Gestern hatte ich ja das Thema „soziale Erwartungen auf dem Mittagsteller“ schon mal ganz kurz gestreift, heute liefert eine amerikanische Studie gleich noch Fakten, Fakten, Fakten. Demnach essen Männer vor allem gern Fleisch, Frauen mögen dagegen lieber Obst.

Was aber viel spannender wäre als eine solche Untersuchung, die lediglich der Lebensmittelindustrie Hinweise dafür gibt, auf wen sie ihre Werbung ausrichten soll, wäre eine Studie, aus der zu lesen ist, warum Frauen und Männer zu bestimmten Lebensmitteln greifen.
Ein paar wenige, aber spannende Ansatzpunkte liefert zum Beispiel Jean-Claude Kaufmann in seinem Buch „Kochende Leidenschaft. Soziologie vom Kochen und Essen“. Dass Männer immer noch mehr Fleisch essen, könnte vor allem auf unsere kulturelle Geschichte zurückzuführen sein, in der zu Zeiten unterdrückter Eheweiber der Mann immer das größte Stück Fleisch bekam, während die Frau entweder gar nichts vom tierischen Mahl abbekam oder nur die Reste.
Die weibliche Ernährung wiederum steht heute im engen Zusammenhang mit einer Auto-Disziplinierung, soll heißen: Frauen haben fast immer den Anspruch, ihren Appetit zu kontrollieren – vor allem um der schlanken Linie willen. Deswegen werden nur wenige Frauen während einer Studie auf die Frage nach ihrer Leibspeise antworten: Eisbein mit Krautsalat. Stattdessen die sozial erwünschte Antwort: Obst und Salat.
(Foto über stylespion.de)

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