Keine Satire aber Brüste

von Helga

Quelle: Techcrunch

Quelle: Techcrunch

Dass jedes iPhone-Programm zunächst von Apple freigegeben werden muss, sollte solche Desaster eigentlich verhindern. Denn entgegen dem Grundsatz “Sex sells” sind im App Store keine Pornos erlaubt. Doch wieder einmal hat irgendjemand nicht aufgepasst: Wie Techcrunch berichtet, gibt es nun “Asian Boobs” für billige 99 Cent im App Store (1,59 Euro in Deutschland).

Photos of sexy asian girls with BIG BOOBS, 100+ galleries and 2500+ photos, updated regularly. Japanese girls, Korean girls, Chinese girls, Taiwanese girls, models, stewardesses, nurses, school girls, teachers, bikini girls, sexy girls and more.

Nicht gut angekommen war dagegen das someecards-Programm. Deren beißender Humor stieß den Apple-Testern anscheinend sauer auf.

I can't decide this Halloween whether to go as a slutty witch, a slutty nurse, a slutty schoolgirl, or just a total slut

Bilder leichtbekleideter Krankenschwestern – ok. Witze über die Industrie hinter Kostümen leichtbekleideter Krankenschwestern – nicht ok. Euch bei Apple beschweren könnt ihr hier.

(Via Geek Feminism)




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 9:17 Uhr unter Netz(kultur). RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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19 Kommentare

  1. steve, the pirate sagt:

    Wie heuchlerisch: Keine Pornos, aber dann solche Pornobilder…

  2. Patrick sagt:

    Die Apple-Freigabe für den App Store ist eine der schlimmeren Kontrollen, die Softwarefirmen eingeführt haben, und wird zurecht immer wieder kritisiert. Ein weiteres erleuchtendes Beispiel. Danke.

  3. stadtpiratin sagt:

    schade, das satire-app hätte ich genommen.

  4. susimaus sagt:

    ich verstehe die aufregung nicht. die freigabe-prozedur von apple ist doch im grunde nichts anderes als vonderleins internetsperren. und da waren wir doch alle dagegen.

    auch durch apples zulassungspolitik wird die produktion solcher bilder nicht verhindert und der konsument kann sie sich einfach anderweitig besorgen.

    gut, hier gehts jetzt nicht um kinder … oder ist das jetzt zyisch?

  5. steve, the pirate sagt:

    Es geht imho nicht um die Bilder an sich: Wenn Apple auch Pornos und diese Sateirekarten (someecard) etc. zulassen würde hätte ich kein Problem. Aber das eben Pornos nicht erlaubt werden und Satirekarten auch nicht erlabut werden, aber diese Bildchen erlaubt werden, ist dann doch recht heuchlerisch.

  6. Helga sagt:

    @susimaus: Apple und eine Ministerin sind nicht zu vergleichen. Jeder Firma bleibt es überlassen, was sie in ihrem Geschäft verkauft. Es stört ja auch niemanden, wenn Schuhläden keine Socken verkaufen wollen.

    Das Problem hierbei ist ein anderes: Apple hat sich bewußt dagegen entschieden, pornografische Produkte auf ihrer Plattform anzubieten (deren gutes Recht). Trotz der Freigabeprozedur schaffen es aber immer wieder fragwürdige Apps in den Store, während andere wie someecards abgelehnt werden.

    Dass Pornografie auch ohne Apple produziert wird und auch über andere Wege aufs iPhone gelangt ist klar. Aber darum geht es nicht, sondern darum, dass bei der Freigabe Doppelstandards angelegt werden.

  7. susimaus sagt:

    genau: doppelstandards ist das stichwort.

    doppelstandards wo und wann das an- oder unterbinden von pornografischen angeboten je nach gusto als freiheitsbraubung oder als diskriminierung gewertet wird.

    und da liegt der unterschied nicht in der an- oder unterbindenden institution, sondern im an- oder unterbinden an sich.

    man könnte auch sagen: erstmal selbst eine haltung zu pornografie entwickeln, dann ergibt sich die wertung von ganz allein und man muss keine argumentativen krücken bemühen.

  8. Helga sagt:

    @susimaus: Was willst Du mir damit jetzt sagen?

  9. Emily sagt:

    @Susimaus:
    Dein Kommentar geht ein bisschen am Thema vorbei. Wie Helga gesagt hat: Jeder Firma bleibt es überlassen, was sie in ihrem Geschäft verkauft. Das hat nichts mit Freiheitsberaubung zu tun. Apple verbietet ja nicht, dass du dir Pornos auf dein iPhone lädst, sondern will sie nur nicht verkaufen. Ist deren gutes Recht.
    Dass sie anscheinend nicht sehr konsequenz oder nachvollziehbar handeln, ist ja noch mal was anderes.

  10. Patrick sagt:

    Na, da mit dem Pornos aufs iPhone laden ist so eine Sache, zumindest was Anwendungen angeht. Klar hat fast jeder sein iPhone gecrackt, aber von Haus aus bestimmt Apple dadurch eben schon, welche Programme man auf seinem eigenen Telefon abpsielen kann

  11. Helga sagt:

    Programme ja, aber soweit ich weiß hält man niemanden ab, auf youporn zu surfen oder seine Bilder vom Rechner auf das iPhone zu ziehen.

  12. jj sagt:

    Mal so als Frage – wenn das ein Beispielbild sind – sind die anderen Bilder auch Bilder von bekleideten Frauen? Vielleicht gilt das dann schlicht nicht als pornografisch…

  13. susimaus sagt:

    helga, was ich sagen möchte, steht ja da.

    du schreibst:

    “Jeder Firma bleibt es überlassen, was sie in ihrem Geschäft verkauft”

    stimmt. und das können die von apple so halten, wie sie wollen. ganz einfach. und wenn sie dabei keine klare linie haben, ist auch das ihre sache, da sie keinen moralischen anspruch postulieren.

    wer aber zur abbildung von nackten frauen, sex oder porno moralische wertungen abgeben möchte, muss dazu eine haltung einnehmen. und zwar möglichst eine konsistente ohne doppelten boden. das heißt, wer meint, dass kinderpornos im netz nicht gesperrt gehören aus den bekannten gründen – ich weiß nicht, ob das deine meinung ist, aber das spielt grundsätzlich auch keine rolle, denn es geht ja nicht um deine person – also wer auch immer das meint, der braucht sich über apple nicht aufzuregen. tut er es doch, misst er mit zweierlei maß.

  14. Zoe sagt:

    @ susimaus: Was du sagst, ist ja durchaus richtig (erst mal eine Position zu Pornografie entwickeln usw.), aber darum geht es nicht unbedingt.

    Apple sagt ja, dass sie keine Pornos wollen. Wenn sie dann solche Bilder billigen, sagen sie: Diese Bilder sind keine Pornografie.

    Ich hatte das Gefühl, dass sie die Autorin am ehesten an dieser Aussage stört, da die Bilder in ihren Augen Pornografie sind. Zumindest mehr Pornografie als die Satirekarten, die nicht genehmigt wurden.

    Vielleicht ist es aber (das ist jetzt meine Meinung zu dem Artikel) einfach so, dass die Satirekarten aus irgendeinem anderen Grund nicht erlaubt wurden. Und dass die Bilder eben erlaubt sind, weil tatsächlich vielleicht angezogene Frauen nicht als Pornografie gesehen werden (von Apple).

    Hier kommen wir dann in den Bereich, darüber zu philosophieren, was in den Augen von Apple Pornografie ist. Und das finde ich ein bisschen langweilig, weil ich mir vorstelle, dass bei Apple einfach Deppen sitzen, die darüber kein bisschen nachgedacht haben. Perle vor die Säue also, sich damit groß zu beschäftigen, oder nicht?

  15. Helga sagt:

    @susimaus: Apple hat ganz klar vorgegeben, dass es keinen Erotikcontent geben wird. In anderen Fällen hat Apple ähnliche Apps nicht zugelassen.
    http://www.iphone-ticker.de/2008/12/19/keine-iboobs-im-app-store/

    Im Übrigen habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass der Begriff Kinderpornografie irrfeührend ist, weil es sich um dokumentierten Missbrauch handelt.

  16. [...] oder einer klaren Linie gegenüber pornografischen Inhalten hat die Auswahlpolitik bisher aber nichts zu tun gehabt. Stattdessen schafften es immer wieder, teilweise äußerst fragwürde Apps, bei denen man z.B. [...]

  17. [...] schreibt weiter: Wieder einmal hat Apple trotz vorheriger Prüfung eine iPhone-App zugelassen, die Frauen zur Ware degradiert, gesellschaftskritische Apps kommen dagegen schlechter an. Damit [...]

  18. [...] tracken – aber keine einzige hervorgehobene App zum Verhüten oder Regel tracken. Apple und seine sexistischen Doppelstandards mal wieder?! Also „period tracker“ eingegeben, um endlich an den Stoff zu kommen. Und voilà: [...]

  19. [...] tracken – aber keine einzige hervorgehobene App zum Verhüten oder Regel tracken. Apple und seine sexistischen Doppelstandards mal wieder?! Also „period tracker“ eingegeben, um endlich an den Stoff zu kommen. Und voilà: [...]