Jetzt ist es offiziell: Ab 2012 werden wieder „verdächtige“ Athletinnen getestet werden, ob sie „richtige“ Frauen sind. Nach der fast ein Jahr andauernden Kontroverse um Caster Semenya (immerhin hat man ihre Weiblichkeit offiziell bestätigt), sind nun die neuen Richtlinien verabschiedet worden und sie klingen so fragwürdig, wie bereits vermutet, so die taz. Von der Frage, wann eine Frau eine Frau ist, hat man sich auch schon verabschiedet:
Athletinnen mit einem übernatürlich hohen Level an Androgenen, männlichen Sexualhormonen, das ihnen sportliche Vorteile gegenüber der Konkurrenz ermöglicht, werden von Wettkämpfen ausgeschlossen.
Vom Bild der verzweifelten Männer, die sich als Frauen verkleiden, um endlich einmal Erfolg zu haben, ist nichts mehr zu sehen. Dass es tatsächlich Frauen sein könnten, die sich auch als solche verstehen, wird angenommen. Dennoch wird getestet, was bedeutet: Künftig beschützt man die „normalen“ Sportlerinnen vor „Freakfrauen mit biologischen Abnormitäten“ und bittet diese, sich doch dringend mal behandeln zu lassen, auch wenn es medizinisch nicht nötig ist. Männer mit auffallenden Leistungen werden aber nicht auf deutlich erhöhte Level an Androgenen getestet, oder auf andere Genmutationen, die ihnen weitere Vorteile erlauben könnten. Würde man jemals einen Athleten ausschließen, der durch eine Laune der Natur deutliche sportliche Vorteile hat, aber keine Kinder zeugen kann?
Immerhin sollen die Tests künftig nicht mehr in aller Öffentlichkeit stattfinden – ein Garant, dass den Betroffenen ihre Würde bleibt ist es aber nicht. Denn die unbequemen Fragen gehen nicht weg, nur weil man die Scheinwerfer ausmacht.

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