Wie wäre es mal mit einem Mediamarktboykott?

Findet ihr die neuen Mediamarkt-Werbungen featuring Mario „der hat langsam echt so nen“ Barth auch so megasexy? Dann freut ihr euch bestimmt auch über die Reaktion einiger Mainzer Aktivistinn_en auf die Plakate.

twitpic aus Mainz, von unserer Kollegin Stephanie Mayfield

Gibt es eigentlich so etwas wie einen offiziellen Mediamarkt-Boykott, dem sich Frauen und Leute, die Frauen nicht für total dämlich und shoppingverrückt halten, anschließen können? Und so lange es den nicht gibt: Wo kann ich diese Kackscheiße-Aufkleber bestellen?

Danke an unseren Leser David für den Tip.

63 Kommentare zu „Wie wäre es mal mit einem Mediamarktboykott?

  1. Ein befreundeter Jurist hat mir mal gesagt, mit Boykottaufrufen solle man sehr vorsichtig sein.

    Aber stimme zu, was die Aussage des Aufklebers angeht, was Media Markt und den Barth betrifft.

  2. Jaja, der Mario B. und seine ewig lustigen „ach-komm-sei-doch-nicht-so-ne-Zicke-ist-doch-alles-nur-Spaß“-Frauenwitze… Aber irgendwem scheint’s ja immer noch zu gefallen, sonst würde der Media-Markt ihn ja nicht als Werbegesicht wollen… Ich habe beschlossen, diese Werbungen zu ignorieren. Ganz ohne Augenrollen und inneren Aufruhr, einfach ignorieren. :)

  3. Ich würde mir die Werbung ausdrucken, 20 Freund_innen zusammentrommeln und da hingehen. Dann würde ich im Media-Markt *jeden* Marktmitarbeiter anfassen, besonders in der Chefetage. Falls sich einer beschwert, würde ich die Werbung rausziehen.

    Und wehe, die gilt nicht auch für Frauen! ;-)

  4. NOCH verstehe ich den hier genannten sexistischen Zhg nicht. Bezieht er sich jetzt konkret auf DIESE gezeigte Werbung, oder Mario Barth und sein Spielen mit Klischees im Allgemeinen?

  5. Ich bin froh, dass jemand diese Werbung genauso zum Kotzen findet wie ich. U-Bahnfahren ist der reinste Psychoterror geworden.
    Das mit dem Werberat ist vielleicht ne gute Idee.

  6. definitiv ätzend diese sprüche in der ganzen stadt hängen zu sehen und es ist ja nicht nur der eine…sondern auch dieser „männer gehen nicht auf den markt, sondern in den markt“. etc
    mario barth ist ja eh schon als sexistisches arschloch bekannt(ich sag nur sein buch frau-deutsch, deutsch-frau) und media markt auch für diese überaus schlauen und gut durchdachten sprüche.
    das traurige daran ist wieder mal, dass frauen(und natürlich auch männer) über diese werbung lachen können!

  7. Falls Einige von Euch Probleme haben, zum Download des „Aufkleber“ beim feministischen Zentrum zu gelangen: Ausgerechnet heute mach mein Hoster Wartungsarbeiten. Ich bitte um Geduld!

  8. Alpha: Mario Barth spielt nicht mit Klischees, er reproduziert sie. Und diese Werbung ist an sich problematisch, weil sie darauf anspielt, dass Mann Frau gerne überall anfassen würde, dann aber eine geknallt bekäme – was in der Lesart der Werbung nicht verdient, sondern falsche Reaktion ist. Ergo bietet MediaMarkt die Welt, wie sie sein sollte: Männer dürfen anpacken und müssen keine Schläge von wilden Weibern fürchten.

    Das sollte zwar eigentlich recht offensichtlich sein, aber bei Alphas weiß man ja nie.

  9. Teaspoons ahoi! Gerade email geschrieben:
    „Ich ging bisher einmal in der Woche zu Saturn und habe mit meinem Freund DVDs gekauft. Da Saturn aber anscheinend lieber gern sexistische Werbung mit Mario Barth macht, als mich als Frau zum Kunden zu haben, kaufe ich meine Filme jetzt wo anders.“ Unter Saturn.de kann man auf der Kontaktseite auch Kritik hinterlassen.
    Hatte gestern zufällig die Werbung gesehen und mich schon richtig geärgert.

  10. Ooooh, sehr coole Aktion! Kann bitte noch jemand eine Aufkleber auf Mario Barths Fr… Gesicht kleben? ;)

    Ich kannte bis jetzt die nur die Spots und habe mich über diese stumpfe Reproduktion von Gechlechterklischees geärgert. Aber dieses spezielle Plakat geht echt zu weit. Was soll das denn bedeuten? Das Menschen überreagieren wenn sie sich gegen sexuelle Belästigung zur Wehr setzen und sich lieber mal begrapschen lassen sollten, wie die Fernseher im MediaMarkt?

    Ich werde jedenfalls nicht mehr zu MediaMarkt gehen. Hätte ich schon viel früher machen sollen. Und „ja bitte“ zur Facebook Gruppe!!!

  11. @Nadine:

    Mediamarkt und Saturn sind aber eigentlich eins. Nur mit zwei unterschiedlichen Werbestrategien, etc. Das Geld fließt so oder so in die selbe Chefetage…
    Also eigentlich gar nicht so falsch, was Skreee gemacht hat ;)

  12. Die Mediamarktmitarbeiter_innen können nichts dafür, also bitte nicht anfassen! Sie leisten in dieser Gesellschaft eine Form von Zwangsarbeit (wie viele) und wollen einfach nur Geld haben zum Leben, werden häufig gezwungen sich mit dem Unternehmen zu identifizieren und „gern“ zu arbeiten. Saturn und Mediamarkt gehören zur Media-Saturn-Holding und diese widerum zur Metrogruppe. Also, wer zu Saturn geht, unterstützt genau die gleiche Grütze. Beschwerdemais sind sinnvoll, am besten immer und überall, wo einem sexistische Kackscheiße auffällt. Am besten so selten wie möglich Dinge kaufen. Generell.

  13. Das ist reine „Schweinebauch“-Werbung wie es im Fachjagon der Kreativen heißt. Von technischen und werbepsychologischen Anspruch passt es gut auf billiges Zeitungspapier oder marktschreierisch als Großwerbung. Grausig, billig und schnell zu produzieren.

    Aufforderung zum Grabschen und Fummeln ist genauso ansprechend wie rotlichtgeschöntes Gammelfleisch.
    Zum Weglaufen.

    Vom kruden Sexismus mal abgesehen.

  14. Die Werbung von/für Media Markt hat sich ja noch nie durch besonders geistreiche Slogans ausgezeichnet. Die graben einfach immer tiefer, was das Niveau angeht. Im Prinzip beschreiben die die Entwicklung ihrer Werbung ja schon selbst: „Billiger geht so!“
    Ich reg mich über die echt nicht mehr auf, die nerven nur noch.

  15. wenn ich daran denke wie ich als frau in den meisten media-/saturnmärkten behandelt werde, würde ich nicht so pauschal sagen, dass die mitarbeiter ja keinen anteil am firmeneigenen sexismus hätten.

    anbei: weil die „sexistische kackscheiße“-aufkleber bei mir auch immer schnell ausgehen, zwei tipps:
    1. aufkleber selber machen: paketaufkleber gibts gratis bei der post, ne schablone lässt sich aus karton machen, ne dose spray kostet im baumarkt 8 euro oder 4 in speziellen stores.
    2. anleitungen dafür und anderer cooler kram: http://feministposterproject.wordpress.com/how-to-make-a-poster/
    3. weniger aufwand und passt in jede tasche: der gute, alte edding.

    have fun,
    eure arrr!

  16. „Gibt es eigentlich so etwas wie einen offiziellen Mediamarkt-Boykott, dem sich Frauen und Leute, die Frauen nicht für total dämlich und shoppingverrückt halten, anschließen können?“ Jajajaa Leute, die was gegen Gender stereotypes generell haben! Wenn Mario Barth’s Ausschweifungen auch vor allem Frauen treffen so spielt er doch sowohl mit Frauen ALS AUCH Männerklischees, er lebt halt generell in einer doofen schwarz/weiß Welt. Nicht immer nur von FRAUENfeindlichen Inhalten reden, Sexismus betrifft alle Geschlechter.

  17. die Aktion finde ich übrigens super! Die Werbeplakate haben bei mir auch Brechreiz ausgelöst und tun das weiterhin…werde das mit dem Ignorieren versuchen. Beim Thema Plakataktionen…Sticker mit der Aufschrift „Love your body“ zu verbreiten steht schon länger auf meiner Agenda. Die kann man einfach so und überall hinkleben, oder eben direkt aufn sexistisches Werbeplakat. I think it is a message well worth spreading!

  18. Ich schließe mich hier dem allgemeinen Abkotzen an. Ich finde diese Werbekampagne auch unter aller Kanone und fände es ebenfalls sehr gut, da noch auf einer höheren Ebene gegen anzugehen, wenn möglich.

    Wir hatten auch in einem Seminar über die Werbung gesprochen und ich bin ehrlich gesagt sehr erschüttert darüber, dass es durchaus auch Frauen gibt, die sowas mit einem Schulterzucken und „mein Gott, das ist doch nur Humor!“, abtun. Gerade wenn man beachtet, dass es sich dabei um ein Gender-Seminar handelt, kriege ich das Kotzen.

  19. Danke. Fühle mich auf einmal so verstanden…
    Außer dem „Männer gehen nicht auf, sondern in den Markt“-Plakat (s. piep 17:40) gibt es noch ein anderes, aber das kriege ich nicht mehr zusammen, irgendwas mit Frauen und zuviel Einkaufen oder so.
    Mario Barth fand ich noch nie besonders lustig, aber das ist selbst für sein Niveau niedrig.

    MediaMarkt beschäftigt eigens eine Fachkraft nur dafür, zu erarbeiten, wie man Werbung möglichst sexistisch gestalten kann, oder?

  20. Mademoiselle: Das kenne ich leider zur Genüge. In einem „Women and U.S. Social Policies“ Seminar ist sich plötzlich die Mehrheit der Frauen einig, der Pay Gap läge daran, dass Frauen eben keine Karriere wollten.

  21. Media Markt ist fix.

    Sehr geehrte Frau Albrecht,

    vielen Dank für Ihre Nachricht und für Ihre Stellungnahme zu unserer aktuellen Werbekampagne mit Mario Barth. Gerne legen wir hiermit unsere Sichtweise dar.
    Auch in diesem Jahr sind wir einem der Markenzeichen unserer Werbung treu geblieben: der überspitzten Darstellung eines Themas. Zum zweiten Mal in Folge steht der erfolgreichste deutschsprachige Comedian für Media Markt und kommentiert aus nächster Nähe das Verhalten männlicher und vor allem weiblicher Kunden – wie immer mit spitzer Zunge, aber dennoch charmant und mit viel Humor. Keinesfalls stellen wir in unserer Werbung einen Bezug zu reellen Ereignissen her.
    Wir bedauern, dass Sie unsere Werbung dennoch als frauenfeindlich empfinden. Gleichzeitig möchten wir Sie aber auch bitten, Werbung, die offensichtlich überzogen und ironisch ist, auch aus einem humorvollen Blickwinkel zu betrachten.
    Nochmals vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns Ihre Meinung mitzuteilen. Wir werden sie im Hinblick auf die Entwicklung künftiger Werbung an die Kollegen des Marketings weiter leiten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Tamara Reinhard

    Media Markt im Internet: http://www.mediamarkt.de
    Media Markt am Telefon: +49 (180) 5 45 65 65 (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk maximal 42 Cent/Min.)
    Media Markt per E-Mail: http://www.mediamarkt.de/kontakt

    Geschäftsführer: Michael Rook (Vorsitzender), Armin Hartmann, Klaus Hoffmann, Johannes Kempter, Dirk Moritz, Christian Stiefel
    Eingetragen beim Amtsgericht Ingolstadt unter HRB 1900

    Mein Lieblingssatz: „Keinesfalls stellen wir in unserer Werbung einen Bezug zu reellen Ereignissen her.“

  22. @Magda:
    Natürlich nicht! Keine reellen Ereignisse – niemals nie nicht werden Frauen begrapscht!

    Obwohl ich ihrem Argument, dass die Werbung „offensichtlich überzogen und ironisch“ sogar durchaus Recht geben würde: Ich weiß nicht genau, wie hoch die Grabsch –> Ohrfeigen-Rate ist, aber ich schätze, die meiste Zeit dürfen Männer tatsächlich anfassen, ohne eine geknallt zu kriegen.

    Werde mich sogleich daran machen und auch eine Mail an MediaMarkt verfassen.

  23. Och da bekomm ich gleich tropfende Mangaaugen vor soviel schnuckliger Überspitztheit. Ich setz schon mal den Tee auf und hol die Plätzchen aus dem Schrank. Köstlich.

  24. Mediamarkt antwortet vielleicht auch nur Barthesk in dem erdachten Sinn: Datt die Weibaaah solchä Spaaaßbremsen sein müssen, wa?

    Je aufgeblasener der Inhalt einer Werbung oder das Logo wird, je mehr sie schockiert, desto besser ist die Werbung. Das ist teilweise Credo in der Werbung.

  25. Sehr interessant, diese Stellungnahme vom MediaMarkt. Aber was finden wir auch hier wieder: Feminist_Innen, die sich „beschweren“ sind alle humorlos und verstehen einfach keine Ironie, keinen Witz, sondern sehen sich überall als Opfer eines vermeintlichen Sexismus. Dabei ist Mario Barth doch nur charmant…

  26. Die Kampagne wird kaum von Mario Barth erdacht, sondern wohl eher von der redblue Marketing GmbH in München konzeptioniert. Gibt es eigentlich einen Preis für frauenfeindliche Kampagnen in der Werbewirtschaft ähnlich der sauren Gurke? Den hätten sich die Damen und Herren wirklich verdient. Im Zweifelsfall ist auch negative Öffentlichkeit eben Öffentlichkeit.

  27. Ich habe aufs Wort genau die gleiche Antwort wie Magda erhalten. Schön, dass Media Markt anscheinend ein vorgesetztes Antwortschreiben für die „unentspannte und gleich ausrastenden Frau als Furie” (danke Alpha) hat. Da fühlt man sich in seinem völlig ungerechtfertigten Ärger über Sexismus der einem von jeder Plakatwand entgegen schreit, so wunderbar ernst genommen. Den Witz sehe ich immer noch nicht.

  28. Anmerkung: Angela bezieht sich auf einen Kommentar, den wir raus genommen haben. Dass wir hier alle total humorlos und unentspannt sind, ist uns schon lange bekannt. Es ist also nicht nötig, in den Kommentaren weiterhin darauf hinzuweisen.

  29. Oha die Media-Markt-Stellungsnahme hat doch tatsächlich wieder alle Bauteile, die typischerweise Stellungsnahmen bei Beschwerden zu sexistischen und/oder rassistischen Inhalten haben…

    a) Wir meinen das aber anders und wir haben natürlich die absolute Deutungsmacht. (Wenn wir sagen, dass es nicht sexistisch ist, dann ist es einfach nicht sexistisch)

    b) Wir bedauern, dass Sie das als diskriminierend empfinden. (Quasi nochmals die Argumentation in Punkt a): Sie empfinden das vll so (, da sie absolut überempfindlich sind), aber da wir das so nicht meinen, ist das egal),

    c) Und das Totschlagargument: Sie haben einfach keinen Humor. (Denn wenn man ein Augenzwinkern ranhängt, dard man jegliche Art von sexistischen, rassistischen oder sonst wie diskriminierenden Aussagen verebreiten – Ist doch nur Spaß.)

  30. Meine Beschwerde an den Werberat:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    die sexistische Werbung des Media Markts ist Ihnen sicherlich bereits in den letzten Jahren zur Kenntnis gekommen. Doch die aktuelle Plakatwerbung an Bushaltestellen usw. geht weit über das gewohnte Maß an Sexismus hinaus.
    Sicherlich überschreiten die Plakate „Männer gehen nicht auf den Markt…“, „Neu für Frauen:…“ usw. meine Grenze an Sexismus, doch möchte ich Ihr Augenmerk besonders auf das Plakat „Da kannste alles anfassen, ohne eine geknallt zu kriegen!“ lenken.

    Dieses Plakat setzt nicht nur Frauen mit Produkten gleich, sondern verharmlost ebenso sexualisierte Gewalt an Frauen. Weiterhin fordert das Plakat geradezu dazu auf, die Mitarbeiter_innen von Media Markt ungefragt anzufassen und impliziert, dass dies von Seiten des Konzerns nicht geahndet wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    (Name)

    @Halfjill
    Sehr treffend herausgearbeitet!

  31. Hier die Antwort des Werberates auf meine Beschwerde, die vom Inhalt her ähnlich war wie die von Stephanie:

    Sehr geehrte Frau xxxx,

    wir nehmen Bezug auf Ihre Beschwerde vom 4. November 2010 und teilen Ihnen
    mit, dass wir bezüglich der Plakatwerbung mit Mario Barth „Da kannste alles
    anfassen,
    ohne eine geknallt zu kriegen!“ das werbende Unternehmen zunächst zur
    Stellungnahme aufgefordert haben. Über das Ergebnis der Behandlung der
    Angelegenheit durch den Deutschen Werberat werden wir Sie unterrichten.

    Hinsichtlich der weiteren Werbeplakate des MediaMarktes, gegen die sich Ihre
    Beschwerde ebenfalls richtet, haben wir uns entschieden, von einer
    Beanstandung abzusehen. Die Gründe hierfür werden wir Ihnen in unserem
    abschließenden Schreiben nach Eingang der Stellungnahme des werbenden
    Unternehmens mitteilen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Julia Busse

    Deutscher Werberat
    Am Weidendamm 1 A, 10117 Berlin
    Telefon: 030-59 00 99-700, Telefax: 030-59 00 99-722
    Elektronische Post: werberat@werberat.de
    Online: http://www.werberat.de

  32. Hier die noch die Antwort, die ich von Media Markt bekommen habe:

    Sehr geehrte Frau ____,

    vielen Dank für Ihre Mail, in der Sie uns Ihre Meinung zur Media Markt-Werbekampagne mit Mario Barth mitteilen.

    Auch mit dieser Kampagne sind wir einem der Markenzeichen unseres Unternehmens treu geblieben: der überspitzten Darstellung eines Themas. In Mario Barth, der unangefochtenen Nummer Eins der deutschsprachigen Comedy, sehen wir hierfür den geeigneten Protagonisten. Für seine Programme erhielt er unter anderem in den vergangenen Jahren fünfmal hintereinander den Deutschen Comedy-Preis sowie 22 Platin-Awards für seine CDs und DVDs. Sein Humor und seine Schlagfertigkeit passen perfekt zu Media Markt. So greift er in verschiedenen Radio- und Fernsehspots sein Lieblingsthema „Männer versus Frauen“ auf und zeigt Szenen, die die geschlechterspezifischen Verhaltensweisen beim Einkauf im Media Markt karikieren. Klischees werden dabei pointiert und witzig dargestellt und gleichzeitig derart übertrieben, dass sie sich dadurch auch als solche entlarven.

    Wir bedauern, dass Sie die Spots dennoch als sexitisch empfinden. Gleichzeitig möchten wir Sie aber auch bitten, Werbung, die offensichtlich überzogen und ironisch ist, auch aus einem humorvollen Blickwinkel zu betrachten.

    Nochmals vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns Ihre Meinung mitzuteilen. Wir werden sie im Hinblick auf die Entwicklung künftiger Werbung an die Kollegen des Marketing weiter leiten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Nicole Böhmer

    Media Markt im Internet: http://www.mediamarkt.de
    Media Markt am Telefon: +49 (180) 5 45 65 65 (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk maximal 42 Cent/Min.)
    Media Markt per E-Mail: http://www.mediamarkt.de/kontakt

    Geschäftsführer: Michael Rook (Vorsitzender), Armin Hartmann, Klaus Hoffmann, Johannes Kempter, Dirk Moritz, Christian Stiefel
    Eingetragen beim Amtsgericht Ingolstadt unter HRB 1900

  33. @Katharina
    Die Unterschiede zwischen der ersten hier geposteten Media Markt Antwort und der an Dich gerichteten Antwort ergänzen

    @ Halfjill um

    d) Alle finden ihn lustig, nur Sie nicht. (Wahlweise auch: „Ihr seid hier nicht die Mehrheit!“)

  34. Ich liebäugle in diesem Fall mit Sachbeschädigung, was ich sonst selten tue. Ich habe so schon schlechte Laune zur Zeit… dann steh ich auf, les in den Nachrichten die dusselige, reaktionäre Schröder, und muss mir auf dem Weg zur Uni auch noch den dusseligen, sexistischen Barth antun – drei mal… http://thtben.wordpress.com/2010/11/10/kurz-ausgerotzt-vii-ich-habe-es-satt/ kurze Satire zum Thema, allerdings aus meiner Sicht, frisch aus meinem triebgesteuerten männlichen Hirn.

  35. Mir gefällt die Mediamarkt-boykott Seite auf Facebook, ich habe sie geteilt und ich habe dem Werberat geschrieben. Wenn ich die hier gepostete Antwort vom Werberat allerdings sehe, finde ich es schade, dass jener nur so begrenzt Mittel hat. Anschreiben, warten auf Besserung, im Besten Fall eine öffentliche Rüge aussprechen. Bis es soweit ist, gibt es aber schon längst neue Plakate, da Werbung ja dann doch leider viel zu kurzlebig ist. Aber besser als nichts tun und einfach runterschlucken, nicht wahr?

  36. Die Media Markt Boykott Facebook Seite hat inzwischen über 120 „Gefallende“ *ähm* Fans. Momentan aktuell ist die Frage, ob wir Händler_innen aufrufen sollen, sich um uns als Kund_innenschaft zu bewerben.

    Habe inzwischen auch eine Antwort vom Werberat enthalten. Der Zeitraum zwischen katinkas und meinem lässt hoffen, dass sich viele beschwert haben und so die Antworten ein bisschen brauchen… Daran glaube ich jetzt einfach mal und freu mich!

  37. „In Mario Barth, der unangefochtenen Nummer Eins der deutschsprachigen Comedy, sehen wir hierfür den geeigneten Protagonisten. Für seine Programme erhielt er unter anderem in den vergangenen Jahren fünfmal hintereinander den Deutschen Comedy-Preis sowie 22 Platin-Awards für seine CDs und DVDs“

    omg… Selbstbild und Fremdwahrnehmung! Noch ein schöner Spruch dazu: „Scheisse muss gut schmecken, millionen Fliegen können sich nicht irren!“
    Ich schliesse mich als männlicher Vertreter unserer Rasse diesem Boykott an. Der Barth geht gar nicht!
    Allerdings mache ich das, seitdem „er“ das erste Mal zu sehen/hören war. Gleiches gilt für „Geiz ist Geil“ Mars-Hansa, eh eine Soße und da diese Hand mich nicht füttert, darf ich sie auch beissen xD

  38. Werbung ist ohnehin strukturell patriarchal und tendenziell essentialistisch, wenn nicht oberflächlich biologistisch.

  39. Antwort des Werberats:

    Plakatwerbung MediaMarkt mit Mario Barth „Da kannste alles anfassen,
    ohne eine geknallt zu kriegen!“

    Sehr geehrte Frau Mayfield,

    wir nehmen Bezug auf Ihre Beschwerde vom 9. November und unseren
    Zwischenbescheid vom 10. November 2010.

    Nach Eingang der Stellungnahme des werbenden Unternehmens haben wir die
    Angelegenheit den Mitgliedern des Deutschen Werberats zur Begutachtung und
    Beurteilung vorgelegt. Diese sind zu der Auffassung gelangt, dass die
    Werbemaßnahme nicht zu beanstanden ist.

    Der Deutsche Werberat, die selbstdisziplinäre Einrichtung der
    Werbewirtschaft in Deutschland, beanstandet eine werbliche Maßnahme dann,
    wenn sie gegen seine Verlautbarungen oder die darin zum Ausdruck kommenden
    herrschenden gesellschaftlichen Grundüberzeugungen verstößt. Dies ist unter
    anderem dann der Fall, wenn Darstellungen oder Aussagen in der Werbung
    erfolgen, die herabwürdigend oder diskriminierend in Bezug auf Frauen sind.
    Maßstab der Betrachter ist dabei der durchschnittlich informierte,
    aufmerksame und verständige Verbraucher, wie er auch von der Rechtsprechung
    zugrunde gelegt wird.

    Die Aussage „Da kannste alles anfassen, ohne eine geknallt zu kriegen!“
    spielt nach Meinung des Deutschen Werberats allein auf eines der
    Grundprinzipien von MediaMarkt an, nämlich darauf, dass in allen Märkten
    alle Geräte ausgepackt und funktionsbereit in den Regalen stehen und von den
    Kundinnen und Kunden angefasst und ausprobiert werden dürfen. Dies war zur
    Gründungszeit des Unternehmens ein großes Alleinstellungsmerkmal. Das sich
    hierauf beziehende Plakat mit dem Comedian Mario Barth ist nach Auffassung
    des Gremiums in keiner Weise als Herabwürdigung von Frauen oder gar als
    Aufforderung zu Übergriffen gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
    des MediaMarktes zu verstehen. Dies schon deshalb, da sich der Slogan gar
    nicht auf Frauen, sondern schon nach dem Wortlaut auf Produkte beziehe
    (sonst müsste es wohl heißen „da kannste alle anfassen“). Der Werberat geht
    davon aus, dass der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung den Humor des
    Unternehmens so verstehe, wie er offensichtlich gemeint sei: sicherlich
    provozierend, aber mit einem Augenzwinkern und auch vorliegend nicht konkret
    gegen einzelne Personen oder Personengruppen gerichtet.

    Aus diesen Gründen sieht der Werberat keine Veranlassung zu einer
    Beanstandung.

    Mit freundlichen Grüßen

  40. Ich hebe mal kursiv das entscheidende Wort hervor…

    Die Aussage “Da kannste alles anfassen, ohne eine geknallt zu kriegen!” spielt nach Meinung des Deutschen Werberats allein auf eines der Grundprinzipien von MediaMarkt an, nämlich darauf, dass in allen Märkten alle Geräte ausgepackt und funktionsbereit in den Regalen stehen und von den Kundinnen und Kunden angefasst und ausprobiert werden dürfen.

    Allein darauf? Da hat aber auch niemand mal eine Sekunde lang darüber nachgedacht, warum gerade Herr Barth da Werbung macht, wofür er steht. Facepalm, indeed.

  41. Das bezieht sich nur darauf? Ehrlich?

    Dann, lieber Werberat, hier meine verdammt einfache Frage: Bitte nennen Sie mir fünf – drei – ein? Geschäft(e), bei denen ich eine geknallt kriege, wenn ich die Ware anfasse. Selbst in Juwelierläden kann ich den Schmuck anprobieren. Okay, in einer Bäckerei vielleicht, aber abgesehen von Lebensmitteln?

    Wo kriege ich eine geknallt, wenn ich eine Waschmaschine anfasse? Wo kann ich Waschmaschinen kaufen, die nicht zur Ansicht rumstehen? Und im Internet kann ich zwar shoppen und nix anfassen, kriege aber auch keine geknallt. Dieser Zusammenhang bezieht sich NUR und AUSSCHLIEßLICH darauf, eine Person anzufassen und eine geknallt zu kriegen, und in der Wortwahl und der Person Mario Barths verengt sich das dann auf: Frauen. Frauen kann man sonst nicht anfassen, ohne eine geknallt zu kriegen (was hoffentlich für Mario Barth auch stimmt) – und Frauen bei Media Markt kann man anfassen, ohne eine geknallt zu kriegen (was hoffentlich für die Mitarbeiterinnen nicht stimmt).

    Wie blöd muss man sein?

  42. Habe die gleiche Mail zugesendet bekommen und konnt nur mit dem Kopf schütteln. Mal abgesehen davon, dass man inzwischen in vielen Läden Produkte anfassen und probieren kann, was den Hintergrund dieser Werbung eher fadenscheinig erklärt… geht es doch darum, welcher Eindruck bei Betrachtung der Werbung entsteht. Und es kann mir keiner erzählen, dass der Großteil der Leute, die diese Werbung mit Mario Barth als Gallionsfigur sehen, sich denken „Hey ja na klar, bei Mediamarkt kann ich PRODUKTE anfassen und testen ohne eine geknallt zu kriegen“. Nein ich glaube wirklich, die haben eher ein Bild vor Augen, wie eine Frau einem Mann eine knallt.
    Anderer Gedanke… Warum sind bei der Werbung eigentlich keine Kinder zu sehen? Die sind es doch, denen man dauernd verbietet etwas anzufassen….

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