Samstagabendbeat mit M.I.A.

28. März 2015 von Anna-Sarah

Vorige Woche jährte sich das Erscheinen von M.I.A.s wegweisendem Debutalbum Arular zum zehnten Mal – ja, so lange ist es schon her… Ein würdiger Anlass also für unseren zweiten M.I.A.-Samstagabendbeat, diesmal mit dem ersten “Hit”.




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Raben-Mütter e.V. sucht Unterstützung

27. März 2015 von Gastautor_in

Who`s that Grrrl: Anne Bonnie Schindler findet es komisch, wenn Frauen sich hauptsächlich über ihre Mutterrolle identifizieren –  obwohl ihre eigene enorm prägend für ihre Sicht der Dinge wurde.
Später in Berlin als Türsteherin tätig, gründete sie im Jahr 2011 den alternativen Sexladen „Other Nature”. Die Gründung eines Vereins für Mütter, die ohne ihre Kinder leben, ist der Tatsache geschuldet, dass sie selbst vor 11 Jahren ihre beiden Kinder, damals gerade erst 5 und 2,5 Jahre alt, bei ihrem leiblichen Vater ließ. Auch wenn solch eine Entscheidung nicht spurlos an allen Beteiligten vorüber zieht, steht Anne Bonnie voll hinter diesem Schritt und möchte Frauen ermutigen, sich mit ihrer eigenen Mutterrolle auseinander zu setzten.

Mein Name ist Anne Bonnie, ich bin 34 Jahre alt und reif, mein Herzensprojekt in Angriff zu nehmen. Die Gründung eines Vereins, der sich einem tabuisiertem Thema widmet: Müttern, die gehen.

Wir leben in einer Zeit, in welcher das Mutterideal noch immer geprägt ist von bedingungsloser Hingabe, grenzenloser Liebe, der Aufopferung der Mutter und von dem Glauben an einen biologischen Determinismus, nur als Mutter ganz Frau zu sein.

Mütter, welche ihr Kind bei einer anderen Betreuungsperson lassen, werden von der Gesellschaft kritisch beäugt. Sofort reagieren auch andere Mütter mit einem Gefühl von Verlust oder Verrat am Kind: „Ich könnte das nicht“. Die Mehrheit der Menschen richtet den Blick nach dem Befinden des Kindes. Und dies in einem Ausmaß, welches bei Trennung vom Vater oder einer nicht biologischen Bezugsperson nicht im Ansatz vorhanden ist. Die Mutter ist das Maß aller Dinge. Die Mutterrolle seit vielen Generationen überidealisiert, wird Frau bei der Trennung von ihren Kinder regelrecht verteufelt.

Auch ich konnte, nachdem ich meine beiden Kinder nach der Trennung bei ihrem Vater aufwachsen ließ, viele Vorurteile kennenlernen: Vermutungen wie ich müsse wohl gewalttätig oder drogenabhängig sein, zumindest aber doch egoistisch oder gefühlskalt, sind nur einige Beispiele. Oder meine Mitmenschen verlieren sich in einem Übermaß an Mitleid mit meiner Situation. Ich werde plötzlich zum Opfer, oder zu einer Heldin, welche für das Kindeswohl ihre eigenen mütterlichen Bedürfnisse hinten anstellt. Natürlich leidend. Doch weder das eine noch das andere beschreibt meine Situation.

Sogenannten Rabenmüttern wird eine sachliche Diskussion verwehrt. Wenn tatsächlich eine Diskussion stattfindet, ist diese entweder gänzlich beschränkt auf die Belange der Kinder oder wird dominiert von Vorurteilen.

Dieser Beschränkung möchte ich entgegenwirken.

Schon seit langem geht der Trend von der biologischen Familie hin zur sozialen Familie. Es steht nicht mehr ausschließlich im Vordergrund, wer mit wem verwandt ist, sondern wer sich um wen in welchem Maße kümmert und Verantwortung übernimmt. Der Verein Raben-Mütter e.V. versteht sich als Ausdruck diesen Wandels.

Ich glaube, die biologische Mutter muss nicht zwangsläufig eine intensivere Bindung aufgrund der Geburt mit dem Kind erleben.

Raben-Mütter e.V. möchte Ansprechpartnerin sein und Hilfestellung leisten für den Abbau von Stigmata von sog. schlechten Müttern. Über die Mutterrolle und ihre Mythen aufklären. Einen gesellschaftlichen Diskurs ermöglichen.

Raben-Mütter e. V. versteht sich als feministisch und pro Queer Families, möchte nicht an alten Idealen festhalten, sondern Wege für alternative Familienmodelle aufzeigen. Im Streitfall genauso kompetent Hilfestellung geben, wie bei persönlichen, individuellen Problemen.

WICHTIG! An dieser Stelle sei erwähnt: Dass Mütter gehen, hat NICHTS mit Feminismus zu tun (diesem Vorurteil erliegt gerne eine konservative Strömung), sondern entsteht ganz individuell aus der Biographie der Frau, der Familie. Aber ohne eine feministische Deutung ließe sich das Phänomen, mit welchem Rabenmütter bedacht werden, nicht verstehen.

Während Vereine wie Väter e.V. gesellschaftlich eine wichtige Rolle spielen könnten, indem sie Väter in ihrer Rolle empowern, Rollenbilder hinterfragen, präsentieren sich diese Vereine häufig als konservativ und rückschrittig. Es geht um die Stärkung der Rechte der Väter gegen die angebliche Übermacht der Mutter, welche „willkürlich über das Kindeswohl entscheiden” könne. Es geht um Rechtstreitereien, Gerichtsurteile und Macht. Weniger um einen Diskurs.

Raben-Mütter e.V. möchte es hingegen Müttern erleichtern, einen vorurteilsfreien Diskurs über ihre Rolle als Mutter zu führen, auch in Trennungsphasen.

Denn der Bruch einer Familie ist ein großer Einschnitt im Leben aller Beteiligter. Ein Ziel ist es, aufzuklären, dass es einen Unterschied zwischen der Trennung von Kindern und der Trennung der Bindung zu den Kindern gibt.

Bei Müttern wird dieser Unterschied meist nicht berücksichtigt. Die Trennung der Familie wird als Trennung der Bindung zu den Kindern interpretiert. Die Stärkung der sog. Rabenmutter geht somit einher mit der Stärkung des anderen Elternteils oder einer anderen Betreuungsperson.

Ich möchte aufzeigen, dass es Hilfestellen fern ab von Rechtsanwält_innen gibt. Dass es für die erwachsenen Personen Ziel sein muss, in einer so verletzlichen Zeit nicht mit weiteren Verletzungen zu agieren und das gegenseitige Vertrauen und auch das Kindeswohl im Auge zu behalten. Sich fern ab von der „Pflicht erfüllenden Mutterrolle“ fragen: Wer kann sich wo am Besten für das Kind einsetzen? Nur wenn Mütter gesellschaftlich nicht mehr als schlechte Mütter geächtet werden, können sie sich einer selbstbestimmteren Sicht öffnen.

Willkommen sind Frauen, welche ihre Mutterrolle verstehen möchten. Müttern, die gehen.
Egal, was deine Beweggründe sind. Auch wenn einer der Beweggründe, ein Kind nicht aufzuziehen, in vorurteilsbeladenen Situationen wie z.B. Drogenproblemen liegt, möchten wir Unterstützung bieten.
Adoption, oder Trennung. Karriere, weniger vorhandene Muttergefühle, finanzielle Probleme, Gefängnisaufenthalt, oder Drogenproblemen. Psychisch oder physische Erkrankung. Mit oder ohne Drama. Wir möchten allen Frauen vorurteilsfrei entgegen treten. Und natürlich allen anderen, die sich angesprochen fühlen.

Raben-Mütter e.V. möchte:

  • Ansprechpartnerin sein
  • Familienstrukturen im Wandel verstehen
  • Abbau vom Über-Ideal “Mutter”
  • Abbau von Stigmata von sog. Rabenmüttern
  • an einem gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen zum Thema alternative Familienmodelle
  • individuellen Rat geben für Raben-Mütter
  • Trennungsprozesse für Familien erleichtern

anhand von:

  • regelmäßigen Posts
  • Literaturhinweisen
  • Hinweise auf Veranstaltungen, politischen Aktionen
  • Vernetzung mit anderen
  • Sammlung von Rechtsurteilen
  • Beratung durch Mediator_innen
  • Austausch via Blog- Arbeit
  • Anlaufstelle für private Gespräche
  • regelmäßige Mitgliedertreffen für Evaluationen (zunächst nur innerhalb Berlins)
  • Workshops (zunächst nur innerhalb Berlins)

Hierfür suche ich:

  • Menschen, die meine Umfrage ausfüllen und weiterleiten
  • Vereinsmitglieder
  • Menschen, die mir Ratschläge zum Thema Vereinsgründung geben
  • Informationen zu Fördergeldern
  • ehrenamtliche Mediator_innen für Rechtsfragen

Mehr Infos auch unter: www.raben-muetter.de und info(at)raben-muetter.de.




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Nicht ‘aufmüpfig’, sondern kämpferisch – Zum Tod von Barbara Emme

26. März 2015 von Charlott

Am 16. März Anfang der Woche verstarb Barbara Emme, bekannt auch als ‘Emmely’ im Alter von 57 Jahren. Im Februar 2008 wurde die Kassierin nach über 30 Jahren Tätigkeit im Einzelhandel fristlos von Kaisers entlassen. Anlass? Ihr wurde vorgeworfen zwei Leergutbons, die ein Kunde verloren hatte, im Gesamtwert von 1,30€ eingelöst zu haben. Barbara Emme stritt dies ab. Dass sie eine engagierte Gewerkschafterin war, die beispielsweise die Streikliste in ihrer Filiale führte, sollte natürlich keine Rolle bei dieser Entscheidung gespielt haben.

Barbara Emme nahm diese Kündigung nicht einfach so hin – sondern klagte sich durch mehrere Instanzen und sprach öffentlich über ihren Fall. Zunächst wurde sie abgewiesen, denn in der deutschen Rechtssprechung gelte auch das ‘Entwenden’ geringster Summen als klarer Grund für eine fristlose Kündigung, wie auch im Jahr 1984 als einer Verkäuferin gekündigt wurde, weil sie ein Stück Bienenstich verzehrte ohne es zu bezahlen. Verhältnismässigkeiten im Kapitalismus. Emmes Klage aber wurde in dritter Instanz, beim Bundesarbeitsgericht, stattgegeben. Dazu schreiben Mitglieder des Komitees “Solidarität mit Emmely”:

Emmelys Erfolg vor dem Bundesarbeitsgericht kam für alle erfahrenen Beobachter völlig überraschend. Unmittelbar danach gewannen mehrere gekündigte ArbeiterInnen ihre Bagatellkündigungen vor Arbeitsgerichten, die zuvor immer zu Gunsten der Arbeitgeber geurteilt hatten.

In Nachrufen, beispielsweie bei der taz oder beim Tagesspiegel wird sie als “aufmüpfige Kassiererin” bezeichnet. Ein Begriff, der das Engagement von Emme und anderen Arbeiter_innen, insbeondere von Frauen, untergräbt. Denn offensichtlich setzen sich diese nicht für etwas ein, wehren sich oder kämpfen gegen ungerechte Arbeitsbedingungen, sondern sind ‘aufmüpfig’. Doch auch mit ihrem Sieg vor dem Bundesarbeitsgericht hatte Barbara Emmes ‘Aufmüpfigkeit’ aka Einsatz für bessere Arbeiter_innenrechte kein Ende. Die Lohnnachzahlungen, welche sie erhielt, nutzte sie um an der Weltfrauenkonferenz in Venezuela im Jahr 2010 teilzunehmen. Auch engagierte sie sich weiter gewerkschaftlich und wurde 2014 noch in den Betriebsrat von Kaisers gewählt.

Zum Weiterlesen:
Nachruf von Mitglieder des Komitees “Solidarität mit Emmely” (FB-Link)




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Festivals ohne Frauen und Feminismus in brasilianischen Favelas – kurz verlinkt

25. März 2015 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus präsentierte LesMigraS den Spot “Was sagst du dazu?”:

Bodo Platzgraf, der als Berliner Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) heute “linksextremistische Demonstranten” beklagt, war aktiv bei den Republikanern (REP), berichtet das Antifa Infoblatt.

Pressemitteilung (PDF) anlässlich des Equal Pay Days und des Internationalen Tages gegen Rassismus von DaMigra (Dachverband der Migrantinnenorganisation).

Bald startet auch wieder die Festivalzeit. Endlich coole Musikerinnen live sehen? Eher nicht, wie die grafisch eindrucksvollen Darstellungen von Puls und Coolibri zeigen, die von Festivalplakaten all jene Bands löschten, die ausschließlich aus Männern bestehen – auf einmal haben die Plakate sehr viel Freifläche, wo sonst kleingedrängte Schrift steht.

englischsprachige Links
Der Vortrag der Aktivistinnen Elisabeth Ngari und Damarice Okore von „Women in Exile“, den sie letzten Donnerstag hielten, über die Situation von Flüchtlingsfrauen* in Berlin/ Brandenburg und deutschlandweit ist online:

Bei Media Diversified schreibt Zaneta Denny in “Feminism in the Favela” über Feminismus in Brasilien, verschiedene Bewegungen und Ausschlüsse und insbesondere den Aktivismus und das Engagement afro-brasilianischer Frauen.

Philosophy has to be about more than white men.“, fordert Minna Salami beim Guardian.

Das Literaturmagazin The Critical Flame hat eine Sonderausgabe zur Dichterin Adrienne Rich herausgebracht. Die Artikel könnt ihr online lesen, wie beispielsweise “6 Writers on the Lasting Influence of Adrienne Rich“.

“The lawsuit comes in response to a controversial register of Roma people maintained by the regional Skåne police in southern Sweden. The list, which was declared illegal by the Swedish Commission on Security and Integrity Protection (SIN), included some 4,700 people, including children.” – Elf Personen verklagen den schwedischen Staat, The Local berichtet über deren Ziele, Diskriminierung gegen Roma und die Angst vor den Nachwirkungen.

Erika Moen erklärt beim Bitch Magazine in einem Comic, was genau bei einer (medikamentösen) Abtreibung passiert und wie Self-Care nach einer solchen aussehen könnte.

Termine in Bern, Dortmund, Halle, Hannover:

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Heute erscheint “Das Licht ist weder gerecht noch ungerecht”!

23. März 2015 von Jayrôme

 

Freude!

Ab heute ist das Buch Das Licht ist weder gerecht noch ungerecht, Verlag w_orten & meer, im Handel erhältlich. Theatermonolog trifft auf Spoken Word, Kurzgeschichte auf lyrische Prosa, Geschriebenes auf Gesprochenes. Komplettiert wird der Band durch eine Audio-CD mit einem Hörspiel von Bassano Bonelli Bassano und zusätzlichem Live-Material.

Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Buch auf Deutsch je schreiben würde …
Oder vielleicht hat das Buch mich geschrieben? Denn meine Erstsprache ist das Schweigen. Meine zweite Sprache: Französisch. Und erst mit 17 habe ich Deutsch gelernt. Der Verlag sagt, meine Sprache wecke neue Bilder und eröffne durch kleine Verschiebungen des Ausdrucks neue Perspektiven. Ja. Ich glaube, es ist Zeit, der Sprache ihre Fehler zu verzeihen.

Zum Buch: Welche Ausdrucksformen gibt es für das kurze Glück und die lange grundsätzliche Verzweiflung, für Identitäten, die angeboten werden und doch immer nicht stimmen, für das Schweigen als Erstsprache, für die Wut über Trans-Diskriminierungen und für die Liebe, die nicht ein Gefühl ist, sondern ein Umgehen mit Menschen?

Ein Text- und Hörbuch für die Öffnung von Gender-, Sprach- und Ländergrenzen: poetisch, politisch, präzise.

Der Trailer ist von der französischen Filmemacherin Estelle Beauvais, mit Musik von Jef Guillon.




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Selbermach-Sonntag (22.03.2015)

22. März 2015 von der Mädchenmannschaft

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim SpielenWas hat euch beschäftigt, erfreut, geärgert, traurig und wütend gemacht, euer Herz vor Begeisterung hüpfen lassen? Jeden Sonntag habt ihr bei der Mädchenmannschaft die Möglichkeit eure Gedanken der letzten Woche zu teilen, Links zu tollen Texten, Blogs, Webseiten, Videos, Fotos, Gifs und Audiobeiträgen zu posten. Also ab damit in die Kommentare! Wir wünschen euch eine angenehme und erholsame Restwoche.




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Samstagabendbeat mit Las Cafeteras

21. März 2015 von Charlott

Las Cafeteras sind eine siebenköpfige Band aus Los Angeles. Kennengelernt haben sie sich im Eastside Café, einem Community Space, wo sie Musikkurse nahmen, und gründeten 2008 die Band. Der Name soll an den Ort erinnern, der sie zusammenbrachte, die weibliche Form wählten sie bewusst um Frauen zu zentrieren. Direkte Bezugnahme auf intersektionalen Feminismus ist in ihren Songs und auf ihrer Webseite keine Seltenheit.

Die drei Musikerinnen – Denise Carlos (Gesang, Jarana, Zapateado, Glockenspiel), Leah Gallegos (Gesang, Quijada, Zapateado) und Annette Torres (Marimbol, Zapateado) – der Band schrieben auch den aktuellsten Song “Muyer Soy“. Anlässlich des Women History Month veröffentlichten sie nun vor einer Woche das Musikvideo, in welchem ein Tag im Leben der Chicana Aktivistin Mary Anne Aguirre dargestellt wird:

Das erste Musikvideo der Band war übrigens zu “La Bamba Rebelde” aus ihrem 2012 erschienenem Album “It’s Time”:




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Assistierter Sex, politisches Putzen – die Blogschau

21. März 2015 von Anna-Sarah

“Sex – Kann ich meine persönliche Assistenz um Hilfestellung bitten?” – Katja berichtet in ihrem Blog einfach katja über ihre Erfahrungen mit und Gedanken zu Support beim Ausleben sexueller Bedürfnisse.

“Verunsicherung eröffnet Raum zum Überlegen und Nachfragen. Es ist ok, unsicher zu sein.” – Joy schreibt als Wurzelfrau über Konsens und seine Bedingungen.

“Putzen ist politisch” – der neue Podcast von heiter scheitern klärt auf über die Un_Sichtbarmachung von Tätigkeiten und bunte Reproräder.

Ebenfalls hörenswert: Viele Sein – ein Podcast über das Leben mit dissoziativer Identitätsstruktur mit Folge 3: “Sichtbarkeit”.

Bei Reizende Rundungen stellte Katrin ihr neuestes Outfit vor.

“Zschäpes Vorgängerinnen”: Das Antifa Infoblatt informiert über (die Geschichte von) Frauen in extrem rechten Terrorgruppen. Weitere Infos zum Thema findet ihr übrigens auch in unserer Reihe “Gender und Rechts(extremismus)”.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.




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Mit E-Gitarrensolo zum 100. Geburtstag: Wer war… Sister Rosetta Tharpe

20. März 2015 von Charlott

Am 20. März 1915 wurde Rosetta Nubin, später bekannt unter ihrem Künstlerinnennamen Sister Rosetta Tharpe, in Arkansas geboren. Ihre Eltern waren beide BaumwollpflückerInnen. Katie Bell Nubin, ihre Mutter, war außerdem involviert in der Church Of God In Christ – als Predigerin und Musikerin. Mit bereits vier Jahren begann sie mit Gitarre und Gesang ebenfalls aufzutreten. Als sie zwei Jahre später mit ihrer Mutter nach Chicago zog, kam sie erstmals neben Gospelmusik mit Blues und Jazz in Berührung. Die nächsten Jahre zogen die beiden weiter durch die USA und sie trat in verschiedenen Kirchen auf.

Mit 23 Jahren, im Jahr 1938, betrat sie erstmal ein Aufnahmestudie, bekam einen Plattenvertrag und avancierte zum Gospelstar, die erste kommerziell erfolgreiche Gospelsängerin in den USA. Im Dezember des gleichen Jahres trat sie im Spirituals to Swing Concert von John Hammond in der Carnegie Hall auf. Das besondere dabei war, dass Gospelmusik – neben Blues und Jazz – einem sekulären Publikum präsentiert wurde, was nicht alle bisherigen Fans Sister Rosetta Tharpe guthießen. Sie nahm 1944 den Song “Strange Things Happening Every Day” auf, welcher im darauffolgenden Jahr zum Hit wurde und als ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Rock’n’Roll gilt. In 1946 sah sie ein Konzert der Sängerin und Musikerin Marie Knight und war sofort absolut begeistert. Sie überzeugte Knight sie auf ihrer Tour zu begleiten und in den kommenden Jahren nahmen beide gemeinsam Songs auf und tourten gemeinsam durch die USA – zwei Musikerinnen allein (meint natürlich ohne Männer) unterwegs, ein durch aus radikaler Schritt. Der Song “Up Above My Head” erreichte Platz 6 der us-amerikanischen R’n’B-Charts. Nachdem Marie Knights Mutter und zwei Kinder in einem Brand starben, zog sie sich zurück um dann Solo – auch auf anderen musikalischen Wegen – weiterzumachen.

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Ein Tag gegen Rassismus – Fünf Fragen, Fünf Antworten

20. März 2015 von Sharon

Für alle, die sich einfach kurz mal einen Überblick verschaffen wollen :-)

1. Warum gibt es den Internationalen Tag gegen Rassismus?

Bei einer friedlichen Demonstration von ca. 20.000 Personen gegen die diskriminierenden Passgesetze des damaligen Apartheid-Regimes wurden am 21. März 1960 69 Personen (darunter 8 Frauen und 10 Kinder) in Sharpville (Südafrika) von der Polizei erschossen. 180 wurden verletzt. Seit 1966 wird jedes Jahr am 21. März, durch einen Beschluss der Vereinten Nationen, dem Internationalen Tag für die Beseitigung der rassistischen Diskriminierung* gedacht.

2. Gibt es überhaupt Rassismus in Deutschland?

LOL :-)

(Oder war das eine ernstgemeinte Frage?)

3. Was passiert denn am 21. März dieses Jahr in Deutschland?

Well, auch in Deutschland gibt es sogar inzwischen Internationalen WOCHEN gegen Rassismus!!! Und wir sind schon mitten drin: dieses Jahr finden sie nämlich 16.-29. März 2015 statt.

In Berlin findet u.a. diesen Samstag (21 März) einige Events statt, organisiert von der Kampagne “My Right is Your Right“. Die Demonstration fängt um 13:00 am Spreewaldplatz (Kreuzberg) an.

4. Und was kann ich tun, wenn der Tag bzw. die Wochen vorbei sind?

Rassismus geht uns alle** an. Es lohnt sich wirklich, sich mit den Erscheinungsformen und Folgen von Rassismus auseinanderzusetzen. Erst dann ist es überhaupt möglich Rassismus effektiv entgegenzutreten.

Meine ganz persönliche “top ten” an Weiterbildungs- bzw. Empowerment-Empfehlungen (in Deutschland):

  • ADEFRA e.V. (Empowerment für Schwarze Frauen in Deutschland, Generation ADEFRA Stammtisch findet jeden dritten Freitag im Monat statt – offen für Schwarze Frauen)
  • Black Diaspora School (Ein Empowerment Projekt für Schwarzen Jugendlichen von der in Berlin basierten Bibliothek “Each One Teach One e.V.” )
  • Der Braune Mob e.V. (Empowerment, Medienanalyse und Bildung für Schwarze Menschen und weitere People of Color in Deutschland)
  • IniRromnja (Ein Zusammenschluss von Berliner Roma-und-Sinti-Frauen)
  • Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund) e.V. (Empowerment für Schwarze Menschen in Deutschland)
  • Institute für diskriminierungsfreie Bildung (Fortbildungen für Lehrkräfte zu diskriminierungsfreier und rassismuskritischer Bildungsarbeit)
  • Korientation e.V. (Ein kulturpolitisches Netzwerk von Asiatischen Deutschen und Asiaten und Asiatinnen mit dem Lebensschwerpunkt Deutschland)
  • LesMigraS  (Beratung und Unterstützung für lesbische/bisexuelle Migrant_innen und Schwarze Lesben und Trans*Menschen)
  • Phoenix e.V. (Anti-Rassismus Trainings für Weiße, Empowerment Trainings für Rassismuserfahrenen)
  • ReachOut e.V. (Beratungsstelle in Berlin für Opfer rassistische Gewalt)

5. Ich bin wirklich kein Rassist, ab…

Oh, stop! Dieser Artikel ganze Webseite ist nicht für dich. #SeeYa

*Im Original “Rassendiskriminierung.” Ich habe es geändert um deutlich zu machen, dass es keine biologischen Rassen gibt. Wirklich nicht.

**Wer sich nicht involviert sieht, hat vielleicht ein wenig zu viel Privilegiensaft getrunken. Oder ist heftig am Verdrängen. Oder beides.

 




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