Selbermach-Winter 2014/2015

21. Dezember 2014 von der Mädchenmannschaft

187582806_69c7ba1e37Heute verabschieden wir uns in eine kleine Winterpause – ab dem 5. Januar 2015 sind wir zurück.

Bis dahin nutzt doch einfach dieses Forum für den Austausch, für eure Gedanken zu 2014, eure Wünsche für 2015, Links zu Texten und Veranstaltungen und gerne für Feedback zur Arbeit der Mädchenmannschaft im vergangenen Jahr.

Wir freuen uns natürlich auch über Spenden.

Wir wünschen euch schöne Feiertage/freie Tage/Wintertage, einen guten Rutsch in das neue Kalenderjahr und freuen uns auf 2015 mit euch!




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Samstagabendbeat mit der MM-Best-of-2014-Winter-Playlist

20. Dezember 2014 von der Mädchenmannschaft

Bevor wir uns morgen in die zweiwöchige Winterpause verabschieden und euch bis Anfang Januar eine schöne Zeit und einen guten Rutsch in das neue Kalenderjahr wünschen, wird hier nochmal gesummt, gesungen, gewippt, gewackelt und getanzt! Das Mädchenmannschafts-Team hat euch eine Winterbeatlist (in jedem Sinne des Begriffs…) mit der Auswahl unserer persönlichen 2014-Lieblingslieder zusammengestellt. Ihr hattet ganz andere musikalische Favorit_innen dieses Jahr? Wir freuen uns über eure Ergänzungen in den Kommentaren. Weitere Lieblingssongs findet ihr auch in unserer 2014-Sommer-Playlist.

accalmie: Sia – Chandelier

Anna-Sarah: Mz 007 – Important

Charlott: Angel Haze – A Tribe Called Red

 

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Das Jahr 2014 – Ein Feministisches Lexikon

19. Dezember 2014 von Charlott

Welche Themen standen auf unserer feministischen Agenda 2014? Welche Ereignisse haben das Jahr geprägt? Welche Personen und ihren Aktivismus haben wir bewundert? Zum Abschluss des Jahres gibt es dieses Mal ein Lexikon. Zu jedem Buchstaben könnte es natürlich noch zig weitere Einträge geben – ergänzt doch eure in den Kommentaren!

A wie Aktivismus, Ausschlüsse und Ablasshandel
Ein Thema, welches sich eigentlich durch jedes Jahr zieht/ ziehen sollte: Wie wollen wir unseren Aktivismus gestalten? Wie können dabei unterschiedliche Positionen bedacht und genutzt werden? Welche Taktiken und Praxen haben sich bewährt? Nadine machte sich darum einmal Gedanken darüber, wer wann auf Podien sitzt, wo Absagen vielleicht Sinn machen und wo nicht (und was das mit unterschiedlichen sozialen Positionierungen zu tun hat) und über Geldspenden als Art der ökonomischen Umverteilung.

B wie #BlackLivesMatter und #BringBackOurGirls
Am 09. August dieses Jahres wurde der Schwarze Jugendliche Michael Brown von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Gegen den Polizisten wurde nicht mal ein Verfahren eingeleitet. Es handelt sich dabei natürlich nicht um einen Einzelfall, sondern es ist ein Beispiel für die anhaltende rassistische Polizeigewalt – die keinerlei Konsequenzen hat. In ihrem Text “Wenn Schwarzer Menschen nicht lächeln…” verlinkt Sharon eine ganze Reihe von weiteren Beispiel aus den USA und Deutschland. Von Ferguson ausgehend und durch weitere publik werdende Taten (die ebenfalls kaum Konsequenzen nach sich zogen) entwickelte sich in diesem Jahr eine Protestbewegung, die im Internet unter anderem unter dem Hashtag #BlackLivesMatter und auf den Straßen vieler Städte anzufinden war. In Berlin versammelten sich am 29. November Aktivist_innen am Brandenburger Tor, um den Opfern zu Gedenken und darauf zu verweisen, dass es stimmt: #FergusonIsEverywhere, Ferguson (d.h. rassistische Strukturen, die Gewalt legitimieren) sind kein rein us-amerikanisches Phänomen. So wird sich am 07. Januar zum bereits zehnten Mal der Tod von Oury Jalloh jähren. Derzeitig sammelt die Initiative im Gedenken an Oury Jalloh Geld um ein weiteres Gutachten zur Brand- und Todesursache anfertigen zu können.

Außerdem sollten nicht die 200 Mädchen, die am 14. April in Nigeria entführt wurden, vergessen werden.

C wie Chancengleichheit
Chancengleichheit, Chancengerechtigkeit, Teilhabe, Akzeptanz, > Toleranz, Inklusion – ein Wörtersalat, der häufig eher das “gut gemeint” als das “gut gemacht” abdeckt, wenn es um die Rechte von Menschen mit Behinderung geht. Hannah hat sich im November die Anhörung des Ausschusses “Arbeit und Soziales” zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen angehört und aufgezeigt, welche Diskussionen rund um das Bundesteilhabegesetz (nicht) geführt werden. Außerdem erklärte sie in einem weiteren Text, was der Begriff Inklusion eigentlich umfassen sollte und wie er häufig stattdessen ausgehöhlt wird.

D wie Diskurspolizei
Sprachdebatten zwischen “Darf man denn hier gar nichts mehr sagen!” und “Diese Gender-Leute drängen ja immer einen Sprachgebrauch auf!” begleiteten auch das Jahr 2014. Am prominentesten ist sicher die medial breit geführte “Debatte” um Lann Hornscheidts Sprachinterventionen. Auf einen öffentlichen Brief von WissenschaftlerInnen antwortete hier Jayrôme mit “Es ist Zeit, Realität als real zu betrachten“. Im Juli hatte außerdem accalmie die Verwendung diskriminierender Begriffe, die Verteidung dieser Praxis und das Umwerten als die echte Diskriminierung (TM) von Begriffen, die sonst unmarkierte Normen benennen, seziert.

E wie Elliot Rodger
Am 23. Mai tötete Elliot Rodger in Isla Vita, Kalifornien, sechs Menschen. Zuvor hatte er in Videos und einer über hundert Seiten langen “Autobiographie” seine Misogynie verbreitet. In vielen deutschsprachigen Medien wurde die Tat dekontextualisiert und individualisiert. Ich schrieb über die Hintergründe der Tat, wie sie vielleicht verhindert hätte werden können. Weiterlesen »




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Bald stehe ich im Lichtstrahl der Augen meiner Eltern

19. Dezember 2014 von Gastautor_in

Jayrôme C. Robinet ist freier Autor und Spoken Word-Künstler. Gender fluid mit Variationshintergrund, weiß, wird in Deutschland meistens als Person of Color gelesen, Akademiker aus einer bildungsbürgertumsfernen Familie und besitzt die französische Staatsbürgerschaft. Auf Jayrômes Blog veröffentlicht er Gedichte, Analysen und Gedanken in schriftlicher und audio_visueller Form in französischer, deutscher und englischer Sprache.

Weihnachten kann eine ziemlich schwere Zeit sein, z.B. wenn die Erstfamilie nicht mehr da ist – aus welchem Grund auch immer. Da darüber hinaus Liebe und Akzeptanz nicht immer selbstverständlich sind, wird es in diesem Video zelebriert. Dies gilt aber nicht nur für die elterliche Liebe sondern darüber hinaus auch für das Ankommen in der Wahlfamilie.

Video in deutscher Lautsprache mit englischen Untertiteln. Darunter findet ihr die deutschsprachige Transkription des Textes.

Regie: Estelle Beauvais
Musik: Jef Guillon

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Gesucht: Genießbare Abendunterhaltung

18. Dezember 2014 von Gastautor_in

Naekubi bloggt bei Danger! Bananas über das Leben von Asiat_innen in Deutschland, Kultur und Alltag, Rassismus und Feminismus, Selbstbewusstsein und Selbstverständnis. Wir freuen uns sehr, dass sie nun auch eine Kolumne bei der Mädchenmannschaft schreibt.

Das Thema “gute Unterhaltung” lässt mich nicht los. Jetzt, wo es wieder kalt und dunkel ist, bewege ich mich noch weniger aus dem Haus. Stattdessen sitze ich abends zu Hause, eingemummelt in Decken, und stopfe mich voll. Nicht nur mit Keksen, Lebkuchen oder Plätzchen, sondern mit Medien. Bücher, Serien, Filme. Blöd nur: Es schmeckt mir nicht mehr so wie früher. Filme und Serien, die ich früher bedenkenlos zu mir nahm, finde ich heute eklig und bisweilen ungenießbar. Sind die Medien schlechter geworden? Das denke ich nicht. Aber meine Perspektive hat sich verändert – ich bin älter geworden, was mit gewissen Begleiterscheinungen einher geht: Zum Beispiel, dass ich nicht mehr alles unkommentiert konsumiere, was mir vorgesetzt wird.

Früher, ja früher, da war das anders. Als ich jünger war, störte es mich nicht, wenn alte Klischees aufgewärmt und billige Tropoi verwendet wurden. Etwa wenn bei den Schlümpfen oder anderen Zeichentrickserien im Stammensemble genau eine Frau oder ein Mädchen war. AsiatInnen kamen nur als böse Ninjas vor oder als BesitzerInnen von China-Restaurants. Damals machte mir nichts aus, es war schließlich immer schon so gewesen, das war der Normalzustand. Gleichzeitig fiel es mir nicht einmal auf, wenn ausnahmsweise doch ein Mädchen Protagonistin war, wie bei “Clarissa”. Hauptsache, die Serie war unterhaltsam und bunt. Als Kind und Jugendliche ist man noch leicht zu beeindrucken. Konsumieren bedeutet schließlich, alles zu schlucken – was ich sehr zuverlässig und bereitwillig tat.

Mit dem Alter verfeinert sich der Gaumen und man lässt sich von künstlich aufgebauschten Produkten voller Farbstoffe und billiger Zutaten nicht mehr beeindrucken. Und es wird einfach umso deutlicher, wie langweilig, formelhaft und mies die Rezeptur vieler Medien ist. Nehmen wir zum Beispiel Firefly – eine zum Bedauern vieler Geeks kurzlebige Science-Fiction-Serie von Joss Whedon, die in einem amerikanisch-chinesischen Universum in der Zukunft spielt. Damals fand ich die Serie gut und unterhaltsam. Heute, beim nochmaligen Besehen frage ich mich, wie um alles in der Welt es mir nicht auffallen konnte, dass es für ein amerikanisch-chinesisches Zeitalter kaum chinesisch oder asiatisch aussehende ProtagonistInnen und StatistInnen gab. Chinesisch ist reduziert auf Flüche, die die ziemlich weiße Crew hin und wieder äußert. Oder Sherlock: So sehr ich die BBC-Serie schätze, so bescheuert fand ich den Teil “The Blind Banker”, wo wieder mal die olle asiatische Drachenlady als Bösewichtin und eine zarte Lotusblume als Köder herhalten mussten. Gähn.

Die Kekse von früher schmecken nicht mehr so wie damals, weil sie nicht so gut waren wie ich immer gedacht hatte. Und nicht nur mir geht es so: Erst letztens unterhielt ich mich mit meinem Schwesterherz über genau dieses Thema. Wir stellten fest, dass uns unsere Freizeitbeschäftigung durch Sexismus vermiest wurde. Was ich bei Serien und Filmen erlebte, sah sie bei Manga und Anime. Seit Jahrzehnten wird sie mit denselben stereotypen Frauenfiguren genervt, zuletzt von einem Anime über Fahrradfans namens Yowamushi Pedal: “Ich hab mich auch gefragt, wieso es in diesem Road Racing Club keine Mädchen gibt… und wieso das einzige Mädchen, das totale Fahrradenthusiastin ist, NICHT SELBST FÄHRT!!!” Auch in Manga und Anime sind Frauen gerade in gemischten Ensembles häufig nur Dekoration, das “Token-Mädchen” oder Love Interest. Selbst ein großer Cast von weiblichen Figuren bringt nicht viel, wenn es sich um einen Harem-Anime handelt – wenn also alle Frauen hinter dem einzigen Kerl her sind. Großartig. Die guten Angebote muss man daher mit der Lupe suchen, und selbst dann ist nicht alles perfekt. Ich greife nach jedem Strohhalm, wenn es um Unterhaltung geht.

Da wäre zum Beispiel die Serie Selfie mit John Cho und Karen Gillan, die ich trotz des fürchterlichen Titels unterhaltsam finde. Gillan spielt Eliza Dooley, eine (scheinbar) oberflächliche, Social-Media-abhängige junge Frau, die von Marketing-Guru Henry Higgs (Cho) bessere Manieren lernen und ein neues, besseres Image erhalten soll. Das klingt erst einmal nach “älterer Mann bringt dummer junger Frau etwas bei”, doch das legt sich sehr bald. Die beiden werden als vielschichtige Personen in einer Freundschaft gezeigt. Ich mag John Cho als “romantic interest” in dieser romantischen Komödie, denn wo gab es das das letzte Mal? Eben. Bezeichnenderweise wurde die Serie nach einer Staffel abgesetzt und die Chancen stehen schlecht, dass sie von einer Online-Plattform gerettet werden könnte. Boo-fucking-hoo. Zumindest die verbleibenden Folgen werden online veröffentlicht.

Eine andere Serie, die ich persönlich gut gemacht und unterhaltsam finde, ist Black-ish – sie versucht, die Schwarze Familien-Sitcom wiederzubeleben. Doch anders als die früheren Formate widmet sich die Serie dezidiert Fragen und Lebenswirklichkeiten von Afro-AmerikanerInnen, ohne dass man sich als Nichtangehörige/r ausgeschlossen fühlt oder keinen Zugang erhält. Die MacherInnen im Hintergrund treffen den Ton meistens sehr gut, die Witze haben ein gutes Tempo und Niveau erreicht, was auch an der hervorragenden Auswahl der KinderdarstellerInnen liegt. Diese Serie scheint auch von der Quote her ein großer Erfolg zu sein und ich hoffe auf weitere Folgen, schließlich ist der Winter noch lang.

Das sind derzeit genau zwei für mich genießbare Serien von einem Buffet an Medienangeboten aus dem Jahr 2014, das anscheinend nur aus altem Weißbrot von vorvorgestern besteht. Was mich dabei auf die Palme bringt, ist die offensichtliche Faulheit und Ideenlosigkeit der sogenannten Kreativen. Ich habe es satt, wenn Kreative schlicht und ergreifend zu den immer selben Rezepten greifen. Niemand muss das Rad neu erfinden, aber ein wenig Mühe geben erwarte ich schon. Es braucht nicht die x-te Story von dem weißen, männlichen, heterosexuellen Helden, der die Welt rettet und am Ende das Mädchen kriegt.

Ich wünsche euch allen deshalb ein inklusiveres Jahr 2015, in dem es mehr Charaktere mit unterschiedlichsten Lebenswelten auf den Bildschirm schaffen und weniger von den ollen Kamellen.




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Wer war… Hannah Arendt?

18. Dezember 2014 von Viruletta

“Wenn man als Jude angegriffen ist, muß man sich als Jude verteidigen.”

Hannah Arendt, 1963. Dieses Bild wurde zur Verfügung gestellt von Ryohei Noda.

Hannah Arendt, 1906-1975. Hier im Jahre 1963.
Dieses Bild wurde zur Verfügung gestellt von Ryohei Noda.

Hannah Arendt war eine jüdische, deutsch-amerikanische Theoretikerin und Publizistin, die heute vor allem mit ihren Aufzeichnungen zum Eichmann-Prozess und dem daraus entstandenen Buch “Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen.” in Verbindung gebracht wird.

Kindheit und Jugend in Deutschland

Johanna Arendt ist am 14. Oktober 1906 als erstes und einziges Kind der säkular jüdischen Eltern Martha und Paul Arendt in dem deutschen Dorf Linden geboren worden und in Königsberg aufgewachsen. Durch den frühen Tod ihres Vaters wurde sie mit nur sieben Jahren zum Kind einer alleinerziehenden Mutter. Martha Arendt, die selbst in Paris studiert hatte, legte viel Wert darauf, Hannah eine gute Schulbildung zu ermöglichen, was zur damaligen Zeit für Mädchen noch keineswegs üblich war. Außerdem war es Martha wichtig, dass Hannah in der Schule aufgrund ihrer jüdischen Herkunft keine Benachteiligung erfuhr. Hannah erhielt die Anweisung, unverzüglich nach Hause zu kommen, wenn von Seiten des Lehrpersonals antisemitische Äußerungen getätigt wurden, egal gegen wen. In diesen Fällen schrieb Martha Arendt sofort einen Beschwerdebrief an die Schulleitung. Hannah lernte dadurch schon früh, sich nichts gefallen zu lassen.

Darüber hinaus begleitete sie ihre Mutter bereits mit 12 Jahren zu politischen Diskussionen. Sie wurde zu einer sehr rebellischen Schülerin und aufgrund dessen auch mit 15 Jahren von der Schule verwiesen, nachdem sie ihre Mitschüler*innen dazu aufgefordert hatte, den Unterricht zu boykottieren. Ihre Mutter, die nach wie vor absolut hinter ihr stand, schaffte es jedoch durch ihre guten Beziehungen, Hannah zu ermöglichen, auch ohne Abitur ein paar Jahre an der Berliner Universität zu studieren. Im Frühjahr 1924 durfte Hannah dann doch noch unter verschärften Bedingungen als Externe ihr Abitur ablegen – sie bestand mit glänzendem Erfolg und war ihrer alten Klasse damit sogar noch um ein Jahr voraus.

Studium bei Heidegger, Husserl und Jaspers

Nach dem Abitur ging Hannah nach Marburg, um dort bei dem jungen Privatdozenten Martin Heidegger zu studieren, mit dem sie kurz darauf eine Affäre einging. Hannah verließ Marburg jedoch schnell wieder, um bei Edmund Husserl in Freiburg zu studieren und anschließend in Heidelberg bei Heideggers Freund Karl Jaspers zu promovieren. Nachdem sie Ende 1928 mit nur 22 Jahren den Titel »Dr. phil.« erworben hatte, beschloss sie nach Berlin zu gehen und ein Buch über die Jüdin Rahel Varnhagen zu schreiben, was für sie zugleich eine Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte bedeutete. Weiterlesen »




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Taschenkalender von Mädchen für Mädchen!

17. Dezember 2014 von Gastautor_in

MJK Cover 2015-1Judith gibt den Mädchenjahreskalender mit heraus, der dieses Jahr zum zweiten Mal erscheint.

Im März 2013 verbrachte ich mit meiner besten Freundin Luisa einen langen Sonntag im Schlafanzug, an dem wir irgendwann die Idee zu einem Projekt hatten, über das ich hier berichten möchte. Inspiriert von einem Ringblock-Kalender mit feministischen Zitaten, den Luisas Mutter während ihrer Studienzeit mit einer Freundin für ihre Kommilitoninnen gemacht und im Kopie-Shop vervielfacht hatte, endeckten wir die Marktlücke des schönen Taschenkalenders mit inhaltlichen Anspruch für Jugendliche und fingen mit dem Brainstormen an. Irgendwie stießen wir auf den Aufruf, Förderanträge zusammen mit dem Konzept für das eigene Jugendprojekt einzureichen. Beides verfassten wir völlig gestresst in der Nacht und schickten viel zu spät ab. Trotzdem wurden uns rund 4,5 Tausend Euro vom Jugenddemokratie Fonds Berlin genehmigt. Zur Umsetzung haben wir uns in unserem Freundeskreis umgesehen und Coco, Marthe, Nina und Helene gefragt. Da haben wir zum Glück eine fantastische Entscheidung getroffen, weil wir, zu mindestens meist, als Team sehr gut funktionieren und uns und unser Projekt mit unseren Ideen gegenseitig weiterbringen.

Was unser Konzept ausmacht ist, dass wir versuchen andere Mädchen auf Augenhöhe für politische und vor allem feministische Themen zu begeistern bzw. zur Auseinandersetzung zu motivieren. Dabei sind monatlich abwechselnd ein Portrait einer inspirierenden Feministin zu lesen oder ein Essay zu gesellschaftlichen Themen, mit denen wir die Auseinandersetzung wichtig, interessant und herausfordernd finden. Sie sind eingebettet in ein detailliert-gestalteten und gelayouteten Taschenkalender, indem zusätzlich historische Daten stehen. Rosa haben wir als Farbe gewählt, weil wir zeigen wollen, dass diese Farbe für starke intelligente emanzipierte Frauen stehen kann. Feminismus bedeutet für uns die Freiheit, zu tun, zu mögen und zu lassen was man möchte. Uns geht es dabei um die Würde und das Selbstbewusstsein einer Generation und wir möchten anregen, sich mit den Ideen und Idealen der Frauenbewegung auseinander zu setzen und sich nicht von Vorurteilen aufhalten zu lassen.

Was unser Projekt auch ausmacht, ist das wir alle befreundet sind und auch alle noch in die Schule gehen und nebenbei eben völlig unabhängig und selbstständig unser Projekt verwirklichen. Wir machen alles selber: von der inhaltlichen wie gestalterischen Konzeption und Ausführung, über die Besprechung dieser und die notwenige Recherche, bis hin zum Pressemittelungen schreiben und die Buchläden anfragen und beliefern. Für das Layout haben wir eine professionelle Layouterin, die wir für die Ausführung unserer Vorstellungen bezahlen und in unseren Freundeskreisen haben wir uns Leute zum Lektorieren gesucht.

Im Dezember 2013 haben wir den „Mädchenjahreskalender 2014“ herausgebracht, der innerhalb von 2 Wochen ausverkauftMJK Notizseite-1 war. Im Mai 2014 haben wir dann die Goldene Göre – Deutschlands höchstdotierten Preis für Kinder-und Jugendbeteiligung gewonnen. Dank dem Preisgeld waren wir in diesem Jahr finanziell ebenfalls in der Lage einen Mädchenjahreskalender 2015 herauszubringen. Dieser ist am 1.12. erschienen und ist in über 30 Läden in Berlin erhältlich. Unserem Konzept sind wir treu geblieben, haben die Inhalte aber zum Beispiel durch Interviews mit mit u.a. Meredith Haaf und Kübra Gümüsay, sowie einem Do it Yourself-Guide erweitert, in dem wir sieben Tipps geben, die einem ein wenig mehr Autonomie im alltäglichen Leben ermöglichen sollen – vom Fahrradreifen wechseln, über Selbstbefriedigung bis hin zu den Basics der Selbstverteidigung.

Oft werden wir auch von Jungs angesprochen, wann es endlich einen JJK geben wird, bisher halten wir aber daran fest, dass wir es für wenig sinnvoll halten, einen Kalender mit Inhalten von Mädchen für Jungs zu machen. Trotzdem ist der MJK natürlich für jede_n – egal welchen Alters und Geschlechts – ein Mädchen muss man nicht unbedingt sein!

Wie es zukünftig weitergeht, steht momentan noch in den Sternen. Vorerst müssen wir natürlich darauf hoffen, dass sich die 1200 Exemplare des Kalenders gut verkaufen. Außerdem werden Coco, Nina und ich kommenden Sommer unser Abitur machen und danach wahrscheinlich nicht mehr in Berlin sein. Wie gut sich Auslandsjahr und ein so aufwendiges Projekt vereinbaren können, wissen wir nicht und ob wir den Versuch wagen wollen, müssen wir uns noch überlegen. Ideen für einen MJK ‘16 hätten wir aber auf jeden Fall…

Den Projektverlauf und unsere Chronik der Erfolge und Stolpersteine kann man auf unserer Facebookseite, vorallem aber auf unserem Tumblr nachvollziehen. Bestellen kann man den Kalender über maedchenjahreskalender(at)posteo.de.




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(Unbezahlte) Bildungsarbeit, BMX-Räder und Blabla-Diskussionen im Feuilleton – kurz verlinkt

17. Dezember 2014 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Am Montag marschierten an die 15.000 Pegida-Anhänger_innen (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) durch Dresden. Die Parolen sind klar rechts, rassistisch und islamophob. Die taz ist mitgelaufen und schreibt über das Selbstverständnis der Mitmachenden. Die Süddeutsche berichtet vom Symposium “Grenzen im politischen Meinungskampf – Zum Umgang mit rassistischen Vorurteilen und Diskriminierungsideologien”, welches sich auch mit Pegida auseinandersetzte.

Die taz hat ein Interview mit der Islamwissenschftlerin Noha Abdel-Hady geführt. Sie untersucht die Rolle weiblicher Gelehrter im Islam. 

Warum ich für meinen Sohn Weihnachtsfiguren mit dunkelbrauner Hautfarbe bestelle“: Wie Kinder Rassismus erfahren, reproduzieren und verarbeiten,  erzählt Tupoka Ogette beim Migazin.

“Alleinerziehende und Hartz IV Alltagskampf bis zur Erschöpfung” - bei Deutschlandradio Kultur gibt es einen Beitrag über viele der strukturellen Faktoren, die sog. alleinerziehende Mütter und ihre Kinder in Armut halten.

In der sog. Düsseldorfer Tabelle ist geregelt, wieviel Geld zum Lebensunterhalt Kindern zusteht. Diese Tabelle ist nun angepasst worden – allerdings zugunsten der unterhaltspflichtigen Personen. Von denen die Mehrheit derzeit getrennt lebende Väter sind, die wiederum oftmals ohnehin nicht, nicht regelmäßig oder zu wenig Unterhalt für ihr(e) Kind(er) zahlen, obwohl sie statistisch finanziell von einer Trennung oft profitieren. Der Deutsche Juristinnenbund kritisiert daher die Entscheidung.

Türkisch, deutsch, lesbisch, feministisch: Ein schönes Interview von FrauTV mit Dj Ipek zu Identität und gegen eindimensionales Schubladendenken.

neues deutschland veröffentlicht einen ausführlichen Nachruf auf die Refugee-Aktivistin Mimi.

Beim Missy Magazine kritisiert Katrin Gottschalk den Zeit-Kommentar “Menstruationscomics, nein danke”, der sich, “wie so viele andere, am Image des Feminismus” abarbeite, “anstatt sich mit seinen Inhalten zu beschäftigen.”

englischsprachige Links

18 Badass Women You Probably Didn’t Hear About In 2014” hat Buzzfeed zusammengestellt.

In dem neuen Dokumentarfilm “Regarding Susan Sontag” verbindet Nancy Kate Tagebucheinträge von Sontag mit selten gezeigtem Archivmaterial von Auftritten, Interviews und aus den Städten, in denen Sontag lebte. Autostraddle bespricht den Film.

Beim Guardian schreibt Chelsea Manning über legale, insitutionelle und bürokratische Vorschriften/ Strukturen, die trans* Personen immer wieder Gewalt aussetzen: “Despite bureaucratic assumptions, we exist. […] the problem is not just inclusion or equal opportunities in institutions like government identification systems or voting – because such systems are inherently, if indirectly, biased to favor high income, straight, white, cisgender people. How can trans people change a system to which we don’t even have access?”

Schon mal von Lilly Yokoi gehört? Bust stellt die Fahrradakrobatin quasi als Vorgängerin all jener, die jetzt Tricks auf dem BMX machen, vor.

“We are Black Women, AfroIndigenous and women of color who have organized a social media Blackout.” – Aktivistinnen zur Aktion #ThisTweetCalledMyBack, unbezahlte Bildungsarbeit und den gewaltvollen Backlash.

Melissa McEwan hat auf Shakesville einen neuen Beitrag in der Serie “Hilfreiche Tipps für Typen”, die sich weniger sexistisch verhalten wollen, veröffentlicht.

französischsprachigesprachige Links

Die queer-feministische Organisation Queer African Youth Network veröffentlichte im Rahmen der Kampagne “16 Day Against Gender-Based Violence” 16 Geschichten von lesbischen_queeren Frauen aus den frankophonen Ländern Westafrikas und Kamerun.

Termine

17.12. in Berlin, ab 16:30 Friedrichstraße/links neben Friedrichstadtpalast: Die Geburtshilfe steht vor dem Aus. #zappenduster – eine Demo der Hebammen.

17.12. in Berlin, 18:00 – 20:00 Kurfürstenstraße/Ecke Frobenstraße : Gedenken von Berliner Sexarbeiter*innen gegen Gewalt anlässlich des Internationalen Tags zur Beendigung von gegen Gewalt gegen Sexarbeiter_innen




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Mein Körper – (k)ein Politikum

16. Dezember 2014 von Gastautor_in

Der folgende Beitrag erschien bereits auf Don’t degrade Debs, darling!  - wir bedanken uns für die Erlaubnis zum Crossposting!

Teil feministischer Arbeit ist oft, neben dem Blick auf Gesellschaft, auch ein Blick auf sich selbst. Ein kritischer Blick, wie im optimalen Falle auch ein fürsorglicher. Ich habe an einem Workshop teilgenommen, der diesen fürsorglichen Blick im Fokus hatte. Es ging um Emotionen als Teil aktivistischer Arbeit und um Körperarbeit als Teil feministischer Arbeit.

Es war ein guter Workshop, dass möchte ich vorab deutlich sagen, aber verlassen habe ich ihn letztendlich aufgewühlt, hilflos und wütend.

Wenn eine Arbeit mit und über Körper nicht bedenkt, dass verschiedene Körper verschiedene Realitäten erleben, führt diese Auseinandersetzung für bestimmte Körper möglicher Weise zu dem erneuten Erleben von Gewalt. Es fängt bei Kleinigkeiten an. Wenn Übungen gemacht werden sollen, die nicht jede Person machen kann, zum Beispiel. Auch wenn es „okay“ ist nicht mitzumachen, wird häufig nicht bedacht, was ein Am-Rand-Stehen und als einzige nicht teilzunehmen auslösen und reproduzieren kann. Ein Beispiel aus dem Workshop: Es war eine „einfache“ Übung, die ich aber aufgrund meines Bandscheibenvorfalls nicht machen konnte. Ich musste abbrechen und stand dann daneben. Ich fühlte mich an Schulzeiten erinnert. Das dicke oder das „kranke“ Kind, dass im Sportunterricht nicht mitmachen kann. Weil es aus verschiedenen Gründen nicht springen oder über den Bock hüpfen kann. Es fühlt sich peinlich und unangenehm an. Ich weiß, was die anderen Schüler_innen und die Lehrer_innen denken. Es ist schließlich selbstverständlich, dass der dicke Körper „krank“ oder der „kranke“ Körper dick und egal wie rum unsportlich ist (der gesamte Satz ist sarkastisch zu verstehen). Sportlichkeit ist wichtig. Es nicht zu sein, ein Makel. Im Sportunterricht daneben zu stehen, weil ich aufgrund meines Körpers vieles nicht machen kann oder will und zu wissen bzw. zu hören, welches Bild das bei anderen produziert ist ein Trauma, dass tief sitzt und ich weiß, dass es vielen Menschen so geht, die mit bestimmten Körpern zum Sportunterricht gehen mussten, aber nicht teilnehmen konnten_wollten. Sportlich und fit zu sein, ist von klein auf ein menschliches Qualitätsmerkmal. Warum werden solche Sachen bei körperlichen Übungen nicht thematisiert? Warum ist es selbstverständlich, dass bei „einfachen“ Übungen alle mitmachen können? Warum glauben Leute, es ist okay, einfach nicht mitzumachen, wenn es nicht geht? Wissen sie, dass es oft nicht okay ist, weil es oft nicht okay war? Weiterlesen »




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Lesbisch_queere Bücherwelten: Heteronormativität, Weltraum und Gentrifizierung

15. Dezember 2014 von Gastautor_in

Julia Roßhart ist Lektorin für feministischen, lesbischen und queeren Text und promoviert zu anti-klassistischen Interventionen in der Frauen-/Lesben­bewegung der BRD. Zur Erholung liest sie Fiktionales. Und gärtnert. Julia verschlingt lesbisch_trans_queere Neu­erscheinungen – Belletristik! – und schreibt bereits Empfehlungen und Rezensionen unter der Überschrift Lesbisch_queere Bücherwelten für die feministische Online­buch­handlung FEMBooks. Auch für die Mädchenmannschaft stellt sie von nun an Empfehlens­wertes zusammen.

In wissenschaftlichen Neuerscheinungen der Gender und Queer Studies taucht der Begriff Lesbe nur randständig auf. Gilt wohl als zu identitäts­politisch. Oder zu alltäglich, ‚gewöhnlich‘? Vielleicht auch zu 80er oder – naja, zu lesbisch halt. Ausnahme aus 2014: Perverse Bürgerinnen. Staatsbürger­schaft und lesbische Existenz von Christine M. Klapeer (Ich habe es noch nicht gelesen, deshalb kann ich nicht mehr dazu sagen als: klingt vielversprechend!).

In der Belletristik sieht es etwas anders aus, was lesbische Präsenz angeht. (Das haben wir vor allem den alten und neuen lesbischen und queeren Verlagen zu verdanken.)

Acker auf den SchuhenEinen sehr berührenden und politisch überzeugenden Lesben­roman hat im vergangenen Jahr Peggy Wolf geschrieben: Acker auf den Schuhen, vom Berliner Querverlag veröffentlicht. Die einzige lesbische Protagonistin, Susann, taucht in Persona allerdings nie auf, sondern lediglich in den Erinnerungen der anderen ProtagonistInnen. Susann ist nämlich tot – sie hat ihr Leben beendet. Warum, darüber schweigt das familiäre und dörfliche Umfeld beharrlich. Wie einst Susann, findet sich die_der Leser_in in eine Umgebung gebannt, die geprägt ist durch alltägliche, still­schweigende, kaum gebrochene Hetero­normativität – alleine. Die Geschichte, die Peggy Wolf überzeugend erzählt, ist ein fiktional umgesetztes, schmerzhaftes Stück lesbischer Geschichte und auch Gegenwart.

Die wundersamen Weltraumabenteuer von Helen Hayer und Christine de CastelbaraqueEher spaßig kommen indessen Die wundersamen Weltraum­abenteuer von Helen Hayer und Christine de Castelbaraque daher, von der Autorin Judith Jennewein, 2013 beim jungen, queeren Wiener Verlag zaglossus erschienen. Eine zweifellos (mehr als) unterhaltsame lesbische Science-Fiction-Geschichte. Besondere queer-feministische Schmankerl sind: varianten­reiche Formen von Geschlecht­lichkeit – je nach Zeit­dimension und Planet!– , die sprach­politisch ebenso viel­fältig umgesetzt werden; feministische ‚Ur-Themen‘ wie Reproduktions­technologien; dazu eine Portion Kapitalismus­kritik. Verpackt ist das Ganze in ein Weltall-Reise­abenteuer, das zugleich eine Liebes­geschichte ist, und dabei: voller origineller Ideen mit Witz, die eine_n zum Schmunzeln, manchmal sogar zum Lachen bringen.

Windmühlen auf dem WeddingEin kluger Lesbenroman zum Thema Gentrifizierung erschien 2014 beim Berliner Lesben­verlag Krug und Schadenberg: Windmühlen auf dem Wedding von Astrid Wenke. Das Haus im Berliner Stadtteil Wedding, in dem Sybilla Kischotta wohnt, wird gerade verkauft, Eigen­tumswohnungen sollen es werden; und die Betreiberinnen der nahe­gelegenen Stamm­kneipe haben eine saftige Mieterhöhung im Briefkasten – Berliner Verdrängungs­alltag und Weddinger Kiezgeschichte.

Es ist nicht die ganz schlimme Verdrängungs­realität – Entmietung um jeden Preis, Zwangs­räumung, Obdachlosigkeit –, die Astrid Wenke hier erzählt. Die Haupt­figuren können der Verdrängung widerstehen: mal aufgrund von Geld­privilegien, mal aus purem Glück, mal durch gegenseitige Unter­stützung und Organisierung. Es ist eben nur eine Geschichte.

Eine große Stärke des Romans liegt im Nachspüren von alltäglichen Klassen­beziehungen und damit verbundenen Wider­sprüchen. Da ist einmal Kischotta selbst: mit kleinem Einkommen und kleiner Wohnung, aber bildungs­bürgerlicher Herkunft. Da ist die Tango tanzende Amalia, in die sich Sybilla verliebt – und das, obwohl sie für Sybilla das Bürgerlich­werden des Weddings verkörpert (Tango! Im Wedding!). Da ist die Haus­bewohnerin Martha, proletarisch und inzwischen Rentnerin, die Sybilla mehr als einmal mit deren inneren (Klassen-)Wider­sprüchen konfrontiert. Und da ist Jutta, langjährige Freundin Sybillas und Anwältin, die proletarischer Herkunft ist und auch deshalb andere Strategien rund um Wohnen und Wedding verfolgt als Sybilla …




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