Einträge mit dem Tag ‘Body Shaming’


Stimmen zur Öffnung der Ehe in Amerika, #AntiPride, widerliche Zwangsuntersuchungen – kurz verlinkt

2. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 286 von 365 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Am 22.6. startete ein bundesweites Modellprojekt zum Schutz von Kindern mit Behinderungen vor sexualisierter Gewalt in Institutionen. Die Ausschreibung richtet sich an (teil-) stationäre Einrichtungen.

Hengameh Yaghoobifarah hat Alok Vaid-Menon und Janini Balasubramanian von DarkMatter anlässlich ihrer #AntiPride-Europa-Tour für das Missy Magazine interviewt Dabei geht es um radikale queere und trans* Politiken, Transmisogynie und Exotismus, sowie ihre Erfahrungen auf der Tour und weißen Feminismus.

Der Verein Frauen gegen Gewalt (bff) in Berlin sucht eine neue Kollegin für das Suse Projekt. Die Ausschreibung richtet sich offen an behinderte Frauen* und Frauen* mit Migrationshintergrund.

Wenn  auch unter einer ziemlich danebenen Überschrift berichtet die taz über widerliche Zwangsuntersuchungen an jugendlichen Geflüchteten – zwecks Beuteilung, ob sie im weiteren Prozedere nach den Richtlinien für Minder- oder Volljährige behandelt werden. Bleiben medizinische Leistungen geflüchteten Menschen ansonsten weitgehend verwehrt, werden hier keine Mühen gescheut, um möglichst viele Personen dem basalen Schutz, den der Status minderjährig gewährt, zu entreißen.

„Seit Jahren gibt es in Deutschland eine große Diskrepanz zwischen den offiziellen Opferzahlen [rechter Gewalt] und Recherchen von Journalisten sowie Verbänden.“, schreibt die Süddeutsche und berichtet über den aktuellen Forschungsbericht des Moses Mendelssohn Zentrums der Uni Potsdam, die für das Land Brandenburg eine Analyse von vorliegenden Fällen durchgeführt haben.

Noah Sow erklärt in einem offenen Brief, was problematisch am Namen und Konzept von „Schule ohne Rassismus“ ist.

Der Redebeitrag von LesMigras auf dem diesjährigen Kreuzberger CSD in Berlin ist online hier nachlesbar.

englischsprachige Links

Auf Queer Fat Femme erklärt Bevin Branlandingham, warum es schädlich ist, Essen permanent zu bewerten, und gibt praktische Tipps, um „OMG ich sollte dieses ungesunde Zeug gar nicht essen!“-Situationen zu begegnen.

Aditya Chakrabortty schreibt im Guardian über Griechenland und die EU. Seine These: Deutschlands seit Jahrzehnten stagnierende und sinkende Reallöhne sind schuld an Europas kriselnden Wirtschaften. Der Text ist auch in einer deutschen Übersetzung lesbar.

Dr. Chenjerai Kumanyika, Professor an der Clemson University in South Carolina, schrieb einen Text über den rassistischen Alltag in den USA, weißen Trost und warum es ihm schwer fällt, gemeinsam mit einer weißen Person zu trauern.

Bei Riot Nrrd Comics gibt es eine ausführliche Ressourcenliste zu „nerd stuff, queer stuff, girl stuff, radical stuff, and queer girl nerd radical stuff„.

Misty Copeland wurde am Dienstag als erste Schwarze Tänzerin in der 75-jährigen Geschichte der Company zur ‚principal dancer‘ des American Ballet Theater befördert. Die New York Times berichtet.

Ein Comic von everydayfeminism zeigt auf, wie absurd die „Argumente“ sind, die ständig für das Rechtfertigen sexualisierter Übergriffigkeiten heran gezogen werden.

Der Supreme Court in den USA hat entschieden: Schwule und Lesben haben ein Recht auf Eheschließung. Die New York Times berichtet.

„And as the LGBTQ movement wins victories like same-sex marriage, black folks, including black LGBTQ folks, are still engaged in a struggle for our lives.“, schreibt Darnell L. Moore im identities.mic

Auf Washington Blade schreibt Jennicet Gutiérrez, warum sie Obama beim großen LGBTQ-Get-Together im Weißen Haus in seiner Rede unterbrochen hat.

Auf Guerilla Feminism gibt es eine weitere Kritik am Recht auf Eheschließung als vorrangiges Thema in weißen privilegierten LGBTQ-Bewegungen.

Termine

Berlin: kostenlose Schnupperkurse zum Comiczeichnen und zur Betrachtung weiblicher* Figuren in Comics werden an verschiedenen Tagen und Orten in Berlin angeboten – keine Vorkenntnisse erforderlich

Berlin: Am Sonntag um 15 Uhr gibt es die Filmvorführung von Transgender Parents von Rémy Huberdeau (FB-Link)

Berlin: Noch den ganzen Monat steht finden im Rahmen des TransInterJuli in Berlin verschiedene Veranstaltungen statt. Mehr Infos bekommt ihr auf der Webseite.

Berlin: Am 7. Juli lädt Berlin Postkolonial zu Gedenkveranstaltungen mit dem Titel „Remembering Resistance“ anlässlich des Genozids in Namibia an OvaHerero und Nama 1904-1908 durch deutsche Kolonialmächte ein. (FB-Link)

Halle: Que(e)r_einsteigen lädt am 4.7.2015 zu einem queerfeministischen Kleinkunstabend ein. Der Eintritt ist frei.


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Sport feat. Body-Shaming und die besten GNTM-Reviews – die Blogschau

19. April 2015 von Nadia
Dieser Text ist Teil 276 von 295 der Serie Die Blogschau

Eine Gruppe von Studentinnen der HU Berlin hat das Blog nsuprozessentgrenzen.wordpress.com gestartet. Dort soll die Auseinandersetzung stattfinden mit „dem Komplex NSU-Prozess und der Rolle von Recht, Raum und Institutionellem Rassismus im NSU-Prozess“, um verschiedene Perspektiven abzubilden, die mehr Öffentlichkeit erhalten sollten.

Diasporareflektionen schrieb über die Delegitimierung von PoC-Wissen.

Gedanken im Speckmantel veröffentlichte einen Text übers Schwimmen und einer damit einhergehenden nervigen Begleiterscheinung: Body-Shaming via „Glotzen“. Und Schwarzrund veröffentlichte nochmal einen Performance-Text: „Sport und ich in anderen Galaxien„.

Zu GNTM absolut zu empfehlen: Techno Candys Review-Reihe Das wiederum brachte Identitätskritik auf die Idee, sich GNTM auch nochmal reinzupfeifen. Ergebnis: Hier.

Einen Text über die ambivalenten Gefühle, die Mutterschaft auslösen kann, schrieb aufZehenspitzen.

Women in Exile berichten vom Workshop „Von persönlichen Problemen zu politischen Forderungen„, bei dem sich Flüchtlingsfrauen aus Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt trafen.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Berufsverbot, Geldstrafen und Haft?! Frankreichs absurder Kampf gegen Schönheitsideale

8. April 2015 von Magda
Dieser Text ist Teil 36 von 44 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Israel, Spanien und Italien haben es vorgemacht, und nun soll es ein vergleichbares Gesetz auch in Frankreich geben: Letzte Woche stimmte die französische Nationalversammlung für einen Gesetzesartikel, der Models mit einem BMI unter 18 von den Laufstegen verbannen sollte. Über das Gesetz wird in Gänze Mitte April abgestimmt. Die Tagesschau berichtet:

Die französische Gesundheitsbehörde soll dazu einen Body-Mass-Index (BMI) – eine Kennzahl für das Körpergewicht – festlegen, der von Models nicht unterschritten werden darf. Den Verantwortlichen von Modelagenturen, die extrem dürre Mannequins engagieren, sollen künftig sechs Monate Haft und eine Geldstrafe von 75.000 Euro drohen.

Ferner soll die „Anstiftung zur Magersucht“ künftig als Gesundheitsgefährdung eingestuft und unter Strafe gestellt werden. Geldbußen oder gar Haft könnten dann denjenigen drohen, die zu „extremer Schlankheit“ anstacheln oder „exzessive Diäten“ propagieren (tagblatt.de). Na prima: Sendeverbot für The Biggest Loser und Weight WatchersWerbungen und Berufsverbot für Detlef D. Soost, Attila Hildmann und all die anderen Dickenfeinde!! Nee, leider nicht. Die quälen ja dicke Menschen, das ist schon in Ordnung.

Das Gesetz wird medial als „Kampf gegen krankhaft dünne Schönheitsideale“ (Tagesschau) gefeiert. Ich frage mich, ob hier noch jemand Kopfschmerzen hat. Kopf, Tischplatte, Aua. Klar würde ich Apfelschorle für alle ausgeben, wenn Models aller Konfektionsgrößen und körperlichen Verfasstheiten auf den Laufstegen dieser Welt vertreten wären. Das hat dieses Gesetz allerdings nicht zur Folge.

Der Gesetzesentwurf ist stigmatisierend und ein unterkomplexer Versuch, die Modewelt unter dem irreführenden Deckmantel von „Gesundheit“ ein Stückchen vielfältiger zu gestalten, aber im Grunde genommen würde ein Gesetz wie dieses nichts verändern.

Solche Gesetze bewirken vielmehr das Gegenteil: Sie führen zur Stigmatisierung von dünnen Frauen (die mit oder ohne sogenannte Essstörungen und/oder Anorexie leben), ohne konkrete Strukturen bereitzustellen, die diese Frauen nutzen können, falls sie Unterstützung benötigen. Das angedrohte Berufsverbot ist besonders absurd wenn mensch bedenkt, wie teuer Unterstützungsangebote wie Therapien, Kuren und sonstige heilende/medizinische Angebote sind, sofern sie nicht von der Kasse bezahlt werden (was nicht immer der Fall ist). Wenn es also wirklich darum gehen soll, jungen Frauen Hilfsangebote zu schaffen, damit sie ein stressfreieres Verhältnis zu ihrem Körper, zu Essen und alltäglichen Belastungssituationen entwickeln können, dann sind Geldstrafen und Berufsverbote das komplette Gegenteil von Hilfe. (Update: Das Beschäftigungsverbot soll nun bereits aus dem Gesetzesvorschlag gestrichen worden sein.)

Ein weiteres Problem ist die beliebige Grenze, die für „krank“ (BMI unter 18) und „gesund“ (BMI ab 18,5 bis 25) gesetzt werden sollen. Zum Unsinn des Body Mass Index habe ich bereits ausführlich geschrieben. Ich halte den BMI als Messinstrument für Gesundheit und Wohlbefinden für komplett ungeeignet, weil er nur ein kleines Fenster für „Normalität“ lässt. Es gibt zahllose junge Menschen, die einen medizinisch perfekten BMI haben und trotzdem ein problembehaftetes Verhältnis zu ihrem Körper und zu Essen haben – so problembehaftet, dass ihr Alltag, ihre Leben eingeschränkt sind. Das Gesetz zielt allerdings nicht auf alle Menschen ab, die sogenannte Essstörungen haben, sondern wirklich nur auf die gaaanz gefährlichen™ Vorbilder, die (Achtung: kritikwürdige Aussage) auch wirklich „krank“ aussehen. Die sollen von den Laufstegen geschubst werden. Eine wirkliche empathische Strategie, um gegen Essstörungen zu kämpfen!

Der Gesetzesentwurf ist außerdem hochproblematisch, weil es sogenannte Essstörungen / Anorexie als Problem sehr schlanker Frauen konstruiert und die flächendeckende Struktur, nämlich dass Menschen jeglichen Gewichts davon betroffen sein können, verschleiert. (Im Übrigen haben auch viele dicke_fette Menschen Essstörungen: Exzessives Diäthalten und Hungern werden bei dicken Menschen allerdings eifrig beklatscht. Siehe The Biggest Loser und Weight Watchers. Abnehmen gilt traurigerweise als gesünder als lustvoll essende dicke Menschen.)

Es geht also gar nicht darum, jungen Frauen jeglichen Gewichts Unterstützung zu signalisieren, wenn sie sich so unwohl mit ihrem Körper fühlen, dass sie im Alltag nicht mehr klarkommen. Es geht vielmehr darum, einen oberflächlichen und medial perfekt inszenierten „Kampf gegen Schönheitsideale“ zu führen, der niemanden hilft und mit lächerlichen Verboten und existenzgefährdenden Strafen daherkommt: Auf den Laufstegen laufen dann weiterhin Frauen, deren Körper kaum repräsentativ für diese Gesellschaft sind, einige von ihnen haben sogenannte Essstörungen (auch wenn mensch es ihnen nicht ansieht) und werden diese auch weiterhin haben, einfach, weil der enorme Druck in der Modeindustrie bleibt, auch wenn einige sehr dünne Frauen verschwinden. Und diese Frauen, egal wie ihr Gesundheitszustand aussieht, müssen das ausbaden, was unsere Gesellschaft einfach nicht hinbekommt: Jungen Menschen ein Körpergefühl zu vermitteln, das ohne diskriminierenden Bockmist auskommt. Eine Gesellschaft, die bedürfnisorientiert und sensibel (therapeutische) Unterstützung zur Verfügung stellt, wenn mensch diese braucht. Eine Gesellschaft, wo Models Größe 38 haben, oder 42. Oder 58. Schön wär’s. Ein solches Gesetz beinhaltet all dies nicht.

Ein letztes Wort gilt den Journalist_innen, die sich in der Berichterstattung sehr betroffen zeigen, aber sprachlich unbeirrt weiter absolut respektlos über Frauenkörper schreiben: „Skelette“, „Magermodels“, „klapperdürr“ oder „Magermädchen“, begleitet von Nacktbildern von dünnen Frauen, die „schocken“ sollen, ist keine sensible Form der Berichterstattung. Das ist einfach nur ätzend. Bitte ändert das.


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Gratis-Entwicklungshilfe, goldene Facepalmen und siruptriefende Pfannkuchen – die Blogschau

11. Januar 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 234 von 295 der Serie Die Blogschau

„Wir sind gekommen, um euch eine helfende Hand zu reichen und kostenlos Nachhilfe zu geben, man könnte es auch Entwicklungshilfe nennen“- das Bündnis Mind The Trap intervenierte eindrucksvoll bei einer fragwürdigen Tagung über Zugangsbarrieren zu Kulturproduktionen. Es gibt auch ein Video von der Aktion zu sehen.

Rambling Rose wagt die Prognose: „Der Trend zur Definitionshoheit weisser (Medien-)mac_h_ker hält an. Sie wollen auch 2014 entscheiden, was rassistisch und/oder sexistisch ist.“ Ganz vorne mit dabei in Sachen Nichtrassismus und -sexismus: Comedy mit natürlich besten Absichten.

In der TV-Talkshow Beckmann ging es vorgestern unter dem Titel “Was ist schon normal? Leben mit behinderten Menschen” um Inklusion. Während und nach der Sendung wurde heftig auf Twitter über die Gäste und Inhalte diskutiert. Die Leidmedien haben ein paar Meinungen zusammengetragen.

mara vom Futblog erzählt darüber, wie anders in ihrem Umfeld mit der Liebesbeziehung ihres Bruders umgegangen wird als mit ihren eigenen: „heute weiss ich, dass meine sexualität kein thema war weil es etwas ungewisses ist, etwas womit sie keine erfahrung haben, weil ich schlicht und ergreifend nicht heterosexuell bin.“

Warum „sich jetzt einmal alle (egal welcher Sexualpräferenz) in einer Schlange anstellen und die güldene Facepalme an Norbert Blüm überreichen“ dürfen, sagt C. Rosenblatt beim Ein Blog von Vielen.

„‚Wenn unsere Kinder homosexuell werden, sterben wir alle aus” ist das neue “wenn die Erde keine Scheibe mehr ist, fallen wir alle runter‘.“- Fabienne Vesper über #idpet und das Klima, in dem diese Petition stattfindet.

„Danke, dass ich deine Wichsvorlage sein darf, nicht wahr?“ – Naekubi hat sich mit den Rassisten und Sexisten von Amy & Pink rumgeschlagen. Auf dass ihr die Löffel niemals ausgehen mögen!

Bei Don’t degrade Debs, darling! berichtet die Auorin: „Es ist nun über 6 Monate her, dass ich bei der Polizei meine Anzeige gemacht habe. Seit dem warte ich. Ich bin geübt, aber nicht besonders gut im Warten und ich merke, wie dieses scheinbare EsGeschiehtNichts an mir nagt.

Steinmädchen betrachtet das neue Projekt Heimwegtelefon kritisch: „Das Heimwegtelefon reproduziert viele Mythen und die Arbeit, die Frauen seit Jahrzehnten in Gruppen und Institutionen gegen Diskriminierung und Gewalt leisten wird völlig übergangen. Es wird nicht auf Wissen zurückgegriffen, das Feministinnen mühsam angeeignet haben und immer immer wieder wiederholen.“

Katrin erklärt in ihrem Blog Reizende Rundungen zunächst in englischer, dann in deutscher Sprache, warum in der Aufforderung, Menschen nicht nach ihrem Äußeren zu beurteilen, oftmals eine Riesenportion Fatshaming enthalten ist: „Denn ja, natürlich sollte man niemals nur nach dem Aussehen beurteilen, weder wegen dem Stil, den Haaren, den Klamotten oder dem Körper eines Menschen. Aber, und hier kommt ein sehr großes aber, man sollte das nicht nur nicht tun, weil sich unter dem „hässlichen“ ein schönes Inneres verbergen könnte. Sondern man sollte das generell nicht tun, egal was man darunter zu erwarten hat!“

Warum Jay vom Virtual Rereat Center einen Sonntag im Monat in der Küche verbringt und einen haufen zusätzliche Teller angeschafft hat: „Ich lade eine Runde feministischer Spaßverderber_innen ein, um gemeinsam Spaß haben zu können. Wir achten gemeinsam darauf, eine Stimmung zu schaffen, mit der sich alle wohl fühlen, statt von anderen als diejenigen wahrgenommen zu werden, die schlechte Stimmung verbreiten. Wir versuchen füreinander Platz zu schaffen, um miteinander Platz nehmen zu können.“

„Abseits von cismännlichem Technik-Expertenmackertum Probleme mit Rechnern, Computern, Maschinen bequatschen, Erfahrungen austauschen, Fragen beantworten und die sprichwörtliche “Hilfe zur Selbsthilfe” anbieten“ – das gibt’s am 17.1. und ab dann jeden dritten Freitag im Monat, erzählt riot_nrrrd. Denn dann findet bei TrIQ (Glogauerstraße 19, Hinterhof, 10999 Berlin) eine Computersprechstunde für alle interessierten Trans*, Inter*, Lesben und Frauen* statt.

Und auch das hier bitte schon mal fett im Kalender anmarkern: Am 19. Januar 2014 im FAQ Infoladen (barrierearm), ab 15:30: Vortrag und Spoken Word der Aktivist*innengruppe FatUp!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Wegweisende Journalistinnen, Flucht aus Eritrea und feministische Vernetzung – Kurz verlinkt

4. Dezember 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 222 von 365 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Hooray, ein neues Musik-Projekt in Berlin für junge Musikerinnen oder welche, die es werden wollen: Lauter Mädchen. Den nächsten Workshop (Body-Percussion – Facebook-Link) gibt’s voraussichtlich im Januar.

Mädchenmannschafts-Autorin Sabine Mohamed hat bei der NZZ eine wichtige Reportage über flüchtende Menschen aus Eritrea geschrieben.

Das Feministische Netzwerk Heidelberg hat nun eine Facebook-Seite.

Die polnische Menschenrechtsaktivistin Elżbieta Szczęsna setzt sich gegen Homophobie ein. Jetzt erhielt sie den Respektpreis des Berliner Bündnisses gegen Homophobie. neues deutschland berichtet und weist ebenfalls daraufhin, dass Homophobie auch weiterhin in Deutschland ein tiefgreifendes Problem ist. (Hinweis: Gewalt, die von der Polizei ausgeht, wird in dem Artikel leider bagatellisiert.)

Ebenfalls bei neues deutschland: „Hinweise auf noch mehr Morde durch Neonazis„.

Englischsprachige Beiträge

Michelle Obama sei ein feministischer Albtraum, schrieb Michelle Cottle in der vorletzten Woche. Bei Salon.com antwortet Brittney Cooper und zeigt auf, welche historischen/politischen Realitäten in dieser Kritik (durch weiße Feminist_innen) unsichtbar gemacht werden und schließt: „I do think black feminists can wish for more from this first lady, while still being attentive to the minefield of historical and contemporary ideas that she is being forced to navigate.“

Melissa Harris-Perry hat eine Leseliste zu Schwarzem (us-amerikanischen) Feminismus zusammengestellt.

Stand-Up Comedian Aamer Rahman erklärt nochmal das Problematische an der Idee von „umgekehrtem Rassismus“ („reverse racism“):

Bei iVillage fasst Ragen Chastain all die kleinen Aussagen zusammen, die viele Menschen täglich treffen und mit denen sie zum body shaming beitragen.

Lisa Wade schreibt bei Sociological Images über die die ikonischen Bilder des Fotographs Lennart Nilsson, die er von (abgetriebenen) Föten machte und wie diese Bilder genutzt wurden und werden.

„First, there is no naturalized gendered body.“, beginnt dieser kurze Text, der in wenigen Sätzen aufzeigt, wie alle Körper immer modifiziert, verändert und dabei vergeschlechtlicht werden.

Die International Women’s Media Foundation verlieh in diesem Jahr ihren Preis für Courage im Journalismus an Nour Kelze, Edna Machirori, Bopha Phorn und Najiba Ayubi. Ms. Magazine hat die drei letzteren getroffen und zu ihren Erfahrungen interviewt.

Nach dem Klick: Termine in Basel und Berlin:

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Einfach ignorieren? Selbst wenn ich könnte, würde ich nicht.

14. November 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 21 von 44 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung der Autorin eine Übersetzung des Textes „I Wouldn’t Even if I Could„, den die großartige Melissa McEwan im vergangenen Monat auf ihrem Blog Shakesville gepostet hat. Eine Anmerkung zum Adjektiv “dick_fett”: Das Wort wird in der Fat-Acceptance-Bewegung als Selbstbezeichnung und politischer Begriff verwendet – eine objektive Beschreibung dafür, was “dick” oder “dünn” ist, gibt es nicht.

(Content note: Abwertung von dicken_fetten Körpern, sexualisierte Gewalt)

„Ignorier es doch einfach.“

Das ist der Rat, den ich zu zahllosen Gelegenheiten bekommen habe, wenn es um den grenzenlosen Hass gegen dicke_fette Menschen ging, der jeden Aspekt, jede Ritze unserer Kultur durchdringt.

Ich bekomme ihn von Menschen, die mich lieben und die nicht wollen, dass mich all jene Botschaften verletzen, die mir sagen, dass ich „weniger als“ bin, dass ich schwach und faul und grotesk und wertlos bin, und ich bekomme ihn von Menschen, die mich hassen und die Leute, die so aussehen wie ich, ungehindert mit ihrer Feindseligkeit bespucken möchten, die versuchen mich dazu zu zwingen, ihnen nicht den Spaß an ihrer Bigotterie zu nehmen.

Ich bekomme diesen Rat von Menschen, die glauben, die Tatsache, dass ich auf Herabwürdigung reagiere, dass ich überhaupt irgendwie darauf reagiere, sei ein Beweis für meine Überempfindlichkeit. Niemals ist es der Beweis dafür, dass jemand, der sich in Hass gegen dicke_fette Menschen ergeht, nicht empfindsam genug ist.

Ich bekomme ihn von Menschen, die mir sagen, dass ich nicht verletzt sein sollte oder kein Recht habe, es zu sein – Menschen, die etwas für Beleidigtsein halten, was eigentlich Geringschätzung ist.

Ich bekommen ihn von Menschen, die glauben, dass sie mich beschützen, wenn sie mich dazu drängen, die Abwertung dicker_fetter Menschen zu ignorieren, obwohl „ignorieren“ faktisch einfach bedeutet „nicht öffentlich sichtbar reagieren“. Bestätige es nicht. Führe deine Gefühle nicht weiter aus. Sprich nicht laut aus, auf keinen Fall laut, dass so etwas falsch ist. Das würde nur allen unangenehm sein.

Besser, dass ich mich stattdessen alleine unbehaglich fühle.

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Rassistische Normalzustände – kurz verlinkt

22. August 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 207 von 365 der Serie Kurz notiert

In der vergangenen Woche haben sich allerhand spannende Linktipps angesammelt – daher gibt es diese Woche „Kurz verlinkt“ gleich zweimal. Hier Teil 2.

Heute jähren sich die Angriffe auf die zentrale Aufnahmestelle für Geflüchtete und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter_innen in Rostock zum 21. Mal. Auch 21 Jahre später müssen Asylsuchende in Deutschland um die Sicherheit in ihren Unterkünften bangen.

Die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V. rufen auf zur Solidarität mit Ayfer H. (Hintergrundinfos ab Seite 132 in der Chronik) und mobilisieren gemeinsam mit ihr zur Prozessbeobachtung. Wann? Am Mittwoch, den 28. August 2013 um 11:30 Uhr. Wo? 64. Strafkammer des Landgerichts, Turmstraße 91, 10559 Berlin, Raum 731.

Alltagsrassismus erleben auch Reiche und Prominente, wie u.a. in der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist: „Der eigentliche Skandal ist nicht, dass sich jemand weigerte, Oprah Winfrey eine teure Handtasche zu zeigen. Der Skandal ist, dass sich jemand weigerte, einer schwarzen Frau eine teure Handtasche zu zeigen. Dass es sich dabei um die berühmte Unternehmerin handelte, verhilft dem Fall, der sonst wohl nie an die breite Öffentlichkeit gelangt wäre, zu Bekanntheit. Mehr nicht.“

Die Jüdische Allgemeine meldet einen krassen Fehlgriff bei eben dieser Zeitung: Mit einem Foto eines Bahngleises des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat die Süddeutsche am Montag eine Leser_innenbriefseite zum Bahnchaos am Mainzer Hauptbahnhof illustriert.

Dass Frauen, die aus vermeintlich religiösen Gründen ein Kopftuch tragen, es schwer haben, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden, war bekannt. Dass diesen Frauen aber mehr als jeder dritte Betrieb verschlossen bleibt, geht nun aus einer aktuellen Studie der Pädagogischen Hochschule Freiburg hervor, über die das Migazin berichtet.

Die taz berichtet über das Leben von Rroma-Familien in Serbien, die aus Deutschland abgeschoben wurden.

Ebenfalls in der taz: „Ich kam als Opfer rein und ging als Täter wieder raus“ – ein Bericht über Vergewaltigungen unter dem Einfluss sogenannter K.O.-Tropfen.

Eine neue TV-Serie über das Leben im Gefängnis, „Orange Is The New Black“, wird in der feministisch-kritischen US-amerikanischen Blogosphäre heiß diskutiert. Ein Interview mit einer der Schauspieler_innen gibt es nun bei Autostraddle [auf Englisch].

Mutmaßlich als Zeichen gegen menschenfeindliche homophobe Gesetze in Russland haben sich zwei russische Athletinnen bei der Leichtathletik-WM während der Medaillenvergabe geküsst – vermutlich drohen ihnen deswegen  Sanktionen [Text auf Englisch] Edit: Offenbar sind die beiden Sportlerinnen von dieser Interpretation ihrer Aktion nicht sonderlich begeistert

Cheryl Sandbergs „Lean In“-Webseite hat ironischerweise ein unbezahltes Praktikum ausgschrieben. Bei der The Ed Show sprechen Zerlina Maxwell und Keli Goff über den Kampf für gerechte Löhne und welche Ausschlüsse solche Praktika produzieren [auf Englisch].

Viele Tipps zur Selbstfürsorge gibt es bei Scarleteen [auf Englisch].

Warum thin-shaming, die Abwertung von als dünn gelesenen Körpern,  falsch und fies ist, aber nicht das Pendant zu fat-shaming, erklärt Lindy West auf Jezebel [auf Englisch].

Im New Statesman erklärt Laurie Penny Männern* nochmal den Unterschied zwischen individueller Schuld an und individueller Verantwortung für Sexismus – und fordert dazu auf, letztere zu übernehmen [auf Englisch].

Von wegen Höhlenmenschen und Evolution und so: Die allgemein verbreitete Überzeugung, dass Männer* grundsätzlich mehr an Sex interessiert seien als Frauen*, ist relativ neu, wie Alyssa Goldstein bei Alternet berichtet [auf Englisch].

Mädchen im Alter zwischen vier und acht Jahren sagen, was sie an ihren Körpern mögen: Was der Körper tun kann, ist wichtiger als wie er aussieht [auf Englisch].


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