Let’s talk about McSex

18. März 2011 von Katrin
Dieser Text ist Teil 21 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Der Konsum von “Fast Sex” im Internet schlägt auf die Psyche, gerade so wie Fast Food sich auf den Körper auswirkt. Was wir brauchen, ist eine neue sexuelle Befreiung.

(c) Frl. Zucker

Internet-Sex ist ungesund! – Diese These klingt in der sogenannten modernen Welt absurd und abwegig. Ein Mensch, der Pornos im Internet schaut, gilt als normal. Dabei ist es unerheblich, welches Ausmaß der Konsum annimmt. Oder welche Praktiken in den Filmen dargestellt werden. Pornografie ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Pornografie-Kritik gilt als gestrig. Diese Sichtweise basiert auf zwei grundsätzlichen Annahmen:

  • Der Mensch ist ein Triebwesen, er “braucht” das einfach. Und es ist eine große Befreiung, das endlich in allen Facetten ausleben zu können.
  • Das sogenannte “Appetitmachen” in der Cyberwelt steht in keiner Beziehung zum “Zuhauseessen”. Pornokonsum und gelebte sexuelle Beziehung haben keine Verbindung miteinander, sie sind sauber getrennt.

Oder?

Für die britische Feministin Natasha Walter ist diese Bagatellisierung und Normalisierung des Konsums von Internetpornografie eine Gefahr – ein Angriff auf die Würde der Frauen und ein Angriff auf tatsächliche Intimität in sexuellen Beziehungen. Laut ihrer Einschätzung “ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der übermäßige Konsum von Pornographie tatsächlich viele erotische Beziehungen bedroht”. Überdramatisierung? Hysterie? Zwei Vokabeln, die schnell zur Hand sind, wenn jemand die Harmlosigkeit von Internet-Sex infrage stellt. Und dann auch noch eine Feministin!

Die therapeutische Praxis

Erotische Beziehungen sind das Spezialgebiet von Hannie van Rijsingen. Die Sexualtherapeutin behandelt seit dem Erscheinen ihres Buches Seks, alles of niets (erschienen auf Niederländisch) viele Paare, in denen Männer ein zweites Sexualleben im Internet begonnen haben. Die Männer kommen freiwillig in ihre Praxis, oder werden von ihren Frauen “geschickt” – van Rijsingen gilt als Expertin auf diesem sehr delikaten Gebiet. Dabei wollte sie ursprünglich etwas ganz anderes wissen: Ihr Verlag hatte sie gebeten, ein Buch über Männer zu schreiben, die keine Lust mehr auf ihre Partnerin haben.

Sie fand schnell heraus, dass ein Großteil dieser Männer nur auf diese spezielle Partnerin keine Lust mehr hatten – im Geheimen aber ein Sexleben führten: mit dem Computer. Van Rijsingen fiel es wie Schuppen von den Augen: “Das hatte ich früher nicht gesehen!”, sagt sie heute. “Das kommt häufig vor.” Dabei ist van Rijsingen weit entfernt davon, die Männer an den Pranger zu stellen. Ihr geht es um Veränderung und um Hilfe. Unter ihrer Leitung trifft sich eine Gruppe Männer, um in einem geschützten Raum ihre Erfahrungen auszutauschen. Alle sind internetsexsüchtig.

Van Rijsingen hat aus ihren Gesprächen zwei wesentliche Erkenntnisse mitgenommen:

  • Jeder der Männer, die übermäßig häufig Pornografie im Internet konsumieren (also in der Regel täglich mehrere Stunden), tat dies als Flucht. Sie alle flohen vor Schwierigkeiten und Stress am Arbeitsplatz oder in der Beziehung.
  • Jeder dieser Männer trug die Bilder, die sich in seinem Kopf festsetzten, in die Sexualbeziehung mit der Partnerin hinein. Rief sie ab, wenn er “leisten” sollte – brauchte sie, um leisten zu können. “Der Kontakt mit der Partnerin geht verloren”, stellt die Therapeutin fest, “denn man hat nun Kontakt mit den Bildern. Zwei Personen sind damit beschäftigt, einen Orgasmus zu erreichen, aber der Kontakt zwischen ihnen fehlt.” Der Sex wird zum Stress-Ventil. Um ein erfülltes körperliches erleben mit der Partnerin geht es kaum noch. Die Männer versuchen ein emotionales Loch zu füllen.

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Frauen sind das Kapital

19. März 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 20 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Die Telekom will nun also eine Frauenquote von 30 Prozent einführen. Nach langem Ringen endlich ein feministischer Erfolg? Im Gegenteil: Es ist einer der Wirtschaft

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Bei kaum einem anderen Geschlechter-Thema habe ich mir in der Vergangenheit so den Mund fusselig geredet, wie bei dem Thema „Quote“. Es ist ein klassisches Spalter-Thema. Auf der einen Seite stehen meistens diejenigen, die als „Hardcore“-Feministen abgestempelt werden. Auf der anderen Seite diejenigen, die ‘wir’ dann „Betonköpfe“ schimpfen. In der Regel wird die Diskussion bis auf die Grundfesten der Verfassung geführt: Was sagt das Grundgesetz? Und: Was ist gerecht? Bislang endeten die Diskussionen meistens – außer im politisch grünen Umfeld – mit einer moralischen Entwertung derjenigen, die Quoten forderten. Oder sie wurde damit geschlossen, dass die Frauen doch einfach selbst schuld seien, wenn sie es nicht alleine schafften und man die Sache doch nun nicht den armen Männern anhängen könne. Ach so: Nicht zu vergessen das Argument von den schlecht qualifizierten Frauen, die dann die viiiieeel besseren Männer verdrängten.

Das waren noch Zeiten, als die Fronten so einfach, so klar waren. Als Gerd Schröder die Frauenpolitik als „Gedöns“ und das Geschwätz von der Quote als nicht diskutabel betrachtete. Es war am 17. März 2009, als sich der Wind entschieden drehte. Da saß eine Runde hochkarätiger Frauen aus Business und Politik im Willy-Brandt-Haus an einem rundem Tisch, zusammen mit Franz Müntefering, damals noch Vorsitzender der SPD. Sie hatten gute Argumente dabei: Studien. Eigene Erfahrungen und ein ausgefeiltes Konzept namens „Nürnberger Resolution“. Diese unterzeichnete der SPD-Chef am 17. März und von da an nahm es um das Thema Quote eine Wende in Deutschland. (weiterlesen …)


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Männer, emanzipiert Euch!

6. März 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 19 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Die Männeremanzipation stockt leider immer noch, denn es fehlen Männlichkeitsbilder der Zukunft. Sind alleinerziehende Mütter und Grundschullehrerinnen schuld?

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Die Debatte um die armen Jungen, aus denen später die armen Männer werden, reißt nicht ab. WissenschaftlerInnen zeigten immer wieder, dass es vor allem allein erzogene Jungen hart treffe, da diese noch Jahrzehnte später ein erhöhtes Depressionsrisiko hätten, weil sie vaterlos aufwuchsen. So berichtete auch Jens Lubbadeh auf Spiegel Online vor drei Tagen. Lubbadeh war auf dem Männerkongress 2010, der in Düsseldorf stattgefunden hat. Dort hörte er sich offenbar einige Vorträge über die Männer und ihre Probleme an – und über Jungen, vaterlose. Daraus entstand der Artikel mit dem Titel „Frau muss man sein!“

Vaterlose Jungen wurden unter anderem von Professor Matthias Franz unter die Lupe genommen. Dazu zog er eine Langzeitstudie heran, die Kriegskinder der Jahrgänge 1935 und 1945 untersuchte. Langzeitstudien haben immer einen Vorteil: Man gerät nicht in Gefahr, überstürzte Urteile zu fällen, man betrachtet ein Phänomen und seine Entwicklung über Jahre – und kennt dadurch auch Langzeiteffekte von negativen Einflüssen auf Menschen. Langzeitstudien mit Menschen, die 1935 und 1945 geboren wurden, haben aus heutiger Sicht aber auch einen entscheidenden Nachteil: Sie lassen sich nur sehr schwer auf Menschen übertragen, die 60 oder 70 Jahre später geboren wurden. Kann man einen Jungen, dessen Vater im Krieg starb und dessen Mutter ihn darum allein erzog, wirklich mit einem Jungen vergleichen, dessen Vater einfach nur eine „Neue“ hat oder dessen Mutter nicht mehr mit dem Vater klar kam? Und wurden Jungen der Jahrgänge 1935 und 1945 nicht noch viel mehr zu „Männlichkeit“ erzogen und mussten sie als Männer nicht viel „männlicher“ sein (durchsetzungsstark, hart, mutig, Gefühle an Frauen delegierend), als heute, wo wir beobachten können, dass sich andere Männlichkeitsbilder zu entwickeln beginnen?

Alleinerzogen, ohne Schaden

Ich meine: Franz und somit Lubbadeh – aber auch altbekannte Autoren wie Hurrelmann und Arne Hoffmann argumentieren immer, den Jungen ginge es so schlecht und sie würden depressiv, weil ihnen das „männliche Vorbild“ fehle – und weil Mütter dieses nicht ersetzen könnten. Hat schon einmal jemand untersucht, warum es dann auch Männer gibt, die nur von einer Frau großgezogen wurden und die keinerlei Schaden davon trugen (ich kenne da einige persönlich)? Was haben deren Mütter denn – rein wissenschaftlich gesehen – „falsch“ gemacht? Oder sind sie nicht vielmehr der Beweis, dass der arme vaterlose Junge kein Muss ist, sondern ein gesellschaftliches Phänomen, das aufgrund mehrerer Einflussfaktoren entstand? Und wer fragt eigentlich, warum es heute immer noch vor allem die Frauen sind, die nach der Scheidung alleine mit den Kindern dastehen?

Es tut sich Gott sei Dank sehr viel in der Debatte. Ein erster und großer Erfolg war das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, das Vätern mehr Mitsprache bei der Sorge um ihre Kinder zusprach. Denn es ist für beide Parteien und insbesondere für die Kinder, einfach unerträglich, dass hierzulande der Wertekonsens dahin zu gehen scheint, dass Väter bei der Kindersorge nicht mitreden dürften und müssten. Keine Rechte, kaum Pflichten. Auf der einen Seite stehen Frauen, die beklagen, dass ihre Männer keinen Unterhalt zahlen, auf der anderen Seite die Männer, die entrechtete Väter geworden waren. Und dazwischen viele Richter, die immer noch meinten, das Beste für das Kind seien ausschließlich die Mütter. Dieses Bild bröckelt. (weiterlesen …)


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Gemeinsam oder gegeneinander?

11. Dezember 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 18 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Während Feministinnen heute mehrheitlich für Geschlechterdemokratie eintreten, führen einige Maskulisten einen Kampf gegen das andere Geschlecht.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Der heute recht verbreitete Begriff der „Geschlechterdemokratie“, der ein neues Verhältnis von Männern und Frauen in der Gesellschaft sucht, impliziert mehr, als nur die Emanzipation der Frauen. Vielmehr werden beide Geschlechter, ihre Beteiligung an den gesellschaftlichen Bereichen Politik, Wirtschaft und ihre Rolle im Privaten ins Visier genommen, sowie die jeweiligen Probleme beider Geschlechter behandelt. Wichtig ist dabei der Erfinderin des Begriffes, Halina Bendkowski, die Trennung in männliche Gesellschaftsphäre (Öffentlichkeit) und weibliche Gesellschaftsphäre (Haus) aufzuheben und zu durchmischen.

Das der Heinrich-Böll-Stiftung angeschlossene Gunda-Werner-Institut trägt vielleicht gerade deswegen in seinem Namen die Schlagworte „Feminismus und Geschlechterdemokratie“. Es existiert erst seit 2007 und ging aus dem ehemaligen Feministischen Institut der Stiftung hervor. Die Erweiterung des Namens um den Aspekt der Geschlechterdemokratie zeigt bereits an, was diesem Institut am Herzen liegt: Jede zweite Publikation der Schriftenreihe, die es heraus gibt, befasst sich mit der Männerseite. Auch eine mehrtägige Veranstaltung im Herbst 2008 behandelte intensiv die Probleme von Jungen, die heute als „Bildungsverlierer“ gelten.

Feminismus hingegen klingt in den Ohren vieler noch als totaler Gegenbegriff zu solch einem Konzept: Er wird bis heute als Kampf gegen Männer wahrgenommen. Zwar zeigte kürzlich eine Studie, dass diese Wahrnehmung mehrheitlich nicht mehr stimmt, und die Encyclopaedia Britannica schreibt, der Feminismus sei „the belief in the social, economic, and political equality of the sexes“ – also letztendlich nichts anderes, als Geschlechterdemokratie, nur im Gegensatz zu diesem Begriff international verwendet. Aber Vereine wie MANNdat e.V. und auch zahlreiche KommentatorInnen in feministischen Online-Medien tragen nach wie vor das alte Bild der gegen Männer kämpfenden, sich nur und einseitig für Frauen- und Mädchen-Belange einsetzenden „Emanzen“ herum und reagieren entsprechend abweisend. Manche meinen nun, als Männer gegen eine Verbreitung „des“ Feminismus ankämpfen zu müssen. (weiterlesen …)


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Den eigenen Frieden verteidigen

25. November 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 17 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Eine alte Frage in Sachen Geschlechtergerechtigkeit stellt sich neu: Diskriminiert die einseitige Wehrpflicht Männer? Wenn ja, wollen wir mehr Frauen in der Bundeswehr?

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Frauen gelten im Vergleich zu Männern gemeinhin als friedfertiger und weniger aggressiv. Manche besonders biologistisch orientierten Menschen ziehen als Begründung dieser scheinbaren Tatsache das Testosteron heran. Aber auch einige Vertreterinnen der sogenannten Neuen Frauenbewegung haben sich als Hüterinnen der menschlichen Friedfertigkeit angesehen und sind in einen tosenden Sturm gegen Alice Schwarzer ausgebrochen, als diese sich für einen Zugang von Frauen zum Militär aussprach (erschienen 1978 in einem Aufsatz der Emma ).

Schwarzer begründete diese ungewöhnliche Forderung mit drei wesentlichen Fakten: 1. Sei das Militär nur ein weiterer Bereich der Gesellschaft, in dem es um Macht ginge und auch hier glänzten typischerweise Frauen durch Abwesenheit, was als Missstand gesehen werden müsse. 2. Sei das Militär ein Ort, der zur ideologischen und realen Verfestigung des Männlichkeitswahns diene. Durch den Ausschluss aus diesem Bereich würden zugleich Frauen weiterhin in die typische Opferrolle der Hilflosigkeit gedrängt. 3. Sei das Militär „ein extremster Ausdruck der Aufgabenverteilung zwischen Männern und Frauen: hier steht ein Jahr Wehrdienst gegen 20 Jahre Mutterdienst.“

Zwar relativierte Schwarzer in ihrem Aufsatz gleich selbst ihre Forderung nach weiblichem Zugang zum Militär, indem sie deutlich machte, dass Wiederaufrüstung, Kasernendrill und Waffengeprotze sie persönlich schon immer schockiert hätten. Außerdem wehrte sie sich auch sofort gegen die – wie sie es nannte – Milchmädchenrechnung, dass die Frauen, wenn sie Gleichberechtigung wollten, auch zum Militär müssten: Darüber könne man reden, wenn die Männer auch alle Frauenpflichten wahrnähmen. (weiterlesen …)


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Die Eroberung der Wissenschaften

10. November 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 16 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Feministische Forschung leistet einen wichtigen Beitrag zum interdisziplinären Fortschritt in der Wissenschaft. Dabei steht sie weiterhin zu Unrecht unter Beschuss.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

„Feminismus und eine feministische oder geschlechterdemokratische Reflektion und Auseinandersetzung mit aktuellen politischen, gesellschaftlichen und auch wissenschaftlichen Themen ist per se ideologisch“. Das ist eine weit verbreitete und zunächst auch sehr logisch erscheinende Meinung. Feminismus und Wissenschaftlichkeit scheinen sich gegenseitig auszuschließen, denn eine fundamentale Forderung der Wissenschaft an jedes Individuum ist die von Max Weber vor über hundert Jahren verlangte Werturteilsfreiheit. Und Feministinnen – das sind doch die Meisterinnen der Werturteile, oder?

Keine Wissenschaft ist frei von Ideologie

Wer sich einerseits als FeministIn „outet“ und auch aus dieser Motivation heraus forscht, dem glaubt eine bestimmte Klientel die hervorgebrachten Ergebnisse nicht – seien sie auch noch so wissenschaftlich sauber. Die Gender Studies werden sogar in den Generalverdacht gestellt, nichts anderes zu sein, als ein Instrument des (in diesem Fall dann bösen) Feminismus um vermeintlichen Blödsinn als Wahrheit verkaufen zu können. Deshalb und sicherlich auch, weil sie ein noch relativ junger Forschungszweig sind, werden Gender Studies heute in den Medien wesentlich weniger rezipiert und besprochen, als die Ergebnisse aus Biologie, Wirtschaft und Psychologie. Man nimmt eben nicht so ernst, was dort geforscht wird, man beäugt es skeptisch und wenig wohlwollend.

Es ist schwer und schlechterdings unmöglich, diese Vorwürfe in einem einzigen Artikel zu entkräften und dafür gibt es zwei Gründe: 1. Bedarf es dazu einer genauen Betrachtung der einzelnen Studien und Arbeiten, sowie der darin angewandten Methoden. Denn nur eine genaue und detaillierte Betrachtung der verschiedenen Forschungsobjekte kann Aufschluss darüber bringen, wie werturteilsfrei der Aufbau der Arbeit eigentlich tatsächlich ist. 2. Ist keine Wissenschaft “frei” von Ideologie. Eine schwer verdauliche Aussage. Doch es menschelt in der Biologie genauso, wie in der Pyhsik, in den Gender Studies und letztendlich überall. Die Werturteilsfreiheit nach Weber ist und bleibt ein zumeist unerreichtes Ideal. Ein Blick in die Geschichte der Wissenschaft zeigt, dass kein Mensch völlig frei von Ideologien, Überzeugungen und Emotionen ist – auch nicht wenn er forscht. Wir sind schließlich keine Vulkanier. Gerade Soziologen, die sich nicht selten von naturwissenschaftlicher Seite angegriffen fühlen, weil sie vermeintlich weniger „harte Fakten“ hervorbrächten, kritisieren an den vermeintlich „eindeutigen“ Naturwissenschaften mangelnde Auseinandersetzung mit Wissenschaftstheorie und behaupten dagegen für sich, sich ihrer Fehlbarkeit wenigstens bewusst zu sein. (weiterlesen …)


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Frauen und Kinder zuletzt

13. Oktober 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 15 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Wenn die Wirtschaft ihre Erwartungen an Männer nicht ändert, wird es nichts mit der Emanzipation. Wir brauchen mehr Menschen, die Teilzeit arbeiten.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

„Wenn Frauen frei wählen könnten, würden sie die Kinder wählen“

Dieser Satz ist von 1981 und stammt aus der Feder Gesine Strempels, Mitbegründerin der Neuen Frauenbewegung. In der Tat ist meine Erfahrung deckungsgleich mit dieser einfach scheinenden, doch in Wahrheit schwerwiegenden Feststellung: Wäre Mutterschaft frei von den Attributen einer „Einzelhaft“, wie Strempel es in ihrem Aufsatz „Muttertägliche Wut“ nennt, würden sich dann nicht vielleicht mehr Frauen dafür entscheiden?

Die Realität hingegen zermürbe Mütter mit der Aufgabe, sich weitgehend allein und ohne Unterstützung um kleine Kinder zu kümmern. Schlaflose Nächte, die ständige Kommunikation mit einem immer wieder quäkendem kleinen Menschen… – das alles sei im Grunde menschenunwürdig, für Mütter unzumutbar, letztendlich aber auch für die Kinder, die von genervten, frustrierten und von Schuldgefühlen zerfressenen Müttern betreut würden.

Gebärstreiken bis es besser ist?

Der Aufsatz Strempels ist ein brisantes Politikum, denn sie fordert darin indirekt einen Gebärstreik der Frauen, bis sich die Bedingungen für Mütter und Kinder gebessert hätten. Eine folgenschwere Forderung, denn bis heute wird es den „Emanzen“ angelastet, für die angeblich zu geringe Geburtenrate in Deutschland verantwortlich zu sein. Was die Gesellschaft aus der Forderung der Frauenbewegten machte: Frauen, die sich emanzipieren kriegen keine Kinder mehr. Die Forderung nach einer Verbesserung der Bedingungen für Mütter und Kinder wurde unter den Teppich gekehrt – Kind und Karriere als Entweder-Oder-Prinzip hochstilisiert. (weiterlesen …)


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Besser nicht zu weiblich

29. September 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 14 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Was bringt uns Schwarz-Gelb bei der Geschlechterpolitik?
Ein Blick auf die Politik der Union während der vergangenen vier Jahre zeigt: Noch immer scheut sie sich davor, wichtige Schritte in einer veränderten Welt zu unternehmen, um das Land für diese Veränderungen wirklich zu rüsten. Das sture Festhalten an alten Konzepten beherrschte die manchmal zu ruhige Hand der Kanzlerin. Auch in der Geschlechterpolitik hat ihre Partei keine Visionen. Das zeigt sich schon am Wahlprogramm: Es soll vieles erreicht werden – ohne wirklich etwas zu tun.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Zum Beispiel soll sich die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen schließen, die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sollen flächendeckend ausgebaut werden. Wie – das steht allerdings in den Sternen. Bei einer Ausschöpfung von Finanzierungsmöglichkeiten für das Mehr an Kinderbetreuung steht sich die Union selbst im Wege. Sie will sich nicht vom Ehegattensplitting trennen und verteilt lieber per Gießkannenprinzip mehr und mehr Kindergeld in die Familien, anstatt – wie es auch die OECD fordert – die Chancen durch Institutionen zu erhöhen. Gerade für sozial schwache Familien und das Sechstel aller Kinder, die hier in relativer Armut leben müssen.

Es könnten dabei zwei Probleme auf einmal erledigt werden: Endlich weg von der Unterstützung der Alleinversorger-Ehe und zugleich einen wichtigen ersten Schritt zu machen, um Kindern aus sozial schwachen und armen Familien zu helfen. Doch wer an das Ehegattensplitting ran will, der ist bei der Union an der falschen Adresse. Auch ein Mindestlohn – wie auch immer dieser geregelt sein könnte – ist für die zukünftige schwarz-gelbe Regierung einstimmig tabu.

Der Mindestlohn könnte Frauen helfen

Dabei könnte er einen wichtigen Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit leisten, immerhin werden mehr als 60 Prozent der Minijobs von Frauen gestemmt. Doch mit den Arbeitgebern möchte man es sich bei Union und FDP nicht verscherzen, deswegen geht man lieber an den Kündigungsschutz ran, als per Gesetz Mindestregeln oder zu viel Anti-Diskriminierung festzulegen (ein Blick zurück in die Debatte um das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und die damalige Blockade von Union und FDP im Bundesrat sollte einen guten Vorgeschmack bieten, was uns in diesen Fragen erwarten wird: nichts).

Ja, es wird wieder eine Kanzlerin geben. Damit leistet Angela Merkel einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Klischees gegenüber Frauen in Macht- und Führungspositionen. Doch diese Kanzlerin ist eine ganz im Sinne der CDU: Geschlechterpolitisch hängt sie sich keineswegs aus dem Fenster. Die letzten Regierungsjahre haben gezeigt, dass sie sich das wahrscheinlich auch nicht leisten könnte. Wer so weit oben in der Hierarchie einer bis heute männerdominierten Partei wie der CDU steht, muss sich unglaublich gut anpassen, um nicht hinterrücks abgesägt oder hintergangen zu werden. Eine progressive Geschlechterpolitik hätte das Kartenhaus zum Einstürzen gebracht.

Nichtstun aus Angst vor Kontrollverlust

Es ist das eine, wenn Familien-Ministerin Ursula von der Leyen per Elterngeld und Entmystifizierung der Mutter als einzig wahrer Erziehungs-Autorität der CSU-Altherrenriege und fundamental-christlichen Mitgliedern ihrer Partei vor den Bug fährt und sich auf halbem Wege zu einer geschlechterdemokratischeren Familienpolitik auch noch durchzusetzen vermag, indem sie das neue Elterngeld einführt und den Vätern eine „Wickelprämie“ zahlt. „Care“ soll „Arbeit“ ebenbürtiger werden, so formulierte Berater Hans Bertram den Sinn dieses Vorstoßes. Doch wer sich ansieht, wie die Ministerin innerhalb der eigenen Parteireihen blockiert wird, der weiß, warum Merkel sich zu solchen Themen lieber zurückhält: Blockiert werden kommt für sie gar nicht in Frage! Denn das hieße, verlieren. Schwäche. Nicht die Kontrolle und Oberhand behalten.

Heiße Eisen fasst sie gar nicht erst an – da sollen sich andere für sie die Finger verbrennen. Deswegen liegt eine Gesetzesreform zum Thema Gender Budgeting, wie sie eigentlich schon längst hätte umgesetzt werden können/sollen/müssen, immer noch nicht vor. Und auch „gefährliche“ Themen wie Abtreibung, Benachteiligung von Männern per Wehrpflicht, arbeitsrechtliche Maßnahmen für Prostitution und andere werden wohl auch in den kommenden vier Jahren nicht behandelt werden.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne auf Freitag.de)


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Wird man als Frau geboren?

16. September 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 13 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Beeinflussen Gene und Hormone die Gehirnentwicklung – oder eben doch die Umwelt? Feminismus, Neurobiologie und Soziologie liefern unterschiedliche Sichtweisen – auch innerhalb sich selbst.

Es ist ein ewiger Streit und gerade uns FeministInnen wird gerne unterstellt, wir seien in diesem Streit der Gegenpart zu den BiologInnen. Das ist aber wirklich Quatsch, denn sowohl unter den FeministInnen (siehe Differenz-Feminismus) als auch unter den BiologInnen gibt es darüber bis heute große Differenzen. Nein, es ist in der Tat nicht so, dass alle SoziologInnen glaubten, es käme nur auf die Umweltfaktoren an – ein Blick in die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen innerhalb der Soziologie zeigt, es herrscht weiterhin Unklarheit. Und genauso wenig sind es alle BiologInnen, die an die Übermacht von Genen und Hormonen glaubten. Das als Klarstellung vorneweg – auch wenn es manchen vielleicht überflüssig vorkommen mag.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Der Streit über Anlage und Umwelt konnte bislang nicht geklärt werden und wird es in absehbarer Zeit auch nicht – das ist die einzige wahre Aussage, die man dazu treffen kann. Würde mein Gehirn einer Gruppe hochqualifizierter Neurobiologen in die Finger fallen, ohne dass sie sonst Anhaltspunkte dazu hätten – sie könnten nicht bestimmen, ob es männlich oder weiblich ist. Durchblutung, Stoffwechsel und alle Strukturen sind zunächst so identisch – und innerhalb der Geschlechtergruppen wiederum so verschieden – dass die Frage nach meinem Geschlecht nicht anhand meines Gehirns beantwortet werden könnte. Das überrascht, denn seit Jahren geht eine Gruppe NeurobiologInnen und PsychologInnen – wie Susan Pinker und Louann Brizendine – damit hausieren, dass die Unterschiede der Geschlechter bereits in ihren neurologischen Anlagen und den unterschiedlichen Hormonhaushalten mehr als klar begründet seien.

Fiese Hormone

Brizendine und Pinker legen ihren Fokus auf die Hormone: Die fiesen, kleinen Dinger, die durch unseren Körper strömen und verhindern, dass Männer in einem sozialem Beruf glücklich werden können und Frauen in den Chefetagen der DAX-Unternehmen. Sie legen die Tatsache, dass die Hormone bereits in der Schwangerschaft ausgeschüttet werden, also wenn die kleinen Menschen noch nicht einmal das Licht dieser Welt erblickt haben, als Beweismittel für die Unterschiede im späteren Sozialverhalten auf den Tisch, denn diese Hormonausschüttungen sorgten dafür, dass Jungen und Mädchen schon mit unterschiedlichen Gehirnen auf die Welt kommen. So weit, so richtig, zumindest nach dem aktuellen Wissensstand in der Neurobiologie.

ForscherInnen weltweit haben festgestellt, dass tatsächlich schon pränatal durch eine große Hormonaktivität unterschiedliche Gehirn-Strukturen angelegt würden, doch Brizendine und Co. lassen gerne Teil zwei der aktuellen Erkenntnisse weg: Auch wenn die Gehirne bei der Geburt unterschiedlich seien, so ist die weitere Entwicklung des Gehirns nach der Geburt mehr von den Einflüssen der Umwelt abhängig als von den Genen und Hormonen. Ein Vertreter dieser Sichtweise des Gehirns ist der Neurobiologe Gerald Hüther. In Ausgabe 2/2008 der Zeitschrift TPS erläuterte er, welche Auswirkungen die Unterschiede zwischen Jungen- und Mädchengehirnen bei der Geburt hätten und: welche nicht.
„Weder die genetischen Programme, noch die sich entwickelnden Gehirne von Männern und Frauen „wissen“, wie ein männliches bzw. weibliches Gehirn herauszubilden ist. In viel stärkerem Maß als bisher angenommen strukturiert sich das Gehirn von Männern und Frauen anhand der sich für beide Geschlechter ergebenden unterschiedlichen ‚Nutzungsbedingungen’“.

Jungs sind sensibler

Dennoch: Männliche Gehirne seien von Anfang weniger stabil und konstitutionell schwächer als die der Mädchen, sagt Hüther. Jungen kämen daher im Durchschnitt etwas empfindlicher zur Welt als Mädchen. Zudem hätten sie größere Schwierigkeiten bei der Aneignung neuronal komplexer Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster. Doch im Gegensatz zu Brizendine oder Pinker leitet Hüther hieraus nicht die Notwendigkeit einer größeren Neanderthaleritis bei Männern her, sondern vielmehr, dass Jungen in den ersten Lebensjahren im Vergleich zu Mädchen mehr Zuwendung, mehr Halt, Stabilität und Liebe bräuchten, um dieses kleine “Defizit” auszugleichen. Dass die Erwartungshaltungen von Eltern an das angeblich “starke” Geschlecht oft das Gegenteil sind, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Vor einigen Jahren entdeckten die Forscher, die dank MRT und Co. in unsere Gehirne gucken können, dass ein ganz bestimmter Bereich plötzlich überdurchschnittlich groß erscheint, der früher kaum in Erscheinung getreten war: Der Bereich im Gehirn, der für den rechten Daumen zuständig ist. Nun, SMS-Schreiben ist eben ein evolutionär noch relativ neuer Zustand, aber das Gehirn hat sich natürlich sofort angepasst. Die Jugendlichen von heute haben ein sehr großes Rechter-Daumen-Areal in ihrem Hirn, größer als meins und noch viel größer, als das von meiner Omi!

Die Größe bestimmter Gehirn-Areale ist auch das Thema von Brizendine und Pinker. Sie wollen beweisen, dass Männer und Frauen von Natur aus – was in der Sprache der Wissenschaft soviel heißt wie: genetisch bedingt – ganz verschieden sind und ziehen Studien heran, die zeigen sollen, dass die Gehirne uns gar nichts anderes zugestehen, als völlig verschieden zu sein. Geht man mit Hüthers Erklärung für Größe mit, dann wird schnell klar, dass Größe vor allem ein Ergebnis von Lernen und Benutzen ist, womit ein lange bekannter Grundsatz der Neurobiologie wieder einmal bestätigt wurde: “Use it, or lose it!” Dass die Verschiedenheit der Geschlechter also genetisch bedingt sein muss, das wurde mitnichten bewiesen, im Gegenteil: Die Vermutung liegt nahe, dass diese erlernt wurde: “Use it, or lose it“.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne auf Freitag.de)


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Ist der Arschtritt denn legal?

3. September 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 12 von 21 der Serie Freitagsgedanken

In der Diskussion um die Frauenquote für Aufsichtsräte wird darüber gestritten, ob sie die Verfassung verletzen würde. Die Quote sollte erst einmal ausprobiert werden

Das Gute an dieser Frage ist, dass sie schon lange diskutiert wird – auch wenn sie manchen heute wahnsinnig neu vorkommen mag. Bereits in den achtziger und neunziger Jahren gab es eine breitere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Quoten, Gerechtigkeit und Recht. Da die vorherrschende politische Meinung seither jedoch grundsätzlich dagegen eingestellt war, hat sich aus den wissenschaftlichen Überlegungen bislang keine nennenswerte politische oder gesellschaftliche Debatte entwickeln können.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

In meinem letzten Beitrag habe ich versucht zusammenzustellen, welche Faktoren dazu führen, dass bis heute Frauen und Männer unterschiedlich in bestimmten Berufs- und Einkommensgruppen vertreten sind. In der Soziologie und Psychologie sind diese Phänomene recht gut untersucht. Die Mehrheit der WissenschaftlerInnen geht heute davon aus, dass es weder a) biologische oder genetische Gründe dafür gibt noch b) die unterrepräsentierten Gruppen einfach nicht wollen – beides klassische Argumente von konservativer und liberaler Seite. Vielmehr gebe es nach wie vor strukturelle, sozialisatorische und kulturelle Faktoren, die zu den Unterschieden führen.

Im Grundgesetz steht: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Die Wortinterpretation allein des Satzes „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ hat unzählige juristische Werke gefüllt. Zum einen leite sich daraus ein Verbot der rechtlichen Ungleichbehandlung von Männern und Frauen her, das für Gesetzgeber, Exekutive und Rechtssprechung gelte. Diese formale und rein rechtliche Gleichberechtigung wird im Grunde nicht in Frage gestellt.

Doch mit dem Begriff „gleichberechtigt“ könnte auch ein Zustand, der über rein rechtliche Fragen hinausgeht, gemeint sein, wie er im Grimmschen Wörterbuch zu finden ist: “vornehmlich zur Bezeichnung eines rechtlichen, eines staatsbürgerlichen, eines politischen Verhältnisses u. ä. innerhalb einer übergreifenden Ordnung, ‘mit gleichem Rechtsanspruch, gleicher Verfügungsgewalt, gleicher öffentlicher Anerkennung ausgestattet’” und auch im Brockhaus findet sich unter Gleichberechtigung die Formulierung „Gleichheit von Mann und Frau hinsichtlich aller Rechte und den Möglichkeiten, die wahrzunehmen, der alltäglichen Pflichten usw.“ Ginge die Wortinterpretation von Artikel 3 des Grundgesetzes mit einer breiteren Auffassung von „gleichberechtigt“ einher, würde die „gleiche öffentliche Anerkennung“ und die tatsächliche Möglichkeit der Ausübung dieser rechtlichen Gleichheit in den Fokus gerückt werden müssen und die Beseitigung der Nachteile, die noch bestehen, aktiv angegangen werden.

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