In der Serie „Icons of the Decade“ des guardian.co.uk krönte Naomi Wolf, Politikberaterin und Autorin von The Beauty Myth, ihre feministische Ikone des letzten Jahrzehnts. Und diese ist nicht etwa Susan Sontag. Oder Beth Ditto. Oder Ellen Degeneres, die gerade von PETA zur Frau des Jahres gekürt wurde. (Diese Liste darf beliebig erweitert werden.)
Wolf wählt die Hauptfigur von Sex and the City, Carrie Bradshaw, die sie als „erste popkulturelle Philosophin“ beschreibt, deren sexuelle Freizügigkeit und ihre Fähigkeit, offen über ihre Wünsche und Sehnsüchte zu sprechen eine „Revolution“ darstelle.

Ähm, gut.
Das offene und schonungslose Ausleben der eigenen Sexualität in allen Ehren, aber ist eine Sex in the City Darstellerin, die sich in ihrer Freizeit primär mit Shopping und der Suche nach dem Richtigen beschäftigt, wirklich das beispielhafteste, was der Feminismus – ob politisch, popkulturell und/oder theoretischer Natur – hervorgebracht hat?
Nichts gegen Mode, Romantik oder eine gute Lästerei. Die Darstellerinnen von Sex and the City haben sicherlich mit dem Vorurteil der passiven Mauerblümchen aufgeräumt und gezeigt, dass auch Frauen sexuell freizügig und manchmal schonungslos und gemein sein können. Aber bevor mir die Damen dieser Serie in den Sinn kommen, fallen mir locker zehn andere Namen ein.
Eine interessantere Liste von popkulturellen feministische Ikonen gefällig? Dann checkt mal die Decade in Feminist Pop Culture vom Bitch Magazine aus.

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