Ein schwules Dorf, Frauenradio und Afghanistan – kurz notiert

von der Mädchenmannschaft

In Großbritannien ist eine Einschränkung der Abtreibungsgesetze erstmal vom Tisch. Freie Kliniken, die Abtreibungen durchführen, dürfen weiter Beratungsgespräche anbieten. Konservative Abgeordnete hatten das verbieten lassen wollen, um „unabhängige Berater_innen“ zu stärken – die allerdings oft von Abtreibungsgegnern finanziert werden, so der Guardian.

Gibt es einen typisch weiblichen Führungsstil? Nein, sagt eine neue Studie. Führungskompetenz ist eine Frage der Persönlichkeit, nicht des Geschlechts.

Ein Dorf nur für Schwule? Soll’s bald geben und zwar in Andalusien. Äußern soll sich das vor allem in rosa angestrichenen Häusern. Ähm ja. Die Frage ist ja eh, ob das wirklich ein schwules Dorf werden soll oder „gay“ einfach nur mal wieder männlich übersetzt wurde. Aber wollen Lesben überhaupt ein eigenes Dorf? Und welche Farbe hätten die Häuser dort?

Bessere Nachrichten kommen aus Frankreich: Dort soll nun auch in Schulbüchern stehen, dass sexuelle Identität nicht nur durch die Biologie bestimmt wird.

„filia. die Frauenstiftung“ bittet um Spenden für den ersten und bisher einzigen Frauenradiosender in Ägypten, die „Girls only Radio Station“. Am 28. September findet in Hamburg außerdem die Veranstaltung „Ägyptens Mädchen melden sich zu Wort“ statt, ein Pressetermin mit Amani Eltunsi, Gründerin von „Girls Only Radio Station“.

In China ändert sich das Scheidungsrecht: Eine gemeinsame Wohnung wird jetzt nicht mehr zwischen den Partnern aufgeteilt, sondern soll an den registrierten Besitzer gehen. Das sind aber traditionell fast immer die Männer. Damit werden  junge Frauen zur neuen Immobilienverkaufszielgruppe und heiraten jetzt auch endlich alle nur noch aus Liebe und nicht mehr, um sich eine Wohnung zu erschleichen. Juhu!

Die Frauenfrage bei den Piraten, anlässlich der Berlinwahl mal wieder neu aufgerollt, diesmal von der taz.

Ebenfalls in der taz: Ein Interview mit der Aktivistin Noorjahan Akbar über die Situation von Frauen in Afghanistan und die Rolle und Verantwortung des Westens diesen gegenüber: „Da die westlichen Länder sich hier aber engagiert und den Frauen einige Freiheiten gebracht haben, können sie jetzt nicht so einfach gehen und alles wieder den Taliban überlassen.“

jezebel.com berichtet (auf Englisch) über die Suche von American Apparel nach einem so genannten „plus size model“ und über Nancy, die sich als ein solches beworben hat. Mit guten Fotos und klugen Gedanken.

Die feministischen Parteien Europas wollen 2014 ins Europaparlament. Was die Vertreterinnen dieser Parteien bei ihrem Treffen Ende August sonst noch besprochen haben, steht bei dieStandard.

Sind Männer, die Frauen die Tür aufhalten Sexisten? Erika Lust kommentiert in ihrem Blog solche und andere Überlegungen.

Hugo Schwyzer im Gespräch mit dem Bitch Magazine über Männer unter Schönheitsdruck.

James Kaliardos ist „Makeup Artist“ und ließ sich bei seinem letzten großen Job vom „afrikanischen Gesicht“ inspirieren. Aha. Bei jezebel.com wurden wohl ebenfalls die Köpfe geschüttelt.

Termine gibts auch noch. Nach dem Klick:

Der interkulturelle Mädchentreff AZADE in Bonn organisiert am 27. September eine Veranstaltung zum Thema „Die Gesichter von Rassismus“.

Die Heinrich-Böll-Stiftung vergibt den Anne-Klein-Preis, ein Preis für die Verwirklichung von Geschlechterdemokratie. Bis zum 15. Oktober können noch „würdige Kandidatinnen“ vorgeschlagen werden. Dann mal los!

Workshop in Hamburg am 29. September: „Liebe auf Augenhöhe, wenn (mindestens) Eine traumatisiert ist – Sekundärtraumatisierung in lesbischen Beziehungen„. Anmeldung nötig.




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Eintrag geschrieben: Freitag, 16. September 2011 um 9:00 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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Ein Kommentar

  1. Stephanie sagt:

    Aber wollen Lesben überhaupt ein eigenes Dorf? Und welche Farbe hätten die Häuser dort?

    Klar, gibt’s dazu Projekte, z.B. von der Sappho-Stiftung .