Einträge der Rubrik ‘Kultur’


Samstagabendbeat mit Alicia Keys

22. Juli 2017 von Charlott

Alicia Keys‘ letztes Album Here erschien zwar bereits im letzten November, aber ihre Hymne für unterschiedlichste Familienkonstellationen „Blended Family (What You Do For Love)“ lässt sich auch ganz wunderbar im Sommer hören:


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Samstagabendbeat: 20 Jahre mit Missy Elliott

15. Juli 2017 von accalmie

Heute vor zwanzig Jahren erschien Missy „Misdemeanor“ Elliotts Debüt-Album „Supa Dupa Fly.“ Nicht nur musikalisch, sondern auch visuell setzte Missy Elliott von Beginn an neue Maßstäbe – das Video zur Single „Sock It To Me“ machte 1997 dabei keine Ausnahme. Happy Anniversary!


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Zwischen Frauen-Wrestling, 80s-Glam und Feminismus: Schaut GLOW!

10. Juli 2017 von Charlott
Dieser Text ist Teil 31 von 35 der Serie Die Feministische Videothek

Gefühlt alle wunderbaren Serien durchgestreamt und Ihr wisst noch nicht so recht was Ihr als nächstes gucken sollt? Dann haben wir da was für Euch! Wir empfehlen: Die erste Staffel von GLOW, die seit 23. Juni bei Netflix on air ist und direkt unsere Herzen erobert hat.

Worum geht`s? Darum: In den 1980ern wird eine Gruppe von erfolglosen Schauspielerinnen und Außenseiterinnen für ein neues Fernsehformat gecastet – und zwar für eine Frauen-Wrestling-Show. Etwas, worauf die meisten der Gecasteten erstmal nicht besonders viel Lust haben – und das macht das Ganze natürlich umso unterhaltsamer. „Sie wrestlen mit weiblichen Stereotypen!“, versucht der etwas abgehalfterte Filmemacher Sam das Konzept zu verkaufen. Und dann kommt aber alles immer wieder ganz anders. (mehr …)


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Wonder Woman zeigt, dass es für Erfolg noch immer Typen braucht

2. Juli 2017 von Nadine
Dieser Text ist Teil 30 von 35 der Serie Die Feministische Videothek

 

http://waverlyyearp.tumblr.com/post/161438365107/summary-of-the-wonder-woman-movie

Wonder Woman ist eine Revolution. Soviel sei schon mal gesagt, bevor ich dann doch wieder Feminist Killjoy spielen muss. Regisseurin Patty Jenkins hat etwas Außerordentliches mit diesem Film geschaffen. 12 Jahre kämpfte sie darum, den Film machen zu können, bis man ihr 150 Mio. Dollar in die Hand drückte und sagte: You go girl (ein vergleichsweise geringes Budget zu ähnlichen Filmen). Anstelle von Joss Whedon, dem Buffy-Erfinder, dessen Wonder Woman Script vor ein paar Wochen geleakt wurde. Hätte Whedon den Film wie geplant gemacht, es wäre ein sexistisches Höllenszenario geworden.

Patty Jenkins‘ Wonder Woman ist der bisher teuerste Film, bei dem eine Frau Regie führte und schon stellte mann(!) in Frage, ob das nicht ein zu hohes Risiko sei. Es ist zugleich der erfolgreichste Film, bei dem eine Frau Regie führte (case closed). Patty Jenkins‘ Wonder Woman hat damit Fifty Shades of Grey den Rang abgelaufen und allein deshalb ist Wonder Woman eine Revolution. Innerhalb seiner Genres und Franchises rangiert WW auf den vordersten Plätzen, Tendenz steigend, weil WW noch etliche Wochen in den Kinos laufen wird. Die bekannten Filmkritik-Portale Metacritic und Rotten Tomatoes zählen WW zu den besten Superheld_innen-Filmen aller Zeiten. Beifall gab’s auch aus Hollywood: Etliche Schauspielerinnen, darunter Viola Davis, Jessica Chastain und Lupita Nyong’o sowie Lynda Carter, die Wonder Woman in den 70ern für’s Fernsehen spielte, haben den Film im Zuge seiner Premierenfeier in höchsten Tönen gelobt.

Der Erfolg des Films zeigt, wie sehnsüchtig ein Superheldinnen-Film erwartet wurde, wie wichtig Repräsentation auf Bildschirmen und Kinoleinwänden nach wie vor ist. Der Erfolg ist wichtig, damit wir auch in Zukunft Regisseurinnen, Drehbuchautorinnen, Produzentinnen mitbekommen, die andere Zielgruppen im Blick haben und nicht durch ihren white male gaze Frauencharakter zeichnen und shooten.

Der Erfolg des Films steht jedoch auch für einen anderen Aspekt im Film- und Fernsehbusiness: Dass stets ein gewisser Grad an Typenzentrierung und Heterosexualisierung nicht unterschritten werden darf, um gefällig für „alle“ zu sein. WW fällt durch den Bechdel-Test: Der Konflikt zwischen Zeus und Ares und dessen Folgen ist bestimmendes Gesprächsthema, daran ändern auch die kritischen bis abfälligen Bemerkungen der Protagonistinnen über Götter mit Allmachtsfantasien und Männer im Allgemeinen nichts. Und wenn es nicht gerade um griechische Mythologie und damit den Background von Amazonen und Halbgöttin Diana geht, ist General Ludendorff und sein hoffentlich baldiger Tod gern gesehen. Nun würde ich da sicherlich auch zwei Augen zudrücken, weil ich der Idee von gewalttätigen und bewaffneten Frauen gegen Typen im Kampf für Gerechtigkeit immer viel abgewinnen kann, doch unverzeihlich bleibt leider die Geschichte von Diana und Steve im Verlauf der Handlung.

Obwohl es kein Geheimnis ist, dass Wonder Woman (Comic und Superheldin) sehr viele queere Bezüge hat, werden diese im Film in der Storyline von Diana und Steve leider nach hinten gestellt. Die Liebesgeschichte der beiden wirkt unnötig, konstruiert und wenig emotional touchy. Warum sollte sich Diana, die ihr Leben bisher nur mit Frauen verbracht hat, Typen für „unnötig für sexuelle Befriedigung“ hält und auch sonst wenig Interesse an Liebesbeziehungen zeigt, sich in wenigen Tagen in einen Typen verlieben? Und zwar so tiefgreifend, dass sie seinen Tod mehr betrauert als den ihrer geliebten Tante, Kriegerin und Generälin des Amazonenheers Antiope? Mehr noch wird Steves Tod als Vehikel für ihr „Coming Out“ als menschheitsrettende Superheldin genutzt. Als Sidekick bekommt Steve im Gegensatz zu Superhelden und ihren Romantic Love Interests wesentlich mehr Screentime und eine eigene Story, die des heldenhaften Märtyrers. Immerhin mussten wir keinen Hetensex sehen (gute Entscheidung Patty) und lediglich ein „I love you“ und einen Kuss ertragen, der noch nicht mal ein anständiges CloseUp bekam (gute Entscheidung Patty), doch die Message war klar.

Auch glänzt der Film leider nicht durch ausgereiften Antagonismus: Ludendorff und Ares bleiben unterkomplex und farblos, Diana klatscht binnen weniger Sekunden alles weg, was ihr im Weg steht, sorgt quasi im Alleingang für das Ende des 1. Weltkriegs und ihr Halbbruder Ares, immerhin der Kriegsgott, sieht keine Sonne im Zweikampf. Schön für das Auge und das warme Gefühl in Herz- und Bauchgegend, weniger vorteilhaft für die philosophische Tiefe des Films: Ist die Menschheit es trotz ihrer Gewaltgeschichte wert, gerettet zu werden? Und wenn ja, warum?

Anders als das Missy Magazine sehe ich die Darstellung von Dianas Charakter als großen Gewinn für den Film. Ihre Unverblümtheit und ihr unbändiger Idealismus sind ihre größten Stärken. Ich weiß nicht, warum Frauen in anderen Frauen stets die Harten, Rationalen und Analytischen sehen wollen, wenn es um Macht und Stärke geht und andere Charakterzüge als Zeichen von Schwäche oder Unterlegenheit deuten. Ich erlebe in meinem Alltag und in der Popkultur, die ich konsumiere, sehr vielfältige Frauen, die mir immer wieder zeigen, dass ihr Wesen oder ihr Charakter nichts damit zu tun hat, wie intelligent, autonom, stark und selbstbewusst sie sind. Wenn das kein Empowerment sein soll

Noch in diesem Jahr werden wir Wonder Woman in einer nächsten Comic-Adaption bewundern können: Justice League. Justice League wurde bereits vor der Premiere von WW umgeschnitten, einige Szenen mit Gal Gadot nachgedreht, damit WW mehr Screentime als zuvor geplant erhält. Und Patty Jenkins soll bereits eine Zusage für den zweiten Teil von WW erhalten haben. Wer nicht so lange warten kann: Wynonna Earp, Jessica Jones, Kara Zor-El (Supergirl) und Peggy Carter (Agent Carter) sind eure Seriensuperfreundinnen.

Bonus und Grüße an Accalmie, Charlott und Magda (die mit mir im Kino saßen):

http://dcfilms.tumblr.com/post/161665584341/patty-jenkins-worked-really-hard-with-her-team-to

http://wonderswoman.tumblr.com/post/161655983859


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Lizzo Live <3

17. Juni 2017 von Magda

Wir lieben Lizzo schon seit Jahren und können einfach nicht genug von ihr und ihrer coolen all-female-Crew bekommen! NPR schenkt uns ein ganzes Livekonzert: Lizzo Live At SXSW 2017.

(via Schwarzrund.)


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Samstagabendbeat: Versuchen cool zu sein mit Ilgen-Nur

27. Mai 2017 von Charlott

Ilgen-Nur „is still figuring it out“, wie sie in Cool singt, aber diesem Prozess hört man doch sehr gern zu, wenn er in solch eingängigen Songs mündet wie denen der Debüt-EP No Emotions. Auf der FB-Seite werden Künstler_innen wie Soko, Kate Nash und Sonic Youth als Einflüsse genannt und genau diese Echos kann man auch in den fünf Songs der EP hören.


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Ein Buch nach dem anderen: Süße Zitronen und eine dicke Jugendbuch-Protagonistin

15. Mai 2017 von Charlott
Dieser Text ist Teil 128 von 131 der Serie Die Feministische Bibliothek

Kurzrezensionen

Am Anfang ist ein Albtraum. Aber auch als Burcu Türkers Protagonistin der Graphic Novel Süße Zitronen (2016, JaJa Verlag) aus diesem erwacht, ist nicht alles wunderbar, denn ihre Mutter ist immer noch tot, die Trauer sitzt tief und mit ihrer Arbeit kommt sie auch nicht voran. In dem autobiographischen Stück schreibt und zeichnet Türker über Trauer, Mutter-Tochter-Beziehung(en), Kunst, Freund_innenschaften und das spannende Leben ihrer Mutter, die zunächst als Schauspielerin in Istanbul gearbeitet hatte, dann zu Türkers Vater in die deutsch Provinz zog, um dann – als die Kinder bereits älter waren – wieder in die Türkei zu gehen und nochmals eine Karriere als Schauspielerin anzugehen. Die Geschichte spielt nur an einem einzigen Tag und ist durchsetzt mit Erinnerungssequenzen und Szenen aus dem Leben der Mutter. Türker zeigt, wie das Leben der Protagonistin weiter geht aber geprägt ist durch den Verlust, die kleinen Stiche über den Tag (wenn beispielweise eine Freundin glücklich mit ihrer Mutter telefoniert) aber auch Freuden im Alltag. Die Farben fließen über die Seiten und immer wieder raus aus den Konturen, der Stil ist so prägnant und zart, wie auch die Geschichte die Türker erzählt.

„/stupid girl atlantic got your tongue/“ lamentiert Safia Elhillo im Gedichteband The January Children (University of Nebraska Press, 2017), in dem sie gleichermaßen kunstvoll und berührend zu Kolonialismus, Migration, Diaspora, Identität(en) und Heimat schreibt. Die titelgebenden Januar-Kinder bezeichnen jene Generation von Sudanes_innen, die während der britischen Okkupation aufwuchsen, deren Alter anhand ihrer Körpergröße festgelegt wurde und die alle den 1. Januar als offizielles Geburtstdatum zugewiesen bekommen haben. Elhillo fragt, was Heimat bedeuten kann, was Nationen eigentlich sind und wo/wie die Grenzen zwischen Identitäten gezogen werden. Sprachlich spiegelt sie diese Themen unter anderem in Verbindungen von Arabisch und Englisch wieder, Bezüge zu ägyptischer Popmusik wechseln sich ab mit US-Bezügen und Blicke auf Sudans Kolonialgeschichte. Ein Buch, was sich immer wieder mit Gewinn lesen lässt.

Molly ist siebzehn Jahre alt und war schon 26-mal verknallt – aber bisher hat sich noch nie etwas aus einer dieser Schwärmereien entwickelt. Doch dann verliebt sich ihre Zwillingsschwester Cassie Hals über Kopf in Mina, die ihren besten Freund Will im Schlepptau hat, der gut zu Schwarm Nummer 27 werden könnte, und zu dem beginnt Molly ihren Ferienjob und da ist Tolkien-Superfan Reid, bei dem sie einfach entspannt sie selbst sein kann. In Becky Albertallis zweitem Jugendbuch The Upside of Unrequited (2017, Balzer + Bray) dreht sich (wieder) alles rund um Liebe und Begehren und neben einer Prise Drama ist das einfach ein sehr flauschiges (und etwas vorhersehbares) Leseerlebnis. Dass Molly und ihre Freund_innen eigentlich gar kein anderes Thema haben mag vielleicht befremdlich sein (andere Leser_innen können sich aber eventuell auch mehr mit dieser Art des Teenagererlebens identifizieren), was aber dieses Buch von vielen anderen dieser Art unterscheidet, sind die vielen unterschiedlich positioniertern Charaktere (beispielsweise hinsichtlich Begehren, race, Religion) und eine Portagonistin, die dick ist (und nein, sie plant nicht abzunehmen und das einzige Mal, wo eine Person ihr direkt etwas dickenfeindliches gegenüber äußert, wird deutlich gemacht, dass das Problem die fatshamende Oma nicht etwa Mollys Körper ist).

Buchnews und -debatten

Es gibt ein Veröffentlichungsdatum für Magda Albrechts Buch über Dicksein und Empowerment: Am 02. Januar 2018 soll es so weit sein. Und ein (tolles!) Cover gibt es auf der Verlagsseite auch bereits zu sehen.

Weniger lang ist die Wartezeit für das neue Buch von Yori Gagarim. Why I stopped making merch for a revolution, that does not happen erscheint im Mai/Juni bei edition assemblage.

Falls ihr diesen Donnerstag Abend in Berlin seid: Ab 19 Uhr wird im Archiv der Jugendkulturen aus queeren Büchern (Klassikern und Neues) gelesen und dazu diskutiert. (FB-Link)

Im März erschien der Sammelband Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen über rechte Bewegungen, Gewalt und Rassismus. Auf trollbar schreibt Ali Schwarzer, der in dem Band mit seinem text „Eine unversöhnliche Abschiedsrede“ vertreten ist, über das Buch.

Deirdre Coyle schreibt bei Electric Lit über David Foster Wallace und die Männer, die ihn vergöttern: „Wallace-recommending men are ubiquitous enough to be their own in-joke. (…) The men in my life who love Wallace also love legions of stylistically similar male writers I’m not interested in (Pynchon, DeLillo, Barth). I began checking out of literary conversations with them altogether.“

Casey Sanchez portraitiert die Iñupiaq Dichterin Joan Naviyuk Kane, deren Gedichtband Milk Black Carbon im Februar erschienen ist.

Amanda Arnold schreibt bei LitHub über die vergessene Geschichte us-amerikanischer Arbeiter_innen-Literatur.

BBC sprach mit der Autorin und Aktivistin Unoma Azuah. In ihrem neuen Buch Blessed Body, welches morgen als Ebook erscheint, sammelt sie autobiographische Geschichten von LGBT in Nigeria.

A Salon of One’s Own: Chaitali Sen erinnert sich an zwanzig Jahre des South Asian Women’s Creative Collective.

„Lately, I’ve been interested in finding other West African authors who are also unconventional in their portrayal of love and marriage, of gender and power.“, stellt Chinelo Okparanta fest und empfiehlt gleich sechs Bücher, in denen sie diese Darstellungen gefunden hat.

Nazly Sobhi Damasio hat bei Wear Your Voice eine Liste mit „8 Powerful Latinx Poets Who Are Shattering Stereotypes“ zusammengestellt.

BookRiot schreibt über die beiden Hashtags #ThingsOnlyWomenWritersHear und #WhatWoCWritersHear, die beide Sexismus, Rassismus und deren Verknüpfungen in der Buchindustrie illustrieren.

Und zum Schluss: „No, Marvel. We’re Out of Patience.“ Jessica Plummer kritisiert, die aktuellen Handlungsstränge im Marveluniversum, in denen u.a. eine (der wenigen überhaupt existierenden) jüdischen Figuren und ein Held, der von jüdischen Comic-Machern entwickelt wurde, einer quasi Nazi-Organisation beitritt, deren Marketing und Marvels Umgang mit Kritik.


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Samstagabendbeat: The Tuts covern Spice Girls

15. April 2017 von Charlott

Kommen gleich zwei Musikdinge, die ich liebe, zusammen: The Tuts, eine unglaublich super Band aus Großbritannien, und der Spice-Girls-Ohrwurm-Klassiker „Wannabe“.


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Ein Buch nach dem anderen: Interventionen in Gewaltsituationen und der Women’s Prize for Fiction

7. April 2017 von Charlott
Dieser Text ist Teil 127 von 131 der Serie Die Feministische Bibliothek

Kurzrezensionen

In Experiences of Intervention Against Violence. An Anthology of Stories (2017), herausgegeben von Carol Hagemann-White und Bianca Grafe, sind Erfahrungberichte von 78 Frauen und Kindern/Jugendliche vereint. Sie alle erzählen von erfahrener Gewalt und wie sie Interventionen zu dieser erlebt haben: Welche Unterstützungsangebote waren zugänglich? Wie haben unterschiedliche Institutionen (nicht) zusammengearbeitet? Was hätten sie sich gewünscht/ bzw. was wünschen sie sich? Die Anthologie ist ein Ergebnis des Forschungsprojekts „Cultural Encounters in Intervention Against Violence“ und bringt zum einen Erfahrungen aus verschiedenen Ländern und damit Unterstützungssystemen (Deutschland, England, Slovenien, Portugal, Wales) zusammen und fokussiert zum anderen insbesondere auf migrierte Frauen oder/ und Frauen, die ethnischen oder kulturellen Minderheiten angehören. Die erlebten Barrieren umfassen damit auch gerade unzureichende Übersetzungen, wenig Verständnis für Rassismus bei Betreuenden etc. Das Buch hat keinen Anspruch darauf eine einzige Lösung für gute Interventionen zu präsentieren oder gar repräsentativ aufzuzeigen, wie Interventionsstrukturen funktionieren. Ziel ist es stattdessen denjenigen, für die eigentlich Interventionen durchgeführt werden, die Möglichkeit zu geben für ihren spezifischen Fall zu erzählen, was ihnen geholfen hat und was nicht. Das Buch selbst bietet keine Analyse der vorliegenden Quellen. Für Menschen aber, die sich dafür interessieren, wie Personen in Gewaltsituationen sinnvoll geholfen werden kann, bietet die Anthologie wichtige Einblicke und Ansatzpunkte. Dabei sollte nur nicht vergessen werden, dass natürlich auch nur bestimmte Personen hier ihre Geschichten erzählen konnten, nämliche solche, die noch Kontakt zu Beratungsstellen hatten. Menschen, die aus dem System „gefallen“ sind, sind somit nicht repräsentiert.
Die Texte sind alle ins Englische übersetzt. Wenn sie nicht auf Englisch im Orginal vorlagen, sind sie auch noch (min) in einer anderen Sprache (Deutsch, Portugiesisch oder Slovenisch) enthalten.

Seit 1996 wird in Großbritannien jährlich der Women’s Prize for Fiction (derzeitig als Baileys‘ Prize) verliehen. Die Auszeichnung geht an englischsprachige Romane von Autorinnen, die jeweils innerhalb der 12 Monate vor der Bekanntgabe der Longlist erschienen sind. Passenderweise wurde die diesjährige Longlist mit 16 Romanen am 8. März vorgestellt. Anfang dieser Woche nun wurde die Shortlist bekanntgegeben. Bis zur Bekanntgabe ist nun noch etwas Zeit (7. Juni), aber ich möchte euch schon einmal ganz kurz meine drei Favouriten von den nun noch sechs im Rennen seienden Bücher vorstellen: Ayọ̀bámi Adébáyọ̀̀s Stay With Me erzählt die Geschichte eines Paares in den 1980er Jahren in Nigeria und ihre verzweifelten Versuche Kinder zu bekommen. Vor dem Hintergrund von Militärputschs und einer insgesamt unsicheren politischen Lage fragt Adébáyọ̀̀, was eigentlich Familie bedeutet, was Elternschaft und wie eine Verhandlung von eigenen Wünschen und sozialen Vorstellungen aussehen kann oder wie sie auch scheitert. In The Dark Circle von Linda Grant erkranken die jüdischen Zwillinge Lenny und Miriam Lynskey Ende der 1940er Jahre an Tuberkulose und werden in ein Sanatorium nach Kent geschickt, welches erst seit kurzem nicht-private Patient_innen aufnimmt. Der Roman ist nicht nur ein Blick auf ein sich wandelndes Gesundheitssystem, sondern fragt auch, was es bedeutet Patient_in zu sein bzw. dazu gemacht zu werden. Madeleine Thiens Do Not Say We Have Nothing verbindete tragische, über mehrere Generationen erzählte Familiengeschichten in China und Nordamerika mit einer narrativen Struktur, die an Musik erinnert – und das nicht von ungefähr, denn die Charaktere, die im Mittelpunkt stehen, haben alle eine ganz besondere Beziehung zum Komponieren und Musikmachen.

Buchnews und -debatten

Erst einmal gute Nachrichten aus dem Mädchenmannschafts-Haus: Sharon Dodua Otoos beide Novellen die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle … und Synchronicity sind jetzt in einem sehr schönen gemeinsamen Band beim Fischer Verlag neu aufgelegt. Und im nächsten Jahr wird im Ullstein-Verlag das erste Buch von Magda Albrecht erscheinen: Es geht um Dicksein und Empowerment.

Auch neu erschienen ist FaulenzAs Buch „Support your sisters not your cisters. Über Diskriminierung von trans*Weiblichkeiten„! Illustriert wurde das Buch von Yori Gagarim.

Für das Buchprojekt beHindert und verRückt werden noch Beiträge gesucht. Vorschläge und Beiträge können bis zum 15. Mai eingereicht werden.

Fatma Aydemirs Debüt-Roman Ellbogen ist vor kurzem erschienen. Im Interview mit derStandard spricht sie über männlich konnotierte Macht und weibliche Identitätssuche.

Huntress of Diverse Books hat ein neues Projekt begonnen. Sie bespricht (auf Englisch) deutschsprachige Bücher/ Bücher aus Deutschland von und über marginalisierte Menschen. Die ersten Besprechungen sind auch schon da: Deutschland Schwarz Weiss – Noah Sow, Ellbogen – Fatma Aydemir und eingeschrieben – Emily Ngubia Kuria.

Lara bespricht bei den Femgeeks drei Comics: Goldie Vance, i love this part und Auf die Barrikaden!

Teile des Ganzen schreibt über „Femme representation (pet peeves & recommendations)“ (inklusive Buch-Tipps).

Bonnie Nadzam schreibt in ihrem Essay „Experts in the Field“ über Sexismus und sexualisierte Übergriffe im literarischen Feld (also durch Autoren, Verleger, Literatur-Professoren). Bei LitHub antworten elf Autorinnen – von Roxane Gay zu Aimee Bender – auf den Text mit ihren eigenen Einschätzungen und Erfahrungen.

Nüshu war ein Schriftsystem in der Jiangyong Region in China, welches nur von Frauen eingesetzt wurde. Lauren Young schreibt bei Atlas Obscura über die Geschichte und den Kontext des Systems, sowie die Art der Texte, die damit verfasst wurden.

Casey Stepaniuk empfiehlt bei Autostraddle acht queere Sci-Fi-Romane.

In Young Adult Romanen wird häufig die Protagonistin dadurch charakterisiert, dass sie anders als die anderen Mädchen ™ sei. Sharanya Sharma schreibt bei Bookriot „In Defense of „Other Girls“ in YA„.

Auf Natives in America gibt es ein neues Gedicht von Abaki Beck: „Our Blood Pulses Resistance„. Und Early Bird Books veröffentlicht ein neues Gedicht von Sherman Alexie mit dem Titel „Autopsy„: Last night, I dreamed that my passport bled.

Wenn 2017 ein Gedicht wäre, wie würdest du es nennen: 34 Poets Of Color Summarize 2017 In Verse.

Valeria Vitale, Dolly Garland, Jo Thomas, Pear Nuallak und Chinelo Onwualu unterhalten sich bei News & Press from The Future Fire über Protagonistinnen, insbesondere auch WoC, queere, behinderte, andersweitig marginalisierte Frauen und Non-Binary Protagonist_innen.

Decolonizing the future: Kate Heartfield schreibt beim Article Mag über Native American Autor_innen, die SCiFi schreiben.


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Drei Songs über’s Essen und Überleben

1. April 2017 von Magda

Die Band Cat Apostrophe besteht aus fünf Musiker_innen aus Leeds (UK), die sich im Januar in ihren Proberaum einschlossen, um „drei traurige Pop-Songs über’s Essen und Überleben“ aufzunehmen. Letzte Woche sind die Songs zum gratis Anhören und Mitseufzen erschienen. Es geht um Leistungsdruck, die Lust am Essen und die kleinen Errungenschaften des Tages – aufstehen, das Haus verlassen oder ein Bad zu nehmen.

Fotos via facebook und bandcamp. Cat Apostrophe gibt’s auch auf facebook und twitter.


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