tuts auf.

6. März: Politische Soiree zum Thema „Neue Zeiten – Neue Vereinbarkeit? Arbeit 4.0 gestalten!„.

8. März: In diesem Jahr laufen gleich zwei Demos durch Berlin. Um 16.30 Uhr startet die International Women*s Struggle Demo an der Warschauer Straße/ Revaler Straße und um 17 Uhr die Demo zum Internationalen Frauen*kampftag am Hermannplatz. Beide Demos treffen sich zur gemeinsamen Abschlusskundgebung am Oranienplatz. (FB-Links)

8. März: Make Feminism A Party Again! Nach der Abschlusskundgebung am Oranienplatz soll im Möbel Olfe gemeinsam Feminismus gefeiert werden.

8. März : „Strike 4 Repeal Berlin“ in Solidarität mit dem Streik in Irland (Facebook-Link)

8. März: Im Berliner Rathaus wird der Berliner Frauenpreises verliehen.

8. März: Unter dem Motto „Jeder Tag ist Frauen*tag“ steigt eine FLTI*-Party im Südblock.

8. März: Und unter dem Motto „Jenseits von Nelken und Pralinen“ gibt es Rap, Beatbox und Breakdance im Cassiopeia. (FB-Link)

8. bis 15. März: Berlin Feminist Film Week

11. März: Zum 7. Mal findet das Barcamp Frauen statt.

Brandenburg

Mehr Veranstaltungen in diesen und anderen Städten im Rahmen der 27. Brandenburgischen Frauenwoche finden sich hier. (PDF)

Brandenburg an der Havel

7. März: Fachaustausch: „Was geht mich das an? Alterssicherung von Frauen aus Sicht verschiedener Generationen“. (PDF)

8. März: Beim Mädchentreff geht es um die Fragen „Mädchen was bewegt Euch, was interessiert Euch und was fehlt Euch in unserer Stadt und unserem Land?“. (PDF)

9. März: Im Rahmen einer Festveranstaltung wird der Frauenpreis verliehen. (PDF)

10. März: Workshop zu geschlechtergerechter Sprache für den alltäglichen Sprachgebrauch. (PDF)

Cottbus

3. März: Eröffnung der Wanderausstellung „Vorsicht Frau“. (PDF)

Frankfurt an der Oder

4. März: Geführter Spaziergang auf den Spuren bekannter Frauen in der Geschichte von Frankfurt (Oder) und Słubice. (PDF)

Gransee

5. März: Lesung und Diskussionsrunde zum Leben von Rosa Luxemburg. (PDF)

Potsdam

2. März: Eröffnung der Wanderausstellung: Wer braucht Feminismus? mit der Musikerin Manou. Anschließend Vortrag zum Thema „Feminismus“ mit der Künstlerin und Aktivistin Jasmin Mittag. (PDF)

4. März: Die Rosa-Hellblau-Falle – Für eine Kindheit ohne Rollenklischees. Lesung und gemeinsame Diskussion mit den Autor_innen Sascha Verlan und Almut Schnerring. (PDF)

6. März: Podiumsdiskussion zum Thema „Mehr als gleicher Lohn für gleiche Arbeit – Equal Pay in Brandenburg„. (PDF)

8. März: Frauensalon Macht sichtbar – Silvesternacht in Köln. Drei Projektgruppen stellen ihre Ergebnisse aus dem Lehrforschungsprojekt „Menschenrechte, Frauenrechte, Flüchtlingsrechte“ vor. (PDF)

8. März: Ausstellung zu Mathematikerinnen in Europa. (PDF)

Bremen

27.Februar: Diskussion zu „Arbeit 4.0 und Arbeitszeitverkürzung: Kurze Vollzeit für alle als Lösung?„.

1. März: Eröffnung der Ausstellung „Leben 4.0 – der Blick nach vorn: Positionen Bremer Künstlerinnen„. Die Ausstellung ist bis zum 4. Mai offen.

5. März: Frauenstadtrundgang: Gelehrten Frauenzimmern auf der Spur.

7. März: Diskussion zur spezifische Situation von wohnungs- und obdachlosen Frauen.

8. März: Um 16 Uhr startet die Demonstration zum Internationalen Frauentag am Ziegnmarkt.

11. März: Um 16 Uhr startet die Frauenkampftags-Demo am Hauptbahnhof! Im Aufruf heißt es: „Feminismus heißt Widerstand!“ (FB-Link)

Mehr Veranstaltungen in Bremen und Bremerhaven gibt es bei den frauenseiten.bremen.

Frauenstreik-Aufruf in Jelenia Góra, Polen 2016.

Hamburg

8. März: Um 17.30 startet die Kundgebung und Demonstration des Sisters‘ March Hamburg am Rathausmarkt.

8. März: Solidarisch, kritisch und offensiv gegen die bestehenden Verhältnisse! Um 19 Uhr startet die Frauen*Kampftag-Demo beim Grünen Jäger.

8. März: Vortrag und Diskussion „Gleichstellung – wer braucht die heute noch?„.

9. März: Vorführung des tunesischen Dokumentarfilms „La révolution des femmes – Un siècle de féminisme arabe„.

Mehr Veranstaltungen in Hamburg gibt es auf der Seite Internationaler Frauentag Hamburg.

Hessen

Darmstadt

7. März: Rückblick auf vergangenen Kämpfe für Entgelt- und Chancengleichheit und ein Ausblick auf kommende Auseinandersetzungen.

8. März: Um 18 Uhr startet am Luisenplatz die Frauen*kampftag-Demo.

Frankfurt am Main

8. März: Der Internationale Frauentag im DGB-Haus wird mit Aktionen, Infoständen und Diskussionen begangen.

Offenbach

8. März: Diskussionsveranstaltung mit der Soziologin und Politikerin Stefanie Haenisch-Thyssen über das Frauenbild und die frauenpolitischen Forderungen der AfD.

Wiesbaden

8. März: Unter unter dem Motto „Lebens(t)räume – Vielfalt in unserer Gesellschaft“ gibt es eine Fotoaktion, Empfang und Vernissage.

Mecklenburg-Vorpommern

Greifswald

8.März: Ab 11.30 findet auf dem Marktplatz eine „Mahnwache“ statt.

Niedersachsen

Göttingen

4. März: Ab 14 Uhr startet eine Demo unter dem Motto „RECLAIM FEMINISM – We are not fighting for flowers!*„. Im Aufruf heißt es unter anderem: „Für uns ist dieser Tag der internationale FrauenLesbenTrans*-Kampftag.“

9. März: Juliane Lang vom Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus spricht zu „Antifeminismus: in der Mitte der Gesellschaft angekommen„.

11. März: Es gibt einen Infostand zu „Armut ist weiblich„.

Mehr Veranstaltungen in Göttingen finden sich hier.

Hannover

1. März: Schafft Gehaltstransparenz mehr Lohngerechtigkeit? Darüber soll hier diskutiert werden.

8. März: Um 18 Uhr kommt die Frauen*kampftags Demo Hannover am Ernst-August-Platz zusammen.

10. März: Internationaler Frauentag 2017: Wie wir leben wollen! Die Kundgebungen und Demo startet am Weißekreuzplatz.

Nordrhein-Westfalen

Bielefeld

8. März: Die Internationale Frauen*kampftag – Demo startet um 18 Uhr am Rathausplatz. (FB-Link)

Bonn

8. März: #HearOurVoiceBN Um 18 Uhr beginnt die Frauentags-Demo am Kaiserplatz. (FB-Link)

Dortmund

3. März: Queer-feministischen Poetry Slam mit FLTI*-Bühne (Facebook-Link).

Düsseldorf

8. März: Ab 19 Uhr gibt es einen Vortrag zum Prostituiertenschutzgesetz und seine Auswirkungen. (FB-Link)

Essen

8. März: Um 17 uhr trifft sich der Pussyhat – Frauenmarsch. Ein FLTI*Block verabredet sich hier. (FB-Links)

Köln

4. März: #body*talk. „Rollenbilder, Schönheitsdiktate und Empowerment im Netz“ u.a. mit Magda Albrecht.

11. März: Konzert (Les Reines Prochaines) und Party zum Internationalen Frauentag.

Protestaktion #TeamGinaLisa in Berlin, 2016.

Rheinland-Pfalz

Mainz

9. März: Eike Sanders (apabiz, Berlin) spricht zu „Antifeminismus von rechtsaußen:Themen, Protagonist*innen, Widersprüche„.

Saarland

Saarbrücken

7. März: Es wird diskutiert: „Präkere Beschäftigung am Beispiel der Hauswirtschaft„. (PDF)

8. März: Das FrauenForum Saarbrücken organisiert eine Aktionsfläche vor der Staatsbibliothek. (FB-Link)

Mehr Veranstaltungen in Saarbrücken gibt es hier. (PDF)

Sachsen

Chemnitz

8. März: Frauen*kampftags-Demo der Gefangenengewerkschaft zum Frauen*knast von Chemnitz! Die Kundgebung startet 15:00 Uhr am Hauptbahnhof. Für Menschen, die aus Dresden oder Leipzig anreisen wollen, gibt es auch Treffpunkte.

Dresden

11. März: Festveranstaltung anlässlich des Internationalen Frauentages 2017 im Plenarsaal des
Sächsischen Landtages. Im Mittelpunkt steht das Thema: „Rolle der Frauen in der DDR – von der Nachwendezeitbis heute“.

Leipzig

28. Februar: Vortrag von Jana Klein zu „Rape Culture und die Psychologie des Männlichen„.

1. März: Vortrag und Diskussion mit Anna Schiff zu Sexismus und Rassismus.

8. März: Ab 19 Uhr wird der Film „we want sex“ aufgeführt.

11. März: Um 13 Uhr startet die Demonstration „No Rollback! #Hollaback! Fight Back!“ am (wie passend!) Clara-Zetkin-Denkmal.

Sachsen-Anhalt

[Wir haben bisher Aktionen, Demos oder Veranstaltungen in diesem Bundesland übersehen? Dann ab in die Kommentare!]

Schleswig-Holstein

Bad Oldesloe

10. März: Kurz nach dem Weltfrauen*tag veranstalten die queerfeministische Gruppe Les Eés einen Poetry Slam um diesen zu feiern.

Kiel

8. März: Um 16 Uhr startet am Hauptbahnhof die Frauenkampftags-Demo unter dem Motto „Internationale Solidarität statt Patriarchat und Nationalismus„. (FB-Link)

8. März: #GrrrlsOnStage Beim Vinylitäten Kabinett gibt es heute ausschließlich Female Rap und Hip Hop zu hören. (FB-Link)

Lübeck

11. März: Um 13 Uhr startet ein Women´s March am Lübecker Holstentor. (FB-Link)

Thüringen

Altenburg

8. März: Am Markt wird es einen Infostand zum Frauen*kampftag geben.

Erfurt

28. Februar: Vortrag und anschließende Diskussion zum Thema „Gender & Diversity an der Hochschule“.

1. März: „Untenrum frei“ – Lesung & Gespräch mit Margarete Stokowski.

4. März: Emy Fem gibt einen Workshop zu Sex(-arbeit) aus feministischer Sicht.

5. März: „Frauen im Nationalsozialismus“ – Stadtrundgang.

6. März: Get to know your Vagina! – Gesprächskreis zu Zervix.

Jena

27. Februar: Beatrice Osdrowski gibt einen wendo-Workshop – Feministische Selbstbehauptung & Selbstverteidigung.

28. Februar: Konzept der “Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit” (GMF) und der theoretische Hintergrund sollen kritisch durchleuchtet werden. Anschließend wird die Referentin Lisa Gabriel aus der Perspektive einer intersektionalen Antidiskriminierungsarbeit eine Kritik daran formulieren.

Mühlhausen

3. März: Es wird der Film „Kriegerin“ gezeigt und anschließend über Frauen in der rechten Szene und in rechtspopulistischen Parteien diskutiert.

Weimar

3. März: It Ain‘t Nothing but a She Thing: Nifty MC spricht über Rap-Songs und ihr feministisches Potential.

5. März: Weimarer Frauen können ihre Arbeit/ Aktivismus/ etc vorstellen und sich vernetzen.

Unterwegs am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Österreich

Graz

06. März: Starke Mädchen – Große Frauen. Eine Ermutigung zum Internationalen Frauentag! Es gibt einen Vortrag, eine Ausstellung und Musik.

8. März: Um 17 Uhr startet die Demo in Griesgasse 48.

8. März: Um 19 Uhr wird der Frauenpreis der Stadt Graz vergeben.

10. März: Was blieb vom Frauenvolksbegehren? Podiumsdiskussion mit Barbara Kasper (ehemalige Frauenbeauftragte der Stadt Graz) und Uli Taberhofer (Gemeinderätin).

Mehr Veranstaltungshinweise für Graz gibt es auf der Seite des 8. März Komitees.

Linz

8. März: Die transkulturelle-frauenpolitische Allianz Feminismus und Krawall ruft zur Demo auf. Los geht es um 15 Uhr am Musiktheater.

Salzburg

4. März: Fundis ärgern! Kundgebung und offene Probe der Pro Choice is ois! Band.

8. März: Get out and Fight! Frauen*Lesben*Inter*Trans* Demo: Los geht es ab 18 Uhr am Alten Markt.

Wien

4. März: Podiumsdiskussion – Zum Stand feministischer Kämpfe mit Mädchenmannschaftsbeteiligung. (FB-Link)

7. März: MAKE FEMINISM A THREAT AGAIN! Vorabenddemo zum internationalen Frauen*kampftag. (FB-Link)

8. März: Um 17 Uhr startet am Urban Loritz Platz die „Take Back The Streets – Jeden Tag 8. März„-Demo. (FB-Link)

8. März: Im Wiener Rathaus gibt es Beratungsangebote sowie Führungen und Workshops, eine Lesung und Musik.

Schweiz

Bern

9. März: Präsentation des Dokumentarfilms „Girl’s don’t fly“ und anschließende Diskussion.

11. März: Genderhacking Festival – Maskenball.

Zürich

2. März: Vorführung von Helke Misselwitzs DDR-Dokumentarfilm „Winter adé„.

7. März: Vortrag zu „Sexuelle Gewalt und Diskriminierung als Problem der «Anderen»“ von Dr. Meltem Kulaçatan.

8. März: Laurie Penny im Gespräch zum Frauentag mit der Feministin und Aktivistin Natascha Wey.

11. März: Um 13.30 startet eine Demo unter dem Motto „Frauen*, organisieren wir uns gegen Faschismus, Krieg und Patriarchat!“ am Hechtplatz.

18. März: Ein Women’s March Zurich wird an diesem Tag stattfinden. (FB-Link)




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Samstagabendbeat mit Shea Diamond „I Am Her“

25. Februar 2017 von Charlott

there is an outcast in everybody’s life and i am her

Shea Diamond ist eine Singer/Songwriterin aus Little Rock, Arkansas. Im letzten Oktober erschien ihre großartige Single „I Am Her“ und im Januar veröffentlichte sie noch einmal eine a cappela Version dieses Songs. In dem Video steht sie vor einem riesigen Bild, welches Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera protestierend zeigt. Zu dem Video schreibt Diamond:

I’m thankful that my trans sisters sacrificed in this movement so women like me are able to be whomever we choose. Marsha P Johnson, our founding mother, made it possible for us to take advantage of rights we never knew someone had to fight for. Now, as a trans woman of color, I’m free to be the artist I never dreamed I’d get the chance to be. I’m able to finish where they left off and give our youth something to believe in!




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Autos: Wenn Frauen nicht mehr fahren wollen

22. Februar 2017 von Nadia

Die deutsche Rennfahrerin Clärenore Stinnes umrundete als erster Mensch von 1927 bis 1929 mit einem serienmäßigen Personenwagen die Erde. Vorher war sie u.a. die erfolgreichste Rennfahrerin Europas. Kein Lebensziel für mich, ich fuhr lieber jahrelang erstmal überhaupt nicht mehr Auto.

Meinen Führerschein machte ich Ende 1997, Anfang 1998 in einer ortsbekannten und nahezu legendären Fahrschule in der Kleinstadt, in der ich aufwuchs. 20.000 Einwohner_innen, einspurige Straßen die man in Jugend- und Teeniejahren schon millionenmal mit dem Fahrrad abgefahren hatte, weites Land mit weiten Straßen, auf denen manchmal keine Autoseele rumkurvte. Mein Fahrlehrer war ein brummiger Meckerfritze mit ganz eigenem Humor, der es bei den Fahrstunden sehr genau nahm mit dem BERG ANFAHREN und der angenehmerweise überraschend wenig frauenfeindlich war, jedoch den einen oder anderen „Fliegender Teppich“-Witze in meiner Gegenwart riss. Doch was juckte es mich? Bald sollte ich den Führerschein haben, und das hieß: Erwachsen sein!

Kaum den Lappen in der Tasche, cruiste ich wie wild mit dem roten VW Golf III der Eltern durch die Stadt, später, als ich mich vor Studienbeginn bei der Lokalzeitung verdingte, durch andere ostwestfälische Kleinstädte, ohne Navi, ohne Karte, dafür gerne mit aufgedrehter Musik. Unvergessliche Fahr-Soundtracks: „Picture me rollin`“ von Tupac, „Just crusin`“ von Will Smith und bei Abend- und Nachtfahrten durch die gewohnten Straßen der Kindheit auch gerne mal „My Hometown“ von Bruce Springsteen. Alles war gut, das Auto war mein Freund, nur schlichen sich schon dort wahrscheinlich die ersten Fehlerchen als Wegbereiter der Kopfbremsen ein: Kaum Autobahnfahrten, wenig weite Strecken – aber nun gut, man war halt auf dem Dorf, und auf dem Weg zu Minipreis um für Mutter eine Kiste Wasser zu kaufen kann man schließlich auch nicht alles haben.

Furchtlos fahren auf dem Dorf

Ich fuhr ansonsten furchtlos, bei Tag und Nacht, bei Schnee und Eis, brachte Leute von A nach B, fuhr auf Scheunenpartys, parkte auf Ackern in denen der Matsch knöchelhoch stand, fuhr auch mal kilometerlang rückwärts wenn auf irgendwelchen Feldwegen nix mehr ging, fuhr auf den letzten Drücker zu irgendwelchen Pressekonferenzen von irgendwelchen Landpomeranzen in Städten in denen ich zuvor noch nie gewesen war, fuhr einmal den Außenspiegel des Golfs ab und es juckte mich gar nicht. Ich hielt meine Auto-Beziehung für absolut zuverlässig. Dann zog ich in die „große“ Stadt in der ich studierte. Und noch war nichts schlecht bei mir und den Autos. Weiterlesen »




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Opfer_Diskurs – Zeit für Mut zum Perspektivwechsel!

21. Februar 2017 von Hannah C.

Es ist ein Phänomen. Dieser “Opfer-Diskurs”. Der dann doch gar nicht der Diskurs der Opfer ist, sondern einer über sie und was das überhaupt ist: ein Opfer.

Mithu M. Sanyal, Kulturwissenschaftlerin und Autorin, hat sich etwas getraut und kaum jemand hats gemerkt. Sie hat mit Menschen gesprochen, die als Opfer bezeichnet werden, und deren Wunsch nach Selbstbestimmung um die Bezeichnung, in die Presse und damit den Diskurs selbst hineingetragen.
So heißt es in ihrem Artikel “Du Opfer!”:
“So wie vorher der Begriff „Überlebende“, nimmt „Erlebende“ eine Verschiebung vom Passiven zum Aktiven vor, allerdings ohne die damit einhergehende Wertung. Schließlich wird Erlebnis erst durch ein beigefügtes Adjektiv (wunderbares Erlebnis, grauenhaftes Erlebnis, langweiliges Erlebnis) näher bestimmt und lässt sogar Raum für Ambivalenzen (ein schreckliches, aber auch banales Erlebnis). Durch die Substantivierung „Erlebende sexualisierter Gewalt“ kann somit jede*r selbst bestimmen, wie er*sie das Erlebte bewertet. Gleichzeitig findet ein Perspektivwechsel statt: Die Formulierung lädt ein, über die Wahrnehmung der erlebenden Person nachzudenken, und nicht, was ein anderer Mensch mit dieser Person macht.”

Für mich als Person, die zum Opfer von Gewalt wurde, ist es das, was ich mir seit Jahren in den Diskurs hineinwünsche.

Ich wünsche mir, dass ich anderen Menschen meine Erlebnisse mitteilen kann. Meine schönen, meine erhebenden, meine furchtbaren, meine schrecklichen. All die Erlebnisse, die zu meinen Erfahrungen mit mir, der Welt und anderen Menschen werden und den Lauf der Dinge bereichern.
Einfach, weil sie passieren. Weil das Leben nun einmal so ist.

Ich wünsche mir, über Gewalt, die sexualisiert wird, sprechen zu können, ohne dabei Rücksicht auf die Aufladungen derer nehmen zu müssen, die sie selbst nicht erlebt haben. Ich möchte erzählen können, wie das war, damals, als ich Gewalt erlebte. Ohne Füllwattensätze, die meinen Status als damals unterworfene Person ganz unübersehbar machen oder Auslassungen, die zu Zweifeln an der Wahrhaftigkeit meiner Erfahrung führen.

Ich wünsche mir die Freiheit, meine Erlebnisse sexualisierter Gewalt mit all den Wörtern be.greifbar zu machen, die es gibt.
Doch diese Freiheit muss ich mir im öffentlichen Raum erkämpfen und durch den Gewalt_Opfer-Diskurs bis heute als “gutes”  (rationales/reines/mutiges/tapferes) Opfer verdienen.
Denn die Wertung so mancher Diskutant_innen wird bis heute nicht umfassend genug mit der Wahrnehmung und Lebensrealität derer abgeglichen, über dessen Erfahrungen sich profiliert wird.

Ich möchte die Freiheit haben, meine Gewalt.erlebnisse individuell und meiner Identität entsprechend mit.teilen können, ohne, dass sie zur Waffe in einem Machtkampf instrumentalisiert werden.
Ich möchte meine Wahrnehmungsqualitäten sexualisierter Gewalt an mir teilen können, ohne als Frau, als Opfer, als all das, was für das Gegenteil von Selbst_bestimmt steht, gelesen oder gedacht zu werden.

Bis ich 21 Jahre alt war, war eine Vergewaltigung etwas, das ich in mein Leben zu integrieren hatte, wie ich heute schlechtes Wetter, unpünktliche Busse und Avocados, die sich als faul entpuppen, in den Lauf der Dinge integrieren muss.
Solche Dinge geschehen. Man muss damit umgehen.
Das ist eine Realität, die allein ich in ihren Qualitäten und Wirkungen auf mich zu bewerten habe, denn ich habe sie gelebt und ich lebe mit ihr bis heute.

Keine meiner Wertungen über die Ereignisse, die ich gelebt habe, kann und soll exemplarisch für alle Menschen gelten, die ähnliche oder gleiche Erfahrungen gemacht haben.
Aber sie können helfen, das Bild erweitern, das man von Menschen hat, die Gewalterfahrungen durchlebt haben.

Es gibt die vergewaltigten Männer. Die sexualisiert misshandelten Non-Binaries, Transmenschen und Queers.
Die sexualisierte Gewalt, die weit über die Verletzung durch oder an Genitalien hinausgeht.
Und es ist die Aufgabe eines Diskurses sich dem auch zu widmen.

Es ist an der Zeit, die Stimmen, die da sind, mit der Sprache und den Wahrheiten sprechen zu lassen, die sie einbringen können, statt sich auf ihre Kosten zu jemandem zu machen, der ihnen eine Stimme gibt.
Es ist an der Zeit, sich von den eigenen Vorstellungen über etwas, das man selbst nicht erlebt hat, zu trennen und durch Mut zur Erweiterung des eigenen Erfahrungshorizontes zu ersetzen.

Es ist Zeit für die Akzeptanz des Umstandes, dass man Gewalt mit allen möglichen Wahrnehmungsqualitäten erfahren und bewerten kann.
Es ist Zeit für die Etablierung der Idee, dass Opfer, Beteiligte, Erfahrene… auch ein eigenes Leben er_lebende Menschen sind. Vor der Gewalt, während der Gewalt, nach der Gewalt.

Es ist Zeit der Einladung in der Formulierung “Erlebende_r sexualisierter Gewalt” nachzukommen.

 

 

weiterlesen:
– zum Begriff des Überlebens sexualisierter Gewalt, H. C. Rosenblatt
– „last note – Opfer_Diskurs„, H. C. Rosenblatt
– Buchbesprechung „von Opfern reden„, A. Schrupp
– „rape culture – wir entmündigen vergewaltigte Frauen„, SZ-Artikel
Kulturgeschichte Vergewaltigung, M. M. Sanyal
– „Geschichten, die zählen„, Kampagne der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung „sexuellen Missbrauchs“ in familiären Kontexten
– „Weil es sagbar ist„, C. Emcke




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Stinkefinger für Edeka: Euer Dickenhass ist scheiße

16. Februar 2017 von Magda

Mit dem Satz „Mein Fett ist politisch“ zitiere ich die US-amerikanische Autorin Virgie Tovar oft und werde dann gefragt, was das genau bedeuten soll: Körperfett, politisch, hä?

Für mich bedeutet dieses Zitat, dass Körperfett heutzutage oft politisch instrumentalisiert wird, um Menschen zu beschämen und ihrem Gewicht Bedeutungen zuzuschreiben, die in der Regel negativ und verletzend sind. Somit werden dicke Menschen als faul(er), unattraktiv(er) oder ungesünder als schlanke Menschen dargestellt. Und weil die neoliberale Idee der Selbstoptimierung und des sich stets normgerechten Veränderns von Körper und Geist heute Teil unseres Lebens ist, aber eben nicht als Ideologie erkannt wird, spreche ich von Körpern als politische Orte: Auch an Körpern werden gesellschaftliche Ideen verhandelt. Mein Fett darf nicht einfach sein, mein Fett wird politisch aufgeladen.

Zwei Minuten pure Diskriminierung

Aktuelles Beispiel dafür ist der Edeka Werbespot, der von traurigen, grauen, vielessenden Dicken handelt. Und dann ist da ein Kind, das aus dieser traurigen, grauen, vielessenden Dickenwelt aussteigen möchte, um sich seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen: Anstatt undefinierbaren Brei zu essen, wie das alle traurigen, grauen, vielessenden Dicken machen, möchte er fliegen. Und auf einer grünen Wiese Beeren naschen. Weil er Beeren und nicht mehr Brei isst, nimmt er ab und kann schließlich federleicht über Wiesen gleiten und glücklich in der Natur rumliegen. Am Ende des Werbespots lesen wir den Spruch „Iss wie der, der du sein willst“. Mein erster Impuls:

Dieser Spot ist nicht nur die schlechteste (und peinlichste) Geschichte, die die Werbewelt je gesehen hat, es ist auch eine zutiefst diskriminierende Werbung, die es schafft, viele abwertende und schlichtweg falsche Annahmen über das Dicksein, dicke Menschen, über Ernährung und ihren Einfluss auf Körper(gewicht) in ein bisschen mehr als zwei Minuten zu packen. Dazu kommt, dass – ich nehme an: schlanke Menschen – mit so genannten Fatsuits ausgestattet werden, um Dicke zu spielen. Es ist ein ekelhafter Mix aus Dickenfeindlichkeit sowie klassistischen und rassistischen Ideen vom „guten Essen“.

Natalie von Gemischtwahnlädchen beschreibt die Botschaften, die in dem Spot transportiert werden, so:

Von Dicken wird ständig verlangt, dass sie sich ändern. Sprich, abnehmen.
Von Dicken wird ständig erwartet, dass sie unsichtbar, also ja nicht bunt sind.
Von Dicken wird ständig angenommen, dass sie sich nicht nur schlecht ernähren, sondern auch dauernd essen.
Von Dicken wird ständig erhofft, dass sie ihr Gewicht durch irgendeine besondere Fähigkeit wiedergutmachen.
Dicke dürfen nicht inspirierend sein, beziehungsweise nur dadurch, dass sie nicht mehr dick sein wollen.
Selbsthass ist super. Selbsthass ist der Status Quo.

Einfach mal beschweren…

Auf ihrer Facebook-Seite reagiert Edeka auf Kritik mit dem bekannten Spruch „Wir wollen ja niemanden diskriminieren“. Um nicht gähnen zu müssen, suche ich mal fix ein paar Adressen raus, wo ihr euch beschweren könnt: Bitte twittert, schreibt oder ruft doch mal an und sagt, was ihr davon haltet. Der Hashtag ist #issso.




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Barrierearmer Aktivismus, rechte Propaganda zu sexualisierter Gewalt und ein African Feminist Internet – kurz verlinkt

16. Februar 2017 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Noch bis Sonntag läuft mit der Berlinale eines der weltweit größten Filmfestivals. Der Tagesspiegel hat zu diesem Anlass unterschiedlichste Zahlen zu Geschlecht in der Filmwelt zusammengetragen und ausgewertet: Wie viele Frauen studieren Regie? Wessen Fime bekommen wieviel Förderung? Werden mehr Filme von Männern oder Frauen in Zeitungen besprochen? Wie werden Neben- und Hintergrundsrollen besetzt? (Wie diese Beispielfragen bereits deutlich machen, bleiben die Zahlen (und auch die Analysen) aber klar in der Zweigeschlechtlichkeit verankert und weitere Differenzkategorien bleiben unbeachtet.)

Der Fall Gina-Lisa ist abgeschlossen – aber Fragen bleiben„, schreibt Sylvia Margret Steinitz beim Stern.

In der Silvesternacht soll in Frankfurt ein „Sex-Mob“ agiert haben – doch diese medial weit verbreitete Geschichte ist nur eines: eine Lüge. AfD Wahrheiten schreibt über die und Verbreitung des Gerüchts/ der Propaganda. der Notwendigkeit von Faktenchecks und Geduld bei Medien-Konsument_innen.

Erinnerung: Noch bis zum 1. März 2017 können Anträge mit Ideen und Pläne für Projekte bei filia.die frauenstiftung eingereicht werden. Die Projekte sollen dazu beitragen, dass Mädchen und junge Fauen frei von Gewalt leben und dass sie in der Gesellschaft mitentscheiden können. Unterstützt werden Projekte mit bis zu 5.000€. Die eingegangenen Anträge werden von den Mädchen und jungen Frauen des Mädchenbeirats gelesen und diskutiert.

pro familia Berlin sucht zum 01. Mai 2017 (die Stelle ist bis zum 30.04.2019 befristet) eine Fachliche Koordinator_in für 20 Wochenstunden für das neue Projekt „Fachinformations- und
Vernetzungsstellen für die qualifizierte Hilfe und Unterstützung von schwangeren, geflüchteten Frauen“.

englischsprachige Links

Romantic Love is Killing Us: Who Takes Care of Us When We Are Single?„, fragt Caleb Luna.

Sechs behinderte Aktivist_innen sprechen bei Autostraddle über die Themen, die sie gerade bewegen, aktivistische Erfahrungen und der Umgang mit Barrieren beim Aktivismus. Außerdem findet sich unter dem Artikel eine Accessible Resistance Resource List.

Irene Kagoya präsentiert bei GenderIT ihre Vorstellungen von einem African Feminist Internet.

„You have a right to exist safely in digital spaces.“, heißt es im DIY guide to feminist cybersecurity, wo es ausführliche Anleitungen und Erklärungen rund um technische Schutzoptionen geht.

Termine in Berlin, Bern, Köln, Stuttgart, Wien

17. Februar in Berlin: Fachgespräch: „Wer hat Angst vor Geschlechterforschung? Strategien für ein Forschungsfeld unter Druck„. Anmeldung bis zum 14.02. über die Webseite.

21. bis 25. Februar in Stuttgart: meccanica feminale findet statt mit einer ganzen Reihe von Kursen, einige gehen einen Tage, andere eine halbe Woche.

4. März in Köln: Ab jetzt ist eine Anmeldung möglich: #body*talk. Rollenbilder, Schönheitsdiktate und Empowerment im Netz.

4. März in Wien: Podiumsdiskussion – Zum Stand feministischer Kämpfe mit Mädchenmannschaftsbeteiligung. (FB-Link)

9. bis 11. März in Bern: CKSTER-Festival zum Thema Gender Hacking.

11. März in Berlin: 7. Barcamp Frauen. Infos findet Ihr hier.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?




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Rache an den Jägern und bräsigen Männlichkeitsvorstellungen – Ein blutig-feministisches Märchen

14. Februar 2017 von Charlott

Immer wieder hallen Schüsse durch den Wald. Aufgescheuchtes Wild rennt zwischen Bäumen durch die hügelige Landschaft: Rehe, Dachse, Wildschweine, Füchse. Die Tiere – mal aufgeschreckt, mal unheimlich starrend, mal gequält, mal in sich ruhend, mal korpulierend – sind fast so wichtige Darsteller_innen wie die ihnen an die Seite gestellten Menschen in Agnieszka Hollands aktuellem Film Pokot (Spoor), der derzeitig auf der Berlinale im Wettbewerb läuft.

In diesem Film, der sich als eine Mischung aus Krimi, Thriller, Märchen und hintersinnige Komödie darstellt, lebt die eigensinnige Duszejko (herausragend gespielt von Agnieszka Mandat), pensionierte Brückenbauingenieurin, die nun Englischunterricht in einer Schule gibt, in einem kleinen Ort im polnisch-tschechischen Grenzgebiet. Die Kinder lieben sie, ansonsten eckt die passionierte Tierschützerin und Astrologie-Überzeugte in dem von Jagd und Kirche dominierten Ort an. Duszejko, die es hasst bei ihrem Vornamen genannt zu werden, scheint ihre engsten Vertrauten in ihren beiden Hündinnen zu haben und gerade diese sind plötzlich verschwunden und tauchen nie wieder auf. Einige Zeit später entdecken Duszejko und Matoga, einer der wenigen (menschlichen) Freund_innen, die Duszejko hat, dass ein Nachbar tot ist. Wiederholt hatte zuvor Duszejko versucht gerade diesen Nachbarn wegen Wilderei anzuzeigen. Sein Tod ist der erste in einer Reihe von gewaltvollen Toden. Die (ausschließlich männlichen) Toten eint, dass sie passionierte Jäger waren und dass sie herausragende Stellungen in der Gemeinschaft inne hatten. An den Tatorten finden sich Tierspuren. Duszejko stellt die These auf: Hier rächt sich endlich das Tierreich!

So leicht wäre es gewesen, einen Film zu drehen, in dem das Publikum über Duszejko lacht. Doch stattdessen stellt sich der Film ganz auf die Seite seiner Protagonistin. Nicht sie scheint seltsam, sondern ihr jagdbesessenes Umfeld, in dem der Kinderchor in der Kirche über erlegte Rehe singt. Die jagenden Männer sind häufig korrupt und auch in andere Gewaltformen verstrickt, vom Polizeichef, über den Bürgermeister hin zum Fuchsfarm-Besitzer, der in seinem Haus zu dem ein illegales Casino und Bordell führt. Wenn der Dorf-Pfarrer Duszejko einen Vortrag hält, dass Gott den Menschen eben über Tiere gestellt habe, geht die Kamera ganz nah heran bis nur noch sein Mund die Leinwand füllt.

Duszejko ist nicht die einzige Figur, die sich nicht einpasst in diese kleine Welt: Eine junge Frau, die sie nur „Gute Nachrichten“ nennt, arbeitet für den Pelz-Produzenten, dies aber nur notgedrungen. Sie kann den Ort nicht verlassen, da sie um das Sorgerecht für ihren kleinen Bruder kämpft, der aus dem gewaltvollen Elternhaus in Kinderheim gebracht wurde. Matoga, der gute Freund, der vielleicht auch mehr für Duszejko empfindet, muss mit einer ganzen Reihe von Verlusten und einer komplizierten Familiengeschichte umgehen. Auch im Gefängnis hat er mal gesessen. Und dann sind da noch der tschechische Insektenforscher, der eine Sommeraffaire mit Duszejko eingeht und ein junger Mann, Dyzio, der für die Stadt arbeitet, aber Angst hat seinen Job zu verlieren, wenn bekannt wird, dass er mit regelmäßigen Krampfanfällen lebt.

(Ab hier Spoiler)

Prokot ist nicht nur in beeindruckenden Bildern gefilmt, sondern zeigt Außenseiter, die die Normen patriarchaler, *istischer Ordnungen in Frage stellen. Duszejko ist nicht nur Vegetarierin und eine ältere Frau mit Agency, sie wird auch als begehrenswert dargestellt, hat Sex hat und weiß es durchaus für sich auszunutzen, dass sie als die alte, schrullige Frau wegkategorisiert wird. Matoga passt auf der Oberfläche sehr viel besser in dieses Dorf, doch wenn er zwischen all den anderen Jägern in seiner bunten Kochschürze steht und später Duszejko auf einen Kostümball begleitet – er als Rotkäppchen, sie als Wolf, wird die starre, toxische Maskulinität der meisten anderen anwesenden Männer im Kontrast noch deutlicher. Das – häufig vollkommen sinnlose – Töten der Tiere und die Zerstörung der Umwelt inszeniert Holland nicht ausschließlich als eine Kritik an diesen konkreten Phänomenen, sondern lässt es darüberhinaus metonymisch einstehen für einen gesellschaftlichen Umgang mit dem vermeintlich Schwächeren und Anderen. Immer wieder wird deutlich, dass die im Ort von den Männern glorifizierte Jagd nur ein Teil der erdrückenden Gewalt ist.

Wenn Duszejko im Wolfskostüm zur Party fährt – ihr Wagen voller verdächtiger Dinge, bestätigt sich ein Verdacht, der sich nach und nach im Film einschleicht: Die Mörderin ist im Wolfspelz unterwegs, aber ganz und gar menschlich. Zu dieser Erkenntnis kommen nicht nur die Zuschauer_innen, sondern auch Matoga, „Gute Nachrichten“ und Dyzio. Die drei konfrontieren Duszejko just in dem Moment, in dem der (feministisch-traditionell auch als phallisch gelesen) Kirchturm brennt und die Polizei auf dem Weg zu ihrem Haus ist.

Und warum wird der Film auch als Märchen beschrieben? Sicher wegen der Stimmung, doch auch das Ende ist märchenhaft, denn weder lassen ihre Freund_innen Duszejko hängen noch wird sie von der Polizei überführt. Stattdessen gelingt ihr Dank die abenteuerliche Flucht aus dem Dorf und am Ende, da steht die Utopie. Im Haus des Insektenforschers (der den Ort vor allen anderen verlassen hatte, da seine Forschungen beendet waren) kommen sie alle am Mittagstisch im sonnendurchfluteten Esszimmer zusammen: Duszejko, der Forscher, Magota, „Gute Nachrichten“, ihr kleiner Bruder und Dyzio. Aufgetischt wird vegetarisch. Magota dekoriert den Tisch mit Kräutern und Blüten. Denn auch wenn Duszejko immer wieder im Film vorgeworfen wird, dass sie Tiere über die Menschen stelle, so ist es doch diese Wahlfamilie, die sich um ihren vielschichten Widerstand herum gebildet hat.

Agnieszka Hollands Film ist nicht ohne seine Schwächen, so werden Dyzios Anfälle voyeuristisch, dramatisch inszeniert. Doch Holland erzählt, auf Grundlage des Romans „Der Gesang der Fledermäuse“ von Olga Tokarczuk, eine Revanche-Geschichte mit romantischem Happy-End. Und manchmal braucht es vielleicht genau das.




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Samstagabendbeat mit Mpho Sebina

11. Februar 2017 von Charlott

Mpho Sebina ist eine botswanische Musikerin. Mit Mash-Up-Cover-Versionen hat sie sich bereits ins Herz vieler gesungen. „Loves Light“ ist ihr bisher einziger orginaler Song. An einem Album wird gearbeitet.




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Radikalisierte weiße Männer und Hass im Netz – kurz verlinkt

9. Februar 2017 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Die neue an.schläge ist da, und zwar mit dem Thema „We Fight Back!„.

Herzlichen Glückwunsch zum 5. Geburtstag, queerrelations aus München!

Für das Filmprojekt „Transgender people of Moscow and Berlin give rise to their personal voices“ gibt es bei Startnext eine Crowdfunding-Kampagne.

Das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung führt derzeit online eine Umfrage zu Hatekommentaren im Netz durch. Teilnehmen könnt Ihr hier.

englischsprachige Links

Der Lehrstuhl für Soziologie/Soziale Ungleichheit und Geschlecht veranstaltet mit dem Marie-Jahoda-Gastprofessorenprogramm für Internationale Geschlechterforschung vom 08. bis 10. November 2017 einen internationalen Workshop zum Thema „Doing Science – Doing Excellence – Doing Inequalities? Interrogating the Paradigm of Excellence in Academia“. Abstracts können bis zum 31. März 2017 eingereicht werden, Infos gibt es hier.

Nach sieben Jahren wird Chelsea Manning wahrscheinlich Mitte Mai aus der Haft entlassen. Es gibt eine offizielle Crowdfunding-Kampagne, damit Chelsea nach ihrer Entlassung vor allem im ersten Jahr unterstützt werden kann.

Außerdem Lesestoff: Celeste Liddle schrieb einen wichtigen Text über die Radikalisierung weißer Männer, Anne Thériault veröffentlichte das wunderbare „On Being Good„, und ihre Kollegin Ijomea Oluo forderte im Establishment „White People: I Don’t Want You To Understand Me Better, I Want You To Understand Yourselves„. Weiterlesen »




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die Gefahren des Internet? – sicher nicht das Internet! – #sid2017

7. Februar 2017 von Hannah C.

Heute ist der “Save Internet Day” (oder auch „safer Internet day“ kurz: #sid2017).
Viele Organisationen und Vereine informieren darüber, wie man sich am Besten vor dem Internet schützt und geben Tipps zur Netznutzung, die unterm Strich dazu führen, am Besten in klitzekleinen gated online communities zu bleiben.
Ich halte das für nicht sehr sinnvoll.
Und das, obwohl ich sogenannte „safe spaces“ unterstütze und wichtig finde.

Was ist also für mich problematisch an so manchen Ansagen, die zum save Internet day (aber allgemein auch immer wieder mal) auftauchen?
Ich sehe die größte Gefahr des Internet im Missverstehen des Internet und damit den Gefahren, die mit der Nutzung einhergehen.

First of all: das Internet als Ort
Das Internet ist ein Kommunikationsnetz!
Früher gab es die Post und das Telefon. Doch als sich diese Netze als Verbreitungsweg von Propaganda, Werbeflut und mitunter Grenzüberschreitung darstellten, gab es noch keine save Briefpost/Telefon-Tage. Warum?
An der globalen Verbreitung des Netz und der Möglichkeit auch anonym eine Nachricht abzusenden, kann es wohl kaum gelegen haben.

Ein weiteres Missverständnis ist meiner Ansicht nach, die Auffassung zur Quelle der Gefahren, mit denen man es über das Internet zu tun hat.
Es ist nicht das Internet. Es ist nie das Internet.
Niemals ist ein Internet auf mich zugekommen und hat mir in die Twittermentions gekackt.
Niemals wird es das Internet sein, das es in Ordnung findet, meine persönlichen Daten auszuspähen und zu verkaufen.

Die Gefahren des Internet sind – as always – andere Menschen.

Menschen, die lügen und betrügen.
Ob bei Ebay, Amazon oder Facebook – viele Plattformen ermöglichen den Handel mit Waren oder Dienstleistungen. Und wo der Handel ist, da ist der Beschiss nicht weit.  Nur, weil wir in analogen Geschäften an Mondpreise und andere täuschende Aktionen gewöhnt sind, heißt das nicht, dass die gleichen Mechanismen über die Netzkommunikation gefährlicher für die Konsument_innen sind.
Wer macht solche Aktionen? – Menschen.
Warum? – weil sie es können.

Menschen, die Werbung für ein notwendiges Übel des kapitalistischen Internet halten.
Hier könnte jetzt viel darüber stehen warum Facebook und andere Plattformen aussehen wie ein Werbekatalog – es ist aber nicht nur die Werbung als solche, die der Gewalt übers Netz immer mehr Vorschub leistet.
Es ist die rücksichtslose Gier dahinter.

Schon lange bewege ich mich nicht mehr ohne (mehrere) Adblocker von Webseite zu Webseite. Zum Einen weil Werbegewackel mich vom Seiteninhalt ablenkt, zum Anderen aber, weil sich immer häufiger Miniprogramme hinter Werbeanzeigen verstecken, die sich meine Daten zum Frühstück und meinen Rechner zum Mittagessen reinziehen.

Man kann sich einreden, dass man gegen Internetwerbung immun ist. Der Wurm, der dir deine Mails wegfrisst, weil du nichts dagegen hast, während der Recherchen für ein Projekt auch noch über Schuhe, Klamotten und eine mögliche Karibikreise “informiert” zu werden, nutzt aber deine persönliche Konsequenz dieser Überzeugung aus.

Wo kommen solche Schädlinge her? – von Menschen.
Wer ermöglicht die Platzierung solcher Gefahren? – Menschen.

Was ist das Internet in diesem Szenario? – Das Medium. Und nichts weiter.

Wer macht so einen Scheiß?
Menschen, die (unter anderem) die technische Unversiertheit von User_innen ausnutzen.
In einer Sozialgemeinschaft, in der alle respekt- und rücksichtsvoll miteinander umgehen, sollte es nicht notwendig sein, einen Abschluss in Kommunikationstechnik oder was weiß ich zu benötigen, um sich der Nutzung des Internet gewappnet genug zu fühlen.
In der vorherrschenden Gewaltgesellschaft, die derzeit existiert jedoch, wird es zur Pflicht, die bei Nichterfüllung zu victim blaming und dem “Rat” das Internet nicht zu nutzen führt.

Jedes Mal, wenn dir dein Antivirenprogramm oder irgendjemand anderes einredet, du müsstest deinen Schutz aufrüsten, weil du sonst selbst schuld am Systemcrash deines PC bist, redet es gerade nicht auf jemanden ein, der einen Virus programmiert oder Spammails mit Trojanern im Anhang versendet.

Das Gleiche gilt für die Kommunikation mit anderen Menschen auf social media-Plattformen.
Wann immer dir jemand sagt, du sollst das Internet nicht nutzen, weil du darüber belästigt, bedroht, ausgenutzt, aussoiniert und benutzt wirst, wird nicht mit den Menschen gesprochen, die dir Gewalt über das Netz antun.

Das ist wichtig zu sehen.
Am Save Internet Day werden nicht die Menschen angesprochen, von denen sich ein Großteil der Nutzer_innen bedroht fühlen.

Warum? Weil mit Antivirenprogrammen, individuellen Schutzprogrammen und als safe spaces nutzbaren social media-Plattformen mehr Geld zu machen ist.
Weil Menschen in unserer Gesellschaft es verdammt nochmal gewohnt sind für ihren eigenen Schutz zu bezahlen, statt, dass sich Forderungen nach dem Ende einer Bedrohung als wirksam erweisen.

Ich halte es für falsch, sich immer weiter in diesem gewaltkulturell geprägten und kapitalistisch motiviertem Kreisel zu bewegen, wenn es um das Internet unserer Zeit geht.

Das Internet ist schon immer nichts weiter als ein Kanal, der von Menschen bedient wird.
Zum Guten wie zum Schlechten. Zum Konstruktiven wie zum Destruktiven.

Das Internet ist kein Ort, vor dem man so warnen sollte, wie man Frauen™ davor warnt, nachts allein durch einen Park zu gehen.
Es ist auch kein Ort, wo Fremde mit Süßigkeiten in der Hand nur darauf warten, dass kleine medieninkompetente Kinder an ihnen vorbei laufen.

Das Internet ist ein Kommunikationsmittel mit dem Menschen, die Gewalt ausüben (wollen), so geschützt wie sonst nirgendwo sind, weil das Internet an den entscheidenden Stellen schlicht missverstanden ist.

Hier also mein Senf zum Save Internet Day:

– sprecht über das Internet nicht als Ort, sondern als Kanal, der von Menschen mit unterschiedlichsten Interessen benutzt wird
– bringt euren Kindern bei, dass ein Posting eine Aussage ist und, dass man für das, was man aussagt, immer auch die Verantwortung tragen muss – analog, wie digital!
– bringt euch selbst bei, die Verantwortung für das zu tragen, was ihr wann wie wo postet, programmiert, als Plattform zur Verfügung stellt

und: (feministische) Netzpolitik ist ein Ding – macht mit, wenn ihr könnt, denn es ist unser aller Internet.




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