Was letzte Woche so geblogged wurde:
Nele Tabler schreibt über ihre Erfahrungen mit anonymen Todesdrohungen im Internet bzw. das völlig ignorante Verhalten der Behörden dem Thema gegenüber:
Im Jahre 2004 wurde es so heftig, dass ich zum ersten Mal versuchte, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Der Kleinkleckersdorfer Sheriff schickte mich weg, weil ich kurz vor seinem Feierabend erschienen war, und gab mir einen Termin für den übernächsten Tag. Da erklärte er mir dann, dass Frauen, die sich wie ich öffentlich als Lesbe zu erkennen geben, nicht anderes zu erwarten hätten und empfahl mir, die Webseite zu schließen und aufzuhören, die Männer zu ärgern. Würde ich seinem Rat nicht folgen, sei ich ja wohl selbst an diesen Belästigungen interessiert und sollte dann auch nicht zur Polizei rennen und Anzeige erstatten wollen.
Ihr Fazit: Frauen werden im Netz bedroht, seitdem sie es nutzen – aber der polizeiliche Umgang damit verbessert sich immerhin langsam.
Und auch im EMMA-Blog wird über Technologie-Terror gegen Feministinnen berichtet: Die Amazon-Rezensentin Helga König wird offenbar massiv gemobbt, weil sie regelmäßig feministische Bücher bespricht und, wenn es ist, positiv bewertet.
Wer mal einen klugen, reflektierten und ausführlichen Text zum Thema Frauenkörper in der westlichen Welt und die Burka lesen will, sollte das Blog 3 Bewohner der Er.de besuchen.
Das Anti-1000-Kreuze-Blog meldet, dass das US-Militär frauenfreundlicherweise schon sehr bald eine Notfallration der „Pille danach“ bereit halten will. Und queernews weist auf eine Umfrage der New York Times hin, die ergab, dass viele Amerikaner damit einverstanden sind, „gays and lesbians“ offen im Militär zuzulassen, deutlich weniger aber die Zulassung „homosexueller“ Soldaten befürworten. Ach, ja. Da wird den Foucaultianer_innen unter uns ganz feuchtwarm, was?!
Antje Schrupp hat den (meiner Ansicht nach wunderbaren) Film „Up in the Air“ gesehen und fragt sich, ob das zukünftige Rollenvorbild für Frauen eine hypermobile Blackberrybesitzerin ist, die den Vater ihrer Kinder mit George Clooney betrügt. Ich meine: Bitte, gerne.
Sehenswert: Rochus Wolff hat einen geschlechtsklischierten Werbespot für Dodge und die sehr lustige Antwort darauf.
Der Fall des türkischen Mädchens Medine, den wir Anfang der Woche erwähnt hatten, wächst sich zu einem Politikum aus, meldet dieStandard.at. Unklar ist wohl nach wie vor, ob es sich tatsächlich um einen so genannten Ehrenmord handelte, oder ob die Familie Medine dafür bestraft hatte, dass sie wegen der Gewalt, die ihr von Vater und Großvater angetan wurde, zur Polizei gegangen war. Angeblich wurde Medine dreimal von Polizisten zurück nach Hause gebracht hatte, nachdem sie um Hilfe gebeten hatte.
Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.

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