Let’s Work It

von Verena

Dieser Morgen-Sex ist ein richtig hartes Stück Arbeit. Die Vulva-Spots verlinken dieses Mal nicht nur fluffig-leichtes Zeug für nen Quickie, sondern auch lange und interessante Texte, die mehr euren Kopf als euren Körper beschäftigen dürften. Das gilt auch fürs Kopfrechnen, denn es gibt gute Methoden, im Internet die Kohle zu kriegen, um mit den eigenen Projekten dem sexuellen Mainstream etwas entgegen zu setzen.

Eine neue US-Studie will heraus gefunden haben, dass Promiskuität bei jungen Frauen einen messbar negativen Einfluss auf ihr Bildungsniveau habe. Haha, da kann man echt nur drüber lachen. Das Magazin „Materialien und Informationen zur Zeit“ (MIZ) tut genau dies und enttarnt in einem äußerst lesenswerten Artikel die christliche Keuschheitsbewegung, die hinter solchen Erkenntnissen steckt.

Rachel Rabbit White bloggt über „(A)sexual“, die Dokumentation über den New Yorker Asexuellen-Aktivisten David Jay.  Toll, dass ausgerechnet eine Sex-Bloggerin schreibt, das keinen Sex zu haben auch völlig in Ordnung sei – auch wenn es Gegenstimmen gibt, die sagen, wer keinen Sex habe bzw. sich nicht sexuell fühle, unterdrücke etwas. Da sind wohl noch einige Fragen offen – weiß auch White und stellt diese einfach mal in die UserInnen-Runde.

In den USA fand vergangenen Sonntag erneut der Oben-ohne-Tag statt, der die Gleichberechtigung weiblicher Oberkörperfreiheit fordert. Focus.de zeigt einen Video-Beitrag, der – ähnlich wie bei den Slutwalks – das geil-auf-nackte-Haut-Interesse dokumentiert. Lieber mal bei gotopless.org umschauen und, wie es aussähe, wenn Männer ihre Oberkörper mit Bikinis verdecken müssten.

Moskau hat sein erstes Sex-Museum jubelt sueddeutsche.de. Da steht zwar ein Riesen-Phallus am Eingang, aber die Vulva lässt sich nur an den Darstellungen von Stripper-Puppen und anderen ’sexy‘ Exponaten erahnen. Überhaupt, Russland pflegt die übliche Doppelmoral, traditionelle Werte hochzuhalten und gleichzeitig Bikini-Mädchen und Miss-Wahlen für öffentliche Veranstaltungen zu nutzen.

An ein Projekt glauben, aber kein Geld für die Realisierung haben? Crowdfunding, also Geld übers Internet sammeln, könnte die Lösung sein. In nur zwei Tagen konnten Designer so einen neuartigen Vibrator finanzieren lassen, auch der ‚PorNeofilm‘ „Hotel Desire“ mit Schauspielern wie Clemens Schick und Anna Maria Mühe konnte so realisiert werden.




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Eintrag geschrieben: Montag, 29. August 2011 um 9:00 Uhr unter Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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10 Kommentare

  1. V'kar sagt:

    Die Topless Seite scheint heftig mit den Raelianern verbunden zu sein.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Ra%C3%ABl
    http://en.wikipedia.org/wiki/Ra%C3%ABlism#Activism
    Wär ich vorsichtig mit.

  2. Sina sagt:

    Ja, über die Raelianer_innen bin ich auch gestolpert. Der deutsche Wikipedia-Artikel gibt dazu ne Menge her. Sie glauben an Intelligent-Design auf der Erde durch Außerirdische und arbeiten daran, Menschen zu klonen.

    „So planen sie Hitler zu klonen, um ihn jetzt nachträglich für seine Taten vor Gericht zu stellen. Zudem wollen sie sogar Jesus mithilfe des Turiner Grabtuchs klonen. Des Weiteren plant Raël, empfindungslose menschliche Sexsklaven zu klonen:

    „Wenn wir können, werden wir Sexpuppen machen, die nicht aus Gummi, sondern aus Haut bestehen. Wie ein Mensch, nur ohne Willen, Schmerzempfinden und Persönlichkeit.““

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rael

  3. raupe sagt:

    Ich finde es gar nicht „hilarious“, mir Männer im Bikinitop vorzustellen, wie die Frauen im Video das tun. Die meisten Typen, die hier „zum Spaß“ mit Bikini gezeigt und mit alberner Zirkusmusik untermalt werden, sehen ganz cool aus. Dieses Lustigmachen über Menschen, die die scheinbare Kleidung des anderen Genders tragen ist ekliger, heteronormativer Mist. Queer-phob und misogyn noch dazu.

    Spannender fände ich, mich damit zu beschäftigen, wieso ich mich gar nicht „topless“ auf die Straße trauen würde, obwohl es in Deutschland für Frauen nicht verboten ist (oder?).
    Ist es konservatives Schamgefühl? Angst vor übergriffigen Mitmenschen? Das Gefühl, eine Grenze zu überschreiten?
    So viele Fragen! Tausendmal interessanter als der alte, schlechte Witz „trägt ein Mann einen Bikini…“. Denn ich bezweifle, dass in den USA die Frauen plötzlich in Scharen ihre Oberteile ausziehen, wenn es dort nicht (mehr) bestraft wird. Ich vermute, dass nicht viele Frauen von ihren Brüsten bzw. ihrem Oberkörper so dermaßen überzeugt sind, dass sie sie allen auf der Straße zeigen möchten. Traurige Tatsachen, die nicht mit dämlichen Youtubefilmchen bereinigt werden können.

  4. V'kar sagt:

    Yes, gefunden.
    Nette Comicstory über topless: http://www.octopuspie.com/2007-08-22/037-duck-farm/

    Was ist das denn ein Scheiß mit Sexsklaven? Oh jeeee

  5. Nandoo sagt:

    In Deutschland ist es nicht verboten, solange dadurch nicht wissentlich die Gefühle anderer verletzt oder Personen absichtlich belästigt werden. Wer also Oberkörperfrei in eine Kirche, Synagoge oder Moschee gehen würde (Mann oder Frau) macht sich strafbar. Auf der Straße ist es aber allgemein Ok, bzw. würde höchstens mit einem Platzverweis belegt werden (eigentlich auch nur bei völliger Nacktheit), in öffentlichen Parks/am Strand ist es sowieso in Ordnung, im Schwimmbad und anderen öffentlich zugänglichen Einrichtungen gilt das jeweilige Hausrecht. Die FKK Bewegung zieht sich ja nur in „ihre Bereiche“ zurück weil sie es ja häufig als Vereinswesen betrachten und gerne mit Leuten die gleicher Ansicht sind zusammen sein wollen.
    Ich finde diese Gesetzeslage insgesamt gut, sie versucht den Spagat zwischen dem Schutz anderer vor Belästigung und dem individuellen Recht sich (nicht^^) zu kleiden wie man will. Die Situation hier ist mit der in den USA nicht vergleichbar.

  6. Anna-Sarah sagt:

    @Nandoo:

    „Wer also Oberkörperfrei in eine Kirche, Synagoge oder Moschee gehen würde (Mann oder Frau) macht sich strafbar.“

    Aus Interesse: Ist das tatsächlich ein strafbewehrtes Vergehen, das angezeigt werden kann?

  7. V'kar sagt:

    Das scheint so nicht zu stimmen:
    http://www.ra-karlbrenner.de/118_owig.htm
    Siehe auch:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bel%C3%A4stigung_der_Allgemeinheit

    Aber ich habe mit Jura nichts am Hut und will mich da nicht zu weit aus dem fenster lehnen.

  8. Irene sagt:

    Toll, dass ausgerechnet eine Sex-Bloggerin schreibt, das keinen Sex zu haben auch völlig in Ordnung sei – auch wenn es Gegenstimmen gibt, die sagen, wer keinen Sex habe bzw. sich nicht sexuell fühle, unterdrücke etwas.

    Das ist halt eine gängige küchenpsychologische Argumentation, wenn man andere zum scheinbar allgemeingültigen Glück drängen will. So eine Selbstunterdrückung hat mir auch schon mal wer unterstellt, nur weil ich mit Sadomaso nichts anfangen kann. (Danke, wirklich kein Bedarf!) Mittlerweile finde ich, dass das auch ein wenig nach Manipulation riecht.

  9. Nandoo sagt:

    @Anna-Sarah:
    Jep. Da du hier davon ausgehen kannst das sich andere durch dein Handeln verletzt fühlen können, bzw. dies sogar deine Absicht ist. Wäre also ne Beleidigung. Anders isses bei einfach nur Blankziehen an nem beliebigen Ort, da handelt es sich nur um ne Ordnungswidrigkeit wenns wirklich unpassend ist und andere Leute damit genervt werden sollen. Es kommt also immer auf den Ort des Geschehens an, bzw. die Situation. Das ist ja auch das Problem an den deutschen Gesetzen hierzu das sie nicht konkret werden können da es blanker Irrsinn wäre jeden Lebensaspekt zu beschreiben. Allgemein gilt hier für PolizistInnen das Opportunitätsgebot.

  10. Janina sagt:

    Hat jemand denn Informationen darüber, wo man sich den Film über David Jay wird ansehen können? Wenn es dazu Neuigkeiten gibt, hoffe ich auf einen entsprechenden Post. :)