Mit Highheels gegen das Patriarchat – die Neuigkeiten der Woche

von der Mädchenmannschaft

Am Wochenende war die Mädchenmannschaft beim Barcamp Frauen. Verena berichtete bereits für den Freitag und für uns. Auch in der tazim Vorwärts und der Seite der SPD gibt es jeweils einen Rückblick.

Männer mit Behinderungen sind stärker von sexueller Gewalt betroffen als Männer ohne Behinderungen, so die LA Times.

Die ukrainischen Femen waren und bleiben aktiv: „Mit Highheels und oben ohne gegen das Patriarchat.“

Heute hat die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ihren 65. Geburtstag. DieStandard hat ein Porträt von Jelinek.

Unter den 1.133 Kandidat_innen, die in das Parlament in den Oman wollten, waren 77 Frauen: eine davon hat es geschafft.

In Afghanistan ist die Frauenquote im Parlament zwar höher, beim Wiederaufbau sei die Situation der Frauen aber zu lange vernachlässigt worden. Nach inzwischen zehn Jahren internationalen Einsatzes sei es immer noch nicht zum Strategiewechsel, vom militärischen, hin zum zivilen Aufbau gekommen, so die Ärztezeitung.

Junge Männer möchten gerne aufmerksame Väter mit Zeit für ihre Kinder werden, so die Süddeutsche. Nach der Geburt ist dann aber doch wieder das traditionelle Familienmodell angesagt. Schuld daran: Der Gender Pay Gap. Denn wenn er mehr verdient als sie, begräbt der Kontostand alle guten Vorsätze.

Über die Schwierigkeiten von Transgendern im Libanon berichtet der Daily Star (und einem kleinen Happy End).

Die ING-DiBa spendet je 1.000 Euro an die beliebtesten 1.000 Vereine. Das Girls Rock Camp freut sich über deine Stimme! Bis zum 15. November könnt ihr noch voten.

Es hört nicht auf: In der taz wird wieder einmal das „post-gender“-Konzept der Piraten diskutiert.

Termine nach dem Klick:

Am kommenden Samstag, den 22. Oktober, könnt ihr die Lesung von Sineb El Masrar zu „Muslim Girls“ in Dortmund besuchen.

An der Ruhr-Uni Bochum beginnt das Semester mit einem neuen Gastprofessor. Dr. Sudeep Dasgupta von der University of Amsterdam forscht und lehrt auf dem Gebiet der Media, Postcolonial und Queer Studies. Am 26. Oktober hält er einen öffentlichen Vortrag “Disidentification, Anticipation and the Aesthetics of the Popular”.

Noch bis zum 28.10 könnt ihr eure Vorschläge für den Berliner Frauenpreis einreichen.

Vom 7. bis 10. November findet die „Gerechtigkeitswoche“ statt, eine internationale Themenwoche der Friedrich Ebert Stiftung.

Aktuelle Termine, bei denen eine Mädchenmannsschafts-Autorin spricht, findet ihr unter Mädchenmannschaft live.




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 20. Oktober 2011 um 15:00 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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8 Kommentare

  1. delilah sagt:

    Wie kommt ihr dazu, unkritisch Femen zu supporten? Gegen die Legalisierung von Sexarbeit zu agitieren ist nicht antipatriarchal, sondern elitär, konservativ und ziemlich brutal.

  2. Nadine sagt:

    @delilah

    Ich finde hier den Kontext wichtig. im Artikel steht nirgends, dass sich Femen generell gegen die Legalisierung von Sexarbeit ausspricht, sondern gegen die Legalisierung im Zuge der Euro2012, weil die Ukraine hier offenbar während Fußballtralala ein paar mehr Sextouris ins Land zu holen, die Situation der Sexarbeiter_innen scheint dabei egal. Außerdem sollte mensch sich auch immer anschauen, wie die institutionellen Bedingungen für Sexarbeiter_innen in einem Land sind.

  3. Nandoo sagt:

    @delilah:
    Also ist Sexarbeit klassenlos, progressiv und grundlegend friedlich? Nunja… In den meisten Fällen wohl doch eher der letzte Ausweg aus einer fatalen, durch Verwertungslogik entstandenen Situation!

  4. Irene sagt:

    Jelinek-Porträt:

    Doch in Jelineks Werken kommen nicht nur die Männer schlecht weg. Am schlechtesten ergeht es den Frauen, die sich abhängig machen oder zu Kollaboteurinnen von Männern werden. Für diese Frauen kennt Jelinek, die alles daran gesetzt hat, finanziell unabhängig zu sein und sich von keinem Mann aushalten lassen zu müssen, kein Pardon.

    Das klingt so, als ob Jelinek Drohkulissen aufbauen wollte, um die Frauen zu erziehen. Halte ich für abwegig.

  5. delilah sagt:

    Nandoo: Was schiebst du mir da denn unter?! Natürlich ist das so, deswegen ist es ja so daneben, Sexarbeiter_innen auch noch zu kriminalisieren.

  6. Nadine sagt:

    @delilah

    Magst du uns auf die Sprünge helfen und erläutern, was du problematisch findest?

    Ich hab hier auch nochmal zwei interessante Artikel zu Sexarbeit in der Ukraine und die Arbeit von Femen gefunden: 1, 2.

    Dort steht bspw, dass sich Femen nicht gegen die Legalisierung von Sexarbeit aussprechen, sondern für die Kriminalisierung von Sextouristen.

  7. kiturak sagt:

    @Nadine
    Was sagen denn die betroffenen Sexarbeiter_innen dazu? Die kommen in beiden Artikeln überhaupt nicht zu Wort, was ich nicht für einen Zufall halte. Überhaupt die Aktion,

    Die Einwohner von Kiew sind an Demonstrationen aller Art gewöhnt, doch so etwas haben sie auf dem Maidan noch nicht gesehen. Etwa 50 Frauen, hergerichtet wie Prostituierte, versammelten sich auf dem zentralen Platz der Hauptstadt und plauderten ausgelassen miteinander. Wie auf ein Kommando zeigten die Damen dann plötzlich ihr wahres Gesicht. Sie winkten den Passanten aufreizend mit Dollarnoten zu und reckten Plakate in den Himmel. „Die Ukraine ist kein Bordell“, stand darauf zu lesen.

    sowas von daneben. „Wir sind keine Prostituierten, deshalb haben wir ein Recht darauf, wie Menschen gesehen zu werden“ ist echt in „bester“ feministischer Tradition.

    Zum Schwedischen Modell aka Kriminalisierung der Kund_innen z.B. ein Artikel von Hexy auf Feministe. Aber auch jeder andere Artikel, den ich bisher von Sexarbeiter_innen dazu gefunden habe, hat sich dagegen ausgesprochen.

  8. Nadine sagt:

    ok, danke für die Erklärung.