August 27th, 2008
von Barbara
Gestern in der Süddeutschen Zeitung diese Stilkritik über die “Hollywood-Mama” Nicole Kidman gefunden:
Es gibt Frauen, die ihre Mutterschaft, nun ja, in vollen Zügen genießen, gerne auch am Arbeitsplatz. Schließlich will jeder mal den Kollegen das Resultat der eigenen Fruchtbarkeit vor die Nase schieben. Nach dem üblichen Puderzucker-Geschwätz (”Gottchen, ist die süß!”, Die Augen sind ja eindeutig von dir!”) geht die Baby-Schau zu Ende, dann ist die Kollegin wieder im fälschlicherweise sogenannten Mutterschafts-Urlaub. Anders verhält sich die Sache bei Hollywood-Stars wie Nicole Kidman. Karriere-Mütter dieser Kategorie können nicht anders, als drei Wochen nach der Entbindung vor die Kameras zu sprinten. (…)
Also, was ist das?
a) Ironie
b) Neid
c) Realität
d) Sonstiges ………………………………
Mehrfachnennungen möglich.
Tags: Braucht kein Mensch, Erziehung, Kinder kriegen
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August 27th, 2008
von Susanne
Unsere Leserin Yvonne schickte uns dieses Foto eines tollen Aufstellers im Hornbach-Baumarkt:

Also auf in eine neue Runde Message-Raten: Will die Werbung uns sagen, eine lederbekleidete Frau könnte uns bei Unlockerheiten helfen? Klemmt der Reißverschluss da am Dekolletee der Dame und es wäre für den Betrachter schöner, wenn es diese Verklemmtheit nicht gäbe? Wird hier vielleicht sogar für Offenheit gegenüber leder-unterstützten Sex-Praktiken geworben? Oder spielt das Öl eine größere Rolle, die ich übersehe? Oder die 20 Prozent mehr Inhalt?
Tags: Sex sells, Werbekritik
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August 26th, 2008
von Susanne
Heute Morgen wäre ich bei der Lektüre der Süddeutschen Zeitung beinahe vom Stuhl gekippt:
Zwei von drei jungen Männern in Deutschland finden es nicht besonders wichtig, dass junge Mütter neben ihrem Einsatz für die Familie auch eigene Wünsche und Interessen durchsetzen. Das ergab eine in Wuppertal veröffentlichte Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach. Mehr als 1800 Bundesbürger waren für die «Vorwerk Familienstudie 2008» befragt worden. Während nur 32 Prozent der Männer zwischen 16 und 29 den Wunsch der Frauen nach Selbstverwirklichung trotz Kindern voll unterstützten, waren es bei den jungen Frauen 64 Prozent.
Oh Mann, dabei werd ich nicht müde, in Diskussion dafür zu streiten, dass die jungen Männer doch ganz anders sind als ihre Väter. Was ist denn da bitteschön los? Muss ich jetzt mein Männerbild korrigieren? Oder wurde da komisch gefragt, dass solche Zahlen herauskommen? Oder wie?
Und bei euch so?
Tags: Kinder kriegen, Liebe heute, Studien
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August 25th, 2008
von Barbara

Auf feministing.com fanden wir unlängst diesen lesenswerten Artikel: How to raise a feminist son. Die Autorin macht sich Gedanken von “Was passiert, wenn ich den Wunsch meines fünfjährigen Sohnes erfülle und die Wände seines Kinderzimmers pink streiche” über “Wie kann ich meinen Sohn erziehen, dass er seine Privilegien - ‘beautiful, smart, and extremely capable’ nicht zu seinem Vorteil ausnutzt?” bis zu “Wie kann ich seinen Umgang mit gewalttätigen Spielen und Spielzeugen adäquat kontrollieren?”.
Es wurde auch bereits an anderer Stelle gefragt: Wie schaffe ich es, meine Kinder feministisch zu erziehen? Was, wenn meine Tochter aber doch lieber mit Puppen spielt als mit Autos? Und wenn mein Sohn einfach gerne Stöcke zu Gewehren umfunktioniert und damit dann schießt? Eine pauschale Antwort darauf fällt mir schwer. Mütter, Väter, Eltern in spe und nicht: Was sagt ihr?
(Foto von cproppe/Flickr)
Tags: Erziehung, Kinder kriegen
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August 24th, 2008
von Barbara
Groß war die Überraschung, als Radovan Karadžić, der frühere Präsident der Republika Srpska und Anführer der serbischen Bosnier in den Neunzigern, in Belgrad aufgefunden wurde. Über Jahre hatte er dort eine Zweitidentität als Heiler etabliert. Spätestens als sein weißer Rauschebart ab war und seine Haare zur alten Frisur zurückgefunden hatten, war auch die Erinnerung wieder hellwach: Radovan Karadžić gilt als mutmaßlicher Kriegsverbrecher. Bereits 1996 wurde vom UN-Kriegsverbrechertribunal ein Haftbefehl gegen ihn erlassen; nun beginnt der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien, Serge Brammertz, mit der Anklage gegen den 1945 in Montenegro geborenen Mann.
Die Frauenrechtsorganisation medica mondiale fordert Brammertz in einem offenen Brief auf, den “Straftatbestand der sexualisierten Gewalt als eigenständigen Punkt in die Anklage gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadžić aufzunehmen”. Mit dem offenen Brief sollen auch Einzelpersonen und Organisationen ermuntert werden, sich diesem Appell an den Chefankläger anzuschließen. Monika Hauser, Gründerin und Vorstandsmitglied von medica mondiale sieht Karadžić als Verantwortlichen für die Massenvergewaltigungen in der bosnischen Stadt Foča oder Vergewaltigungen in den Lagern wie Omarska oder Keraterm. Es geht ihr um Wiedergutmachung:
„Das individuelle Vergewaltigungs-Trauma wird potenziert durch das Stigma der Vergewaltigung, das sich in sozialer Ausgrenzung zeigt. Die Opfer dieser Verbrechen werden dazu verdammt, mit den Konsequenzen individuell umgehen zu müssen, wenn ihnen die volle Anerkennung der Schwere und des Ausmaßes von Kriegsvergewaltigungen verweigert wird. Eine klare, konsequente, sichtbare und entschlossene Verfolgung der Täter spielt eine entscheidende Rolle in der Anerkennung dieser Verbrechen; sie ist eine Grundvoraussetzung für jeden Heilungsprozess. Diese Frauen haben ein Recht auf Wiedergutmachung.“
Einen Brief an Chefankläger Serge Brammertz findet man auf der Website von medica mondiale.
Tags: Gewalt gegen Frauen, Krieg, Politik, vor Gericht
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August 24th, 2008
von Susanne
Was war los in dieser Woche? Auf welche interessanten Texte seid ihr gestoßen? Was ist euch begegnet und hat euch zum Nachdenken gebracht? Wieder mal ein ganzer Tag zum Selbermachen.
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August 23rd, 2008
von Anna
Unsere Leserin Christiane hat uns auf eine sehr schöne Anzeige aus dem „Pro Idee“ Katalog aufmerksam gemacht, es geht um eine Sonnenbrille mit eingebauter Kamera:

(Textauszug: „Jetzt gelingen Ihnen einzigartige Aufnahmen. Beim Biken, Klettern, Skaten, Drachenfliegen … Wahre Live-Mitschnitte von Ihren spektakulärsten Abenteuern – ganz ohne aufwändige Montage und immer aus dem perfekten Blickwinkel.“)
Für welchen Zweck die Katalogmacher (Erfinder? Werber?) die Brille allerdings am geeignetsten halten, lässt sich unschwer auf dem Bild erkennen. (Wobei es sich bei der Frau bestimmt um eine feindliche Spionin o.ä. handelt, denn: „Auch im professionellen Security-Bereich ist das Interesse an dieser genialen Erfindung groß.“)
Tags: Idiotie, Sex sells
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August 22nd, 2008
von Barbara
Dieses Thema hatten wir hier schon öfter: “Frauenlohnspiegel: Frauen verdienen 22 Prozent weniger als Männer”. Die Umfrage der Internetseite “Frauenlohnspiegel”, an der sich 2007 rund 68.000 Beschäftigte in Deutschland beteiligt haben, ergab einen durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst von Frauen, der rund 22 Prozent unter dem der Männer liegt.
Nun lehrt die Erfahrung, trau keiner Statistik, es sei denn, du hast sie selbst gemacht. Auch darüber wurde hier schon öfter diskutiert. Deswegen ganz direkt: Wer hier weiß, dass sie weniger verdient als ein Kollege in derselben Position mit derselben Qualifizierung, bzw. dass er mehr verdient als eine Kollegin in derselben Position mit derselben Qualifizierung?
Über die Gründe dieses hohen Unterschieds wird auch viel gesprochen: Häufigere Berufsunterbrechung, kürzere Berufserfahrung, die geringere Zahl von Führungspositionen für Frauen und die partiell noch geringere Qualifikation werden bei der Hans-Böckler-Stiftung genannt. “Zahlreiche Studien zeigen jedoch: Es gibt immer noch eine Lohndiskriminierung. Nach wie vor bekommen Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer”, so auch dort der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Dr. Reinhard Bispinck.
Also: Kriegst du weniger? Oder mehr? Oder wie?
Tags: Berufsleben, Diskussionen, Geld
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August 22nd, 2008
von Susanne
Dieses Plakat ist ein echter Hingucker, wenn man auf der Straße daran vorbeiläuft. Nach dem ersten Schock, ‘Frauen an den Herd?!’, kommt das Ganze sehr sympathisch rüber. Also doch mal schauen, was das soll. Aha, der Deutsche Feuerwehrverband will die Zahl der Feuerwehrfrauen verdoppeln und hat dafür die Aktion „Frauen am Zug“ ins Leben gerufen. Sie wollen damit ihr “Ziel plakativ und charmant irritierend vermitteln” - was, wie ich finde, gut gelingt.
Die Initiative selbst klingt richtig ambitioniert: Die Feuerwehr hat nicht nur erforschen lassen, warum im Westen nur sechs Prozent und im Osten nur elf Prozent der Feuerwehrleute weiblich sind, sondern daraus dann auch Leitlinien entwickelt, mit denen die Feuerwehr Mädchen und Frauen leichter in den Dienst integrieren können. Mit der Plakataktion soll diese Erneuerung der Feuerwehr nun auch der Öffentlichkeit gezeigt werden.
Tags: gute Idee, Initiativen
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August 21st, 2008
von Susanne
dodo vom mädchenblog denkt darüber nach, wie sie denn nun genannt werden will und sich selbst nennen soll: Frau oder Mädchen? Beides hat seine Vorteile, beides ist manchmal auch blöd. Beides geht und muss dodos Meinung nach auch gehen:
(…) Es gibt viele gute Gründe, sich ab einem gewissen Alter als Frau zu bezeichnen und das Mädchendasein hinter sich zu lassen. Andererseits … wer zum Geier sagt eigentlich, dass Mädchen harmlos sind und nicht ernst genommen zu werden brauchen, bis sie erwachsen sind? Wer sagt, dass ihre Wut, ihre Ideen und Forderungen weniger Gültigkeit haben, nur weil ein paar Jährchen Lebenserfahrung fehlen? Ist das nicht genau eines dieser Rollenbilder, gegen die es eigentlich zu kämpfen gilt, die man nicht ohne weiteres akzeptieren sollte? (…)
Und bei euch so? “Mädchen” oder “Frau”?
Tags: erwachsen werden, Sprache
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