Emanzipatorische Kinderliteratur, Stand your Ground und Pille danach – kurz notiert

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 235 von 327 der Serie Kurz notiert

deutschprachige Links

Die Regierung räumt ein, dass die „Pille danach“ keine schwerwiegenden Nebenwirkungen hat. An der Rezeptpflicht will sie trotzdem festhalten, so die taz.

Gegen 500 Teilnehmer_innen an der Demo gegen den Wiener Akademikerball wird jetzt wegen Landfriedensbruch ermittelt. Aber was bedeutet das überhaupt? FM4 hat Antworten.

Am zweiten März-Wochenende fand in Berlin die Konferenz Care Revolution statt. Die Teilnehmer_innen haben gemeinsam eine Resolution mit Forderungen erarbeitet und wollen sich nun regelmäßig treffen, um weiter zusammen zu arbeiten. Die Resolution könnt ihr auf der Konferenzseite nachlesen.

Das migrationspolitische Portal der Heinrich-Böll-Stiftung hat ein neues Dossier veröffentlicht, das sich mit emanzipatorischer Kinderliteratur befasst, u.a. mit Beiträgen von Tupoka Ogette und Maisha Eggers.

englischsprachige Links

Ballandalus proträtiert 15 wichtige Muslima der Geschichte.

Colorlines intiierte ein Gespräch zwischen Zadie Smith und Chimamanda Ngozi Adichie zu postkolonialen Literaturen. Auf selbem Portal könnt ihr euch den Talk als Videomitschnitt ansehen.

MSNBC hat eine Studie zum „Stand your ground“-Gesetz durchführen lassen, das spätestens nach den Morden an Renisha McBride, Trayvon Martin und Jordan Davis in die Kritik geraten ist. Stand your Ground wird immer wieder verteidigt, da es angeblich die Rechte von von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen stärke, weil das Gesetz aus Notwehr begangene Tötungsdelikte gegen gewalttätige Partner rechtfertige. Nicht nur der Fall von Marissa Alexander, die lediglich einen Warnschuss abgab, um sich vor ihrem Ehemann zu schützen, der sie umbringen wollte und der nun eine Haftstrafe von 60 Jahren droht, sondern auch die Studie im Auftrag von MSNBC zeigen deutlich, dass Stand your Ground weder Betroffene von häuslicher Gewalt schützt, sondern im Gegenteil zu rassistisch und sexistisch motivierten Gewalttaten führt.

Jill Andrew von Fat in the City hat einen Talk veröffentlicht, der sich mit Körperbildern, Fat Shaming und dünner Normalisierung auseinandersetzt.

Auf Norient.com könnt ihr euch Videos queerer Hip Hop Künstler_innen anschauen.

Das Karl May Museum in der Nähe von Dresden weigert sogenannte „Skalps“ an Native Americans in den USA herauszugeben, in den USA ist die Ausstellung solcher seit 1990 schon verboten, berichtet der Guardian.

Termine

An diesem Wochenende findet im AZ Mülheim die Open Stage Veranstaltung Reclaim The Stage statt, bei der Kreative, Musiker_innen, Künstler_innen, Interessierte eingeladen sind die Bühnen zu entern und kreativ zu werden. Los geht’s um 15 Uhr, die Veranstaltung richtet sich an FLT*I.

Am 8. April eröffnet die Fotoausstellung junger lesbischer Frauen in Namibia im Haus der Demokratie und Menschenrechte Berlin. Die Ausstellung ist bis zum 5. Mai 2014 werktags von 10 – 17 Uhr zu sehen.

Mädchenfestival von „Lauter Mädchen!“: Mädchen-Bands, Musikerinnen, Künstlerinnen, Dichterinnen, Tänzerinnen… am 24.Mai 2014 im Jugendfunkhaus in Berlin-Lichtenberg.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 26. März 2014 um 13:25 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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7 Kommentare

  1. katze sagt:

    nur eine kleine anmerkung, dass reclaim the stage findet nicht im az köln, sondern im az mülheim/ruhr statt!

  2. karlotta sagt:

    Reclaim the Stage ist nicht in Köln sondern im AZ Mülheim, könnt ihr das kurz ändern?

  3. Janina sagt:

    Da wäre noch ein Termin für euch: Das Schwule Museum in Berlin zeigt bis 9. Juni Fotografien von Zanele Muholi. Die südafrikanische Aktivistin und Künstlerin zeigt Porträts aus der lesbischen/queeren Szene afrikanischer Länder.
    http://www.schwulesmuseum.de/ausstellungen/view/zanele-muholi-fotografie/

  4. Jolene sagt:

    „Tatsächlich räumt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die kleine Anfrage ein, dass andere Arzneimittel, etwa Paracetamol oder Aspirin, rezeptfrei abgegeben werden dürfen, obwohl ihre schwerwiegenden Nebenwirkungen (Leberschädigungen, Magengeschwüre, schwere Hautreaktionen) sehr viel häufiger auftreten (weniger als 1 Fall von 1.000 Anwendungen) als die Nebenwirkungen der Pille danach.“

    Sagenhaft.
    Da muss mensch sich doch fragen, worum es dabei eigentlich geht.

  5. So wichtig die Care-Konferenz ist: dass Sexarbeit unter gesellschaftlich notwendige Fürsorgearbeiten gefasst wird, ist nicht akzeptabel. Männliche Sexwünsche sind keine notwendigen Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen. Wer Sexarbeit als Fürsorgearbeit definiert, bestätigt damit indirekt die Rape Culture, in der wir leben.

  6. Jane sagt:

    @Gunhild: Warum sind Sexwünsche keine Bedürfnisse? Und zweitens: Ich weiß, es sind überwiegend Männer, die Sexdienstleistungen in Anspruch nehmen, aber dass Frauen auch Sexwünsche haben, für die sie bezahlen WÜRDEN (das aber aufgrund der bestehenden Strukturen nur sehr selten tun), finde ich insofern wichtig zu erwähnen, da das in Anspruch nehmen solcher Dienstleistungen vielleicht kein männliches Privileg sein MÜSSTE. Vielleicht etwas weitab vom Thema, aber „nicht akzeptabel“ und der Schluss auf Rape Culture ist mir nicht differenziert genug.

  7. @Jane – sie sind keine Bedürfnisse, die notwendigerweise erfüllt werden müssen. Unter Bedürfnissen werden Dinge verstanden, ohne die es nicht geht, wie Schlaf, Essen usw. Fürsorgearbeit richtet sich auf Menschen, die Hilfe benötigen. Ein Mann, der Sex haben möchte, benötigt keine Hilfe, jedenfalls von keinem anderen Menschen. Es gibt keine Notwendigkeit, dass eine andere Person in seine Sexwünsche involviert ist, denn – und das ist der Knackpunkt – das betrifft die Selbstbestimmungsrechte der anderen Person. Und daher hat das sehr wohl mit Rape Culture zu tun: wer die Erfüllung von Sexwünschen als Notwendigkeit konstruiert, stellt damit automatisch darauf ab, dass es Menschen gibt, die sich dafür zur Verfügung stellen werden.
    Es ist die Eigenschaft von Bedürfnissen, dass ihrer Erfüllung eine gewisse Dringlichkeit innewohnt. Sexarbeit/Prostitution als Fürsorgearbeit ist eine neue Variante der alten Triebtheorie, derzufolge Männer ihre Sex“triebe“ abreagieren müssen. Und „jemand“ muss sich dafür eben zur Verfügung stellen. Dieser Jemand sind im Patriarchat nicht zufällig meistens Frauen und Mädchen, deren körperliche und vor allem sexuelle Integrität grundsätzlich nur dann etwas zählt, wenn sie nicht anderen Interessen im Wege steht. Der Erfüllung männlicher Sexwünsche den Status einer Notwendigkeit zu geben, ist ein Grundmuster von Rape Culture.

    [Anm.: Kommentar gekürzt, da an dieser Stelle keine erneute Grundsatzdebatte zu Sexarbeit geführt werden soll. Inhaltliche Diskussionen zur Care-Konferenz bitte nun dort weiter führen. Danke!]