Wissen, wie es geht

30. September 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 19 von 20 der Serie Sex am Morgen

Sex – wir alle glauben zu wissen, wie es geht und doch gibt es immer mehr, vor allem junge Menschen, die kaum etwas über die biologischen Vorgänge im Körper wissen und ergo keine Ahnung von Verhütung haben. Vom weiblichen Orgasmus haben auch immer noch viel zu viele Leute keine Ahnung. Nur den G-Punkt, den hat die Schönheitschirurgie für sich entdeckt. Die Vulva-Spots der Woche:

Vom 25. bis 29. Oktober findet in Kiel das 4. Fetisch Film Festival statt. Ich bin zwar nicht so fetisch-filmerfahren, um Empfehlungen abzugeben, aber Filme wie “Profane” oder “Tenderloin Tramp” klingen vielversprechend. Ein Star-Aufgebot gibt es auch: Mit “Eine dunkle Begierde”, in dem Keira Knightley und Viggo Mortensen die Hauptrollen mit freudschem Fetisch spielen.

Na, noch auf der Suche nach dem G-Punkt? Dann lasst doch einfach mal den/die Schönscheitschirurg_in ran. Nicht nur schnippeln die ÄrztInnen immer öfter an den Schamlippen rum, nun werden sogar die G-Punkte aufgespritzt. Nennt sich dann ‘G-Shot’. Darüber und über die gängigen Vulva-OPs für bescheuerte Designer-Vaginas berichtete Anfang September frauTV. Zu sehen ist der Beitrag auch auf der Internetseite der Sendung. Aber wieso sagen die immer ‘da unten’?!

Erika Lust stellt in ihrem Blog Orgasmus-Coach Nicole Deaaedone vor, die weibliche Orgasmusprobleme für kein biologisches sondern ein kulturelles Problem hält: Zu viel Arbeit, zu viele Diäten, Unruhe und sozialer Druck seien die Umstände, die Frauen ihren Höhepunkt versagen. Jezebel empfiehlt zum Thema die positiven Nebeneffekte beim Yoga und Deadone stellt ihr Orgasmus-Manifest bei TED vor:

Global Voices unterhält sich mit der us-amerikanischen Kulturwissenschaftlerin Katrien Jacobs über ihr jüngstes Buch “People’s Pornography”, in dem sie das D.I.Y. chinesischer Internetpornographie untersucht. Sehr spannend, weil die – überwiegend – jungen Chinesen damit doppelt gegen das Gesetz verstoßen: Sie haben Sex, wie es ihnen gefällt und sie laden ihn auch noch hoch. Weniger erfreulich dagegen ist die weit verbreitete männliche Fantasie, mit minderjährigen Mädchen Sex zu haben, um sich in ihrer männlichen Macht-Position bestätigt zu fühlen.

Die Porno-Recyclerinnen von Hazel Glory kommen bei  jetzt.de zu Wort. Ist nicht ganz neu, SpOn hat auch schon mal drüber berichtet. Warum sich die zwei Schweizerinnen dem 70er Jahre Porno verpflichtet sehen, begründet Sabine Fischer sehr sympathisch:

Die 70er waren auch das sogenannte „Golden Age of Porn“. Es war eben noch die Zeit vor Videos und es gab somit keine Schnellproduktionen. Heute dreht man an einem Nachmittag einen Porno: In einem kargen ekligen Raum mit tonnenweise Make-Up machen zwei Leute Sex und das war’s dann.

Laut einer internationalen Studie mit mehr als 6.000 Jugendlichen aus 26 Ländern wissen junge Menschen immer weniger über Verhütung und die Risiken ungeschützen Verkehrs und trauen sich auch nicht, ihre Eltern danach zu fragen. Reuters zitiert die Studie, nach der allein ein Drittel der befragten ÄgypterInnen annahm, nach dem Sex zu duschen verhindere eine Schwangerschaft…


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Let’s Work It

29. August 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 18 von 20 der Serie Sex am Morgen

Dieser Morgen-Sex ist ein richtig hartes Stück Arbeit. Die Vulva-Spots verlinken dieses Mal nicht nur fluffig-leichtes Zeug für nen Quickie, sondern auch lange und interessante Texte, die mehr euren Kopf als euren Körper beschäftigen dürften. Das gilt auch fürs Kopfrechnen, denn es gibt gute Methoden, im Internet die Kohle zu kriegen, um mit den eigenen Projekten dem sexuellen Mainstream etwas entgegen zu setzen.

Eine neue US-Studie will heraus gefunden haben, dass Promiskuität bei jungen Frauen einen messbar negativen Einfluss auf ihr Bildungsniveau habe. Haha, da kann man echt nur drüber lachen. Das Magazin “Materialien und Informationen zur Zeit” (MIZ) tut genau dies und enttarnt in einem äußerst lesenswerten Artikel die christliche Keuschheitsbewegung, die hinter solchen Erkenntnissen steckt.

Rachel Rabbit White bloggt über “(A)sexual”, die Dokumentation über den New Yorker Asexuellen-Aktivisten David Jay.  Toll, dass ausgerechnet eine Sex-Bloggerin schreibt, das keinen Sex zu haben auch völlig in Ordnung sei – auch wenn es Gegenstimmen gibt, die sagen, wer keinen Sex habe bzw. sich nicht sexuell fühle, unterdrücke etwas. Da sind wohl noch einige Fragen offen – weiß auch White und stellt diese einfach mal in die UserInnen-Runde.

In den USA fand vergangenen Sonntag erneut der Oben-ohne-Tag statt, der die Gleichberechtigung weiblicher Oberkörperfreiheit fordert. Focus.de zeigt einen Video-Beitrag, der – ähnlich wie bei den Slutwalks – das geil-auf-nackte-Haut-Interesse dokumentiert. Lieber mal bei gotopless.org umschauen und, wie es aussähe, wenn Männer ihre Oberkörper mit Bikinis verdecken müssten.

Moskau hat sein erstes Sex-Museum jubelt sueddeutsche.de. Da steht zwar ein Riesen-Phallus am Eingang, aber die Vulva lässt sich nur an den Darstellungen von Stripper-Puppen und anderen ‘sexy’ Exponaten erahnen. Überhaupt, Russland pflegt die übliche Doppelmoral, traditionelle Werte hochzuhalten und gleichzeitig Bikini-Mädchen und Miss-Wahlen für öffentliche Veranstaltungen zu nutzen.

An ein Projekt glauben, aber kein Geld für die Realisierung haben? Crowdfunding, also Geld übers Internet sammeln, könnte die Lösung sein. In nur zwei Tagen konnten Designer so einen neuartigen Vibrator finanzieren lassen, auch der ‘PorNeofilm’ “Hotel Desire” mit Schauspielern wie Clemens Schick und Anna Maria Mühe konnte so realisiert werden.


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Muschis mit Köpfchen

5. August 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 18 von 20 der Serie Sex am Morgen

Manchmal weiß man gar nicht, ob man sich lieber ins Gesicht oder zwischen die Beine schauen will, um den aktuellen Stand der Dinge zu klären. Klar, das größte Sexualorgan liegt zwar zwischen den Ohren, aber nicht alle sexuellen Erkenntnisse oder Studien beweisen besonders viel Köpfchen. Diese Woche in den Vulva-Spots einige Kopfschüttler und doch, auch ein paar gute Dinge.

Nur noch selbstbewusst ins Bett: Gute Neuigkeiten für heterosexuelle Paare offenbart eine aktuelle US-Studie, die Jezebel vorstellt. Demnach sind Männer durchaus stark daran interessiert, dass ihre Partnerin auf ihre erotischen Kosten kommt. Für alle gilt, je selbstbewusster, unabhängiger und empathischer man sich auf einander stürzt, desto mehr profitiert die sexuelle Zufriedenheit.

Die Vagina, keine Frage, ist großartig. Das sieht auch die Business-Man-Katze im folgenden Video und plädiert dafür, alles, was sonst als großartig, übermenschlich, wunderbar gilt, schlicht als ‘vaginal’ zu bezeichnen.

Ganz so geil, wie man denken könnte, ist dieses Setting nicht. Wie Bust ganz richtig anmerkt, uns von einer auf männlichen V.I.P. getrimmter Katze dozentenhaft über die Großartigkeit unserer Geschlechtsteile aufklären zu lassen, brauchen wir nicht. Noch zweifelhafter: Hinter dem Spot steht ein Unternehmen, das weibliche Hygienartikel produziert. Total geschmacklos das Ganze. Aber das wollen solche Firmen mit unseren Vaginas ja wohl erreichen: geruchs- und geschmacksfrei. Na danke!

Auch nicht besser ist, was jezebel nun in einem Beitrag des Journal of Sexual Medicine las: Anhand der Ausgeprägheit der Erhebung in der Mitte der weiblichen Oberlippe ließe sich das individuelle Orgasmuspotential erkennen. Bevor ihr jetzt nen Spiegel holt… schon bei Deep Throat war man irrigerweise der Meinung, die Klitoris liege im Rachen.

Heise.de stellt in einem Interview mit Stefan Volk dessen Buch “Skandalfilme” vor, das sich mit den ‘cineastischen Aufregern gestern und heute’ beschäftigt. Für Wirbel sorgten dabei weniger Nacktheit und Geschlechtsteile in Action als Geschlechterbilder:

Letztlich aber ging es meistens gar nicht so sehr darum, wie viel Haut gezeigt wurde, sondern vielmehr um das geschlechtliche Rollenbild, das die Filme vermittelten. Wenn man so mag also weniger um “Sex” als um “Gender”. Frauen stießen da viel schneller an Grenzen als Männer.

Mit gängigen Pornomythen räumt Cyndi Gallop auf. Ihr Internet-Projekt makelovenotporn stellt jeweils ein Porno-Klisschee auf den realitätstauglichen Prüfstand. So wird erklärt, dass weder alle Frauen von Natur aus rasiert sind, noch dass ins Gesicht spermen das Highlight jeder Penetration ist, oder dass Frauen immer und dauernd kommen, obwohl nichts von dem, was passiert, in der Nähe der Kitoris stattfindet. Eine super Seite, lustig und ohne moralisches Gedöns. Was Gallop zu ihrem Projekt so zu sagen hat, findet ihr auch beim SZ-Magazin verlinkt.


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Schuldig im Sinne des Sex

8. Juni 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 17 von 20 der Serie Sex am Morgen

Vergangene Woche war ich für eine Geschichte in Barcelona am Set von Erika Lusts neuem Film, der im Oktober herauskommt. Nicht nur habe ich eine tolle Feministin und Pornoregisseurin samt Crew getroffen, sondern bin auch auf die großartige Lianda Dahl gestoßen, die ihre eigenen Videos im Netz verbreitet und ein ebenso tolles Blog hat.

Apropos Porno: Straßen aus Zucker hat sich in einem sehr lesenswerten Beitrag so ihre Gedanken gemacht und stellt Sex-Posititivität, die auch in Pornos ihren Ausdruck finden kann, den negativen Aspekten wie Gewalt und Sexismus gegenüben – inklusive historischen Notizen und einem Blick auf die jüngere Por-Yes-Bewegung.

Erika Lust beim Dreh - ihr neuer Film erscheint im Oktober

Die ewige Frage: Sind weibliche Sex-Fantasien und Feminismus vereinbar? Mit dieser Frage beschäftigt sich Miranda Huba in ihrem Theaterstück “Dirty Little Machine”. Zwar lief das gerade im fernen New York, aber Bust rezensiert das Geschehen und stellt die relevanten Inhalte vor, wie die Frage, ob die eigenen Sextapes zu verkaufen feministisches Empowerment ist, oder nicht.

BoingBoing verweist auf eine Studie, nach der Sex bei Christen Schuldgefühle auslöst. Auf einer Skala von eins bis zehn liegen katholische und evangelische Schuldgefühle um die sechs. Die Mormonen sind noch ärmer dran: Die schämen sich auf eine 8,2. Solche Nachrichten bestätigen mal wieder diejenigen, die schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten sind. Wobei es dafür natürlich noch ganz andere – feministische – Gründe gibt.

Zensiert wurde bei der us-amerikanischen Buchhandelskette Barnes & Noble das Cover der Zeitschrift Dossier. Dort zu sehen ist der nackte Oberkörper von Model Andrej Pejic, über dessen androgynen Look wir schon berichteten. Ob dieser verhüllt wird, weil Pejics Style mit Lockenklammern im Haar zu feminin wirkt oder weil sein Oberkörper nicht den gängigen Darstellungen von Männern auf Magazintiteln entspricht, jezebel und skepchick diskutieren das eifrig.


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Alles so schön glitzernd hier

20. Mai 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 16 von 20 der Serie Sex am Morgen

Über den Mai als Masturbationsmonat habe ich letztes Mal schon berichtet. Anyone Sehnenscheidenentzündung?! Tracy Clark-Flory hält es eigentlich für überflüssig, so betont darauf hinzuweisen. Masturbation und die entsprechenden Hilfsmittel hätten doch schon längst Drogeriemarkt-Verfügbarkeit erlangt, schreibt sie auf salon.com. Ihre Ansicht, dass sich heute keiner mehr fürs Hand-an-sich-selbst-legen schäme, teile ich zwar nicht, sehr aber ihre Ansicht, was die Anerkennung unserer Fantasien angeht. Denn darin gibt es jede Menge Material, das wir außerhalb unseres Vorstellungsvermögens wohl kaum realisieren würden. Trotzdem: “Fantasien sind wie Träume – sie sind nicht richtig oder falsch. Sie sind einfach da.”

Fantasien reizt auch das Porno-Magazin Candy Rain an, das sich auf bunte Penisabbildungen spezialisiert hat. Nehme ich nach einem Blick auf die Webseite zumindest an: for women who love dicks and a sense of humor. Print-Ausgabe Nr. 2 ist gerade erschienen und bust erzählt, was so drin steht. Ein passendes Blog gibt es außerdem – mit so steil gehenden Kategorien wie “boner”, “fantasy dick” oder “dicks in our box”.

Apropos Penisse: Ein Mädchenmannschaft-Interna sind schon seit einiger Zeit die tollen Glitzer-Penisse, die James P James für sein Blog fotografiert hat. Ein tolles Partyoutfit oder einfach im Büro unter der Jeans für etwas Disko sorgen.

"Lade nur solche Bilder hoch, mit denen deine Mutter leben kann" - solche und andere Tipps gibt es auch auf deutsch bei www.eetiquette.de

Unter der großartigen Überschrift “Schlacht am Venushügel” geht Spiegel Online der us-amerikanischen Moral und ihrem neusten Geißelungstrend, der Sexsucht, an die Wäsche. Denn die ständig zunehmenden Selbsthilfegruppen machen vor allem eins deutlich:

Organisationen wie die Sex Addicts Anonymous oder die inzwischen auch in Deutschland operierenden Sex and Love Addicts Anonymous sind durchdrungen von erzkonservativem Gedankengut und halten eine liberale Einstellung zu Sex und Partnerschaft schlicht für eine Krankheit.

Nachdem klar ist, dass “Sexsucht” zumindest hierzulande noch weitgehend als konstruierte Krankheit gilt, zurück zur Sexlust: Jezebel guckt in der Rubrik after midnight nach unerwartetend erogenen Zonen. Kniekehle, der kleine Zeh oder die Augenlider – so manche unentdeckte Stelle wartet. Kommt mit auf Entdeckungsreise!

Und zuletzt noch ein Touritipp jenseits unserer Körper: Neil Genzlinger tauscht für die New York Times an einem Sonntag  den Kirchgang gegen einen Streifzug durch das Museum of Sex.


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Tausche Buxtehude gegen Brooklyn

12. Mai 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 15 von 20 der Serie Sex am Morgen

Mai ist Masturbations-Monat. Ich hatte ja keine Ahnung. Aber immerhin, der halbe Monat liegt noch vor uns. Legen wir uns doch dazu. Und lassen uns von Dodson and Ross ein bisschen was zum feierlichen Anlass erzählen. Wer danach noch Appetit hat, mehr vulvaeskes folgt:

Bereits Ende Februar fand in der englischsprachigen Blogosphäre der Lady Porn Day statt, den die Journalistin und Bloggerin Rachel Rabbit White initiert hat. Der Lady Porn Day will Frauen animieren, ganz offen mit Pornographie und Masturbation umzugehen. Warum das wichtig ist, erklärt White im Interview mit Huffington Post Chicago. Frage: Brauchen wir so etwas in der deutschsprachigen Blogosphäre auch?!

Ein Hinweis, warum so ein Tag wichtig sein könnte, gibt Liz Langley auf AlterNet. Schuldgefühle, als Frau Pornos zu gucken und zu mögen?! Die Autorin versucht die Frage zu beantworten, warum sich Frauen schlecht fühlen bei Dingen, die sich gut anfühlen. Ja, das gute-Mädchen-tun-dies-aber-das-nicht-Syndrom hat in diesem Artikel auch seinen Auftritt.

Und überhaupt, wer sich jetzt noch fragt, ob Frauen auch wirklich Pornos gucken, wirft mal einen Blick auf diesen Clip, den auch jezebel gut findet.

Puh, nach so viel Porn lieber wieder etwas “normalen” Sex. Der sollte, laut Jezebel After Midnight nicht nur im Bett stattfinden. Einfach Brooklyn gegen Buxtehude und New York gegen NeuKölln austauschen und dem Sommer ‘Hallo’ sagen.

3sat zeigte am Dienstag zwei spannende Dokumentationen. Erst ging es um “die Lust der Frauen” über 60 und anschließend stöberte “Erotik unter Verschluss” in klassischen pornographischen Sammlungen, die nicht nur in den großen Museen unter Verschluss gehalten werden, sondern sogar im Vatikan. Wer es in den nächsten Tagen nicht zu einer Privataudienz beim Papst schafft, kann die Doku bei youtube gucken.


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Stereotype, soweit der Penis schwillt

22. April 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 14 von 20 der Serie Sex am Morgen

Heute ist Karfreitag. Höchste Zeit also, länger im Bett zu bleiben, Eier zu suchen (höho) oder einfach schlicht für “Sex am Morgen” zu sorgen. Die Vulva-Spots dieses Mal leider mit zu vielen Klischees und Stereotypen, denen wir uns bequem widersetzen sollten. Heute und jeden anderen Tag im Jahr.

Stellung bezogen zu Penis-Verlängerungen wird auf jezebel. Ungeachtet der tatsächlichen Möglichkeit, das männliche Glied zu vergrößern und des damit verbundenen Aufwands und gewisser Risiken, stellt Autorin Anna North mal wieder fest: Macht euch locker Männer, denn eure Penisse sind so wie sie sind völlig in Ordnung!

Die neue Porno-domain .xxx kommentiert Julia Seeliger in der taz als “nicht mehr als ein Feigenblatt für den Jugendschutz” und hat Recht, wenn sie sagt, dass Eltern die ‘böse’ Pornowelt nicht einfach aussperren können, sondern ihren Kindern ruhig etwas mehr Vertrauen entgegen bringen sollten. Ach ja, Aufklärung soll auch nicht verkehrt sein.

Katrin Rönicke hat in ihrer Freitag-Kolumne neulich schon mal drauf hingewiesen: Auch Frauen seien verstärkt  pornoabhängig. Der Guardian geht der Sache ebenfalls nach, aber leider mit einem no-go-moralischen Unterton, Pornographie degradiere Frauen per se als Sex-Objekt und noch ein paar anderen Knallern, die ich im Zusammenhang mit Pornos eigentlich nicht mehr lesen möchte.

Comicbild von Roger. Zwei Hasen besteigen jeweils von hinten ein Schaf. Die Schafe essen weiter Gras. Das vordere Schaf ist frisch geschoren, das Fell liegt noch auf dem Gras. Der Hase kommentiert: ICH MAG'S GERN RASIERT!

Da kommt einem doch jedes Schokoladenei wieder hoch: Ostercomic non grata

Den Spießiger-Stereotypensatz-Preis bekommt dieses Mal Kerstin Greiner, die im SZ-Magazin über den Modetrend, ‘wenn Frauen zu große Klamotten tragen’ schwadroniert: “Frauen, die zu weite Pullis oder Hemden tragen, lösen bei Männern ein Bild aus: Sex.” Ach so, ach ja… und anscheinend liegen in allen deutschen Schlafzimmern Rotweinflaschen rum und alle, aber wirklich alle Männer tragen Hemden.

Auch wenn sich die NEON in ihrer letzten Ausgabe den sexuellen Unterschieden zwischen Mann und Frau widmete, die NZZ gibt Entwarnung: “Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrem Sexualverhalten nicht so stark, wie immer behauptet wird.” Na toll! Und von forschender Seite heißt es, dass auch die letzten Differenzen bald verschwinden würden. Ich bin gespannt!


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Mythos Jungfernhäutchen

20. Januar 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 13 von 20 der Serie Sex am Morgen

Den ‘Verlust’ ihrer Jungfräulichkeit wollte Pornodarstellerin Nikki Blue zum richtigen Happening machen: Mit eingebauter Hymen-Cam und Zuschauervoting, welchem von drei Herren die Aufgabe des Entjungferungs-Jobs zufallen sollte. Bisher hatte die 21-Jährige ausschließlich anal und oral agiert. Diese Fokussierung auf das vermeintlich heilige Jungferhäutchen veranlasste jezebel, eine Diskussion über weibliche Jungfräulichkeit und Hymen-Mythen anzustoßen. Und siehe da, die Webseite kink.com, die das ‘Deflorier-Happening’ initierte, reagierte prompt mit der Entschuldigung, man habe Nikki Blues persönliches Empfinden vaginaler Jungfräulichkeit keinesfalls als moralische Norm verkaufen wollen. Entschuldigung angenommen und nun sind alle glücklich.

In dem Zusammenhang sei auch der Artikel von Mithu Sanyal auf EMMA Online empfohlen. Der ist zwar nicht ganz neu, aber die Gerüchte über den symbolischen Gehalt des Jungfernhäutchen halten sich ja auch hartnäckig.

Hypochondrische Männer jetzt bitte nicht weiter lesen: Wie die kanadische National Post berichtet, haben holländische Forscher herausgefunden, dass das eigene Sperma die Ursache für das post orgasmic illness syndrome (POIS) sein soll. Das was? Seit 2002 gibt es diesen Namen für fiebrige Symptome, die Männer nach der Ejakulation zeigen, wie laufende Nase, brennende Augen oder extreme Müdigkeit. Extreme Müdigkeit? Soso… Behandlungen sind möglich, aber langwierig – wollen ja auch was zu tun haben, die Ärzte.

Zum Kopfschütteln: Wer einer Frau, die keine Sexarbeiterin ist, Geld für Sex anbietet, macht sich wegen Beleidigung strafbar. Wer eine Frau gegen ihren Willen auf den Hals küsst, hat aber nichts zu befürchten: “Nach ständiger Rechtsprechung auch des Bundesgerichtshofs sei in einer solchen sexuell gefärbten Zudringlichkeit allein keine Kundgabe einer Herabsetzung oder Geringschätzung der Person”, schreibt die Kanzlei Dr. Bahr.

Mit dem Mythos, die Generation der 20 bis 30-jährigen Frauen seien sowas von pornoaffin, räumt Tracy Clark-Flory auf salon.com auf. Aus ihrem Umfeld scheinen die wenigsten Frauen Pornos zu konsumieren und die Männer, die gäben ihre Pornovorliebe zwar bereitwillig zu, nur über Einzelheiten wollen sie anscheinend nicht reden. Komische Sache, oder alles beim Alten?!


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Zeig mir deine Schamlippen und ich sag dir, wer du bist

12. Januar 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 12 von 20 der Serie Sex am Morgen

Nein, es ist noch nicht zu spät, sich fürs Neue Jahr ein paar horizontale Tendenzen auszugucken. Vielleicht mit astrogenital? Wer dann als Frau rumheult, weil ihre Schamlippen nicht zu ihrem Charakter passen, hat allerdings wenig Chancen auf Sex mit einem Mann. Wieso, weshalb und wie rum – die Vulva-Spots klären auf:

Kurz aber prägnant kommentiert jezebel eine Studie der Männerzeitschrift Men’s Health, wonach Frauen in den 40ern eher als Frauen in den 20ern beim ersten Date Sex haben. Puh, klingt nach ‘Hey Jungs, wenn ihr Sex wollt, dann datet ältere Frauen’

Du bist ein Fan von Handlesen? Wie wäre es mal mit einer astrologischen Analyse der Vulva. Gibt es bei astrogenital. Und die meinen es ernst. Das Äquivalent für die Penisdeutung gibt es auch. Wenn sich die Herren da mal nicht schlapp lachen…

Sind innere und äußere Schamlippenj gleich groß, ist ihre Trägerin der ausgeglichene Typ - Bild via astrogenital

Ist eine sie auf der sexuellen Überholspur ein Problem für ihn? Ja, denn der vorzeitige Orgasmus der Frau erhält bei glamour.de frauenzeitschriftengerechte Antworten, damit Mann noch auf seine Kosten kommt. Da sollten sich FHM und Co. doch ein Beispiel nehmen und ein paar Oraltechniken und manuelle Stimulationsübungen vorstellen, damit sie noch Spaß hat, wenn er gekommen ist.

Jetzt nur nicht heulen. Rührende Studien haben ergeben, dass weibliche Tränen ein Lustkiller für den Mann sind. Mensch, wer hätte das gedacht. Jezebel stellt ein paar offensichtliche Gründe für diesen vermeintlichen Zusammenhang weiblicher und männlicher (Un)Lust vor, und ich frage mich, ob da einer der ForscherInnen Feuchtsein als Zeichen weiblicher Erregung falsch verortet hat.

Den ersten Preis für den spießigsten Stereotypensatz der Woche bekommt Stefan Kuzmany, der für Spiegel.Online Porno-Autorin Sophie Andresky zum Interview traf:

Wie das so ist: Journalist (Mann) trifft Porno-Autorin (Frau) in einem Café in Berlin (Kreuzberg), da kann die Phantasie schon mit einem durchgehen. Erkennungszeichen: Andreskys jüngstes Buch “Fuck Your Friends” auf dem Tisch. Wenn das mal nicht auf zu vielen Tischen liegt! Liegt dann aber doch nur auf einem.


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Pimmelspende und andere Après-Weihnachtsnummern

28. Dezember 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 11 von 20 der Serie Sex am Morgen

Spiegel Online kommentiert “Lulu – die Nuttenrepublik”, das aktuell an der Berliner Schaubühne gezeigt wird. Das Besondere: Regisseur Volker Lösch holt für seine Neu-Inszenierung von Frank Wedekinds “Lulu” Berliner Sexarbeiterinnen auf die Bühne. “Muschis aller Länder vereinigt Euch”, heißt es dort. Im Januar gibt es weitere Termine.

Der Freitag schenkt uns in der aktuellen Ausgabe eine “Weihnachtsnummer”. Auch online zu lesen als “Sex – eine schöne Bescherung” von Volkmar Sigusch oder “Das Edle der Wichsvorlage” von Michael Angele. Außerdem liest Andrea Rödig Alices Schwarzers “Der kleine Unterschied” als erotischen Roman.

Weil er sich nach eigener Aussage bei einer Oral-Sex-Szene mit dem HIV-Virus infiziert hat, fordert Pornodarsteller Derrick Burts generellen Kondom-Zwang beim Pornodreh, wie jezebel berichtet. Damit greift der 24-jährige Amerikaner indirekt die Adult Industry Medical Healthcare Foundation (AIM) an, die bislang regelmäßige HIV-Testnachweise für ausreichend hält, um beim Dreh auf Kondome zu verzichten.

Auf salon.com berichtet feministing-Autorin Chloe Angyal über ihre Erfahrungen mit chronischen Schmerzen beim Sex und Behandlungsmöglichkeiten. Die lohnen sich, denn wie Angyal ganz richtig sagt: “Sex ist nichts, mit dem du klar kommen musst, es ist etwas, das du genießen solltest”. Nach einer im Oktober veröffentlichten Studie des Center for Sexual Health Promotion der Universität von Indiana leidet jede dritte Frau beim Geschlechtsverkehr unter vaginalen Schmerzen.

Von unserem Leser Frank kommt der Tipp, dass Italiens Regierungspräsident Silvio Berlusconi die Marmorstatue des Kriegsgottes Mars vorm Regierungspalast aufrüsten lässt: mit einem neuen Penis. Denn der alte “war irgendwann einmal verloren gegangen”, wie sueddeutsche.de schreibt. Schön, wenn sich so einfach Ersatz besorgen lässt.

Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass die Schweizer UBS Bank ihren Mitarbeiterinnen vorschreibt, welche Unterwäsche sie tragen. Knitterfrei und hautfarben soll sie sein – dem Image der Bank zuliebe. So kann UBS auch mit “untendrunter besonders schön” übersetzt werden. Übrigens eine Idee, die von der britischen Polizei auch schon verbreitet wurde. Die Polizisten sollten bitte unauffällige Unterwäsche unter ihren Uniformen tragen, hieß es via Spiegel Online im August.


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