Berlin. Grrrls. Party!

July 3rd, 2009 von Susanne

Von heute bis zum Sonntag steigt in Berlin das BERLIN GRRRL FEST, mit Musik – unter anderem vom Frl. Zucker – Filmen, Kuchen, Workshops u.a. zu Streetart und Skateboarden und einem Zine Flohmarkt. Also Berlinerinnen, hingehen: Schererstraße 8 im Wedding.

grrrlfest

Aus dem echten Leben: Spätabtreibung

July 3rd, 2009 von Barbara

“Der Ludwig lacht”. So lautet der Titel einer Spiegel-Reportage über ein Elternpaar, das sich zu einer Spätabtreibung nach medizinischer Indikation entschlossen hatte; über die kürzliche Veränderung der Gesetzeslage bei Spätabtreibung haben wir bereits hier berichtet. Doch wie schon der Titel der Reportage andeutet - das Kind ist trotz des Entschlusses zur Welt gekommen. Und lacht.

Die Geschichte dahinter: In der 34. Schwangerschaftswoche wurde das Elternpaar mit der Diagnose überrascht, dass ihr ungeborenes Kind höchstwahrscheinlich körperlich und geistig behindert sein wird. Schweren Herzens entscheiden sie sich für einen Abbruch der Schwangerschaft. “Aber über eins waren wir uns immer einig: Wenn was im Hirn nicht stimmt, dann soll’s nicht sein”, wird der Vater zitiert. Doch trotz der rechtlich eindeutigen Lage - nach medizinischer Indikation darf eine Schwangerschaft auch spät abgebrochen werden - findet sich kein Krankenhaus, keine gynäkologische Praxis, die die Abtreibung tatsächlich vornimmt. Eine sogenannte Ethik-Runde in einer Münchner Geburtsklinik untersucht den Fall und schickt das Elternpaar zu einem zweiten Arzt. “Behindert ist er schon”, heißt es dort über das ungeborene Kind. “Aber einen Abbruch machen wir nicht, und in der 35. Woche brauchen Sie auch nirgendwo anders mehr hinzugehen.”

Der Arzt aus der Münchner Geburtsklinik meint dazu: “Vor zehn Jahren haben die Politiker das Gesetz so geändert, dass man ein behindertes Kind bis zum Geburtstermin abtöten kann. Würden wir das ernst nehmen, hätten wir eine Menge Fetozide. Also tun wir einfach so, als gäbe es das Gesetz nicht.” Daran ändert auch die Gesetzesänderung nichts. Der Arzt: “Deswegen werden nicht mehr Frauen behinderte Kinder zur Welt bringen wollen”, sagt er, “an unserer Realität geht das vorbei.”

So wurde auch das Kind Ludwig geboren, und es wächst heute bei den Eltern auf. Und obwohl die Eltern beteuern, das Kind zu lieben, so wie es ist, sagt die Mutter auch: “Trotzdem würden wir uns immer wieder gegen das Kind entscheiden, wenn wir könnten.”

Wenn wir könnten.

Eine spannende Woche - kurz verlinkt

July 3rd, 2009 von Katrin

Wir haben vor kurzem auch hier sehr intensiv über die Quote (bei den Grünen und allgemein) diskutiert. Nun melden sich die Frauenbeauftragten der Deutschen Universitäten zu Wort: Weil es immer noch zu wenige Professorinnen gibt, wollen sie eine Quote bei der Besetzung von Professuren, denn: “Wir sind nun an einem Punkt angelangt, an dem wir feststellen müssen, dass wir mit Appellen und dem Hoffen auf Bewusstseinsänderung nicht weiterkommen.” Die Quote soll zeitlich befristet und fächerabhängig gestaltet werden, wie sueddeutsche.de berichtet.

Ebenfalls auf sueddeutsche.de findet sich ein Artikel über eine brisante Debatte in Frankreich, die voller Zündstoff stecken könnte: Präsident Nicolas Sarkozy hat in seiner Rede zur Lage der Nation das Thema “Burkas” angesprochen - in ziemlicher Schärfe: “In unserem Land können wir es nicht hinnehmen, dass Frauen hinter einem Maschengitter gefangen sind, abgeschnitten von jedem sozialen Leben, jeder Identität beraubt.” Die Frage ist nun: Muss man diesen Bestandteil der Religion und Kultur einer in Frankreich lebenden Minderheit nicht hinnehmen, gebietet das nicht ein ebenso republikanisches Gebot der Toleranz? Wie viel Einmischung ist erlaubt? - denn einige PolitikerInnen arbeiten schon an einem Gesetz gegen die Burka.

Auf Welt.de gab es spannendes: Eine neue Studie zu unbewussten Vorurteilen bringt ans Tageslicht, dass 70 Prozent der befragten halben Million Menschen Wissenschaft als eine Männerdomäne sehen. Zitat: “„Implizite Stereotypen“ und die Kluft zwischen den Geschlechtern bei den Leistungen in Naturwissenschaften verstärkten sich gegenseitig, resümierte der Psychologie-Professor Brian Nosek von der Universität Virginia die Resultate der Studie.”

Diese Nachricht, welche sich in der Netzzeitung findet, klingt vielleicht ein bisschen banal: In Venedig hat die erste Frau ever den Gondelführerschein bestanden. Es ist aber in Wahrheit ein Knaller, denn seit 900 Jahren ist dieser Beruf fest in Männerhand gewesen! Toi toi toi, liebe Giorgia Boscolo (23)!

Katzenjammer

Auch das gab es vergangene Woche: Die großartige Girl-Band "Katzenjammer" auf der Fusion. (Quelle: Flickr.com/stinker)

Die Wirtschaftskrise führt zu immer mehr Rabattschlachten in vielen Wirtschaftsbereichen. Im Tagesspiegel ist zu lesen gewesen, dass auch Bordelle nun in den Preiskampf einsteigen müssen. Das führt dazu, dass Frauen, wie zum Beispiel Sandra aus Berlin, sich zum Preis von einer besseren Pizza kaufen lassen müssen: “Auf Sandra stolpert ein Mann zu, in der Hand einen Zehn-Euro-Schein und ein paar Münzen. „Mehr hab’ ich nicht“, sagt er, er will feilschen, will wissen, was er dafür bekommt. Sandra klingt beleidigt. Sie sehe doch gut aus. Wenigstens stilecht: weiße Leggins, weiße Stiefel, ein weißes Kunstlederkorsett auf gebräunter Haut. Zehn Euro. Hier in der Gegend, in Berlin-Mitte, bekommt man zwei, drei Bier dafür. Oder ein Eisbein.

WTF? – mein erster Gedanke beim Lesen dieses Artikels auf FR-Online.de. Es geht um den CSD. Und darum, was die durchgeknallte Pius-Bruderschaft (Respekt wäre hier unangebracht) dazu verbreitet, wenn sie sozusagen zur “Gegendemo” aufruft. Ein paar Schmankerl vielleicht? “Propaganda-Umzug für die sodomitische Sünde”, “Stellt euch auf die Straßen und ruft: ‘Wir wollen nicht, dass unsere Heimat ein Sodom und Gomorrha wird!’”. Völlig durchgedreht ist auch ein Vergleich mit der ach so mutigen Katholischen Kirche im Dritten Reich: “Ebenso muss es heute wieder mutige Katholiken geben!”

Wieder nur Verliererinnen

July 3rd, 2009 von Helga

Die Stellung und das Leben der Frauen verbessern. Das war eines der Argumente, um Saddam Hussein zu stürzen. Doch wie die Deutsche Welle neulich berichtete, ist genau das Gegenteil eingetreten.

Bis Anfang der achtziger Jahre hätten die Irakerinnen zu den bestausgebildeten, emanzipiertesten Frauen der arabischen Welt gehört, erklärt Nadje Al-Ali. Doch die Diktatur, der iranisch-irakische Krieg und besonders das ab 1990 verhängte Sanktionsregime hätten bewirkt, dass hunderttausende Irakerinnen ihre Arbeitsplätze und Bildungschancen verloren. Die Invasion 2003 und die anschließenden Gewaltexzesse hätten diese Entwicklung noch einmal beschleunigt.

Mädchen gehen nicht mehr zur Schule aus Angst vor Entführungen oder weil die Familie es sich einfach nicht leisten kann. Gewalt in Familie und Ehrenmorden an Frauen bleiben unbestraft. Die amerikanischen Truppen setzen die Frauen unter Druck, Informationen über ihre männlichen Verwandten und deren (Terror-)Absichten herauszugeben. Insgesamt 800.000 Witwen müssen ihre Familien alleine durchbringen. Auch die Entwicklung der irakischen Politik verheißt nichts Gutes für die Frauen:

Noch gilt im Irak das alte, einheitliche Personenstandsrecht von 1959, das trotz vieler frauenfeindlicher Veränderungen während der Diktatur Saddam Husseins nach Ansicht engagierter Frauenrechtlerinnen immer noch recht fortschrittliche Elemente enthält. Doch der Artikel 41 der neuen irakischen Verfassung sieht vor, dass die Iraker ihren Personenstand künftig nach Maßgabe ihrer Religion oder ihres eigenen Ermessens individuell entscheiden sollen. Die bisherigen Erfahrungen in anderen arabischen und islamischen Ländern haben gezeigt, dass solcherart gespaltenes Personenstandsrecht für Frauen meist von Nachteil ist: denn es wird nicht klar definiert, welche Interpretationen des islamischen Rechtes zum Tragen kommen sollen und wer die Interpretationshoheit innehaben soll.

Die gute Nachricht: Viele Irakerinnen organisieren sich in Frauenorganisationen und engagieren sich für Verbesserungen. Doch der ständige Kampf, der von außen in das Land getragen wird, macht ihnen das Leben schwer. Für sie kein Grund aufzugeben.

Du fette Sau

July 3rd, 2009 von Susanne

Gerade fand ich diese schöne Postkarte in meinem Briefkasten – Absender: mein ehemaliges Sportstudio.

fitness

Die Karte wirft bei mir so früh am Morgen schon wieder viel zu viele Fragen auf: Ist jeder, der nicht mehr ins Sportstudio geht, eine fette Sau? Macht man heute SO Werbung? Spricht das irgendjemanden hier an? Hab ich Recht damit, mich über die Karte schlapp zu lachen und mich gleichzeitig richtig dumm von der Seite angequatscht zu fühlen? Und wenn ich sogar ordentlich dick und rund wäre – wieso müsste ich dann “endlich” abnehmen? Zählt nicht gerade in der Krise jedes Pfund, quasi als Zukunftsversicherung?

Aber vor allem: HÄ?!

Lets get fashionnerdy!

July 1st, 2009 von Susanne

Heute muss ich euch mal jemanden vorstellen: Diana. Diana Eng. Ich bin Fan von Diana Eng, seitdem ich sie in der amerikanischen Show “Project Runway” gesehen habe, wo sie nicht wie ihre Mitbewerber_innen um den Titel “America’s Next Great Fashion Designer” einfach Klamotten zusammennähte, sondern ihnen stets irgendwelche technischen Features einbaute.

Früh übt sich, wer ein Fashion Geek werden will: Diana als Kind

Früh übt sich, wer ein Fashion Geek werden will: Diana als Kind

Diana Eng begründete in den USA den Begriff “Fashion Geek” (ihr Blog heißt so ähnlich: FashionNerd), hat mittlerweile ein Buch mit dem gleichen Namen herausgebracht und erklärte gerade auf Etsy.com Schritt für Schritt, wie man sich ein LED-Collier bastelt, heißt: eine hübsche Kette, die im Dunkel leuchtet. So begegnete ich ihr gestern nach einer ganzen Weile wieder und stellte wieder mal fest, wie sehr mich die Kombination von Mode und Technik fasziniert und dass es mich mehr als begeistert, dass die süße, zurückhaltende Frau mit der piepsigen Stimme zu einer ganz eigenen Art Style-Ikone geworden ist. Dass sie beweist, dass es nicht nur auf der einen Seite Mode für Frauen und auf der anderen Seite Technik für Männer heißen kann.

Und deswegen muss ich an dieser Stelle einfach mal in den digitalen Raum rufen: Entdeckt die Welt des Fashion Hacking, probiert mal Stricken nach Logarithmen, näht euch Klamotten mit eingebauter Kamera, die Fotos macht, wenn sich euer Puls erhöht! Oder ganz anderen Quatsch. Hauptsache Spaß. Diana Eng macht’s vor.

GenderGenderGender

June 30th, 2009 von Verena

Unter dem Titel Love me Gender - Gender is Happening findet vom 6. bis zum 12. Juli eine spannende Aktionswoche in Berlin statt.
Jeder Tag steht thematisch unter einem der Jubiläen des Jahres 2009 – von 90 Jahre Frauenwahlrecht bis zu 20 Jahre Mauerfall.


Love me Gender – Gender is Happening

Das Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet das Happening und verspricht:

In Workshops, Diskussionen, Filmscreenings, Lectures, GenderWalks, GenderSports und Performances wird Gender einerseits in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gestellt und werden andererseits Handlungsmöglichkeiten und Strategien der Selbstermächtigung aufgezeigt. Zentral ist immer die interaktive und praxisnahe Auseinandersetzung mit dem Thema Gender in all seinen Facetten. Es soll gebloggt, musiziert und gefilmt, es soll gelacht, getanzt und genossen werden.

Auch die Mädchenmannschaft nimmt an der Happeningwoche teil. Am Dienstag, 7. Juli, diskutiert Meredith über Simone de Beauvoir. Am Donnerstag, 9. Juli, laden Katrin und Verena zum Politischen Salon. Dort geht es um die Chancen des Feminismus, on- und offline.

Undbedingt mitmachen!

Vom Ficken und Lecken

June 29th, 2009 von Helga

[Achtung, dieser Post enthält wirklich viele Schimpfwörter!]
PZ Myers, Professor und Pharyngula-Blogger, ist derzeit in Deutschland unterwegs und bat um Vorschläge für deutsche Schimpfwörter. Dabei fiel mir auf, dass wir zwar “fick dich” aber “leck mich” sagen. “Fick dich”, wie auch “Wichser” scheint noch aus einer Zeit zu stammen, als Masturbation als unmoralisch angesehen wurde, wenn vielleicht auch nicht mehr zwingend als zu Schwachsinnigkeit führend. Bei “leck mich” frage ich mich nun, ob es lediglich als Verkürzung von “leck mich am Arsch” entstanden ist (was auch heute noch die wenigsten toll finden) oder vom lecken (Cunnilingus) herrührt, das auch heute noch nicht die mediale Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfährt, die dem Blow-Job seit einigen Jahren zu Teil wird.

Schimpfwörter sind allgemein ein interessantes Thema. Es gibt Hurensöhne, aber keine Zuhältertöchter, mit Nutte, Hure, Schlampe gibt es mehr Wörter für promiskuitive Frauen, als mir für ihre männlichen Gegenparts einfällt…

Zum Abschluss noch einige Schimpfwörter, die nichts mit Geschlechtsteilen zu tun haben, und die viel zu selten verwendet werden: Dreikäsehoch, Teufelsbraten, Himmelarschundzwirn!, Gartenzwerg, Rotzlöffel und Göre.

Blog statt Massen-Emails

June 29th, 2009 von Susanne
Dieser Text ist Teil 9 von 9 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

TRESPLUSCOOL.com

Wie heißt du?
Fenke Gabriel-Schwan.

Seit wann bloggst du?
Ich blogge seit zirka zwei Jahren.

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich habe angefangen zu bloggen, um das, was ich so auf meiner tägliche Reise durchs Netz fand, der Welt mitzuteilen. So konnte ich aufhören, Massen-Emails an alle meine Freunde zu schicken, denn die brauchten sich ja nur noch meinen Blog zu Gemüte zu führen.

Worüber schreibst du?
Ich schreibe hauptsächlich über Mode, aber auch über vieles andere, was mich interessiert wie Illustration und Musik.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ich habe durch das Bloggen, wie viele andere auch, schon einige Leute “in der echten Welt” kennengelernt, was immer supernett war und ist. Außerdem habe ich auch das Internet besser zu nutzen gelernt – es ist jetzt weniger ein wahlloses Surfen, als eine gezielte Suche nach Input.

Wovon braucht das Internet mehr?
Ich wünsche mir mehr interaktive Seiten, die einem auch im echten Leben irgendwie nützlich sind.

Frauen im Web sind…
leider manchmal noch zickiger als im wahren Leben.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Vieles lese ich täglich, aber eine kleine Sucht ist die Seite www.tastespotting.com geworden, auf der über Fotos zu allen möglichen Foodblogs verlinkt wird.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an mannschaftspost(at)web.de.

Selbermach-Sonntag (28.6.09)

June 28th, 2009 von Susanne

Ihr wisst ja, wie’s geht.

Schönen Sonntag!