Einträge mit dem Tag ‘Körper’


Oury Jalloh, Charlottesville, Termine ohne Ende – kurz verlinkt

17. August 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 358 von 364 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Artikel

Vor 12 Jahren starb Oury Jalloh in einer Zelle des Dessauer Polizeirevier. Nun scheint es – dank der unermüdlichen Arbeit von Aktivist_innen – eine Wendung in dem Fall zu geben, denn erstmals wird auch von der Justiz angezweifelt, dass Jalloh selbst das tödliche Feuer gelegt hat.

Magda war bei der Radiosendung Mrs. Pepsteins Welt und sprach über Körpervielfalt, Ehe für alle, ihr kommendes Buch Fatshionista und politische Diskussionskultur. Die Sendung, die auch noch mit super Musik gespickt ist, könnt ihr online nachhören.

Das Humboldt-Forum und die Vorgeschichte der Exponate ethnologischer Sammlungen – auf NDR.de könnt Ihr ein interessantes Interview lesen.

Im April starb die ägyptische Studentin Shaden in Cottbus, nachdem sie von einem Auto angefahren wurde. Der Verdacht, dass es sich um einen rassistischen Angriff handelt, besteht.

Paula-Irene Villa gab im Unicum-Magazin ein 101-Interview zu den größten Gender-Studies-Vorurteilen.

Jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, können sich ab sofort für die Projekt-Förderung 2018 der Stiftung ZURÜCKGEBEN bewerben, alle Infos findet Ihr hier.

Und nicht vergessen: Wir verlosen eine Ausgabe von Sara Ahmeds aktuellem Buch Feministisch leben! Manifest für Spaßverderberinnen. Teilnehmen könnt ihr bis Dienstag.

Englischsprachige Artikel

Eine sehr gute Linksammlung zu den Nazi-Demos in  Charlottesville und das Drumherum findet Ihr auf Autostraddle – und zwar dort wo sonst der „Sunday Funday“ oben ist.

Dann gab es noch einiges an Aufruhr um Sinead O`Connor, die öffentlich machte dass es nicht gut um ihren gesundheitlichen Zustand bestellt ist. Daraufhin erschienen einige wirklich gute Texte, u.a.: „Sinead O’Connor is Telling Us Mental Illness is Killing Her. Do We Give a Damn?

Ebenfalls ein lesenswerter Text: „I`m a feminist. Giving women a day off for their period is a stupid idea.

Transgender Symbol Creator and Activist Holly Boswell Passes Away“ – Transgender Universe erinnert an die Aktivistin Holly Boswell.

Termine in Berlin, Bremen, Göttingen, Halle, Karlsruhe, Merseburg, Münster, Würzburg:

23. August in Berlin: Anlässlich des Internationalen Tages zur Erinnerung an den Versklavungshandel und an seine Abschaffung wird nun schon zum vierten Mal die (noch immer ausstehende) Umbenennung der kolonialrassistischen M*straße (fb-Link) in Berlin gefeiert.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

25. August in Berlin: Um Humboldthain Club wird bei der Hoemies Vol. 3 Summer Special gefeiert.

26. – 27. August findet in Karlsruhe das Ladyfest statt.

Am 09. September in Berlin: Die Konferenz „Zukunft bestimmen: Afro-feministische_LGBTIQ* Perspektiven auf Bildung, Politik und Identität im Kontext globaler Ungleichheiten“ ist ein Versuch, einen Raum zu schaffen, in dem die Zukunftsperspektiven afrikanisch/-diasporischen Aktivist*innen Gehör finden können. Infos hier.

09./ 10. September in Göttingen: Das Projekt TRANS* – JA UND?! veranstaltet einen Train-The-Trainer Workshop für trans* Jugendliche und junge Erwachsene (14-26 Jahre), die sich in Gruppenleitung ausprobieren und erfahren wollen, wie sie eigene kreative Workshops oder Gruppenangebote gestalten können.

12. September in Berlin: „Gegen Sprachlosigkeit. Feministische Stimmen für offene Räume und offene Worte“ mit Amanda Lee Koe [Singapur] und Mithu Sanyal [Deutschland/Indien].

Vom 15. – 17. September findet in Münster „queerfeMS“ statt – ein Wochenende lang Vorträge, Workshops, von- und miteinander Lernen, DIY, Musik, Zeit für Vernetzung und Empowerment,(Selbst-)Reflexionen und leckeres Essen.

Im September ist es dann soweit! Am 16. September findet in Berlin die „Inauguration Conference | Center for Intersectional Justice“ statt.

Fussball und Fans: Am 20. September in Berlin gibt es interessanten Input bei Kicks für alle.

21. September in Merseburg: Veranstaltung mit Mithu Sanyal: „Rape revisited. Warum wir über sexualisierte Gewalt sprechen, wie wir darüber sprechen„. (FB-Link)

29. September in Halle: Tagung zu „Was ist das für 1 Männlichkeit? Männlichkeiten zwischen Selbst- und Fremdbildern„. Anmeldung bis zum 11. September möglich.

Das 24. queerfilm Festival findet vom 10. bis 15. Oktober in Bremen statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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„Du siehst aber gar nicht krank aus!“ ist KEIN Kompliment

9. August 2017 von Charlott

Würde ich diesen Text jetzt schreiben, wenn ich in allen Situationen, in denen ich „Du siehst aber gar nicht krank aus!“ oder ähnliche Sätze gehört habe, (für mich) angemessen reagiert hätte? Wahrscheinlich nicht. Und ihr fragt euch vielleicht – nach der Frage, was denn so schlimm an diesen Satz ist, er ist doch nett gemeint – warum ich nicht direkt in den Situationen reagiert habe. Ja, die Sache ist die, dieser und verwandte Sätze (oft bleibt es nicht bei einem und es kommen Sätze zwischen Aufmunterung und Bewunderung dazu) sind meistens sehr nett gemeint und auch wenn es im Internet schnell anders wirkt, so bin ich doch meist ein quasi freundlicher ™ Mensch. Da sitze/ stehe ich dann und nicke und lächele.

Ich käme natürlich seltener überhaupt in die Situation solche Sätze zu hören, wenn ich nicht immer wieder über chronische Krankheiten und Schmerzen sprechen würde. Ich mache das sehr gezielt, unter anderem um Menschen daran zu erinnern, dass Lebensrealitäten (und Körper) komplex sind und um an der angenommenen Realität zu kratzen, dass alle Menschen um eine_n herum super fit und gesund sind – außer es gibt ganz starke klare Marker, die das Gegenteil verkünden. Dafür halte ich keine langen Vorträge, sondern erwähne ab und an Dinge aus meinem Leben. Dieses Sprechen ist ein Balanceakt auf einem sehr, sehr dünnen Seil (über einem ziemlichen hohen Abrund, um die etwas faule Metapher wenigstens auszuschlachten). Sonya Huber beschreibt in einem ihrer Essays in Pain Woman Takes Your Keys. And Other Essays From a Nervous System (das Buch habe ich vor hier besprochen) wie sie von einem Bekannten auf ihre Facebook-Posts zu Schmerzen/ Krankheit angesprochen wird, die er als das wahrnahm, was sie die ganze Zeit quasi postet. Vollkommen irritiert – da sie aktiv versucht nicht so viel dazu zu posten um die gesellschaftlichen Konsequenzen wissend – geht sie nach Hause und checkt ihr letztes Jahr auf Facebook, nur um festzustellen, dass sie vielleicht vier Mal etwas zum Thema geschrieben hatte.

Häufig scheint es mir als gebe es nur zwei Möglichkeiten: entweder nehmen andere dich wahr als DIE Krankheit, du hast nicht nur Krankheiten, du bist diese (und konsequenterweise bist du nur noch wenig anderes), oder aber – gerade auch wenn du mehr und mehr schweigst und andere Faktoren das ermöglichen – vergessen Menschen schnell wieder, dass wenn du chronisch erkrankt bist und du vor drei Wochen krank warst, du es auch in sieben Monaten noch sein wirst. Für Nicht-Betroffene scheint letzteres das bessere Ergebnis zu sein. Doch in der gelebten Realität bedeutet das auch sich ständig fragen zu müssen, ob Menschen gleich irritiert reagieren werden, wenn man darauf hinweist aus Krankheitsgründen bestimmte Dinge gerade beispielsweise nicht machen zu können, oder für etwas Unterstützung zu benötigen (obwohl man das doch schon einmal vor vier Monaten eingefordert hat! Ist nicht mal irgendwann gut!?).

Ich kann chic angezogen sein. Bei einer Filmpremiere. Und es sagt nicht viel über meinen Gesundheitsstatus.

Es gibt so unterschiedliche Gründe, warum eine Person, die eine oder mehrere chronische Krankheiten hat, nicht krank aussieht. Der einschlägigste Grund ist natürlich, dass wir nur sehr begrenzte Bilder davon haben, wie kranke Menschen aussehen. Davon abgesehen gibt es viele Symptome, die nicht direkt als solche sichtbar sind und das macht es auch häufig schwer Verständnis für diese zu bekommen. Elaine Scarry schreibt in ihrem Buch The Body in Pain über Schmerzen (nicht nur als Ergebnis von Krankheiten sondern allgemein) und stellt fest, dass Schmerz, für die Person, die ihn erfährt, die realste Erfahrung ist, für die Person, die nur vom Schmerz erzählt wird, die irrealste, unfassbare. Denn selbst wenn es eine Wunde als Ursache des Schmerzes gibt, so sieht man die Wunde, aber nicht den Schmerz an sich. Und wenn es dann nicht einmal eine Wunde gibt… Ein anderes (teils) nicht direkt sichtbares Symptom wäre Erschöpfung und Müdigkeit. Ich persönlich kann beides bis zu einem bestimmt Grad übergehen/ überspielen – mit dem Wissen mit großer Wahrscheinlichkeit später (am Tag/ in der Woche) Konsequenzen davon zu tragen, aber diese sehen dann die Personen, die mich munter, fit und voller Elan erlebt haben, ja nicht.

Als kranke Person Auswirkungen der eigenen Krankheiten zu übertünchen oder Dinge zu tun, die dazu führen, dass eine_r als weniger/ nicht krank wahrgenommen hat, kann verschiedene Motivationen haben: Nicht ausschließlich als DIE_DER Kranke wahrgenommen zu werden (da dies in unserer ableistischen Gesellschaft keine sehr flexible und voll ausgestattete Subjektposition ist). Aus Angst als nicht produktiv (genug) gesehen zu werden – was ja durchaus sehr negative finanzielle, berufliche, soziale Auswirkungen haben kann (Hallo, kapitalistische Verwertungslogiken!). Weil es nicht sonderlich viel Spaß macht krank zu sein und man das auch gern mal vergessen möchte. Wenn man sich an einem Tag nicht besonders gut fühlt, kann es (für einige/ manchmal) sich gut anfühlen sich besonders nett anzuziehen/ herzurichten.

„Du siehst aber gar nicht krank aus!“ ist kein Kompliment, weil ungesagt mitschwingt „und das ist etwas Gutes“.
„Du siehst aber gar nicht krank aus!“ ist kein Kompliment, weil es lobt, dass du es geschafft hast dich in eine Norm zu pressen.
„Du siehst aber gar nicht krank aus!“ ist kein Kompliment, weil es gar nicht den Preis kennen möchte, den du dafür zahlst um in die Norm zu passen.
„Du siehst aber gar nicht krank aus!“ ist kein Kompliment, weil es unter Umständen Anstrengungen lobt, die du nicht einmal freiwillig auf dich genommen hast.
„Du siehst aber gar nicht krank aus!“ ist kein Kompliment, weil es so sehr an Lebensrealitäten vorbei geht.
„Du siehst aber gar nicht krank aus!“ ist kein Kompliment, weil es viel mehr über die aussprechende Person sagt als über die adressierte Person.
„Du siehst aber gar nicht krank aus!“ ist kein Kompliment, weil es dich oft mit dem Gefühl hängen lässt, dafür gelobt worden zu sein, nicht negativ aufzufallen.
„Du siehst aber gar nicht krank aus!“ ist kein Kompliment, weil es die Frage in den Raum wirft, was eigentlich mit Personen ist, die krank sind und krank ™ aussehen. Und auf diese Frage keine guten Antworten findet.

Uns (und da nehme ich mich gern mit ein) fällt es nicht leicht mit kranken Menschen umzugehen. Das Ideal unserer Gesellschaft ist Gesundheit. Bevor wir geboren werden heißt es „Hauptsache gesund!“ (obwohl das natürlich auch meist eine Lüge ist). Und jedes Jahr werden werden wir am Geburtstag erinnert mit „Alles Gute, aber vor allem auch ganz viel Gesundheit“ – oder aber auch bei jedem Niesen. Gesundheit!* Einerseits ist das verständlich: krank sein ist nicht toll. Wir wünschen anderen Personen nicht, dass sie krank werden. Doch trotz dieses Wunsches muss es Umgänge damit geben, dass es immer Menschen gibt, die krank sind – und vor allem auch damit, dass es Menschen gibt, die immer krank sind (wobei dieses sehr unterschiedlich aussehen kann). Ein guter Anfang wäre es sich immer wieder selbst zu hinterfragen, wo wir gesunde Körper als positive, unter allen Umständen anzustrebende Norm (voraus)setzen. Z.B. in so scheinbar harmlosen Aussagen wie „Du siehst aber gar nicht krank aus!“ (oder anderen).

*(Kleiner Exkurs: Mein „Gesundheit!“-Ruf-Reflex ist sehr stark ausgeprägt. Ich bin manchmal froh in einem Kontext zu arbeiten, wo (aufgrund der Sprache) „Bless you!“ die Standardreaktion ist. Nur ist die Frage, ob es heuchlerischer ist als kranke Person ständig passiv-aggressiv Gesundheit zu rufen, oder als nicht-religiöse Person Leute zu segnen/ preisen. Ich weiß, Schweigen wäre auch eine Möglichkeit. Ich arbeite dran.)


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Festgenommene Feministin in Uganda, Verfolgung in Tschetschenien und eine Einführung in Klassismus – kurz verlinkt

13. April 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 345 von 364 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die ugandische Feministin, Aktivistin und Wissenschaftlerin Stella Nyanzi, die sich unter anderem dafür einsetzt, Mädchen Zugang zu Binden zu ermöglichen und damit auch den Besuch der Schule, wurde vor einigen Tagen verhaftet – sie habe die Präsidentenfamilie beleidigt. Die taz berichtet.

Am 8. April war der Internationale Tag der Rom*nja. Für das Missy Magazine hat Hengameh Yaghoobifarah mit Isidora Randjelović gesprochen. Im Interview geht es um den Rom*nja Power Month, der am 8. mit einer Demo und einer Abschlussparty sein Ende fand, Forderungen von Rom*nja und die Wichtigkeit von Archivarbeit.

„Rassismus, Whiteness, Postkolonialismus, Intersektionalität.“ – Um diese Themen will sich Victoria Kawesa kümmern, die als erste Schwarze Frau als Parteivorsitzende in Schweden gewählt wurde.

Die erste Ausgabe des neuen Magazins Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart ist soeben erschienen. In dieser Ausgabe – die wissenschaftliche, essayistische, künstlerische wie literarische Beiträge zusammenbringt – geht es um Selbstermächtigung.

Magda war zu Gast in Freiburg und hat dem Radio Dreyeckland ein Interview gegeben zu den Themen Gesundheits- und leistungsfixierte Körperideale im Kapitalismus, Irritation & Humor als Strategien, die Anerkennung eigener Verwundbarkeiten und sehr unterschiedliche Formen von Selbststärkung.

Lesenswerter Text von Tanja Abou: „Klassismus. Oder: Was meine ich eigentlich, wenn ich von Klassismus spreche? Eine Annäherung.“ (PDF)

Die Berliner Charité veröffentlichte eine Studie zur Situation geflüchteter Frauen in Deutschland (PDF) und ihren Wünschen bezüglich Unterstützung.

Die vegane Szene hat ein Problem mit Sexismus und Bodyshaming – ein lesenswerter Bericht auf mimikama.at.

Die Filmlöwin sagt: Schluss mit der Verharmlosung sexualisierter Gewalt im TV: Eine Kampfansage gegen die „happy“ Vergewaltigung.

„Dass Menschen davon überzeugt sind, mit der richtigen Einstellung und individuellen Anstrengung alles leisten und erreichen zu können, ist im Kapitalismus wesentliche Ideologie. Dementsprechend ist es logisch, dass auch Behinderte und Kranke nicht nur regelmäßig mit der Erwartung, Leistung zu erbringen, konfrontiert sind, sondern auch selbst überzeugt davon sind, ihres ‚eigenen Glückes Schmied‘ zu sein…“ – Läuft_Nicht schreibt „Über Sport im Kapitalismus und Scheiße im Deutschlandfunk„.

Auch in diesem Semester findet in Hamburg wieder die Vortragsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ statt. Das gesamte Programm gibt es bei der AG Queer Studies.

Zwar schon vor einer Weile gebloggt, aber Bücher sind ja unsere zeitlosen Freund_innen: Queere Jugendbuch-Neuerscheinungen im Frühjahr 2017.

Englischsprachige Links

Zur Verfolgung schwuler Männer/ LGBTQ in Tschetschenien hat das russische LGBT Netzwerk ein Statement – auch mit Hinweisen, wie deren Arbeit unterstützt werden kann – veröffentlicht.

Über das Phänomen der „begpacker“ schreibt Radhika Sanghani beim Telegraph.

16 Lesbian Power Couples From History Who Got Shit Done, Together“ – Autostraddle hat eine Liste erstellt.

Termine in Berlin, Halle, Freiburg, Kiel und Wiesbaden 

27. bis 30. April in Wiesbaden: Symposium mit dem Titel: Feministisch wider Willen – Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa. (fb-Link)

27. bis 30. April in Freiburg: SeminarWorkshop: „Der gefährliche Wind in der Rede – Wie umgehen mit Hassreden in den Medien

5.-7. Mai in Halle: Konferenz junger politischer Frauen mit Workshops und Diskussionen.

2. – 5. Juni in Kiel: Lesbenfrühlingstreffen 2017.

9. – 11. Juni in Kiel: Save the Date! LaDIYfest Kiel.

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln. (Es werden noch Leute zum Mitmachen gesucht!)

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Stockfotografie mal anders, Preis für couragierte Lesben und kritische Bildungsarbeit – kurz verlinkt

29. März 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 344 von 364 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

quix, das Kollektiv für kritische Bildungsarbeit, hat eine Broschüre zu den Themen Gender_Sexualitäten_Begehren in der Bildungsarbeit herausgegeben. Diese Themen werden in der Broschüre mit einer queer_feministischen, rassismuskritischen und intersektionalen Perspektive niederschwellig beleuchtet – dabei steht vor allem die Bildungsarbeit im entwicklungspolitischen Kontext (insbesondere von internationalen Freiwilligendiensten) im Mittelpunk.

Mit Stolz verkündet die LAG Lesben in NRW den Namen für den neuen Lesbenpreis der Öffentlichkeit: „CouLe – Preis für couragierte Lesben“. Die erste Preisträgerin ist María do Mar Castro Varela.

Anastasie Umrik schreibt sehr eindrücklich über ihre Erfahrungen mit Muskelschwund: „Der Schwund der Muskeln ist so, als hätte gerade ein Baum eins seiner vielen Blätter verloren (…). Erst im Herbst, wenn alle Blätter gefallen und endgültig ihre Farbe verloren haben, sich der Winter somit ankündigt, ja, dann beginnen alle um die grünen Blätter zu trauern. So ähnlich es es auch mit den Muskeln, die nicht mehr gehorchen wollen.“

Die neue Bildpunkt, Magazin der österreichischen IG BILDENDE KUNST, ist da: „Arbeitstitel Antifa„. Stefanie Mayer, Edma Ajanovic und Birgit Sauer schreiben in diesem beispielsweise darüber „Warum rechte Politik hierarchische Geschlechterverhältnisse braucht„.

Ein Buchprojekt sucht nach Beiträgen. Es soll um „Care revolution“ zwischen Anspruch und Wirklichkeit in linken/alternativen Zusammenhängen gehen. Gesucht werden Artikel, Zeichnungen und Comics. Den ganzen Aufruf gibt es auf der Facebookseite des Projekts.

Geld, welches ihr über Patreon an Ismail Küpeli spendet, geht an kritische Journalist_innen in der Türkei (z.B. zur finanzielle Unterstützung bei Gerichtsprozessen).

Die Schwule Seite schließt nach 17 Jahren – denn die Herausforderungen haben sich geändert. Zum Abschluss heißt es: „Wir brauchen also neue Bündnisse, in denen sich diejenigen zusammenfinden, die an einer emanzipatorischen und toleranten Entwicklung der Gesellschaft interessiert sind, die gleichermaßen gegen rassistische und antisemitische sowie gegen zweigeschlechtlich-sexistische Diskriminierung und Gewalt streiten. Ohne diese Verknüpfung emanzipatorischer Kämpfe entsteht viel Mist. Es wird für die folgenden emanzipatorischen Kämpfe darum gehen, dass sie feministisch, queer, of Color sind. Koalitionen sind nötig und werden uns gemeinsam weiterbringen.“ Im Beitrag gibt es auch noch einmal eine Linksammlung mit interessanten Analaysen und Berichten der letzten Jahre.

englischsprachige Links

Bist du auch oftmals genervt von der Bebilderung von Beiträgen? Die immer gleichen weißen, schlanken Menschen? Diverse Stock Photos baut gerade ein Archiv auf mit Fotos, die unterschiedliche Menschen in alltäglichen Situationen zeigt.

Die ägyptische Feministin Mozn Hassan und ihre Organisation Nazra for Feminist Studies haben den Alternativen Nobelpreis erhalten. Die Preisübergabe musste in Ägypten in privater Zeremonie stattfinden, da Hassan die Ausreise verboten wurde.

Queere Kurzgeschichten für Sammelband „Queerly Loving Anthology“ gesucht. Die Deadline ist der 31. Mai.

Termine in Dortmund, Freiburg, Halle, Hannover, Kiel, Magdeburg, Marburg und Wiesbaden

29. März in Marburg: Lesung: „Feministische Psychatriekritik“ von Peet Thesing (fb-Link)

31. März in Hannover: Ab 15.30 startet der Workshop „„Du siehst müde aus …“ über Mutterschaft und Sorgearbeit in Zeiten sozialer Verunsicherung„. (FB-Link)

4.-9. April in Dortmund: Erneut findet das Internationale FrauenFilmfestival statt.

5. April in Magdeburg: Margarete Stokowski liest aus ihrem Buch „Untenrum frei“ und diskutiert anschließend. (FB-Link)

6. April in Halle: Margarete Stokowski liest aus ihrem Buch „Untenrum frei“ und diskutiert anschließend. (FB-Link)

8. April in Freiburg: Vortrag & Workshop „(Mein) Fett ist politisch“ von 11:30 bis 13h und von 14 bis 18h für interessierte Frauen_, Lesben_, Trans_ und Inter_ Im fz* feministisches zentrum freiburg (barrierefrei), Faulerstr. 20. Anmeldung zum Workshop unter: jubilaeum@tritta-freiburg.de.

27.- 30. April in Wiesbaden: Symposium mit dem Titel: Feministisch wider Willen – Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa. (fb-Link)

5.-7. Mai in Halle: Konferenz junger politischer Frauen mit Workshops und Diskussionen.

2. – 5. Juni in Kiel: Lesbenfrühlingstreffen 2017.

9. – 11. Juni in Kiel: Save the Date! LaDIYfest Kiel.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Nach dem Frauenkampftag ist immer Frauenkampftag – kurz verlinkt

9. März 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 341 von 364 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Bei der taz erschienen gestern einige gute Texte anlässlich des Frauenkampftags: Hengameh Yaghoobifarah schreibt warum zwischen menschenfeindlichen Leuten und noch lernenden Menschen unterscheiden werden muss und über den Segen und Fluch des bestehenden Online-Gedächnis. Fatma Aydemir kommentiert Frauenwiderstand gegen Erdoğans AKP-Regierung. Christa Wichterich analysiert rechtskonservative internationale Allianzen und Netzwerke, die (u.a.) bei der UNO mobil machen.

neues deutschland gibt eine knappe Übersicht über einige der Proteste, die gestern weltweit stattgefunden haben.

Grenzenlos feministisch. International Women’s Struggle Demo 2017, Berlin.

Feminismus im Pott war auf der Kölner Tagung #bodytalk, auf der auch Magda zu Gast war und berichtet über alle Inputs. Nun sind auch die Videos der Inputs online. Reinschauen lohnt sich!

Ein Buchprojekt über Schwarze Frauen in Biel sollte die Sichtbarkeit Schwarzer Frauen in der Schweiz stärken und ihre Perspektiven und Geschichten sammeln, doch es fand sich keine Finanzierung. In der WOZ eine «Miniausgabe» des Buchs publiziert.

Die nächste Antragsgelder für Förderungen durch Magnus Hirschfeld Stiftung ist der 15. April! Besonders werden auch lesbische Geschichts-, Bildungs- und Forschungsprojekte zur Bewerbung aufgefordert (FB-Link). Die möglichen Fördersummen reichen von mehreren Hundert bis zu 25.000 Euro.

Eiken Bruhn zeigt in der taz in vielen Regionen Deutschlands bieten Kliniken keine Schwangerschaftsabbrüche an. Dass ungewollt schwangere Personen bis zu 150 Kilometer Wege auf sich nehmen müssen, ist keine einfache Ausnahme. In den meisten Regionen ist zu dem die Wahlfreiheit stark eingeschränkt und es wird nur ein chirurgischer Abbruch unter Vollnarkose angeboten. (Hinweis: Wichtig wäre, wenn in Texte zu Abtreibung auch deutlich würde, dass nicht alle Schwangere Frauen sind – auch dieses Nicht-Erkennen ist sicher ein weiter Faktor, der Menschen den Zugang erschwert.)

Women United Against Deportation. International Women’s Struggle Demo 2017, Berlin.

In Popkultur wird Vielfalt stärker sichtbar. Doch wie viel bringt sie, wenn Alltagsmenschen ignorant bleiben?, fragt Tove Tovesson beim Missy Magazine.

Kreativer Beitrag zur medialen Debatte um sexistische Werbung: Die Gruppe f.i.e.s (feministische initiative emanzipatorischer streetartkünstler*innen) hat vor ein paar Tagen einige Plakate in Berlin verändert.

Die Mutter eines inhaftierten Sportjournalisten hofft auf internationale Unterstützung auch für unbekannte Kollegen, schreibt Ali Çelikkan bei der taz.gazete.

Vina Yun interviewt im Missy Magazine Sylvia Köchel, die in ihrem Buch „Das Bedürfnis nach gerechter Sühne“. Wege von »Berufsverbrecherinnen« in das Konzentrationslager Ravensbrück den Geschichten von sogenannten Berufsverbrecherinnen und deren Verfolgung unter dem NS-Regime nachgeht.

Außerdem sei euch ans Herz gelegt: Der Podcast „Ausbildung inklusive“ von Hannah C. Rosenblatt. In kurzen (2-5-minütige) Episoden erzählt Hannah das Lernen und Leben mit Behinderung. So geht es beispielsweise um „das Nichts zwischen Hartz 4 und Bafög“, „Mit dem Assistenzhund zur Schule gehen“ und „die Potenzierung des Stressfaktor „Asperger-Syndrom“ um den Faktor „Traumafolgen““.

Der Artikel ist vom letzten Jahr, aber das Thema brandaktuell: Wie heterosexuelle Paare sich über die ungleich verteilte Hausarbeit belügen, in der ak – analyse und kritik.

englischsprachige Links

Ein paar Euros übrig? Deine Unterstützung trägt dazu bei 27 kreative Köpfe aus aller Welt zur Queers and Comics Konferenz nach San Francisco (USA) zu bringen. Deine Taler werden auch mit ein paar schicken Goodies belohnt: Zines, Comics oder Buttons.

Auf i-D sagen Feminist_innen aus unterschiedlichen Ländern (aber sehr Europa-zentriert), was sich ihrer Meinung nach ändern muss. Mit Blick auf Deutschland schreiben da Hengameh Yaghoobifarah, Dominique Booker und Olive Duran.

Ein englischsprachiges Essay über die Rezeption und Instrumentalisierung von Audre Lorde und ihren Aussagen: „Appropriating Lorde: On the Need to Locate The Oppressor Within Us.

I am queer. What is your superpower? International Women’s Struggle Demo 2017, Berlin.

In Bochum wird im November eine internationale Konferenz zu „Doing Science – Doing Excellence – Doing Inequalities? Interrogating the Paradigm of Excellence in Academia“ stattfinden. Abstracts können bis zum 31. März eingereicht werden.

Neuer Flavia Dzodan Text: „Alt-Feminism and the white nationalist women who love it„!

Termine

Noch Veranstaltungen finden sich in unserer Frauenkampftags-Veranstaltungsliste.

Berlin, 10 bis 13. März 2017: Theaterstück im Ballhaus Naunynstraße „Scheppernde Antworten auf dröhnende Fragen“ von Nora Abdel-Maksoud, Theresa Henning und Salome Dastmalchi (Publikumsgespräch am 11. März).

Berlin, 25. März: Workshop „reclaim movement für dicke_fette* queere körper“ (eine Anmeldung ist notwendig).

Sexismus fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu. International Women’s Struggle Demo 2017, Berlin.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Mord in Freiburg, #FreeChelsea und Operationen an inter Kindern – kurz verlinkt

7. Dezember 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 334 von 364 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

„Der Freiburger Mord wurde erst dann von so großem, bundesweitem Interesse, als der Verdächtige gefasst wurde, obwohl es auch vorher schon ein grausamer Mord war.“ Margarete Stokowski schreibt bei Spiegel Online über Gewalt gegen Frauen: „2015 wurden in Deutschland 331 Frauen von ihrem Partner getötet: Das ist fast jeden Tag eine Frau. Würde man die Meldungen darüber jedes Mal in die Abendnachrichten einbauen, würden wir denken, wir leben in einem Land, in dem Gewalt gegen Frauen eine wahre Epidemie ist – und es würde stimmen.“

weird. Das Stadtmagazin für lesbische Frauen in Bielefeld hat Shirlette Ammons über’s Rappen, Aktivismus und Mode interviewt.

Das neue an.schläge Magazin ist erschienen. Fokusthema ist dieses Mal „Gesundheit & Gerechtigkeit – Gender und Klasse in der Medizin“. Wie immer gibt es auch einige Artikel der Ausgabe online nachzulesen.

Im Jahr 2005 wurden die medizinischen Behandlungsleitlinien u.a. zu kosmetische Genitaloperationen an intergeschlechtlichen/ intersexuellen Kindern schrittweise überarbeitet. Ein neue Studie stellt nun aber fest, dass die Eingriffe nicht wesentlich zurückgegangen sind. Die gesamte Studie „Zur Aktualität kosmetischer Operationen „uneindeutiger“ Genitalien im Kindesalter“ von Ulrike Klöppel kann online nachgelesen werden. (PDF)

Für Femgeeks bespricht Lara drei feministische Comics. Dies ist der Auftakt einer Reihe zu feministischen Comics/ Comics mit feministisch agierenden Protagonist_innen.

Englischsprachige Links

Diese Petition ist so wichtig und braucht eure Unterschriften: „Commute Chelsea Manning’s Sentence to Time Served„. Bis zum 14. Dezember müssen immer noch über 54.000 Unterschriften dazu kommen. Zu den Hintergründen immer wieder lesenswert Tove Tovesson’s Artikel beim Missy Magazine (auf deutsch).

Aktivistin Jennifer Kamau, Mitbegründerin des International Women Space, bittet um Spenden für eine Reise nach Kenia.

Stacy Bias hat die animierte Dokumentation „Flying While Fat“ erstellt:

Termine in Berlin, Bielefeld, Bochum, Potsdam

04. bis 11.12. in Bielefeld: Diese Woche laufen in Bielefeld die Aktionstage Gesellschaft Macht Geschlecht. (FB-Link)

08.12. in Berlin: Ab 18.30 wird SchwarzRund wird aus Biskaya, Quasi und anderen Texten lesen, singen und performen. (FB-Link)

08.12. in Berlin: Von 18-20 Uhr findet die Präsentation der Expertise „Geschlechterverhältnisse in Fußballfanszenen“ statt.

13.12. in Potsdam: Vortrag in der Ringvorlesung „How to be a Feminist“ mit Sonia Eismann: I CHOOSE MY CHOICE!“ – VOM POPFEMINISMUS ZUM CHOICEFEMINISMUS.

15.12. in Bochum: Die Gruppe about.fem hält beim herrschaftskritischen Kaffeeklatsch einen Vortrag zu „Begrifflichkeiten des Queerfeminismus„.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Selbstbestimmtes Sterben und wahre Superheldinnen – kurz verlinkt

19. Oktober 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 329 von 364 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Neuerscheinung beim Unrast Verlag: Der Sammelband care | sex | net | work. Feministische Kämpfe und Kritiken der Gegenwart „sammelt feministische Positionen und Kritiken an den gegenwärtigen Verhältnissen und analysiert aktuelle feministische Kämpfe“.

Tove Tovesson schreibt beim Missy Magazine über selbstbestimmtes Sterben und Beihilfe zur Selbsttötung, über legale Grauzonen, Euthanisie-Diskurse, Kapitalismus und darüber dass viele Vorwände dennoch schlechte Vorwände sind.

ROLLINGPLANET erläutert, warum das neue Pflegegesetz deutlich Menschen mit Behinderungen benachteiligt.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) begrüßt die Einigung zwischen Bund und Ländern, den Unterhaltsvorschuss bis zum 18. Lebensjahr des Kindes zu verlängern und die begrenzte Bezugsdauer von 72 Monaten aufzuheben. Gleichzeitig fordert der Verband weiterhin einen Ausbau des Vorschusses. (PDF)

Das Gunda-Werner-Institut sucht eine studentische Teilzeitkraft in Berlin.

Englischsprachige Links

Asam Ahmad schreibt zu Call-Out Culture und gibt einige Denkanstöße mit: Wie wollen wir in aktivistischen Kontexten kritisieren? Welchen Stellenwert haben Call Outs? Ahmad stellt fest: „Call-out culture can end up mirroring what the prison industrial complex teaches us about crime and punishment: to banish and dispose of individuals rather than to engage with them as people with complicated stories and histories.“

Die neuste Marvel Superheldin ist eine syrische Mutter. Die Geschichten beruhen auf den Tagebucheinträgen einer syrischen Frau, die über das tägliche (Über)Leben in einer besetzten Stadt berichtet. Der Comic ist online frei zugänglich.

Die Nobelpreise für 2016 wurden verliehen und kein einziger ging an eine Frau. JR Thorpe schreibt bei Bustle darüber, warum das natürlich ziemlicher Mist ist.

„After Transitioning, No One Calls Me Fat Anymore“, Liam Lowery schreibt über Körpernormen und Gender bei Buzzfeed.

Termine in Berlin, Frankfurt/Main, Marburg, Wien

22. Oktober in Marburg: Cheer Queer_die queer-alternative Partyreihe* mit Msoke (fb-Event).

23. Oktober in Wien: Im Volkstheater findet die Veranstaltung „What´s up, Feminismus?“ statt. Es liest Stefanie Sargnagel, anschließend diskutieren Hanna Herbst, Dudu Küçükgöl und Eva Geber.

29. und 30. Oktober in Berlin: trans* Empowerment Wochenende von LesMigraS (fb-Event).

30. Oktober in Frankfurt/Main: Thementag „Komponistinnen-Welten“ vom Archiv Frau und Musik.

18. bis 20. November in Berlin: Das TransFormations – Trans Film Festival BerlinSpenden sind mehr als erwünscht!

25.-26. November in Berlin: Kostenloser Programmier-Workshop (Clojure) für FLTI, insbesondere Personen, die bisher wenige oder gar keine Erfahrungen haben.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Politisches Lästern, #DisabilityTooWhite und eine nicht aufsteigende Schiedsrichterin – kurz verlinkt

26. Mai 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 317 von 364 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

„Wäre throwing shade eine Sportart, wäre es die einzige, in der ich gut wäre.“, schreibt Hengameh Yaghoobifarah in der taz und erklärt, warum Lästern auch politisch sein kann.

Aber apropos Sport: Die Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus hat diese Saison äußerst erfolgreich in der 2. Liga des Männerfußballs gepfiffen (nach einem DFB-internen Ranking liegt sie gar auf Platz 1). Doch trotz dieser guten Bewertungen soll sie auch in der nächsten Saison kein 1.Liga-Spiel leiten dürfen, berichtet die Welt.

Das neue an.schläge-Magzin ist da und dreht sich um Titelthema um Mütter und Mutterschaft, so schreibt beispielsweise Theo Hoffnungsthal zur queeren Performance und Kinderwägen.

Beim Missy Magazine schreibt János Erkens über das nun auf deutsch erschienene Buch „Testo Junkie. Sex, Drogen und Biopolitik in der Ära der Pharmapornographie“ von Paul B. Preciado und der Crux mit dieser ‚Natürlichkeit‘.

englischsprachige Links

Wenn Menschen mit Behinderungen in den Medien vorkommen (was selten genug ist…), sind es insbesondere weiße und schlanke Personen. Auf Twitter kritisierten Aktivist_innen mit Behinderungen unter dem Hashtag #DisabilityTooWhite die mangelnde Repräsentation von Menschen of Color mit Behinderungen in den Medien.

Keah Brown schreibt auf catapult über Liebe, Behinderungen und Filme: „

Passend zu den letzten beiden Links präsentiert Autostraddle eine Leseliste mit Tipps zu Büchern, Zines und Blogs: Toward An Intersectional Crip Syllabus.

Flavorwire schreibt über 25 Bücher, in denen Freundinnenschaften im Mittelpunkt stehen.

Termine

27.05.-29.05. in Bremen: re*mix – Queer Feminist HipHop Festival findet statt.

02.06.-03.06. in Berlin: Heterogene Vorstellungswelten: Die didaktischen Imaginationen pluralisierter Gesellschaften* Fachtagung


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Frauen im Sport, der Superfeminist des Jahres und Körperwahrnehmungen – die Blogschau

16. April 2016 von accalmie
Dieser Text ist Teil 1 von 295 der Serie Die Blogschau
CC: Dino Gravato.

CC: Dino Gravato.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Ada Lovelace gibt es momentan eine Sonderausstellung im Paderborner Heinz Nixdorf Museums-Forum. Die femgeeks berichten: „Die Ausstellung ist nicht nur sehr interessant und gut gemacht, sondern sie ist auch bitter nötig, wenn man sich den Rest des dortigen Computermuseums anschaut: Zwei riesige Etagen mit Exponaten und Biografien, die männliche Geschichte(n) erzählen.“

„es hat sich was verändert, fast ohne dass ich es merkte. mein körper ist nicht mehr so sehr mein feind. auch wenn er nicht funktioniert. auch wenn etwas weh tut,“ konstatiert bluespunk in „my body is not my enemy.“

Diaspora Reflektionen schreibt an/über ihren Bruder, (unterschiedliche) Diskriminierungserfahrungen und Solidarität.

Erstmalig wurde der Preis für den „Superfeministen des Jahres“ vergeben – A++ Ranting hält die Laudatio.

Beim Blog der Feministischen Studien geht es um Frauen im Civil Rights Movement der USA und um die Intersektionalität von #BlackLivesMatter.

„Hätte die Entstehung fester Strukturen in der Naziszene ohne den Verfassungsschutz vielleicht sogar verhindert werden können? Vieles deutet darauf hin,“ kommentiert der Freitag.

„Wie wir unser Eltern-Baby-Zentrum gründeten“ – einen „utopischen Rückblick“ gibt Antonia bei umstandslos.

Bald mit eigener Webseite, jetzt jedoch schon auf Facebook gestartet: SportFrauen widmet sich allen Themen und Nachrichten, die sich um Frauen im/und Sport drehen.

„Sechsunddreißig“ – Melanie denkt bei glücklich scheitern über den Geburtstag, Lebenswege und Lernprozesse nach. (Happy Birthday :)!)

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Equal Pay Day, Superfeministen und Unterstützung bei Panikattacken – Die Blogschau

19. März 2016 von Charlott
Dieser Text ist Teil 294 von 295 der Serie Die Blogschau

Heute ist Equal Pay Day. Da Frauen durchschnittlich rund 21 Prozent weniger verdienen als Männer, könnte eine auch annehmen, dass sie die 79 Tage im Jahr „umsonst“ arbeiten. Der 19. März symbolisiert somit dieses Jahr den Verdienstausfall. Auf der Webseite zum Equal Pay Day findet ihr Informationen und eine Aktionslandkarte. Texte rund um das Gender Pay Gap und andere Fragen feministischer Ökonomiekritik habe ich hier bereits 2014 zusammengestellt: Holt die roten Taschen raus, es ist Equal Pay Day.

Anlässlich des 200. Geburtstag von Ada Lovelace gibt es in Paderborn die Ausstellung „Am Anfang war Ada. Frauen in der Computergeschichte“. Silke von den femgeeks hat sich diese genauer angeschaut und sie besprochen.

„Wir sind auf so vielen Ebenen in einem gewaltvollen System, dass wir den Blick füreinander verlieren.“ schreibt Diaspora Reflektionen über eigene Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen und die ihres Bruders.

bluespunk schreibt über Körperwahrnehmungen, Transitionen und darüber, dass der Körper nicht der Feind ist.

Eine Satire, die leider gar nicht so weit weg von der Realität ist: A++ Ranting verkündet die Verleihung des Preis für den Superfeministen des Jahres.

Don’t Degrade Debs schreibt über Dinge, die nicht sagbar scheinen aufgrund von Stigmatisierungen und Zuschreibungen:

Ich kann verrückt und Jüdin sein, aber zu behaupten, dass mir der Ekel-Kaugummi in den Haaren geklebt, weil ich, meine Wahrnehmung, mein Erleben und mein Schmerz als (dicke, lesbische) Jüdin in Deutschland, als Tochter einer Jüdin in Deutschland, als Teil einer jüdischen Familie in Deutschland pathologisiert werden, geht zu weit. Ich könnte auch als Nichtjüdin genauso verrückt sein und würde von dieser Gesellschaft genauso stigmatisiert werden, aber ich bin es als (dicke lesbische) Jüdin in Deutschland, als Tochter einer Jüdin in Deutschland, als Teil einer jüdischen Familie in Deutschland und glaube nicht, dass das das getrennt gedacht werden kann und will das auch nicht mehr. Aber das schreibe ich lieber nicht. Das aus dem Munde einer Verrückten, kann nur verrückt sein.

Wie kann man als außenstehende Person einen Menschen bestmöglichst durch eine Panikattacke begleiten? Ein Blog von Vielen hat ein „Alternativ-How-To“ veröffentlicht.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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