Zur Einstimmung auf den Sommer: Politik statt Bikinis

von Helga

Allerorten weisen „so kommen Sie zur Strandfigur“ und „die 132 knappsten Bikinis“ bereits auf den Sommer hin. Vielleicht liegt es am wenig sommerlichen Wetter – aber von Frauenzeitschriften einmal abgesehen, scheint Frauenpolitik vor der Sommerpause das heißeste Thema dieses Jahr zu sein.

Wenig geschickt stellte sich da die Koalition von Angela Merkel an, die vor besagter Sommer­pause „noch schnell“ und möglichst unbemerkt das Betreuungsgeld durchdrücken wollte. Nach dem zahlreichen Protest im Internet (Nein zum Be­treuungs­geld!), hat die Opposition die Situation grundlegend gedreht. Sie nutzte die Freitagsleere auf den Rängen von CDU und FDP und ließ die Be­schluss­un­fähig­keit des Bundes­tages feststellen. Klar: Ein parlamentarischer Trick. Daraus einen „Anschlag auf den Parlamentarismus“ zu zimmern, wie es der Parlamentarische Ge­schäfts­führer der FDP, Jörg van Essen, tat ist allerdings verfehlt.

Viel fragwürdiger ist die geplante Einführung des Betreuungs­geldes selbst. Seit November hat sich die Ablehnung in der Bevölkerung von 53 auf 71 Prozent ge­steigert. Anhänger_innen aller Parteien sind dagegen und auch im Parlament zeichnete sich zumindest heute keine Mehrheit ab. Auch die Vorwürfe von CDU-General­sekretär Hermann Gröhe, die Opposition hätte den Austausch im Parlament suchen sollen, sind Irrlichter. So berichtete der Tagesspiegel, dass eben jene Opposition erst am Mittwoch gefordert hatte, mehr Zeit für die Vorbereitung der Debatte zu bekommen. Erst fundierte Diskussionen verhindern und dann einfordern – na besten Dank Herr Gröhe.

Dass die „Schuld“ am Scheitern nun wirklich nicht alleine bei SPD, Grünen und der Linken zu finden ist, zeigt nicht zuletzt, dass auch Familien- und Frauenministerin Kristina Schröder nicht anwesend war!




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Eintrag geschrieben: Freitag, 15. Juni 2012 um 20:45 Uhr unter Familien_politik, Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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4 Kommentare

  1. frikasch sagt:

    In ihrem Gastbeitrag „Das Betreuungsgeld gibt den Eltern Freiheit“ erzählt uns Dorothe Bär heute, dass „die einseitige und oft auch falsche Berichterstattung über das Betreuungsgeld die Zustimmung der Bevölkerung verändert hat. […] Dass falsche Berichterstattung auf dem Rücken unserer Kinder und der Familien in unserem Land ausgetragen wird, ist besonders ärgerlich und erschreckend.“ Da wissen wir dann, warum die immer noch so eifrig kämpfen in der CSU. Und dann auch das noch: „Die Väter werden in dieser Diskussion nämlich meist komplett ausgeklammert, was auf ein veraltetes Familienverständnis der ach so modernen Betreuungsgeldgegner schließen lässt.“

  2. Resa sagt:

    Wahrscheinlich war Frau Schröder zuhause, was soll sie sonst machen ohne Krippenplatz… :-)

  3. Helga sagt:

    @frikasch: Was ist denn daran „falsch“ berichtet worden? Dass es für die Anerkennung sozialer Arbeit/Kinderbetreuung leider nicht ausreicht und Rollenbilder verfestigt, weil es wieder fast ausschließlich Mütter beziehen werden? Und was soll mensch da zu Vätern sagen? Die werden das doch gar nicht beziehen m(

  4. frikasch sagt:

    @Helga: Die bösen Medien berichten halt nicht davon, wie toll die CSU ist und wo sie doch für soooo tolle Dinge kämpft, die Wahlfreiheit bringen sollen. Nein, stattdessen ist die Berichterstattung von bösen linken Propagandist*innen bevölkert, die nicht einsehen wie wichtig und einzig richtig doch nur die Mutterliebe (bei Dorothe Bär als moderne Vertreterin der CSU auch die Vaterliebe) für das Kindeswohl ist.