E WIE EKELHAFT: Gewaltverherrlichender Werbeclip

Was sich die Werbetreibenden der E.on-Tochter E WIE EINFACH wohl gedacht haben? Mit einem absolut gewaltverherrlichenden, sexistischen und abartigen Clip (Triggerwarnung – hier zu beschlechtachten) buhlen Sie um die Gunst der Stromkunden; untermauert werden soll damit „die Haltung des Konzerns“ (aha?). Entwickelt und umgesetzt wurde die Kampagne von der Hamburger Agentur HEIMAT unter der Leitung der Kreativdirektorinnen Jo Marie Farwick, Nicole Holzenkamp und Nina-Sophie Scheller, wie es die Pressemeldung verlauten lässt. Geworben wird mit dem Motto „Machen statt quatschen, Lösungen finden statt die Dinge kompliziert zu machen“.

Also, statt quatschen:  Direkt eine Beschwerdemail an presse@e-wie-einfach.de schicken. Im O-Ton kann man sich da ruhig folgendem Kommentar bei YouTube anschließen:

„Das ist einfach nur widerlich und sexisitsch (sic!). Gewalt gegen Frauen als Werbegag, Frauen bewusstlos prügeln, während häusliche Gewalt weltweit bitterer Alltag ist? An Perfidität kaum zu überbieten.“

Update (18 Uhr): E WIE EINFACH schrieb gerade folgendes auf ihrer Facebook Seite:

Wir haben die Wirkung, die unser TV Spot „Einschlafen“ erzielt hat, scheinbar grundlegend falsch eingeschätzt. Es war nie unsere Absicht, mit dem Film die Gefühle der Zuschauer zu verletzen oder gar frauenfeindlich zu wirken. Wir nehmen eure Kritik ernst und nehmen den Spot umgehend aus den Medien. Euer E WIE EINFACH Team 

47 Kommentare zu „E WIE EKELHAFT: Gewaltverherrlichender Werbeclip

  1. Gott, ist das „witzig“. Diesen wahnsinnig kreativen Werbeleuten mit ihrem ach-so-bissigen provokanten „Humor“ fällt doch immer wieder was tolles ein!
    Sch*** die Wand, nee.

  2. Folgende Email habe ich gerade an diesen Anbieter geschickt:
    Betr.: Tv-Werbe-Spot: „Einschlafen“
    “Das ist einfach nur widerlich und sexisitsch. Gewalt gegen Frauen als Werbegag, Frauen bewusstlos prügeln, während häusliche Gewalt weltweit bitterer Alltag ist? An Perfidität kaum zu überbieten.”
    Diesem Zitat kann ich mich nur anschließen. Auf welche niederen Instinkte dieser Konsumgesellschaft setzen Sie eigentlich? Wertschätzende Kommunikation mit potientiellen Kunden sieht anders aus oder lernen Sie das jetzt so im Marketing?
    Die sogenannte Spaßgesellschaft, deren VertreterInnen wohl in Ihrem Marketing sitzen, ist sehr kurzlebig. Somit bleibt nichts mehr in Erinnerung und zielt nur auf kurzfristige Erfolge. Wenn das Ihre Unternehmensstrategie ist, wurde diese gut vermittelt.
    PS: verschonen Sie mich mit Kontaktaufnahmen!

  3. @kat: Frauen, die Sexismus perpetuieren, sind nichts neues. Im Gegenteil: Sich selbst abzugrenzen gegen andere Frauen bringt ihnen Vorteile in patriarchal geprägten Struktueren.

  4. aus der Selbstdarstellung: „Für uns ist EINFACH eine positive Lebenseinstellung.“

    lange nicht mehr so erbrochen…
    werberat, übernehmen sie!

    paula

  5. Aufmerksamkeit um jeden Preis. Auf der einen Seite ist eine Beschwerde mehr als angebracht auf der anderen Seite sind sie unsere Zeit, Aufmerksamkeit und kostenlose Werbung nicht wert :-(

  6. Das Video ist offenbar jetzt offline. Sollten die etwa so schnell gemerkt haben, dass sie sich keinen Gefallen getan haben?! Falls ja: Glückwunsch an uns alle! :-)

  7. Dass E.on ein Kack-Konzern ist, wusste ich ja, aber das hier schlägt dem Fass den Boden aus. Zum Kotzen! Also beschwere ich mich mal wieder beim Deutschen Werberat, bin ja gerade in Übung. Grrrr.

  8. Von der Facebook-Seite:
    „Wir haben die Wirkung, die unser TV Spot „Einschlafen“ erzielt hat, scheinbar grundlegend falsch eingeschätzt. Es war nie unsere Absicht, mit dem Film die Gefühle der Zuschauer zu verletzen oder gar frauenfeindlich zu wirken. Wir nehmen eure Kritik ernst und nehmen den Spot umgehend aus den Medien. Euer E WIE EINFACH Team“
    http://www.facebook.com/ewieeinfach

  9. Scheint so. Auf facebook schreiben sie: „Wir haben die Wirkung, die unser TV Spot „Einschlafen“ erzielt hat, scheinbar grundlegend falsch eingeschätzt. Es war nie unsere Absicht, mit dem Film die Gefühle der Zuschauer zu verletzen oder gar frauenfeindlich zu wirken. Wir nehmen eure Kritik ernst und nehmen den Spot umgehend aus den Medien. Euer E WIE EINFACH TeamWir haben die Wirkung, die unser TV Spot „Einschlafen“ erzielt hat, scheinbar grundlegend falsch eingeschätzt. Es war nie unsere Absicht, mit dem Film die Gefühle der Zuschauer zu verletzen oder gar frauenfeindlich zu wirken. Wir nehmen eure Kritik ernst und nehmen den Spot umgehend aus den Medien. Euer E WIE EINFACH Team“

  10. Interessant fand ich übrigens (was jetzt leider nicht mehr zu dokumentieren ist), dass der Spot ja zunächst recht gut ankam. Die ersten beiden Seiten der Kommentare bei YouTube waren überwiegend in der Art von „haha, richtig guter Spot, so macht Werbung Spaß, meine Freundin fand’s auch witzig“ etc. Es kann nur euer Post hier gewesen sein, der den Wandel eingeläutet hat — danach gab es fast nur noch negative Kommentare. Da könnt ihr euch mal auf die Schulter klopfen. :)

  11. Ich hatte heute nachmittag auch eine Beschwerde geschrieben und gerade kam die (Massenmail-)Antwort rein. Die dachten echt es würde komisch sein..

    – – – –

    Sehr geehrter ….,

    vielen Dank für Ihre Email. Wir haben natürlich zur Kenntnis genommen, dass unser neuer TV-Spot derzeit intensiv diskutiert wird und nehmen die Kritik sehr ernst. Die Wirkung, die der Spot erzielt, haben wir im Vorfeld scheinbar grundlegend falsch eingeschätzt.

    Es war nie die Absicht des Unternehmens, mit dem Film die Gefühle der Zuschauer zu verletzen oder gar frauenfeindlich zu wirken.

    Wir haben bereits Konsequenzen gezogen und nehmen den Spot von allen Sendern. Es tut uns leid, dass die beabsichtigte komödiantische Wirkung des Films scheinbar nicht deutlich genug herausgearbeitet wurde.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bettina Donges
    Leiterin Presse/PR

  12. Ich hab den Spot gerade eben ca. 21 Uhr im TV gesehen und dachte ich seh nicht richtig. Daß ein Mann das witzig findet, verstehe ich vielleicht noch. Aber das sollen Frauen zu verantworten haben? Wie Job-besessen sind die? Und bei Euch lese ich, der Spot soll eingestellt sein? Wieso läuft er dann im Abendfernsehen? Frauenfeindlicher geht es kaum noch!

  13. Und „nicht deutlich genug herausgearbeitet“ — nee, also an Deutlichkeit hat’s nicht gemangelt…

  14. bisschen off-topic, aber trotzdem schön:
    im pingback von t3n.de wird vom „feministen-blog mädchenmannschaft gesprochen“

  15. Ich habe auch die Massenmail-Antwort für – Ironie an – humorlose und spaßfreie Beschwerer_innen – Ironie aus – bekommen. Dem letzten Satz darin gebührt nochmal abschließend eine Facepalm! Vielleicht sollte man die blecherne Facepalm verleihen für die ganz Innovativen auf unserem Planeten. Kopfschüttel.

  16. Der Spot wurde von „Feministenfeminst“ wieder auf youtube gestellt, mit dem Hinweis „Nicht geeignet für Nachwuchsfeministinnen ohne Humor“ und da gibts noch gar keine Kommentare zu

  17. Den Spot hab ich auch letzte Woche gesehen mit meinem Vater zusammen und uns ist echt die Spucke weg geblieben! Die Komponente häusliche Gewalt mal ganz zu schweigen. Ich habe lange nicht mehr sowas unglaublich dummes gesehen.

    Interessant finde ich allerdings, dass da jetzt wirklich so schnell eingegriffen wurde, das hätte ich nicht gedacht. Kostet die ja immerhin etwas Geld so einen Spot überhaupt erst zu schaffen. Und Leute, die sowas plumpes witzig finden und da keinen Affront drin sehen gibt es bestimmt zu genüge…

  18. genau. und ich wiederhole gerne : vorsätzliche/körperverletzung ist ein straftatbestand gem. StGB,
    schon alleine diese darstellung (schweren herzens hab ich mir grade den spot angeschaut) lässt mich arg an einer menschengerechten grundeinstellung derjenigen zweifeln, die sowas beauftragen und produzieren.
    das sind ja auch mE zuviele Fails.

    und mE auch ganz klar : wer so’nen stromanbieter hat dann doch spätestens jetzt s o f o r t kündigen und wechseln.
    (ihr* wisst, ich bevorzuge „put your money where your … is :)

    @kat – wie Helga sagt.
    dazu gibts auch untersuchungen. jegliche form von sexismus wird auch von frauen* perpetuiert und so zB kyriarchische status-quo zustände beibehalten.
    vgl. hier „Rethinking Sexism : A Daughter-Father Team Examines How Society Maintains the Status Quo“- englisch
    http://www.sciencedaily.com/releases/2009/11/091112151434.htm

  19. Was ist mit Spots, in denene Männer von Frauen geschlagen werden und das als lustig empfunden wird? Gilt da dasselbe bei euch oder misst ihr hier auch wieder mal mit 2erlei Maß?

  20. @Silke Welcher Spot, in dem Männer von Frauen geschlagen werden, wurde denn zuletzt als lustig empfunden?

  21. @Janina: Ich kann mich da an den „Celebrations“ (?)-Werbespott erinnern, für die Mini-Variationen von Schokoriegeln. Wo eine Gruppe Frauen vorm Fernsehr sitzen und sich einen Film anschauen, wo eine Frau zu offenbar ihrem Partner mit französischem Akzent sagt: „Du ‚ast misch mit Babette betrogen, meiner Schwester. Du Schuft!“ BÄM, gibts eine Ohrfeige. Die Frauen fangen an zu jubeln und spulen zurück um sich das nochmal anzusehen.

    Die Werbung liegt schon ein paar Jahre zurück. Lustig fand ich sie nicht. Ohrfeigen sind einfach nicht mein Humor, egal wer wen schlägt.

  22. Danke @greenwenny!
    Zu dem Clip faellt einem wahrlich nichts mehr ein… bin echt sprachlos… und da muss bei mir normalerweise echt ne Menge passieren!

  23. aha, dann stimmte also die e-ekelhaft aussage der „massen-mail“ nicht :
    „Wir haben bereits Konsequenzen gezogen und nehmen den Spot von allen Sendern.“
    ich kenne sowas als lügen.

  24. Nur fürs Protokoll: eine Antwort vom Werberat:

    „…,
    wir nehmen Bezug auf Ihre Beschwerde vom 2. März 2012.
    Das werbende Unternehmen hat uns inzwischen mitgeteilt, es bedauere, dass die Werbemaßnahme zu den heftigen Reaktionen in der Öffentlichkeit geführt habe und werde den Spotkünftig nicht mehr schalten.
    Da der Deutsche Werberat entsprechend seiner Verfahrensordnung eine Beschwerde über eine Werbemaßnahme nicht weiter verfolgt, wenn die werbende Firma sich bereit erklärt hat, die Werbung zu ändern oder nicht mehr zu schalten, sehen wir die Angelegenheit als erledigt an.
    Wir bedanken uns für Ihren Hinweis und verbleiben
    mit freundlichen Grüßen
    …“

    Kann man ihnen in diesem Fall wohl nicht verübeln.

  25. @ Karola

    Deine Wut kann ich voll nachvollziehen, aber bitte ohne Beleidigungen wie „Penner“. Abwertende Bezeichnungen für Wohnungslose werden hier nicht geduldet.

Kommentare sind geschlossen.

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