Einträge mit dem Tag ‘extreme Rechte’


Wer schweigt, stimmt zu. Notizen zur Bundestagswahl.

25. September 2017 von Charlott

„Wer schweigt, stimmt zu! Gegen die Normalisierung des Hasses“. Anti-AfD Kundgebung vor deren Wahlparty in Berlin, 24.09.2017.

Mit 12,6% ist gestern die AfD als drittstärkste Partei in den Bundestag eingezogen. Daran lässt sich Nichts schön reden und nein, es ist nun wahrlich nicht die Zeit für aufbauende Memes, in denen es heißt, dass 87% der Wähler_innen nicht diese Nazipartei gewählt haben. Zum einen haben die übrigen Prozent nun auch nicht unbedingt für emanzipatorische, anti-rassistische Politik gestimmt (CDU/CSU 33,0; SPD 20,5; FDP 10,7; Linke 9,2; Grüne 8,9), zum anderen sind 12,6% genau 12,6% zu viel.

Eine vollständige Analyse der Wahl und politischen Gesamtsituation kann und möchte ich hier heute Vormittag gar nicht leisten (letzteres erschließt sich ja auch eigentlich durch die Gesamtheit der Beiträge hier im Blog, nicht erst seit gestern). Stattdessen gibt es hier – wie bereits vor vier Jahren – einige Gedankensplitter zur Wahl und dem gestrigen Abend.

  • Die Wahlbeteiligung lag etwa 5 Prozentpunkte höher als bei der letzten Bundestagswahl. Die Partei aber, die (im Verhältnis zu den Stimmen, die sie insgesamt erhielt) am meisten Nichtwähler_innen mobilisieren konnte, war die AfD. Ein Phänomen, wie es auch bereits bei den letzten Landtagswahlen zu beobachten war. Hohe/ Höhere Wahlbeteiligung an sich ist also – wie unüberraschend – kein Garant gegen Rechte. „Wenn mehr Leute wählen, hat die AfD weniger Prozent!“, stellt sich wie zuvor als falsch heraus. Der Umkehrschluss sollte natürlich nicht sein „Ja dann lieber alle nicht wählen gehen“, aber politische Diskussionen dürfen nicht bei „Geh wählen“ aufhören.
  • Bei all dem Gerede von einer Zäsur und Nazis im Bundestag, sollten wir unsere Blicke schärfen für Kontinuitäten. Mit der AfD ziehen nicht erstmals seit 1949 Nazis in den Bundestag. Bei Wikipedia gibt es eine handliche Übersichtstabelle mit ehemaligen NSDAP-Mitgliedern, die nach 1945 politisch aktiv waren – zum Beispiel bei der CDU/ CSU, SPD und FDP. Dass es aber eine gesamte Partei mit klar völkischem, rechten Programm in den Bundestag schafft, ist neu. Dies hat ganz spezifische Auswirkungen, denn nicht nur beeinflusst das den politischen Diskurs, auch gibt es ganz handfest Geld für Nazistrukturen und eine Fülle an Jobs für Rechte.
  • In den letzten Tagen war häufig zu lesen, dass die AfD nun die Masken fallen lassen würde. Dies war natürlich Hohn für all jene, die seit Gründung der Partei gegen diese anreden, denn versteckt haben sie sich nun wahrlich nicht. Nach der Bekanntgabe der ersten Prognose, knüpfte ADFler Gauland direkt und unverblümt an: „Wir werden sie jagen, Angela Merkel oder wen auch immer, und wir werden uns unser Land zurückholen.“
  • Gauland war (je nach dem welchen Sender man verfolgte) gleich die erste Stimme, die es nach der Bekanntgabe zu hören gab. Rechte Hetze auf dem besten Sendeplatz. Vor vier Jahren schrieb ich hier an dieser Stelle: „Das politische Klima ist eindeutig rechts-konservativ. Dass dabei im Fernsehen bei der Wahlberichterstattung vollkommen neutral über den möglichen Einzug der AfD gesprochen wird, spiegelt dies vielleicht auch einfach nur perfekt wieder.“ Die Normalisierung der AfD und ihrer Positionen hat auch unter Unterstützung vieler Medien (auch wenn diese bei der AfD-Anhängerschaft ja eher unbeliebt sind) stattgefunden. Unter dem Mantel der „Entzauberung“ wurde der AfD der rote Teppich zur Aufmerksamkeits-Bühne ausgerollt. Über „Themen, die die Bürger_innen bewegten“ wird so gesprochen, als seien diese naturgegeben und nicht auch mitbeeinflusst von medialer Berichterstattung und Themensetzung. Auch am gestrigen Abend wurden Politiker_innen vieler Parteien zunächst gefragt, ob sie nicht besser der AfD hätten ihre Themen abnehmen können. Eine Journalistin bei Phoenix sagte zur Linken: „Die AfD macht ihnen ja das Thema soziale Gerechtigkeit streitig.“ Gauland hingegen wurde gefragt, ob sie weiter mit dem „Stilmittel“ der „gezielten Provokation“ arbeiten werden.
  • Erkärungen zum Wahlerfolg der AfD wurden gestern auch gleich einige geliefert, doch Konzepte wie Rassismus, Antisemitismus, Hetero_Cis_Sexismus und Ableismus waren abwesend. Dies ist nicht zufällig so, müssten sich sonst doch auch strukturellere, gesamtgesellschaftliche Fragen gestellt werden und könnte die „Schuld“ nicht an einen „unzufriedenen“, rechten Rand geschoben werden, der äußerst wenig mit einer als nicht rassistischen, liberal wahrgenommenen „Mitte“ zu tun hat. Wenig überraschend, aber trotzdem nicht weniger erwähnenswert, dass die AfD in weitaus größerem Maße von Männern gewählt wurde. Das Gender-Gap ist bei keiner anderen in den Bundestag gewählten Partei so groß.
  • „Wir haben verstanden, dass wir die rechte Flanke schließen müssen“, kommentierte Alexander Dobrindt das CSU-Ergebnis. Menschen müssten schneller abgeschoben werden, hieß es ebenfalls. Das erinnert nicht nur daran, wie allgemein eh schon in der letzten Zeit agiert wurde, sondern auch ganz stark an die 1990er als die Antwort auf Gewalt gegen Geflüchtete die de facto Abschaffung des Asylrechts war. Ganz ohne AfD übrigens. Auch aus diesem Grund ist ein Feiern der 87% vollkommen unangebracht, denn menschenfeindliche Politik wird nicht nur von einer Partei allein gemacht. In Sachsen, wo seit langem vor allem von der CDU der rechte Flügel weit offen gehalten wird um „besorgte Büger_innen“ abzuholen, ist die AfD nun die mit 27% die stärkste Partei. In Bayern, wo die CSU gern über „Obergrenzen“ spricht und auch sonst nicht zurück hält mit rassistisch-motivierten Politiken ist die AfD so stark wie in keinem anderen anderen alten Bundesland. Eigentlich wäre nun mal Zeit den Ängsten jener zuzuhören, die geflüchtet sind, die Rassismus und Antisemitismus erfahren, die durch Behindertenfeindlichkeit eingeschränkt werden, deren reproduktive Rechte beschnitten werden, die mit Hartz4 leben müssen, deren körperliche Selbstbestimmung verletzt wird.
  • Richtig feiern konnte gestern die FDP. „Ab jetzt gibt es wieder eine Fraktion der Freiheit“, jubelte Lindner, so als wäre nicht gerade eine rechte Partei mit zweistelliger Prozentzahl in den Bundestag eingezogen. Aber gut, stilecht fand die Wahlparty ja auch in der Parteizentrale, die nach einem ehemaligen NSDAP-Mitglied benannt ist. #Kontinuitäten
  • Die SPD hat gestern direkt angekündigt, dass sie in die Opposition gehen wird. Damit wäre sie die stärkste Partei in der Opposition und die Oppositionsführung läge nicht etwa bei der AfD. In seiner ersten Rede nach der Hochrechnung bezeichnete Schulz die AfD konkret als rechtsextreme Partei, der sich mit aller Kraft entgegengesetzt werden muss. Hoffen wir, dass davon viel in der Praxis ab heute zu sehen sein wird.
  • Gegen den AfD-Wahlerfolg und das gesamte politische Klima gingen gestern direkt – in verschiedenen Städten – Menschen auf die Straße, ob mit Demozügen oder Protestveranstaltungen direkt vor den AfD-Wahlpartys. Dieser sichtbare Widerstand war gestern wichtig (war immer wichtig) und wird in Zukunft wichtig bleiben. Die Reaktionen auf die Proteste aber erinnerten auch direkt daran, dass wir es mit einer rechts-konservativen Gesamtlange zu tun haben und nicht unerklärlichen Ausreißern. Oftmals wird linker Protest als zu laut, zu falsch, zu gewaltvoll (?), zu radikal wahrgenommen, eingordnet, dargestellt. Linker Aktivismus wird immer wieder illegalisiert (zuletzt fallen da G20 und linksunten ein. Menschen, die sich gern als „gute Mitte“ inszenieren und rein gar nichts mit rechten Gedankengut zu tun haben wollen, sind sehr schnell dabei sich von Linken ebenfalls zu distanzieren. „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda.“, skandierten gestern die Demonstrand_innen in Berlin und das sollte doch der mindeste Mindestkonsens sein.

Die Kommentare hier sind offen für eure ersten Analysen, Ängste und Ideen zum Widerstand.


Facebook | |


Freund_innenschaft, Konsensfragen und Polizeigewalt – kurz verlinkt

20. Juli 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 355 von 364 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Ein neues, spannendes Projekt ist diese Woche gestartet: Agent*In – ein kritisches Online-Lexikon zu Anti-Feminismus. Beim Gunda-Werner-Institut werden die Hintergründe und die Idee hinter dem Wiki erläutert.

Am letzten Samstag fand in Berlin die 4. „behindert und verrückt feiern“ Pride Parade statt. Die Redebeiträge, beispielsweise von AbilityWatch und Rebecca Maskos, können jetzt online nachgelesen werden.

In der taz spricht Katharina König-Preuss über die Bedeutung des Konzerts in Themar am letzten Wochenende, nämlich die offensichtlich große Vernetzung unterschiedlicher extrem rechter Gruppierungen.

Das Leben ist so viel besser mit der richtigen Freund_innen-Crew. Bei i-D sprechen die Musikerin Ilgen-Nur (hier unser Samstagabendbeat mit ihr) und ihre Freund_innen über Zusammenhalt, Kritik und Erwachsenwerden.

Das Fuck Yeah Sexshopkollektiv will einen sex-positiven Shop mit Produkten zu Lust, Körper und Sexualität in Hamburg eröffnen. Unterstützen könnt ihr die Crowdfunding Kampagne bei StartNext.

Auch wenn Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz verlautet, dass bereits der Begriff Polizeigewalt gar nicht ginge, reißen die Berichte von eben dieser Gewalt bei den G20-Protesten nicht ab, so dass sogar die ZEIT nahelegt, dass man den Berichten nachgehen muss. Auch bei den G8-Protesten in Genua berichteten viele Aktivist_innen von Gewalt. Auch damals für viele Medien und Politiker_innen falsche linke Aussagen. Heute bestätigt die italienische Polizei, dass damals u.a. Folter ausgeübt wurde.

Das Videoprojekt Konsens in der Praxis hat mit unterschiedlichen Leute über (sexuellen) Konsens gesprochen. Im Interview mit der Schriftstellerin und Aktivistin SchwarzRund geht es u.a. um weiße queere Räume, Konsens mit sich selbst zu finden und das Hinterfragen einfacher starrer Regeln.

Am 07. Juli fand der 20. Fachdialog Gender von ver.di statt. Im Mittelpunkt stand die Evaluation zu 10 Jahren Antidiskriminierungsgesetz. Eine Dokumentation des Fachdialogs findet sich online. Dazu auch passend: Die gerade erschienene Studie „Out im Office?!“ zur LSBT*-Arbeitssituation.

Englischsprachige Links

Die großartige Autorin und Journalistin Janet Mock hat einen Podcast – da lohnt sich das Reinhöhren auf jeden Fall

Termine in Berlin, Bremen, Gersdorf, Würzburg:

14. bis 21. Juli in Würzburg: Aktionswoche Queere Kämpfe verbinden.

27. Juli in Berlin: Being queer in South Africa – Diskussion und Konzert mit Teilen des LGBTIQA Künstler*Innen Kollektivs Rainbow Riots. (FB-Link)

2. bis 9. August in Gersdorf: Das Wer lebt mit wem? Camp lädt zu Diskussionen und Austausch rund um verschiedenste Zusammenlebensformen.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


Facebook | |


Rechtsextreme Frauen: Analysen und Handlungsempfehlungen für Soziale Arbeit und Pädagogik

13. Dezember 2016 von Charlott
Dieser Text ist Teil 10 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

LehnertRadvan.indd Was sollte passieren, wenn eine Mutter, die in rechten Organisationen aktiv ist, sich im Kindergarten zur Elternsprecherin wählen lassen möchte? Wie damit umgehen, wenn eine Frau im Frauenhaus Unterstützung aufgrund von Gewalt in ihrer Beziehung sucht und dann Flyer zu rechten Veranstaltungen auslegt? Oder wie reagieren, wenn sich die Kollegin in der Hilfseinrichtung oder Student_innen der Sozialen Arbeit als der extremen Rechten zugewandt herausstellen? Diesen und weiteren Fragen wenden sich Esther Lehnert, Professorin für Geschichte, Theorie und Praxis Sozialer Arbeit mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus, und Heike Radvan, Leitern der Fachstelle „Gender und Rechtsextremismus“ der Amadeu Antonio Stiftung, in dem am 07. November erschienen Buch Rechtsextreme Frauen – Analysen und Handlungsempfehlungen für Soziale Arbeit und Pädagogik zu.

Auf gerade einmal 138 Seiten versuchen Lehnert und Radvan das Phänomen extrem rechte Frauen und Soziale Arbeit/ Pädagogik aus möglichst vielen Winkeln kritisch zu analysieren und Vorschläge für die Praxis zu unterbreiten. Als Rahmen für ihr Vorhaben, betten sie Soziale Arbeit/ Fürsorge kritisch historisch ein und zeigen auf, wie diese Arbeitsfelder verbunden sind mit der Herstellung von Differenz und wie sie beispielsweise während des Nationalsozialismus elementarer Teil der Durchsetzung und Erarbeitung rechter Ideologie waren (mit biographischen Beispielen zeigen sie zu dem Kontinuitäten bis weit nach 1945). Diese politische Einordnung zeigen sie als konträr stehend zu einer oft entpolitisierten Wahrnehmung Sozialer Arbeit – die auch in ihrer weiblich gegenderten Zuschreibung fußt. Gerade diese Wahrnehmung ist es auch nach Lehnert und Radvan, die dazu führt dass Sozialarbeiter_innen als rechte Täter_innen aus dem Blick geraten, oder dass in bestimmten Arbeitsfelder das Intervenieren bei rechten Haltungen von Personen, die auf sozialarbeiterische/ (sozial)pädagogischen Angebote zurückgreifen, als außerhalb der Zuständigkeit definiert wird. Dazu kommt, dass rechte Frauen sowieso häufig als wenig politisch kategorisiert werden.

In diesem Buch wird detailliert aufgeschlüsselt, wie Geschlecht und politische Wahrnehmung gekoppelt sind. Gezeigt wird dies auch am Beispiel von Beate Zschäpe, die bereits als Jugendliche regelmäßig Kontakt mit Sozialarbeiter_innen hatte, aber obwohl sie Gewalttaten verübte von diesen als „nettes Mädchen“ beschrieben wurde und als eine, die nur an den „Jungs der Szene“ interessiert gewesen sei. Lehnert und Radvan betonen, dass viele Frauen der extremen Rechten sich die entpolitisierte Wahrnehmung zu Nutze machen und strategisch einsetzen um Zugang zu/ Einfluss auf Gruppen zu gewinnen. Anhand von Fallbeispielen aus der langjährigen Beratungsarbeit der Autorinnen zeigen sie wie in verschiedenen Arbeitsfeldern (frühkindliche Pädagogik, Jugendarbeit, familienunterstützende Hilfen, Schutz vor häuslicher Gewalt, Pflege und Hochschulen) Frauen der extremen Rechten auftreten können (mal als Personen, die die Maßnahmen beanspruchen, mal als jene, die sie durchführen). Sie beschreiben und analysieren diese Situationen nicht nur, sondern entwickeln auch jeweils Handlungsvorschläge. Im Zentrum dieser steht, dass sich Soziale Arbeit/ Pädagogik als politisch engagiert verstehen muss und die Unterstützung von von Diskriminierung und Gewalt negativ betroffener Personen zentral sein muss.

Sehr gelungen machen die Autorinnen durchgehend deutlich, dass Handlungen der extremen Rechten nicht losgelöst gesehen werden können von breiteren rassistischen, ableististen, sexisistischen etc. Strukturen und Diskursen. Genau dieser Gedanke ist auch häufig Ansatzpunkt für Strategien – so fordern sie nicht nur dazu auf, rassistische Formulierungen niemals einfach stehen zu lassen, sondern warnen auch, dass Maßnahmen, die auf binären, biologistischen Geschlechtervorstellungen fußen, wichtige Ideologiepfeiler nicht hinterfragen und damit nicht langfristig wirksam sein können. Auch wird in dem Buch deutlich, dass Frauen der extremen Rechten als direkte und indirekte Empfänger_innen von sozialarbeiterischen Maßnahmen, als Sozialarbeiterinnen und als Studentinnen der Sozialen Arbeit auftreten und all diese Verknüpfungen gleichzeitig im Blick behalten werden sollten. Dies scheint wiederum nur möglich mit einer durchgehend kritisch-reflektierenden Auseinandersetzung mit Ideen der Fürsorge und Sozialen Arbeit, wie sie in dem Buch vorgeführt wird.

Durch die Vielzahl an Informationen und unterschiedlichen Herangehensweisen, gibt es in dem Buch einige Stellen, die sehr dicht sind, andererseits sind thematische Übergänge manchmal ein wenig abrupt und einige Gedanken werden etwas häufig wiederholt. Nichtsdestotrotz ist dies ein wichtiges und zugängliches Buch, welches nicht nur Personen, die direkt im sozial/pädagogischen Bereich tätig sind, Denkanstöße liefern kann.


Facebook | |


Der Cis-Begriff, Sexismus und Rassismus im Kulturbetrieb und Chelsea Manning – kurz verlinkt

22. September 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 327 von 364 der Serie Kurz notiert

Laura Gelhaar hat ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel „Kann man da noch was machen? Geschichten aus dem Alltag einer Rollstuhlfahrerin.“. In der Welt wurde sie porträtiert.

Beim Missy Magazine schreibt Tove Tovesson über Chelsea Manning, den Einsatz von Isolationshaft und einem fragwürdigen Justizsystem.

Laufmoos schreibt über die Herkunft des Begriffs „cis“.

Die aktuelle an.schläge ist mit dem Titelthema „Kulturarbeit. Kunst und Sexismus“ erschienen. Dieses Mal können alle Artikel des Schwerpunkt online nachgelesen werden. Gabi Horak schreibt beispielsweise über die Arbeitsbedingungen von Kartenverkäufer_innen und Museums-Guides und Lea Susemichel geht der sexistischen Tradition des Kulturbegriffs auf den Grund.

Dazu passend weiter: Mit der analyse&kritik spricht Sharon Dodua Otoo über Rassismus und den deutschen Literaturbetrieb und sagt: „Literatur ist für mich eine Intervention, an den jetzigen Zuständen zu rütteln.“

Jutta Limbach, die als erste Frau die Präsidentschaft des Bundesverfassungsgerichts übernommen hatte, ist verstorben. Der rbb würdigt sie mit einem Nachruf.

Magda wurde für ein halbstündiges Radio-Feature von Deutschlandradio Kultur interviewt: „Dick und stolz drauf.

Arge Dicke Weiber aus Wien (Österreich) suchen dickenfreundliche Mediziner_innen, egal welchen Faches, um eine Liste zu erstellen.

Hannah Rosenblatt rantet auf Ein Blog von Vielen über die Forderung den Mut zu haben die eigene Stimme zu benutzen und wie unterschiedlich gewertet wird, je nach dem in welchem Kontext Personen ihre Gewalterfahrungen schildern.

Stark und selbstbewusst durch Musik! – Das Rock Camp München für Mädchen freut sich über Spenden.

Anhören könnt ihr einen Audio-Mitschnitt der Podiusmsdiskussion „One Solution: Feminism? Feministische Strategien Gegen Den Rechtsruck Und Die AfD„, an denen Vertreter_innen der Interventionistische Linke Berlin (IL), Women in Exile & Friends, des Marsch für das Leben? What the Fuck-Bündnis und des Forschungsnetzwerks „Frauen und Rechtsextremismus“ teilnahmen.

Termine in Berlin, Karlsruhe, Nordrhein-Wetsfalen und Traun (Österreich)

23. bis 25. September in Karlsruhe: Lady*fest Karlsruhe.

24. – 25. September in Nordrhein-Westfalen: Die Nacht der Jugendkultur.

01.10. in Berlin: „Voll Fett!“ Sensibilisierungsworkshop und Ideenwerkstatt für Fachkräfte der sozialen Arbeit von Magda Albrecht

01.10. in Traun (Ö): Theateraufführung „Geheimsache Rosa Luxemburg

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


Facebook | |


Frauen im Sport, der Superfeminist des Jahres und Körperwahrnehmungen – die Blogschau

16. April 2016 von accalmie
Dieser Text ist Teil 1 von 295 der Serie Die Blogschau
CC: Dino Gravato.

CC: Dino Gravato.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Ada Lovelace gibt es momentan eine Sonderausstellung im Paderborner Heinz Nixdorf Museums-Forum. Die femgeeks berichten: „Die Ausstellung ist nicht nur sehr interessant und gut gemacht, sondern sie ist auch bitter nötig, wenn man sich den Rest des dortigen Computermuseums anschaut: Zwei riesige Etagen mit Exponaten und Biografien, die männliche Geschichte(n) erzählen.“

„es hat sich was verändert, fast ohne dass ich es merkte. mein körper ist nicht mehr so sehr mein feind. auch wenn er nicht funktioniert. auch wenn etwas weh tut,“ konstatiert bluespunk in „my body is not my enemy.“

Diaspora Reflektionen schreibt an/über ihren Bruder, (unterschiedliche) Diskriminierungserfahrungen und Solidarität.

Erstmalig wurde der Preis für den „Superfeministen des Jahres“ vergeben – A++ Ranting hält die Laudatio.

Beim Blog der Feministischen Studien geht es um Frauen im Civil Rights Movement der USA und um die Intersektionalität von #BlackLivesMatter.

„Hätte die Entstehung fester Strukturen in der Naziszene ohne den Verfassungsschutz vielleicht sogar verhindert werden können? Vieles deutet darauf hin,“ kommentiert der Freitag.

„Wie wir unser Eltern-Baby-Zentrum gründeten“ – einen „utopischen Rückblick“ gibt Antonia bei umstandslos.

Bald mit eigener Webseite, jetzt jedoch schon auf Facebook gestartet: SportFrauen widmet sich allen Themen und Nachrichten, die sich um Frauen im/und Sport drehen.

„Sechsunddreißig“ – Melanie denkt bei glücklich scheitern über den Geburtstag, Lebenswege und Lernprozesse nach. (Happy Birthday :)!)

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Bitte nicht lächeln: Zur AfD

14. März 2016 von accalmie

CdcaGPUWoAAzrsVEs ist Sonntagabend. Heute haben Menschen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt über neue Landesparlamente entschieden. In jeden der Landtage wird – so die ersten Hochrechnungen – die „Alternative für Deutschland“ (AfD) dank zweistelligem Prozentsatz einziehen; in Sachsen-Anhalt hat sogar fast jede_r Vierte die AfD gewählt. Hat man nach dem Erfolg der AfD bei den Kommunalwahlen in Hessen letzte Woche noch Nichtwähler_innen dafür verantwortlich gemacht (und nicht diejenigen, die die AfD und andere rechte Parteien wählten…), wird dieses Mantra für die drei Landtagswahlen schwierig. In jedem Bundesland lag die Wahlbeteiligung zum Teil weit über dem Schnitt der letzten Landtagswahlen vor fünf Jahren. Eine Analyse der „Forschungsgruppe Wahlen“ zeigt, dass zum Beispiel in Sachsen-Anhalt vierzig Prozent des Gesamtanteils an AfD-Stimmen von ehemaligen Nichtwähler_innen kamen. Dass siebzehn Prozent der AfD-Wähler_innen in Sachsen-Anhalt 2011 noch „Die Linke“ gewählt hatten, illustriert dabei übrigens die Querfrontstrategie, die sich Parteien gerne mit rassistischen und antisemitischen Parolen auf die Fahnen schreiben. Dass „Protestwählen“ in Deutschland immer nur „extrem rechts wählen“ heißt, ist wiederum ein Hinweis auf das im Folgenden angesprochene Problem der Diskriminierungsfreude der Gesellschaftsmitte.

Aber klären wir gleich Folgendes: Die AfD ist eine extrem rechte Partei. Sie versammelt Rassist_innen, Antisemit_innen, Geschichtsrevisionist_innen, völkische Nationalist_innen und (Hetero- und Cis-)Sexist_innen.

Laut des Grundsatzprogrammentwurfs der AfD möchte diese Partei den Paragraphen 218, der Schwangerschaftsabbrüche illegalisiert, aber unter bestimmten Bedingungen straffrei hält, verschärfen (was wohl heißt, Abtreibungen zu verunmöglichen). Die AfD möchte das Schuldprinzip bei der Scheidung wiedereinführen, „selbstverschuldeten“ Alleinerziehenden keine Unterstützung gewähren, und „Familie“ ist für AfD gleichbedeutend mit der völkischen-verstandenen Einheit „Cis-Hetero-Ehe mit Kindern“. Die AfD möchte „Geschlechter-Forschung“, Klimaschutzpolitik und das (bereits ausgehöhlte) Grundrecht auf Asyl abschaffen und die Wehr- und Dienstpflicht für Männer_Frauen (wieder-)einführen, hat verschiedene Ideen für einen „law and order“-/Überwachungs-Staat und möchte Arbeiter_innen-/Arbeitnehmer_innenrechte sowie Sozialleistungen noch weiter einschränken. Das alles ist en detail vielleicht unbekannt, kann aber nicht überraschend sein: Die AfD redet öffentlich und beständig über ihre Ziele; die AfD predigt gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, und zwar nicht nur, wenn von Storch gerade wieder „die Maus ausgerutscht“ ist. Nadia schrieb dazu:

Facebook

[„Die Leute wählen deshalb rechtspopulistisch, weil sie Rechtspopulismus voll in Ordnung finden. Die Leute wählen rassistische Parteien, weil sie Rassismus voll in Ordnung finden. Rassismus in Ordnung finden heißt, dass es ziemlich egal ist, was die Geschichte eine_n so lehren könnte. Und, dass es ziemlich egal ist, ob man sich vorher informiert hat, was man da wählt. Die Leute wissen, welche menschenfeindlichen Inhalte die AfD vertritt – und wollen genau das haben.“]

Die AfD ist eine extrem rechte Partei. Sie wird nicht aus „Unwissenheit“ gewählt. Das Programm, die Ideologie, die Debattenmächtigkeit, die Wahlerfolge der AfD haben ganz konkrete Auswirkungen auf Menschen, die nicht in das als deutsch definierte Bild der Partei und ihrer Anhänger_innen passen (wollen). Oftmals geforderte „Zivilcourage gegen rechts“, antirassistischer_antifaschistischer Aktivismus wird derweil durchgängig kriminalisiert.

Und jetzt werde ich noch feministisch-humorloser: Genau wegen alldem finde ich AfD-Scherze nicht (mehr) lustig. Es gibt hier nichts zu lachen (und das schon lange nicht mehr für Marginalisierte). „Tortaler Krieg“ ist ein ekliger Hashtag. Eure Stand-Up-Routinen zu Petry et al. könnt ihr euch sparen, weißdeutsche Cishet-Böhmermanns, wenn das schon alles ist, was ihr an Engagement zu bieten habt. Mit Klassismus und bildungsbürger_innenlichen Abgrenzungsversuchen durch Lächerlichmachung von Namen/formalen Bildungsgraden/Körpern, etc. der AfD-Anhänger_innen wird ebenso nichts erreicht.

Ich finde es faszinierend, wie nach einem polizeilich umpflegten, (extrem) rechten 3000-Personen-Marschs durch die Berliner Innenstadt, nach wiederholten zweistelligen AfD-Ergebnissen, nach hunderten von Brand-_Mordanschlägen und rassistischer Gewalt im letzten und in diesem Jahr und nach einem erneuten (gescheiterten) Bombenanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft Leute darauf immer noch mit Scherzen reagieren können.

Selbstschutz, Abwehrmechanismus, coping strategy – ich kann es nachvollziehen. Ich kann es aber nicht mehr akzeptieren. Denn wer noch scherzen kann, der_die kann das aus Gründen. Vor allen Dingen aus dem Grund, keine Angst vor unmittelbarer Gewalt durch AfD-Anhänger_innen und Dunstkreis erfahren zu müssen. Aus dem Grund, sich nicht Sorgen machen zu müssen, ob man morgens zum Hauptbahnhof kann und ab wann dort Fascho-Trupps unterwegs sein könnten. Aus dem Grund, nicht aufgrund der eigenen (nicht-)geschlechtlichen Identität oder des Begehrens Angst im öffentlichen Raum haben zu müssen. Aus dem Grund, einen Pass zu besitzen, der einer_einem relative Reisefreiheit ermöglicht und somit auch Scherze über „Auswandern“ leichter machen kann. Aus dem Grund, nicht wegen einer Kippa beleidigt, bedroht, bedrängt, geschlagen, ermordet zu werden.  Aus dem Grund, nicht durch eine Behinderung als „volkskörperschädigend“ zu gelten im Weltbild der AfD und anderer extrem Rechter.

Fortgesetzte Witze über die AfD muss man sich leisten können. Dies illustriert mangelnde Empathie mit Leuten, die von AfD-Politiken, den langjährigen Politiken, die andere Parteien nun noch weniger kaschieren als zuvor oder sich schlicht direkt von der AfD abgucken (siehe z.B. die zweimalige Verschärfung des Asylrechts in diesem Jahr) und der gesellschaftlichen Mitte, die all das ermöglicht, unmittelbar negativ betroffen sind.

Ich bin also eine dieser „Privilegienchecker_innen“, von denen man momentan so viel hört. Ich wünschte, manch andere_r wäre es auch.


Facebook | |


Rechter Terror, Überwachung und eine radikale Bibliothekarin – kurz verlinkt

3. März 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 310 von 364 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die Diversity und Anti-Rassismus-Trainerin Tupoka Ogette hat im Februar jeden Tag ein Posting zum Black History Month veröffentlicht, was auf ihrer Facebook-Seite nachgelesen werden kann.

Obwohl eine ganze Reihe von extremen Rechten untergetaucht sind und diese mit Haftbefehlen gesucht werden, sieht das BKA von einer öffentlichen Fahndung ab. tageschau.de fragt: „Bildet sich eine neue Terrorzelle?„.

Im aktuellen an.schläge-Magazin geht es um das Thema Überwachung. Wie immer könnt ihr auch einige der Texte online nachlesen: Anne Roth beispielsweise spricht in einem Interview über die Gefahr, die von Geheimdiensten ausgeht, und gibt Tipps zum Schutz der Privatsphäre und Irmtraud Voglmayr schreibt über Überwachung im öffentlichen Raum, Ängste und Geschlecht.

Die Webseite des Missy Magazines trägt schöne neue Kleider und es gibt nun mehr online Inhalte. Drn Anfang machen zum Beispiel ein Zwischenruf von Women in Exile e.V. zu „Rassistische Gesetzes­verschärfungen im Namen von Frauenrechten?„, ein Interview mit Amelia Umuhire zu ihrer Webserie „Polyglott“ und Kolumnen von Azadê Peşmen sowie Birte Lanius.

Englischsprachige Links

„This Radical Librarian May Soon Run the World’s Largest Library„: The Nation stellt Dr. Carla Hayden, die von Obama als Leiterin der Library of Congress nominiert wurde. Falls der Senat sie bestätigt, wäre sie die erste Frau und die erste Schwarze Person, die der Bibliothek in ihrer über 200-jährigen Geschichte vorsitzt.

Andrea Bower fragt in ihren Kunstwerken „Whose Feminism Is It Anyway?„. the creators project stellt einige ihrer Fotografien von trans Aktivist_innen und Skulpturen vor.

Autostraddle ist durch 88 Jahre Oscar-Geschichte gegangen und hat sich alle jemals nominierten für die Schauspielkategorien angeguckt und dabei noch einmal eindrücklich präsentiert, wie selten PoC nominiert werden (oder gar gewinnen) und wie zu dem weiße Schauspieler_innen dafür nomniert werden, dass sie PoC spielen oder den_die white saviour mienen.

Termine

Für Termine rund um den Frauenkampftag könnt ihr in unsere extra erstelle Liste gucken! Auch in den Kommentaren wurde noch viel ergänzt.

Die nächste Become a Menstruator Ausstellung kommt, und diesmal heißt sie Under the Red Flag. Ausstellungseröffnung ist am Samstag, 5. März, 20 Uhr in der Chemnitzer Contemporary E-Artis Galerie.

Am 8. März feiert Speakerinnen.org den zweiten Geburtstag im berliner taz-Café – alle Infos dazu findet Ihr hier.

Ihr könnt Euch für das lady*fest 2016 in Lüneburg (11. – 13. März) anmelden, und zwar hier.

 


Facebook | |


Ke$ha, Comics von und für Frauen und Kartoffel-Ein-Mal-Eins – kurz verlinkt

25. Februar 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 309 von 364 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Magda möchte eine Liste mit Aktivist_innen zusammenstellen, die sich mit Körpernormen und Dickendiskriminierung kritisch auseinandersetzen, um Journalist_innen und Veranstalter_innen eine Auswahl an Menschen in dem Feld zu präsentieren. Willst du mit auf die Liste?
Dann sende folgende Infos an magda(at)maedchenmannschaft(punkt)net: Name / Stadt / Themen / Website bzw. Kontakt/ Du  machst gerne: (Interviews, Workshops…).

Im Jahr 1934 wurden als  jüdisch definierte Namen aus dem phonetischen Alphabet in Deutschland gestrichen. Fortan hieß es: „N wie Nordpol“ statt „N wie Nathan“. Und das ist bekanntlich auch heute noch so…

Hengameh hat jetzt auch eine taz-Kolumne mit dem Titel „Habibitus“ und erklärt in der ersten Ausgabe noch einmal ganz langsam, warum „Kartoffel“ kein rassistischer Ausdruck ist.

In einer weiteren taz-Kolumne („Deutschland, was geht?“) schreibt Nemi El-Hassan: „Ich bin auch so wütend, weil ich meine Eltern in dem Bus von Clausnitz sehe. Wenn ich eines weiß, dann, dass wir alle kollektiv dafür verantwortlich sind, dass Ausschreitungen wie die von Clausnitz ein für alle Mal der Vergangenheit angehören müssen. Sonst haben wir in zwanzig Jahren nichts gelernt.“

Englischsprachige Links

Neela Goshan schreibt bei der Huffington Post über die Präsentation der Studie „Research on the Lived Realities of Lesbian, Bisexual and Queer Women in Kenya“ der Gay and Lesbian Coalition of Kenya (GALCK).

(c) Ed Rhee

(c) Ed Rhee

Warum alle Feminist_innen sich für Kesha interessieren sollten, erklärt Najva Sol bei APW. CBC berichtet vom Gerichtsverfahren um Keshas Vertrag mit Sony und dem Produzenten „Dr. Luke“, dem Kesha sexualisierte und psychische Gewalt vorwirft. Warum Kesha nicht einfach ein Mixtipe veröffentlichen kann und was das über Veträge in der Musikindustrie aussagt, fasste bereits 2015 The Verge zusammen. „#FreeKesha but don’t forget the other women silenced by fear,“ kommentiert Harriet Minter dazu in The Guardian.

„Pro-Life“ ist ein Euphemismus. Wie Think Progress berichtet, gibt es für den Browser Chrome nun eine Erweiterung, die jede Erwähnung von „Pro Life“ in das korrekte „Anti Choice“ ändert.

Bernie Sanders oder Hillary Clinton? Im Prozess der US-amerikanischen Vorwahlen der Demokratischen Partei bezüglich der Präsidentschaftskandidat_innen lautet die Antwort für Schwarze Feminist_innen oft „weder noch“. Warum, zeigt MSNBC.

Beim neuen Podcast von Black Girl Dangerous geht es unter anderem um Beyoncés Super-Bowl- und Kendrick Lamars Grammy-Auftritte – das Transkript findet ihr hier.

Ihr steht auf feministische Comics? „The Complete Wimmen’s Comix“ ist ein über 700-seitiges Comics-Set, mit Werken unter anderem von Trina Robbins, Aline Kominsky-Crumb, Lee Marrs, Alison Bechdel, Willy Mendes, “Hurricane Nancy” Kalish, Malinda Gebbie, Mary Fleener, und Dori Seda. Autostraddle stellt das Sammelwerk vor.

Hammer: Zum Black History Month war die 106-jährige Virginia McLaurin zu Gast im Weißen Haus und veranstaltete eine spontane 30-Second-Dance-Party:

Termine

Auch in diesem Jahr stellen wir für den Frauenkampftag am 8. März Termine in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. Ihr wisst schon von Veranstaltungen/Demos/Screenings/Parties, etc., veranstaltet selbst welche oder habt sonstige Tipps? Dann ab damit in die Kommentare – danke!


Facebook | |


Germany’s Next Top Model, Black Metal und heteronormative Fortpflanzungspolitiken – die Blogschau

13. Februar 2016 von accalmie
Dieser Text ist Teil 3 von 295 der Serie Die Blogschau

Neben dem Schreiben an ihrem Roman übt sich Schwarz-Rund gerade im Colorieren – hier gibt es erste Eindrücke.

„Was mir besonders am Herzen liegt ist die Ansicht, dass sozialer Wandel nicht kalkulierbar ist. Revolution ist nicht kalkulierbar. Soziale Bewegungen sind nicht kalkulierbar. Widerstand ist nicht kalkulierbar“: Diaspora Reflektionen schreibt über Aktivismus, Motivationen und Hierarchien.

techno candy hat sich „Germany’s Next Top Model“ gewidmet und resümiert: „Der queere zauber der letzten staffel ist weg, hat keine spuren hinterlassen.“

femtastics führen ein Interview dazu, wie Penelope Kemekenidou die Tamponsteuer abschaffen will.

„Everly und die Frage nach der emanzipatorischen Gewalt“: Lara bei den femgeeks rezensiert den Film.

Den „Fettnapf der konservativen, hetero-zentrierten, ehebasierten bundesdeutschen Fortpflanzungsmedizinpolitik“ – deren ausgesprägter Cissexismus aber leider nicht zur Sprache kommt – kommentiert Maria Wersig auf dem Blog des Gunda-Werner-Instituts.

„Rückgriff auf nordische Mythen “ – Blick Nach Rechts rezensiert den Sammelband „National Socialist Black Metal“ , der Einblicke in (extrem) rechte Ideologien innerhalb der Black-Metal-Szene gibt.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blogs etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Von Adoptionen zu Soldat_innen-Sein – kurz verlinkt

26. November 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 303 von 364 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Bei tagesschau.de gibt es einen Weltspiegel-Beitrag zu sehen, der die Geschichte des „Highway of Tears“ in Kanada vorstellt. Dort wurden in den letzten Jahrzehnten 43 Frauen ermordet, die meisten von ihnen Women of Color der First Nations.

Du glaubst es ist cool Soldat/in zu sein?“ fragt die Seite Mach was zählt und liefert Fakten zu Auslandseinsätzen, rechtem Gedankengut in der Bundeswehr und sexualisierten Übergriffen als Antwort auf die Rekrutierungs-Kampagnen der Bundeswehr.

Das neue (und für dieses Jahr letzte) an.schläge-Magazin ist da und dreht sich rund um „Girls, Girls, Grrrls„. Wie immer gibt es auch einige der Texte online zu lesen, so zum Beispiel  Jeanna Krömers Besuch des Treffpunkts „Neue Nachbarschaft“ in Berlin und ein Interview mit der Rechtsextremismusforscherin Esther Lennert zu sexualisierter Gewalt und rechts.

Englischsprachige Beiträge

Im November hat die Webseite The Toast eine Reihe von persönlichen Essays rund um das Thema Adoption veröffentlicht. Nicole Chung schrieb über den Trend zum Crowdfunding zur Finanzierung von Adoptionen. Liz Labacz beschreibt, wie sie von ihrer Adoptivfamilie als Maskottchen auf Anti-Abtreibungs-Demonstrationen eingesetzt wurde und heute aber sehr froh ist zu wissen, dass die Frau, die sie geboren hatte, ein Wahl gehabt hat. Und Ana Maria Guay analysiert „Adoption and Toxic Gratitude„.

Anlässlich des Transgender Day of Remembrance: „The Advocate spoke with five New York City-based black and Latina transgender elders about their own understandings of trans resilience (exact ages of the elders are witheld to protect their privacy). All combined, these activists hold a century’s worth of experience in providing direct services to the population hardest hit by violence: low-to-no-income trans people of color. “

Termine Berlin und Marburg:

26.11. in Marburg: Lesung aus „Rassismus an Hochschulen“ mit Emily Ngubia Kuria. (FB-Link)

03.12. in Berlin
: Präsentation der Anthologie „Winter Shorts“ mit Clementine Burnley, Bino Byansi Byakuleka, Yosime Flood, Noah Hofmann, Sharon Dodua Otoo, WoMANtís RANDom, Lewis Teschner und Tyrell Teschner. (FB-Link)

03.12. in Berlin: weiblich, männlich, fließend – Der literarische Salon der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu Gast im LCB. Geschlechtervielfalt in der Literatur: Mit Aris Fioretos, Thomas Meinecke und Jayrôme C. Robinet. Moderation: Karen-Susan Fessel.

15.12. in Berlin: Gespräch mit Jessica Jacoby, eine Mitgründerin des Schabbeskreis, einer „eine lesbisch-feministische[n] politische[n] Gruppe, die sich von 1984 bis 1989 aktiv für die Präsenz und Wahrnehmung jüdischer Frauen in der neuen Frauenbewegung und mit Antisemitismus in feministischen Zusammenhängen auseinandersetzte“. (FB-Link)


Facebook | |



Anzeige