Dossier: Grenzen überwinden? 25 Jahre Wiedervereinigung

Was gibt es hier zu feiern?
Was gibt es hier zu feiern?
Anfang Oktober feierte sich Deutschland – aufgrund des 25. Jubiläums der ‚Wiedervereinigung‘ in mehrtägigen Jubelveranstaltungen. In Frankfurt am Main wurde so vom 2. bis 4. Oktober zu einem so genannten Bürgerfest unter dem Motto „Grenzen überwinden“, das „die Vielfalt in Deutschland erlebbar“ machen soll, geladen – gleichzeitig wurden allerorts Grenzen geschlossen und Angriffe auf Geflüchtete und deren Unterkünfte werden täglich gemeldet. Weitere Schlagworte zur Party: Deutschland präsentiere sich „modern, vielseitig, aufgeschlossen und tolerant“.

Diesem weiß-deutschen, nationalistischen Erinnerungstaumels und der verzerrten Selbstdarstellung Deutschlands setzen wir bei der Mädchenmannschaft eine Themenwoche entgegegen. Diese findet ihr nun hier noch einmal zusammengefasst im Dossier.

  • Einleitung zur Themenwoche: Ein kurzer Abriss dessen, was wir planten. In den Kommentaren gibt es zu dem bereits weiteres Lesematerial und Dokumentationsfilm-Tipps.
  • Eine Feier in weiß: Ob in Gedichten oder Interviews, die Dichterin und Aktivistin May Ayim machte bereits in den 1990ern deutlich, wer aus dem Einheits-Jubel ausgeschlossen war und wie sich der Alltag nach 1989 in Bezug auf Rassismus änderte.
  • Deutsche Selbstverständlichkeiten: Im Jahr 2014, anlässlich des 25. Jubiläums des Mauerfalls, schrieb Nadine über dominante Erzählungen und die Ablehnung jeglicher positiver DDR-Bezüge.
  • Protestaktionen zum 03.Oktober:Ausgrenzung, Armut, Abschottung feiern? Da „Gren­zen über­win­den“ doch eher das Ex­klusiv­recht wei­ßer Deut­scher darstellt, gab es Protestaktionen gegen das Heiterkeits-Einheits-Narrativ.
  • 24 Jahre Hoyerswerdaer Pogrome: 1991 Hoyerswerda. 2015 Heidenau. Und noch immer keine Lösung in Sicht.
  • Lesbische Lebensrealität in der DDR: Ein Interview mit Peggy Piesche über sprachliche Leerstellen, Lesben als potentielle Systemfeindinnen und dem gesellschaftlichen Mythos, nach dem es Rassismus in der DDR nicht geben konnte.
  • DDR-Bezüge und Feminismus: Entweder wird DDR-Geschichte in die Fußnoten verbannt oder aber es finden sich stark vereinfachte Aussagen wie „Klar bin ich Feministin, meine Mutter war schließlich selbstverständlich arbeiten!„, doch zwischen diesen beiden Polen gebe es so viel zu diskutieren.
  • Das Selbstgespräch brechen: Elif Kücük und Sinthujan Varatharajah hinterfragen die aktuellen Asyldiskurse aus der Perspektive ehemaliger Geflüchteter.
  • Dieses und weitere Dossiers findet ihr auch auf unserer Übersichtsseite.

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