Meine Karriere oder deine Karriere?

Ich hatte ja versprochen, auch darüber zu schreiben, wie es ist, als Mutter einen Job zu suchen. Bisher war es ziemlich frustrierend, da auf über 30 Bewerbungen keine einzige Einladung zu einem Vorstellungsgespräch kam. Immer nur Absagen mit der Begründung, dass sich für einen anderen Bewerber entschieden wurde, dessen Profil besser auf die Stelle passen würde. Für mich gab es für meine Schwierigkeiten, einen Job zu finden, drei Erklärungsansätze: Die Krise, der Standort und das Kind.
Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Dann war ein ehemaliger Kollege von mir mit seiner Doktorarbeit fertig und hat mit genau einer Bewerbung meinen Traumjob gehabt. Damit wäre die Begründung „Wirtschaftskrise“ also schonmal einigermaßen ausgeschlossen. Blieb also „Standort“ und „Kind“.

Dass der Standort hier nicht optimal ist, war mir von vornherein klar, aber da mein Mann hier eine feste Stelle als Wissenschaftler hat (extrem selten in seinem Alter und noch dazu sein Traumjob), war es relativ klar, dass ich nach der Geburt unseres Kindes hier eine Stelle suche, auch wenn ich dafür Kompromisse bei der Art der Arbeit eingehen muss. Dass es unmöglich werden würde hier einen Job zu finden, das war uns beiden allerdings nicht klar. Nun wissen wir, dass es hier zwar Jobs in meinem Bereich gibt, aber scheinbar nicht für promovierte IngenieurInnen, denn diese „wollen nur im Büro arbeiten, packen nicht zu, können nicht mit den Schichtarbeitern kommunizieren und verlangen ein zu hohes Gehalt“.

Also habe ich vor drei Wochen, auch auf Betreiben meines Mannes hin, mal bei einem Unternehmen nach Stellenausschreibungen geschaut, welches zu den üblichen Verdächtigen in meiner Branche zählt und sogar eine Ausschreibung gefunden, die so ziemlich meinen Vorstellungen von dem entsprach, was ich schon immer machen wollte und weshalb ich überhaupt promoviert habe. Einziger Nachteil: Das Unternehmen ist so weit weg, dass tägliches Pendeln nicht in Frage kommt. Also habe ich mich teils schweren Herzens, teils euphorisch dort beworben und innerhalb kürzester Zeit bekam ich einen Anruf, dass sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen möchten.

Es ist natürlich nur ein Vorstellungsgespräch und noch kein Angebot, aber sollte es dazu kommen, ist es relativ wahrscheinlich, dass mein Einstiegsgehalt über dem liegen wird, was mein Mann dank TV öD jemals erreichen kann. Und trotzdem fühle ich mich hundeelend bei der Vorstellung, dass hier demnächst die Entscheidung „Deine oder meine Karriere?“ anstehen könnte. Mein Mann hat vollstes Verständnis für meine Situation und signalisiert auch, dass er bereit ist, Kompromisse einzugehen die eher zu seinem Nachteil wären, da ein totaler Verzicht auf meine Berufstätigkeit für ihn nicht akzeptabel ist. Soweit alles eher ein privates Problem, welches nur bedingt gesellschaftliche Relevanz hat.

Schockierend finde ich allerdings die Reaktionen mancher Menschen in unserem Freundeskreis, die der Meinung sind, sowas könne ich meinem Mann nicht antun, Geld sei doch nicht alles, ich sei kompromisslos, irgendeine Beschäftigung würde sich schon hier finden für mich…

In Anbetracht der Tatsache, dass es meistens die Frauen sind, die, mit Hinweis auf das geringere Gehalt, längere Auszeiten im Beruf wegen Kinderbetreuung in Kauf nehmen oder in Teilzeit arbeiten, finde ich es schon sehr verwunderlich, dass der unterbezahlte Job meines Mannes, der in hohem Maße seiner Selbstverwirklichung dient, nun plötzlich zu so etwas existentiellem hochstilisiert wird. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, ich traue ihm schon zu, eine Familie zu ernähren und ich habe mächtige Bauchschmerzen bei dem Gedanken, dass meine beruflichen Ambitionen dazu führen könnten, dass er nicht mehr das machen kann, wofür er jahrelang hart gearbeitet hat, aber wieviele Frauen verzichten tagtäglich auf ihr berufliches Fortkommen, weil eine „dual career“ nicht möglich ist? Auch ich habe jahrelang hart gearbeitet und nun bietet sich vielleicht eine Chance, die Früchte dieser Arbeit zu ernten, aber das Recht darauf scheinen in manchen Köpfen nach wie vor eher die Männer zu haben.

26 Kommentare zu „Meine Karriere oder deine Karriere?

  1. Sehr aktuelles Thema, sehr schön geschildert. Ich hoffe, Du kriegst den Job. Frauen opfern sich schon genug der Familie und müssen eh zu viel Rücksicht nehmen. Es dankt keiner dafür, es wird als Selbstverständlichkeit gesehen. Change it. Es ist Dein Leben, mach was draus. Alles Gute. LG

  2. Je nachdem, *wie* weit der zweite Job entfernt ist, könnte man so in die Mitte ziehen, dass Pendeln für beide erträglich wäre.

    Andererseits – wieso ein schlechtes Gewissen, wenn der Mann freiwillig sagt, er würde auf seinen Job verzichten? Bei Frauen gilt so etwas doch auch als selbstverständlich…

  3. Ein Teil in mir denkt genauso wie ihr, aber auf der anderen Seite kommt es mir schon seltsam vor, wenn ich was einfordere, was ich im Gegenzug meinem Mann nicht zugestehe.

    Aber beides geht nicht (400 km ist einfach zu weit, um in der Mitte zu wohnen), also muss eineR zurückstecken und da hab ich das finanzielle Argument klar auf meiner Seite. Meine innere Einstellung ist mittlerweile auch so weit, dass ich die Stelle annehme, sollten sie mir ein Angebot machen, da ich nach dem Vorstellungsgespräch eindeutig sage, dass es DIE Chance für mich ist, weil es einfach perfekt passt.

  4. Hey Adele,
    Bitte hab kein schlechtes Gewissen, sondern ziehe es durch.
    Ihr geht ja bestimmt davon aus, das ihr zusammenbleibt, vielleicht
    könnt ihr euch in Fragen „Selbstverwirklichung“ und „Wer ernährt die Familie“ (Was bei der ja sogar zusammen geht – traumhaft) in längeren Zeiträumen auch abwechseln… Er hat ja jetzt anscheinend länger seinen Traumjob gehabt, also bis du jetzt dran. Und dann werden die Karten irgendwann wieder neu gemischt.
    Wechseln kannst du später immer noch, du kannst ja auch weiter suchen etc. und besser qualifiziert bist du dann alle mal.
    Und andersherum: Wenn du zu lange aus deinem Job raus bist, wird es immer schwieriger wieder einzusteigen. Du kannst ja nicht alle Karriereambitionen aufgeben, für seinen Job. Und versucht etwas zu finden hast du auch. Egoismus kann man dir nicht vorwerfen.
    Also, ich bin der Meinung: Wenn er bisher gearbeitet hast, bist irgendwann du dran. Ganz klar. Und das mit deinem Freundeskreis: Ja das kenne ich auch, das sich dann irgendwann zeigt, wie seltsam geschlechtskonservativ auch relativ junge Leute sein können. Ganz schön schockierend. Kannst du nichts machen, außer dagegen argumentieren…

  5. Liebe Adele,
    das ist doch dein Leben und deine Beziehung. Lass dir von anderen Leuten da nicht reinreden.

    Für deinen Mann gibt es bestimmt auch dort Möglichkeiten einen Job zu finden.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du ein gutes Angebot bekommst.

  6. Hallo Adele,

    Herzlichen Glückwunsch zum Vorstellungsgespräch. Mir wurde von meinem Arbeitgeber signalisiert, dass ich nach Ende der Elternzeit nicht auf meine alte Stelle zurück kann. Bevor ich in Mutterschutz ging hatte das noch ganz anders geklungen. Unerquickliche Telefongespräche später: „Willst du nicht Buchhaltungsassistenz machen? Das ist ganz einfach, das muss man nur ausdrucken und ablegen können“. Ja, Danke. Jetzt habe ich mich selbstständig gemacht und kämpfe täglich um Kunden, Aufträge, Anerkennung. Nicht der leichteste Weg. Aber der einzig mögliche um Job und Familie zusammen zu bringen. Ihr werdet auch eine für beide Seiten befriedigende Lösung finden. Wichtig ist doch, dass du endlich mal positive Rückmeldung aus der Arbeitswelt hast. Leider gehen nämlich viele davon aus, das Hirn der Frau verlässt ihren Körper zusammen mit der Nachgeburt.

    Lieben Gruß
    sasa

  7. Was hier noch nicht erwähnt wurde, aber gerade auch wegen der Reaktionen eurer Mitmenschen so bemerkenswert ist – ich finde es super, dass dein Mann auch bereit ist, deinen Job mitzutragen. Das wichtigste ist ja, das erstmal in der Partnerschaft geklärt zu haben.
    Dein schlechtes Gewissen hätte ich garantiert auch. Aber warum sollte man als Mutter nicht auch den Anspruch auf Selbstverwirklichung haben? Ich halte das für selbstverständlich. Go for it!

  8. Anspruch auf Selbstverwirklichung haben auf jeden Fall auch Mütter. Aber wenn dieser Job dafür sorgen würde, dass eure Familie mehr Geld hat, als wenn dein Mann seinen behält und du nichts findest, ist es auch durchaus moralisch die Option zu wählen, die eure Familie finanziell besser stellt.

    Ich meine, wie sieht es denn aus, wenn wir die Frage umdrehen? Wie bewerten wir denn einen Mann, der unbedingt seinen Job behalten will, auch wenn es dauerhaft weniger Einkommen für die Familie bedeutet? Oh, und wie würden wir eine so handelnde Frau bewerten?

  9. Ja, Nini, das ist wirklich sehr entlastend für mich, dass mein Mann mich vollumfänglich unterstützt und sich mindestens genauso über so tolle Vorschläge wie „Na, dann bleibt sie halt noch ein bisschen länger zu Hause, irgendwann wird sie schon irgendwas finden“ ärgert.

    vielleicht
    könnt ihr euch in Fragen “Selbstverwirklichung” und “Wer ernährt die Familie” (Was bei der ja sogar zusammen geht – traumhaft) in längeren Zeiträumen auch abwechseln… Er hat ja jetzt anscheinend länger seinen Traumjob gehabt, also bis du jetzt dran. Und dann werden die Karten irgendwann wieder neu gemischt.

    So einfach ist das in unserem Fall leider nicht… Wie gesagt, er ist Wissenschaftler, da ist 1 Jahr Pause schon verdammt lang. Hinzu kommt, dass die Stellen, die für ihn in Frage kommen, sehr hart umkämpft sind und es auch nur wenige Unis in Deutschland gibt, die überhaupt in Frage kommen. Der Ortswechsel bedeutet somit schon, dass er sich komplett umorientieren müsste, wenn die Kompromisslösung, die wir gerade diskutieren, nicht funktionieren sollte (eine sehr große Unbekannte in dieser Gleichung ist sein Chef…).

    Und nochmals: Nur weil es jahrzehntelang so war, dass die Frauen ihre Berufstätigkeit hinter die Familie zurückgestellt haben, muss ich jetzt nicht den Spieß einfach nur umdrehen. Wie gesagt, ich kann nicht für mich was einfordern, was ich ihm nicht zugestehe.

    Mich würde an dieser Stelle auch die Meinung der hier lesenden und kommentierenden Männer interessieren, wie die das so sehen.

  10. Womit ich freilich nicht sagen will, dass es nicht rundheraus ätzend ist, dass zwei Partner nicht in der gleichen Stadt Arbeit finden. Die Auffassung, dass Arbeitnehmer gefälligst quer durch die Weltgeschichte zu ziehen haben, um arbeiten zu „dürfen“, regt mich schon auch auf.

    Hat einer von euch eine Chance auf Telearbeit, eventuell mit Anwesenheitstagen? Vielleicht wäre das ein Kompromiss, wenn in die Mitte ziehen nicht klappt.

  11. Hat einer von euch eine Chance auf Telearbeit, eventuell mit Anwesenheitstagen?

    Sowas in der Art diskutieren wir gerade, aber das können wir natürlich erst konkret diskutieren, wenn ich ein Angebot bekommen sollte.

    Und ja, Neeva, ich bin auch ziemlich angefressen von der Tatsache, welches Maß an Mobilität von den ArbeitnehmerInnen gefordert wird und wie wenig flexibel die Arbeitgeber sind!

  12. liebe adele, ich gratuliere herzlich zum vorstellungsgespräch – in einer zeit, in der es nicht einmal für frauen OHNE kinder einfach ist, eine adäquate stelle zu finden. wenn du die stelle kriegst und sie auch willst: dann greif zu und habe keine zweifel! ebenso herzlichen glückwunsch zu einem mann und vater, der auch ein echter partner zu sein scheint – ich wünsche dir und deiner familie, dass ihr eine lösung findet, die sich für alle gut und richtig anfühlt. egal was „die anderen“ sagen: DU bist dein eigener maßstab!

  13. Da vorher um einen „Männerkommentar“ gebeten wurde, gebe ich mal meine Meinung zum Besten.
    Ich finde bevor du den Job annimmst solltest du dich einfach fragen: „Würde ich dasselbe für meinen Mann machen? Hätte ich kein Problem damit meinen Traumjob aufzugeben um meinem Partner seinen (besser bezahlten) Traumjob zu ermöglichen?“
    Wenn du beide Fragen ehrlich mit Ja beantworten kannst sehe ich keinen Grund warum du auf den Job verzichten solltest, zumal sich für deine Familie ja sogar eine finanzielle Verbesserung ergeben würde.
    Auf jeden Fall ist das Ganze eine wirklich schwierige Situation die eine Menge Konfliktpotential birgt. Alles Gute und liebe Grüße

  14. Mich würde an dieser Stelle auch die Meinung der hier lesenden und kommentierenden Männer interessieren, wie die das so sehen.

    Also ich habe das mit großem Interesse gelesen, und habe auch tatsächlich schon heute mittag eine Weile überlegt, was ich dazu sagen soll/kann. Aber eigentlich hast du in dem Artikel ja alles geschrieben, und ich sehe gar nicht, was ich da hinzufügen könnte. Ja, es ist erschreckend, dass deine/eure Freunde oder/und Bekannten sich so ähem „konservativ“ äußern (so kann man es ja gar nicht mehr nennen; es ist vielmehr weltfremd oder kurzsichtig oder stupide, was andere da offenbar sagen). Da bin ich wiederum sehr froh, dass ich nicht mit solchen Leuten zu tun haben muss. (was mich natürlich nicht weniger erschreckt und ich bedauerlich finde, denn es ist ja auch für die Beziehungen zu diesen Freunden und Bekannten nicht angenehm). In meinem Freundeskreis sind es nicht nur oft die Frauen in Partnerschaften, die besser verdienen (und ihre Arbeit gerne machen) (auch wenn es feste Anstellungen sind), sondern mehrere Freunde sind auch ihren Partnerinnen „hinterhergezogen“ bzw. haben ihren Lebens- und Wohnort nach den Frauen gerichtet. (Bitte nicht als wertend missverstehen; ich meine/schreibe das ganz neutral.)

    Ich kann nicht sagen, wie ich da reagieren würde. Ich wäre froh, wenn ich überhaupt einen Job hätte, mit dem ich was verdiene (was erstens angemessen für meine jahrelange Ausbildung und Studium wäre und wovon ich zweitens leben könnte), und ich wäre auch froh, wenn ich im Sinne der Selbstverwirklichung die Tätigkeit ausüben könnte, für die ich mein Studium gemacht habe. Beides ist bei mir nicht der Fall, und bei meiner Frau ist es leider auch nicht der Fall. Ach ja, ein Kind haben wir auch. Zur Zeit nehmen wir die Kleine abwechselnd zu unseren beruflichen Terminen mit, egal ob es um kleine Jobs geht oder um Selbstverwirklichungsprojekte. Schon das ist nicht so einfach, weil sowohl ich als auch meine Frau eigentlich schon finanziell nicht über die Runden kommen, obwohl wir uns seit Jahren sehr ins Zeug legen und sehr gute Studiumsausbildungen hinter uns haben. Wir haben beispielsweise oft und viel überlegt, ob wir bevor die Kleine in den Kindergarten geht „Pause“ machen, ob ich oder sie – aber das ist bei uns finanziell gar nicht möglich, denn wir bekämen in unserer Situation gar nicht genug Geld vom Arbeitsamt/Staat etc, um z.B. die im Studium entstandenen Kredite/Schulden zahlen zu können. Diese angeblich staatlich erhöhten Eltern-Zuschüsse bekommt man ja nicht dazu, sondern es wird stattdessen wieder vom Sozialgeld abgezogen, ist also genauso wie vor der letzten Eltern/Familiengeldunterstützungsänderung.

    Ich glaube, die wenigsten Leute (meiner Generation/ in meinem Umfeld) haben einen Job, mit dem sie gut genug verdienen können – und noch weniger können wirklich mit dem „Durchkommen“, was sie im Sinne von Selbstverwirklichung wirklich tun wollen – was nicht nur bedeutet, dass es ein ungeheures Privileg ist, beides zu erreichen – so dass man, wenn man als Partnerschaft tatsächlich an so einem Punkt ist, es im Verhältnis zu diesem „Privileg“/“Glück“ leicht ist, gemeinsam eine Lösung zu finden. Das klingt jetzt naiv oder ein bisschen doof. Aber ich meine damit, dass sehr viel dazu gehört, an diesen Punkt zu kommen und gleichzeitig auch noch eine gesunde Partnerschaft zu haben, so dass ein gleichberechtigter Umgang innerhalb der Beziehung eine quasi automatische Selbstverständlichkeit ist und man auf jeden Fall eine gute Lösung finden wird. Widersprich mir, wenn ich da ein zu idealisiertes (esoterisches?) Bild habe. Vielleicht ist es heute aber auch schon ein bisschen zu spät für mich; dann möge man darüber hinwegsehen… ;-)

    Ich (32) drehe aber zur Zeit einen Film über zehn Frauen zwischen Mitte 20 und 30/31, die alle in ähnlichen Situationen sind (wo es also um genau diese Fragen geht) – und welche Rolle ihre Partnerschaft und ihr Selbstverständnis in ihrem Leben und ihrem beruflichen Tun spielen. (Ich drehe den Film nicht für Geld, sondern aus Interesse/“Selbstverwirklichung“/Ambition/ weil ich das machen will; weil ich so gewissermaßen ein Porträt unserer Generation und unserer gegenwärtigen Lebensumstände hinbekommen möchte.)

    Nur weil es jahrzehntelang so war, dass die Frauen ihre Berufstätigkeit hinter die Familie zurückgestellt haben, muss ich jetzt nicht den Spieß einfach nur umdrehen. Wie gesagt, ich kann nicht für mich was einfordern, was ich ihm nicht zugestehe.

    ((Nicht jahrzehntelang, sondern wohl eher jahrhundertelang…))
    Ich finde es gut, dass du das noch einmal erwähnst. Obwohl ich das aus deinem Text schon so herausgelesen habe und es für jeden vernünftig denkenden/argumentierenden Menschen selbstverständlich halte. Dieses „Spieß umdrehen“, wie du es ja beschreibst, hätte weder mit Respekt noch mit Partnerschaft oder mit sog. „emotionaler Intelligenz“ zu tun. (Meine Meinung)

  15. „Nur weil es jahrzehntelang so war, dass die Frauen ihre Berufstätigkeit hinter die Familie zurückgestellt haben, muss ich jetzt nicht den Spieß einfach nur umdrehen. Wie gesagt, ich kann nicht für mich was einfordern, was ich ihm nicht zugestehe.“

    Vorneweg: Ich bin ebenfalls meiner Freundin hinterhergezogen, insofern verstehe ich auch Deinen Mann sehr gut.

    Aber hier wird ein klassischer Konflikt deutlich, durch den der Feminismus m.E. viel Aktzeptanz einbüßt. Es wird mit „den Männern“ argumentiert, die jahrhundertelang […], und deswegen hat Adele jetzt den Anspruch, ihr Ding zu drehen und der Mann hat gefälligst hinterherzuziehen. Adele selber macht das – Gott sei Dank – nicht. Denn diese Gleichung ist in der Beziehung einfach Blödsinn. Es geht um ein konkretes Paar und einen konkreten Mann, und dieser Mann hat nicht seit Jahrhunderten jemanden unterdrückt. Ebenso wenig wurde diese konkrete Frau seit Jahrhunderten von ihm oder sonstwem unterdrückt (außer, sie wäre Buddhistin – dann wäre das wohl möglich). Deswegen ist dieser Aspekt außen vor zu lassen und es stellt sich die simple Frage: wie stehen die beiden Partner zueinander? Und diese Frage unterscheidet sich für die Partner in nichts durch Situationen, die Rollen vertauscht wären, es um zwei Männer, zwei Frauen oder sonst wie was ginge. Würde meine Freundin zu mir sagen: „Gib du Deinen Job auf, denn wir Frauen waren lange genug unterdrückt“ wäre die Beziehung vorbei. Denn eine konkrete und individuelle Entscheidung durch das Auferlegen einer Erbschuld zu erzwingen geht einfach am Thema vorbei.

    Und deswegen gibt es folgendes zu sagen: Es ist eine konkrete Situation, in der sie den Job annehmen möchte und er nichts dagegen hat. Also sollen sie es machen. Hätte er was dagegen und würde seinen Job nicht aufgeben wollen, gäbe es nur drei Möglichkeiten: Sie gibt ihren auf, Fernbeziehung oder Trennung. Denn einen Anspruch darauf, dass er ihr hinterherzieht, hat sie natürlich nicht. Daher ist es doch umso besser, wenn er die Partnerschaft als so viel wichtiger bewertet als seinen Job!

  16. Andreas, ganz so „einfach“ ist es nicht, wie ich finde. Jede Partnerschaft ist eine individuelle Konstellation und hat ihre konkreten Fragestellungen und Randbedingungen. Und doch kommt am Ende meistens irgendwie raus, dass der Mann nach der Geburt des Kindes mehr Zeit in die Erwerbsarbeit investiert und die Frau weniger. Auf der individuellen Ebene häufig auch mit nachvollziehbaren Begründungen, aber in der Gesamtheit betrachtet finde ich das schon erstaunlich in Anbetracht der Tatsache, dass junge Frauen heutzutage besser ausgebildet sind als die gleichaltrigen Männer. Und die Rollenklischees sitzen sehr tief, wie es scheint, denn die Meinung, dass ich mich doch nicht so unter Druck setzen soll, dass ich die Zeit mit meinem Sohn einfach genießen soll, dass mir der Berufseinstieg nicht davon läuft, etc. wird auch von vielen Frauen vertreten. Der Druck des Umfeldes ist enorm groß und wären mein Mann und ich uns nicht einig, dass wir die Chance, sollte sie sich mir tatsächlich bieten, nicht vergeben möchten, weiß ich nicht, ob ich dem Druck wirklich gewachsen wäre. Und ich frage mich, ob der Druck, das männliche Rollenklischee zu erfüllen, ähnlich hoch ist. Bekommt ein Mann, der längere Zeit in Elternzeit geht, geradeheraus gesagt, dass er doch jetzt für das finanzielle Wohl der Familie zuständig sei und an seine berufliche Zukunft denken müsse?

    Im Bewerbungsgespräch sagte der Mensch aus der Personalabteilung: „Bei vielen Frauen, auch hochqualifizierten, findet nach der Geburt des Kindes eine Verschiebung der Prioritäten statt, weg vom Job hin zur Familie.“ In jedem individuellen Fall legitim, aber in der Gesamtheit ist das für die wenigen Frauen, bei denen das nicht so ist, ein großer Nachteil, denn ihnen wird einfach unterstellt, dass auch sie mit Kind Teilzeit arbeiten möchten und ihren Job nicht mehr so ernst nehmen.

  17. @ljb: Ich weiß, dass ich hier ein Luxusproblem beschreibe, mein Mann verdient genug, uns alle drei zu ernähren, und ich möchte arbeiten, einfach nur, weil es mir Spaß macht. Mir ist durchaus bewusst, dass wir in einer sehr privielgierten Situation sind, noch dazu, weil wir als Paar sehr ähnliche Vorstellungen davon haben, was Partnerschaft bedeutet.

    Dein Filmprojekt klingt sehr spannend! Besteht eine Chance, dass es einer breiten öffentlichkeit zugänglich gemacht wird?

  18. Liebe Adele, ich drücke die Daumen für’s Vorstellungsgespräch! Ich frage mich die ganze Zeit, wie die Reaktionen wären, wenn die Konstellation bei euch anders herum wäre. Vermutlich würden alle selbstverständlich und stillschweigend davon ausgehen, dass Du den weniger gut bezahlten Hobby-Job aufgibst. Es ist einfach ungerecht, dass Du Dich wegen einer Sache schlecht fühlen muss, die – wärest Du ein Mann – selbstverständlich wäre.

    An Deiner Stelle würde ich zusammen mit meinem Mann alle Fakten auf den Tisch packen und abwägen: wer hat wo die besseren Chancen? Wie soll es in zehn Jahren aussehen? Wo ist welche Perspektive? Wenn Dein Mann im ÖD ist, kann er sich die Stelle vielleicht freihalten lassen und ihr versucht, in die Nähe zurückzukehren?

    Zu Deinem Kommentar von 9:46 noch eine Frage: Findest Du wirklich, dass Frauen, die Teilzeit arbeiten, ihren Job nicht so ernst nehmen, wie Menschen die eine Überstunde nach der anderen schieben? Ich finde diese Aussage ehrlich gesagt etwas garstig. Es gibt z.B. tolle Teilzeitmodelle für Führungskräfte und ihre Umsetzung und Akzeptanz ist in D mangelhaft u.a. wegen solcher Vorurteile.

  19. Turbo, nein ich habe nicht gesagt, dass TeilzeitarbeitnehmerInnen ihren Job nicht so ernst nehmen, sondern dass ihnen das unterstellt wird. Mich nervt es auch gewaltig, dass es in D scheinbar nicht denkbar ist, dass eine Führungskraft Teilzeit arbeiten kann bzw. Arbeit nach wie vor so organisiert ist, dass alles auf Vollzeit ausgelegt ist.

  20. Tja. Das wirft für mich diese ganzen Fragen um Gleichberechtigung in Beziehungen auf, und natürlich wirkt sich die Geschichte auch auf individuelle Frauen- und Männer-Köpfe aus…
    Obwohl ich in einer Partnerschaft mit gleichen beruflichen Voraussetzungen lebe, meinem Mann mit den Kindern hinterhergezogen bin, als er seinen ersten Job hatte und dafür auch eine eigene berufliche Chance habe sausen lassen, kann ich mir bis heute nicht vorstellen, das umgekehrt von ihm zu verlangen. Unsere beiden Job-Städte liegen zum Glück nicht so weit auseinander, aber immer noch bin ich die, die pendelt…
    Ich glaube in der Tat, dass Männer im umgekehrten Fall nicht so viel nachdenken wie die Frauen. Also ich finde es gut, wenn Paare auch den anderen Weg gehen. Ich habe mich ziemlich lange gegrämt, weil ich damals zurück gesteckt habe.

  21. Exkurs –

    Dein Filmprojekt klingt sehr spannend! Besteht eine Chance, dass es einer breiten öffentlichkeit zugänglich gemacht wird?

    Naja, das („Chance“) ist gut gefragt.. Wenn ich mich da auch etwas idealistisch bzw. aus der Position der individuellen Selbstverwirklichung heraus formuliert habe, so ist das doch ein technisch und formal professioneller Dokumentarfilm, denn immerhin habe ich ja an einer (renommierten) Hochschule bzw. Akademie Regie (für Fernsehen und Film) studiert, und so ist es natürlich, auch wenn es keine im kommerziellen Fernsehen entstehenden Filme sind, meine Hoffnung/ mein Bestreben, dass die Filme von möglichst vielen gesehen werden.
    Ja, die „Chance“ besteht also, und sie wird nicht nur abgewartet, sondern auch angestrebt. Es ist aber leider nicht so einfach (da sage ich den meisten sicher nichts Neues), als unbekannte/r Filmemacher/in Arbeiten zu verkaufen und gezeigt zu bekommen. (Falls also jemand mitliest z.B. von Filmfestivals oder von 3sat…)
    Meine Hoffnung ist, erstmal z.B. beim Dokumentarfilmfilmfestival Leipzig „unterzukommen“ und dann auch bei anderen; im besten Fall natürlich auch von einem Sender ausgestrahlt zu werden und eine DVD zu veröffentlichen. Der Film entsteht aber (wie fast alle meine bisherigen) ohne Senderbeteiligung und viel Geld. Daher hängt viel vom Glück ab…

  22. Erstmal: Glückwunsch. Arbeitssuche ist anstrengend und nervenzehrend. Jedes Interview ist ein Schritt voran.

    Dann: Das dauert ja noch. Dein Mann hat jetzt einen gut funktionierenden Job. Dein Job, wenns klappt, wäre ein neuer Job und es ist noch offen, ob er dir und euch taugt. Daher wäre es schon ein mutiger Sprung.

    Was den „Rollenwechsel“ angeht: hier hier. Wir sind an meinen Arbeitsort gezogen, weil ich auf diesen Ort angewiesen bin und hier sehr gut verdiene. Mein Partner arbeitet von hier aus bei einem schlauen Kleinunternehmer, der 8 Mitarbeiter an 4 Standorten sitzen hat. Wir haben beide 4-Tage-Woche.

    Und wir kriegen von unserem deutschen Umfeld (das sich gerne progressiv geriert) regelmässig an die Backe geklemmt:
    Zu ihm: Das ist ja schon ein Opfer für dich, dass du mit zu ihr gegangen bist.
    Zu mir: Naja, das kannst du auch nicht von jedem verlangen, dass der dir so entgegen kommt. Aber dir ist ja die Arbeit auch wichtiger als alles andere.

    Ich bin fasziniert, wie sehr das noch in den Köpfen drin hängt.

    Ihr werdet eure individuelle Entscheidung treffen, vielleicht auch so, dass ihr euch abwechselt mit klaren Absprachen. Aber es ist und bleibt: wenn wir uns gegen geltende Rollenmuster entscheiden, landen wir immer wieder unter einem enormen Rechtfertigungsdruck von außen.

  23. Bedenken solltet ihr, ob ihr vielleicht noch ein 2. Kind wollt. Dann bist du unter Umständen deinen Job schnell wieder los. Eine feste Stelle an der Uni als Wissenschaftler aufzugeben finde ich ganz schön happig. Falls ich so eine Stelle gehabt hätte, hätte ich sie für meinen Mann jedenfalls nicht aufgegeben, ist einfach ein 6 im Lotto. Wenn ihr schon über Umzug nachdenkt, dann sollte es doch eine Stadt sein, in der ihr beide Perspektive habt, eventuell auch Ausland wie zum Beispiel Skandinavien. Es gibt wenige Männer die damit klarkommen, dass ihre Frau Karriere macht, während sie selber ihre berufliche Karriere aufgegeben haben.
    Alternativ könntet ihr auch über eine Wochenendehe nachdenken. Ist mit Kind nicht ideal, aber es gibt so viele Wochenendpapas warum nicht auch Wochenendmama.

  24. @ Chris: Das Argument mit dem 2. Kind verstehe ich nicht so ganz… Warum sollte mich ein Unternehmen, das mich mit einem Kind einstellt, mit zwei Kindern nicht mehr wollen? Noch dazu, wo es einen besonderen Kündigungsschutz für Schwangere gibt. Außerdem habe ich beim Bewerbungsgespräch dort mehrere Männer getroffen, die auch in Elternzeit waren und danach trotzdem nicht auf dem beruflichen Abstellgleis gelandet sind. Im Bewerbungsgespräch war auch mehrmals die Rede davon, dass es auch darum geht, potentiellen Führungsnachwuchs für den Konzern zu rekrutieren. Wenn sie das einer Frau mit Kind(ern) nicht zutrauen, dann hätten sie mich kaum zum zweiten Gespräch eingeladen.
    Ein 6er im Lotto ist finanziell deutlich lukrativer als der TvÖD! Ideell mag diese Stelle ein 6er im Lotto gleichkommen, finanziell wäre ich deutlich komfortabler in der Lage eine Familie zu ernähren als er, sollte ich den Job bekommen. Noch dazu empfinde ich meine potentielle Stelle auch als 6er im Lotto, warum sollte sein Traumjob mehr „wert“ sein als meiner?
    Warum wir in einer skandinavischen Stadt eher beide eine Perspektive haben sollen, ist mir auch nicht ganz klar. Hier geht es um zwei sehr spezialisierte Berufe, nicht so sehr darum, wie gut man Familie und Beruf vereinbaren kann. Es ist in so ziemlich jeder Stadt der Welt für uns sehr sehr schwierig, beide eine echte Perspektive zu finden. Mal abgesehen davon habe ich mich bei einem Unternehmen beworben, welches geografisch so liegt, dass es eine Möglichkeit gäbe, dass auch mein Mann weiterarbeiten kann, wenn sein Chef mitspielt. Leider fehlt diesem als alleinstehender Mann ohne Kinder ein wenig das Problembewusstsein für unsere Situation.
    Was die Wochenend-Lösung angeht: Wir haben jahrelang riesige Distanzen überwunden, um uns zu sehen, zeitweise 10000 km, immer wegen der Karriere, wir leben erst seit weniger als einem Jahr zusammen, und wir haben die Möglichkeit durchaus diskutiert, aber wir sind uns einig, dass wir das nicht wollen, egal in welcher Konstellation. 48 Stunden Familienleben in der Woche sind uns unsere Karrieren dann doch nicht wert. Vor allem mein Mann ist da sehr klar in seiner Meinung, von daher glaube ich ihm schon, dass er damit klar käme, seine Karriere zugunsten von meiner aufzugeben.
    Vielleicht verstehe ich dich auch völlig falsch, aber mir scheint, du hast schon eher eine traditionelle Familienvorstellung hast, in der die Frau eher Rücksicht auf den Mann nimmt, als umgekehrt.

  25. Hi,

    ich habe es leider in meiner ersten Schwangerschaft erlebt, dass ab dem 5. Monat von einem Tag auf den anderen an Arbeit nicht mehr zu denken war. War bis zu diesem Zeitpunkt topfit und habe auch keinen einzigen Tag gefehlt. Es hat sich dann herausgestellt, dass die vollmundigen Versprechungen meiner Chefs (Uni Institut) bezüglich der Verlängerung meiner Stelle oder gar der Förderung von Frauen keinen Heller mehr wert waren. Muss dir ja nicht passieren, aber in jeder Schwangerschaft kann es nun mal Probleme geben. Na ja und die Versprechungen im Bewerbungsgespräch sind sowieso immer super toll aber nichts vorauf man zählen darf, schliesslich will man dich ja als Arbeitnehmer gewinnen.
    Vielleicht kennst du die Karriereberatung in den VDI Nachrichten von Heiko Mell, falls nicht bitte unbedingt lesen. Vielleicht sogar hinschreiben.
    Warum sollte man einer Frau mit Kind den Job denn nicht zutrauen? Gerade Mütter arbeiten doch härten für weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen.
    Dein Mann verdient vielleicht nicht so viel wie in der freien Wirtschaft, aber dafür ist er so gut wie unkündbar (du in deinem neuen Job nicht!) und darf seiner Berufung nachgehen, für mich wäre das mehr als ein 6ser im Lotto. Es geht ja nicht nur ums Geld sondern um das Privileg einen Beruf ausüben zu dürfen der einen erfüllt. Vom Chef deines Mannes dürft ihr kein Problembewusstsein erwarten, schliesslich geht es diesem nur um die Arbeitskraft deines Mannes und nicht um eure Probleme.
    Und bei so einem tollen Job stehen die nächsten Bewerber schon vor der Tür.
    Mein Mann ist Däne, hat sehr lange in Deutschland gearbeitet, pendelt jetzt aber nach DK zur Arbeit. Die Arbeitslosigkeit beträgt dort so um die 4%, für Akademiker noch weniger. Mein Mann hat sich 2mal beworben ,hatte 2 Jobangebote. Für micht sieht es dort auch viel besser aus. Überstunden stehen in DK überhaupt nicht so hoch im Kurs wie in Deutschland, was eben auch den Frauen mit Kindern die Karriere ermöglicht.
    Es liegt doch genaugenommen gar nicht an fehlender Kinderbetreuung das Frauen in D schwerer Karriere machen können, sondern das man sich mit 50-60 Arbeitsstunden die Woche hochdienen muss (was ja überhaupt nichts mit Produktivität zu tun hat, da meiner Meinung nach niemand mehr als 8h am tag effektiv arbeiten kann, aber es wird von den Chefs erwartet). Ausserdem sind die Hierachien in Skandinavien flacher, was für Frauen die Karriere trotz Mutterschaft wahrscheinlicher macht.
    Aber ich hatte das mit Skandinavien nur so als Denkanstoß für euch gemeint.
    Das ihr jetzt die Zeit mit eurem Kind gemeinsam verbringen wollt kann ich gut verstehen. Vielleicht könnte dein Mann noch Elternzeit nachschieben?
    Falls dein Mann seinen Job aufgibt, solltet ihr noch darüber nachdenken wer dann das Kind im Krankheitsfall betreut, wenn ihr beide in neuen Jobs seid. In der ersten Zeit in der Kita sind viele Kinder sehr oft krank (Omas, Opas die kommen können?). Wieviel Zeit müßt ihr der Arbeit widmen um nicht negativ aufzufallen, 45h/Woche oder mehr? Teilzeit für Männer geht ja nun in Deutschland wirklich nicht, ausser öffentlicher Dienst. Und für dich mit Karriereambition sowieso nicht.

    Viele Grüße
    Christiane

  26. PS: Habe keine traditionelle Rollenvorstellung, bin in der DDR aufgewachsen, aber auch dort mussten die Frauen immer mehr als die Männer leisten um Karriere zu machen. Dreifachbelastung der Frau hiess: Frau ist vollwertige Arbeitskraft, vesorgt Kinder und Familie alleine. Mein Mann kümmert sich viel um die Kinder, würde auch meinetwegen auf seinen Job verzichten. Aber so wie ich ihn kenne, würde er mit der Zeit unzufrieden werden. Tja und die gängigen Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt kann wohl keine von uns im Alleingang ändern. Ich persönlich möchte auch Karriere machen, aber nicht mehr als 40h die Woche arbeiten. Offizielle Arbeitszeit in DK sind übringens 37 h. 3 Überstunden die Woche mache ich dann auch wirklich gerne

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