Sojourner Truth, geborene Isabelle (Sklav_innen hatten oftmals keinen Nachnamen), wurde ca. 1797 in New York, USA, geboren und war eine der ersten Aktivist_innen, die sich gleichermaßen gegen die Sklaverei und für die Rechte von Frauen einsetzte. Sie war die Zweitjüngste von zehn bzw. zwölf Kindern (Angaben variieren). Gemeinsam mit Robert, einem Sklaven, bekam sie ihr erstes Kind. Diese Beziehung wurde beiden allerdings untersagt; so heiratete Truth als 14- oder 15-Jährige den Sklaven Thomas, mit dem sie noch weitere vier Kinder hatte.

Mit 29 Jahren floh Isabelle aus der Sklaverei und wurde samt ihres einzigen Sohnes von einem Quäker namens Isaac Van Wagenen freigekauft. Während die Töchter bei ihrem Vater blieben, arbeitete sie in New York als Hausangestellte – einer der wenigen Berufe, die freie Schwarze Frauen zu jener Zeit ausüben durften. 1843, mit 46 Jahren, wurde Isabelle Wanderpredigerin und nannte sich fortan Sojourner Truth. 1850 diktierte sie ihre Autobiographie The Narrative of Sojourner Truth. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) predigte Truth gegen rassistische Ungerechtigkeiten und half entflohenen Sklav_innen, Arbeit und Unterkunft zu erlangen.
In ihrer bekanntesten Rede Ain’t I a Woman? bei der Frauenrechtsversammlung in Akron (Ohio) erklärte sie heute vor 159 Jahren, am 29. Mai 1851:
„Ich konnte genau so viel arbeiten und genau so viel essen wie ein Mann … und die Peitsche genau so tapfer ertragen. Und bin ich denn keine Frau? Ich habe 13 Kinder geboren, und fast alle wurden in die Sklaverei verkauft, und als ich laut weinte in meinem mütterlichen Schmerz, hörte mich niemand außer Jesus! Und bin ich denn keine Frau?“
(Es gibt mehrere Versionen dieser Rede. Diese ist die meistzitierte, wiedergegeben von Frances Dana Barker Gage, einer der Mitorganisatorinnen der Frauenrechtsversammlung in Akron.)
Mit ihrem berühmten Ausspruch And ain’t I a woman? („Und bin ich denn keine Frau?“) machte Truth darauf aufmerksam, dass der Begriff „Frau“ und der Ruf nach „Frauenbefreiung“ versklavte, Schwarze und arme Frauen kaum miteinbezog.
Ende der 1860er zog Truth in den US-Bundesstaat Michigan, war weiterhin als Predigerin in verschiedenen Bundesstaaten im Nordosten der USA unterwegs und traf sogar den damaligen Präsidenten Ulysses S. Grant im Weißen Haus.
Am 26. November 1883 verstarb Sojourner Truth mit ca. 85 Jahren.

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