Einträge von Adele


Krippenplätze? – Gibt es nicht!

13. Juli 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 22 von 36 der Serie Muttiblog

Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben und auch mit dem Arbeitgeber meines Mannes konnte eine Regelung getroffen werden, die es uns erlaubt, dass mein Mann seinen Job nicht aufgeben muss und die Familie trotzdem an meinen neuen Arbeitsort ziehen kann. Aber da haben wir die Rechnung leider ohne die Krippe gemacht…

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Der Ort, in den wir ziehen wollen, ist eine westdeutsche Großstadt und wie der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes Gerd Landsberg bereits im Januar feststellte, wird der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für unter 3-jährige ab 2013 nicht erfüllbar sein. Man kann sich also vorstellen, wie die Situation im Jahre 2010 aussieht: katastrophal. Um das ganze noch ein wenig aussichtsloser zu machen, darf man sich nur für einen Krippenplatz in einer kommunalen Krippe anmelden, wenn man einen Wohnsitz in der Stadt hat. Da soll man also auf der einen Seite bitte so flexibel sein und bereit sein, jederzeit für den Job umzuziehen, und dann bekommt man solche Steine in den Weg gelegt. (weiterlesen …)


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Die Vereinbarkeitsfrage im Vorstellungsgespräch

22. Mai 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 21 von 36 der Serie Muttiblog

Mittlerweile habe ich ein wenig Statistik, was Vorstellungsgespräche angeht und bin durchaus positiv überrascht, dass das Thema Kind bzw. Kinderbetreuung im Wesentlichen kein Thema war. Natürlich ist diese Statistik stark verfälscht, da mich wahrscheinlich nur die Firmen eingeladen haben, denen klar war, dass dieses Thema wohl geregelt sein muss, wenn ich mich bewerbe.
Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Beim ersten Vorstellungstag habe ich mit mehreren Männern zwischen ca. 35 und 60 Jahren gesprochen, und falls überhaupt gefragt wurde, waren alle auf die Frage „Wie haben Sie die Betreuung Ihres Kindes geplant“ mit der Antwort „Mein Mann“ zufrieden.
Der zweite Termin war für den gleichen Job, allerdings diesmal mit Herren höherer Management-Ebenen. Die haben sich überhaupt gar nicht dafür interessiert wie die Betreuung meines Sohnes organisiert ist.

In der Bewerbung, die zum nächsten Gespräch geführt hat, hatte ich gar nicht angegeben, dass ich in Elternzeit bin, so dass ich es erst im Gespräch erwähnt habe und nachgeschoben habe, dass die Betreuung aber in vollem Umfang sichergestellt sei. Weitere Details waren nicht von Interesse. (weiterlesen …)


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Meine Karriere oder deine Karriere?

14. April 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 24 von 36 der Serie Muttiblog

Ich hatte ja versprochen, auch darüber zu schreiben, wie es ist, als Mutter einen Job zu suchen. Bisher war es ziemlich frustrierend, da auf über 30 Bewerbungen keine einzige Einladung zu einem Vorstellungsgespräch kam. Immer nur Absagen mit der Begründung, dass sich für einen anderen Bewerber entschieden wurde, dessen Profil besser auf die Stelle passen würde. Für mich gab es für meine Schwierigkeiten, einen Job zu finden, drei Erklärungsansätze: Die Krise, der Standort und das Kind.
Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Dann war ein ehemaliger Kollege von mir mit seiner Doktorarbeit fertig und hat mit genau einer Bewerbung meinen Traumjob gehabt. Damit wäre die Begründung „Wirtschaftskrise“ also schonmal einigermaßen ausgeschlossen. Blieb also „Standort“ und „Kind“.

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Drei Jahre Elternzeit – Fluch oder Segen?

16. März 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 25 von 36 der Serie Muttiblog

In Deutschland haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf drei Jahre Elternzeit. Ein Elternteil kann sich also maximal drei Jahre im Beruf für die Pflege und Erziehung eines Kindes freistellen lassen ohne den Arbeitsvertrag kündigen zu müssen. Diese Möglichkeit haben Väter ebenso wie Mütter. Ab dem Moment, ab dem eine Frau schwanger ist genießt sie außerdem einen besonderen Kündigungsschutz. Diesen Schutz gibt es für werdende Väter aber nicht. Das ist wohl ein Grund dafür, dass es sich meistens von selbst versteht, dass die Mutter den gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit zum größten Teil in Anspruch nimmt. Klar, gerne wird auch mit dem geringeren Verdienst der Mutter im Vergleich zum Vater argumentiert, aber oft genug passiert es, dass selbst die Väter, die bereit wären in Elternzeit zu gehen, daran scheitern, dass ihrE VorgesetzteR ein Ass im Ärmel haben: die Drohung mit der Kündigung.

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Erst kürzlich wieder ereignete sich in meinem Freundeskreis folgendes: Einem Erzieher wurde von der Kindergartenleitung zugesagt, dass der befristete Arbeitsvertrag selbstverständlich verlängert werde. Dieser Mann war nun so nett, seinen Wunsch nach Elternzeit vor der Verlängerung seine Vertrages vorzutragen. Konsequenz war, dass sein Vertrag nicht verlängert wurde. Dieser Gastbeitrag im Missy-Blog berichtet ähnliches. (weiterlesen …)


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Stillen wird überbewertet

15. Februar 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 1 von 36 der Serie Muttiblog

Ich stille nicht. Da steckt noch nicht einmal eine feministische Motivation dahinter. Aber meine Erfahrungen in den letzten sechs Monaten haben mir deutlich gezeigt, dass Stillen durchaus ein Politikum ist.

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

Feminismus bedeutet für mich in erster Linie, dass ich mein Leben selbstbestimmt gestalten kann und mich vor allem nicht irgendwelchen Rollenklischees (egal ob feministischen oder reaktionären) zu unterwerfen habe. Auf dieser Ebene erscheint mir die Diskussion ”Stillen – Pro oder Contra” deshalb auch müßig.

Aber wenn wir mal ehrlich sind, dann ist Feminismus ja nun leider nicht gerade der Mainstream in unserer Gesellschaft. Stillen hingegen ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Und so kommt es, dass ich mich anfangs fast täglich, nach sechs Monaten noch wöchentlich dafür rechtfertigen muss, dass ich nicht stille und auch nie gestillt habe. Privatsphäre? Fehlanzeige. Meist läuft es folgendermaßen ab:

Frage: “Und, wie klappt es mit dem Stillen?”
Antwort: “Ich stille nicht.”
Frage: “Warum das denn nicht?!?”
Antwort: “Weil ich nicht kann.”
Frage: “Warum?”

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Nach der Geburt: Noch mehr Ratschläge

18. Januar 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 6 von 36 der Serie Muttiblog

Erna und ich werden uns nun mit dieser Kolumne abwechseln, so dass ihr sogar zwei Mal im Monat in den Genuss des Muttiblogs kommen werdet.

Letztes Mal hatte Erna bereits über die Einmischung der Umwelt während der Schwangerschaft berichtet. Und in den Kommentaren klang ja bereits an, dass es nach der Geburt nicht besser wird.
Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Da sind zum einen diese wildfremden Menschen, die plötzlich so kommunikativ werden, sobald man einen Säugling dabei hat. Es fängt an mit unverhohlenem Anstarren (und manchmal sogar antatschen), Babys haben scheinbar keinerlei Recht auf Privatsphäre. Ganz mutige ZeitgenossenInnen zwingen mir dann ein Gespräch auf, meist Belangloses, manchmal aber auch Unverschämtes: Beispielsweise wollte eine Frau mich davon überzeugen, dass ich mein Kind bloß nicht zu früh in die Krippe geben solle. Auch wenn SoziologInnen und PädagogInnen behaupten, dass das den Kindern guttue, das würden die nur auf Grund des politischen Drucks behaupten (äh, lebt diese Frau in einem anderen Deutschland als ich?). Sie sei vom Fach und wisse, dass das unglaublich schädlich für die kindliche Entwicklung sei. Mein Einwurf, dass ich nicht mehrere Jahre in meine akademische Ausbildung investiert habe, um nun als Doctora materna ausschließlich dafür zu sorgen, dass mein Kind irgendwann mal einen Nobelpreis bekommt, wurde quittiert mit “Ach, Karriere machen können Sie ja immer noch, aber die ersten Lebensjahre des Kindes sind doch viel wichtiger!”
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