Immer wenn Wanda ins Wasser springt, lachen die anderen Kinder sie aus. So erzählt die entmutigte Wanda ihrem ebenfalls dicken Schwimmlehrer, dass sie nicht schwimmen und springen kann, da sie dick sei. »Ach was! Nur weil du das denkst. Wir sind das, was wir denken.« antwortet dieser. Wanda probiert es aus, und der Trick funktioniert.
Sie taucht in ihre Phantasiewelt ab, findet sich im Dschungel wieder, wird zum Känguru oder springt ganz hoch beim Turnen. Und beim nächsten Schwimmunterricht zeigt Wanda den fiesen Kindern, wie mutig und gewitzt sie ist.
Davide Calìs anfangs traurige und dann herzerwärmende Geschichte verdeutlicht, wie Kinder durch Diskriminierung eingeschränkt werden und wie dies dazu führen kann, dass sie sich selbst nichts mehr zutrauen. Durch die Unterstützung des Schwimmlehrers fasst Wanda wieder Selbstvertrauen und nutzt ihre Vorstellungskraft, um das zu schaffen, was sie erreichen möchte. Die Zeichnungen von Sonja Bougaeva begleiten Wanda farbenfroh und lebhaft auf ihrem Weg und machen diese Geschichte besonders: Dicke Protagonist_innen in Kinderbüchern, die lernen, ein positiveres Gefühl zu ihrem Körper aufzubauen (obwohl es ihnen nicht leichtgemacht wird) sind selten.
Zwar liegt die Verantwortung, mit den gehässigen Kommentaren der Mitschülerinnen umzugehen, auf den Schultern von Wanda (und das ist ziemlich gemein, weil Wanda super stark und phantasiereich sein muss, um das auszuhalten). Dafür hat die Geschichte ein schönes Ende, bei dem die anderen Kinder letztendlich verdutzt am Beckenrand stehen.
Davide Calì (Text), Sonja Bougaeva (Bild): Wanda Walfisch – dick und rund. Atlantis-Verlag, Zürich 2010. Aus dem Französischen von Claudia Steinitz. 32 Seiten, gebunden. Empfohlenes Lesealter: ab fünf Jahre.


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