Ende letzter Woche trafen sich die Gleichstellungsbeauftragten der Länder und Bundesministerin Ursula von der Leyen in Karlsruhe. Sie sprachen unter anderem über „Chancengerechtigkeit durch geschlechtersensible Erziehung, Bildung und Ausbildung“, „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, „Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern“ und „Unterstützung des beruflichen Wiedereinstiegs“. Ergebnis nach zwei Tagen Beratung: Es herrscht Stillstand. Von wahrer Chancengleichheit könne auch nach über 40 Jahren nicht die Rede sein, fasst es tagesschau.de zusammen.
So mag zwar der Eindruck bei manchen Menschen ein anderer sein, denn allerorts gibt es Initiativen, Programme, Fördermaßnahmen für Frauen. Doch bewegen will sich unsere Gesellschaft deswegen noch lange nicht. In Deutschland ist Gleichstellungspolitik leider vor allem Symbolpolitik. Hier ein Initiativchen, dort ein Aktiönchen – anstatt verbindlicher Quoten und wirklich bemerkbarer Änderungen bei der Erziehung in Kindergarten und Schule.
Die Folgen: Viele Männer haben kein Verständnis mehr dafür, dass immer nur Frauen gefördert werden; diese sollen doch jetzt endlich mal aufhören, sich zu beschweren. Viele Frauen führen berufliches oder privates Scheitern nur auf ihr eigenes Unvermögen zurück – denn die Umstände können es ja nicht sein; die sind ja durch all die Initiativen schon so, dass es doch eigentlich jede Frau schaffen müsste.
Eine feine Lose-lose-Situation also.

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