Einträge mit dem Tag ‘Bücher’


Ein Buch nach dem anderen: Süße Zitronen und eine dicke Jugendbuch-Protagonistin

15. Mai 2017 von Charlott
Dieser Text ist Teil 128 von 128 der Serie Die Feministische Bibliothek

Kurzrezensionen

Am Anfang ist ein Albtraum. Aber auch als Burcu Türkers Protagonistin der Graphic Novel Süße Zitronen (2016, JaJa Verlag) aus diesem erwacht, ist nicht alles wunderbar, denn ihre Mutter ist immer noch tot, die Trauer sitzt tief und mit ihrer Arbeit kommt sie auch nicht voran. In dem autobiographischen Stück schreibt und zeichnet Türker über Trauer, Mutter-Tochter-Beziehung(en), Kunst, Freund_innenschaften und das spannende Leben ihrer Mutter, die zunächst als Schauspielerin in Istanbul gearbeitet hatte, dann zu Türkers Vater in die deutsch Provinz zog, um dann – als die Kinder bereits älter waren – wieder in die Türkei zu gehen und nochmals eine Karriere als Schauspielerin anzugehen. Die Geschichte spielt nur an einem einzigen Tag und ist durchsetzt mit Erinnerungssequenzen und Szenen aus dem Leben der Mutter. Türker zeigt, wie das Leben der Protagonistin weiter geht aber geprägt ist durch den Verlust, die kleinen Stiche über den Tag (wenn beispielweise eine Freundin glücklich mit ihrer Mutter telefoniert) aber auch Freuden im Alltag. Die Farben fließen über die Seiten und immer wieder raus aus den Konturen, der Stil ist so prägnant und zart, wie auch die Geschichte die Türker erzählt.

„/stupid girl atlantic got your tongue/“ lamentiert Safia Elhillo im Gedichteband The January Children (University of Nebraska Press, 2017), in dem sie gleichermaßen kunstvoll und berührend zu Kolonialismus, Migration, Diaspora, Identität(en) und Heimat schreibt. Die titelgebenden Januar-Kinder bezeichnen jene Generation von Sudanes_innen, die während der britischen Okkupation aufwuchsen, deren Alter anhand ihrer Körpergröße festgelegt wurde und die alle den 1. Januar als offizielles Geburtstdatum zugewiesen bekommen haben. Elhillo fragt, was Heimat bedeuten kann, was Nationen eigentlich sind und wo/wie die Grenzen zwischen Identitäten gezogen werden. Sprachlich spiegelt sie diese Themen unter anderem in Verbindungen von Arabisch und Englisch wieder, Bezüge zu ägyptischer Popmusik wechseln sich ab mit US-Bezügen und Blicke auf Sudans Kolonialgeschichte. Ein Buch, was sich immer wieder mit Gewinn lesen lässt.

Molly ist siebzehn Jahre alt und war schon 26-mal verknallt – aber bisher hat sich noch nie etwas aus einer dieser Schwärmereien entwickelt. Doch dann verliebt sich ihre Zwillingsschwester Cassie Hals über Kopf in Mina, die ihren besten Freund Will im Schlepptau hat, der gut zu Schwarm Nummer 27 werden könnte, und zu dem beginnt Molly ihren Ferienjob und da ist Tolkien-Superfan Reid, bei dem sie einfach entspannt sie selbst sein kann. In Becky Albertallis zweitem Jugendbuch The Upside of Unrequited (2017, Balzer + Bray) dreht sich (wieder) alles rund um Liebe und Begehren und neben einer Prise Drama ist das einfach ein sehr flauschiges (und etwas vorhersehbares) Leseerlebnis. Dass Molly und ihre Freund_innen eigentlich gar kein anderes Thema haben mag vielleicht befremdlich sein (andere Leser_innen können sich aber eventuell auch mehr mit dieser Art des Teenagererlebens identifizieren), was aber dieses Buch von vielen anderen dieser Art unterscheidet, sind die vielen unterschiedlich positioniertern Charaktere (beispielsweise hinsichtlich Begehren, race, Religion) und eine Portagonistin, die dick ist (und nein, sie plant nicht abzunehmen und das einzige Mal, wo eine Person ihr direkt etwas dickenfeindliches gegenüber äußert, wird deutlich gemacht, dass das Problem die fatshamende Oma nicht etwa Mollys Körper ist).

Buchnews und -debatten

Es gibt ein Veröffentlichungsdatum für Magda Albrechts Buch über Dicksein und Empowerment: Am 02. Januar 2018 soll es so weit sein. Und ein (tolles!) Cover gibt es auf der Verlagsseite auch bereits zu sehen.

Weniger lang ist die Wartezeit für das neue Buch von Yori Gagarim. Why I stopped making merch for a revolution, that does not happen erscheint im Mai/Juni bei edition assemblage.

Falls ihr diesen Donnerstag Abend in Berlin seid: Ab 19 Uhr wird im Archiv der Jugendkulturen aus queeren Büchern (Klassikern und Neues) gelesen und dazu diskutiert. (FB-Link)

Im März erschien der Sammelband Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen über rechte Bewegungen, Gewalt und Rassismus. Auf trollbar schreibt Ali Schwarzer, der in dem Band mit seinem text „Eine unversöhnliche Abschiedsrede“ vertreten ist, über das Buch.

Deirdre Coyle schreibt bei Electric Lit über David Foster Wallace und die Männer, die ihn vergöttern: „Wallace-recommending men are ubiquitous enough to be their own in-joke. (…) The men in my life who love Wallace also love legions of stylistically similar male writers I’m not interested in (Pynchon, DeLillo, Barth). I began checking out of literary conversations with them altogether.“

Casey Sanchez portraitiert die Iñupiaq Dichterin Joan Naviyuk Kane, deren Gedichtband Milk Black Carbon im Februar erschienen ist.

Amanda Arnold schreibt bei LitHub über die vergessene Geschichte us-amerikanischer Arbeiter_innen-Literatur.

BBC sprach mit der Autorin und Aktivistin Unoma Azuah. In ihrem neuen Buch Blessed Body, welches morgen als Ebook erscheint, sammelt sie autobiographische Geschichten von LGBT in Nigeria.

A Salon of One’s Own: Chaitali Sen erinnert sich an zwanzig Jahre des South Asian Women’s Creative Collective.

„Lately, I’ve been interested in finding other West African authors who are also unconventional in their portrayal of love and marriage, of gender and power.“, stellt Chinelo Okparanta fest und empfiehlt gleich sechs Bücher, in denen sie diese Darstellungen gefunden hat.

Nazly Sobhi Damasio hat bei Wear Your Voice eine Liste mit „8 Powerful Latinx Poets Who Are Shattering Stereotypes“ zusammengestellt.

BookRiot schreibt über die beiden Hashtags #ThingsOnlyWomenWritersHear und #WhatWoCWritersHear, die beide Sexismus, Rassismus und deren Verknüpfungen in der Buchindustrie illustrieren.

Und zum Schluss: „No, Marvel. We’re Out of Patience.“ Jessica Plummer kritisiert, die aktuellen Handlungsstränge im Marveluniversum, in denen u.a. eine (der wenigen überhaupt existierenden) jüdischen Figuren und ein Held, der von jüdischen Comic-Machern entwickelt wurde, einer quasi Nazi-Organisation beitritt, deren Marketing und Marvels Umgang mit Kritik.


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Festgenommene Feministin in Uganda, Verfolgung in Tschetschenien und eine Einführung in Klassismus – kurz verlinkt

13. April 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 345 von 352 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die ugandische Feministin, Aktivistin und Wissenschaftlerin Stella Nyanzi, die sich unter anderem dafür einsetzt, Mädchen Zugang zu Binden zu ermöglichen und damit auch den Besuch der Schule, wurde vor einigen Tagen verhaftet – sie habe die Präsidentenfamilie beleidigt. Die taz berichtet.

Am 8. April war der Internationale Tag der Rom*nja. Für das Missy Magazine hat Hengameh Yaghoobifarah mit Isidora Randjelović gesprochen. Im Interview geht es um den Rom*nja Power Month, der am 8. mit einer Demo und einer Abschlussparty sein Ende fand, Forderungen von Rom*nja und die Wichtigkeit von Archivarbeit.

„Rassismus, Whiteness, Postkolonialismus, Intersektionalität.“ – Um diese Themen will sich Victoria Kawesa kümmern, die als erste Schwarze Frau als Parteivorsitzende in Schweden gewählt wurde.

Die erste Ausgabe des neuen Magazins Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart ist soeben erschienen. In dieser Ausgabe – die wissenschaftliche, essayistische, künstlerische wie literarische Beiträge zusammenbringt – geht es um Selbstermächtigung.

Magda war zu Gast in Freiburg und hat dem Radio Dreyeckland ein Interview gegeben zu den Themen Gesundheits- und leistungsfixierte Körperideale im Kapitalismus, Irritation & Humor als Strategien, die Anerkennung eigener Verwundbarkeiten und sehr unterschiedliche Formen von Selbststärkung.

Lesenswerter Text von Tanja Abou: „Klassismus. Oder: Was meine ich eigentlich, wenn ich von Klassismus spreche? Eine Annäherung.“ (PDF)

Die Berliner Charité veröffentlichte eine Studie zur Situation geflüchteter Frauen in Deutschland (PDF) und ihren Wünschen bezüglich Unterstützung.

Die vegane Szene hat ein Problem mit Sexismus und Bodyshaming – ein lesenswerter Bericht auf mimikama.at.

Die Filmlöwin sagt: Schluss mit der Verharmlosung sexualisierter Gewalt im TV: Eine Kampfansage gegen die „happy“ Vergewaltigung.

„Dass Menschen davon überzeugt sind, mit der richtigen Einstellung und individuellen Anstrengung alles leisten und erreichen zu können, ist im Kapitalismus wesentliche Ideologie. Dementsprechend ist es logisch, dass auch Behinderte und Kranke nicht nur regelmäßig mit der Erwartung, Leistung zu erbringen, konfrontiert sind, sondern auch selbst überzeugt davon sind, ihres ‚eigenen Glückes Schmied‘ zu sein…“ – Läuft_Nicht schreibt „Über Sport im Kapitalismus und Scheiße im Deutschlandfunk„.

Auch in diesem Semester findet in Hamburg wieder die Vortragsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ statt. Das gesamte Programm gibt es bei der AG Queer Studies.

Zwar schon vor einer Weile gebloggt, aber Bücher sind ja unsere zeitlosen Freund_innen: Queere Jugendbuch-Neuerscheinungen im Frühjahr 2017.

Englischsprachige Links

Zur Verfolgung schwuler Männer/ LGBTQ in Tschetschenien hat das russische LGBT Netzwerk ein Statement – auch mit Hinweisen, wie deren Arbeit unterstützt werden kann – veröffentlicht.

Über das Phänomen der „begpacker“ schreibt Radhika Sanghani beim Telegraph.

16 Lesbian Power Couples From History Who Got Shit Done, Together“ – Autostraddle hat eine Liste erstellt.

Termine in Berlin, Halle, Freiburg, Kiel und Wiesbaden 

27. bis 30. April in Wiesbaden: Symposium mit dem Titel: Feministisch wider Willen – Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa. (fb-Link)

27. bis 30. April in Freiburg: SeminarWorkshop: „Der gefährliche Wind in der Rede – Wie umgehen mit Hassreden in den Medien

5.-7. Mai in Halle: Konferenz junger politischer Frauen mit Workshops und Diskussionen.

2. – 5. Juni in Kiel: Lesbenfrühlingstreffen 2017.

9. – 11. Juni in Kiel: Save the Date! LaDIYfest Kiel.

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln. (Es werden noch Leute zum Mitmachen gesucht!)

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Ein Buch nach dem anderen: Interventionen in Gewaltsituationen und der Women’s Prize for Fiction

7. April 2017 von Charlott
Dieser Text ist Teil 127 von 128 der Serie Die Feministische Bibliothek

Kurzrezensionen

In Experiences of Intervention Against Violence. An Anthology of Stories (2017), herausgegeben von Carol Hagemann-White und Bianca Grafe, sind Erfahrungberichte von 78 Frauen und Kindern/Jugendliche vereint. Sie alle erzählen von erfahrener Gewalt und wie sie Interventionen zu dieser erlebt haben: Welche Unterstützungsangebote waren zugänglich? Wie haben unterschiedliche Institutionen (nicht) zusammengearbeitet? Was hätten sie sich gewünscht/ bzw. was wünschen sie sich? Die Anthologie ist ein Ergebnis des Forschungsprojekts „Cultural Encounters in Intervention Against Violence“ und bringt zum einen Erfahrungen aus verschiedenen Ländern und damit Unterstützungssystemen (Deutschland, England, Slovenien, Portugal, Wales) zusammen und fokussiert zum anderen insbesondere auf migrierte Frauen oder/ und Frauen, die ethnischen oder kulturellen Minderheiten angehören. Die erlebten Barrieren umfassen damit auch gerade unzureichende Übersetzungen, wenig Verständnis für Rassismus bei Betreuenden etc. Das Buch hat keinen Anspruch darauf eine einzige Lösung für gute Interventionen zu präsentieren oder gar repräsentativ aufzuzeigen, wie Interventionsstrukturen funktionieren. Ziel ist es stattdessen denjenigen, für die eigentlich Interventionen durchgeführt werden, die Möglichkeit zu geben für ihren spezifischen Fall zu erzählen, was ihnen geholfen hat und was nicht. Das Buch selbst bietet keine Analyse der vorliegenden Quellen. Für Menschen aber, die sich dafür interessieren, wie Personen in Gewaltsituationen sinnvoll geholfen werden kann, bietet die Anthologie wichtige Einblicke und Ansatzpunkte. Dabei sollte nur nicht vergessen werden, dass natürlich auch nur bestimmte Personen hier ihre Geschichten erzählen konnten, nämliche solche, die noch Kontakt zu Beratungsstellen hatten. Menschen, die aus dem System „gefallen“ sind, sind somit nicht repräsentiert.
Die Texte sind alle ins Englische übersetzt. Wenn sie nicht auf Englisch im Orginal vorlagen, sind sie auch noch (min) in einer anderen Sprache (Deutsch, Portugiesisch oder Slovenisch) enthalten.

Seit 1996 wird in Großbritannien jährlich der Women’s Prize for Fiction (derzeitig als Baileys‘ Prize) verliehen. Die Auszeichnung geht an englischsprachige Romane von Autorinnen, die jeweils innerhalb der 12 Monate vor der Bekanntgabe der Longlist erschienen sind. Passenderweise wurde die diesjährige Longlist mit 16 Romanen am 8. März vorgestellt. Anfang dieser Woche nun wurde die Shortlist bekanntgegeben. Bis zur Bekanntgabe ist nun noch etwas Zeit (7. Juni), aber ich möchte euch schon einmal ganz kurz meine drei Favouriten von den nun noch sechs im Rennen seienden Bücher vorstellen: Ayọ̀bámi Adébáyọ̀̀s Stay With Me erzählt die Geschichte eines Paares in den 1980er Jahren in Nigeria und ihre verzweifelten Versuche Kinder zu bekommen. Vor dem Hintergrund von Militärputschs und einer insgesamt unsicheren politischen Lage fragt Adébáyọ̀̀, was eigentlich Familie bedeutet, was Elternschaft und wie eine Verhandlung von eigenen Wünschen und sozialen Vorstellungen aussehen kann oder wie sie auch scheitert. In The Dark Circle von Linda Grant erkranken die jüdischen Zwillinge Lenny und Miriam Lynskey Ende der 1940er Jahre an Tuberkulose und werden in ein Sanatorium nach Kent geschickt, welches erst seit kurzem nicht-private Patient_innen aufnimmt. Der Roman ist nicht nur ein Blick auf ein sich wandelndes Gesundheitssystem, sondern fragt auch, was es bedeutet Patient_in zu sein bzw. dazu gemacht zu werden. Madeleine Thiens Do Not Say We Have Nothing verbindete tragische, über mehrere Generationen erzählte Familiengeschichten in China und Nordamerika mit einer narrativen Struktur, die an Musik erinnert – und das nicht von ungefähr, denn die Charaktere, die im Mittelpunkt stehen, haben alle eine ganz besondere Beziehung zum Komponieren und Musikmachen.

Buchnews und -debatten

Erst einmal gute Nachrichten aus dem Mädchenmannschafts-Haus: Sharon Dodua Otoos beide Novellen die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle … und Synchronicity sind jetzt in einem sehr schönen gemeinsamen Band beim Fischer Verlag neu aufgelegt. Und im nächsten Jahr wird im Ullstein-Verlag das erste Buch von Magda Albrecht erscheinen: Es geht um Dicksein und Empowerment.

Auch neu erschienen ist FaulenzAs Buch „Support your sisters not your cisters. Über Diskriminierung von trans*Weiblichkeiten„! Illustriert wurde das Buch von Yori Gagarim.

Für das Buchprojekt beHindert und verRückt werden noch Beiträge gesucht. Vorschläge und Beiträge können bis zum 15. Mai eingereicht werden.

Fatma Aydemirs Debüt-Roman Ellbogen ist vor kurzem erschienen. Im Interview mit derStandard spricht sie über männlich konnotierte Macht und weibliche Identitätssuche.

Huntress of Diverse Books hat ein neues Projekt begonnen. Sie bespricht (auf Englisch) deutschsprachige Bücher/ Bücher aus Deutschland von und über marginalisierte Menschen. Die ersten Besprechungen sind auch schon da: Deutschland Schwarz Weiss – Noah Sow, Ellbogen – Fatma Aydemir und eingeschrieben – Emily Ngubia Kuria.

Lara bespricht bei den Femgeeks drei Comics: Goldie Vance, i love this part und Auf die Barrikaden!

Teile des Ganzen schreibt über „Femme representation (pet peeves & recommendations)“ (inklusive Buch-Tipps).

Bonnie Nadzam schreibt in ihrem Essay „Experts in the Field“ über Sexismus und sexualisierte Übergriffe im literarischen Feld (also durch Autoren, Verleger, Literatur-Professoren). Bei LitHub antworten elf Autorinnen – von Roxane Gay zu Aimee Bender – auf den Text mit ihren eigenen Einschätzungen und Erfahrungen.

Nüshu war ein Schriftsystem in der Jiangyong Region in China, welches nur von Frauen eingesetzt wurde. Lauren Young schreibt bei Atlas Obscura über die Geschichte und den Kontext des Systems, sowie die Art der Texte, die damit verfasst wurden.

Casey Stepaniuk empfiehlt bei Autostraddle acht queere Sci-Fi-Romane.

In Young Adult Romanen wird häufig die Protagonistin dadurch charakterisiert, dass sie anders als die anderen Mädchen ™ sei. Sharanya Sharma schreibt bei Bookriot „In Defense of „Other Girls“ in YA„.

Auf Natives in America gibt es ein neues Gedicht von Abaki Beck: „Our Blood Pulses Resistance„. Und Early Bird Books veröffentlicht ein neues Gedicht von Sherman Alexie mit dem Titel „Autopsy„: Last night, I dreamed that my passport bled.

Wenn 2017 ein Gedicht wäre, wie würdest du es nennen: 34 Poets Of Color Summarize 2017 In Verse.

Valeria Vitale, Dolly Garland, Jo Thomas, Pear Nuallak und Chinelo Onwualu unterhalten sich bei News & Press from The Future Fire über Protagonistinnen, insbesondere auch WoC, queere, behinderte, andersweitig marginalisierte Frauen und Non-Binary Protagonist_innen.

Decolonizing the future: Kate Heartfield schreibt beim Article Mag über Native American Autor_innen, die SCiFi schreiben.


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Ein Buch nach dem anderen: Schwierige Frauen

31. Januar 2017 von Charlott
Dieser Text ist Teil 125 von 128 der Serie Die Feministische Bibliothek

Kurzrezensionen

Der Januar hat einige großartige neue Bücher toller Autor_innen mit sich gebracht. Ich möchte heute vier besprechen, die mich zum Denken angeregt und unterhalten haben, und die ich euch gern ans Herz legen möchte. Alle vier Bücher sind auf Englisch publiziert und da sie erst innerhalb der letzten Wochen herauskamen noch nicht in Übersetzung erhältlich. Ich hoffe aber, dass sich das noch ändern wird.

03. Januar: Roxane Gay: Difficult Women
Schnell werden Frauen als „schwierig“ abgestempelt, sobald sie etwas lauter sind, Meinungen haben und vertreten, als zu kühl gelten, als Menschen mit zu vielen Problemen, einfach zu viel. Gay wertschätzt genau diese Frauen und gibt ihren „schwierigen“ Protagonistinnen Geschichten, die sie als komplexe Persönlichkeiten auftreten lassen. Ihre Charaktere versuchen in einer rassistischen patriarchalen Welt zu Recht zu kommen und werden dabei häufig verletzt, Themen wie sexualisierte Gewalt und der Tod von Kindern sowie Fehlgeburten tauchen wiederholt auf, aber Gays Frauen erkunden auch unterschiedlichste Umgangsmechanismen (einige davon sicher nicht unschuldig an ihrem Label als „schwierig“), Solidarität und Liebe. Und obwohl viele der Geschichten erst einmal trostlos scheinen, so gibt es doch immer einen Hoffnungsschimmer. Gays distinkte Erzählstimme verbindet die unterschiedlichen Kurzgeschichten – die zwischen realistisch und phantastisch chargieren.
Die einzelnen Geschichten sind jeweils sehr gut, wenn eine die Sammlung allerdings direkt hintereinander liest fallen einige Wiederholungen auf (vor allem bei den – häufigen – Beschreibungen von (vor allem hetero) Sex.

05. Januar: Chibundu Onuzo: Welcome to Lagos
Chibundu Onuzo wurde 1991 geboren und „Welcome to Lagos“ ist bereits ihr zweiter Roman. Nicht nur hat das Buch eines der schönsten Cover des Jahres (ja, ich lege mich da gern schon jetzt fest), sondern auch ein Roman geschrieben mit überbordener Erzählfreude voller Spaß und wundervoller Charaktere. Die Geschichte beginnt im Niger Delta, wo der Armee-Offizier Chike Ameobi gemeinsam mit dem Gefreiten Yemi desertiert. Auf ihrer Flucht treffen sie zunächst auf Fineboy, der den Rebellen angehört aber eigentlich nur davon träumt ein berühmter Radiomoderator zu werden und dann auf Isokan, eine junge Frau, die bei einer Attacke von ihren Eltern getrennt wurde. Auf ihrer gemeinsamen Reise gen Lagos begegnen sie noch Oma, die aus einer wohlhabenderen Familie kommt, aber vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht.
Mit der Ankunft in Lagos werden aber nicht alle Probleme der Charaktere gelöst, eher im Gegenteil, denn die Stadt ist groß und auf die Füße zu kommen ist nicht einfach. Die fünf einander Fremden aber halten zusammen, unterstützen sich und lernen mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen umzugehen. Und dann gibt es da ja noch Chief Sandayo, Bildungsminister, der mit 10 Millionen durch gebrannt ist und Ahmed Bakare, dem Gründer einer Tageszeitung, die zwar kritisch berichtet aber täglich Abonennt_innen verliert. In dem Roman werden Themen wie sexualisierte Gewalt, Gewalt in Beziehungen, Gewalt durch Militär, Korruption, koloniale Geschichte, Armut aufgegriffen, doch unterscheidet sich Onuzos Ton und die Art der Geschichte, die sie erzählen möchte, von vielen Büchern, die ähnliche Themen abdecken. Welcome to Lagos ist kein Buch, was schwer im Magen liegt, durchgehend bleibt die Hoffnung, dass es für unsere Protagonist_innen gut ausgehen wird – und sie vielleicht auf dem Weg sogar noch schaffen etwas Gutes zu tun.

26. Januar: Malika Booker, Sharon Olds, Warsan Shire: Your Family, Your Body (Penguin Modern Poets)
Die Penguin Modern Poets Reihe wurde im letzten Jahr neu belebt. Alle drei Monate erscheint ein neues Buch in der Reihe, welches Einblick gibt in die Werke von drei zeitgenössischen Dichter_innen. Das nun dritte Buch in der Reihe bringt die Autor_innen Malika Booker, Sharon Olds und Warsan Shire zusammen und präsentiert Gedichte aus verschiedenen bereits veröffentlichten Sammlungen, aber auch bisher unveröffentlichtes zusammen. Ich bin großer Fan von Warsan Shires Gedichtband Teaching My Mother How to Give Birth und Malika Bookers wunderbarem Band Pepper Seeds. Dieses kleine Penguin-Buch ermöglicht ein Kennenlernen des Schaffens aller drei Dichterinnen. Gleichzeitig ist es aber auch einfach nur ein sehr guter Gedichtband, in dem Themenkomplexe um Familie, Körper, Sexualität, Zugehörigkeit poetisch verarbeitet werden.

26. Januar: Xiaolu Guo: Once Upon A Time in the East: A Story of Growing Up
Xiaolu Guo ist eine chinesische Filmemacherin und Schriftstellerin, die mittlerweile in England lebt. Ihr Roman A Concise Chinese-English Dictionary For Lovers war 2007 für Orange Prize for Fiction nominiert. Nun hat sie ihre Memoiren vorgelegt.
Guo wurde Anfang der 1970er als zweites Kind im ländlichen China geboren und von ihren Eltern an ein kinderloses Bauernpaar gegeben. Als sie fast zwei Jahre alt war brachte dieses Paar sie zu ihren Großeltern väterlichseits, weil sie sich die Ernährung des Kinds nicht mehr leisten konnten. Sie lebte fortan in einem kleinen Fischerdorf in armen Verhältnissen, ihr Großvater ist gewalttätig, ihre Großmutter, die mit dreizehn Jahren verheiratet worden war, weint sehr häufig. Trotzdem ist Guo schockiert als plötzlich ihre Eltern wieder auftauchen und sie am nächsten Tag mitnehmen in eine andere Stadt. Da ist sie gerade einmal sechs Jahre alt.
In ihrem Buch verbindet Guo Beschreibungen ihres Werdegangs (der sie dann noch nach Peking in die Filmschule und dann nach Großbritannien bringt) mit Nacherzählungen von Mythen und sozialen Analysen. Sie schreibt über den erlebten und beobachteten Sexismus und patriarchale Gewalt in unterschiedlichsten Formen und zeigt wie die chinesischen Politiken tief in ihre Familienstrukturen einbrennen. Dabei versucht Guo in einer Annäherung verschiedene Motive zu verstehen und komplexe Lebenssituationen zu beschreiben. Sie fragt, wie Menschen zu dem werden, was sie sind – oder ob sie überhaupt immer so sind, wie sie auf der Oberfläche wirken.

Buchnews und -debatten

Milo Yiannopoulous wurde im letzten Jahr von der FAZ als „Zeremonienmeister des Hasses“ beschrieben. Mit dem Verlag Simon&Schuster hat er einen 250.000$ Buchdeal ausgehandelt. Roxane Gay hat als Reaktion eines ihrer Bücher, welches bei einem Imprint von Simon&Schuster erscheinen sollte, zurückgezogen.

Bücher, auf die man sich 2017 freuen kann? Bei Buzzfeed stellt Jarry Lee 32 Bücher vor und freut sich zum Beispiel auf Neuerscheinungen von Jesmyn Ward und Scaachi Koul. Besonders gut auch die Liste auf WOCreads, die Bücher von Autorinnen of Colour und indigenen Autorinnen aufgelistet hat, angefangen von Sara Ahmeds neusten Werk „Living a Feminist Life“ hinzu Roxane Gays „Hunger: A Memoir of (My) Body“.

Size Acceptance in YA hat eine Zusammenstellung mit 2017-erscheinende Jugendbüchern, die dicke_fette Charaktere haben, veröffentlicht.

Alisha Acquaye beschreibt auf Elle ihre Erfahrung damit gezielt ausschließlich Bücher von Schwarzen Autorinnen zu lesen.

Bustle feiert neun aktuelle Sci-Fi-Autorinnen.

fembooks hat eine Reihe von Rezensionen zu Kinder- und Jugendbüchern versammelt.


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Winnetou vergessen, WoC lesen und Wedeln mit Nebelkerzen – kurz verlinkt

18. Januar 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 337 von 352 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Rassistische Nebelkerzen„: Nadia hat auch noch einmal für neues deutschland über die Kölner Silvesternacht geschrieben und stellt fest, über vieles wird diskutiert nur einer Kritik am Patriarchat wird aus dem Weg gegangen.

Bina von WOCreads möchte eine englischsprachige Study Group gründen und akademische Non-Fiction Bücher von Frauen of Color lesen. Interessiert?

Christiane Link formuliert bei der ZEIT, warum Sexualassistenz für behinderte Menschen eine Scheinlösung für Probleme, die ganz woanders liegen ist.

ISD online schreibt über das Projekt (De-)koloniale Bilderwelten.

englischsprachige Links

Einmal gute Nachrichten: Chelsea Manning wird am 17. Mai aus dem Gefängnis freikommen.

Forget Winnetou! ist ein Dokumentarfilm über Stereoytpe und Diskriminierung von Native Americans in Deutschland. Einen Trailer gibt es hier zu sehen:

Meryl Streep hielt bei den Golden Globes eine Rede, die sehr gefeiert wurde. Emily Ladau hingegen schreibt bei The Establishement: „I’m A Disabled Woman Who’s NOT Celebrating Meryl Streep’s Golden Globes Speech

CHOICE/LESS ist ein Podcast von Rewire zu reproduktiver Gerechtigkeit. In der Folge vom 10. Januar spricht Jack RR Evans über Erfahrungen mit Schwangerschaft und Abtreibung als nonbinary trans Person.

Gender (und race) bias führt u.a. dazu, dass einige Menschen wesentlich schlechtere medizinische Versorgung erhalten als andere. NY Times schreibt über das Phänomen und wie Checklisten die Situation verbessern können.

Termine in Berlin, Göttingen, Hamburg, Köln und Stuttgart

19.01. in Berlin: Vortrag von Hannah Tzuberi zu „Die Befreiung der Anderen. Feminismus zwischen Alice Schwarzer und postkolonialer Kritik„. (FB-Link)

19.01. bis 10.03.2017 in Berlin: Protestkörper / Queerfeministische Körperpolitiken im EWA e. V. Frauenzentrum

21.01.-22.01. in Göttingen: „write & fight“ – Empowerment-Workshop für Menschen, die in Deutschland Rassismuserfahrungen machen

26.01. in Köln: Maisha Eggers, Katja Kinder und Peggy Piesche sprechen über „Generation Adefra 30 Jahre Schwarzer Feminismus„. (FB-Link)

30.01. bis 29.5.2017 in Berlin: Der lange Weg zur Gleichheit – Lebensrealitäten lesbischer Frauen weltweit. im EWA e.V. Frauenzentrum.

31.01. in Köln: Lesung „Hegememory“ der Autorin und Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo. (FB-Link)

02.02. in Hamburg: Workshop „Queerkommunistische Beziehungsformen“ von 14 bis 18 Uhr mit Bini Adamczak. Anmeldung unter: ich@anti-id.de.

17.02. in Berlin: Fachgespräch: „Wer hat Angst vor Geschlechterforschung? Strategien für ein Forschungsfeld unter Druck„. Anmeldung bis zum 14.02. über die Webseite.

21. bis 25.02. in Stuttgart: meccanica feminale findet statt mit einer ganzen Reihe von Kursen, einige gehen einen Tage, andere eine halbe Woche.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Jahresrückblick: Von Köln zu Gina-Lisa Lohfink und von AfD zur US-Wahl

30. Dezember 2016 von Charlott

Das Jahr 2016 war furchtbar. So furchtbar, dass ich anfing hier Beispiele aufzuzählen, aber mir immer mehr und mehr einfiel, so dass jede Aufzählung jeden Rahmen sprengen müsste. Stattdessen gibt es hier nun zur Vorbereitung auf ein angemessen widerständiges 2017 noch einmal eine Reihe von Texten aus diesem Jahr.

Glücklicherweise sind auch ein paar gute Dinge passiert: Am 03. Juli gewann Sharon Dodua Otoo den Ingeborg-Bachmann-Preis

  • In der letzten Silvesternacht kam es zu einer Reihe (sexualisierter) Übergriffe/ Gewalttaten auf der Kölner Domplatte. Was passierte danach? Die Belange der Opfer rückten schnell in den Hintergrund und wichen rassistischen Verallgemeinerungen und Forderungen. Dieser Verdrehung und Instrumentalisierung wandte sich Hannah in ihrem Text „zu Gewalt legitimierender Gewalt“ zu und zählte zu dem Missstände hinsichtlich sexualisierter Gewalt auf. Nadia schrieb über „Arabisch und nordafrikanisch aussehende Menschen™„, die nach Silvester auf einmal alle direkt erkennen wollten. Als Antwort auf diese Ereignisse und Debatten gründete sich die Initiative ausnahmslos, die sich gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus einsetzt. Nadia stellte ausgehend von dem ersten ausnahmslos-Positionspapier einige Fragen zu Möglichkeiten und Grenzen aktivistischer, emanzipatorischer Arbeit. Wie feministische Forderungen dann für rassistische Gesetzgebungen instrumentalisiert werden können, zeigte sich konkret im Juli, wo die Bundesregierung die Maxime „Nein heißt Nein“ in das Sexualstrafrechts einfließen ließ, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit für Abschiebungen vereinfachte.
  • Erst vor ein paar Tagen hat sich mal wieder Assange zu Wort gemeldet und lobte den russischen Staat. Anfang dieses Jahres analysierte accalmie, warum es perfide ist im Zusammenhang mit Assenges Unterschlupf in der ecuadorianischen Botschaft über Freiheitsentzug zu sprechen.
  • Im Februar legte Heiko Kunert in einem Gastbeitrag „Eine Liste des Versagens“ zu deutscher Behindertenpolitik vor. Dass in diesem Artikel erwähnte Teilhabegesetz wurde später im Jahr vorgelegt – und heftig dagegen protestiert, denn es reihte sich nahtlos in die Versagensliste ein. Hannah schrieb über #nichtmeingesetz und den sichtbaren Protest behinderter Menschen (und darüber, dass sich viele Menschen ohne Behinderungen wenig mit dem Thema „Teilhabe“ auseinandersetzen).
  • Die AfD hat in diesem Jahr in einigen Landtagswahlen und Kommunalwahlen sehr hohe Ergebnisse eingefahren. Andere Parteien versuchten der AfD die Wähler_innen streitig zu machen, in die sie einfach ähnlich rechts agi(ti)erten. Schuldig für die Wahlergebnisse wurden (wie so häufig) die Nicht-Wähler_innen gemacht – manchmal noch dann, wenn die Zahlen zeigten, dass viele ehemalige Nicht-Wähler_innen an der Urne ihre Stimme für die AfD abgaben. Anna-Sarah schrieb zu den Landtagswahlen „Wählen gehen gegen rechts? – Wahlbeteiligung, Demokratie und AfD-Erfolg“ und Accalmie betonte in ihrem Text „Bitte nicht lächeln: Zur AfD„: „Die AfD ist eine extrem rechte Partei. Sie wird nicht aus „Unwissenheit“ gewählt.“.
  • Wenn ein „Hör auf“ nichts mehr wert ist„, schrieb Nadia über Gina-Lisa Lohfink, die sich nach erlebter sexualisierter Gewalt auf einmal auf der Angeklagten-Seite wiederfand. Unter dem Hashtag #TeamGinaLisa sammelte sich Protest gegen das Verfahren, Vergewaltigungskultur in Deutschland und Unterstützung für Lohfink. Magda berichtete im Juni von einer Protestaktion vorm Amtsgericht Tiergarten. Doch dann wurde Lohfink wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 250€. Ich beantworte daraufhin in einem Text die Frage nach wie Vergewaltigungskultur aussehe mit „Genau so„.
  • Wenn über sexualisierte Gewalt und Gewalt in Beziehungen gesprochen wird, dann liegt der Fokus häufig auf cis-männlichen Tätern und cis-weiblichen Opfern. Doch wie (wenig) über Gewalt in queeren Beziehungen gesprochen wird, darüber schrieb Nadine.
  • Was bleibt, ist Protest.„, stellte Magda fest nachdem die Ergebnisse der US-Wahl eingetrudelt waren und Donald Trump zum Gewinner der Wahl erkoren war.
  • Wisst ihr, was auch keine Verheißung ist? Feministische Männer. Nadia erklärt warum: „Wann immer es in meiner feministischen Laufbahn um feministische Cis-Männer ging, sie mir begegneten, ich mit ihnen sprach oder mir zum Feminismus konvertierte Mannsbilder via Telefon, Mail, Blog-Kommentarspalte oder Sprachnachricht mitteilten, sie hätten es jetzt begriffen und würden sich ab sofort »für die Sache« einsetzen, kam es zu gespenstischen Szenen und Erlebnissen, von denen ich die meisten gerne vergessen würde.“
  • Ein Blick in die Aktivismus-und-Bewegungs-Geschichte(n) ist so wichtig: Zu sehen und lernen, welche Debatten es bereits gab, welche Erkenntnisse weitergeführt werden könnten, aber auch um die Arbeit und den Einsatz jener anzuerkennen, die vor uns kamen. Tanja Abou schrieb in ihrem Gastbeitrag „Prololesben und Arbeiter*innentöchter“ über Interventionen in den feministischen Mainstream der 1980er und 1990er Jahre und deren Bedeutungen in heutigen Auseinandersetzungen und Magda blickte zurück auf die Gruppe „Fat Underground„, die sich in den 1970er Jahren gegen Dickenhass einsetzte.
  • Wie in jedem Jahr haben wir auch dieses Mal wieder die „Feministische Bibliothek“ weiter gefüllt mit einigen Buchtipps. Magda besprach beispielsweise „Und was sagen die Kinder dazu? Zehn Jahre später! Neue Gespräche mit Töchtern und Söhnen lesbischer, schwuler und trans* Eltern“ und „Alles Inklusive. Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter„, ich las „Rechtsextreme Frauen: Analysen und Handlungsempfehlungen für Soziale Arbeit und Pädagogik“ und empfahl „10 Bücher für die Freibad-Tasche“ und in einem Gastbeitrag blickte SchwarzRund auf das literarische Jahr 2016 deutschsprachig aus Schwarzer Perspektive zurück.

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„Statt behinderte Kinder ‚abzuschaffen‘, würde ich gern unsere behindertenfeindliche Gesellschaft abschaffen.“

5. Dezember 2016 von Magda
Dieser Text ist Teil 121 von 128 der Serie Die Feministische Bibliothek

Buchvover von "Alles inklusive" von Mareice KaiserEin Kind wird geboren und benötigt mehr Aufmerksamkeit als die meisten Kinder, eine intensive Betreuung und spezielle Hilfsmittel zum Leben, ja, Überleben. Und damit nicht genug: Die Ärzt_innen, die Therapeut_innen und auch engste Familienmitglieder runzeln die Stirn, ignorieren permanent persönliche Grenzen und sagen: „Ich könnte das ja nicht.“ Die Rede ist von Greta, einem mehrfachbehindertem kleinen Mädchen, dass seine Eltern ab Geburt an auf Trab halten wird. Die vielen Tränen, die andauernden Streits mit der Krankenkasse oder die Geldknappheit gehen allerdings nicht auf das Konto von Greta, sondern sind einer Gesellschaft zuzuschreiben, die „Inklusion“ höchstens auf schöne Broschüren schreibt, aber nicht allumfassend verankern mag.

Die Journalistin Mareice Kaiser erzählt in ihrem vor wenigen Wochen erschienenen Buch „Alles Inklusive“ (Fischer, 2016) ohne Beschönigung aus dem Familienalltag mit ihrem Partner Thorben und ihrer ersten Tochter, Greta, später auch mit der Zweitgeborenen, Momo. Es ist ein Alltag, der aus Krankenhausaufenthalten, piepsenden Sauerstoffgeräten und Darmproblemen besteht. Mareice Kaiser lässt uns teilhaben an den Ängsten, Erschöpfungen und psychischen Krisen ihrer Familie und stellt doch immer wieder klar: Das Problem ist nicht Greta. Ab und zu blitzt der Wunsch nach einem „normalen“ Leben durch. Schwer verdaulich sind diese Sätze, weil sie verdeutlichen: Viele Menschen ohne (Mehrfach-)Behinderungen definieren „normal“ immer noch als Abwesenheit von Krankheiten und Behinderungen. Es gibt wenige gesellschaftliche Strukturen, die Eltern unterstützt, die mit Kindern leben, die (mehrfach-)behindet sind. Im Gegenteil: Krankenkassen lehnen regelmäßig lebensnotwendige Hilfsmittel ab. Und teilweise fremde Menschen teilen ohne Skrupel ihre behindertenverachtenden Überzeugungen. Andere wiederum nehmen aus einem liberalen Verständnis von Gleichheit heraus die besonderen Bedürfnisse von Greta nicht wahr und verharmlosen ihre Situation. Ein Schnupfen stecken andere Kinder vielleicht gut weg, kann aber für Greta lebensgefährlich sein.

Das Leben mit Greta, und später auch mit ihrer nicht-behinderten Schwester Momo, lässt Mareice und Thorben wachsen. Mareice thematisiert zunehmend die behindertenfeindlichen Verhältnisse, den Sexismus, der hinter der Annahme steckt, dass sie sich voll und ganz für ihre Tochter aufgeben müsse (während im Alltag Thorben die meisten Pflegetätigkeiten übernimmt) und reflektiert ihre eigenen Annahmen, wie ein Familienleben zu sein hat. Letztendlich bringt sie es auf den Punkt: „Statt behinderte Kinder ‚abzuschaffen‘, würde ich gern unsere behindertenfeindliche Gesellschaft abschaffen.“


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Ein Buch nach dem anderen: Indigene LGBT Sci Fi, Mädchenfreundinnenschaft und Reportagen afrikanischer Autor_innen

29. November 2016 von Charlott
Dieser Text ist Teil 120 von 128 der Serie Die Feministische Bibliothek

Kurzrezensionen

swing-timeZadie Smith gehört seit Jahren zu meinen liebsten Schriftsteller_innen. Mit entsprechender Vorfreude habe ich somit auf diesen November hingefiebert, da nun endlich ihr neuster Roman Swing Time (Hamish Hamilton, 2016) erschien. Das Buch dreht sich um die Freundinnenschaft von Tracey und der Erzählerin, deren Namen wir nicht erfahren. Beide wachsen in der gleichen Nachbarschaft auf und sie verbindet (neben dem Fakt, dass sie beide ein weißes und ein Schwarzes Elternteil haben) ihre Liebe zum Tanz. Wirkliches Talent für die im Unterricht verlangten Bewegungen zeigt nur Tracey, die Erzählerin aber hat Ideen und Vorstellungen. Die Kapitel fokussieren im Wechsel auf die Kindheit und Jugend der Erzählerin und ihre späteren Karriere als persönliche Assistentin für eine international berühmte Sängerin, die sich in den Kopf setzt eine Mädchenschule „in Afrika“ zu gründen. Swing Time in wenigen Sätzen inhaltlich zusammenzufassen, kann dem Roman nur Unrecht tun: So vieles schafft es Smith in den etwas mehr als vierhundert Seiten unterzubringen, dabei bleiben Betrachtungen zu race und Klasse zentral und gerade Smiths pointierte Beobachtungen und Beschreibungen sind das Herz des Werks. (Ihre bisherigen Romane sind alle auch ins Deutsche übersetzt erschienen. Swing Time wird also mit Sicherheit folgen.)

what-is-not-yours-is-not-yours Bereits Helen Oyeyemis erster Roman (Das Ikarus Mädchen, welchen sie mit gerade einmal 19 Jahren schrieb) fuhr viel Lob und Anerkennung ein. Nun, eine ganz Reihe weiterer gefeierter Romane später, hat Oyeyemi in diesem Jahr ihren ersten Kurzgeschichtenband vorgelegt. What Is Not Yours Is Not Yours (Picador, 2016) spielt – wie viele Texte von Oyeyemi – mit Märchenelementen und Symbolen. Und genau wie beim Lesen eines Märchens ist es von Beginn an von Nöten jeglichen „Unglauben“ abzulegen und sich einfach von den Geschichten treiben zu lassen und Dinge als gegeben hinnehmen. In der (vielleicht am konventionell erzähltesten) Einstiegsgeschichte „Books and Roses“ öffnet ein Schlüssel den Zugang zu einer Bibliothek und einen Garten und zur Liebesgeschichte um eine Diebin und eine Künstlerin, „Is Your Blood as Red as This?“ folgt den Schüler_innen einer Marionetten-Schule und einer lebensgroßen Marionette, die je nach Betrachter_in männlich oder weiblich gelesen wird, und in „Drownings“ regiert ein Tyrann, dessen Methoden zu seinem Untergang beitragen. Die Geschichten unterscheidet sich sehr vom Stil und Setting, verbunden sind sie durch die Wiederkehr von Schlüsseln als bedeutendes Symbol und Charaktere, die in unterschiedlichen Geschichten wieder auftauchen. In meiner liebsten Geschichte „‘Sorry’ Doesn’t Sweeten Her Tea“ verehrt ein junges Mädchen einen Sänger – bis dieser beschuldigt wird Täter sexualisierter Gewalt zu sein. Im Gegensatz zur weiteren Öffentlichkeit glaubt das Mädchen der Frau, die über die Tat berichtet, und sucht Rache (etwas was ihr Vater und sein Partner nur ansatzweise verstehen können). Etwas Magie später scheint der Sänger in einer Spirale von Entschuldigungsversuchen gefangen.

love-beyond-body-space-time Eine weitere Kurzgeschichtensammlung, die dieses Jahr erschienen ist: Love Beyond Body, Space, and Time: An Indigenous LGBT Sci-Fi Anthology (Bedside Press, 2016) herausgegeben von Hope Nicholson. Diese Anthologie bringt Geschichten von Native American Autor_innen zusammen, die einerseits als speculative fiction kategorisiert werden können (entgegen des Titels ist nicht alles in diesem Band SciFi) und die Haupt-Protagonist_innen lesbisch, schwul, queer, trans und_oder Two Spirits sind. In den Geschichten geht es unter anderem um eine Tierärztin, die sich unerwartet auf einem Raumschiff um eine Gruppe Hunde kümmern muss, die den Flug eigentlich hätten schlafend verbrinden sollen, eine trans Frau, die versucht auszuloten was Frausein für sie als indigene Frau bedeutet, zwei Jungen, die zu Kolibris werden und Aliens, die sichtbar über dem Planeten in ihrem Raumschiff schweben, aber nicht landen.
Auf LGBTQReads beschreiben einige der Autor_innen ihre Motivationen hinter den Texten.

safe-house Safe House: Explorations in Creative Nonfiction (Cassava Republic, 2016) ist eine von Ellah Wakatama Allfrey herausgegebene Anthologie von Essays afrikanischer Autor_innen. Allfrey bringt Reiseerzählungen, Memoiren, Reportagen, True Crime Stories und allerhand anderer Genres zusammen und schafft durch die geschickte Reihung der Texte einen echten zusätzlichen Gewinn, wenn eine das Buch chronologisch liest. Auf Kofi Akpablis Text “Made in Nima”, in dem er über seinen Heimatort schreibt, an dem lange Zeit viele unterschiedliche Menschen zusammen lebten, folgt so zum Beispiel Kevin Ezes Beobachtungen zur chinesischen Community in Dakar, Senegal, deren Träume und Vorstellungen und die Gewalt gegen sie. Isaac Otidi Amukes „Safe House“, tagebuchähnlichen Aufzeichnungen zu seinen Erlebnissen als politischer Flüchtling aus Kenia ind Uganda, folgt Mark Gevissers Reportage über LGBTI-Geflüchtete aus Uganda, die in einem Limbo in Kenya leben („Walking Girly in Nairobi“). Und außerdem? Hawa Jande Golakai schreibt über ihre Erfahrungen während der Ebola-Krise in Liberia, Sarita Ranchod erinnert sich an ihre Kindheit in der indischen Community am Kap, zwischen Gujarati-Unterricht, leckerem Essen und Protest, Barbara Wanjala fliegt in den Senegal, um sich mit der Leiterin der dort einzigen NGO, die sich gezielt für lesbische Frauen einsetzt, zu treffen und Neema Komba besucht einen magischen Berg nahe des Dorfes, aus dem ihre Familie kommt. (Und ja, noch viele spannende Texte mehr.)

Literaturnews und -debatten

Voller Vorfreude: Am 16.März 2017 erscheinen Sharon Dodua Otoos beiden Novellen die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle … und Synchronicity als ein Band im Fischer Verlag. (Einzeln kann man sie natürlich jetzt immer noch bei edition assemblage erwerben.)

Ebenfalls beim Fischer Verlag (bzw. dem Imprint TOR) erschien im Oktober endlich Becky Chambers Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten. Das englische Orginal habe ich bereits im Sommer kurz besprochen.

Bei CrossCult erschien auch im Oktober Nnedi Okorafors Lagune. Wer fürchtet den Tod und Das Buch des Phönix sollen folgen. Die englischen Orginale zu Lagune und Wer fürchtet den Tod habe ich im letzten Jahr besprochen.

Gabrielle Bellot beschreibt in The Atlantic die (Interventions)Möglichkeiten queerer Literatur unter Trump.

Emily Temple empfiehlt bei LitHub40 New Feminist Classics You Should Read“ – eine Liste voller Non-Fiction, Poesie und Romanen.

Im Guardian schreibt Zadie Smith über die Tänzer_innen, die sie inspirieren, von Fred Astaire zu Beyoncé und den Zusammenhang von Literatur und Tanz.

Roxane Gay und Yona Harvey schreiben als erste Schwarze Frauen für den Comic-Giganten Marvel. Im Interview mit Entertaiment Weekly spricht Gay über „World of Wakanda“.


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Sichere Herkunftsstaaten, rechte Bewegungen und eine Empowerment-Konferenz in Hannover – kurz verlinkt

16. November 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 330 von 352 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

weird. interviewt die Autorin Katrin Frank zu ihrem Debutroman „Dienstag: Homobar“, lesbischen Szenen in Mittelhessen und Berlin sowie dem bereits angefangenen Nachfolgeroman.

„Die wichtigste Frau der Türkei“ titelt die tazFigen Yüksekdağ ist Kovorsitzende der türkischen prokurdischen Oppositionspartei HDP – und eine der vielen Personen, die in der Türkei verhaftet wurde.

Die Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt hat eine neue Plakatkampagne.

SeLA – Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit sucht Studierende der Sozialpädagogik, Erzeihungswissenschaft sowie der Geistes- und Sozialwissenschaften, die im Rahmen ihres Studiums ein Praktikum absolvieren. Bewerbungsfrist: 02.01.2017.

Debatten über Rassismus werden schnell verletzend. Deshalb sind wir geneigt, sie zu vermeiden. Das hilft aber nichts: Amna Franzke sagt in der taz: Wir müssen mittenrein.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat eine neue Publikation veröffentlicht: Von wegen sicher. Das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten in der Kritik.

Jayrôme C. Robinet feiert WoMANtís RANDom mit dem Text „Art und Weise, Dinge anders zu entscheiden„. WoMANtís RANDoms Buch „gummiband-familien – rubberband families“ ist gerade im Verlag w_orten und meer erschienen.

Bei „The Queer L-Vlog“ (fb-Link) handelt es sich um ein Non-Profit YouTube-Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, queere, genderqueere, nicht-binäre und lesbische Menschen sichtbar zu machen  und „ihre*“ Themen zu behandeln. Zwei Folgen sind schon veröffentlicht, in dieser Folge geht es um Liebeskummer:

Englischsprachige Link

Weißer Typ möchte definieren, was (nicht) Rassismus ist. Autorin Chimamanda Ngozi Adichie ist wenig begeistert. Ein Video für die Ewigkeit.

Katrin ist euch bestimmt schon bekannt durch ihren fat positiven Blog reizende Rundungen. Nun gibt es neue englischsprachige Artikel auf The Killerqueen über Plus Size Fashion, Feminismus, Sex, Essen und mehr.

Mey Rude präsentierte bereits im letzten Jahr bei Autostraddle: „10 Trans Women Pioneers They Definitely Didn’t Tell You About In History Class„. Ein Artikel, in den man immer wieder reingucken könnte/ sollte.

Und zu guter letzt dieser wichtige Tweet von Flavia Dzodan:

Termine in Berlin, Göttingen, Hamburg und Hanover:

17. in Berlin: Lesung und Projektpräsentation: Jüdische weibliche Identitäten heute. (Anmeldung zu Veranstaltung bis heute, den 16.11.)

18.-20.11. in Berlin: Das Trans*FilmFestival wird in der Werkstatt der Kulturen stattfinden.

24.11. in Berlin: Das EWA e.V. Frauenzentrum stellt im Lesben-Salon Strategien gegen lesbenfeindliche Gewalt vor. (FB-Link)

25.11. in Berlin: Zum 25. November ruft ein Kollektiv alle Frauen* auf, die Straßen zu erobern: „Wir verteidigen uns selbst, wir organisieren uns selbst, wir bestimmen selbst!“ (FB-Link)

25.11. in Hamburg: „Georgisch-deutscher Austausch – ein feministischer Reisebericht„. Präsentation ab 19.30.

25.11. in Göttingen: Vortrag zu sexualisierter Gewalt: „Ich habe überlebt„.

26.11. in Hannover: HOTSPOT OF POWER! Eine Empowerment-Konferenz von und für Jugendliche und junge Erwachsene of Color findet ganztägig statt. (FB-Link)

08.12. in Berlin: Von 18-20 Uhr findet die Präsentation der Expertise „Geschlechterverhältnisse in Fußballfanszenen“ statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Das literarische Jahr 2016 – deutschsprachig aus Schwarzer Perspektive

14. November 2016 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 119 von 128 der Serie Die Feministische Bibliothek

SchwarzRund kam als Schwarze Deutsche Dominikaner*in mit drei Jahren nach Bremen, lebt seit fast zehn Jahren in Berlin. Seit 2013 publiziert sie auf ihrem Blog schwarzrund.de und in diversen Magazinen. Mehrdimensionale Lebensrealitäten inner- und außerhalb von Communitys verhandelt sie in Performance-Texten, Vorträgen und Veranstaltungsreihen. Gerade erschienen ist ihr Roman „Biskaya“, ein afropolitaner Roman über das Leben von Schwarzen Menschen in Berlin. Folgende Büchersammlung erschien zuerst auf SchwarzRund:

2016 ist, wie jedes Jahr, ein Jahr, in dem weiße Vorherrschaft viel politischen Mist produziert, aber eben auch künstlerisch Schwarze Perspektiven nicht mitverhandelt. Doch wie immer gilt: Schwarze Menschen schaffen es deswegen/daraus/trotz allem und weiterhin ihre Perspektiven selbst in die Welt zu bringen. Außerdem gewinnen Schwarze Menschen auch den Bachmannpreis 2016, Sharon Dodua Otoo übertraf mit Ihrem Text „Herr Gröttrup setzt sich hin Maßstäbe, die die Jury sich nichtmal hätte erdenken können. Hier die Veröffentlichungen, von denen ich mitbekommen habe, bitte kommentiert damit ich die Liste ergänzen kann! Ich habe nicht alle Bücher gelesen, daher kann ich für nichts garantieren.


Talking Back – Strategien Schwarzer österreichischer Geschichtsschreibung
Claudia Unterweger, 19,95€ kaufen

Lese ich gerade, es folgt dann mein Eindruck.

 

 

 

 


gummiband-familien – rubberband families D/engl

Familienbuch von WoMANtís RANDom, 18€ kaufen.
Ein Familienbuch mit großartigen Illustrationen, Suchspielen, neuen Worten und Details zum verlieben!

 

 

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