Sag mir, wie soll ich fühlen?
10. Februar 2012 von JenniferDer Hype um die „Twilight“-Saga ebbt allmählich ab – stark angesagt bei jungen Leserinnen ist dafür derzeit die „Tribute von Panem“-Trilogie. Und die hat endlich mal eine starke, selbstbewusste junge Heldin zu bieten. Oder?
So langsam ist es ja auch mal gut mit der schönen Bella und ihrem keuschen Vampir. Der letzte Band der „Twilight“-Reihe ist schon eine Weile auf dem Markt, der erste Teil seiner auf zwei Folgen angelegten Verfilmung kam im letzten Winter in die Kinos. Weil Bella darin ihrem schönen Blutsauger Edward das Ja-Wort gab, durfte sie auch endlich mit ihm Sex haben – musste sich dann aber ganz klassisch gleich wieder für ihr ungeborenes Vampirkind opfern. Denn eine Abtreibung kommt in der von einer Mormonin erdachten Geschichte natürlich auch bei Lebensgefahr für die Mutter nicht in Frage. Der zweite Teil soll nun im kommenden Winter die Leinwände erobern. Wer die Bücher gelesen hat, weiß, dass sich am Rollenbild – hier der starke, beherrschte und sich über seine Gefühle stets im Klaren befindliche Mann und dort die emotionale und unsichere, aber durch ihre Intuition alles richtende Frau – nichts mehr ändern wird.
Aber dafür gibt es ja jetzt eine neue Romanreihe für jugendliche Leserinnen. Und für „Die Tribute von Panem“ (im Original „The Hunger Games“) hat sich die Autorin Suzanne Collins wenigstens mal eine starke weibliche Heldin ausgedacht: Die 16-jährige Katniss lebt in einer nahen Zukunft in Panem, dem einstigen Nordamerika, das von Naturkatastrophen und Bürgerkriegen verwüstetet wurde.
Beherrscht wird Panem vom grausamen „Capitol“. Um das Volk gefügig zu halten, haben sich die Tyrannen ein besonders perfides Mittel ausgedacht: die Hungerspiele! Jedes Jahr werden aus allen Distrikten je ein Junge und ein Mädchen ausgelost, die in einer Arena gegeneinander antreten müssen – auf Leben und Tod. Dem Sieger wirkt ein Leben in Saus und Braus, doch bis er die anderen zwangsrekrutierten Gladiatoren niedergemetzelt hat, sind alle Einwohner Panems verpflichtet, sich die Spiele live vor dem Fernseher anzuschauen.
Als das Los auf Katniss’ kleine Schwester Prim fällt, meldet stattdessen sie selbst sich freiwillig. Immerhin kann sie mit Pfeil und Bogen umgehen, ihre Chancen stünden also vielleicht gar nicht so schlecht. Nur mit einem hat die eigentlich so toughe Katniss nicht gerechnet: Dass der andere Kandidat aus ihrem Distrikt ausgerechnet ihr netter Klassenkamerad Peeta sein könnte. Und dass Peeta, der eigentlich doch ein tödlicher Konkurrent ist, sich im Verlaufe der Spiele auffallend um sie bemüht, ihr sogar das Leben rettet … (weiterlesen …)
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