Schluss mit der Ausrede, die allgegenwärtigen Bilder von nackten Frauen, bzw. ihren sexualisierten Körpern wären „harmlos“. Tatsächlich verstärken sie Sexismus, wie Forscherinnen aus Princeton herausgefunden haben. Im Journal of Cognitive Neuroscience stellen sie eine Studie (PDF) vor, die Reaktionen auf sexualisierte und „vollständig bekleidete“ Körper vergleicht. Verwendet wurden implizite Assoziationstests und funktionelle Magnetresonanztomographie. Leider sind keine der verwendeten Bilder zu sehen, so dass man einfach davon ausgehen muss, dass der Unterschied wirklich in der Sexualisierung liegt – die Menge an Kleidung hat damit ja nicht unbedingt etwas zu tun.
Getestet wurden zunächst heterosexuelle Männer und Frauen auf implizite Assoziationen. Genauer untersucht wurde auch, ob sie besonders sexistische Ansichten hatten. Wenig überraschend assoziierten sexistische Männer sexualisierte Frauenbilder eher mit Objekten, denn mit Subjekten. Die anschließende Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie bestätigte die Ergebnisse.
Eine Erkenntnis mit Folgen. Denn wer Frauen nicht mehr als selbstständig handelnde Menschen wahrnimmt, sondern als Objekte, spricht ihnen auch ihre Wünsche und Gedanken ab und ignoriert diese schneller. Im schlimmsten Fall kann dies zu sexuellen Übergriffen führen, wie Sociological Images warnt. Schließlich bedeutet es vor allem eins: Die Darstellungen sexualisierter Frauenkörper, ob in Werbung, Fernsehen oder sonstwo, sind nicht „einfach nur da“, sie verstärken Sexismus und das ist ein Problem.

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