Kritik an US-Gigolo

von Verena

Einen besonderen Service können sich jetzt Frauen im US-Bundesstaat Nevada leisten. USA Today stellt den ersten legal arbeitenden Gigolo vor.

In den meisten Teilen der USA ist Prostitution illegal – außer in den Teilen Nevadas, wo nun auch „Markus“ auf der Shady Lady Ranch eines Wüstenkaffs zwischen Las Vegas und Reno arbeitet.

200 $ kosten 40 Minuten, für eine ganze Stunde muss Frau noch mal hundert Dollar drauflegen. Dafür kann sie sich dann mit „Markus“ in der herzförmigen Badewanne, zwischen asiatischem Dekor oder im Cottage mit Küchenecke verlustieren. Alles schön, möchte man denken, aber den Besitzern der Ranch, dem Ehepaar Davis, weht eine Menge negativer Wind entgegen.

Ein Bordell, dass sowohl männliche als auch weibliche Klienten bediene, das würde nicht laufen, unkt die Konkurrenz. Weil „Makus“ nur Frauen zur Verfügung stehe, nicht aber Männern, sei sein Service diskriminierend und homophob, heißt es kritisch. Dabei sollte es doch im Ermessen des Sex-Arbeiters liegen, was er anbieten möchte. Auch gesundheitliche Risiken werden diskutiert: George Flint, Lobbyist der Bordellbetreiber-Vereinigung Nevadas, zu denen die Davis’ nicht gehören, meint, während männliche Freier auf Gesundheitsrisiken untersucht würden, befürchte er, würde das bei weiblichen Kunden vernachlässigt werden. Jaja und nachher sagt noch einer, Frauen würden degradiert, in dem sie für Sex bezahlen…

An den Debatten um seinen Sex-Service hat sich „Markus“ bisher noch nicht öffentlich beteiligt. Obwohl die Davis’ ihn auch aus dem Grund eingestellt hatten, weil sie ihm zutrauten, mit der massiven Öffentlichkeit umgehen zu können. Stattdessen hat er seine Pionierrolle im Sexgeschäft mit Rosa Parks verglichen, der Bürgerrechtlerin, die sich 1955 in einem Linienbus weigerte, ihren Sitzplatz für einen Weißen zu räumen. Vielleicht auch, weil er wie Parks gebürtig aus Alabama stammt… naja, seitdem gibt er keine Interviews mehr –  aber Eloquenz den Medien gegenüber ist ja auch nicht sein Job…




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Eintrag geschrieben: Montag, 25. Januar 2010 um 13:56 Uhr unter Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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7 Kommentare

  1. stadtpiratin sagt:

    Rosa Parks, nun denn mein Junge. Danke für den Artikel, ein derartiges Echo war wohl zu erwarten. Dabei ist „Markus“ eine Institution aus logischen Folgen der Gleichberechtigung. Würde mich aber trotzdem auch mal interessieren, wie in der jeweiligen Szene auf Gigolos in Deutschland reagiert wird, keine Ahnung, ob das maßgeblich entspannter ist.

  2. Morjanne sagt:

    Am besten finde ich das Argument, der Service sei diskriminierend und homophob. Haha. Gefällt mir irgendwie.

    Aber an sich sollte man die Kritik locker sehen – schlechte Publicity gibt es schließlich nicht.

  3. jj sagt:

    Würde mich wirklich auch mal interessieren, wie die Marktlage in Deutschland ist. Table Dance mit Strippern ist für Frauen ja mittlerweile fast normal geworden. Aber ich glaube nicht, daß sich männliche Prostituierte ausschließlich von weiblichen Kunden ernähren könnten. Mag aber eine Fehleinschätzung sein… aber ich bin immer davon ausgegangen, daß sich die weibliche Nachfrage nach Prostitution im wesentlichen im Ausland, vor allem in Lateinamerika das Angebot sucht…

    http://en.wikipedia.org/wiki/Female_sex_tourism

  4. illith sagt:

    „Am besten finde ich das Argument, der Service sei diskriminierend und homophob. Haha. Gefällt mir irgendwie.“

    same here :D

    „ich glaube nicht, daß sich männliche Prostituierte ausschließlich von weiblichen Kunden ernähren könnten.“

    *LOL* iih. hoffentlich isser kein vegetarier.

    @verena:
    es heißt „shady lady“ nicht „lady shady“ *hint*

  5. Morjanne sagt:

    Aber in Deutschland sind so Begleitservice-Agenturen doch auch nicht sooo selten, oder? Also gerade für die etwas besser verdienenden Damen.

    @jj: Lateinamerika? Das wusste ich nicht. Ich dachte, der Standard sei immer noch der Urlaubsflirt mit dem Italiener ;)

  6. Verena sagt:

    @ illith – danke für den Hinweis! Schon verbessert… hatte wohl ein bisschen Mr. ‚Slim Shady‘ Eminem im Kopf…

  7. Udo sagt:

    „aber ich glaube nicht, daß sich männliche Prostituierte ausschließlich von weiblichen Kunden ernähren könnten.“

    Einige wenige können das wohl, im Fernsehen kam mal eine kleine Reportage über einen der in Marbella davon lebte den Job jetzt aber nicht mehr macht. Man musste ihn auch direkt für merehre Stunden oder eine Nacht buchen damit es sich für ihn entsprechend lohnt.

    Ich würde den Job allerdings nicht machen wollen, da fast ausnahmslos alte Frauen zu ihm kamen die auf dem normalen Markt keine One Night Stands mit jungen attraktiven Männern mehr bekommen. Bei den weiblichen Prostituierten ist das Publikum da viel gemischter und nicht erst 45-50+ Jahre alt.