„Die Frau soll studieren, weil sie studieren will, weil die uneingschränkte Wahl des Berufs ein Hauptfaktor der individuellen Freiheit, des individuellen Glücks ist.“ Hedwig Dohm, 1876
Hedwig Dohm (geborene Schlesinger) wurde am 20. September 1831 als viertes von insgesamt 18 Kindern in eine arme Berliner Familie geboren. Während ihrer Kindheit litt sie unter der prügelnden Mutter und der Tatsache, dass ihr als Mädchen nur eine kurze Ausbildung gewährt wurde.

„Warum mußte ich heimlich, als wär’s ein Verbrechen, lesen? Warum durfte ich nichts lernen? Meine Brüder wollten und mochten nichts lernen und wurden dazu gezwungen.“ (fembio)
Dohm, die später Schriftstellerin wurde und Zeit ihres Lebens für die Rechte von Frauen eintrat, ging mit 15 Jahren von der Schule ab und musste sich fortan um den Haushalt kümmern, während ihre Brüder das Gymnasium besuchen durften. Einige Jahre später wurde ihr doch gestattet, eine Ausbildung zur Lehrerin zu absolvieren.
Mit 22 Jahren heiratete sie Ernst Dohm, den Chefredakteureines eines satirischen Wochenblattes. In den nächsten Jahren brachte sie fünf Kinder auf die Welt, einen Jungen und vier Mädchen. Dohm war es wichtig, dass alle ihre Töchter eine Berufsausbildung erhielten, da sie Erziehung und Bildung und nicht die Biologie für die Entwicklung aller Individuen verantwortlich sah.
In der ersten Hälfte der 1870er Jahre erschienen Dohms erste feministische Schriften, unter vielen anderen „Die wissenschaftliche Emancipation der Frau„, in der sie die rechtliche, soziale und ökonomische Gleichberechtigung von Frauen und Männern forderte. Auch war sie zu jener Zeit eine der ersten, die sich für das Frauenwahlrecht einsetzte.
Mehr Informationen zu Dohms Biographie und eine Sammlung ihrer Essays, Romane und Erzählungen findet ihr auf zeno.org. Ein Kurzfilm zu Hedwig Dohm mit Interviews u.a. mit Alice Schwarzer und szenischen Lesungen gibt es auf youtube.
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