Homo-Ehe, Alleinerziehende, Weltärztinnenkongress, LGBT im TV, Merkel, Transsexualität und Al-Jazeera

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 62 von 357 der Serie Kurz notiert

Gestern wurde entschieden, dass das kalifornische Verbot der Homo-Ehe diskriminierend sei und somit gegen die US-Verfassung verstößt (wir berichteten). Die Entscheidung tritt allerdings noch nicht in Kraft.

Spiegel online nennt Fakten zum Stand der Alleinerziehenden in Deutschland und ihrem Alltag. Interessant: 90 Prozent sind Frauen; der Anteil an alleinerziehenden Vätern sank seit 1996 um drei Prozent.

Über den Weltärztinnenkongress in Münster berichtete die Ärzte-Zeitung. Dort tauschten sich die Ärztinnen über Probleme, wie für Frauenkörper unpassende OP-Instrumente, und die möglichen Auswirkungen der „Verweiblichung der Medizin” aus. Auch die spezifischen Probleme in verschiedenen Ländern wurden angesprochen, so sterben etwa in Indien überdurchschnittlich viele Frauen durch Verbrennungen.

Feministing hat sich den GLAAD-Report zur Repräsentation von LGBT im US-amerikanischen Fernsehen angeschaut. Fazit: Es geht bergauf!

Ines Kappert in der taz über Merkel, die Flucht der CDU-Männer in die Wirtschaft, Privilegien und die Tabuisierung von Männlichkeit.

Der Freitag berichtet über Lea T, das erste transsexuelle Supermodel.

Sociological Images kommentiert die jahrzehntelange nature/nurture Debatte und plädiert mit einem interessanten Beispiel über Gehirne und Gewalttäter_innen für mehr Austausch der Vertreter_innen beider Richtungen.

Die Jungle World hat ein Interview mit Judith Butler u.a. über Antisemitismus, den Christopher Street Day und die politische Verantwortung von Homo-, Bi- oder Transsexuellen.

Ebenfalls in der Jungle World: In der Redaktion des arabischen Senders Al-Jazeera aus Katar erregt ein Streit um Dresscodes für Mitarbeiterinnen Aufsehen.

Am 25. Mai hatten die fünf Sprecherinnen ihren Rücktritt aus der Nachrichtenredaktion eingereicht (…). Anlass für ihren Schritt waren die neuen muslimischen Bekleidungsvorschriften, die männliche Chefs ihnen aufzuzwingen versucht hatten.




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 5. August 2010 um 8:49 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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25 Kommentare

  1. Jules sagt:

    Zum Thema Homo-Ehe gibts eine tolle Bilderstrecke bei The Big Picture – diese Fotos sollten eigentlich Argument genug sein:
    http://www.boston.com/bigpicture/2010/08/same-sex_marriage.html

  2. Gnurpsnewoel sagt:

    Ergänzend zum Jungle-Interview mit Butler: die Erwiderung von Bonde auf verbrochenes.net.

    Mindestens Paradox.Judith Butler hat der Jungle World ein Interview gegeben. Das hätte sie lieber nicht tun sollen. Die postmoderne Philosophin führt vor, wie ihr und ihren Anhängern beim Dekonstruieren und Relativieren der Realität dieselbe abhanden gekommen ist.

    Naja, könnt ihr ja alle selbst lesen!

  3. Jonathan sagt:

    Zu Al Jaazera:

    Für die Frauen soll dort lediglich das gelten was für Männer selbstverständlich ist, ein Nachrichtensprecher kann dort auch nicht in offenen Schuhen und kurzen Hosen bzw Rock erscheinen sondern hat dort im Anzug zu erscheinen. Der im JungleWorld getätigte Verweis das für Männer nichts geschrieben wurde um den Eindruck einer Diskriminierung zu erwecken ist daher grob irreführend. Die 5 Nachrichtensprecherinnen wollten scheinbar ihren Körper zur Schau stellen, und das ist dort halt nicht erwünscht, genauso wie es bei Männern nicht erwünscht ist. Gleiches Recht für alle.

  4. E. sagt:

    @Jonathan
    Logo ist das Diskriminierung wenn Kleidervorschriften nur für ein Geschlecht gelten.

  5. Jonathan sagt:

    @E.

    Richtig, deswegen ist es richtig das zukünftig für Frauen bei AlJazeera die selben Vorschriften in Bezug auf Freizügigkeit der Kleidung gelten wie für Männer.

  6. Der Ekelbaron sagt:

    *applaudier* Schönes Argument :o)

  7. Name (notwendig) sagt:

    @ Jonathan: Frauen, die sich ganz normal bekleiden, „wollen“ sich also „zur Schau stellen“? Was für eine ekelhafte Unterstellung. Aber Du argumentierst da ganz im Sinne der Al-Jazeera Chefs: nur Frauen können „unanständig“ sein – und wollen es natürlich auch, wenn Mann ihnen keine Grenzen setzt. Willkommen im kulturellen Mittelalter
    Der Punkt ist doch, dass ein Haufen Männer den Frauen vorschreibt, was sie zu tun und zu lassen haben, und dass die Frauen kein Mitspracherecht haben. Der Punkt ist weiter, dass das früher schonmal anders war, weshalb die neuen Vorschriften auf eine konservative Radikalisierung des Senders hindeuten.

  8. Jonathan sagt:

    @Name (notwendig)

    Ja richtig sie wollen ihren Körper zur Schau stellen, d.h. sich sexuell anziehend präsentieren. Das ist den Männern nicht erlaubt, und nun auch den Frauen nicht mehr. Willkommen in der Zeit in der gleiche Rechte und Pflichten sowohl für Frauen als auch für Männer gelten.

    Wo genau ist nun nochmal dein Problem? Achja, für Frauen sollen Sonderprivilegien gelten und das ist dann Fortschritt für dich. Da lebe ich lieber im Mittelalter.

  9. Name (notwendig) sagt:

    @ Jonathan: Wo mein Problem liegt, habe ich oben dezidiert beschrieben. Dass Du darauf nicht eingehen magst, ist ein anderes Problem, aber nicht meins.
    Interessieren würde mich aber schon: wer sagt denn, dass Männer sich nicht – wie Du so schön sagst – „sexuell anziehend präsentieren“ (dürfen)? Also ich finde Anzüge bisweilen ziemlich sexy. Ich empfehle Al Jazeera daher als Dresscode für ihre Moderatoren schlabberige Cordhosen und Wollpullis. Aber richtig, ich vergaß: um Männer und was sie zu tun und zu lassen hätten, ging es ja gar nicht.
    So, und jetzt muss ich schnell die Sandalen gegen Schnürschuhe eintauschen, bevor noch irgendeiner denkt, ich wollte meinen Körper zur Schau stellen.

  10. Jonathan sagt:

    @Name (notwendig)

    Was du nicht verstehst ist das die Männer keine Wahl haben ob sie im Anzug kommen oder nicht. Sie müssen, und das ist eine Vorschrift. Daher muss es hier auch gar nicht um die Männer gehen, denn da gibt es bereits feste Regeln denen sich die Männer zu beugen haben. Ich würde im Sommer auch mal gerne in kurzen Hosen zur Arbeit, darf ich aber nicht. Warum solltest du als Frau Sonderrechte haben?

    Was wäre wohl los wenn es von Seiten Al Jazeera heissen würde die Frauen müssen im kurzen Rock erscheinen? Das würde dir wieder nicht passen, das wäre dann aufeinmal die Degradierung der Frau zum Sexobjekt, nicht wahr? Denn du willst das Frauen weitestgehende Narrenfreiheit haben und die Gesellschaft das zu akzeptieren hat. Und wenn ein Kollege dann mal länger auf die Beine schaut die da präsentiert werden, soll er wohl noch wegen sexueller Belästigung abgemahnt werden…

  11. E. sagt:

    Lass deine Verbitterung doch woanders raus und erklär anderen Menschen nicht was sie wollen.

  12. Jonathan sagt:

    @E

    Lern du erstmal mehr als einen Satz zu schreiben der garnicht auf Argumente eingeht, bevor du anderen Vorschriften machen willst.

  13. Name (notwendig) sagt:

    @ Jonathan

    Du wirfst hier so viele Äpfel und Birnen durcheinander, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich versuchs nochmal:
    Al Jazeera schreibt seinen Moderatorinnen die Rocklänge nicht deshalb vor, weil der Sender einen Ausgleich für die langen Hosenbeine der Moderatoren schaffen will, sondern deshalb, weil die männlich besetzte Führungsetage Röcke, die kürzer sind als fünf cm unterm Knie, für unanständig hält. Das ist ein Unterschied. Es geht nicht darum, dass Frauen auch schwitzen sollen, sondern darum, dass sie ihre angeblichen Reize verhüllen sollen. Der Sender verbietet seinen Mitarbeiterinnen normale Arbeitsbekleidung und lässt die Frauen zu dieser Sache nichtmal zu Wort kommen.
    Ich habe kein Problem mit Bekleidungsvorschriften am Arbeitsplatz. Aber wenn Arbeitgeber_innen „züchtige“ (was auch immer das nun bedeuten mag) Arbeitskleidung vorschreiben, dann sollte das auch für beide Geschlechter gelten. Und beide Geschlechter sollten an der Entscheidungsfindung mitwirken können oder zumindest angehört werden.
    Zu Deinen anderen Unterstellungen nur so viel (wie E. habe ich das Gefühl, dass Du bei diesem Thema einen gewissen Frust schiebst – um es mal nett auszudrücken): ich habe mir bewusst einen Arbeitgeber gesucht, bei dem es keine Kleidungsvorschriften gibt, da ich Hosenanzüge und Kostüme gleichermaßen verabscheue. Und sexuelle Belästigung kommt vor – egal was frau anhat. Leider.

  14. Jonathan sagt:

    @Name (notwendig)

    „Ich habe kein Problem mit Bekleidungsvorschriften am Arbeitsplatz. Aber wenn Arbeitgeber_innen “züchtige” (was auch immer das nun bedeuten mag) Arbeitskleidung vorschreiben, dann sollte das auch für beide Geschlechter gelten.“

    Und wo genau gilt das nun für Männer nicht?

    „Zu Deinen anderen Unterstellungen nur so viel (wie E. habe ich das Gefühl, dass Du bei diesem Thema einen gewissen Frust schiebst – um es mal nett auszudrücken)“

    Den selben Eindruck habe ich bei dir, aber persönlich wird man nur wenn einem die Argumente ausgehen, daher lasse ich das meistens.

    „Und sexuelle Belästigung kommt vor – egal was frau anhat. Leider.“

    Natürlich, Frauen in Burka werden genauso häufig belästigt wie Frauen mit großem Ausschnitt, einem hautengen kurzem Rock und High Heels. Niemand bezweifelt das, es gibt unzählige Studien zur männlichen Partnerwahl die belegen das die sexuelle Ausstrahlung bzw sexuelle Reize einer Frau nicht im geringsten mit ihre Kleidung korrelieren ;-)

  15. Name (notwendig) sagt:

    @ Jonathan: Al Jazeera verbietet ihren Moderatoren beispielsweise keine engen Hosen. Ihren Moderatorinnen jedoch schon. Du schaffst es einfach nicht, aus der Logik auszubrechen, dass Frauen angeblich unanständige Kleidung tragen, wenn sie sich normal anziehen. Für Al Jazeera wäre schon ein gewöhnliches T-Shirt unanständig – um hier mal einen vernünftigen Maßstab aufzumachen. Es ist ja nicht so, dass die Frauen früher im Bikini zur Arbeit erschienen wären.
    Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum Deine verharmlosenden Einlassungen in Bezug auf sexuelle Belästigung hier stehen geblieben sind, aber seis drum: steck Dir Deinen Smiley dahin, wo die Sonne nicht scheint, und lies lieber mal ein paar Studien zum Thema sexueller Gewalt (ja, das ist jetzt sehr persönlich gemeint). Sexuelle Belästigung hat weniger was mit der Kleidung der Betroffenen zu tun als damit, dass manche Arschlöcher sich einfach nicht im Griff haben.

  16. Der Ekelbaron sagt:

    Ich finde Jonathans Argument immernoch gut. Und sein Ton inst deutlich sachlicher als der seiner KontrahentInnen.

    Der Anzugzwang in der Arbeitswelt (und die beschränkte Auswahl an Mode insgesamt) ist eine massive Diskriminierung von Männern. Frauen haben hier meistens mehr „Freiheiten“. Wobei man neben festgeschriebenen Gesetzen auch die Freiheitseinschränkungen durch abstraktere Konventionen und Normen nicht vergessen sollte. Wenn alle AJ-Moderatorinnen eine zeitlang ihren Ausschnitt präsentieren, wird dies erst zur Normalität und dann zum Zwang für alle neuen Moderatorinnen.
    Und auch ganz persönlich: Ich habe keine Lust, beim Nachrichtenschauen das Dekoltee der Sprecherin betrachten zu müssen. Das könnt ihr anders sehen, besonders feministisch ist das aber nun wirklich nicht.

  17. Eris sagt:

    @Der Ekelbaron:
    Was ist an Brüsten nochmal genau unfeministisch?
    Ich lasse mir nur sehr ungern erklären, ab welcher Dekolteegrösse ich keine Feministin mehr bin.

  18. Der Ekelbaron sagt:

    Wenn in einem Unternehmen Konventionen gelten, die Frauen zwingen, beim Nachrichtenvorlesen ihre Brüste zu zeigen, lässt sich das mit feministischen Zielen schwer vereinbaren.
    Aber sorry… Bin grad etwas leichtfertig damit, Argumente oder Autoren aus dem Feminismus ausgrenzen zu wollen. Werd mich bessern. Die Seeliger ist schuld :o)

    Btw. Schöner Nick…

  19. Das erste transsexuelle Supermodel? Model ist tatsächlich ein recht häufiger Beruf unter Betroffenen, die frühzeitig Behandlung erfahren konnten. Die wenigsten Kokettieren damit, aber ein paar sind schon durch die Medien gegangen. Aber mit Superlativen um sich zu werfen, ist im medialen Umgang mit Betroffenen einfach Selbstverständlich, „Der erste Schwangere Mann“, „Die jüngste Transsexuelle der Welt(*)“ und und und…
    Wenn ich den Artikel im Freitag lese, erschrecke ich:
    „Ihr Körper musste mit Hormonen vollgepumpt werden, die auf die Stimmung schlugen und sie ist gezwungen, der „inhärenten Einsamkeit der Transsexualität“, wie sie es nennt, ins Auge zu sehen. “
    Normalerweise ist es ein unglaubliches Wohlgefühl, wenn die richtgen Hormone wirken, und das nehmen derselben alles andere als ein unfreiwilliger Vorgang. Würde man einem Diabetiker bemeidleiden, weil er „mit Insulin vollgepumpt“ wird? Was ist das für ein seltsames Weltbild?
    Die Depressionen deuten aber auf etwas anderes hin. Dass Androcur verabreicht wurde, dass als häufige Nebenwirkung Depressionen auslöst und eigentlich so überflüssig wie ein Kropf und eben auch kein Hormon ist.
    „Lea, die von sich selbst sagt, dass sie sich „den Luxus, sich zu verlieben, nicht leisten kann“, ist sehr pessimistisch, was ihre Chancen betrifft, mit einer anderen Person glücklich zu werden. Transsexuellen, die eine feste Beziehung begännen, sagt sie, gelänge das oft nur, indem sie ihre Vergangenheit vor ihren Partnern geheimhielten. „Sie leben als Heuchler; das ist nur eine Variante der Einsamkeit“
    Das ist wirklich schlimm. Und es entspricht nicht der Realität. Ich kenne nun viele Betroffene und die meisten sind in einer Beziehung, verheimlicht hat ihrem Partner dabei keine ihre ungewöhnliche Vergangenheit. Und letztlich würde ich das trotz allem nicht als Heuchelei betrachten. Es gab ein medizinisches Problem in der Vergangenheit, das Gelöst wurde. Denn:
    (*) Die jüngste „Transsexuelle“ kann es so gar nicht geben, man wird mit diesem riesigen Problem geboren.

  20. Jonathan sagt:

    @Name (notwendig)

    „Du schaffst es einfach nicht, aus der Logik auszubrechen, dass Frauen angeblich unanständige Kleidung tragen, wenn sie sich normal anziehen. “

    Und du schaffst es nicht einzusehen das dass was du als „normal“ ansiehst viel mehr Freiheit wäre als das was den Männern an Kleidungswahl zusteht.

    T-Shirts und Jeans sind auch für Männer im Alltag normale Kleidung, trotzdem darf ein Nachrichtensprecher nicht so zur Arbeit erscheinen. Du hast hier aber eine Diskriminierung unterstellt nicht etwa nur weil es falsch rübergebracht wurde, sondern weil Kleidungsvorschriften deiner Meinung nach für Männer nicht gelten würden. Das hast du so geschrieben.

    Im übrigen ist „normal“ nicht überall gleich „normal“. Ein kurzer Rock ist im muslimischen Kulturkreis durchaus nicht gleich normal wie im westlichen, und das kurze Röcke beispielsweise von den meisten Frauen nicht wegen des überragenden Tragekomforts angezogen werden, sondern um die eigene Attraktivität zu steigern, ist auch nicht von der Hand zu weisen. Das selbe gilt für großzügige Ausschnitte usw. Aber wahrscheinlich bestreitest du auch das. Insofern kommen wir hier wohl auf keinen gemeinsamen Nenner.

  21. E. sagt:

    „und das kurze Röcke beispielsweise von den meisten Frauen nicht wegen des überragenden Tragekomforts angezogen werden, sondern um die eigene Attraktivität zu steigern, ist auch nicht von der Hand zu weisen.“
    Doch.
    Was weißt du von den MEISTEN Frauen?

    Es geht hier gar nicht um Miniröcke und Ausschnitte bis zum Bauchnabel, aber mit Extremen lässt sich die Diskussion ja gut ins Lächerliche ziehen.

    Den männlichen Mitarbeitern wird zB. nicht vorgeschrieben wie weit sie ihr Jackett öffnen dürfen (die dürfen sogar völlig ohne erscheinen), ob sie Sandalen tragen dürfen etc. etc.

    Schade dass der Rest des Artikels in dem Getrolle gerade untergeht.
    Da wird nämlich klar das die Kleidungsvorschriften nur dazu genutzt werden unliebsame Mitarbeiterinnen loszuwerden, die sich nicht damit Abfinden wollen dass islamistische Gruppen eine immer stärkere Macht über den Sender erhalten.

    Und den Kulturkreisscheiß lass mal stecken, denn:
    „Al Jazeera legt Wert darauf, Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und nicht einseitig bestimmte Sichtweisen, Ideologien oder Parteien zu vertreten“
    zumindest in der Vergangenheit.

  22. Jonathan sagt:

    @E

    „Den männlichen Mitarbeitern wird zB. nicht vorgeschrieben wie weit sie ihr Jackett öffnen dürfen “

    Den weiblichen wird auch nicht vorgeschrieben wie weit sie ihr Jackett öffnen dürfen. Vergiss nicht das unter dem Jackett ein zugeknöpftes Hemd getragen wird…

    „(die dürfen sogar völlig ohne erscheinen),“

    Ist mir dort noch nie aufgefallen, aber gut, die Frauen müssen erst recht nicht im Jackett erscheinen. Insofern auch hier keine ungerechtigkeit. In Deutschland z.B. schon.

    „ob sie Sandalen tragen dürfen etc. etc.“

    Das ist eine Behauptung, ich habe noch nie einen AlJazeera Nachrichtensprecher in Sandalen gesehen…Kannst du das belegen? Wahrscheinlich nicht.

    „Da wird nämlich klar das die Kleidungsvorschriften nur dazu genutzt werden unliebsame Mitarbeiterinnen loszuwerden, die sich nicht damit Abfinden wollen dass islamistische Gruppen eine immer stärkere Macht über den Sender erhalten.“

    Achja, Widerstand gegen Islamisten geht natürlich nur von Frauen aus, und die wird man auch nicht durch einfache Kündigungen los bzw man kann sie nicht einfach vom Bildschirm nehmen… Und für diese Widerstandskämpferinnen ist es elementar sich Kleidungstechnisch bei der Arbeit zu verwirklichen, und wenn dies nicht gewährleistet ist, geben sie ihren Widerstand auf, schon klar.

    „Und den Kulturkreisscheiß lass mal stecken, denn:
    “Al Jazeera legt Wert darauf, Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und nicht einseitig bestimmte Sichtweisen, Ideologien oder Parteien zu vertreten”“

    Na das ist ja ein richtiges Killerargument dafür das für Frauen nicht die gleichen Kleiderregeln wie für Männer zu gelten haben, genial.

  23. Name (notwendig) sagt:

    @ der Ekelbaron: Haltlose Unterstellungen á la „Du willst doch nur Narrenfreiheit für Frauen und Männer der sexuellen Belästigung bezichtigen“ sowie Verharmlosungen sexueller Gewalt á la „wenn Du belästigt wirst, war Dein Ausschnitt bestimmt zu tief“ findest Du sachlich? Dass ich beim Thema sexueller Gewalt durchaus unsachlich werden kann, ist sicher auch nicht das Nonplusultra. Wenn ich zu weit gegangen sein sollte, war mir das nicht bewusst.
    Das Problem an Jonathans Argument ist, dass es an der Sache vorbeigeht. Es geht hier darum, dass Al Jazeera die Arbeitskleidung ihrer Moderatorinnen (und damit die Frauen selbst) aus radikalisierten konservativen Moralvorstellungen heraus als unanständig deklariert – und sie ihnen deshalb verbietet, ohne mit den Frauen da ernsthaft drüber zu reden oder auch nur eine Frau in den beschließenden Instanzen teilhaben zu lassen. Die Anzugpflicht für Männer in bestimmten Berufen ist ein anderes Thema, dass meines Wissens nichts mit Moralvorstellungen, die Frauen diskriminieren, zu tun hat.
    Dass Mode und Kleidungsgewohnheiten auch in die andere Richtung zwanghaft werden können, sehe ich auch so. Am liebsten wäre es mir, wenn jede_r sich so anziehen könnte, wie er oder sie das möchte.
    Kleine Randnotitz: Ich habe mir vorhin mal Gundula Gauses Dekolleté genauer angeguckt und fand es weder unfeministisch noch unanständig. Für Al Jazeera wäre sie allerdings nicht hochgeschlossen genug.

    @ Jonathan: Wo schreibt Al Jazeera ihren Moderatoren vor, wie eng ihre Hosen zu sein haben? Wo beschließt bei Al Jazeera eine ausschließlich weibliche Führungsetage, dass ihre männlichen Mitarbeiter „unanständig“ sind und dass diese bei diesem Thema nicht mitreden dürfen?
    Über diskriminierende Anzugspflicht bei Männern und welche Freiheiten Frauen bei der Berufsbekleidung tatsächlich haben können wir auch gerne reden, aber dann bitte ohne allzu simplizistische Ansichten und Unterstellungen.

  24. Jonathan sagt:

    @Name(notwendig)

    Mal eine Gegenfrage: Wären die Kleidervorschriften für dich akzeptabel wenn Frauen diese verhängt hätten ( ohne Angaben von Gründen, bzw mit der einfachen Begründung was für Männer gilt hat auch für Frauen zu gelten ) ?