Solidarität mit Kristina Hänel und weg mit dem § 219a – kurz verlinkt

Deutschsprachige Links

Morgen steht die Ärztin Kristina Hänel vor Gericht – angeklagt, weil sie auf ihrer Homepage Informationen zum Schwanger­schafts­abbruch bereit­gestellt hat. In unserer letzten Podcastfolge von Servicewüste Feminismus haben Nadia und Charlott über das Thema gesprochen. Bei Legal Tribune Online schreibt Ulrike Lembke unter der Überschrift „Eine medi­zi­ni­sche Dienst­­leis­tung als Tö­tungs­de­likt“ zu den rechtlichen Hinter­gründen und fordert eine Entkriminalisierung. (Der Text ist leider sehr cisnormativ, aber beleuchtet den rechtlichen Rahmen und seine Entstehung/ Durchsetzung sehr gut.)

Kundgebung in Gießen, 24. November um 8:30 Uhr, vor dem Landgericht Ostanlage 15
Kundgebung in Gießen, 24. November um 8:30 Uhr, vor dem Landgericht Ostanlage 15

Der erste Entwurf des Gesetzes zur Änderung des Straf­gesetz­buches (PDF) – Aufhebung des Werbe­verbots für Schwanger­schafts­abbrüche – liegt übrigens schon im Bundestag vor.

Heute jährt sich zum 25. Mal der rechte Brand­anschlag auf ein Wohnhaus in Mölln, bei dem Ayse Yilmaz, Yeliz Arslan und Bahide Arslan getötet wurden. Im Interview mit analyse&kritik spricht Ibrahim Arslan, der den Anschlag als Siebenjähriger überlebte, über „Das Erinnern selbst erkämpfen.“

Magda hat vor einigen Wochen ein Webinar zu Körper­normierung und den Möglichkeiten und Fallstricken von Body Positivity gegeben. Diskutiert wurde zum Beispiel über #notheidisgirl oder die Schwierig­keit der Selbstliebe (das Video braucht ein bisschen Zeit zum Laden).

Inge von Bönninghausen schreibt beim Watch-Salon über die Verschränkungen von Sexismus und dem Altern.

Zwei Nachrichten zu Einkommen und Geschlecht aus Deutschland und Österreich: Mehr Arbeit im Haushalt, weniger Lohn und niedrigere Rentenansprüche – das führt dazu, dass besonders im höherem Alter Frauen häufig von Armut bedroht sind, so Julia Hoffmann in der Jungle World. Bei der Einkommensschere ist Österreich verlässlich auf den hinteren Plätzen in Europa, auch im Jahr 2017. Ein Frauen*Volksbegehren fordert einen verpflichtenden Ausbau der Einkommens­transparenz in Unternehmen.

Passend dazu hat die Denkwerkstatt fünf Filmtipps rund um Klasse und Klassismus zusammen­gestellt.

Die Teilnehmerinnen des 40. Herbsttreffens der Medienfrauen von ARD, ZDF, Deutschlandradio, DW und ORF formulieren einen Aufruf an die IntendantInnen der öffentlich-rechtlichen Sender, den Darstellungen von Geschlecht in Film und Fernsehen einen kritischen „Gender-Check“ zu unterziehen.

Englischsprachige Links

Es geht mal wieder um Lena Dunham: Nach Vorwürfen sexualisierter Gewalt gegen einen Serien­autor und guten Freund von Lena Dunham, stellte sie sich hinter ihn und unterstützte ihn öffentlich. Feministisch mindestens frag­würdig. Dafür erhielt sie, ohne Überraschung, viel Kritik.

Anlässlich des Trans Day Of Remembrance, der sich diese Woche wieder jährte, schreibt das Bitch Magazine: „Give Trans People Control Over Their Stories.“

María de Jesús Patricio Martínez, besser bekannt als “Marichuy“, könnte die erste indigene Präsidentin Mexikos werden.

Ein Gesetz gegen sexualisierte Gewalt ist stark von den Kämpfen Schwarzer Frauen beeinflusst. Ihre Geschichten sollten diejenigen sein, die tonangebend in der Debatte sind, schreibt Raina Lipsitz bei The Nation.

Gute Nachrichten aus Botswana: Bereits zwei Gerichtsurteile in den letzten Jahren erkannten an, dass die mangelnde Anerkennung der Geschlechts­identität trans Personen Diskriminierung und Belästigung aussetzt. So forderte das Gericht die Regierung dazu auf, eine NGO zu gründen, die die Rechte von LGBT in Botswana stärkt, berichtet Tashwill Esterhuizen.

Termine in Berlin, Dresden, Heidelberg und München:

25. November in Heidelberg: Kundgebung am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

25. November in Berlin: Stopp mit der Versklavung,Vergewaltigung und Ermordung von Afrikaner*innen! (facebook-Link)

bis 27. November in Berlin: Ausstellung „L’Chaim – Auf das Leben“ der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, der den Alltag von Jüdinnen und Juden porträtiert, die Berlin heute als ihre Heimat bezeichnen und das Leben der Stadt mit­gestalten.

bis 27. November in Berlin: Where love is illegal. Fotografien von Lesben, Schwulen, Queers und trans Menschen aus Tunesien unterstützt von der Heinrich-Böll-Stiftung.

27. November in Berlin: Buchpräsentation: „Nichts Freieres gibt es auf Erden“. Ab 18 Uhr stellt die Übersetzerin Heidi König-Porstner an diesem Abend Leben und Werk von Juana Inés de la Cruz, die manchmal als „erste Feministin“ Mexikos bezeichnet wird, vor. Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsgebäude am Hegelplatz, Dorotheenstraße 24, 10117 Berlin, Haus 1, Raum 1.608 (6. Stock).

29. November in Berlin: Sophie Labelle’s talk in Berlin (facebook-Link, in English)

30. November in Berlin: Gemeinsam_getrennt gekämpft: Feminismen in DDR & BRD. Veranstaltung mit Sanchita Basu und Stefanie-Lahya Aukongo.

2. Dezember in München: QULTUR ist die erste von Black People & People of Colour organisierte Party in München! (facebook-Link)

bis 9. Dezember in Dresden: Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie in Dresden.

14. Dezember in Berlin: Tariks Trallafitti-Show: Ein Mix aus Talk, Stand-up, Poetry-Slam, Musik und Aktivismus mit einer ordentlichen Portion Glitzer und Konfetti. (FB-Link)

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?

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