Wie oft haben wir das schon gehört? „ So eine Schlampe, dass sie nackte Bilder von sich machen liess“, wenn irgendein Teenager Nacktfotos seiner Ex veröffentlicht hat. Vor fast genau einem Jahr beging eine 13-Jährige wegen der folgenden Belästigung Selbstmord, sie war nicht die erste. Damals gab es jede Menge Tips für Eltern, wie sie ihren Kindern das sogenannte Sexting ausreden sollten, also das Aufnehmen und Verschicken von sexy Bildern via Mobiltelefon. Immer wieder kam der Hinweis an junge Mädchen, solche Fotos erst gar nicht zu machen. Dass das Veröffentlichen von Bildern gegen den Willen der abgebildeten Person das Problem ist? Keine Erwähnung.
Wenn nun aber eine 17-Jährige aus Rache die nackten Bilder eines Footballstars verteilt? Dann fragt augenscheinlich niemand mehr, ob er vielleicht eine Schlampe ist, stattdessen gibt es sogar eine Gerichtsentscheidung, dass das Mädchen diese Bilder nicht mehr verteilen darf. Sie veröffentlichte insgesamt zwei Fotos bei Facebook, auf denen drei Spieler des australischen Clubs St. Kilda zu sehen sind, die sie in einem Hotel getroffen hatte. Eine explizite Genehmigung zum Veröffentlichen hatte sie nicht erhalten, auch ob sie die Fotos überhaupt behalten durfte, ist unklar. Die Spieler dagegen erklärten, die Fotos untereinander nach dem Aufstehen aus Spaß gemacht zu haben. Veröffentlicht hatte das Mädchen die Bilder nun, weil sie sich nach einer Schwangerschaft und Totgeburt von dem Verein ohne Respekt behandelt fühlte, obwohl sie von einem der Spieler schwanger geworden sei.
Der nackt Abgebildete, der Kapitän des Clubs, sagte, er wisse nicht, was er getan habe, dass ihn jemand so demütigen wolle. Gelernt hat er laut eigenen Angaben auch – über die Gefahren von Social Media. Hinweise an Footballstars, keine Nacktbilder machen zu lassen? Fehlanzeige. Staatliche Kampagnen gegen das Ausziehen junger Männer? Bisher nicht geplant. Ob wir beim nächsten Nacktbild einer jungen Frau nun endlich auf die unerlaubte Vervielfältigung hinweisen oder es dann wieder auf ihre eigene Schuld hinausläuft, wird aber sich erst zeigen müssen.
(via Hoyden about Town)

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