Feminismus ist für alle!
11. April 2012 von VerschiedenenSandra Laczny wurde in den Siebzigern in einer Kleinstadt in der Nähe von Aachen geboren und machte eine Ausbildung als Notarfachangestellte. Später arbeitete sie in Anwaltskanzleien für u.a. Asylrecht, Familienrecht und wurde auf die rechtlichen Probleme von trans* aufmerksam. Heute schreibt sie auf ihrem anti*istisches empörungsblog. Sandra hatte noch nie viel Verständnis für “klassische” Geschlechterrollen, hat aber erst vor knapp zwei Jahren bewusst angefangen, sich mit Feminismus zu beschäftigen. So stellt sie uns heute ein Buch der US-amerikanischen feministischen und rassismuskritischen Literaturwissenschaftlerin bell hooks vor.

“Feminism is for Everybody: Passionate Politics” von bell hooks, erschienen im Jahre 2000, ist eine kurze (120 Seiten), aber umfassende Einführung zu feministischer Politik.
Dieses Buch beantwortet die Frage, was für bell hooks Feminismus sei, behandelt feministische Theorie zu race und Gender, Männlichkeiten, Schönheitsstandards, Klassenkampf, Liebe und die Zusammenhänge zwischen Sexismus und Gewalt in einem System, das Dominanz belohnt. Dieses Buch erklärt auch, warum Feminismus immer politisch ist und ohne Berücksichtigung der Intersektionalität (Überschneidung) von Diskriminierungsformen – Sexismus, Heterosexismus, Rassismus, Klassismus… – nicht funktioniert.
Die Autorin legt dar, dass Feminismus zwar nicht bedeutet, für Abtreibung sein zu müssen, dass man in einer Bewegung, die sich gegen sexistische Unterdrückung richtet, aber nicht Anti-Choice (gegen die Wahlfreiheit) sein kann. Weiter zeigt sie Rassismus und Überlegenheitsdenken auf, wo Genitalverstümmelung problematisiert und Magersucht übersehen wird.
“Lifestyle feminism” nennt die Autorin den verbreiteten reformistischen Feminismus, den Frauen, egal ob konservativ oder liberal, ohne große Herausforderungen und ohne ihre politischen Ansichten anpassen zu müssen, in ihren bestehenden Lebensstil integrieren können. Einen Feminismus, der sich einfügt in die weiß-männlich-patriarchal-kapitalistische Hegemonie (Herrschaft), und nicht viel mehr als die Gleichstellung von Frauen mit Männern der eigenen Schicht und race zum Ziel hat.
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