Einträge mit dem Tag ‘Irland’


Abtreibungsverbot tötet und (tödliche) Polizeigewalt – kurz verlinkt

28. Oktober 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 299 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Vor drei Jahren, am 28. Oktober 2012, verstarb Sa­vita Ha­lap­pa­na­var im Universitäts­klinikum Gal­way in Ir­land. Savita Halappanavar erlag einer Sepsis, nachdem das Personal des Kranken­hauses einen Schwanger­schafts­ab­bruch ver­wei­gerte, der aller Wahr­schein­lich­keit nach ihr Leben hätte retten können. Sie wurde 31 Jahre alt, schrieb accalmie vor drei Jahren: Abtreibungsverbot tötet.

Der aktuelle Newsletter von Women in Exile & Friends (PDF) ist draußen.

In der Wirtschaftswoche diskutiert Levi Israel Ufferfilge zu der in den letzten Wochen von konservativen Medien oft diskutierten Frage: Bringen Geflüchtete Antisemitismus nach Deutschland? Seine Sicht: „Möglich. Aber in Deutschland gibt es so oder so genug judenfeindliche Stimmung. Die bürgerliche Mitte gebraucht den Begriff Antisemitismus, wie es ihr passt.“

Gestern präsentierten internationale Gutachter bei der Pressekonferenz der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh ihre Belege für den Brandmord an Oury Jalloh. Zehn Jahre nach dem gewaltvollen Tod titelt nun z.B. die taz: „Mord doch möglich„.

Englischsprachige Links

Am 26. Oktober war der Internationale Intersex Awareness Day und passend dazu hat Astraea den Start des ersten Intersex Human Rights Fund verkündet. Dazu heißt es: „[T]he Intersex Human Rights Fund supports organizations, projects and campaigns led by intersex activists working to ensure the human rights, bodily autonomy, physical integrity and self-determination of intersex people worldwide.“ Anlässlich des Awareness Tags wurde auf Twitter auch viel lesenswertes unter dem Hashtag #intersexstories geschrieben.

11 Lesben, die du kennen solltest (inklusive Interview zu lesbischer Geschichte).

Nach der Gewaltausübung eines Polizisten in Columbia, South Carolina, gegen ein Schwarzes Mädchen in einem Klassenraum, titelt das Bitch Magazine: „For Black Students, Putting More Police in Schools Leads to Alarming Arrests„. Black Central listet zu dem „6 Things That Should Enrage You!„.

Eine Gruppe Geflüchteter in Berlin hat eine Karte mit Ressourcen für neuankommende Geflüchtete erstellt. Diese ist auf Englisch, Arabisch und Farsi nutzbar.

Termine in Berlin

28. Oktober in Berlin: Gedenkveranstaltung (facebook-Link) für Sa­vita Ha­lap­pa­na­var, die vor drei Jahren auf Grund des irischen Abtreibungsverbots gestorben ist.

DAb 29. Oktober in Berlin: Das Theater X startet mit seinen Eröffnungswochen, die vom 29. Oktober bis 12. Dezember stattfinden: Eintritt auf Spendenbasis, Reservierungen über das Reservierungsformular.


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Selbstfürsorge, Hollaback und Thatcher – kurz verlinkt

17. April 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 192 von 362 der Serie Kurz notiert

Bei Buzzfeed gibt es 18 großartige Illustrationen rund um das Thema Street Harassement. (Leider auch mal mit ableistischer Sprache…) [Englisch]

In Schweden wollte eine Dessous-Kette durchsetzen, dass die Mitarbeiterinnen Namensschilder tragen, auf denen auch die BH-Größe vermerkt ist. Über das Urteil eines Arbeitsgerichts berichtet die taz.

The Feminist Current schreibt über Zusammenhänge zwischen (Post-)Feminismus, Geschlecht und Veganismus – auch bekannt als der „PETA-Complex“. Und was das alles mit Femen zu tun hat. [Englisch]

M.I.A. ist nicht nur Musikerin, sondern hat auch schon zuvor einiges an Kunst fabriziert. Complex stellt ihr zehn besten „art moments“ zusammen. [Englisch]

An Margeret Thatchers Politiken gibt es vieles wichtige zu kritisieren (neben all dem neoliberalistischem Zeug, doch auch ihre Äußerungen über Anti-Apartheids-Kämpfer_innen, welche Terror_istinnen seien, und ihre Rolle im Nordirlandkonflikt), aber rechtfertigt das sexistische Beschimpfungen? Nein tut es nicht, stellt dieStandard heraus.

Die Auszahlung von Sozialhilfe an die Schulleistungen von Kindern zu koppeln? Eine ganz großartige Idee, dachten (u.a.) Politiker_innen in Tennesse. Die acht-jährige Aamira Fetuga ging dagegen vor. [Englisch]

Zwar schon etwas älter, aber nie zu spät: Die Dokumentation „Eyes of The Rainbow“ über Assata Shakur, US-amerikanische Bürgerrechtlerin, kann mensch kostenfrei online anschauen. [Englisch]

Marga Spiegel ist 100 Jahre alt geworden und hat ein neues Buch herausgebracht. Es heißt „100 Jahre – 4 Leben. Eine deutsche Jüdin erzählt.“ und wird bei dieStandard vorgestellt.

In Dortmund fand das FrauenFilmFestival statt (wir wiesen darauf hin). Nun stehen auch die Preisträgerinnen fest. Für den besten Spielfilm wurde die polnische Regisseurin Małgośka Szumowska ausgezeichnet.

Bei The DIY Courier gibt es Selbstfürsorge-Tipps für depressive Zeiten. [Englisch]

In Österreich gibt es eine neue Rentenregelung. Alle sollen jetzt gleich behandelt werden, wie das aber aufgrund von bestehenden Ungerechtigkeistverhältnissen vor allem Frauen nun mehr benachteiligt, kann mensch bei an.schlaege nachlesen.

Das Gleichstellungsbüro der Universität zu Köln hat den Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache überarbeit.

Zum Schluss noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Wir haben unsere Netiquette nochmal geringfügig geupdatet.

Termine in Berlin und Jena:

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Abtreibungsverbot tötet

19. November 2012 von accalmie

Am 28. Oktober 2012 verstarb Sa­vita Ha­lap­pa­na­var im Universitäts­klinikum Gal­way in Ir­land. Savita Halappanavar erlag einer Sepsis, nachdem das Personal des Kranken­hauses einen Schwanger­schafts­ab­bruch ver­wei­gerte, der aller Wahr­schein­lich­keit nach ihr Leben hätte retten können. Sie wurde 31 Jahre alt.

Schwanger­schafts­ab­brüche sind in Irland seit 1861 gesetz­lich ver­boten und können mit einer lebens­langen Haft­strafe geahndet werden. Wie bereits in einem Vergleich von deutschem und US-Recht zu Schwanger­schafts­ab­brüchen beschrieben, beschränkt sich christ­licher Funda­menta­lismus, entgegen gängiger öffent­licher Wahr­nehmungen, also nicht auf die Gesetz­gebung und Praxis zu Schwanger­schafts­ab­brüchen in den USA, sondern hat auch in Teilen Europas einen über­pro­portionalen Ein­fluss auf Re­produk­tions­rechte von Frauen*. Dieser Beitrag ist eine (erweiterte) Übersetzung der Stellung­nahme der irischen Aktivist_innen von „Galway Pro-Choice“, die letzte Woche veröffentlicht wurde.

Mehr zur Situation in Irland und zu feministischem Aktivismus für Reproduktionsrechte kann man unter „Choice Ireland“ erfahren (auf Englisch) und die Aktivist_innen durch Spenden unterstützen. Ausserdem hat das Bündnis „Marsch für das Leben – What the Fuck!“ eine Pro­test­kund­ge­bung an­ge­kündigt: Mittwoch, 21. No­vem­ber, ab 18:00 Uhr vor der iri­schen Bot­schaft in Ber­lin.

Sollte sich die Gesetzes­lage in Irland nicht ändern, werden weitere schwangere Personen sterben. Aufgrund des „Case X“-Urteils (aus dem Jahr 1992) haben schwangere Personen das formale Recht auf einen Schwanger­schafts­ab­bruch in Ir­land, wenn dieser notwendig ist, um das Leben der Schwangeren zu retten. Aller­dings hat Irland dieses Urteil niemals in der Gesetz­gebung um­gesetzt, und das Ver­sagen verschiedener Re­gierungen, dies endlich anzugehen, führte zu Savitas Tod.

Savita wurde am 21. Oktober aufgrund starker Rücken­schmerzen in das Galwayer Kranken­haus gebracht. Zunächst teilte ihr ein Arzt mit, dass alles in Ordnung sei, aber Savita weigerte sich nach Hause zu gehen. Es stellte sich heraus, dass ihre Frucht­blase geplatzt war und sie eine Fehl­geburt (in der 17. Schwanger­schafts­woche) erlitt. Man teilte ihr mit, dass der Fötus keine Chance habe zu überleben, und dass die Fehl­geburt inner­halb einiger Stunden beendet sein würde. Die Fehl­geburt verlief jedoch nicht wie erwartet, und der Fötus verblieb in Savitas Uterus. Auch wenn es offen­sicht­lich war, dass der Fötus nicht über­leben konnte, wurde ein fetaler Herz­schlag fest­ge­stellt. Aufgrund dessen lehnte das Krankenhauspersonal Savitas wieder­holte Bitte, den Fötus zu entfernen, ab; unter dem Verweis darauf, dass Irland „ein katholisches Land“ sei. Savita verbrachte weitere 2 1/2 Tage mit starken Schmerzen.

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Schwanger, arm und uninformiert in Irland

4. Februar 2010 von Magda

Nachdem im letzten Jahr drei Frauen aus Irland vor den Europäischen Gerichtshof zogen, um gegen das Abtreibungsverbot in ihrem Staat zu klagen (das Urteil wird voraussichtlich im Herbst gefällt), steht Irlands strikte Behandlung ungewollt schwangerer Frauen wieder unter Kritik:

Ein aktueller Bericht von Human Rights Watch zur Situation schwangerer Frauen in Irland beschreibt und kritisiert die von der irischen Regierung und dem Gesundheitssystem auferlegten Hürden, die im Falle eines beabsichtigten Schwangerschaftsabbruches überwunden werden müssen. Da Abtreibung in Irland illegal ist (außer wenn die Schwangere in Lebensgefahr ist), reisen jährlich rund 6000 Irinnen als so genannte „Abtreibungstouristinnen“ nach England, um dort einen Abbruch vornehmen zu lassen.

Im Bericht (2010, pdf) von Humans Rights Watch heisst es:

The Irish government actively seeks to restrict access to abortion and consequently violates women’s human rights. (…) Further, the Irish government limits access to information about safe and legal abortion services through restrictive legislation. It has sought to prevent individual women from traveling abroad for abortion through injunctions and it refuses to regulate access to legal abortion within Ireland.

(Zu deutsch: „Die irische Regierung erschwert aktiv den Zugang zu Abtreibungen und verletzt dadurch die Menschenrechte von Frauen. (…) Darüber hinaus schränkt sie den Zugang zu Informationen zu sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen und Beratungsstellen durch eine restriktive Gesetzgebung ein. Die Regierung hat einzelne Frauen durch Unterlassungsurteile davon abgehalten, ins Ausland zu reisen, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen und verweigert eine Verfügung zum legalen Zugang zu Abtreibungen im eigenen Land.“)

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