Einträge mit dem Tag ‘Body Positivity’


Sexualisierte Gewalt, Sichtbarkeiten und Style – Die Blogschau

16. Januar 2016 von Charlott
Dieser Text ist Teil 291 von 295 der Serie Die Blogschau

„Nach nicht mal einer Woche präsentiert die Polizei [in Köln] stolz die ersten Tatverdächtigen. Kurz darauf werden die ersten Männer verhaftet. In der Regel dauert es in Deutschland JAHRE, bis bei Anzeigen von sexualisierter Gewalt auch nur das Geringste passiert. In meinem Falle beispielsweise passiert seit 2,5 Jahren nichts.“, schreibt Don’t Degrade Debs in ihrem Text zu Rassismus meets Rapeculture.

Und auf Identitätskritik gibt es nochmals einen sehr guten Artikel zu sexualisierter Gewalt in Deutschland, über die Vorstellung von Frauen als Besitz, das bedrohliche „Andere“ und die Mär der Falschbeschuldigungen.

Wheelymom wünscht sich mehr Sichtbarkeit behinderter Eltern – sie startete dazu eine Blogreihe.

Anja Wermann hat auf ihrem Blog eine Liste zusammengestellt mit deutschsprachigen und englischsprachigen körperpositiven Webseiten/ Blogs, sowie zu Fotoprojekten und insprierenden Persönlichkeiten.

Erst einmal ein herzliches Glückwunsch zu mittlerweile 1000 Blogeinträgen an Ein Blog von Vielen! In dieser Woche ging es unter anderem um „Erbsenmomente“ im Alltag und um „betroffene Profis„. Zu letzteren heißt es da:

Uns wird oft unterstellt einen privaten Feldzug anzuführen, der vor allem unser eigenes Wohl- und Machtbefinden zur Folge haben soll. Unser Ärger, unsere Wut über Gewalt an anderen Menschen, wird umgedeutet zu einer künstlichen Empörung oder einer pathologischen Übertragung, die letztlich wiederum uns und niemandem sonst dienen soll. Immer wieder werden wir behandelt wie jemand, der zwischen sich und anderen Menschen nicht unterscheiden kann, während er auf Parallelen deutet.

AufZehenspitzen hat die WDR-Doku „Väter – die neuen Helden“ angeschaut und sich angemessen geärgert. Diesen Ärger hat sie in ihren Text zu den „Die “… wenn man uns lässt”-Väter“ gegossen.

Auf dem Blog feministische studien bespricht Dagmar Brunow den Dokumentarfilm „Die Frauen der Solidarność“ von Marta Dzido und Claire Bond Potter schreibt zu „Books That Matter: Twenty-Five Years of Gender Trouble„.

Und zum Abschluss Style-Inspirationen von Queer Vanity: Qozmic Qandi.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blogs etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Samstagabendbeat mit Lizzo

12. Dezember 2015 von accalmie

Die großartige Rapperin und Sängerin Lizzo aus Minneapolis feiert mit ihrem neuen Lied „My Skin“ Körper aller Größen, Formen und Pigmentierungen: „I woke up in this – in my skin.“ Mehr von Lizzo, ihrem vor zwei Jahren erschienenen Debütalbum, „Lizzobangers“, sowie ihrem neuen Album, „Big Grrrl Small World“, findet ihr auf ihrer Homepage.


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Schwitzen, Shorts und Treat Yo‘ Self – mein Körper und ich

13. Juli 2015 von Naekubi
Dieser Text ist Teil 7 von 7 der Serie Die Emanzipation der Banane

Naekubi bloggt bei Danger! Bananas über das Leben von Asiat_innen in Deutschland, Kultur und Alltag, Rassismus und Feminismus, Selbstbewusstsein und Selbstverständnis. Wir freuen uns sehr, dass sie nun auch eine Kolumne bei der Mädchenmannschaft schreibt.

Es ist heiß. Ich fahre Rad und schwitze. Ich sitze im Büro und schwitze. Zu Hause am Schreibtisch schwitze ich. Unter meiner Schädeldecke sammelt sich schon das Kondenswasser. Die paar Tage, die es in Deutschland warm ist, will ich mich aber nicht beschweren. So habe ich wenigstens Gelegenheit, in Shorts rauszugehen. Das Thema Hotpants/Shorts kam hier bereits auf.

Das denken sich derzeit viele Menschen – zum Vorschein kommen Körper. Körper in allen Formen, Größen und Farben. So unterschiedlich sie sind, so bestaunenswert sind sie. Jede Ausführung ist einzigartig, ein Wunderwerk. Doch ich ertappe mich im Sommer regelmäßig dabei, wie ich andere Körper bewerte und mit meinem eigenen  abgleiche. Das Vergleichen – ich kann es nicht lassen. Ist jemand größer, kleiner, dicker, dünner, fitter, wabbliger als ich? Wie schneide ich selbst ab in Sachen Attraktivität und Wohlgeformtheit? Je nachdem, wie mein Urteil ausfällt, bin ich besser oder schlechter gelaunt. Das mache nicht nur ich: Ganze Industrien beschäftigen sich damit, Körper, allen voran Frauenkörper zu bewerten. Und ich mache im Alltag fleißig mit. Ich müsste es besser wissen. Warum mache ich das?

Gerade als Frauen* erleben wir von klein auf die Beurteilung unseres Äußeren: Bemerkungen von Eltern, Geschwistern, Verwandten und Bekannten, aber auch Bilder in den Medien erklären uns genau, was akzeptabel ist oder nicht. Oberstes Ziel: Möglichst hübsch oder optisch angenehm zu sein. In asiatischen Communitys scheint das umso ausgeprägter zu sein: Gerade meine vietnamesischen Tanten und Cousinen sagen nach der ersten Begrüßung schon etwas wie „Bist du aber X geworden!“ Es ist manchmal verletzend, manchmal peinlich, immer maximal unangenehm. Jede und jeder fühlt sich bemüßigt, Körper, allen voran Frauen*körper, zu kommentieren. Dazu können alle etwas sagen. Oft genug reden wir über unseren eigenen Körper, und unsere Bewertung fällt nicht netter aus als bei fremden.

Wir alle haben eins gemeinsam: einen Körper. Wir können nun mal nicht aus unserer Haut, wir sind diese eine physische Existenz. Ohne Körper gibt es uns nicht. Wir sind unser Körper, der Körper sind wir. Und obwohl unser Körper so elementar für unser Dasein ist, fühlen wir uns so selten wohl in unserer Haut. Selbsthass und Abscheu kommen häufiger vor als wir zugeben wollen. Woher also der Hass für etwas so Grundsätzliches?

Dass etwas mit unserer Gesellschaft im Großen nicht stimmt, sieht man daran, wie viele Menschen wegen irgendetwas an ihrem Körper heruntergemacht werden. Dabei gibt es deutliche Abstufungen in den Schnittmengen – wer eine kleine, dicke Frau of Color ist, hat den Kürzeren gezogen. Es ist Teil des Systems. Generell gilt aber: Sobald man Mensch ist, kriegt man deutlich gesagt, dass etwas mit einem nicht stimmt. Das passiert, wenn man eine 1,90m Frau, ein 1,60m Mann ist, ein paar Kilo mehr oder weniger hat, Falten, ein breites Kreuz oder Dehnungsstreifen besitzt. Dabei sind wir alle nicht geformt wie der vitruvianische Mensch.

Frauen standen da seit jeher unter besonderer Beobachtung, weil der Wert Schönheit der femininen Wertsphäre von alters her zugewiesen wurde. Schön sein, das schreibt eine Art Gesellschaftsvertrag vor, ist Aufgabe von Frauen. Welche sich dem nicht beugt, mit der stimmt etwas nicht.

Es ist, als ob wir diesen absurden Vertrag unterschrieben haben, sodass niemand ein gesundes Verhältnis zu sich selbst und seinem Körper haben darf: „Wenn ich mich schon nicht OK mit mir fühle, darf das auch niemand sonst.“ Vor allem diejenigen nicht, die noch mehr abweichen. Das erklärt unter anderem, warum die Fat Acceptance Bewegung so viel Gegenwind bekommt. Weil solchen Menschen nicht das Recht gegeben wird, sich gut zu fühlen. Damit machen wir uns gegenseitig das Leben zur Hölle aufgrund einer irgendwie gearteten, empfundenen Normvorstellung.

Ich weiß das alles und doch stehe ich bei den sommerlichen Temperaturen vor dem Spiegel, kneife mir in den Bauch und frage mich, ob wegen meiner bläulich durchschimmernden Venen Shorts trotzdem in Ordnung gehen. Alte Glaubenssätze sind schwer zu durchbrechen, das wissen wir alle. Deswegen hat jeder Akt von „Treat Yo‘ Self“ oder „Sei gut zu dir“ etwas Subversives.

Inzwischen übe ich regelmäßig, mir selbst etwas Nettes zu sagen – treat yo‘ self eben. Ich mag meine Haare und mein Gesicht, meine Hände und meine Kurven. Und, mal ehrlich, es gibt noch andere Dinge im Leben als hübsch zu sein. Zum Beispiel im Sommer nicht so sehr zu schwitzen und den lauen Wind an den Beinen zu spüren, wenn man in Shorts Fahrrad fährt.

treat_yo_self


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Stimmen zur Öffnung der Ehe in Amerika, #AntiPride, widerliche Zwangsuntersuchungen – kurz verlinkt

2. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 286 von 351 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Am 22.6. startete ein bundesweites Modellprojekt zum Schutz von Kindern mit Behinderungen vor sexualisierter Gewalt in Institutionen. Die Ausschreibung richtet sich an (teil-) stationäre Einrichtungen.

Hengameh Yaghoobifarah hat Alok Vaid-Menon und Janini Balasubramanian von DarkMatter anlässlich ihrer #AntiPride-Europa-Tour für das Missy Magazine interviewt Dabei geht es um radikale queere und trans* Politiken, Transmisogynie und Exotismus, sowie ihre Erfahrungen auf der Tour und weißen Feminismus.

Der Verein Frauen gegen Gewalt (bff) in Berlin sucht eine neue Kollegin für das Suse Projekt. Die Ausschreibung richtet sich offen an behinderte Frauen* und Frauen* mit Migrationshintergrund.

Wenn  auch unter einer ziemlich danebenen Überschrift berichtet die taz über widerliche Zwangsuntersuchungen an jugendlichen Geflüchteten – zwecks Beuteilung, ob sie im weiteren Prozedere nach den Richtlinien für Minder- oder Volljährige behandelt werden. Bleiben medizinische Leistungen geflüchteten Menschen ansonsten weitgehend verwehrt, werden hier keine Mühen gescheut, um möglichst viele Personen dem basalen Schutz, den der Status minderjährig gewährt, zu entreißen.

„Seit Jahren gibt es in Deutschland eine große Diskrepanz zwischen den offiziellen Opferzahlen [rechter Gewalt] und Recherchen von Journalisten sowie Verbänden.“, schreibt die Süddeutsche und berichtet über den aktuellen Forschungsbericht des Moses Mendelssohn Zentrums der Uni Potsdam, die für das Land Brandenburg eine Analyse von vorliegenden Fällen durchgeführt haben.

Noah Sow erklärt in einem offenen Brief, was problematisch am Namen und Konzept von „Schule ohne Rassismus“ ist.

Der Redebeitrag von LesMigras auf dem diesjährigen Kreuzberger CSD in Berlin ist online hier nachlesbar.

englischsprachige Links

Auf Queer Fat Femme erklärt Bevin Branlandingham, warum es schädlich ist, Essen permanent zu bewerten, und gibt praktische Tipps, um „OMG ich sollte dieses ungesunde Zeug gar nicht essen!“-Situationen zu begegnen.

Aditya Chakrabortty schreibt im Guardian über Griechenland und die EU. Seine These: Deutschlands seit Jahrzehnten stagnierende und sinkende Reallöhne sind schuld an Europas kriselnden Wirtschaften. Der Text ist auch in einer deutschen Übersetzung lesbar.

Dr. Chenjerai Kumanyika, Professor an der Clemson University in South Carolina, schrieb einen Text über den rassistischen Alltag in den USA, weißen Trost und warum es ihm schwer fällt, gemeinsam mit einer weißen Person zu trauern.

Bei Riot Nrrd Comics gibt es eine ausführliche Ressourcenliste zu „nerd stuff, queer stuff, girl stuff, radical stuff, and queer girl nerd radical stuff„.

Misty Copeland wurde am Dienstag als erste Schwarze Tänzerin in der 75-jährigen Geschichte der Company zur ‚principal dancer‘ des American Ballet Theater befördert. Die New York Times berichtet.

Ein Comic von everydayfeminism zeigt auf, wie absurd die „Argumente“ sind, die ständig für das Rechtfertigen sexualisierter Übergriffigkeiten heran gezogen werden.

Der Supreme Court in den USA hat entschieden: Schwule und Lesben haben ein Recht auf Eheschließung. Die New York Times berichtet.

„And as the LGBTQ movement wins victories like same-sex marriage, black folks, including black LGBTQ folks, are still engaged in a struggle for our lives.“, schreibt Darnell L. Moore im identities.mic

Auf Washington Blade schreibt Jennicet Gutiérrez, warum sie Obama beim großen LGBTQ-Get-Together im Weißen Haus in seiner Rede unterbrochen hat.

Auf Guerilla Feminism gibt es eine weitere Kritik am Recht auf Eheschließung als vorrangiges Thema in weißen privilegierten LGBTQ-Bewegungen.

Termine

Berlin: kostenlose Schnupperkurse zum Comiczeichnen und zur Betrachtung weiblicher* Figuren in Comics werden an verschiedenen Tagen und Orten in Berlin angeboten – keine Vorkenntnisse erforderlich

Berlin: Am Sonntag um 15 Uhr gibt es die Filmvorführung von Transgender Parents von Rémy Huberdeau (FB-Link)

Berlin: Noch den ganzen Monat steht finden im Rahmen des TransInterJuli in Berlin verschiedene Veranstaltungen statt. Mehr Infos bekommt ihr auf der Webseite.

Berlin: Am 7. Juli lädt Berlin Postkolonial zu Gedenkveranstaltungen mit dem Titel „Remembering Resistance“ anlässlich des Genozids in Namibia an OvaHerero und Nama 1904-1908 durch deutsche Kolonialmächte ein. (FB-Link)

Halle: Que(e)r_einsteigen lädt am 4.7.2015 zu einem queerfeministischen Kleinkunstabend ein. Der Eintritt ist frei.


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Kein Applaus für’s Abnehmen, keine Missachtung von Identitäten – die Blogschau

7. Juni 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 251 von 295 der Serie Die Blogschau

Anne-Luise erklärt im BH Lounge Blog, warum sie bitte keinen Applaus für’s Abnehmen möchte.

Beim FemFest in Würzburg hat Magda kürzlich einen Workshop zum Thema „(Mein) Fett ist politisch“ gehalten. Pauline war dabei und berichtet.

Auf Herbstblätter schreibt Mika Herbst über das Verhältnis von queer, trans* und cis – und wie präsent normative Zuschreibungen vom vermeintlich „biologischen Geschlecht“ sind.

Bei Die Töchter Regalias wird eine Auswahl von im Frühling 2014 neu erschienen Kinder- und Jugendbüchern vorgestellt.

Pussybear – Comics über das Leben eines fetten, queer-feministischen butch trans* poly Nerds – hat nun einige Comics auch auf deutsch übersetzt.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Codebabes, Fußballtrainerinnen und tolle Aktivist_innen – kurz verlinkt

8. Mai 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 241 von 351 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Die Initiative #untragbar wendet sich gegen die menschenverachtenden und nicht selten tödlichen Zustände in der globalen Textilindustrie.

Ein Interview mit Renate Lasker-Harpprecht, die zwei Jahre in den Vernichtungslagern Auschwitz und Bergen-Belsen überlebte, hat Die Zeit geführt.

Über Menschenrechtsverbrechen an Intersex-Kindern in der Schweiz berichtet zwischengeschlecht.info.

Vor einem Jahr begann der NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München – und der NSU-Skandal geht weiter.

In Berlin sind mehrere Geflüchtete in den Hungerstreik getreten. Die aktuelle Pressemeldung findet sich bei Asylum Rights Evolution. Unterstützung wird vor Ort dringend benötigt.

englischsprachige Links

„Gefängnisse sind für niemanden sicher“ – ein Gespräch zwischen den Aktivist_innen CeCe McDonald, Reina Gossett und Dean Spade in mehreren Videoclips gibt es  auf der Website des Barnard Center.

For Harriet veröffentlichte ein Interview mit der Juristin und Aktivistin Michelle Alexander über die (gesellschaftlichen) Konsequenzen der Gefängnisindustrie.

20 queere Personen of Color, die wir kennen sollten, listet das Outsmart Magazine.

Programieren lernen mit strippenden Frauen – Sarah Perez von TechCrunch findet’s eher uncool.

Feministing berichtet über die zunehmenden Proteste und Aktionen in Nigeria, um die entführten Schülerinnen zurück zu holen. Eine Zusammenfassung der Ereignisse, Hintergründe und Stellungnahmen nigerianischer Aktivist_innen veröffentlichte auch noch einmal der Guardian. Allerdings gibt es auch Repressionen gegen Protestierende, so Al Jazeera. Fungai Rufaro Machirori widmet den entführten Mädchen und dem Kontext, in dem diese Gewalttat steht, ein Gedicht. Spectra Speaks und Minna Salami erinnern daran, dass langfristig es nicht damit getan ist die Mädchen „zurückzubringen“, sondern auch die allgemeinen Lebenssituationen von Mädchen in Nigeria in den Fokus gerückt werden sollten.

Vergewaltigungsanklagen, die immer öfter aus hanebüchenen Gründen fallen gelassen werden, sind auch in den USA ein Problem, beschreibt The Independent.

Die Portugiesin Helena Costa wird als erste Trainerin eines europäischen Männer-Erstliga-Vereins das Team von Clermont, Frankreich, coachen.

Die Schauspielerin Gabourey Sidibe hat bei den Gloria Awards eine vielbeachtete Rede u.a. über Selbstbewusstsein und feministische Inspiration gehalten – ihr könnt sie hier, bei Vulture, nachlesen. Concern Trolling durch „besorgtes“ Publikum gab es gratis dazu, kritisiert Ragen Chastain bei Dances With Fat.

Außerdem verrät sie zehn Gründe, warum sie nie wieder eine Diät machen wird.

Termine in Annaberg-Buchholz, Berlin, Innsbruck, Passau:

Seit vorgestern und noch bis zum 10.5. in PassauAye Aye Soeur! – Kulturfestival zu Gender, Gleichstellung und Feminismus

Im gleichen Zeitraum in Innsbruck: Intersex-Aktivist_innen inititeren Info und Proteste gegen den 25. Jubiläums-Kongress der „Europäischen Gesellschaft für Kinderurologie (ESPU)“

Am 8. Mai in Berlin: Queerfeministischer Filmabend mit FAT UP mit Filmen rund um fette Diskriminierung und fette Selbstermächtigung.

Am 23. Mai in Berlin: Demo für die Abschaffung des im „Transsexuellengesetz“ vorgesehenen Gutachterverfahrens. Hier geht es zum Facebook-Event.

Am 26. Mai findet zum wiederholten Mal ein „Marsch für das Leben“ in Annaberg-Buchholz (Sachsen) statt. Es gibt erstmalig Gegenaktivitäten.


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Einfach ignorieren? Selbst wenn ich könnte, würde ich nicht.

14. November 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 21 von 43 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung der Autorin eine Übersetzung des Textes „I Wouldn’t Even if I Could„, den die großartige Melissa McEwan im vergangenen Monat auf ihrem Blog Shakesville gepostet hat. Eine Anmerkung zum Adjektiv “dick_fett”: Das Wort wird in der Fat-Acceptance-Bewegung als Selbstbezeichnung und politischer Begriff verwendet – eine objektive Beschreibung dafür, was “dick” oder “dünn” ist, gibt es nicht.

(Content note: Abwertung von dicken_fetten Körpern, sexualisierte Gewalt)

„Ignorier es doch einfach.“

Das ist der Rat, den ich zu zahllosen Gelegenheiten bekommen habe, wenn es um den grenzenlosen Hass gegen dicke_fette Menschen ging, der jeden Aspekt, jede Ritze unserer Kultur durchdringt.

Ich bekomme ihn von Menschen, die mich lieben und die nicht wollen, dass mich all jene Botschaften verletzen, die mir sagen, dass ich „weniger als“ bin, dass ich schwach und faul und grotesk und wertlos bin, und ich bekomme ihn von Menschen, die mich hassen und die Leute, die so aussehen wie ich, ungehindert mit ihrer Feindseligkeit bespucken möchten, die versuchen mich dazu zu zwingen, ihnen nicht den Spaß an ihrer Bigotterie zu nehmen.

Ich bekomme diesen Rat von Menschen, die glauben, die Tatsache, dass ich auf Herabwürdigung reagiere, dass ich überhaupt irgendwie darauf reagiere, sei ein Beweis für meine Überempfindlichkeit. Niemals ist es der Beweis dafür, dass jemand, der sich in Hass gegen dicke_fette Menschen ergeht, nicht empfindsam genug ist.

Ich bekomme ihn von Menschen, die mir sagen, dass ich nicht verletzt sein sollte oder kein Recht habe, es zu sein – Menschen, die etwas für Beleidigtsein halten, was eigentlich Geringschätzung ist.

Ich bekommen ihn von Menschen, die glauben, dass sie mich beschützen, wenn sie mich dazu drängen, die Abwertung dicker_fetter Menschen zu ignorieren, obwohl „ignorieren“ faktisch einfach bedeutet „nicht öffentlich sichtbar reagieren“. Bestätige es nicht. Führe deine Gefühle nicht weiter aus. Sprich nicht laut aus, auf keinen Fall laut, dass so etwas falsch ist. Das würde nur allen unangenehm sein.

Besser, dass ich mich stattdessen alleine unbehaglich fühle.

(mehr …)


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Samstagabendbeat mit Etta Bond

7. September 2013 von Anna-Sarah

Auf ihrer Facebook-Seite beschreibt die Londoner Sängerin und Rapperin Etta Bond ihren Sound als „Soul with a bit of Weird“. Den Song „Under the Knife“, in dem sie – wenn ich das richtig verstehe – kraftvoll und persönlich über Schönheitsdruck und Body Issues singt, finde ich allerdings gar nicht so weird, sondern ziemlich berührend.

Etwas ambivalent hingegen kommt dieses Thema im Song „Big Girls Vogue“ daher – Botschaften wie „Big girls vogue if you wanna, wear less clothes in the summer, love your shapes“ oder „If I’m hungry, then I’ll fucking eat“  sind zwar an sich prima und teilweise auch in Systemkritik eingebettet („We’re split into categories / mixed race, pedigree / ticking boxes, label me“). Sie bekommen jedoch durch die Tatsache, wer hier wem „Hey, wir sind doch alle gleichschön!“ zuruft, einen leicht sauren Beigeschmack, zumal die „big girls“ in dem Video eher wie dekorative Statistinnen denn als aktiv Mitwirkende erscheinen, obwohl es ja eigentlich ziemlich zentral um sie geht. Allzu reflektiert ist das trotz begrüßenswerter Stoßrichtung wohl nicht gerade, aber die Pop-untypischen Bilder und Worte tun gut, und der knallige Sound auch.

Mehr von Etta Bond, die sich im U.K. Grime-Umfeld tummelt, gibt es auf ihrem Soundcloud.


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Internationale Perspektiven und Musik – kurz verlinkt

21. August 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 206 von 351 der Serie Kurz notiert

In den vergangenen Tagen haben sich allerhand spannende Linktipps angesammelt – daher gibt es diese Woche „Kurz verlinkt“ gleich zweimal. Hier Teil 1.

Die Musikerin Almut Klotz, u.a. Mitberünderin der legendären Lassie Singers, ist gestorben. Im Missy Magazine gibt es einen Nachruf.

Die Initiatorin des Hashtags #SolidarityIsForWhiteWomen, Mikki Kendall, erklärt im Guardian nochmal, warum die Aktion so wichtig war und ist. Auch bei Ebony schreibt sie über die Aktion und über Solidarität und Gemeinschaft zwischen Feministinnen of Color und weißen Feministinnen [beide Texte auf Englisch].

Großes Gelächter, aber auch berechtigter Ärger in der feministischen US-Medienwelt: Typ zeigt mal, wie eine feministische Website geht, dafür werden 6,5 Millionen Dollar  lockergemacht [auf Englisch] .

Und die 14jährige kanadische Aktivistin Rachel Parent zeigt der Welt, wie mit überheblichen, herablassenden TV-Interviewern fertig zu werden ist [Text und Video auf Englisch].

Über die Finanzierung eines Fonds für betroffene von sexualisierter Gewalt in der Familie gibt es weiterhin Streit, so Die Welt, weil die Länder nicht wie vereinbart zahlen wollen.

Powerful: Bei Body Love Wellness gibt es eine Auswahl körperpositiver Spoken-Word-Performances [Text und Videos auf Englisch].

Am 25. Juli demonstrierten Zehntausende in Chiles Hauptstadt Santiago für das Recht auf weibliche Selbstbestimmung und Abtreibung. Die Jungle World sprach mit den Feministinnen Lelya Troncoso Pérez und Hillary Hiner über die Proteste und die Abtreibungsdebatte in Chile.

FEMEN – wer steckt dahinter, wer finanziert sie? Bei Marie Rioux gibt es Hintergrundinfos [auf Englisch].

Eine neue Studie zeigt, dass Bildung und Einkommen einen großen Einfluss auf die Frage hat, ob einer Frau aus medizinischen Gründen die Gebärmutter entfernt wird, so DieStandard.

Ebenfalls bei DieStandard ein Interview mit der Anti-FGM-Aktivistin Bogaletch Gebre: „Unser Elend ist zum Geschäft geworden“.

Außerdem schreibt DieStandard über eine fundamentale Gesetzesänderung in Deutschland: Das neue Personenstandsrecht gesteht intersexuellen Babys erstmals ein unbestimmtes Geschlecht vor dem Gesetz zu. Warum damit allerdings längst nicht alles in Butter ist, ist bei OII-Deutschland nachzulesen.

Großartige Ressource: die Oberlin Alumni Association hat eine Liste von Büchern, darunter viele „Klassiker_innen“, über ‚Race‘, Gender, Sexualität, Klasse und Kultur zusammen gestellt, die als Gratis-PDFs im Netz verfügbar sind [auf Englisch].

440hz – bald auch in deiner Stadt! Lad sie jetzt ein!

 

Termine in Berlin und Frankfurt/Main (mehr …)


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