Unterstützen statt vereinnahmen – die Blogschau

von Viruletta

Letzte Woche hatte Alice Schwarzer Geburtstag. Nadine hat das auf ihrem Blog Medienelite zum Anlass genommen, den Personenkult um Schwarzer einer kritischen Analyse zu unterziehen und zu erklären, worum sie dabei nicht mitmachen kann und will: „Wieso muss ich denn einen Personenkult befördern, der nicht viel mehr bringt, als Feminismen und ihre Vertreter_innen unsichtbar zu machen?“.

Nadia hat sich auf Shehadistan daraufhin die Frage gestellt, wie die EMMA sich die idealen Leser*innen wohl vorstellt und kam zu dem Schluss: „Die EMMA braucht mich nicht, weil sie weiterhin ihr latent-rassistisches, orientalistisches, stark begrenztes Weltbild braucht. Und deswegen brauche ich die EMMA und auch Alice Schwarzer nicht.“ Kotzendes Einhorn stimmt ihr da zu.

(Triggerwarnung: symbolische Gewalt gegen Frauen*.) Auf Total Quality Women findet ihr einen Buchtipp, der gleichzeitig mit gängigen orientalistischen Vorstellungen von >dem patriarchalen Orientalen< und der wahlweise unterdrückten und/oder erotisierten >Orientalin< aufräumt. (teilweise englisch)

glücklich scheitern zeigt auf, dass die angeblichen Reformvorschläge Kristina Schröders für den „Wiedereinstieg“ von Müttern ins Berufsleben höchstens in den 1970er Jahren modern gewesen wären, und gibt Anregungen, was stattdessen wirklich helfen könnte.

Wie schwer es ist, den eigenen, nicht normgerechten Körper als das wertzuschätzen, was er ist, nämlich wunderbar, erzählt Steinmädchen anhand ihrer eigenen Geschichte. Und fügt hinzu: „Ich möchte unendlich viele Herzen verteilen an alle die Menschen, die über body-acceptanz und Besonders über fatpositiv schreiben. Danke. Ich lese und sauge es in mich hinein und manchmal – da lache ich den body-shaming-troll in mir einfach aus“.

Die AG Queer Studies hat einen offenen Brief für den Erhalt des Zentrums für Disability Studies in Hamburg veröffentlicht.

Eine Asylbewerberin aus Uganda darf aus Deutschland abgeschoben werden, weil der verurteilende Richter sie nicht als lesbisch anerkennen will. Karnele berichtet darüber und wirft die Frage auf: „Möglicherweise irre ich mich, aber könnte es sein, dass es sich bei dem Richter um einen weißen heterosexuellen CisMann handelt? Denn nach meinen Erfahrungen sind es beinah ausschließlich Vertreter dieser Gruppe, die über das ultimative Wissen bezüglich einer lesbischen Identität verfügen“.

Drop the thought belegt anhand einer Reihe von Studien (teilweise englisch), wie oft mit einem Doppelstandard gearbeitet wird.

Nachdem sich Ninia La Grande letzte Woche an dem „Wer braucht Feminismus?“-Projekt beteiligt hatte, hat Gedankensalat Ninias Gründe diese Woche noch um ein paar weitere ergänzt.

Carridwen hat die Geschichten der Protestierenden vom Refugee Protest gesammelt, die genauso divers wie ergreifend sind.

Nadia und ich haben auf Shehadistan am Beispiel von Kim VeganWonderland gemeinsam versucht zu erklären, warum Antifaschismus nicht nur daraus bestehen kann, Nazi-Symboliken auswendig zu lernen.

(Triggerwarnung: sexualisierte Gewalt (inklusive Tathergang) und deren Verharmlosung.) Wie sich Rape Culture (Vergewaltigungskultur) in der allgemeinen Berichterstattung niederschlägt, hat Von Freiheit, Frieden und Frühlingsgefühlen. aufgeschlüsselt und kommt zu dem Fazit: „Berichte wie dieser sind unter anderem Gründe dafür, dass Frauen sich nicht trauen, Hilfe zu suchen, wenn sie Gewalt erfahren müssen“.

Fraeulein Rabatzki ärgert sich darüber, dass in einer heterosexuellen Elternschaft immer allen klar zu sein scheint, wer für welche Aufgaben zuständig ist, und entlädt ihre Wut darüber „ganz unfraeuleinhaft“ in einem Blogpost.

„Ist es wirklich so, dass in Deutschland nur Petitionen zu Hebammen und Bürgerrechtsthemen erfolgreich sein können?“, fragt sich i heart digital life und appelliert nochmal an alle, die Petition gegen Racial Profiling zu unterzeichen.

 

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!




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Eintrag geschrieben: Samstag, 8. Dezember 2012 um 12:00 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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