In dieser Woche sind einige seltsame Meldungen und Nachrichten durch das Internet gegangen:

Aufhorchen lassen hat mich die Nachricht aus Radio, Fernsehen und Zeitung, dass Caster Semenya, Siegerin im 800-Meter-Lauf, eine Geschlechtsuntersuchung machen lassen muss, wie auch sueddeutsche.de berichtet. Der Grund sei ihre körperliche Erscheinung. Courtney E. Martin von Feministing kommentiert das Ganze treffend:
„The ambiguity of sex may not even be at play with Caster Semenya, but the public’s reaction to her performance and body are flash points for our continued discomfort with admitting that the world does not come in such simple dichotomies as we safely like to think it does.“
Auch die Netzzeitung schreibt, dass die Bestimmung des Geschlechts häufig schwierig sei und zitiert die Humangenetikerin Prof. Heidemarie Neitzel, es müsse „wie bei jedem Menschen das Selbstbestimmungsrecht gewahrt werden“.
Mit dem Titel „Lidstrich und Leberprellung“ findet sich auf Spiegel Online ein Artikel über Gewalt unter Mädchen. Betrachtet wird der Fall eines Mädchens mit dem Namen „Nadine“, das regelmäßig andere Mädchen verprügelt. Eine neue Weiblichkeitsvorstellung beherrsche zunehmend Medien und Köpfe: Verkörpert werde es durch „Black Mamba“ im Film „Kill Bill“. Sicher ein spannendes Thema, dem dennoch ein bisschen weniger Effekthascherei gut zu Gesichte stehen würde.
Dass Evangelikale Fundamentalisten und andere streng gläubige Menschen gerne Homosexuelle „heilen“ und „umerziehen“ möchten, sollte keine große Neuigkeit sein. Gefährlich für die Freiheit und Würde vieler Menschen ist es allemal. Doch noch gefährlicher wird es, wenn sich sogenannte WissenschaftlerInnen für so ein Anliegen hergeben und das ganze „streng wissenschaftlich“ unterstützen wollen, wie die Zeit berichtet.
Da passt ganz gut der Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, dass deutsche Stiftungen „lieber indische Kinder als Schwule“ förderten und ‚Tabuthemen‚ meiden, aus Angst ihnen würde die gesellschaftliche Unterstützung versagt.
Ich mach mich schön, er und sie machen sich schön – alle wollen schön sein und versprechen sich davon so einiges. Aber was? Und warum der ganze Zirkus? Einige Fragen könnte das Interview mit der Soziologin Nina Degele in der taz beantworten. Bleibt nur eine Frage übrig: Wie kriegen wir die blöden Role Models unserer Zeit dazu, sie endlich aktiv am Kampf gegen die überzogenen Schönheitsnormen zu beteiligen???
Zwei weitere interessante Meldungen aus der taz: Die Vorsitzende der Grünen in NRW hat Alice Schwarzer scharfzüngig angegriffen. Zündstoff, vor allem, da es ein bisschen nach Wahltaktik riecht, aber lest doch selbst. Die zweite Meldung betrifft das Gleichbehandlungsgesetz, das nun drei Jahre wirkt – oder wirken sollte.
Striptease! – Das ist das Thema eines Artikels im Freitag und – wir ahnen es: Wenn dieses Thema auch noch mit einer Geschlechterperspektive daherkommt, dann wird es ordentlich Zündstoff bieten. Die Kommentare gehen wieder stark auf die Hundert und mehr zu, denn Autorin Tanya Gold vom Guardian schreibt unverwunden: Wenn Frauen sich Striptease von Männern angucken, wollen sie ein bisschen Spaß. Männern hingegen geht es um Macht und Unterwerfung.

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