Neuigkeiten aus aller Welt

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 76 von 249 der Serie Kurz notiert

Laut dem National Committee on Traditional Practices of Ethiopia beginnen in Äthiopien 69% aller Ehen mit der Entführung einer Frau und anschließender Vergewaltigung. Darauf folgt die erzwungene Unterzeichnung des Ehevertrags, denn ohne ihre Jungfräulichkeit sei sie sonst auf dem Heiratsmarkt nichts mehr “wert”. Dies kommt in protestantischen, katholischen und auch muslimischen Gemeinden gleichermaßen vor. Der Independent thematisiert den Widerstand der entführten Frauen.

Das Verfassungsgericht in Ägypten entschied nun offiziell, dass Frauen zu Richterinnen ernannt werden dürfen. Laut MsMagazine sind aktuell 42 der 12.000 Richter_innen in Ägypten Frauen.

Im US-amerikanischen Repräsentantenhaus ist gestern der Gesetzesentwurf zur Gesundheitsreform mit 219 – 212 durchgekommen und wartet nun nur noch auf Obama’s Unterschrift. Den Sieg hatte sich Obama in letzter Minute wohl mit einer Rechtsverordnung zu Abtreibungen gesichert, wonach entgegen der ursprünglichen Vorlage ausgeschlossen werde, dass öffentlich alimentierte Krankenversicherungen Schwangerschaftsabbrüche bezahlen, wie dieStandard.at berichtet.

In Südafrika, wo Schätzungen zu Folge jede dritte Frau Opfer von sexueller Gewalt wird, wurde ein Mann wegen Verhetzung und Diskriminierung zu einer Geldstrafe verurteilt und muss nun eine schriftliche Entschuldigung abgeben. Er hatte vor einer Gruppe von 150 Studierenden geäußert, dass die junge Frau, die den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma vor einigen Jahren wegen Vergewaltigung bezichtigte, wohl “Gefallen” an der (nicht bewiesenen) Vergewaltigung empfunden haben musste. Zuma wurde damals aus Mangel an Beweisen freigesprochen. (aktualisiert)

Nicht nur die Gehaltsunterschiede von Männern und Frauen sondern auch jene zwischen Frauen sind ein feministisches Thema: In den USA diskutiert man die Vermögensunterschiede zwischen weißen, Schwarzen und hispanischen Frauen und Männern als Aspekt, welche insbesondere women of color langfristig schaden, da ihnen im Durchschnitt weniger Vermögen zur Verfügung stehen als weißen Männern und Frauen. Während Gehalt die laufenden Kosten begleicht, ist Vermögen wichtig, um langfristige Investionen zu tätigen oder dieses zu vererben. WomensMediaCenter berichtet.

Eine Initiative von Elternvereinen fordert mehr Krippenplätze in Hannover, nachdem ihr Antrag, eine eigene Kita zu eröffnen von der Stadt gestoppt wurde. Begründung: Alle Mittel für den Krippenausbau bis 2013 seien bereits verplant. Hier unterschreiben und mitmachen!

Die US-amerikanische Jenny Hagel startete eine neue Reihe namens Feminist Rapper. In der ersten Episode spielt sie eine Gender Studies Doktorin, die ihren gelangweilten Studierenden die Errungenschaften von Frauen näherbringen möchte – und zwar rappend. Vielleicht die nächste Sarah Haskins?




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 23. März 2010 um 8:12 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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10 Kommentare

  1. steve, the pirate sagt:

    Der Bericht über Äthiopien ist echt heftig.

  2. Tanja sagt:

    Verstehe ich das jetzt richtig?:

    Eine Frau beschuldigte den jetzigen Präsidenten Südafrikas Jacob Zuma im Jahre 2005 ihn vergewaltigt zu haben. Jacob Zuma wurde freigesprochen und laut Wikipedia nicht aus mangel an Beweisen, sondern weil das Gericht zu der Überzeugung gelangt war das der Sex einvernehmlich erfolgte, es fand also keine Vergewaltigung statt, anders als die Verlinkung vermuten lässt, und ein anderer Politiker der nun sagte das die Frau bei Zuma keine schlechte Zeit gehabt haben kann, da sie bis nach dem Frühstück geblieben ist wurde nun wegen Diskriminierung und Hetze verurteilt?

    http://en.wikipedia.org/wiki/Jacob_Zuma#Rape_charges

  3. Judith sagt:

    @Tanja
    Doch, doch.Duchaus aus “Mangel an Beweisen”
    Zwei Quellen von vielen:
    Link 1
    Link 2
    Wikipedia ist halt manchmal nicht unfehlbar.

    Auch wenn in dem Prozess klassischerweise das sexuelle Vorleben der Frau von der Verteidigung zu deren Ungunsten vorgebracht wurde, gibt’s auch in Südafrika als Richterspruch nur ein “schuldig” und ein “nicht schuldig”.
    und nicht ein “schuldig” und ein “nee, im Gegenteil das Opfer ist selber schuld”.

    Die Ansicht zu verbreiten, dass Frauen, die nach einer Vergewaltigung nicht sofort abhauen automatisch “consensual” oder sogar Spaß dran haben … ist unabhängig von Zuma und den Vorwürfen gegen ihn problematisch.
    Ob es sinnvoll ist, diese Ansicht mit Geldstrafen zu belegen? Schwierig.

  4. Tanja sagt:

    Danke für den FAZ Artikel

    “Auch wenn in dem Prozess klassischerweise das sexuelle Vorleben der Frau von der Verteidigung zu deren Ungunsten vorgebracht wurde,”

    Im Prozess wurde nach dem von dir verlinkten Artikel vor allendingen vorgebracht das die Frau in ihrer Vergangenheit mehrfach vergewaltigungsklagen eingereicht hat die sich allesamt als nicht haltbar erwiesen.

    Zitat:
    “Zuma hatte den Geschlechtsverkehr nicht bestritten, ihn aber als „einvernehmlich“ dargestellt. Dieser Darstellung schloß sich auch das Gericht an. Zumas Anwalt Kemp J. Kemp war es während des Prozesses gelungen, die Glaubwürdigkeit der Klägerin in Frage zu stellen, indem er beweisen konnte, daß sie in der Vergangenheit mehrfach Vergewaltigungsklagen angestrengt hatte, die nie zu einer Verurteilung geführt haben”

    “Richterspruch nur ein “schuldig” und ein “nicht schuldig”.
    und nicht ein “schuldig” und ein “nee, im Gegenteil das Opfer ist selber schuld”. ”

    Deine Sichtweise ist nicht nicht korrekt, wenn ein Angeklagter bei einer solchen Fallkonstellation freigesprochen wird gibt es juristisch kein Opfer mehr da sich die Vorwürfe als nicht haltbar erwiesen haben, verstehst du, kein Opfer mehr da. Es ist daher für aussenstehende dann auch statthaft die Aussage zu treffen das die Anklägerin im einvernehmen mit dem Mann schlief, oder Freude beim Sex hatte.

    Nicht statthaft wäre es wenn überhaupt der Frau vorzuwerfen sie hätte bewusst gelogen um Zuma zu schaden, da dies wiederum eine Straftat ist die bewiesen werden müsste.

    “Ob es sinnvoll ist, diese Ansicht mit Geldstrafen zu belegen? Schwierig.”

    Meinungsfreiheit ist mit das wichtigste Rechtsgut überhaupt.

    @Mädchenmannschaft

    Ich hoffe ihr passt den Text eurer Verlinkung an. Es handelt sich dabei um eine (auch in Deutschland) strafbare Verleumdung des südafrikanischen Präsidenten der von den Vorwürfen freigesprochen wurde. Da er freigesprochen wurde, hat er niemanden vergewaltigt und es gab keine Vergewaltigung.

  5. Magda sagt:

    @ Tanja

    ob es eine Vergewaltigung war oder nicht ist überhaupt gar nicht Thema des verlinkten Texts. Und ob es sich um eine Vergewaltigung handelt, entscheidet auch übrigens nicht der Ausgang eines Prozesses – es wurden in der Rechtsgeschichte schon Unschuldige für schuldig empfunden und Schuldige freigesprochen. Im verlinkten Text geht es um folgendes: Der wegen hate speech angeklagte Mann hatte im Kontext Vergewaltigung folgendes von Zuma gesagtes unterstützt:

    “When a woman didn’t enjoy it, she leaves early in the morning,” Zuma said. “Those who had a nice time will wait until the sun comes out, request breakfast, and ask for taxi money.”

    Klingt starkt nach Trivialisierung von sexueller Gewalt. Und ob eine Frau nach Essen verlangt oder nicht, entschuldigt auch keinen Gewaltakt. Völlig davon abgesehen also, ob eine Vergewaltigung stattgefunden hat, sind solche Aussagen trivialisierend und gehören geahndet. Ob eine Frau Sex gefällt oder nicht, hat dieser Mann wohl kaum zu beurteilen, vor allen Dingen nicht mit einem spöttischen und im schlimmsten Fall gewaltverherrlichenden Unterton.

  6. Magda sagt:

    Ich habe den Text zum verlinkten Artikel nach Tanja’s Anmerkung aktualisiert. An der Aussage des verlinkten Texts, dass Gewalttrivialisierungen geahndet werden sollten, ändert dies nichts.

    @ Tanja,

    deinen Beitrag habe ich rausgenommen, arrogante Verweise auf Wikipedia-Artikel brauchen wir nicht.

  7. Anna sagt:

    @Tanja:
    Wir haben nun schon unter verschienden Texten mehrere Beiträge von dir moderieren müssen, weil du es anscheinend nicht schaffst, dich in einem angemessenen Tonfall zu äußern. Auch zweifle ich so langsam daran, dass du wirklich Interesse an einer konstruktiven Diskussion hast.
    Entweder, du passt deine Postings in Zukunft der Netiquette an, oder du wirst dir einen anderen Blog zum Kommentieren suchen müssen.

  8. syrinx sagt:

    Leider verbreitet der Artikel auf dieStandard.at in Bezug auf die US-Gesundheitsreform das gleiche Märchen, wie auch andere Medien (u.a. tagesschau.de), nämlich dass der Gesetzentwurf angeblich ermöglicht hätte, dass Abtreibungen mit staatlichen Geldern bezahlt werden könnten.

    Dies ist allerdings reiner Unsinn, weil selbiges bereits seit 1976 verboten ist, und niemand vorgeschlagen hatte, das zu ändern.

    Vielmehr wollte eine Gruppe extremistischer Abtreibungsgegner einerseits verhindern, dass sich Frauen mit ihrem eigenen Geld zusätzlich gegen Abtreibungen versichern können, und zweitens die im Gesetzentwurf vorgesehenen finanziellen Zuschüsse für Kliniken von “Planned Parenthood” kippen.

    Erreicht haben sie das zwar nicht, aber sie konnten Obama immerhin soweit erpressen, dass er das o.g. Verbot der Verwendung öffentlicher Gelder für Abtreibungen, welches bisher jedes Jahr neu verabschiedet werden musste, mittels einer Verfügung des Präsidenten (executive order) bekräftigte.

    Die Details lassen sich z.B. auf firedoglake.com (auf Englisch) nachlesen.

  9. Magda sagt:

    @ syrinx,

    wenn ich mich recht erinnere, stand das Hyde Amendment am Anfang der Gesundheitsreform zur Diskussion und dies tut es immer noch. Diese Diskussion wurde nur recht bald von Stupak abgekürzt und liess deshalb gar keinen Spielraum für die Widerrufung des Hyde Amendments.

    Aber du hast Recht, im Gesetzesentwurf war dazu nichts zu finden.

  10. [...] Derweil werden in Äthiopien übrigens Ehen so geschlossen: ein Mann sucht sich ein sieben- bis achtjähriges Mädchen und vergewaltigt es, und weil die Schande für die Eltern zu groß ist, muss das Kind dann den Mann heiraten. Glückliche Ehe garantiert. 69% aller Ehen beginnen angeblich mit so einer Vergewaltigung. [...]