Die „genuin weibliche Kompetenz“

von Katrin

Liebe LeserInnen, dies ist eine freundliche Übernahme: Weil Mutti Erna momentan viel Stress und wenig Zeit zum Bloggen hat, übernehme ich diese Ausgabe unserer Serie „Mutti-Blog“. Ich habe nämlich auch ein Mutti-Thema, das mich seit Samstag beschäftigt:

Am Freitag besuchte ich die Tagung “Deutschland sucht den „Super-Papa“. Impulse für eine moderne Väterpolitik“ in Köln, wo ich auf dem Eröffnungspanel zusammen mit Thomas Gesterkamp und Sven Lehmann über Männlichkeiten, Väter und Feminismus diskutierte. Als ich am Samstag daraufhin in meinen Twitter-Account schaute, erblickte ich einen Tweet, an mich gerichtet, mit folgendem Inhalt: „@DieKadda: Wir Frauen sollten stolz auf unsere exklusive generative Kompetenz sein. Schluss mit der Entwertung genuin weiblicher Leistungen.“ Dieser Tweet beschäftigte meine Gedanken für die Einschlafphasen der letzten zwei Nächte und ich muss einfach etwas dazu sagen.

Als erstes las ich diesen Tweet meinem Mann vor und fragte ihn, was er dazu meine. „Wahrscheinlich will sie dir damit sagen, dass du stolz auf deine Gebärfähigkeit sein sollst.“ Für mich ist das aber etwa so absurd, wie stolz darauf zu sein, Deutsche zu sein. Zu meiner Gebärfähigkeit habe ich nämlich nichts beigetragen. Sie wurde mir in die Wiege gelegt. Ausgesucht habe ich sie mir nicht. Mein Mann fand den Vergleich seltsam und fand, dass es schon etwas anderes sei, als stolz darauf zu sein, Deutscher zu sein. Immerhin sei Schwangerschaft und Gebären ja auch eine Leistung. Also drehte ich die Gedanken weiter, um dem Grund näher zu kommen, warum ich finde, dass ich auf meine „exklusive generative Kompetenz“ nicht stolz sein kann. Ich landete bei der Kuh auf der Weide: Auch sie hat diese „exklusive Kompetenz“ und kommt aber nicht nur, weil sie eine Kuh ist, nicht auf die Idee, stolz darauf zu sein. Sie macht das eben, weil das die Natur sich so ausgedacht hat. Niemand bewundert sie groß dafür. Sie wird statt dessen noch ausgebeutet und gibt uns ihre – eigentlich exklusiv dem Kälbchen zustehende – Milch ab.

Aber auch der Vergleich mit einer Milchkuh wird vielen Frauen nicht schmecken. Also versuche ich das Thema noch einmal intellektuell aufzubereiten, vielleicht hilft uns das: Philosophen und Wissenschaftler, wie z.B. auch der Forscher Walter Hollstein, sehen in dieser „genuin weiblichen Leistung“ des Gebärens einen Affront gegen männliche Leistungen. Was tragen diese schon bei? Die Frau mit ihrer Gebärfähigkeit verkörpert in der Menschheitsgeschichte in vielen Kulturen und Völkern die Natur schlechthin. Der Mann ist dagegen nur ein kleines Instrumentchen, das dieser Natur dient und ihr hilft, ihre schöpferische Arbeit und Leistung zu vollbringen. Diese Überhöhung von Weiblichkeit, so die Theorie, hat den Mann in eine Sinnkrise gestürzt und ihn dazu veranlasst, die Natur und die Weiblichkeit zu entwerten. Er schaffte die Kultur als Gegenmodell und setzte sich als ihr Schöpfer auf den Thron. In der Psychoanalyse ist das, was die Männer da geritten hat auch bekannt als „Gebärneid“.

Man kann nun meinen, ich übertreibe. Die Sache mit dem Gebärneid sei sowieso sehr fraglich und was hat das eigentlich mit der genuin weiblichen Kompetenz zu tun? Meiner Meinung nach sehr viel. Dass Väter bis heute oft durch Abwesenheit glänzen, weil ihnen schaffe‘ und Häusle bauen mehr liegt, als Kinderbespaßung – oder sie und ihre Frauen das zumindest glauben. Wenn Frauen viele Jahre aus ihrem Beruf aussteigen, weil sie meinen, die Kinder betreuen, da hätten sie eine exklusive Kompetenz. Wenn Richter_innen das Sorgerecht oftmals ohne Rücksicht auf die Situation im Einzelfall aus einem Glauben an exklusiv weibliche Fähigkeiten nur der Mutter zusprechen und dem Vater seine Kinder entziehen. All solche Irrwege werden eingeschlagen, wenn Männer und Frauen daran glauben, dass Frauen neben dem Gebären und Stillen irgend etwas „exklusiv“ könnte. Jede Kuh auf der Weide gebirt mit einer Selbstverständlichkeit und fast jede Minute gebirt in Deutschland eine Frau ein Kind – das ist zwar jedesmal subjektiv empfunden ein kleines Wunderich (ich kenne das Gefühl), aber aus der Vogelperspektive gesehen ist es eben „einfach nur der Gang des Lebens“. Wo ist da die große Kompetenz, auf die ich stolz sein können soll – ja sogar muss?

Nein, das mit der Kompetenz, die riesige Verantwortung, die beginnt erst nach den Presswehen: ein Kind versorgen, ihm Halt, Mut, Kraft, Liebe und Geborgenheit geben. Ihm dabei helfen ein sich selbst kennendes, selbst schätzendes und selbstständiges Indivuduum zu werden – das sind die wahren Leistungen und Kompetenzen. Und vielmehr noch: Sich selbst dabei nicht verlieren und die eigenen Grenzen nicht vergessen, authentisch bleiben. Nur – und das schmeckt eben diesen Weiblichkeits-Lobhudler_innen nicht: Das sind Kompetenzen, die Eltern of all three sexes haben – oder nicht. Das sind Kompetenzen und Leistungen, auf die zunehmend viele Väter stolz sind. Das kann, darf und muss man so sagen – ohne dabei auch nur im Geringsten Weiblichkeit zu entwerten.

Oder wie seht ihr das?




Tags: , , ,

Eintrag geschrieben: Mittwoch, 28. April 2010 um 16:52 Uhr unter Familien_politik. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



Anzeige



18 Kommentare

  1. Lisa sagt:

    Ich finde den Vergleich mit dem Deutschsein gar nicht so abwegig, schließlich kann niemand was dafür, ob er als deutsches Mädel oder als indischer Bub geboren wurde. Zudem diskriminiert diese Weiblichkeitslobhudelei Frauen, die aus irgend einem Grund unfruchtbar sind und keine Kinder kriegen können. Sind diese frauen nicht weiblich? Schließlich stehen ihnen diese „exklusiv“ weibliche Fähigkeit dann nicht zur Verfügung.
    Im übrigen stimme ich dir mit deinem letzten Absatz vollkommen überein.

  2. schuehsch sagt:

    Ein wichtiges Thema, danke fürs Ansprechen und das Teilen deiner Gedanken dazu!
    Ich finde deine Gedanken dazu verschwurbelt. Irgendwie finde ich aber das ganze Thema verschwurbelt – stolz auf einen Körper zu sein, weil man damit Kinder kriegen könnte steht für mich ziemlich weit weg von Richtern, die das Sorgerecht dumm verteilen. Mir kommt bei dieser Diksussion immer an Hochleistungssportler (passt nicht so ganz, ich weiß) – die haben ewig trainiert (das haben Mütter halt nicht so richtig) und sind dann enorm stolz auf das, was sie mit ihrem Körper machen können. Sowohl auf die mentale, als auch auf die körperliche Seite, finde ich berechtigt. Und – obwohl es eben nicht das gleiche ist – finde ich dann immer sun bisschen, dass man auch als Frau stolz drauf sein darf, was der eigene Körper so kann. Richtig überzeugt bin ich nicht. Weder davon, dass Frau nicht stolz sein soll, noch davon, dass sie es unbedingt soll. Aber ich finde, sie darf – wenigstens ein bisschen.
    Mit den elterlichen Kompetenzen hast du natürlich recht. Das ist auch sehr viel besser mit Leistungssport zu vergleichen.

  3. junaenmama sagt:

    Ich finde es toll und bin stolz darauf, eine Frau zu sein. Genauso finde ich, war es eine tolle Leistung von mir, ein Kind in mir zu tragen und es zu gebären. Ich mußte erst durch eine Depression gehen, um mir diese Leistung zugestehen zu können. Klar habe ich auch nichts dazu beigetragen, als Frau geboren zu werden, aber ein Kind zu bekommen, war meine bewußte Entscheidung. (Das unterscheidet mich von der Kuh.)
    Wenn mein Mann Kinder gebären könnte, hätte er das meinetwegen gern und ohne Neid meinerseits tun können. Und da mein Mann sich jederzeit in die Erziehung ordentlich reinkniet und ich ihm auch die Kompetenz dazu nicht abspreche (das ist nämlich manchmal die andere Seite der Medaille), habe ich nichts zu klagen.

  4. Ich würde den Tweet von @DieKadda nicht so verstehen, dass es hier um die biologische Gebärfähigkeit geht (Diese Interpretation stammte ja auch von deinem Mann und nicht von ihr). „Generative Kompetenz“ verstehe ich eher als einen Hinweis auf die kulturellen „Leistungen“, die damit – möglicherweise – verbunden sind. Dass Frauen Kinder zur Welt bringen (können) hat ja dazu geführt, dass über Jahrhunderte hinweg Frauen, gewollt und ungewollt, mit diesem „Thema“ der Generativität der Menschen anders konfrontiert und beschäftigt waren als Männer. Sie haben dazu Erfahrungen gesammelt, Ideen entwickelt usw. – und zwar überwiegend andere als Männer. Und es ist schon so, dass diese „Leistungen“, wenn man so will, in der patriarchalen Kultur lange abgewertet und für unwichtig erklärt wurden. Der „Trick“ bestand gewissermaßen darin, dass dieses Kinderkriegen als etwas rein biologisches und „natürliches“ abgetan wurde, das keine kulturellen und zivilisatorischen Leistungen enthält (die waren gewissermaßen den von all diesem Kram „befreiten“ Männern vorbehalten). Aber Kinder zu erziehen, die „mütterliche Tätigkeit“, wenn man so will, die heute auch Väter machen (manche), ist eben nichts Biologisches, sondern etwas Kulturelles und Gesellschaftliches. An den Folgen dieser Abwertung leiden wir (alle, Frauen wie Männer) bis heute, zum Beispiel, weil dieser ganze damit zusammenhängende Bereich bis heute schlecht organisiert ist.

  5. Anna sagt:

    Katrin, mich würde mal interessieren, ob dieser Tweet die gleiche Absenderin hatte, wie die Mail, die wiederum ich per Twitter mit der Welt geteilt habe: klick

  6. Irene sagt:

    > Wenn Richter_innen das Sorgerecht oftmals ohne Rücksicht auf die Situation im Einzelfall aus einem Glauben an exklusiv weibliche Fähigkeiten nur der Mutter zusprechen und dem Vater seine Kinder entziehen. <

    Ich bin zwar nicht vom Fach, aber heute ist doch das gemeinsame Sorgerecht die Regel. Braucht es da nicht mehr als ein Klischee, um davon abzuweichen?

  7. Ninette sagt:

    Ich finde auch nicht, dass die Fähigkeit an sich, schwanger werden zu können und ein Kind auszutragen, eine besondere Gabe ist. Das hat die Natur so eingerichtet. Der Tweet erinnert mich ziemlich stark an die Inhalte eines Buches, das eine gewisse blonde Ex-Nachrichtensprecherin herausgebracht hat, indem nicht kinderkriegende Frauen, bzw. Frauen, die sich nicht „den natürlichen Gegebenheiten“ beugen, als Ursache des Untergangs unseres Landes verteufelt wurden….

  8. blockhouse sagt:

    Immerhin sei Schwangerschaft und Gebären ja auch eine Leistung. Also drehte ich die Gedanken weiter, um dem Grund näher zu kommen, warum ich finde, dass ich auf meine „exklusive generative Kompetenz“ nicht stolz sein kann.

    kompetenz sehe ich da keine. es handelt sich um ganz normale biologische vorgänge, und auf meine atmung oder verdauung bin ich auch nicht stolz.
    stolz bin ich auf dinge, die meiner gestaltungsfähigkeit unterliegen. das könnte die erziehung von kindern sein, das durchaus eine menge kompetenz erfordert, aber nicht das gebären von kindern.

    wäre es eine kompetenz, dann hätten männer eine zeugungskompetenz.

  9. Judith sagt:

    Mein Eindruck ist, dass ein Teil des Problems ein Bisschen die individuell unterschiedliche Verwendung des Wortes „stolz“ ist.
    Viele verwenden das Wort eher oder sogar ausschließlich in einem Leistungsdingen.
    Viele beanspruchen das Wort sowieso sehr ungerne für sich.
    Viele andere verwenden das Wort ein Bisschen globaler für alles, was sie gerne an sich mögen, aus Kalabiren zu stammen, rote Haare zu haben, Linkshänderin zu sein, in Hamburg zu wohnen, Jüdin zu sein und schwäbischen Dialekt zu sprechen zum Besipiel.
    Find ich auch immer etwas befremdlich. Auf der anderen Seite: Wenn man „stolz“ auf seine Sommersprossen sein kann, warum nicht auch auf seine Gebärfähigkeit.
    Mehr Anstrengung, Aufwand und meinetwegen „Leistung“ bedeuten Schwangerschaft, Geburt und Stillen allemal.

  10. palü sagt:

    das mit dem stolz ist quatsch, klar, denn gebärfähigkeit ist keine individuell erarbeitete leistung.
    aber manchmal stelle ich mir ja schon vor, wie die welt wäre, wenn die gebärleistung der frauen und deren überhöhung nie durch die männerwelt gebrochen und schlechtgemacht worden wäre. vielleicht ging es der twittererin ja irgendwie darum, an diesen urzustand zu gemahnen?

  11. daddel sagt:

    Ich halte es auch wie palü und meine, die Männerwelt hat Gebärfähigkeit der Frau abgewertet und ihre Zeugungsfähigkeit in den Vordergrund gespielt. Dazu passt auch, dass der Muttertag weniger gefeiert wird wie ein Vatertag.

  12. Irene sagt:

    > dass der Muttertag weniger gefeiert wird wie ein Vatertag

    Ähm. Kommt darauf an von wem.

    Den Muttertag feiern die Kinder und Enkelkinder.

    Den Vatertag feiern die Väter – Selbstreferenzialität in Alkohol sozusagen :o)

  13. miri sagt:

    Sorry, aber ich muss jetzt doch mal sagen, dass ich froh bin, eine Frau zu sein und mich über die Fähigkeit Kinder gebären zu können sehr freue. Vielleicht bin ich nicht stolz drauf im Sinne einer Leistung die ich erbracht hätte, aber dieser Trend weibliche Körperfunktionen zu behandeln wie Ausscheidefunktionen – „ist ja nix besonderes, haben wir alle, braucht man sich nix drauf einbilden“ finde ich auch auch falsch. In Zeiten in denen geschätzte 75 % aller jungen Mädchen ihren Körper ablehnen und immer mehr Frauen eine Art Selbsthaß auf denselben zu pflegen scheinen, muss einfach auch mal gesagt werden, dass es in Ordnung ist sich selbt zu lieben, sich anzunehmen, sich zu freuen über das was frau ist und wie frau ist und wenn die Möglichkeit zu gebären und Kinder kriegen zu können dazu gehören, dann darüber eben auch. So. Ich mag meinen Körper und finde ihn einzigartig, auch wenn da draussen die Hälfte der Menschheit mit so einem Körper rumläuft wie ich. Dass sich aus dieser biologischen Tatsache kulturell irgendeine Frauenrolle (Frau = Mutter, sonst nix) ableitet, ist NATÜRLICH der große Irrtum auf dem der ganze Patriarchatsquatsch beruht mit dem wir uns heute herumschlagen, und natürlich kann ein Mann genausogut Kinder großziehen wie eine Frau, auch von klein auf. Das steht nicht zur Debatte.

  14. nyx sagt:

    …aber „froh über etwas sein“ oder sich selbst zu lieben ist doch nicht das gleiche wie stolz.
    ich finde es quatsch, stolz auf meine deutsche nationalität zu sein, kann aber dennoch sagen, ich bin froh, deutsch zu sein (und nicht afghanisch zum beispiel). da muß man schon unterscheiden.
    sicher ist schwangerschaft kein spaziergang – und frau kann mit recht stolz auf die tricks und einfälle sein, die ihr das erleichern. oder stolz drauf sein, in der schwangerschaft alles „korrekt“ gemacht zu haben (nicht rauchen, regelmäßig ins yoga gehen,…) oder wenn ihre umgebung das kind ablehnt, kann sie stolz sein, es trotz der widrigkeiten gut durchgestanden zu haben. sie kann stolz drauf sein, trotz des diätwahns in ihrer schwangerschaft anständig gegessen zu haben (inzwischen isses nämlich so, daß viele werdende mütter zu wenig essen weil sie angst haben, dann nach der schwangerschaft „fett zu bleiben“) oder sich sonstwie die integrität bewahrt zu haben in dieser kinder- und frauenfeindlichen gesellschaft.
    aber das hat nichts mit der fähigkeit, schwanger zu werden, zu tun (die ist biologisch) sondern es ist die fähigkeit, individuell damit so oder so umgehen zu können.
    zwei paar stiefel.
    bin voll und ganz also kathrins meinung.

  15. daddel sagt:

    Irene, Du wirst mir doch wohl zustimmen, dass um den Vatertag mehr Aufhebens gemacht wird als um den Muttertag?

  16. blockhouse sagt:

    daddel, zum muttertag wird wochen vorher in blumenläden geworben, es gibt spezielle fernsehesendungen „Muttertag mit den Stars der Volksmusik“ usw. es muttert auf allen kanälen. kuchen werden gebacken und geschenke gekauft. kinder malen bilder und basteln glückwunschkarten.

    hast du das schon mal zum vatertag erlebt?

  17. Fairfis sagt:

    Ich teile Dein Unbehagen mit dem Satz, Katrin.
    Die Tweeterin macht aber auch einen fiesen rhetorischen Trick indem sie suggeriert, dass wenn man als Geschlechtssubjekt nicht „stolz“ darauf ist ein unabdingbarer Bestandteil der generativen Vermehrung zu sein (das zeigt auch, wie hohl die die Phrase ist, schliesslich ist es gerade die Definition der generativen Vermehrung, dass sie auf geschlechtlicher Fortpflanzung beruht und daher zwei Geschlechter benötigt), man „genuin weibliche Leistungen“ entwertet.
    Auf deutsch, bist Du nicht stolz auf Deine Gebärfähigkeit, entwertest Du Leistungen (sprich Arbeit) die ursprünglich (der Subtext aber schreit: traditionell) durch Frauen erbracht/erledigt werden.
    Abgesehen davon, dass die Schlussfolgerung ungültig ist, das nicht stolz sein ist nicht zu gleich Entwertung: Willst Du den Satz unterstützen, handelst Du Dir damit einen ganzen Rattenschwanz an biologistischem Blödsinn mit ein. Zum Beispiel, dass die Kategorien Männer/Frauen in Deiner Identitätsstiftung nicht nur eine zentrale Rolle spielen sondern Du das aktiv fördern sollst, indem auf ihre Attribute stolz bist und sie als Rechtfertigung Deiner Existenz im sozialen Gefüge, als Statusfundament heranziehst (das verstehe und kritisiere ich unter stolz sein auf etwas wie Nationalität).
    Eine Frau, die ein Kind (oder mehrere) zur Welt bringt und es (zusammen mit anderen) aufzieht, kann zurecht stolz darauf sein und daraus stiftet sich natürlich (hoffentlich) Identität. Genauso wie die eine Deutsche stolz darauf sein kann, deutsche Meisterin im Tischtennistennisspielen zu werden (das kann sie nur als Deutsche) und daraus Identität bezieht. Das zentrale bei diesen Abläufen ist das Subjekt, dass sich zwar über seine Kategorien (seine sozialen Gruppen) ausdrückt aber eben nicht umgekehrt durch allgemeinen Attributte einzelner sozialen Gruppe, in seiner Gesamtheit definieren lässt.

  18. chrisy sagt:

    Ich glaube nicht dass ein Mann so etwas wie Gebärneid hat. Die meisten Männer die ich kenne sind eher froh dass sie das nicht alles durch machen müssen. Ich selbst bin froh eine Frau zu sein und genieße das in vollen Zügen!