Iranische Frauen setzen sich durch

von Susanne

Mit einer Million Unterschriften haben iranische Frauenverbände erreicht, dass die Vielehe in ihrem Land nicht per Gesetz erleichtert wird. Das iranische Parlament lehnte eine Initiative der Regierung ab, mit der sie Männern gestatten wollte, eine zweite Ehefrau zu heiraten, ohne sich das Einverständnis der ersten Ehefrau einzuholen.

Denn so ist es bisher vorgeschrieben unter denen, die überhaupt noch eine Vielehe pflegen: Die erste Ehefrau muss der erneuten Heirat zustimmen. Die iranische Regierung wollte in Zukunft nur noch eine gerichtliche Feststellung sehen, dass der ehewillige Mann finanziell in der Lage sei, den Unterhalt für eine Zweitfrau aufzubringen. Diese Idee wurde nun offiziell, nämlich vom Sprecher des iranischen Parlaments, als „Sünde“ deklariert.

„Ich bete, dass eine solche frauenfeindliche Entscheidung nicht Gesetz werde. Möge Gott verhindern, dass das Parlament den bereits vorhandenen Problemen der Frauen ein weiteres hinzufügt“, sagte er. Und der Ausschuss des Parlaments der mit der Begutachtung der Initiative beauftragt war, ließ ausrichten: „Die iranischen Familien und Frauen sollten wissen, dass wir ihren Anliegen nicht gleichgültig gegenüberstehen.“




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 11. September 2008 um 13:07 Uhr unter Uncategorized. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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5 Kommentare

  1. jj sagt:

    Wow. Das ist mal echt eine interessante Meldung. Weiß jemand, was der Koran bzw. die Hadithen zu dem Thema sagen? Ich glaube, die Vielehe ist auch im Koran nicht so gerne gesehen. Aber ob die Frau ein Widerspruchsrecht hat? Hat hier ein Parlament einer Glaubensdoktrin widersprochen? Das wäre wohl wirklich eine interessante Entwicklung, auch über das spezifische Problem hinaus. Andere Frage: Ging es hier vielleicht eher um die Verhinderung von Zeitehen als rechtlicher Prostitutionsgrundlage, die mit einer Frauenrechts-PR geschönt wurde?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mut%27a-Ehe

  2. Susanne sagt:

    @ jj: Steht im verlinkten Text – dass es NICHT um die Zeitehe geht und dass der Koran einem Mann erlaubt, 4 Ehefrauen zu haben.

  3. jj sagt:

    Susanne,

    im Koran ist das erlaubt, aber anscheinend eher „geduldet“ als gefördert. Mehr als Sozialversicherung für unverheiratete Frauen, die nicht selbst für sich sorgen konnten als als Regelform der Ehe. Aber was sich für mich nicht klar ergibt ist, ob es ältere religiöse Regeln zur Zustimmungspflicht der ersten Frau gibt. Und ob und inwieweit die Zustimmungspflicht eine Zeitehe, die ja als anderes Rechtsverhältnis als die Ehe zu gelten scheint, betrifft, ist für mich auch unklar. Wenn das Einverständnis der Ehefrau für eine Zeitehe notwendig ist, wird das sicher die Situation der Prostituierten im Iran deutlich verschlechtern, denn dann sind sie ja nicht mehr als Ehefrau rechtlich abgesichert und müssen komplett illegal arbeiten mit allen im Iran möglichen rechtlichen Konsequenzen. Aber auch für die Männer würde Zeitehe Prostitution ohne Zustimmung der Frau damit rechtlich zum Ehebruch und wäre damit potentiell mit der Todesstrafe zu ahnden.

    Ich will’s mal so sagen: Das ist da so kompliziert, daß nicht alles, was auf den ersten Blick nach „Frauenfreundlichkeit“ aussieht, am Ende auch frauenfreundlich ist. Will sagen: Wenn die Vielehe ohnehin kein Problem mehr ist, weil sie kein Mensch mehr ausübt, oder so wenige, daß es ein Randproblem ist, dann scheint es mir durchaus denkbar, daß hier eine frauenfreundliche PR Maßnahme zur weiteren verbreitung von problematischen Moralvorstellunggen genutzt worden sein könnte, die am Ende vor allem Frauen (in diesem Fall Prostituierten) Schaden zufügen können.

  4. SoE sagt:

    Das ist eine Auslegungssache. Zum einen ist die Vielehe erlaubt und auch Mohammed hatte wohl 4 Frauen. Zum anderen sind die Ehemänner aber verpflichtet, alle Frauen gleich zu behandeln. Deswegen wird das eben auch häufig so ausgelegt, dass Männer auch nur Menschen sind, eine absolute Gleichbehandlung eben nicht hinkriegen und Mohammed der einzig gerechte Mensch war, so dass es ihm vorbehalten sein sollte. Es hängt wahrscheinlich auch sehr davon ab, wie die vorislamischen Sitten waren.

  5. Elahe Hamidi sagt:

    Die Fruaenorganistatonen in der westlichen Welt unterstetzen in Europa nur ein paar Betrueger, die nur eines im Sinn haben, Aufehthalt. Dabei ist die Menschlichkeit und Gesezt dennen fremd. Laut ihre Aussage wollen sie Frauen helfen, aber sie schaden mehr als sie denken!:-(
    Beispiele sind die Frau Jaleh Ahmadi oder Fahimeh Poorliliyaee. Jeden Betrueger helfen sie und dabei entwicklen sie noch neue Betruegereien, die bei der Aufenthalterlangung helfen. Die Vorgehensweise ist eng mit dem BND und die Regierung in Berlin abgestimmt, schliesslich wollen sie die Menschen als dumm und Rueckstaendig in der 3. Welt darstellen, damit sie leichter Raubbau betreieben koennen und Akzeptanz bei der eingenen Bevolkerung finden.